„Manifest der Radikalen Mitte: Warum wir eine Ideologie der politischen Mitte brauchen“ Von Wätzold Plaum. Rezension

Man könnte es, orientiert an Friedrich Nietzsche, so ausdrücken: Wir haben Jahre und Jahrzehnte in den Abgrund geschaut und bereits seit einige Zeit blickt er zurück. Dass er das irgendwann tun würde, hätten wir wissen können. Klar es hat Warnungen gegeben. Doch wurden die in den Wind geschlagen. Nun ist es womöglich bereits ziemlich weit nach zwölf Uhr. Stürzen wir hinab?
Sicherlich hat es gute Zeiten gegeben. Errungenschaften verschiedener, auch sozialer Art sind nicht von der Hand zu weisen. Sogar waren wir nach dem Scheitern des Sozialismus, der am wenigsten ein demokratischer gewesen war, im Jahre 1990 sogar einem Weltfrieden nahe, der von Dauer hätte sein können. Ein Fenster hatte sich geöffnet. Nicht zuletzt hatten wir das den im vergangenen Jahr verstorbenen Michael Gorbatschow zu verdanken. Indes wir haben das Fenster wieder zugehen lassen, wenn nicht gar ohne Sinn und Verstand zugeschlagen.
Der Westen, die NATO (gleichzusetzen mit den USA), der Kapitalismus hatte gesiegt. Und konnte nicht aufhören zu siegen. Der Kapitalismus (der nach Jean Jaurés den Krieg in sich trägt wie die Wolke den Regen) mutierte zum Raubtierkapitalismus. Der Neoliberalismus trat auf den Plan. (Der Autor des hier zu besprechenden Manifests fast diesen Begriff klarer, richtiger: „Diese Einordnung ist falsch, meint „Neoliberalismus“ doch eine breite Palette liberaler Wirtschaftsschulen, die sich im 20. Jahrhundert als Revision des klassischen ökonomischen Liberalismus heraus bildeten: Ordoliberalismus, Monetarismus, Österreichische Schule – um nur die wichtigsten zu nennen.)
Im Laufe der Zeit bis heute folgte eine Krise auf die andere. Die letzte war die Finanzkrise 2007/2008. Die Staaten retteten Banken, die sich verspekuliert hatten. Bald wusste man: Noch einmal wäre das nicht machbar. Und bereits vor 2020 munkelten Experten, eine weitere schwere Finanzkrise könnte bevorstehen. Dann kam die Corona-Krise, der zunächst eine Verharmlosung der Krankheit Covid-19 vorhergegangen war, dann aber offenbar weltweit koordiniert harte Einschränkungen für die Menschen ins Werk gesetzt worden waren. Dienten die tatsächlich vorhandene Krankheit, indem man sie gefährlicher darstellte als sie in Wirklichkeit war, als eine Art Paravent, um die anrollende Finanzkrise zu verdecken bzw. dahinter zu verschieben?
Und nun beschäftigt uns der Ukraine-Krieg. Herbei provoziert über viele Jahre durch Washington. Bis der russische Präsident nicht mehr anders konnte als völkerrechtswidrig in die Ukraine einzumarschieren?
Wie unsere Ampel-Koalition (nach Oskar Lafontaine) „die dümmste Regierung Europas“ darauf reagiert wissen wir. Die Sanktionen, der Wirtschaftskrieg gegen Russland, sich selbst ohne Not das Erdgas von dort sozusagen abzudrehen – all das wirkt wie ein Schuss ins eigene Knie. Das wird uns noch teuer zu stehen kommen.
Mögen unser Bundeskanzler Olaf Scholz und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch noch so darauf beharren, unser Land sei nicht gespalten, wir würden uns unterhaken. Die Wirklichkeit sind anders aus. Nach einer jüngste Umfrage vertrauen der Politik nur noch rund 30 Prozent der Befragten. Siehe Welt Online.
Wie reagieren wir darauf? Wie die Regierung? Wie die Opposition? Welche Opposition? Von keiner dieser Seiten ist eine Lösung zu erwarten. Auch die Partei DIE LINKE hat sowohl in der Corona-Krise als auch jetzt wieder schwer versagt.
Kann eine neue politische Ideologie eine Lösung für die schwere Krise anstoßen, in welcher wir uns befinden?
Man darf erst einmal skeptisch sein. Aber sollte vielleicht auch nicht gleich in Defätismus verfallen. Wir brauchen fraglos eine Neuorientierung.

Wätzold Plaum und seine Visionen

Da kommt Wätzold Plaum gerade recht. Er hat nämlich Visionen. Ja, ich höre Sie, liebe Leserinnen und Leser schon lauthals in ihrer Guten Stube lachen. Hatte nicht Helmut Schmidt einmal beschieden: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ – Langsam mit den jungen Pferden!
Wätzold Plaums Buch hat seine Visionen im „Manifest der Radikalen Mitte: Warum wir eine Ideologie der politische Mitte brauchen“ niedergelegt. Er hat es dem Publikum des Kanals „Wätzolds Welt“ gewidmet, welches ihm – wie er sagt – regen Zuspruch und Mut gegeben habe das zu tun.

