„Links blinken, rechts abbiegen“ Von Eva C. Schweitzer. Rezension

Eva. C. Schweitzer schreibt mir aus dem Herzen. Und sie nimmt kein Blatt vor der den Mund. Sie schreibt sozusagen Tacheles. Großen Dank dafür! Die Zeit ist längst reif dafür. Und das ist gut so. Politische Korrektheit, Wokeness und letzlich die Gendersprache, die wahrscheinlich nicht nur mir übel aufstößt, weil sie inzwischen Funk und Fernsehen erobert hat, nennt Schweitzer „Gender-Schluckaufsprache“. Passt wie die Faust auf’s Auge!

Nebenbei bemerkt: Elke Heidenreich zum Genderwahnsinn

Erst kürzlich hatte Elke Heidenreich harte, aber klare Worte zum Genderwahnsinn gefunden. Und später in einer Lanz-Talkshow hatte sie noch einmal deutliche Worte zum Ansinnen mancher gesagt, die fänden,

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Screenshot Steimles Aktuelle Kamera: C. Stille

man müsse nun auch vielleicht vor hundert Jahren geschriebene Literatur politisch korrekt verändern: Ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk. Und das bleibt so, wie es geschrieben wurde, beschied sie. Befänden sich darin eben Begriffe oder Wörter wie etwa das N-Wort, dann könne man heutigen jüngeren Lesern in einem Anhang erklären, dass diese Begriffe damals üblich waren – sie man jedoch heute nicht mehr verwenden würde.

Der Fall Sarah-Lee Heinrich

Heidenreich äußerte sich auch zu Sarah-Lee Heinrich. Die junge Frau war am Sonnabend zur Bundessprecherin der Grünen Jugend gewählt worden – und erlebt seitdem einen Shitstorm. Dabei geht es um mehrere Tweets, die sie im Alter von 13, 14 Jahren geschrieben hat – und die als rassistisch und sexistisch empfunden werden. So hatte sie 2015 „Heil“ unter einen Tweet mit Hakenkreuz geschrieben und ein andere Mal von der „eklig weißen Mehrheitsgesellschaft“ gesprochen. Heinrich tritt zu recht gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Ist das etwa kein Rassismus – noch dazu in pauschalisierter Form?

Heidenreich sagte bei Lanz über Heinrich, „sie hat überhaupt keine Sprache. Sie kann gar nicht sprechen. Das sind wieder Kinder, die nicht lesen, das ist diese Generation, von der ich immer wieder merke, wie sprachlos sie ist, wie unfähig mit Worten umzugehen.“ Heidenreich fuhr fort, zu erklären, sie habe „das Gefühl, dass das ein Mädchen ist, was nicht genug nachdenkt.“

Die Antideutschen, eine schrille Politsekte

Glasklar kehrt Eva C. Schweitzer hervor, was es mit den Antideutschen auf sich hat. Einstige Linke, die gegen die Wiedervereinigung Deutschlands waren und sich seither unverbrüchlich an die Seite der USA und Israels stellen. Auch wenn von denen noch so große Verbrechen begangen werden. Im Grunde eine äußerst fragwürdige sektenähnliche Veranstaltung. Offenbar haben sie eine große Nähe zu den Neokonservativen in den USA. Vorgeblich – bzw. sie glauben das wohl selbst tatsächlich – haben sie sich den Kampf gegen den Antisemitismus sowie die (offensichtlich unkritische) Unterstützung und dem Schutz Israels auf die Fahnen geschrieben. Wie – mag man sich als halbwegs normal denkender Mensch fragen – konnte sich bei den antideutsch unterwegs befindlichen Menschen ein solch verqueres Gedankenbild einnisten?

