„Kultur ist Frieden, Frieden braucht Kultur“. Weiterer offener Brief von friedensengagierten Menschen kann mitgezeichnet werden

Offener Brief an den Bundespräsidenten Deutschlands Frank-Walter Steinmeier, an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz und die amtierende Bundesregierung sowie an die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Luise Amtsberg.

Der Offene Brief ist auch bei Petitionen.com veröffentlicht. Hier können Sie ihn zeichnen und/oder weiterverbreiten.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir Kultur- und Kunstschaffenden sowie Freunde und Sympathisanten, wenden uns mit diesem offenen Brief besorgt und bestürzt an die Politik und Öffentlichkeit, denn wir spüren, dass die Demokratie und freiheitliche Gesellschaft unseres Landes in eine gefährliche Schieflage gerät. Indikator dafür ist die schockierende Eskalation von Diskriminierung und Herabwürdigung russischsprachiger Bürger in unserem Lande, deren Spirale sich praktisch täglich weiter ins Uferlose schraubt.
So, wie wir Bestürzung über die, durch die russische Strategie forcierte Eskalation des jahrelangen Ukrainekonfliktes empfinden, fühlen wir nun gleichsam Scham über die deutsche Reaktion auf diesen Krieg, die in einem bisher nie gekannten Ausmaß an Empörung ihre Blüten schlägt. Russland kann und muss diesen militärischen Konflikt beenden. Das wollen auch wir!

Aber es liegt auf der Hand, dass die bisherigen deutschen und europäischen Reaktionsexzesse das Gegenteil provozieren, mindestens jedenfalls dazu beitragen, eine Befriedung zu verzögern, statt sie herbeizuführen.

Viele russisch-deutsche Vereinigungen, die zur Förderung der wirtschaftlichen, humanitären und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gegründet wurden, stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Deutsch-europäische Firmen, die mit Handel einen wichtigen Beitrag für gutnachbarliche Beziehungen leisteten, werden von deutscher Seite in den Ruin befohlen. Mit völlig ungebremster Sanktionierung Russlands werden billigend auch Inflation und der Niedergang deutscher Wirtschaft und damit deutschen Wohlstandes in Kauf genommen, während das Waffengeschäft brummt und die Rüstungslobby sich die Hände reibt. Wie kann das sein?
Verstörende Signale empfangen wir aber auch aus der kulturellen Landschaft: Russischen Weltstars wie der Opernsängerin Anna Netrebko und dem Dirigenten Valery Gergiev wurden die Verträge gekündigt, weil sie sich nicht “ausreichend” gegen ihre Heimat positionierten. Im europäischen Deutschland des 21. Jahrhunderts – in dem die Rede- und Meinungsfreiheit für alle Bürger durch das Grundgesetz garantiert ist – werden verdienstvolle Kulturschaffende buchstäblich gezwungen, zu politischen Ereignissen verordnete Partei zu ergreifen. Wenn sie sich weigern, werden sie entlassen.

In europäischen Schulen werden Werke russischer Klassiker wie Puschkin oder Tolstoi aus den Lehrplänen gestrichen. Aufführungen von russischen Komponisten und Theaterstücke russischer Autoren werden verboten oder in vorauseilendem Gehorsam „vermieden“. Menschen werden bedroht, beleidigt, gedemütigt, ihr Eigentum wird verwüstet, sie werden in den sozialen Medien beschimpft und offen aufgefordert, Deutschland zu verlassen. In Lebensmittelgeschäften und Restaurants wird Russen die Bedienung verweigert. Und die Medien verwenden das Wort “Russe” bereits als Synonym für „Aggressor“ und schüren damit den ethnischen Hass.
Solcherlei muss dringend gestoppt werden!

“Die Menschen vermeiden es bereits, auf der Straße Russisch zu sprechen. Das macht mir große Sorgen. Es gibt Fälle von Angriffen auf russische Geschäfte, russischsprachige Kinder werden in den Schulen schikaniert. So etwas können wir nicht dulden”, sagte auch Reem Alabali-Radovan, Staatsministerin für Migration und Integration, sowie Antirassismus-Beauftragte der Bundesregierung.

Nach Angaben des deutschen Bundeskriminalamtes werden im Land der Dichter und Denker jede Woche mindestens 200 Straftaten gegen russischsprachige Bürger begangen.

Für kritisch denkende und kulturinteressierte Europäer sind auch Entscheidungen, wie die des Weltverbandes der internationalen Musikwettbewerbe, den internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb aus seinen Reihen zu streichen, vollkommen unerklärbar. Denn es handelt sich dabei nicht nur um einen der weltweit bedeutendsten klassischen Musikwettbewerbe, sondern auch um einen weltumfassenden Vermittler humanistischer Werte, dessen Bedeutung weit über die Grenzen des Landes hinausreicht. Als beispielsweise mitten im kalten Krieg der herausragende amerikanische Pianist Van Cliburn den Wettbewerb in Moskau gewann, war dies ein friedensstiftender Akt durch die Kunst. Von Gideon Kremer bis Dimitri Schostakovitsch sind viele bedeutende Künstler untrennbar mit dem Tschaikowski-Wettbewerb verbunden.

Entscheidungen, solche hochkarätigen kulturellen Brücken niederzureißen, werden sich wohl nicht auf die Entwicklung der Kultur in Russland auswirken, ganz sicher aber auf die unsere.

Wir wollen nicht hinnehmen, dass gerade die Kultur, als eines der höchsten menschlichen Güter, stranguliert, missbraucht und ihrer friedenstiftenden und völkerverbindenden Kräfte beraubt wird!

Was ist der nächste Schritt des “kulturellen Europa”? Öffentliche Verbrennung von Büchern russischer Herkunft auf den großen Plätzen der Städte? Wohin will die deutsche Politik die Spirale noch schrauben?

Und wo bleiben hingegen die politisch klugen, die diplomatischen, die humanistischen Ideen, mit denen der kriegerische Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, unter zunehmender Beteiligung des Westens, beendet werden kann? Im Sinne und Interesse aller Völker Europas und der Welt?!

Es muss unser aller Interesse sein, das Verbindende zwischen Russen und Ukrainern zu fördern, anstatt zu ihrer vollkommenen und unversöhnlichen Entzweiung beizutragen.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern ein sofortiges Umdenken der deutschen Politik und deutscher Medien, um der ausufernden Russophobie in Deutschland und Europa entgegenzuwirken.

Wir ersuchen den Bundespräsidenten und das Bundesverfassungsgericht, die Verletzungen des Menschenrechtes auf Meinungs- und Anschauungsfreiheit zur Kenntnis zu nehmen, zu unterbinden und rechtschaffene Bürger vor Hassattacken zu schützen.

Wir fordern, dass Behörden und sonstige staatlichen Stellen es unterlassen, ethnischen Hass gegen Russen, alles Russische und Russland Zugewandte zu schüren.

Stattdessen müssen alle möglichen Maßnahmen gegen Verhetzung und kriminelle Vorkommnisse ergriffen werden, um weiterhin dem Austausch von Kulturen und den ihnen innewohnenden friedenstiftenden Kräften Raum zu geben.

Frieden beginnt in uns. Frieden ist keine Einbahnstraße aber Krieg ist immer Sackgasse! Frieden muss für die Völker gemacht werden – nicht gegen sie. Hier auf Facebook wird der offene Brief von Tino Eisbrenner verlesen.

Kultur ist Frieden – Frieden braucht Kultur.

Erstunterzeichner:

  • Tino Eisbrenner (Musiker, Lyriker) Friedensgesellschaft Musik statt Krieg e.V.
  • Dr. Matthias Oehme Eulenspiegel Verlag
  • Owe Schattauer (Rapper) Druschba-Global
  • Sebastian Köpcke (Graphiker)
  • Claudia Opitz (Kinderbuchautorin)
  • Marc Johne edition bodoni
  • Dr. Wolfgang Bittner (Schriftsteller)
  • Dirk Zöllner (Musiker, Autor)
  • Renate Schoof (Schriftstellerin)
  • Heiner Sylvester (Regisseur, Dokumentarfilmer)
  • Dr. Klaus Gehrcke
  • Gina Pietsch (Sängerin, Schauspielerin, Autorin)
  • Martina Würzburg (Konferenzdolmetscherin)
  • Frank Schumann (Verleger)
  • Mario Kedzierski
  • Peter Misch
  • Dr. Annekathrin Thyrolf (Humboldt Universität Berlin)
  • Christine Rädi Wieland Schiller (Diplomstaatswissenschaftler)
  • Friederike Schlegel (Theaterpädagogin, Ernst-Busch-Chor Berlin)
  • Cornelia Günther (Diplomdolmetscherin)
  • Ronny Matthes (Komponist, Pianist, Verlagsinhaber)
  • Kathrin Schülein (Theaterleiterin)
  • Claudia Stauß (Bühnenmeisterin)
  • Henry Marek
  • Dr. Eva Ruppert Bad Homburg v.d.H.
  • Meigl Hoffmann (Kabarettist)
  • Volker Külow (Politiker)

IPPNW: Im Sturm den Friedenskurs halten, Hamburger Erklärung

Prolog zur Hamburger IPPNW-Erklärung

Düstere Zeiten. Sind wir schon im dritten Weltkrieg? Mag sein. Schlimm genug, der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat einen Krieg entfacht. Menschen finden den Tod. Menschen werden schwer verletzt. Städte und Dörfer werden schwer beschädigt. Wer es wissen will, kann erfahren, dass dieser Krieg nicht erst am 24. Februar 2022 begann. Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte. So auch dieser. Im Grunde genommen begann er mit dem vom Westen – hauptsächlich den USA – unterstützten Maidan-Putsch 2014. Aber auch schon davor lassen sich Anzeichen entdecken, dass sich da etwas Unheilvolles zusammenbraute. Darauf soll hier jetzt nicht eingegangen werden. Das lässt sich anderswo lesen.