Radikale Mitte“? Werden da nicht abermals Leser aufmerken? Radikal stammt von dem lateinischen Wort „radix“ (Wurzel) ab und beschreibt das Bestreben, Probleme an der Wurzel anzupacken, d.h. sie „von Grund aus“ anzugehen (Duden Online). Hört sich doch ganz gut an, nicht wahr?
Doch andere Ohren werden da wieder Radikalismus heraushören und gleich an Gewalt denken. Radikalinskis nun auch in der Mitte?
Und Mitte? Lässt sich da nicht an einen dritten Weg denken, der einst schon einmal gedacht worden aber niemals verwirklicht wurde? Das Beste aus Kapitalismus und Sozialismus nehmen und …

In Gefahr und höchster Not bringt der Mittelweg den Tod“ (Friedrich von Logau) heißt es.
Ja, weder kann momentan eine Gefahr noch eine zumindest anwachsende Not abgestritten werden.
Doch nun in medias res: „Wir leben in politisch aufwühlenden Zeiten. Multiple Krisen erfassen den Westen. Jahrzehnte relativen Wohlstands und Sicherheit scheinen auf der Kippe zu stehen. Die Polarisierung in der Gesellschaft nimmt zu. Der Ton wird rauer, unter Bürgern wie auf der politischen Bühne“, heißt es zum Buch.
Und weiter. „In verwirrenden Zeiten justiert Wätzold Plaum den politischen Kompass neu: Die Ideologie der „Radikale Mitte“ wendet sich ebenso gegen Fanatismus wie gegen Relativismus. Ihre Kritik zielt auf die dominierenden Ideologien der Gegenwart: Kapitalismus und Vulgärsozialismus. Über das Politische hinaus brauchen wir eine Philosophie der Mitte, die ähnlich der Stoa oder dem Konfuzianismus individuelles Leben und politisch-gesellschaftliche Partizipation auf eine philosophische Grundlage stellt.

„Das Manifest beinhaltet nach der Klärung begrifflicher Grundlagen eine Diskussion der drei großen Lehren der politischen Philosophie: Konservativismus, Liberalismus und Linksprogressivismus. Diese Lehren sind im Sinne der „Radikalen Mitte“ nicht als wahr oder falsch anzusehen, sondern als verschiedene legitime Perspektiven auf Politik und Gesellschaft. Zur Abwehr des Relativismus werden ferner vier gedankliche Modelle entwickelt, welche als Orientierungshilfen und geistige Leitplanken dienen können: die vier Ebenen der Betrachtung, die drei Stufen der Sittlichkeit, die drei Aspekte des guten Lebens und die vier fundamentalen Dimensionen des Menschseins. Schließlich arbeitet der Autor anhand der gesellschaftlichen Bereiche Digitalisierung, gemeinschaftliches Wohnen und Ökonomie konkrete Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme heraus.“

Der Autor erkennt richtig, dass der Westen sich gegenwärtig in einer Stagnationskrise befindet.
Plaum macht klar: „Wir wollen der Philosophie keine Absage erteilen. Allein hier geht es nicht darum, die dargebotenen Ansichten letztendlich zu fundieren. Es geht darum einer neuen Geisteshaltung Name und Programm zu geben. Es ist dies die Geisteshaltung der Radikalen Mitte oder gleichbedeutend des Radikalen Zentrismus.“

Es ist Zeit für ein neues Denken“ – wer wollte dem nicht zustimmen? Der Autor erklärt: „Dieses Denken stemmt sich gegen eine Stimmung, die in allgemeinen politischen Fanatismus zu kippen droht. Die Scharfmacher scheinen das Feld zu übernehmen. Linksprogressive verabsolutieren die Gleichheit, Libertäre die Freiheit, Nationalisten das Volk, Religiöse den Glauben, Globalisten die eine Menschheit und Ökologisten den Umweltschutz. Für Fanatiker gibt es ein alles beherrschendes Problem, dessen Lösung sich alles unterzuordnen hat.“
Und spüren wir es nicht schon, nach Luft schnappend: „Die Gefahr legt sich wie ein Totentuch über die westlichen Gesellschaften. Die bestehende Ordnung droht sich in eine technokratische Diktatur zu verwandeln. Schleichend. Leise. Deswegen sollten diejenigen ihre Kräfte bündeln, die den drohenden Niedergang vor Augen haben und willens sind, ihn abzuwenden.“

Audiatur et altera pars!“

Was wier hiernach lesen, wurde u.a. schwer in der Corona-Zeit vernachlässigt. Alle – und seien es jahrzehntelang anerkannte Ärzte, Wissenschaftler oder gar ein Nobelpreisträger wie Luc Montagnier, wurden als Schwurbler verhöhnt oder als Quacksalber diffamiert, wenn sie WHO- oder Regierungsnarrativen widersprachen: „Für jeden Standpunkt, für jede Meinung, jedes noch so moralisch unantastbare Plädoyer gilt: Audiatur et altera pars! Man möge auch die andere Seite hören! Denn alles historisch Gewordene hat ein Recht, wodurch es entsteht, und eine Schuld, an der es zugrunde geht. Dies nennen wir das Prinzip der historischen Zweischneidigkeit. Oft ist es klüger dem politischen Gegner das Recht zu nehmen, indem man sich selbst zum Anwalt des dahinter stehenden Guten macht, als ihn ob seiner Schuld anzuklagen.