„Die Antideutschen sind eine kleine, aber schrille Politsekte, die links zu sein glaubt, bei Lichte betrachtet aber schon rechts angekommen ist und dem deutschen Belehrbedürfnis frönt. Einige waren mal Funktionäre in kommunistischen Gruppen der Studentenbewegung, andere kommen vom Schwarzen Block oder sind bloß Anti-Ostdeutsche, die Kleinbürger verachten. Sie haben viele Sympathisanten in den Medien. Das verleiht ihnen viel mehr Einfluss auf politische Debatten, als gut ist. Eva C. Schweitzer zeigt die Ursprünge dieser Ideologie in den USA auf, legt den schädlichen Einfluss der Antideutschen offen und erklärt, wer hinter diesem Phänomen steckt.“ Quelle: Westend Verlag

Auf den ersten Blick vermeintlich fortschrittliche Bewegungen kommen meist aus den USA. Wir erinnern und etwa an Political Correctness (Politische Korrektheit). Damit verbundene Handlungen können aber durchaus totalitäre Ausmaße annehmen und statt für Gerechtigkeit zu sorgen Unrecht zur Folge haben.

Autorin Schweitzer berichtet von einem Fall in einer US-Universität. Da traf ein weißer Uni-Bediensteter während unterrichtsfreien Zeit eine farbige Studentin mit einem Lunchpacket im Gebäude an und fragte sie, was sie denn zu dieser Zeit da mache. Die Studentin beschwerte sich. Wegen vermeintlichen Rassismus wurden zwei Personen entlassen. Oder ein anderer Fall: Ein TIMES-Reporter zitierte lediglich das N-Wort. Er wurde gefeuert!

Eva C. Schweitzer erinnert in diesem Zusammenhang an den Roman „Der menschliche Makel“ von Philip Roth: Der Universitätsprofessor Coleman Silk steht vor dem Nichts. Ein einziges unbedachtes, angeblich rassistisches Wort genügte, um sein Leben zu zerstören: Als jüdischer Professor für klassische Sprachen und Literatur bezeichnet er in einem Seminar zwei unbekannte, permanent abwesende Studenten, als „dunkle Gestalten, die das Tageslicht scheuen“.

Als sich herausstellt, dass die beiden schwarzer Hautfarbe sind, wird der Vorwurf des Rassismus laut.

Sein glänzender Ruf ist verloren, seine lange Karriere beendet und seine Frau stirbt, da sie die Anfeindungen und den Druck ihrer Umwelt nicht mehr erträgt.

Eva C. Schweitzer: „Ja, wenn der Wahn Pirouetten dreht, verschwimmen die Farben“

Apropos schwarz! Eva C. Schweitzer zitiert aus der ZDF-Reportage 37 Grad aus Facebook, was schwarz bedeutet: „Keine Hautfarbe nämlich oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, sondern eine politische Selbstbezeichnung von afrodiasporischen Menschen mit Rassismuserfahrung.“ Das hinterlasse einen mit vielen Fragen. „Sind Inder aus Südafrika, Chinesen aus Angola, Juden aus Algerien und Araber aus dem Sudan schwarz, wenn sie in Europa Rassismus erfahren? Und was ist mit Afrikanern, die daheim bleiben – sind die nicht schwarz? Und welche Farben eigentlich Afroamerikaner und hier geborene schwarze Deutsche? Ja, wenn der Wahn Pirouetten dreht, verschwimmen die Farben.“

Falschdenk“

Mittlerweile, so die Autorin, würden an US-Universitäten Professoren oder auch Journalisten schon einmal des „Falschdenk“ bezichtigt. Die Studenten, so meine selbst Josef Joffe, gingen gegen die alten Eliten von gestern an. (Dazu ein Beitrag Joffes in der NZZ.)

Deren Frevel sei nicht das Tun, sondern das Sein, das Weißsein.