Dieser Krieg aber läuft nun. Anscheinend unaufhaltbar weiter und weiter. Ich frage mich nun täglich, warum von keiner Initiative zu hören und zu lesen ist, die sich das Ziel gesetzt hat zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Was gewiss nicht einfach ist. Aber versucht muss es doch werden!

Wie sagte Helmut Schmidt einst so richtig: »Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen«

Und wäre nicht Deutschland angesichts seiner auf ihm lastenden Geschichte mit Verantwortung scher an zwei Weltkriegen nicht prädestiniert diese Vermittlerrolle zu übernehmen? Selbstverständlich!

Was aber riechen wir stattdessen: 1914!

Weil eben das Gegenteil geschieht. Da wird einseitig auf Russland eingeschlagen, nahezu alle noch vorhandenen Brücken zwischen unseren beiden Nationen abgebrochen, und die Ukraine soll mit schweren Waffen ausgerüstet werden? Wir haben zum Unglück eine (grüne! [sic!]) Außenministerin, die von einem Journalisten kürzlich als „Handgranate ohne Splint“ bezeichnet worden war. Das trifft es! Eine Politikerin, die offenbar keine Ahnung von Diplomatie hat und noch dazu jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lässt.

Die seinerzeit wegweisende Ost- und Entspannungspolitik der Regierung Brandt wird verdammt und zum Fehler erklärt. Von politischen Schwergewichten wie Brandt, Schmidt und anderen – ja selbst Kohl muss hier mit benannt werden – ist weit und breit keine Sicht mehr. Was nicht nur für Deutschland sondern traurigerweise für die gesamte EU gilt. Alle agieren quasi als Kolonien der USA. Und anscheinend kriegsgeile Politiker würden, hat man den Eindruck, eher heute als morgen gen Moskau ausrücken lassen – denn selbst wären sie wohl zu feige dazu an die Front zu ziehen.

Von der unsäglichen Presse, die augenscheinlich von jeglicher Geschichtskenntnis ungetrübt gegen Russland hetzt und Russland nicht nur in jeder Hinsicht einseitig sich dabei hauptsächlich ukrainischer Propaganda bedienend, niederschreibt und diffamiert, ganz zu schweigen. Sie agiert gleich wie in der Corona-Krise als Antreiber der Politik. Pazifisten und Friedensbewegten wird die Pest an den Hals gewünscht. Gleichgerichtet im Grunde sind unsere Medien. Um das böse andere Wort nicht zu gebrauchen. Aus eigenem Antrieb gleichgerichtet, wie zu vermuten steht. Was m.E. viel schlimmer ist, als wären sie von irgendwem dazu gezwungen. Diejenigen, die kriegsgeil den Stift erheben, sind offenbar „Haltungsjournalisten“, wie man das heute nennt. Aus gut bestalltem Haushalten stammend. Wer sonst kann es sich heute noch leisten, Journalist zu werden? Und gewiss hier und grün angehaucht.

Neulich bezeichnete Jürgen Todenhöfer die Grünen auf einer Demonstration m.E. zu Recht als Kriegspartei.

Was also machen? Wir müssen wieder auf einen Friedenskurs einschwenken! Dazu gibt es keine Alternative.

FLYING COLUMN des Dortmunder Künstlers Leo Lebendig, darin die Friedensbotschaft. Foto: C. Stille

Die IPPNW (Die Organisation IPPNW (Abkürzung für International Physicians for the Prevention of Nuclear War; Name der deutschen Sektion IPPNW Deutschland – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.) ist ein internationaler Zusammenschluss von Human-, Tier- und Zahnärzten, die sich unter anderem vor allem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzt.) hat diesbezüglich zum Jahreskongress 2022 eine „Hamburger Erklärung“ abgegeben

Claus Stille

IPPNW-Pressemitteilung vom 02.05.2022

Im Sturm den Friedenskurs halten, Hamburger Erklärung

Friedensnobelpreisträger-Organisation IPPNW verabschiedet Resolution zum Jahreskongress 2022

02.05.2022 Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) forderte die Bundesregierung am Wochenende bei ihrem Jahreskongress in Hamburg dazu auf, die Anstrengungen für eine Waffenruhe in der Ukraine ins Zentrum des politischen Handelns zu stellen. Anstatt Waffen zu liefern und aufzurüsten, müssten diplomatische Wege für einen Waffenstillstand, Friedensverhandlungen und perspektivisch eine neue pan-europäische Sicherheitsarchitektur geschaffen werden. „Der russischen Regierung Brücken zu bauen, bedeutet kein Einverständnis mit ihrem Tun. Wir müssen vielmehr einen Ausweg aus einer Situation finden, die sonst eine europäische, wenn nicht gar eine globale atomare Eskalation zur Folge haben könnte“, hieß es in der verabschiedeten Resolution.

„Es ist schwer auszuhalten, dass sich noch kein Verhandlungsdurchbruch abzeichnet. Aber eines ist klar: In einen globalen Rüstungswettlauf einzutreten, manövriert uns in eine Eskalationsspirale, die für die Welt in einen Atomkrieg enden könnte. Aufrüstung schafft keinen nachhaltigen Frieden, sondern bindet finanzielle Ressourcen, die wir nicht bezahlen können und intellektuelle Ressourcen, die wir an anderer Stelle benötigen. Der Kampf gegen den Klimawandel müsste als verloren abgeschrieben werden. Deshalb müssen wir eine andere Lösung finden. Das ist nicht naiv. Es ist einfach ohne Alternative“, unterstreicht der IPPNW-Vorsitzende Dr. med. Lars Pohlmeier.
 
In diesem Sinne forderten die Mediziner*innen auf Ihrem Jahreskongress einen sofortigen Verzicht der NATO und Russlands auf einen Erstschlag von Atomwaffen sowie einen Waffenstillstand und Verhandlungen über den Status der Ostukraine und der Krim. Um einen Atomkrieg zu verhindern sei internationale Diplomatie und sofortige Deeskalation die einzige Option. Auch diplomatische und zivilgesellschaftliche Kontakte auf allen Ebenen müssten erhalten bleiben, um Lösungen im Sinne der Friedenslogik, Konfliktanalyse und zivile Konfliktbearbeitung zu ermöglichen.
 
In der Resolution heißt es abschließend: „Der Krieg in Europa ist eine Mahnung, an unsere eigenen internationalen Wurzeln zu denken. Wir sind im Kern zuallererst eine internationale Friedensorganisation, die blockübergreifend für die Verhütung eines Atomkrieges arbeitet. Wir streiten gemeinsam dafür, angesichts der unvorstellbar grausamen humanitären Folgen eines möglichen Atomwaffeneinsatzes deren Einsatz zu verhindern. Weiterhin gilt: Dies ist nur durch die kontrollierte Abschaffung aller Atomwaffen zu erreichen.“

Hier finden Sie die gesamte Resolution: www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Resolution_Im_Sturm_den_Friedenskurs_halten.pdf

Quelle: Pressemitteilung IPPNW

Epilog

Arno Luik schreibt in seinem Beitrag „Der 27. Februar 2022, oder: Ich kenne keine Parteien mehr“ auf dem NachDenkSeiten vom 3. Mai 2022:

„Und so blicke ich heute auf die Welt, wie vor einigen Jahren der alte und weise Historiker Eric Hobsbawm im Gespräch mit mir sie ausmalte“:

Alles ist möglich. Inflation, Deflation, Hyperinflation. Wie reagieren die Menschen, wenn alle Sicherheiten verschwinden, sie aus ihrem Leben hinausgeworfen, ihre Lebensentwürfe brutal zerstört werden? Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns – ich kann das nicht ausschließen – auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde.“

Da fällt mir jetzt – ca. 3000 von einem offenbar irre gewordenen Deutschland ein, dass das äußerst interessante und wichtige Buch „Das Zeitalter der Extreme“ – bislang noch nicht einmal halb gelesen – zuhause in Griffnähe meines Schreibtisches liegt! Ich muss es unbedingt weiterlesen. Wenn ich nämlich Pech habe, dann lebe ich bald in der von Eric Hobsbawm ausgemalten Welt. In der Vorzeit sind wir ja schon mittendrin. Wie lautet ein Fluch der Chinesen: „Mögest du in interessanten Zeiten leben.“ Nun haben wir den Salat …

Hier das Interview, das Arno Luik einst für den Stern mit dem weisen Historiker Eric Hobsbawm in London führte.

Claus Stille

Anbei:

Susann Witt-Stahl im Gespräch.

Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz. Petition kann jetzt jede und jeder unterzeichnen!

28 Intellektuelle und KünstlerInnen schreiben einen Offenen Brief an Kanzler Scholz. Sie befürworten seine Besonnenheit und warnen vor einem 3. Weltkrieg. Der vollständige Brief hier. Ebenso die Gesamtliste der ErstunterzeichnerInnen. Ab sofort kann jede und jeder unterzeichnen!
 