So sieht es die Radikale Mitte

Wir wägen ab und streben nach der goldenen Mitte. In politischer Hinsicht ist dies der Ort, an dem sich die weltanschaulichen Lager wie Linksprogressivismus, Liberalismus und Konservativismus zum Dialog treffen. Keines dieser Lager hat per se recht oder unrecht oder ist per se gut oder böse. Jedes Lager repräsentiert eine legitime Sicht auf Kultur und Gesellschaft das erste Wort. Erst wenn wir einen Sachverhalt verstanden haben, können wir ihn moralisch einordnen.“

Haltungsjournalismus“ – m. E. ein Übel unserer Zeit – ist „von Propaganda kaum zu unterscheiden“

Das gnostizistische Schwarzweißdenken ist gekennzeichnet durch die klare Tendenz, schon im Voraus Sachverhalte moralistisch zu bewerten. Die Bewertung steht von Anfang an fest, und die weitere geistige Auseinandersetzung trägt allein den Charakter der Festigung dieses bereits getroffenen Urteils. Dies ist mittlerweile zum inoffiziellen Standard des Journalismus geworden – bezeichnet als „Haltungsjournalismus“, jedoch von Propaganda kaum zu unterscheiden.“
Als wichtiges „Erkenntniswerkzeug der Ideologie der Radikalen Mitte“ nennt Autor Plaum „die Methode der ausgewogenen Mitte“.
Damit stellt Wätzold Plaum auch auf eine heuchlerische Ideologie des Westens und der Konzernmedien ab: „Im Weltbild unserer Alphajournalisten scheint es zweierlei Arten von Staaten und Menschen zu geben. Die Edlen leben im Westen, die Schurken in Schurkenstaaten. Schurken rotten sich zu Verschwörungen zusammen, Edle niemals. Dies ist die Sicht der Beschwichtigungsprediger, derer, die uns erzählen, nur Informationen aus „verlässlichen“ (also mit unseren westlichen Eliten eng verwobenen) Quellen zu beziehen. Nur kein falsches Misstrauen! Es gibt hier nichts zu sehen!“
Das Wirken der Radikale Mitte ist freilich perspektivisch zu sehen. Weshalb Plaum zunächst bekennt: „Wir brauchen einen vorläufigen Plan. Die Radikale Mitte versteht den Menschen als denkende, handelnde und fühlende Ganzheit. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen stets auf ein holistisches Menschenbild bezogen bleiben, bei dem weder etwa emotionale oder rationale Aspekte überbetont werden. Wenn einer der Aspekte des Menschseins vernachlässigt wird, gerät der Mensch aus dem Gleichgewicht, verliert er seine Mitte. Im Denken und Handeln ohne Fühlen wird der Mensch empathielos, kalt und unauthentisch. Im Handeln und Fühlen ohne Denken folgt der Mensch blindem Aktionismus, ist in ständiger emotionaler Aufwühlung, lässt sich von Angst überwältigen und von Stimmungen hin- und hertreiben.“
Plaum rät den in der Mitte stehenden seine unmittelbaren Nachbarn aufmerksam zu beobachten. Die seien ihm nämlich ähnlicher als diejenigen, welche weiter entfernt sind. Was der geopolitischen Rolle Deutschlands in Europa ähnle. „Von allen Schemata, nach denen man das politische Spektrum ordnen kann – von denen das klassische Rechts-Links-Schema nur das einfachste ist – wählen wir hier das politische Wertedreieck. Es bietet den Vorteil, als einziges Schema den drei großen historischen Schulen des politischen Denkens zu entsprechen: Liberalismus, Linksprogressivismus und Konservativismus. Alle drei Schulen können sich mit einer gewissen Berechtigung auf die Französische Revolution berufen.“
Plaum weist auf das Folgende hin: „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit. Diese Werte – recht verstanden – können in der Tat als die Hauptwerte der drei großen politischen Schulen angesehen werden: Die Gleichheit ist der Hauptwert des Linksprogressivismus, die Freiheit der des Liberalismus und die Brüderlichkeit derjenige des Konservativismus.“
Dass das sich das Manifest als „ein Weckruf in dieser Zwischen- und Transformationszeit“ versteht ist zu begrüßen. Dass zu diesem Behufe zunächst ein Blick nach vorne gerichtet wird ist wichtig. Schließlich ist eine wie auch immer ins Auge gefasste Zukunft nicht ohne die Vergangenheit zu verstehen. […] „blicken wir noch einmal zurück: Was ist, was war dieses sterbende Zeitalter?“
Wätzold Plaum: „Wir haben Großes vor! Wir werden versuchen, eine Ahnung davon zu bekommen, welcher Art die geistige Ordnung der neuen Zeit sein wird. Wir liefern Ideologie, keine Philosophie. Das verhält sich wie Verbandskasten zu Universitätsklinikum.“
Die Radikale Mitte hat sich das fast die Quadratur des Kreises vorgenommen indem sie sich Bewältigung der gegenwärtigen Stagnationskrise des Westens auf die Fahne geschrieben ist.

Eine noch kleine, aber stärker werdende Minderheit erkennt am Horizont die ersten Zeichen einer Dämmerung“, findet der Autor. Da könnte was dran sein.
Aber fehlt da nicht der entscheidende Funke, aus dieser Dämmerung ein Licht aufgehen zu lassen? Ist es dieses Manifest? Das Problem ist: Ohne dass solche Gedanken den Widerhall in der Presse- und Medienlandschaft finden, ist wenig auszurichten. Davon ist momentan leider nicht ausgehen. Der „richtige“ Journalismus in Gestalt als Vierte Säule der Demokratie ist in Deutschland auf den Hund gekommen.
Aber, schrieb ich eingangs: Wir sollten vielleicht auch nicht gleich in Defätismus verfallen.