Wem, so Schweitzer, „würden in dieser Beschreibung nicht die Antideutschen einfallen oder ihre geistigen Väter, die Bücher verbrennenden Nazi-Stundeten, denn in Woke-Land haben die Antideutschen eine neue politische Heimat gefunden.“

Vorwort zum Buch von Eva C. Schweitzer

„In dem Film The Invasion of the Body Snatchers (Invasion der Körperfresser) landen riesige Schoten aus dem All in einer Kleinstadt in Kalifornien. Nach und nach nehmen die Schoten das Aussehen von den Menschen an, die dort leben, und ersetzen die insgeheim durch außerirdische Doppelgänger – Doppelgänger, die den Befehlen der Aliens folgen. Und nur langsam und ungläubig begreifen die echten Menschen, was gerade passiert. Der Kultfilm gilt als Parabel auf die McCarthy-Zeit oder auch auf den Sowjetkommunismus. Und ganz ähnlich wie in dem Film fühle auch ich mich gelegentlich, wenn ich manche alten Freunde wiedersehe. Ach, den haben sie jetzt auch durch einen woken Klon ersetzt …?

Bin ich nicht selbst eine von denen? Sicher, ich trete für gleiche Rechte für alle ein. Ich kaufe keine Käfig-Eier, und wenn ich einen Mietwagen nehme, dann einen Toyota Prius. Ich lebe in New York City, der multikulturellen Metropole des Westens. Meine Freunde sind schwul und polyamourös, arabisch und jüdisch, chinesisch und österreichisch, Apachen und Australier und natürlich Amerikaner. Und Deutsche, viele mit ähnlich internationalem Hintergrund wie ich.

Ich gucke Nachrichten auf BBC World, habe die New York Times abonniert, kaufe in der Bronx ein und kann mich mit einem chinesischen Händler über den angemessenen Preis für eine vom Lastwagen gefallene Flasche Chanel N˚5 streiten. Ich war auf der Gay Pride Parade, lange bevor die von Apple, Google und Facebook ferngesteuert wurde, und würde niemals einen Auftragnehmer ablehnen, weil er oder sie schwarz ist. Kurz, ich bin links, aber aus einer Zeit, wo die Linke für die Freiheit angetreten ist, nicht für die DDR 2.0.

Nun lebe ich selbst in der globalen, von den USA geschaffenen Woke-Republik, die letztlich ein Amalgam aus politischer Agenda, den Interessen globaler Konzerne und Popkultur darstellt. Und ich beobachte, wie Amerika die nach Deutschland exportiert – und wie Deutschland begeistert drauf einsteigt und Amerika gelegentlich sogar noch überbietet.

Fußballstadien leuchten in den Regenbogenfarben. In fast allen Werbespots tauchen Schwarze auf, kaum aber türkisch- oder arabischstämmige Menschen oder auch Russlanddeutsche, obwohl von ihnen wesentlich mehr in Deutschland leben und sie eigentlich als Zielgruppe relevanter wären. Unternehmen entscheiden, dass es in ihren Kantinen keine Currywurst mehr gibt.

Zeitungen gendern und nonbinären, was das Zeug hält, statt »Indianer« heißt es »I-Wort«, Kämpfer für Black Lives Matter lassen sich nicht mal von Corona davon abhalten zu demonstrieren, und die Innenstädte sind so multikulti, dass die Gentrifizierung nicht mehr auffällt. Deutschland fühlt sich manchmal wie ein riesiges Portlandia an, die halbfiktive Stadt in der Satiresendung über das Westküsten-Hipster-Paradies. Kuba ist wie die DDR mit Palmen. Die Woke-Republik Deutschland ist wie Amerika mit Vollkasko.

Es gibt ein Spielchen in Amerika, das geht so: Wann hast du gemerkt, dass die woken Zeitgeister Body Snatchers sind? Bei manchen weißen Studenten aus ärmlichen Verhältnissen fing das an, als sie von Professoren als »privilegiert« beschimpft wurden, die ihrerseits sechsstellige Gehälter bekommen.

Andere wurden skeptisch, als Black-Lives-Matter-Aktivisten die Plünderungen von kleinen Geschäften rechtfertigten, die meist Immigranten gehören. Bei manchen geschah es, als Leute, vor allem aus dem Arbeitermilieu, ihren Job verloren, wie etwa ein Lastwagenfahrer, dem (völlig zu Unrecht) vorgeworfen wurde, er habe aus dem Autofenster heraus White Power signalisiert. Es sind allesamt Habenichtse, die Opfer von Woke Capitalism wurden.