29. April 2022

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

wir begrüßen, dass Sie bisher so genau die Risiken bedacht hatten: das Risiko der Ausbreitung des Krieges innerhalb der Ukraine; das Risiko einer Ausweitung auf ganz Europa; ja, das Risiko eines 3. Weltkrieges. Wir hoffen darum, dass Sie sich auf Ihre ursprüngliche Position besinnen und nicht, weder direkt noch indirekt, weitere schwere Waffen an die Ukraine liefern. Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich, alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können.

Wir teilen das Urteil über die russische Aggression als Bruch der Grundnorm des Völkerrechts. Wir teilen auch die Überzeugung, dass es eine prinzipielle politisch-moralische Pflicht gibt, vor aggressiver Gewalt nicht ohne Gegenwehr zurückzuweichen. Doch alles, was sich daraus ableiten lässt, hat Grenzen in anderen Geboten der politischen Ethik.

Zwei solche Grenzlinien sind nach unserer Überzeugung jetzt erreicht: Erstens das kategorische Verbot, ein manifestes Risiko der Eskalation dieses Krieges zu einem atomaren Konflikt in Kauf zu nehmen. Die Lieferung großer Mengen schwerer Waffen allerdings könnte Deutschland selbst zur Kriegspartei machen. Und ein russischer Gegenschlag könnte so dann den Beistandsfall nach dem NATO-Vertrag und damit die unmittelbare Gefahr eines Weltkriegs auslösen. Die zweite Grenzlinie ist das Maß an Zerstörung und menschlichem Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung. Selbst der berechtigte Widerstand gegen einen Aggressor steht dazu irgendwann in einem unerträglichen Missverhältnis.

Wir warnen vor einem zweifachen Irrtum: Zum einen, dass die Verantwortung für die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Konflikt allein den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern. Und zum andern, dass die Entscheidung über die moralische Verantwortbarkeit der weiteren „Kosten“ an Menschenleben unter der ukrainischen Zivilbevölkerung ausschließlich in die Zuständigkeit ihrer Regierung falle. Moralisch verbindliche Normen sind universaler Natur.

Die unter Druck stattfindende eskalierende Aufrüstung könnte der Beginn einer weltweiten Rüstungsspirale mit katastrophalen Konsequenzen sein, nicht zuletzt auch für die globale Gesundheit und den Klimawandel. Es gilt, bei allen Unterschieden, einen weltweiten Frieden anzustreben. Der europäische Ansatz der gemeinsamen Vielfalt ist hierfür ein Vorbild.

Wir sind, sehr verehrter Herr Bundeskanzler, überzeugt, dass gerade der Regierungschef von Deutschland entscheidend zu einer Lösung beitragen kann, die auch vor dem Urteil der Geschichte Bestand hat. Nicht nur mit Blick auf unsere heutige (Wirtschafts)Macht, sondern auch in Anbetracht unserer historischen Verantwortung – und in der Hoffnung auf eine gemeinsame friedliche Zukunft.

Wir hoffen und zählen auf Sie!
Hochachtungsvoll
 

DIE ERSTUNTERZEICHNERiNNEN

Andreas Dresen, Filmemacher
Lars Eidinger, Schauspieler
Dr. Svenja Flaßpöhler, Philosophin
Prof. Dr. Elisa Hoven, Strafrechtlerin
Alexander Kluge, Intellektueller
Heinz Mack, Bildhauer
Gisela Marx, Filmproduzentin
Prof. Dr. Reinhard Merkel, Strafrechtler und Rechtsphilosoph
Prof. Dr. Wolfgang Merkel, Politikwissenschaftler
Reinhard Mey, Musiker
Dieter Nuhr, Kabarettist
Gerhard Polt, Kabarettist
Helke Sander, Filmemacherin
HA Schult, Künstler
Alice Schwarzer, Journalistin
Robert Seethaler, Schriftsteller
Edgar Selge, Schauspieler
Antje Vollmer, Theologin und grüne Politikerin
Franziska Walser, Schauspielerin
Martin Walser, Schriftsteller
Prof. Dr. Peter Weibel, Kunst- und Medientheoretiker
Christoph, Karl und Michael Well, Musiker
Prof. Dr. Harald Welzer, Sozialpsychologe
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist
Juli Zeh, Schriftstellerin
Prof. Dr. Siegfried Zielinski, Medientheoretiker

Wer den offenen Brief ebenfalls unterzeichnen möchte,
bitte ab sofort auf Change.org

WEITERE UNTERZEICHNERiNNEN

Renate Schmidt, SPD-Bundesministerin.a.D.
Hasso von Henninges, Künstler 
Katja Lange-Müller, Schriftstellerin
Katharina Fritsch, Künstlerin
Prof. Klaus Staeck, Grafiker, Heidelberg
Anna Maria Mühe, Schauspielerin
Moritz Netenjakob, Kabarettist
Prof. Yuji Takeoka, Künstler 
Dilek Zaptcioglu, Historikerin und Schriftstellerin
Prof. Dr. Günter H. Seidler, Psychotraumatologe
Oliver Schnare, Angestellter
Brigitte Kamps-Kosfeld, Sozialwissenschaftlerin
Heide Schnitzer, Reutlingen
Axel Beck, Petershagen
Prof. Dr. Anne-Gret Luzens, Mathematikerin (im Ruhestand)
Günter Luzens, Dipl.-Ing. (im Ruhestand)
Katharina Rinn, Human. Mother. Civil Engineer. Yogini. Tattooista. Gießen
Manfred Prantner, MAS, Wirtschafts-, Trauma- und Medienpädagoge, Landeck/Österreich
Dagmar Priepke, Frankfurt/Main
Andrea Köhrer
Barbara Gorel
Sonja Schönherr
Volker Groß, Hamburg
Corinna Behrens, Verwaltungsbetriebswirtin, Autorin, München
Mathias Liebig
Richard Wichmann, Studiendirektor a.D., Wallenhorst
Claudia Bittkowski
Klaus Keller, ehem. Krankenpfleger und Zeitsoldat, Gelnhausen
Dagmar Willhalm, Selbstständige
Silke Hillebrecht
Dieter Tackmann, Pensionär, Schwerin
Siegfried Niemeyer, Sonderschullehrer a.D., Osnabrück
Bettina Flitner, Fotografin
Angelika Mallmann, EMMA-Redakteurin
Margitta Hösel, EMMA-Redakteurin
Anett Keller, EMMA-Verlagsleiterin
Chantal Louis, EMMA-Redakteurin
Annika Ross, EMMA-Redakteurin
Valerie Jacob, Köln
Dr. Franz Schötz
Albrecht Hahn, Kleinmachnow
Klaus Maisch, Ettlingen
Doris Dauber
Ralf Schönwald, Zossen
Oliver Tabillion
Annegret Soltau, Bildende Künstlerin
Daniel Berger, Historiker
Karl-Heinz Deubner, Techniker
Stefanie Tyrach 
Dr. Jörg Tyrach
Artur Born
Ralf Wirtz, EWI Erftland
Uwe Weller
Monika Baumann
Rupert Wille, Harsum
Thomas Sonntag, Kaarst 
Annette Brückner
Martin Dörnhöfer 
Axel Reinert, Angestellter
Benjamin Mayr, Rain am Lech
Fred Eric Schmitt, Journalist, Überherrn
Jessica Franck 
Monika Anna Seeckts, Berlin, Rentnerin
Katja Fischer, Ärztin
Tilo und Inka Voigt
Katja Rebner
Heinz-Bernd Dannhüser, Beamter
Kerstin Knuth-Foltyn
Susanne Harbach
Prof.em.Dr.Dr.h.c. Hans-Peter Schwarz, Kunsthistoriker
Gertrud Peters, Kuratorin
Dr. Andrea Gleiniger, Architekturhistorikerin und Autorin
Ina Kohnle
Iris Zyngier
Peter Goebel, Bickenbach
Bernhard Alberts, Wiesbaden 
Dr. Alexander Grau, Publizist, Journalist, Philosoph
Hiltrud Hamer
Daniela Schlarb
Thomas Härtel, Arzt
Ulrike Schaller-Scholz-Koenen, Sozialarbeiterin, Kunsttherapeutin, Bildende Künstlerin
Margit Reiner, Dipl.-Ing. Techn. Umweltschutz
Dr. Joachim Langstein, Bayreuth
Peter Krieger, Künster
Jürgen Weiß, Zwickau
Claudia Thirolf, Lehrerin a.D., Pädagogin, Lübeck
Ulrich Knak
Maria Rasche, Berlin
Renate Habeck, besorgte Bürgerin, geb. 1959
Frank Fuchs, Friedrichshafen
Harry Karpfinger
Gerd Bauz
Florian Mayr, Trostberg
Andreas Eichhorn
Ursula Morgenstern, Magdeburg
Matthias Keilwerth
Jan Heitmann, Dudeistischer Priester
Heike Orthen
Kalle Witzel, OStR im Ruhestand
Volker Gericke
Dorothea Kraus
Sven Respondek (Dj Spikee), Künstler
Griseldis Wilsdorf, Ärztin
Marco Böse, Techn. Angestellter Forschung und Entwicklung
Stephanie Frfr. von Liebenstein, freie Wissenschaftlerin
Bärbel Hirsschmann, Graal-Müritz, Rentnerin
Katrin Klincker-Kroth
Klaus und Marlies Thormann, Rentner
Ulrike Kraus, Rudolstadt
Matthias Lessig, Frankfurt am Main
Annett Markert, Niedernberg
Prof. Dr. Ingo Juchler, Politikwissenschaftler
Elke Fasler, Zittau

WEITERE UNTERZEICHNERiNNEN

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https://www.change.org/p/offener-brief-an-bundeskanzler-scholz

Quelle: EMMA

Petition: Die Waffen nieder! Friedenslogik statt Kriegslogik!