Wir befinden uns in einer geistesgeschichtlichen Umbruchszeit. Gegenwärtig erleben wir das Ende der Neuzeit“

Die Wirren der Gegenwart drohen uns von den großen Aufgaben abzulenken, welche die Zeit uns stellt“, schreibt der Autor im „Ausklang“.
Lassen wir uns von Olaf Scholz nicht hinter die Fichte führen, wenn er von einer „Zeitenwende“ schwafelt. Die wahre Zeitenwende steht mit Sicherheit erst noch bevor.
Der Autor so: „Wir sollten uns nicht überwinden lassen von Propaganda, Spektakel, Konsumismus, Karrierismus, Gutmenschentum und sinnlosen Gewohnheiten. Eine Philosophie der Mitte kümmert sich auch um das individuelle Leben und nicht nur um die gesellschaftlichen Zustände, denn beide Sphären durchdringen sich auf vielfältige Weise. Wir befinden uns in einer geistesgeschichtlichen Umbruchszeit. Gegenwärtig erleben wir das Ende der Neuzeit. Um hier destruktive Krisen zu vermeiden, müssen wir die kulturelle Kreativität darauf richten, diesen Übergang intellektuell zu fassen und kulturell zu gestalten. Die Radikale Mitte braucht eine breite Kulturoffensive. Unter anderem setzen wir uns kritisch mit den Erzideologien der Neuzeit auseinander: Nominalismus, Voluntarismus und Relativismus. Wir werden aber auch im eigenen Leben aktiv und versuchen, der großen Verantwortung, welche das Licht der Erkenntnis uns erblicken lässt, gerecht zu werden. Lasst uns auf Menschen zugehen und nach Gleichgesinnten suchen! Lasst uns den Geist einer neuen Zeit zum Leben erwecken, im Kleinen wie im Großen! Lasst uns endlich beginnen!“
Ich empfehle meinen Leserinnen und Lesern dieses Manifest unbedingt. Seien sie neugierig darauf! Empfehlen Sie es weiter. Gerade auch, weil so viele Menschen von Politik schwer enttäuscht worden sind und sich abgewendet haben. Wir müssen aus der Stagnationskrise herausgekommen. Da sind neue Ideen und Vorstellung die Gestaltung der Zukunft betreffen wichtig. Denn es ist die Frage zu beantworten: Wie wollen wir künftig leben? Ob Ihnen, werte Leser dieses Manifest diese Frage genügend beantwortet, müssen sie selber herausfinden. Ich finde, es ist ein Anfang, ein Anstoß, unsere Gesellschaft neu zu denken. Was nicht heißen soll, alles bisher sich bewährt habende gleich mit dem Bade auszuschütten.

Das Buch (momentan nur bei Amazon bestellbar)
Manifest der Radikalen Mitte: Warum wir eine Ideologie der politischen Mitte brauchen
Wätzold Plaum (Autor)

Herausgeber ‏ : ‎ Bookmundo Direct; 1. Edition (22. Dezember 2022)

  • ASIN ‏ : ‎ B0BPGJJ7KN
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published (7. Dezember 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 261 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8361486113
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.7 x 1.68 x 20.32 cm
  • Preis: 13,95 Euro

Über den Autor:
Wätzold Plaum studierte Physik und promovierte 2009 in Mathematik an der Universität Regensburg. Er arbeitet im Bereich und Software- und Fahrzeug-Entwicklung. 2012 erschien sein Buch „die Wiki-Revolution“ zum Thema Digitalisierung und Politik. Seit 2013 betreibt er den YouTube-Kanal „Wätzolds Welt“. 2019 promovierte er im Fach Philosophie zu einem eigenen geschichtsphilosophischen Modellentwurf. Wätzold Plaum betätigt sich auch als Musiker.

Beitragsbild: Via Amazon.de

IPPNW: Im Sturm den Friedenskurs halten, Hamburger Erklärung

Prolog zur Hamburger IPPNW-Erklärung

Düstere Zeiten. Sind wir schon im dritten Weltkrieg? Mag sein. Schlimm genug, der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat einen Krieg entfacht. Menschen finden den Tod. Menschen werden schwer verletzt. Städte und Dörfer werden schwer beschädigt. Wer es wissen will, kann erfahren, dass dieser Krieg nicht erst am 24. Februar 2022 begann. Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte. So auch dieser. Im Grunde genommen begann er mit dem vom Westen – hauptsächlich den USA – unterstützten Maidan-Putsch 2014. Aber auch schon davor lassen sich Anzeichen entdecken, dass sich da etwas Unheilvolles zusammenbraute. Darauf soll hier jetzt nicht eingegangen werden. Das lässt sich anderswo lesen.

Dieser Krieg aber läuft nun. Anscheinend unaufhaltbar weiter und weiter. Ich frage mich nun täglich, warum von keiner Initiative zu hören und zu lesen ist, die sich das Ziel gesetzt hat zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Was gewiss nicht einfach ist. Aber versucht muss es doch werden!

Wie sagte Helmut Schmidt einst so richtig: »Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen«

Und wäre nicht Deutschland angesichts seiner auf ihm lastenden Geschichte mit Verantwortung scher an zwei Weltkriegen nicht prädestiniert diese Vermittlerrolle zu übernehmen? Selbstverständlich!