Bei mir fing es an, als biologische Männer Transfrauen genannt werden wollten – eigentlich weniger deswegen, von mir aus kann sich jeder als Klingone oder Indianerhäuptling identifizieren –, sondern weil fast alle großen Zeitungen und die Öffentlich-Rechtlichen das kritik- und gehirnlos mitmachen. Und nicht nur mitmachen, es ist, als sei dies das drängendste Problem in einer Zeit des Sozialabbaus und der globalen Flüchtlingsbewegungen.

Der New York Times war es ein größeres Anliegen, Transfrauen den Zugang zu Mädchentoiletten freizukämpfen, als über den Syrienkrieg zu berichten. Die Zeit präsentierte einen Transmann (eine biologische Frau), die, Wunder der Natur, schwanger war. Und irgendeiner von diesen über-woken Öffi-Ablegern forderte auf Facebook, obdachlose Frauen sollten kostenlos Tampons bekommen, bestand aber darauf, diese Frauen »Personen« zu nennen.

Das Schrille daran war, dass sich die folgende Debatte nur an diesem Begriff verbiss und nicht an der Forderung selbst, dass aber die Medienmacher keinen Millimeter von ihrer Terminologie abrückten – es war ihnen wichtiger, das identitätskarnevaleske Regelwerk in die Köpfe zu zementieren als obdachlosen Frauen zu helfen. Es war, als beobachte man Klone, die stur Befehle aus dem Weltraum befolgten.

Es ist nicht die Politik, die irritiert. Vor mir aus kann die Stadt Berlin Tampons an Neubürger aus Afghanistan verschenken. Irritierend ist das geforderte orwelleske Bekenntnis, dass zwei plus zwei gleich fünf ist. So wie bei Captain Picard, der fiktive Sternenflottenkapitän aus Star Trek, der einmal von den echsenartigen, bösen Cardassianern gefoltert wird; sie verlangen von ihm, dass er sagt, er sehe fünf Lichter. Es sind aber nur vier. Picard widersteht. Aber tun wir es?

Zeitgleich mit diesen vermeintlichen Grassroots-Bewegungen, die von oben kommen, von der Politik, den Medien, den Woke Capitalists, hat ein schleichender Paradigmenwechsel eingesetzt. Es gab einmal eine skeptische, linke Denktradition, dass die CIA Medienvertreter beschäftigt, dass die U. S. Army Attentate begeht, die dem Feind in die Schuhe geschoben werden, dass die NSA weltweit herumspitzelt und dass an der Kennedy-Ermordung oder 9/11 irgendetwas faul war.

Heute war noch bis vor Kurzem jeder ein verrückter Verschwörungstheoretiker, der sagte, Corona stamme aus einem Genlabor in China und nicht von einer halbgaren Fledermaus auf einem Restaurantteller. Und ja, ich bin geimpft.

Und alle diese Woke-Wellen kommen aus Amerika. Dort sind sie sogar noch verrückter und lauter, weil Amerika das Land des glänzenden Infotainments ist und nicht der grüblerischen Philosophen. Dort ist es das Ziel der woken Meinungsführer, ihre Nase ins Fernsehen zu halten und Geld zu verdienen. Deutschland hingegen lechzt nicht nach Geld, Spaß und Ruhm; es geht beim Gendern, beim Klimaschützen, beim Buntwerden und beim Vergangenheitsbewältigen ums Besserwissen und Vorschriftenmachen, gründlich wie Deutsche nun mal sind, bis alles in Scherben fällt.

Aber Vorschriften nur für andere: Wasser predigen und Wein trinken, Links blinken und rechts abbiegen.