Als deutsche Reaktion auf den Krieg in der Ukraine hat die Bundesregierung eine kriegsorientierte Umkehr vorgeschlagen. Das Rüstungsforschungsinstitut SIPRI hält dazu fest: „Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (…) beendete innerhalb einer halben Stunde die jahrzehntelange politische Zurückhaltung und leitete eine neue Ära der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik ein. (…) Sollte Scholz‘ Vorschlag umgesetzt werden, würde dies den größten absoluten Anstieg der deutschen Militärausgaben seit mindestens dem Zweiten Weltkrieg bedeuten.“[1]

Im Raum stehen Milliarden für die internationale und deutsche Waffenindustrie. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liefern das Wissen und die Technik. Wir brauchen jetzt eine Festlegung der Selbstverwaltung von Wissenschaft und Forschung auf Friedensförderung. Denn unsere Forschung zeigt auch, dass Aufrüstung jedes Ringen um die Minderung der Folgen der Vielfachkrise, insbesondere des Klimas konterkariert: Waffenproduktion verschwendet wertvolle Ressourcen, die für die globale Energiewende benötigt werden; das Militär ist einer der größten Schadstoffemittenten; Waffeneinsätze verseuchen die Umwelt unwiederbringlich, auch in Friedenszeiten; Aufrüstung und Krieg verschärfen den Hunger in der Welt.

  • Wir brauchen jetzt eine gesellschaftliche Debatte, wie wir in Deutschland zum Ende des Krieges in der Ukraine beitragen können, statt ihn zu verlängern.
  • Wir brauchen eine Debatte und konkrete Entscheidungen, wie ein friedliches Europa nach dem Krieg aussehen kann – mit den Menschen aus der Ukraine, aus Russland und dem Rest der Welt.
  • Wir brauchen eine Debatte, wie wir aus der militaristischen Spirale von Konfrontation und Konkurrenz herauskommen.
  • Wir brauchen konkrete Entscheidungen und politisches Handeln, um Kooperation und gerechte Ressourcenverteilung für alle zu erreichen.

Diese Überlegungen spielen bisher keine Rolle für das Regierungshandeln. Grund genug für uns als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unser aller Recht auf öffentliche Debatte und Mitbestimmung einzufordern. Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben an Lösungen für diese Probleme gearbeitet. Lösungen sind da. Es wird Zeit, sie umzusetzen. Diese Petition ist ein erster Schritt. Wir bauen auf Ihre Unterstützung und Ihre Stimme.

Jetzt die Petition unterschreiben

Wir bitten den Bundestag zu beschließen:

1)     Die Kürzung des Rüstungsetats und die Verwendung dieser Ressourcen für die Energiewende hin zu den erneuerbaren Energien und für nachhaltige Entwicklung auch im sozialen Bereich.

2)     Keine Grundgesetzänderung, weder zur Schaffung des Sondervermögens von 100 Mrd. Euro für Aufrüstung noch zu einer Verpflichtung dazu.

3)     Direkte Beteiligung der Zivilgesellschaft bei Fragen der Friedens- und Sicherheitspolitik.

Begründung

Die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative „Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit“ (NatWiss) verurteilt den Angriff Russlands gegen die Ukraine, der nicht zu rechtfertigen ist und die Regeln des Völkerrechts verletzt, mit unabsehbaren Opfern und Schäden. Gleichzeitig vergessen wir nicht, dass im Vorfeld des Krieges Warnungen und Vorschläge ignoriert, Prinzipien von Kriegsvermeidung und Friedenssicherung missachtet wurden. Das Wissen über Kriegsursachen und Friedenslösungen muss genutzt werden, um die Kriegshandlungen zu beenden und weitere Eskalationsspiralen zu vermeiden. Daher setzen wir uns für Frieden ein und gegen jeden Militarismus!

In diesem Krieg drohen alle zu verlieren, egal wer sich auf den Trümmern und Gräbern zum „Sieger“ erklärt. Hauptopfer sind die Menschen in der Ukraine, die Toten, Verwundeten und Flüchtenden. Die Folgen treffen auch die Bevölkerung Russlands und Menschen in der ganzen Welt. Es verliert das Völkerrecht, die europäische Friedensordnung und die Zivilgesellschaft. Die Schäden und Kosten des Krieges zerstören die Bedingungen für nachhaltigen Frieden und die Lösung globaler Probleme: Armut und Hunger, Vertreibung und Flucht, Umweltzerstörung und Klimawandel. Ein Atomkrieg wäre das Ende der Menschheit: No Future!

Opfer ist auch die Wahrheit. Kriegspropaganda dominiert auf allen Seiten. Die überhitzte Echokammer der Kriegsempörung löscht früheres Wissen, das für die Zukunft gebraucht wird. Kaum gefragt wird, wie es zur Katastrophe kam, wer über Jahrzehnte die Eskalationsspirale angetrieben hat. Ist es bloß der zum Dämon erklärte Putin oder auch die NATO, die nach dem Sieg im Kalten Krieg über alle Grenzen expandierte, bis zur Schwelle des Krieges? Wer Frieden mit Aufrüstung und Militärinterventionen untergraben und selbst das Völkerrecht gebrochen hat, ist ein schlechter Ratgeber für friedliche Lösungen. Getrieben durch die am Krieg verdienende Rüstungsindustrie drängen diese Kräfte schon lange auf eine „Zeitenwende“ geopolitischer Machtkämpfe und eine weitere Aufrüstung der NATO, wodurch die Welt unsicherer wird. Mit Kriegsbeginn verdoppelte die Bundesregierung die in den letzten Jahren stark gestiegenen Militärausgaben und übertrifft nun alleine schon die Russlands vor dem Krieg. Rüstung mit noch mehr Rüstung zu bekämpfen ist so wenig zukunftsfähig wie dem Klimawandel mit Klimaanlagen zu begegnen.

Gegen das Vergessen ist es die Pflicht der Wissenschaft, das Wissen über Krieg und Frieden für die Beendigung des Ukraine-Krieges und die Verhinderung weiterer Kriege zu aktivieren:

1. Wir sagen Nein zu Wirtschaftskriegen, Waffenlieferungen oder Militäraktionen, die die Eskalationsspirale vor und in diesem Krieg angeheizt haben, und lehnen Sanktionen ab, die die Bevölkerung weltweit treffen.

2. Wir unterstützen humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Opfer von Gewalt, ebenso den Ausbau der Verbindungen zur Zivilgesellschaft und Friedensbewegung in Russland und der Ukraine, um Bewegungen zur Beendigung des Krieges zu mobilisieren.

3. Den Versuchen, einen totalen Krieg in allen Bereichen der Gesellschaft zu forcieren und autoritäre Strukturen von Militarismus, Kriegsgehorsam und Denkverboten zu unterstützen, stellen wir die Zivilgesellschaft und ihre zivilen Prinzipien für menschliches Zusammenleben und Konfliktlösung entgegen.

4. Auf die Anklagebank gehören die zum Krieg drängenden Kräfte, nicht die Friedenskräfte, die seit Bertha von Suttner „Die Waffen nieder!“ rufen und vor Krieg warnen, dringlicher denn je.

5. Die Kriegslogik gegeneinander muss ersetzt werden durch die Friedenslogik miteinander: Deeskalation, Diplomatie, sofortige Einstellung der Kriegshandlungen, Rückzug der Waffen, Verhandlung und Vermittlung zwischen den Konfliktparteien, Schutz und Stärkung des Völkerrechts, Schaffung einer europäischen und globalen Friedensarchitektur unter Einschluss Russlands und Chinas.

6. Statt einer Zeitenwende für Aufrüstung und Krieg braucht die Welt eine Zeitenwende für Abrüstung und Frieden, für gemeinsame Sicherheit im Haus Europa, für Nachhaltigkeit und die Lösung der globalen Probleme auf unserem Planeten.