Was aber riechen wir stattdessen: 1914!

Weil eben das Gegenteil geschieht. Da wird einseitig auf Russland eingeschlagen, nahezu alle noch vorhandenen Brücken zwischen unseren beiden Nationen abgebrochen, und die Ukraine soll mit schweren Waffen ausgerüstet werden? Wir haben zum Unglück eine (grüne! [sic!]) Außenministerin, die von einem Journalisten kürzlich als „Handgranate ohne Splint“ bezeichnet worden war. Das trifft es! Eine Politikerin, die offenbar keine Ahnung von Diplomatie hat und noch dazu jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lässt.

Die seinerzeit wegweisende Ost- und Entspannungspolitik der Regierung Brandt wird verdammt und zum Fehler erklärt. Von politischen Schwergewichten wie Brandt, Schmidt und anderen – ja selbst Kohl muss hier mit benannt werden – ist weit und breit keine Sicht mehr. Was nicht nur für Deutschland sondern traurigerweise für die gesamte EU gilt. Alle agieren quasi als Kolonien der USA. Und anscheinend kriegsgeile Politiker würden, hat man den Eindruck, eher heute als morgen gen Moskau ausrücken lassen – denn selbst wären sie wohl zu feige dazu an die Front zu ziehen.

Von der unsäglichen Presse, die augenscheinlich von jeglicher Geschichtskenntnis ungetrübt gegen Russland hetzt und Russland nicht nur in jeder Hinsicht einseitig sich dabei hauptsächlich ukrainischer Propaganda bedienend, niederschreibt und diffamiert, ganz zu schweigen. Sie agiert gleich wie in der Corona-Krise als Antreiber der Politik. Pazifisten und Friedensbewegten wird die Pest an den Hals gewünscht. Gleichgerichtet im Grunde sind unsere Medien. Um das böse andere Wort nicht zu gebrauchen. Aus eigenem Antrieb gleichgerichtet, wie zu vermuten steht. Was m.E. viel schlimmer ist, als wären sie von irgendwem dazu gezwungen. Diejenigen, die kriegsgeil den Stift erheben, sind offenbar „Haltungsjournalisten“, wie man das heute nennt. Aus gut bestalltem Haushalten stammend. Wer sonst kann es sich heute noch leisten, Journalist zu werden? Und gewiss hier und grün angehaucht.

Neulich bezeichnete Jürgen Todenhöfer die Grünen auf einer Demonstration m.E. zu Recht als Kriegspartei.

Was also machen? Wir müssen wieder auf einen Friedenskurs einschwenken! Dazu gibt es keine Alternative.

FLYING COLUMN des Dortmunder Künstlers Leo Lebendig, darin die Friedensbotschaft. Foto: C. Stille

Die IPPNW (Die Organisation IPPNW (Abkürzung für International Physicians for the Prevention of Nuclear War; Name der deutschen Sektion IPPNW Deutschland – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.) ist ein internationaler Zusammenschluss von Human-, Tier- und Zahnärzten, die sich unter anderem vor allem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzt.) hat diesbezüglich zum Jahreskongress 2022 eine „Hamburger Erklärung“ abgegeben

Claus Stille

IPPNW-Pressemitteilung vom 02.05.2022

Im Sturm den Friedenskurs halten, Hamburger Erklärung

Friedensnobelpreisträger-Organisation IPPNW verabschiedet Resolution zum Jahreskongress 2022

02.05.2022 Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) forderte die Bundesregierung am Wochenende bei ihrem Jahreskongress in Hamburg dazu auf, die Anstrengungen für eine Waffenruhe in der Ukraine ins Zentrum des politischen Handelns zu stellen. Anstatt Waffen zu liefern und aufzurüsten, müssten diplomatische Wege für einen Waffenstillstand, Friedensverhandlungen und perspektivisch eine neue pan-europäische Sicherheitsarchitektur geschaffen werden. „Der russischen Regierung Brücken zu bauen, bedeutet kein Einverständnis mit ihrem Tun. Wir müssen vielmehr einen Ausweg aus einer Situation finden, die sonst eine europäische, wenn nicht gar eine globale atomare Eskalation zur Folge haben könnte“, hieß es in der verabschiedeten Resolution.

„Es ist schwer auszuhalten, dass sich noch kein Verhandlungsdurchbruch abzeichnet. Aber eines ist klar: In einen globalen Rüstungswettlauf einzutreten, manövriert uns in eine Eskalationsspirale, die für die Welt in einen Atomkrieg enden könnte. Aufrüstung schafft keinen nachhaltigen Frieden, sondern bindet finanzielle Ressourcen, die wir nicht bezahlen können und intellektuelle Ressourcen, die wir an anderer Stelle benötigen. Der Kampf gegen den Klimawandel müsste als verloren abgeschrieben werden. Deshalb müssen wir eine andere Lösung finden. Das ist nicht naiv. Es ist einfach ohne Alternative“, unterstreicht der IPPNW-Vorsitzende Dr. med. Lars Pohlmeier.
 