Das bringt uns zu den Antideutschen – nicht bloß das Häuflein von ehemaligen K-Gruppen-Aktivisten, die sich zu Israelverteidigern und Irankriegstreibern weiterentwickelt haben, im Einklang mit ihren amerikanischen Vorbildern, den Neokonservativen. Sondern diese mehltauartige linke Stimmung, in Deutschland erst mal alles schlecht zu finden.

Denn das ist die eigentliche treibende Kraft des Woke-Wollens: Der Hang zur Selbstgeißelung, der eigentlich Fremdgeißelung ist, weil die Deutschlandschlechtfinder sich selbst nie mitmeinen. Sie glauben, sie kämpfen im Auftrag des Guten, Wahren und Schönen, des Friedens und des Antifaschismus. Tatsächlich sind sie kontrollfreakige Besserwisser, deren Lebensphilosophie es ist, andere zu bestandpauken, wo es langzugehen hat.

Diese Antideutschen wären ohne Amerika nicht denkbar. Sie sind das Ergebnis einer jahrzehntealten transatlantischen Beziehungskiste, aber nicht unbedingt das gewünschte oder auch nur ein brauchbares Ergebnis, eher eine Art Frankenstein’sche Kreatur. Die neueren deutschen Verrücktheiten sind die Spottgeburt einer Zwangsheirat des stolzen amerikanischen Sendungsbewusstseins, das im Wilden Westen wurzelt, mit dem deutschen Belehrbedürfnis. Das ist nicht gut für Amerika und nicht gut für Deutschland. Dieses Buch ruft dazu auf, selbst zu denken und selbst zu urteilen. Versucht es, es ist nicht gefährlich und man fühlt sich sofort besser. Dann verschwinden die Schoten von ganz allein.“

Die „unheimliche Allianz zwischen Neurechten, woken Antideutschen und amerikanischen Neokonservativen“

Der Untertitel ihres Buchs verspricht, eine „unheimliche Allianz zwischen Neurechten, woken Antideutschen und amerikanischen Neokonservativen“ aufzudecken. Und das tut Schweitzer auf das Gründlichste!

Werden wir bald verstummen?

Ein gewisser Totalitarismus schlägt immer mehr zu. Werden wir bald verstummen ob der ganzen immer irrer werdenden sprachpolizeilichen Vorschriften? Was dürfen wir noch sagen? Was, wie schreiben? Welche Filme dürfen nur noch wie gedreht werden? Schweitzer: „Noch mehr leidet der Journalist Deniz Yücel an Deutschland. Er schlug einmal in der TAZ vor, Deutschland zwischen Polen und Frankreich aufzuteilen. Der baldige Abgang der Deutschen ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.“ (…) „Allerdings sein Ausflug in die warme völkersterbfreie Türkei endet damit, dass die deutsche Regierung den mutigen Journalisten in freudloser Kleinarbeit aus Erdogans Knast herauspauken musste“, so Schweitzer weiter.

Hilfe!

Weiße dürfen keine Schwarzen mehr spielen (Black Facing!), dürfen Ukrainer bald nur noch von Ukrainern gespielt werden? Nach den neuen Amazon-Richtlinien dürfe nicht mehr jeder jeden spielen. In alle Filmen müssten wenigstens 30 Prozent Frauen und 30 ethnische Minderheiten gecastet werden. Jeder Film solle mindestens eine Figur haben, die LGBTQIA ist oder behindert. Sowie drei Sprechrollen in dem Land wo der Film spielt, ethnisch unterrepräsentiert sind. Was hieße, in jeden in Deutschland spielenden Amazon-Film müssten mindestens drei Bayern dabei sein, von denen einer schwul ist. Und die Schauspieler müssten die gleiche Behinderung oder sexuelle Orientierung haben wie die Rolle! Schweitzer: „Der Muppet-Show wird künftig eine Warnung vorgeschaltet: Nicht politisch korrekt.“ Hilfe!

Cancel Culture und Wokeness

Cancel Culture und Wokeness werden immer mehr zu einem Übel unserer Zeit. Und zeigen: gut gemeint ist nicht immer gut getan.