Jetzt die Petition unterschreiben

Quelle: NaturwissenschaftlerInnen Initiative


„INSIDE CORONA“ von Thomas Röper. Rezension

Corona, resp. das Virus Covid-19 hat uns mittlerweile schon über zwei Jahre im Griff. Genau genommen ist es nicht das Virus selbst das uns in eine mehr oder weniger schwer Krise gestürzt hat, sondern der Umgang des Staates und seiner Behörden damit, die – vielleicht guten Willens – vorgeben, damit unsere Gesundheit zu schützen. Teils irrwitzige – sich von Bundesland zu Bundesland – oft unterschieden habenden Corona-Maßnahmen – haben das Leben der Menschen und sogar ihre Freiheit (Grundgesetzartikel wurden gar ausgesetzt ohne zunächst zu untersuchen ob angemessene Gründe dafür vorlagen!) eingeschränkt. Der Jurist und Journalist Heribert Prantl hat seine Bedenken dazu mehrfach geäußert. Zum Beispiel zum Corona-Urteil in der Berliner Zeitung: „Ich bin ungläubig, empört, zornig!“

Mittlerweile sind manche Einschränkungen wieder gefallen. Und sogar in manchen Medien gibt es Kritik und Berichte über Impfschäden. Die allgemeine Impflicht hat der Deutsche Bundestag abgelehnt. Sollte uns das hoffungsfroh stimmen? Vorsichtig hoffungsvoll, würde ich sagen. Wir sollten dennoch wachsam bleiben …

Unsichtbare Vorbereitungen ans Licht gebracht

Wer sich genauer mit der Pandemie befasst hat, wird festgestellt haben, dass sich Verhaltensmaßnahmen gegen Corona und Impfkampagnen nahezu weltweit frappierend gleichen. All das wirkt orchestriert. Auch die Angstmache. So etwas wird nicht von jetzt auf gleich ins Werk gesetzt. Wurde die Pandemie also möglicherweise von langer Hand vorbereitet? Wer so etwas auch nur leise denkt wird sogleich der Vorwurf „Verschwörungstheorie“ entgegengeschleudert und als „Schwurbler“ tituliert werden. Liest man allerdings das bei Westend erschienene Buch „Chronik einer angekündigten Krise. Wie ein Virus die Welt verändern konnte“  von Paul Schreyer, macht man sich schon seine Gedanken. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und seiner teils äußerst fragwürdigen Bekämpfung werden weltweit immer sichtbarer. Thomas Röper, der Autor des hier zu besprechenden Buches, hat diese weitgehend unsichtbar gebliebenen Vorbereitungen für die Pandemie ans Licht gebracht.

Thomas Röper hat umfangreich und akribisch recherchiert

Wer steckt also hinter möglichen Planungen und welche Netzwerke und Personen sind involviert?

Dazu hat Thomas Röper dankenswerterweise umfangreiche Recherchen angestellt. Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt seit 15 Jahren in Russland und betreibt die Seite www.anti-spiegel.ru. Diese Seite ist stets äußerst interessant und bildet m. E. ein wichtiges Korrektiv zur einseitigen propagandistischen und antirussischen Berichterstattung westlicher, vorwiegend deutscher Medien. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Kürzlich war Röper auch als Kriegsreporter mit der russischen Armee in Gebieten des Donbass in der Südukraine unterwegs. Deutschen Medien gilt Thomas Röper als putinfreundlicher Schreiber, ja quasi als dessen Puppe. Röper hat es längst aufgegeben, wie er letztens in einem Interview sagte, sich gegenüber den ihn diffamierenden deutschen Medien zu rechtfertigen. Seine Texte seien stets ordentlich recherchiert. Fehler solle man ihm nachweisen, dann sei er selbstverständlich bereit diese zu korrigieren.

Follow the Money

Für seine Recherche für das Buch „Inside Corona“ hat Röper ein enorm weitverzweigtes Netz von Stiftungen, Think Tanks, NGOs, Pharmaunternehmen, Regierungsmitarbeitern und -beratern und privaten Personen durchforstet. Und dabei herausgefunden, dass sich so manche Personen untereinander kennen bzw. zumindest schon einmal über den Weg gelaufen sind. Dass sie mal in großen Konzernen oder NGOs tätig waren und dann wieder auch in der Politik arbeiteten. Geldflüssen wurde akribisch nachgegangen. Wie heißt es doch so schön: „Follow the Money“. Röper weist nach, dass bestimmte Geldflüsse durchaus auf den Internetseiten der Firmen, Konzerne, NGOs und anderswo zu finden sind. Allerdings, so Röper, brächten diese Informationen einzeln nichts, sondern ergäben erst einen Sinn und sozusagen Aha-Effekte, wenn man diese Daten miteinander verknüpfe und so ein großes Bild entstehe, aus dem Schlüsse gezogen werden könnten.

Bill Gates (zu dem oft bestimmte Fäden hinführten) und andere sich als „Philanthropen“ begreifende Schwerreiche schöben nicht selten mit vergleichsweise geringen Summen bestimmte Projekte an und brächten dann Staaten dazu, den Hauptanteil dieser Programme zu finanzieren. Pfiffig dabei: die eingesetzten Mittel flössen schließlich wieder den von Gates dominierten NGOs zu, sowie bei wirtschaftlichen Umsetzungen wiederum an Unternehmen, an deren Gewinn Gates beteiligt ist.

Dank Mr. X konnte eine Recherche betrieben werden, die ohne dessen Programm womöglich Jahre in Anspruch genommen hätte

Händisch und allein all diese vorliegenden Informationen zusammenzutragen, sagte Röper, wäre vermutlich unmöglich gewesen oder hätten Jahre gebraucht. Da kam ihn jemand zu passe, welchen er als „Mr. X“ bezeichnet, weil der IT-Spezialist anonym bleiben will. „Mr. X“ hat ein Programm geschrieben, mit welchem das alles viel schneller geht.

Da wird es einen beim Lesen bisweilen schon einmal schwummerig. Diese ganzen Namen, Zahlen, Querverbindungen und Organisationen etc. Da muss man schon hier und da einmal schlucken. Manchmal eine Pause einlegen. Doch das Weiterlesen bringt Gewinn: Und unsereiner macht sich hier und da schon seine Gedanken. Das ist gut so. Manch Leserin, manch Leser, wird vielleicht auf den Trichter kommen, man werde in diesem System stetig hinter die Fichte geführt. Was wäre wohl los, wenn das allen Menschen offen vor Augen läge? In der Corona-Krise, dürfte es so manchen Leser schwanen, da geht es nicht vorrangig um Gesundheit, sondern um Kohle aus der noch mehr Kohle gemacht werden soll. Und vermutlich auch die Disziplinierung und Überwachung von Menschen weltweit. So menschenfreundlich ist dieses System und erst recht „Philanthropen“ wie Bill Gates eben keinesfalls. Wer das womöglich vor der Lektüre des Buches von Röper etwa glaubte, muss schlicht naiv genannt werden.

Diese Spinnennetz erschreckend groß und somit gefährlich. Was wohl allein für Steuergeld weltweit darin verschwindet? Und eine Frage sei erlaubt: Wer regiert uns? Unsere Regierungen allein?

Unbedingte Leseempfehlung! Sehen sich auch das beigegebene Interview an, welches Dirk Pohlmann mit Thomas Röper zu dessen Buch „INSIDE CORONA“ geführt hat. Oder das Interview, das Auf1 mit Röper geführt hat.

Der Verlag zum Buch

Die wahren Ziele hinter Covid-19

Im Frühjahr 2021 meldete sich ein IT-Spezialist, der anonym bleiben möchte und den wir daher nur „Mr. X“ nennen, bei dem Autor Thomas Röper, der schon viel über die Macht von Stiftungen und NGOs geforscht hat. Mr. X war auf ein gewaltiges Netzwerk gestoßen, das hinter Covid-19 steckt. Dazu hat Mr. X Programme genutzt, die auch von Behörden, wie der Polizei und Geheimdiensten zur Analyse großer Datenmengen benutzt werden.

Es gibt bereits viele gute Bücher darüber, dass die Pandemie möglicherweise von langer Hand vorbereitet wurde. Da deren Autoren jedoch nicht über den Datensatz von Mr. X verfügen, konnten sie nur Teilaspekte der Vorbereitung beleuchten. Dieses Buch zeigt das ganze Bild.

Aus den Daten geht hervor, dass die Pandemie in mehreren Phasen vorbereitet wurde, wobei die aktive Vorbereitungsphase etwa 2016/2017 begann. Von da an sind die Organisatoren, die sich mit der Vorbereitung auf eine (damals als „möglich“ bezeichnete) Pandemie befasst haben, aktiv geworden und haben viel Geld ausgegeben, um Konferenzen zu organisieren, ihre eigenen Leute als Berater an Schlüsselpositionen bei Regierungen zu platzieren und noch einiges mehr.

Und eben diese Organisatoren verdienen seit Beginn der Pandemie hunderte Milliarden Dollar an Impfstoffen, Testsystemen und anderen „Attributen“ der Pandemie. Kann das Zufall sein?

Darüber hinaus zeigen die Daten auch, welche übergeordneten Ziele diese Organisatoren verfolgen und wie die Pandemie ihnen den Weg zur Erreichung dieser Ziele ebnet.

Das klang auch für Röper verrückt, aber die Daten von Mr. X haben ihn eines Besseren belehrt. In diesem Buch hat Röper diese These mit fast 500 Originalquellen der Organisatoren der Pandemie belegt – überprüfen Sie es selbst!

Zu welchem Schluss kommen Sie nach der Lektüre dieses Buches?

Thomas Röper

INSIDE CORONA Die Pandemie, das Netzwerk & die Hintermänner

J.K. Fischer Verlag

21,99 EUR /E-Book: 18,99 EUR

Zum Autor

Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt seit 15 Jahren in Russland und betreibt die Seite www.anti-spiegel.ru. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Ukraine: Die lange Geschichte einer Zerstörung. Mark Bartalmai im Gespräch mit Tom J. Wellbrock

Dieser Tage ist die Ukraine wieder einmal mehr in aller Munde. Durch den völkerrechtswidrigen Krieg Russlands in der Ukraine. Leider wissen viele Menschen nicht oder nicht mehr, dass dieser Krieg eine Vorgeschichte hat. Dass dies so ist muss auch den Medien vorgehalten werden. Es wird auch nichts dafür getan, dass der Vorhang, welcher diese ganz und gar nicht unwichtige Vorgeschichte verdeckt, aufgezogen wird.