In diesem Sinne forderten die Mediziner*innen auf Ihrem Jahreskongress einen sofortigen Verzicht der NATO und Russlands auf einen Erstschlag von Atomwaffen sowie einen Waffenstillstand und Verhandlungen über den Status der Ostukraine und der Krim. Um einen Atomkrieg zu verhindern sei internationale Diplomatie und sofortige Deeskalation die einzige Option. Auch diplomatische und zivilgesellschaftliche Kontakte auf allen Ebenen müssten erhalten bleiben, um Lösungen im Sinne der Friedenslogik, Konfliktanalyse und zivile Konfliktbearbeitung zu ermöglichen.
 
In der Resolution heißt es abschließend: „Der Krieg in Europa ist eine Mahnung, an unsere eigenen internationalen Wurzeln zu denken. Wir sind im Kern zuallererst eine internationale Friedensorganisation, die blockübergreifend für die Verhütung eines Atomkrieges arbeitet. Wir streiten gemeinsam dafür, angesichts der unvorstellbar grausamen humanitären Folgen eines möglichen Atomwaffeneinsatzes deren Einsatz zu verhindern. Weiterhin gilt: Dies ist nur durch die kontrollierte Abschaffung aller Atomwaffen zu erreichen.“

Hier finden Sie die gesamte Resolution: www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Resolution_Im_Sturm_den_Friedenskurs_halten.pdf

Quelle: Pressemitteilung IPPNW

Epilog

Arno Luik schreibt in seinem Beitrag „Der 27. Februar 2022, oder: Ich kenne keine Parteien mehr“ auf dem NachDenkSeiten vom 3. Mai 2022:

„Und so blicke ich heute auf die Welt, wie vor einigen Jahren der alte und weise Historiker Eric Hobsbawm im Gespräch mit mir sie ausmalte“:

Alles ist möglich. Inflation, Deflation, Hyperinflation. Wie reagieren die Menschen, wenn alle Sicherheiten verschwinden, sie aus ihrem Leben hinausgeworfen, ihre Lebensentwürfe brutal zerstört werden? Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns – ich kann das nicht ausschließen – auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde.“

Da fällt mir jetzt – ca. 3000 von einem offenbar irre gewordenen Deutschland ein, dass das äußerst interessante und wichtige Buch „Das Zeitalter der Extreme“ – bislang noch nicht einmal halb gelesen – zuhause in Griffnähe meines Schreibtisches liegt! Ich muss es unbedingt weiterlesen. Wenn ich nämlich Pech habe, dann lebe ich bald in der von Eric Hobsbawm ausgemalten Welt. In der Vorzeit sind wir ja schon mittendrin. Wie lautet ein Fluch der Chinesen: „Mögest du in interessanten Zeiten leben.“ Nun haben wir den Salat …

Hier das Interview, das Arno Luik einst für den Stern mit dem weisen Historiker Eric Hobsbawm in London führte.

Claus Stille

Anbei:

Susann Witt-Stahl im Gespräch.

„Vorausschauend durchs Leben“ von Christian Scholl – Rezension

Dieser Tage trug mir die Post ein Büchlein mit „Tipps und Rezepten zu Gesundheit & Glück, sorgenfreier Lebensfreude und finanzieller Freiheit im Alter“ zwecks Rezension ins Haus. Zugegeben: ich war skeptisch. Ratgeberliteratur unterschiedlichster Couleur gibt es ja nun wahrlich zuhauf – geradezu wie Sand am Meer! Vieles davon ist esoterisch angehaucht, anderes wiederum allzu spezifisch, nämlich der Natur, als dass die Lebenstipps für jeden eben nicht ohne weiteres umzusetzen wäre. Manches tönt zunächst irgendwie gut, es hapert aber bezüglich der präsentierten Ratschläge. Denn Ratschläge können auch wie Schläge wirken. Zumal dann, wenn der Rezipient der Schrift sie als Tadel oder Bevormundung seiner selbst empfindet.

Der Titel des 84 Seiten umfassenden – also sozusagen in einem Rutsch rasch durchgelesenen Buches von Christian Scholl, der es auch selbst herausgegeben hat, lautet: „Vorausschauend durchs Leben“. Gleich musste ich dabei an den Straßenverkehr denken und, dass man da ja immer vorausschauend fahren soll. Oder an den Politikersprech: Wir fahren derzeit auf Sicht.

Kein Ratgeber zum glücklich und reich werden

Aber schon in der Einleitung zu diesem Buch stellt sich Erleichterung ein: „Noch ein Ratgeber zum glücklich und reich werden“ soll es demnach nicht sein. Christian Scholl: „Keine Sorge. Reich sein hat, wie Sie vielleicht wissen, selten mit viel Geld zu tun und Glück ist oft eine Sache vieler kleiner Momente.“

Gegliedert ist das Buch in drei Teile

Das Buch umfasst drei Teile. Im ersten Teil geht es um den Menschen und dessen biologischer Geschichte in jungen Jahren. Im folgenden Teil wird der Mensch im zweiten Drittel des Lebens beschrieben. Und schließlich der letzte Teil handelt von den Jahren im Alter sowie der Biologie des Altwerdens (ab S.42). Darin eingewoben sind Empfehlungen zu gesunder Ernährung. Sogar ein Rezept zur Zubereitung von „Bier“ aus Löwenzahn und Brennesseln findet sich. Ebenso Hinweise zu gesunden Naturstoffe, die auch Krebserkrankungen vorbeugen können. Hierbei verweist Scholl auf das Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ von Prof. Dr. Beliveau und Dr. Gingras. Enstprechende Quellen mit Fußnoten finden sich auf der jeweiligen Buchseite.