Schweitzer: „Ich kann es kaum erwarten den ersten gewaltfreien Roman mit einer übergewichtigen behinderten, indigenen Transmuslimin als Heldin zu lesen, die gegen Antisemitismus kämpft, indem sie Nazis mit Humusbällchen bewirft, während sie Secondhandklamotten trägt. Denn hauptsächlich richte sich Canceln gegen Linksabweichler und Liberale, so wie Stalin die Moskauer Prozesse ja auch gegen Trotzkisten und Abrünnige geführt hat und nicht gegen Nazis.“

Die Cancel-Debatten in den USA hätten alle Elemente der postalinistischen DDR-Debattenunkultur, die sich auch in westdeutschen K-Gruppen wiedergefunden hätten: „Dir fehlt der Klassenstandpunkt. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Das spielt dem Klassenfeind in die Hände. Ihr seid Konterrevolutionäre.“

Das reicht soweit, sich von den „Sündern“ fernhalten zu sollen. „Um nicht per Kontaktschuld vom Bann getroffen zu werden.“

Letztlich ist das Woke-sein eine religiöse Bewegung. Aber die USA sind ja auch sehr religiös. Das passt also“

Woke-sein, heißt ja „erwacht“ zu sein. Schweitzer: „Letztlich ist das Woke-sein eine religiöse Bewegung. Aber die USA sind ja auch sehr religiös. Das passt also.“

Das Gendern und das Woke-sein, befindet die Autorin, sei eine Forderung von Oben und keineswegs eine von Betroffenen.

Und den Betroffenen verhilft das Eine wie das Andere auch kaum zu einem besseren Leben.

Die meisten Menschen dürften sich schlichtweg auch gar nicht dafür interessieren. Schließlich haben sie andere Sorgen.

Das Unwesen der Faktchecker

Dankenswerterweise hat sich Eva C. Schweitzer auch mit dem Unwesen der sogenannten Faktchecker befasst. Etwa scheint Patrick Gensing (ARD, Tagesschau) auf oder David Schraven, der Mitbegründer und Autor der Ruhrbarone, dem Gesellschafter und Geschäftsführer des „Recherchebüros correctiv“, Ausgerechnet dieses Büro maßt sich an auf Facebook vermeintliche Fake-News auszumachen und Hate-Speech zu löschen.

Lesenswert!

Sehr lesenswert, weil interessant sind auch die historischen Hintergründe, hauptsächlich die USA betreffend, welche uns die Autorin in ihrem wirklich empfehlenswerten Buch aufzeigt.

Messerscharfe Analysen und knallharte Auseinandersetzung mit der Thematik sind im Buch in neun Kapiteln zu finden. All das gut lesbar und manchmal wunderbar satirisch zugespitzt bis sarkastisch austeilend niedergeschrieben, wo es tatsächlich am Platze ist. War hier und da auch mein Schmunzeln beim Leser auslöst. Oder ein Lachen, dass, einen zwei Zeilen später auch wieder vergehen kann. Wenngleich man wiederum oft mit dem Kopfe schütteln muss und einem der Kamm schwillt über so viel Wahnsinn, der uns in der heutigen Zeit zugemutet wird. Ein Buch, das mit Gewinn zu lesen ist. Sehr gut, hoch informativ und noch dazu fesselnd geschrieben.

Mögen wir aufwachen und uns nicht mehr alles bieten lassen. Woke heißt erwachen. Ja. Aber, ich habe beim Lesen des Buches den Eindruck gewonnen, dass die Leute, die meinen „woke“ zu sein, wohl eher einer Verblendung erlegen sind und den Boden unter den Füßen verloren haben. Mit Nach-Denken, dem Ergründen und Reflexion der Realität haben die Woken anscheinend nicht viel am Hut. Wokeness scheint mir ein schwerer Fehler, ein Holzweg zu sein, von welchem wir uns schleunigst abwenden sollten. Denn unsere Gesellschaft verbessert der gewiss nicht. Im Gegenteil.