Am 14. August 2015 schrieb ich hier auf meinem Blog folgenden, so beginnenden Bericht: „Über den Krieg in der Ukraine hören und sehen wir derzeit so gut wie nichts. Doch nichts ist dort gut. Davon kann ausgegangen werden. Und als wir noch über die Maßen vom Krieg in der Ukraine hörten war auch nichts gut. In der Ukraine nicht. Und erst recht was die Berichterstattung unserer Medien angelangt. Nicht ohne Grund ist diesen Medien, der Presse der Vorwurf der Einseitigkeit in in Sachen Berichterstattung über die Vorgänge in der Ukraine gemacht worden. Den Westen und die Ukraine, die neuen Machthaber in Kiew nach dem Maidan-Putsch – die Guten. Die Aufständischen in der Ostukraine und Putin – die Bösen.“

Kino Zuvor hatte ich im Kölner Kino Odeon der Vorführung des beeindruckende Films „Ukrainian Agony – Der verschwiegene Krieg“ von Mark Bartalmai gesehen.

Mark Bartalmai hat später noch einen weiteren Film mit dem Titel „Frontstadt Donezk – Die unerwünschte Republik“ gedreht. Bartalmai hat ein paar Jahre in Donezk gelebt.

Einige Jahre haben wir gar nichts von Mark Bartalmai gehört.

Nun ist heute der erste Teil eines Interviews mit Bartalmai unter dem Titel „Ukraine: Die lange Geschichte einer Zerstörung“ auf You Tube erschienen. Das haben wir dem Portal wohlstandsneurotiker – der podcast und Tom J. Wellbrock zu verdanken, welcher Mark Bartalmai aufzustöbern vermochte und dazu bewegen konnte, sich interviewen zu lassen. Beiden gebührt unser Dank.

Ich empfehle das Interview ausdrücklich allen meinen Leserinnen und Lesern und bitte diese das interessante Interview weiterzuverbreiten.

Der zweite Teil des Interviews erscheint am 22. April. Ich werde es dann hier dazustellen.

Beitragsbild: Screenshot C. Stille via You Tube. Links Mark Bartalmai, rechts Tom J. Wellbrock

Hier nun der zweite Teil des Gesprächs:

„Hinter der Zukunft“ von Thomas Eisinger. Rezension

Das hier zu besprechende Buch kam sozusagen ohne mein Zutun zu mir. Es wurde mir lediglich empfohlen. Obwohl gerade in Anspruch genommen, beschäftigt, griff ich zu. Und „rief“ es zu mir. Zugeben, ich war zunächst etwas skeptisch. Den Autor kannte ich bis dato nicht. Und von dem Roman „Hinter der Zukunft“ hatte ich weder etwas gehört noch gelesen.

Ich las – verschlang es geradezu. Und habe es nicht bereut.

Als der Paketdienst das Buch lieferte war ich nicht zu Hause. Ich musste es also an einer Ausgabestelle abholen. Etwas entfernt von meiner Wohnung. Zwei U-Bahnstationen entfernt. Ein Problem! Früher war man einfach in Bus oder Bahn gestiegen – und zu seinem Ziel gefahren. Dass waren noch Zeiten! Nicht so jetzt. Die uns seit über zwei Jahren mehr oder weniger drangsalierenden Corona-Maßnahmen hatten uns in meiner Stadt Ende vergangenen Jahres nämlich beschert, dass man öffentliche Verkehrsmittel nur unter der Maßgabe der 3G-Regel benutzen durfte. Ich aber war ja weder geimpft, noch hatte ich vor, mich vor der Fahrt testen zu lassen. Doch dann stellte sich erfreulicherweise heraus, dass man zum Zeitpunkt der geplanten Abholung es Buches wieder „normal“ den ÖPNV benutzen durfte. Das momentane „neue Normal“ aber bestand weiter darauf, dass die Fahrgäste die Gesichtswindel tragen. Okay, immerhin!

Als ich das Buch – noch immer in der U-Bahn ein klammes Gefühl – als täte ich etwas Verbotenes – verspürend – abholte, war mir keineswegs klar, wie sehr das alles mit Thomas Eisingers Roman zu tun hatte!

Nach wenigen gelesenen Seiten im Buch war ich bereits von der Handlung gefesselt

Endlich packte ich den 552 Seiten schweren Roman aus. Und tauchte in ihn ein. Nur wenige Seiten genügten, um bereits von der Handlung gefesselt zu sein! Es viel mir tatsächlich nicht leicht, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Warum? Weil der Roman viel, erschreckend viel mit unser aller Situation zu tun hat, in welche man uns in Zeiten der Corona-Pandemie gebracht hat. Einer Pandemie, die nur als solche benannt werden konnte, weil 2009 die WHO die Definition dafür geändert hatte. Die Maßnahmen, welche uns Bürgerinnen und Bürgern zugemutet wurde, um das Virus Covid-19 zu bekämpfen, glichen sich frappierend nahezu weltweit. Die herrschende Politik, unterstützt durch die Medien, welche Journalismus mit Propaganda verwechselten und meist noch schärfere Maßnahmen forderten als die Regierung, tönte, das Virus wäre an allem Zumutungen schuld. Wir müssten es bekämpfen – ja: ausrotten. Wir wissen inzwischen, ein Virus kann im Grunde nicht ausgerottet werden – schließlich mutiert es und wird zumeist schließlich endemisch.

Lockdowns wurden verhängt, viele Menschen durften ihre Tätigkeiten nicht mehr ausüben. Innenstädte waren leer. Geschäfte, Kneipen und Restaurants gingen pleite und Künstler ward die Möglichkeit genommen, aufzutreten. Schuld sei das Virus. Heute müssen wird (nachdem wir wissen, das etwa Lockdowns eigentlich so gut wie gar nichts zur Bekämpfung des Virus beitragen) sagen: Dass Geschäfte in unseren Innenstädten starben und anderweitige Schäden auftraten und auftreten ist nicht dem Virus zuzuschreiben – sondern in Wirklichkeit den Corona-Maßnahmen.

Schriftsteller Thomas Eisinger war entsetzt darüber, dass einiges, was er in seinem im März 2019 angefangenen Buch für die Zukunft beschrieben hatte, direkt vor meine Augen Realität wurde

Der Buchautor Thomas Eisinger schreibt in seinem „Nachwort und Dank“ (S.547), er habe das Buch im März 2019 zu schreiben begonnen: „Die Idee entstand, nachdem ich ein Interview gehört hatte, in dem der Konflikt ‚jungen gegen alt‘ thematisiert wurde, der auf Grund der ‚Klimakrise‘ entstehen könnte. Nachdem etwa die Hälfte des Manuskriptes geschrieben war, wurde März/April 2020 der erste Lockdown verhängt. Fürs Schreiben an sich ein Glücksfall, aber: Ich war wie gelähmt. Entsetzt darüber, dass einiges, was ich für die Zukunft beschrieben hatte, direkt vor meine Augen Realität wurde: Überwachung nie gekannten Ausmaßes, extreme Spaltung der Gesellschaft, elektronische Ausweise, die Zugang ermöglichen, Armbänder, die Abstände kontrollieren.“

Und weiter: „Nach einer Schockstarre, die mehrere Wochen anhielt, realisierte ich, dass die Mechanismen hinter ‚Corona‘ und ‚Klima‘ fast identisch waren: Eine unsichtbare Gefahr (Virus bzw. CO 2) bedroht die ganze Welt, nur (wenige ausgewählte) ‚Experten‘ können Lösungen bieten, zentrale Steuerung und extreme Vereinheitlichung aller Informationen (ohne offene Diskussion oder angemessene Widerspruchsmöglichkeit), Verleumdung aller Nicht-Konformen als ‚Leugner‘ und so weiter. Diese Erkenntnis“, so Eisinger weiter, „machte es mir möglich, beide ‚Weltkrisen‘ einheitlich zu behandeln und in das große Ganze einzubetten: in die Regeln der Macht.“

Lesend gleiten wir Leser in eine bedrückende Dystopie ein

Und schon gleiten wir Leserinnen und Leser in eine bedrückende Dystopie hinein, in welcher die Menschen leben von denen dieser erstklassig geschriebene Roman erzählt, hinein. Und ich behaupte die Handlung wäre ohne die Kenntnis dessen, was uns in über zwei Jahren Pandemie widerfahren ist und angetan wurde, zwar auch spannend und lesenswert, aber würde uns nicht annähernd so erschreckend in die Glieder gefahren.

Beim Lesen überkommt uns eine Beunruhigung

Die Bilder unserer Jetzt-Zeit, der zumindest dystopisch anmutenden Corona-Krise, haben wir ja direkt vor Augen während wir in Eisingers Roman lesen. Da dürften Alarmglocken schrillen. Auch wenn vorerst gewisse Erleichterungen bezüglich der Corona-Regeln verfügt wurden.