Aus seinen Verlusten zu profitieren verstehen!

Gleich auf S.9 zitiert der Autor William Bolitho:

„Es ist nicht die wichtigste Sache auf der Welt immer mehr Gewinn zu machen. Das kann jeder Dummkopf. Wirklich wichtig ist nur, aus seinen Verlusten zu profitieren. Das erfordert Intelligenz. Und dies ist der Unterschied zwischen einem vernünftigen Menschen und einen Dummkopf.“ Eigentlich kann sich das jeder Mensch fürs Leben hinter die Ohren schreiben.

Nicht alle Menschen können allen Tipps folgen

Sicher ist das Unterkapitel wie „Unnötige Ausgaben vermeiden“ (S.21) wichtig, wo es u.a. ebenfalls darum geht, Geld zu sparen. Aufhängen tut das der Autor an Nasenspray, dass man selbst herstellen kann. Sowie am Thema Mode. Tipp: nicht immer dem neuesten Modetrend folgen und besser hochwertige Kleidung kaufen – die dann länger hält. Soweit richtig.

Doch laut Paritätischen Wohlfahrtsverband (2020) leben fast 16 Prozent der Bevölkerung (13,2 Millionen Menschen!) hierzulande unter der Armutsgrenze. Diese Menschen haben wohl andere Sorgen. Darauf hätte der Autor eingehen können.

Vorbei an diese armen Menschen gehen freilich auch solche Tipps im Unterkapitel „Geld“ auf S.34 wie: „Kaufen Sie deshalb keine Dinge, die sie nicht brauchen, um Menschen zu beeindrucken, die Sie nicht leiden können.“

Allerdings nimmt der Autor dankenswerterweise kritisch die fragwürdige Gebäudedämmung und den Verein „Qualitätsgedämmt e.V. ins Visier, der zu reinen Absatzzwecken gegründet worden sei und seinerzeit das Thema enorm pushte mit Ulrich Wickert („Mister Tagensthemen“) als Werbepartner.

Wo der Ratgeber wirklich gut ist

Wirklich gut ist der Ratgeber von Christian Scholl da, wo er vernünftige und durchaus in die Tat umzusetzende Hinweise gibt, wie das eigene Leben so umgestaltet werden kann, dass man gesünder, besser und von Zwängen befreit oder zumindest befreiter leben kann. Und wie es unten auf S.34 heißt: (…) „es mit Ihren Pflichten nicht zu ernst zu nehmen und öfters mal das zu tun, was Ihnen Spaß macht“.

Und all diese Hinweise und Empfehlungen sind in angenehmer Kürze und dabei doch prägnant und einleuchtend auf den Punkt gebracht sowie den Leser*innen freundlich empfohlen ans Herz gelegt.

In besondere Weise trifft das auf Beschäftigung mit dem Alter (ab S.42) zu. In einer Lebensphase, in welcher sich der Körper umstellt und sich bestimmte Einschränkungen einstellen. Der Autor gibt gute Tipps dafür, wie auch in diesem Lebensabschnitt gut und gesund, bei mehr Gelassenheit, gelebt werden kann. Und vielleicht dadurch sogar das Leben in annehmbarer Weise eine Verlängerung erfahren kann.

Kein Beweis, dass Menschen im Laufe ihrer Evolution intelligenter wurden

Die Ausführung des Autors (S.45) ließ mich sogar etwas schmunzeln: „Es ist allerdings nicht bewiesen, dass Menschen im Laufe ihrer Evolution immer intelligenter wurden. Wir wissen heute sogar, dass das menschliche Gehirn im Durchschnitt seit Beginn der landwirtschaftlichen Revolution geschrumpft ist.“

Für mich scheint sich das auch in der Corona-Krise (die ja so vieles an Negativen in unserer Gesellschaft kenntlich macht) zu zeigen, wenn ich mal so frech sein darf, das anzumerken. Erlebten wir sonst in dieser Zeit so viel Irres, was eigentlich dem gesunden Menschen- oder Hausverstand (wie die Österreicher sagen) völlig zuwider läuft?

Impfung hilft!“ Und das immer?

„Apropos Corona-Pandemie!“, lesen wir auf S.53

Eben! Christian Scholl, der sich auf Jim Manzi, Uncontrolled (Basic Books 2012) bezieht: „Inmitten einer Pandemie oder einer Epidemie wie etwa Pocken oder Ebola entscheidet man sich ganz klar für das Impfen, selbst wenn im Verlaufe der nächste Jahrzehnte dadurch eventuell Komplikationen auftreten könnten.

Impfungen seien die eine der größten Errungenschaften des 20. und 21. Jahrhundert. Was stimmt.

Scholl entschuldigt sich für seine „negative Wortwahl“: „Aber wie kann denn überhaupt irgendjemand so blöd sein, zu glauben, dass Impfungen Menschen generell schaden könnten? Die Statistiken sprechen eindeutig dafür, dass die Impfungen, die im Verlaufe des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, Millionen Menschen das Leben gerettet.“

Stimmt! Aber ist es nicht etwas fahrlässig das auf die noch recht jungen Impfstoffe, welche nur ein teleskopiertes (verkürztes) Testverfahren durchlaufen haben und welche bislang lediglich Notfallzulassungen erhalten haben, herunterbrechen? Und ist Covid-19 mit der Gefährlichkeit von Ebola zu vergleichen? Der österreichische Biologe und Autor Clemens G. Arvey hat über die neuen Impfstoffe u.a. in seinem Buch „Corona Impfstoffe. Rettung oder Risiko“ (hier wird daraus gelesen) ausführlich und kenntnisreich geschrieben. Das sei kritisch am Rande vermerkt. Freilich muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden, ob er sich gegen Covid-19 impfen lassen möchte oder nicht. Allerdings sind die Ausführungen des Autors zum Impfen insofern verständlich, zumal er selbst einmal nach einer Gelbfieberimpfung schwere gesundheitliche Probleme bekam.