Den Roman lesend, tauchen diese Bilder unwillkürlich vor unserem innen Auge auf. Und je mehr wir im Roman vorankommen, desto mehr befällt uns regelrecht eine Angst. Wenigstens aber eine Beunruhigung, dass das, was wir da lesen, durchaus auch uns geschehen – wahr werden – kann. Denn bedenken Sie: hatten wir, das uns in der Corona-Krise Zugemutete und Angetane in Zeiten des „alten Normal“ je für möglich gehalten? Aber es ist dennoch geschehen. Wir waren dabei! Wir haben es erlebt und erleben es weiter!

Und hat sich nicht manch einer erschrocken gewundert, wie obrigkeitshörig unkritisch brav viele unsere Mitbürger die Maßnahmen mitgetragen oder gar versucht waren, diese gegenüber anderen zu exekutieren. Längst überwunden geglaubtes Blockwart-Tum kam aus dem Verborgenen wieder hoch. Menschen wurden angeschmiert und angezeigt, wenn sie gegen Maßnahmen verstießen. Die Polizei jagte schlittenfahrende Kinder mit einem Helikopter! Mir selbst wurde von einem anderen Passanten ein Kiefernbruch angedroht, nachdem ich einmal am Ende einer Maskenpflicht-Zone meine Maske abgezogen habe!

Was hat diese Corona-Krise mit und aus Menschen gemacht? Und es ist im Grunde im Sinne der Mächtigen genial zu nennen: Ein unsichtbares Virus und die davor gemachte Angst reicht völlig aus, um Menschen zu disziplinieren und zu konditionieren! Unfassbar!

Das neue Deutschland unter harten Konditionen

Das Deutschland dieses Romans ist ziemlich deindustrialisiert, Verbrennungsmotoren sind verboten – um CO 2 zu vermeiden. Es gibt Elektrofahrzeuge. Auch im öffentlichen Nahverkehr. Allerdings fallen diese hin und wieder wegen leerer Akkumulatoren aus. Auch Straßenbahnen und Züge bleiben zuweilen stehen, weil nicht immer Strom zur Verfügung steht. Abends gibt es ein „Stromende“ Dann gehen die Lichter in den Wohnungen aus.Die Temperaturen in den Häusern dürfen nicht zu hoch sein – das müsste doch einen Joachim Gauck („Frieren für den Frieden“) in Enthusiasmus versetzen – sonst gibt es Abzug von Coints. Fleisch darf nicht zubereitet und gegessen werden. Nur einheimisches, gut haltbares Gemüse darf gegessen werden. Klimakontrolleure sind unterwegs, um zu prüfen, womöglich schon von der Straße aus „Fleischduft“ zu erschnüffeln. Es gibt harte Strafen. Das kann auch zum Abzug von Lebenszeit führen.

Auf den illegalen Erwerb von Fleisch oder Wurst drohten dem Käufer der Abzug von ein bis drei Jahren Lebensbudget. „Wer dabei ertappt wurde, bezahlte also für eine Salami den Gegenwert eines Lebensjahres in Coints.“ (S.40) Andere Verstöße führen auch zur Vorladung zum „Amt für Schuld und Scham“ (ASS).

Die Menschen müssen ständig ein unlösbares Armband tragen. Daran der sogenannte „Gute Helfer“. Angesichts solcher Begriffe ist man als Leser getriggert. Nicht von ungefähr kommt einen da rasch der Roman „1984“ von George Orwell in den Sinn. Der „Gute Helfer“ hilft den Mindestabstand zu halten, hat GPS, registriert Kontakte – unterscheidet dabei über erwünschte und unerwünschte – wer mit wem Kontakt aufgenommen hat.

Leseprobe 1

„Der sogenannte ›Gute Helfer‹ war nach CO2-Lifetime-Budget und De-Industrialisierung die dritte Säule zur Erreichung der Großen Transformation. Das unlösbare Armband beinhaltete eine Reihe wichtiger Funktionen, die Trägerin und Träger ein gutes und sicheres Leben in der neuen Gesellschaft ermöglichten…“

Das bedeutet ständige Überwachung. Die Menschen werden beruhigt: Aufrechte Bürger haben ja nichts zu verbergen. Dieser Spruch ist uns doch schon oft begegnet. Es wird optisch oder akustisch gewarnt. Auch schmerzhafte Stromstöße können dem gegen die Regeln verstoßenden Träger des „Guten Helfer“ verabreicht werden. „Ein warnendes Blinken trat zum Beispiel auf bei der Verwendung Dunkler Wörter, Faktenhetze, unautorisierter Annäherung an fremde Personen oder Erreichen einer Grenze. Dauerhaftes Warnleuchten machte den Träger kenntlich als Leugner, Hetzer oder Schädling.“ (S.24) Dann gibt es noch die Zukunftsvernichter, die ZuVis. Etwa ältere Menschen, die zuviel CO 2 verbrauchen. Es gibt Klimaretter und Planetenhelden. Ein Schuldbeweis bei manchen Menschen wurde als überflüssig erkannt. Von „Beweislastumkehr“ ist die Rede. Da ohnehin alle Menschen wüssten, dass sie prinzipiell bezüglich des Planeten schuldbeladen waren. Alles geschah ja schließlich im Sinne von Gesundheit und Klima.

Es galt: „Am sichersten ist man stets allein“ und „Freiheit ist Egoismus“. Und wer dächte beim Lesen des Folgenden nicht an eine der Seuchen unserer Zeit: die sogenannten Faktenchecker? Im Roman gibt es eine „Fakten Anstalt für konkrete Erkenntnisse“. Da schaudert es einen.

Ist das CO 2-Liftime-Budget abgelaufen, werden die Menschen „abgeholt“, wie es dann immer im Volksmund heißt(kommt uns das nicht von irgendwoher bekannt vor?) und in Lager verbracht.

Leseprobe 2

„Täglich lauschen die Menschen morgens um 8.00 und abends um 18.00 ihrer Klimakanzlerin, wenn sie zum Pray-for-the-Planet spricht. Alle Fahrzeuge bleiben stehen, alle Tätigkeiten ruhen, jede und jeder steht oder sitzt vor einem Bildschirm. Den Anfang macht stets die Hymne an den Planeten, eine Abwandlung von „Freude schöner Götterfunken“, die gemeinsam gesungen wird.

In diesem Ausschnitt beschäftigt sich Milena Grosse-Strümpel, die Kanzlerin, mit einer menschlichen Eigenschaft, die überraschenderweise sehr positiv sein kann…“

Dazu (S.3/4): „In diesem Moment startete die Übertragung. Der große Bildschirm an der Stirnseite des Raumes zeigte das Bild des Planeten, wie er erhaben im schwarzen All kreiste. Wie jeden Morgen erklang Beethovens 9. Sinfonie als Auftakt zur Ansprache der Kanzlerin. Die gesamte Klasse setzte mit der ersten Strophe ein, ein Text >Freude schöner Götterfunken< hatte vor sechs Jahren ein Update erhalten: Ende aller Lebensfunken/zukunftslos und leichenbleich,/Wir verspielten – egotrunken,/Oh Planet, dein Zukunftsreich. (…)

Es gibt ein „Amt für Gesundheitsverteidigung“ (sic!). Das wünschte sich sich klabauternder Lauterbach! All das eingeführt seit einer Pandemie. Dann kam die Klimarettung dazu.

Die Menschen haben sich mit der Begrüßungsfloskel „Keine Schuld“ zu begrüßen und mit „Gutes Gewissen“ zu verabschieden.

Erschreckend – aber auch gleichzeitig aufweckend und aufrüttelnd – ist dieser packend verfasste Thriller aus der Hand von Thomas Eisinger. Der wie die Faust aufs Auge in unsere Gegenwart passt. Warum nur hatte ich bislang nichts von diesem hervorragenden Buch erfahren?

Zum Buch heißt es: „In naher Zukunft: auf Grund der Maßnahmen zu Pandemien und Klimawandel hat sich das Leben vollkommen verändert. Ein Generationenkampf entbrennt in einer Welt, in der die Klimakanzlerin mit CO2-Konten, unlösbaren Armbändern und Kontaktbudgets unerbittlich regiert. Der Großteil der Menschen begrüßt all die Maßnahmen, mit denen sie sich von ihrer tief empfundenen Schuld befreien wollen.“

Ist das in der Realität denkbar? Wir haben es doch erlebt: Das walte Hugo!

Weiter: „In dieser explosiven Gemengelage kommt der junge Robin Hochwald“ – ein 18-jähriger Gamer – unerwartet an die Macht, nachdem der er dem Amt für Schuld und Scham entkommen ist. Nach irritierenden und schmerzhaften Erfahrungen erkennt er, dass er (als Bundeskanzler) eine Entscheidung treffen muss. Sein Beitrag zur Rettung der Welt ist vollkommen anders, als alle erwarten.“

Zitate aus dem Roman:

>>Sag mir, wer ist am mächtigsten?<<

>>Diejenigen, die bestimmen können, was Wahrheit ist.<<

«Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. In allen demokratischen Ländern ist das so. Wenn es aber kein Volk mehr gibt, weil der Planet uns Menschen nicht mehr erträgt, dann gibt es auch keine Demokratie mehr. Will man also die Demokratie retten, so muss man zuallererst die Menschheit vor ihrem Untergang retten. Und deshalb stehen alle Regelungen zum Schutz von Klima, Gesundheit und Planet über der Demokratie. Eben genau, um sie zu bewahren.»