Dennoch gibt er sich heute sicher (S.54): „Impfung hilft Und das immer! Impfen tötet nicht!“

Gelassenheit ist ein Gewinn

Das Buch schließt auf S.73 mit einem wahrscheinlich von Theresa von Avila stammendem, schon über 400 Jahre altem, an Gott gerichtetem Gedicht. Ich zitiere den darauffolgenden Satz, der sich darauf bezieht, weil er mir sehr gefällt. Denn auch ich bin auf dem Weg des Älterwerdens am Fortschreiten:

Gelassenheit ist ein Gewinn, insbesondere beim Älterwerden, wenn das Leben schwieriger und ärmer wird. Gelassenheit zu gewinnen, ist vielleicht überhaupt im Laufe des Älterwerdens möglich: Es fällt leichter, gelassen zu werden, wenn nicht mehr alles im Leben auf dem Spiel steht und die Hormone sich etwas beruhigt haben. Der Erfahrungsschatz wird größer, der Blick weiter, die Einschätzung von Menschen und Dingen treffsicherer geworden ist.“ (nach „Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden“ von W. Schmid)

Fazit: ein gut lesbares Buch mit vielen nützlichen Empfehlungen

Alles in allem ist das vorliegende Buch eine Bereicherung. Es enthält sehr gute Empfehlungen, wie wir in jeder Lebensphase ein erfülltes und letztlich glückliches Leben führen können. Wir alle können, da das Buch drei Lebensphasen samt deren Besonderheiten betrachtet, viel aus dem Buch für uns und unser ganz persönliches Leben entnehmen. Mit dessen Hilfe wir uns erkennen und uns besser verstehen lernen können. Und, da kurz und bündig und auch gut lesbar und verständlich geschrieben ist, sollte es in unserem Bücherregal an eine jederzeit auffindbare Stelle eingeordnet werden, um bei Bedarf darin ab und an nachzuschlagen.

Vorausschauend durchs Leben: Tipps und Rezepte zu Gesundheit & Glück, sorgenfreier Lebensfreude und finanzieller Unabhängigkeit im Alter (Deutsch) Taschenbuch 

Wer sein Körpergewicht senkt, fährt sein Immunsystem hoch.

Zudem lebt man im Schnitt länger, wenn man schon in jungen Jahren immer etwas weniger isst, wie man meint zu benötigen und diese „Diät“ während des ganzen Lebens beibehält.

Warum sind wir Menschen so wie wir sind? Und was hat die Evolution damit zu tun?

Warum hat Reich sein selten mit viel Geld zu tun und warum ist Glück oft eine Sache eines Momentes?

Gerade wenn man jung ist, denkt man oft, dass man nur glücklich werden kann, wenn man möglichst viel Geld haben wird. Das dies eine relative und auch vom Alter abhängige Sichtweise ist, wird in diesem Buch erläutert.

Das Buch ermutigt den Leser, sich wichtige Fragen, wie

„Warum bin ich hier?“ oder „Führe ich ein erfülltes Leben?“

selbst zu stellen und Antworten darauf zu finden.

Dazu enthält es sehr viele praktische, alltagstaugliche Tipps und Hinweise, z.B. über gesunde Ernährung sowie die Mythen darüber.

Daran anschließend folgt eine kritische Bearbeitung des Themas Nahrungsergänzungsmittel. Der Autor erläutert, wie Großkonzerne es schaffen, uns glauben zu machen, dass wir viele unnütze Dinge benötigen. Einige notwendige Dinge aber kann man auf einfache und günstige Art selbst herstellen und damit Geld sparen. Dieses Buch zeigt Ihnen wie.

Eine kleine Vorschau von dem, was dieses Buch Ihnen bietet:

  • Spezialwissen zu den Themen Biologie und Evolution
  • Das Leben in jungen und späteren Jahren
  • Geld und Sparen
  • Gesunde Ernährung
  • Ernährungsmythen
  • Nahrungsergänzung
  • Kleine und große körperliche Beschwerden
  • Null-Emission der Treibhausgase und der politische Wille dazu
  • Was kann der Einzelne tun?
  • Was ist wirklich wichtig?
  • Herausgeber : Independently published (13. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Taschenbuch : 84 Seiten
  • ISBN-13 : 979-8717317962
  • Abmessungen : 15.24 x 0.48 x 22.86 cm

 Preis: 5,55 Euro

Über den Autor:

Christian Scholl: Foto via Christian Scholl

Christian Scholl, Jahrgang 1974, ist Spezialist für Arbeitspsychologie, Arbeitssicherheit und umweltgefährliche Stoffe. Nach verschiedenen Stationen im Consulting, im öffentlichen Dienst und in der Automobilindustrie arbeitet er heute als Sicherheitsberater und Umweltmanager in der pharmazeutischen Industrie.