Im Verlaufe der Handlung erfahren wir viel über Machtstrukturen und Machtmechanismen. Wie sie jahrhundertelang von unterschiedlichen Systemen immer wieder genutzt und angewendet wurden. Und weiter werden, weil wir Menschen schnell vergessen. Und neue Generationen diesen Machtmechanismen dann immer wieder zum Opfer fallen. Wie auch im richtigen Leben sind auch im Roman von Thomas Eisinger wieder einige gleicher als andere und nehmen sich Rechte heraus, die sie anderen – welche nicht zuletzt via der Medien und neuer „Errungenschaften“ wie beispielsweise den „Guten Helfer“ hinter die Fichte geführt werden – verweigern.

Wann werden wir je lernen? Wie sieht es „Hinter der Zukunft“ aus? Lesen Sie dieses hervorragende und spannende Buch – und empfehlen Sie es gerne weiter! Und lernen Sie etwas daraus. Es lohnt sich.

Thomas Eisinger

Hinter der Zukunft

Roman

als Hard Cover oder Taschenbuch, 552 Seiten, auch als E-Book erhältlich

16,90 € inkl. gesetzl. MwSt.

ISBN: 3969668611
EAN: 9783969668610

Erstauflage.

Herausgegeben von Thomas Eisinger
NOVA MD

Erschienen 2021

(Das Buch kann auch bei jedem Buchhändler vor Ort bezogen werden)

Beschreibung

Nachdem Religionen im Westen zunehmend ausgedient haben, füllt diese Lücke das Wohl von Klima und Planet. Die Macht haben diejenigen, die im von Materialismus und Narzissmus schwer geschädigten Westen das Bedürfnis nach Sinn, Moral und Spiritualität befriedigen können. Das Leben in naher Zukunft wird bestimmt vom Einsparen von CO2-Points, sogenannten Coints. Jeder Mensch erhält ein Lebensbudget an CO2, das er verbrauchen darf, Nachkauf ist nicht möglich. Die Landesgrenze ist geschlossen, um Klimaflucht zu verhindern. Täglich versammelt sich das ganze Land vor den Bildschirmen, um das Pray-for-the-Planet zu hören, das von der Klimakanzlerin verkündet wird. Ein Generationenkonflikt spaltet die gesamte Gesellschaft.Alle Einkäufe, Aktionen und vor allem Gespräche der Menschen werden überwacht und übermittelt von einem unlösbaren Armband, dem ‚Guten Helfer‘. Es bucht automatisch die Coints vom Lebensbudget ab, ist zugleich Einlasskontrolle, Impfnachweis, persönliche ID und achtet auf die Verwendung von Dunklen Wörtern. Der Protagonist, Robin Hochwaldt, kommt unvermittelt an eine zentrale Schaltstelle der Macht. Nach dramatischen Erlebnissen wird ihm klar, dass die Welt, wie sie ihm – ihnen allen – erzählt worden war, in Wirklichkeit gar nicht existiert. Am Ende wird er selbst – mit Unterstützung seiner WeggefährtInnen – zum Rebellen und führt die Menschen zurück in die Freiheit. Ein Lichtschein hinter der Zukunft wird erkennbar!

Portrait

Thomas Eisinger, Gründer einer der größten deutschen Internet Agenturen, Business Angel, Coach und seit einigen Jahren Schriftsteller. Autor mehrerer Kurzgeschichten. Wesentliche Impulse zu diesem Roman kamen vom aktuellen Zeitgeschehen, sowie von seinen Erfahrungen mit menschlichen Prägungen und Mustern aus seiner Tätigkeit als Coach.
Auf seiner Website finden sich weitere Kurzgeschichten und aktuelle Beiträge.

Ostergrüße

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

ich wünsche Ihnen von Herzen ein frohes Osterfest. Wohl wissend, dass von frohen und friedlichen Tagen guten Gewissens jetzt eigentlich nicht die Rede sein kann.

Dennoch: Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein paar schöne und friedliche Tage. Vor allem: Ruhige, sonnige Tage der Besinnung im Kreise lieber Menschen. Kommen Sie ins Gespräch, tauschen Sie sich aus. Und schöpfen Sie möglichst Kraft für die weiteren, kommenden Tage dieses Jahres. Ein Hoffnungstreif am Horizont? Schön wär’s …

Hoffnung. Von da?

Ihr Claus Stille

Fotos: Claus Stille. Aufgenommen im Kloster Stiepel

UZ-Pressefest schon wieder auf der Kippe? DKP entschlossen: „Wir feiern trotzdem!“

Das Pressefest der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“ (UZ) gilt als das größte Fest der Linken in Deutschland. Das Fest wurde bereits zweimal wegen der Corona-Pandemie verschoben. Im letzten Jahr hieß es in meinem Bericht: „Das 21. UZ-Pressefest wird im Sommer 2022 stattfinden. Die Pandemiesituation lässt leider keine Aussage zu, ob das Fest wie geplant im August 2021 stattfinden kann.

Das Risiko sei zu hoch, um an der Planung festzuhalten.“ Und nun dräut schon wieder Ungemach?

UZ-Chefredakteurin: Das UZ-Pressefest soll kein drittes Mal weichen. Unter Hochdruck werden nun geeignete Plätze gesucht

In einer Erklärung unter dem Titel „UZ-Pressefest: Wir feiern trotzdem!“ von Wera Richter, stellvertretende Parteivorsitzende der DKP und Chefredakteurin der UZ vom 12. April heißt es:

„Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Das UZ-Pressefest kann in diesem Jahr nicht im Dortmunder Revierpark Wischlingen stattfinden. Die Baumaßnahmen im Park verzögern sich, aber vor allem werden in der Eissporthalle und auf dem Gelände Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Die Parkleitung sah sich gezwungen, das Fest kurzfristig abzusagen. Das ist ein herber Schlag für die Organisatoren, für die DKP und alle Friedensfreunde.

Das große Fest des Friedens und der Solidarität der DKP wird gerade heute in Zeiten von Hochrüstung und Kriegshysterie gebraucht. Viele freuen sich darauf – Künstlerinnen und Künstler, Bündnispartner, Besucherinnen und Besucher, Genossinnen und Genossen von DKP und SDAJ und Kommunistischen Parteien vieler anderer Länder.

Das Fest, zweimal wegen der Corona-Pandemie verschoben, soll kein drittes Mal weichen. Es soll wie geplant am Wochenende des 27. und 28. August stattfinden. Unter Hochdruck werden nun geeignete Plätze gesucht. Von ihnen wird es abhängen, wie groß das Fest werden kann, wie viele Bühnen und welche Bestandteile es haben wird. Sicher ist, es wird unter diesem Zeitdruck kleiner werden, ebenso sicher ist aber: Es wird ein starkes Signal für den Frieden sein – weil wir es brauchen.“

Quelle: UZ

Beitragsbild (Claus Stille): Grup Yorum

„Geistige Gefangenschaft“ – Das Hörspiel von Philine Conrad und Dieter Brandecker soll durch Crowdfunding finanziert werden

Das Stück “Geistige Gefangenschaft” von Philine Conrad und Dieter Brandecker ist eine Momentaufnahme, eine Art Zeitzeugenbericht der letzten zwei Jahre, der die Entwicklungen und Geschehnisse der jüngeren Zeit in Deutschland zugespitzt beschreibt. Zugespitzt?

Die junge Mutter, die nach der Ausgangssperre den Müll hinaus bringt und festgenommen wird. Ein Zuschauer bestätigt: Im Dorf seiner Eltern ist Ähnliches geschehen. Die Nachbarn, die das Zusammenkommen von vier Jugendlichen bei der Polizei melden und durch das Fenster zuschauen, wie die jungen Burschen abgeführt werden. „Wir haben richtig gehandelt. Wir melden, wenn’s was zu melden gibt.“ Wir haben erlebt, wie gesellschaftsfähig das Denunzieren in Deutschland geworden ist (oder schon immer war?), wenn man die Regeln nicht ganz so streng einhält. Eine Mutter, die überlegt, das Testergebnis für ihren neunjährigen Sohn selbst einzutragen, weil sie es nicht mehr erträgt, seine Ungewissheit auszuhalten: Darf er in die Schule oder darf er nicht? Und werden die anderen Kinder dann noch mit ihm spielen, wenn er zwei Wochen weg war?

“Geistige Gefangenschaft” ist ein Stück, das aufzeigt, aufrüttelt, spiegelt. Das sich mit der aktuellen Zeit kritisch auseinandersetzt. Es geht rein in die Wunde, in den Schmerz, scheut nicht und tabuisiert nicht. Es sucht die Konfrontation und fordert auf zu reflektieren.

Das Stück soll in Eigenproduktion als Hörspiel entstehen.

Autorin und Autor

Philine Conrad | Schauspielerin, Schriftstellerin & Malerin

Dieter Brandecker ist einer der bekanntesten Sprecher Deutschlands. Seine markante Stimme hat schon jeden erreicht, ob im Fernsehen, im Radio oder im Internet. Man kann sich den von Dieter gesprochenen prägnanten Werbebotschaften und Claims nicht entziehen.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies unter: https://www.startnext.com/hoerspielproduktion-gefangen (bis 15.4.) tun,
oder via PAYPAL: philine.conrad@hotmail.com 

oder traditionell: GLS Bank, Kontoinhaber: Philine Conrad, IBAN: DE21430609671142648800, BIC: GENODEM1GLS, Verwendungszweck: Schenkung Hörspielproduktion

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Portal Frische Sicht (Autor Thomas Stimmel).