Dr. Eva C. Schweitzer

Dr. Eva C. Schweitzer, geboren 1958 in Stuttgart, ist eine deutsche Amerikanistin, Journalistin und Buchautorin. Sie war Redakteurin bei der taz und beim Tagesspiegel und arbeitet als USA-Korrespondentin für Die Zeit, die Berliner Zeitung, die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Rundschau und Cicero. Sie schrieb für die Welt am Sonntag, die Financial Times Deutschland und die taz und veröffentlichte das Brettspiel “Kreuzberger Stadtkartell”. Sie bekam den Theodor-Wolff-Preis für einen Artikel über einen Mord in der Berliner Bauszene. Sie hat in München und Berlin Germanistik, Journalistik und Amerikanistik studiert und an der Humboldt Universität promoviert. Sie ist Mitglied bei der Foreign Press Association, der National Writers Union, Living Liberally, der IG Medien und dem ADAC. Für einen Artikel über einen Mord in der Berliner Bauszene zur Zeit der Wende erhielt sie 1992 den Theodor-Wolff-Preis

Eva C. Schweitzer

Links blinken, rechts abbiegen

Die unheimliche Allianz zwischen Neurechten, woken Antideutschen und amerikanischen Neokonservativen

 

Erscheinungstermin:

11.10.2021

Seitenzahl:

224

Ausstattung:

Klappenbroschur

Artikelnummer:

9783864893421

  • Buch

18,00 €

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Westend Verlag – Interview mit Autorin Dr. Eva C. Schweitzer

Tagesschau hetzt gegen China

 
Wie die Tagesschau gegen China hetzt

von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Vergleichen wir mal eine ARD-aktuell-Leistung mit einem typischen Bild-Zeitungs-Angebot: „Verteidigungszone Taiwans / China provoziert mit Kampfjets“ titelte die Internet-Seite Tagesschau.de am 3. Oktober. „China fliegt mit 39 Kampfjets über Taiwan“, behauptete das Berliner Käseblatt am selben Tag. Beide Alarmmeldungen bestanden hauptsächlich aus heißer Luft.

Auch ARD-aktuell ist Wiederholungstäter: „China schickt Kampfjets Richtung Taiwan“, meldete die Redaktion fälschlich bereits am 16. Juni und befolgte am Samstag, 9. Oktober, ein da capo: „… hatte Peking mehrfach (sic!) dutzende Militärflugzeuge in den taiwanesischen Luftraum geschickt“. Das kommt davon, wenn man sich ausschließlich auf transatlantisch genormte Nachrichtenagenturen wie Reuters und AP stützt, deren Quellenmaterial nicht überprüft und nicht einmal im Atlas nachguckt oder in einem Lexikon.

Dass die Herrschaften sich korrigieren, sich bei ihrem Publikum für ihre Fehlleistungen entschuldigen und dann auch andere als die US-hörigen Agenturen in ihr Redaktionssystem einspeisen, ist – wir wissen es längst – nicht zu erwarten. Es wäre geradezu revolutionär.

Bleiben wir also noch beim Zitieren aus den hier angesprochenen Falschnachrichten, wenigstens auszugsweise. Man muss sich den bösen Text schon mal auf der Netzhaut zergehen lassen und zumindest auszugsweise im Wortlaut lesen, was die Könner von ARD-aktuell und Bild sich dank Reuters– und AP-Dröhnung zurechtfantasierten. Tagesschau.de:

„Erneut haben chinesische Kampfjets für Aufregung in Taiwan gesorgt. 39 Maschinen drangen nach taiwanischen Angaben in die Luftverteidigungszone ein … nahe den Pratas-Inseln … teilte das Verteidigungsministerium in Taipeh mit. Es habe sich zumeist um Maschinen vom Typ J-17 und SU-30 gehandelt. Taiwanische Kampfflugzeuge seien in zwei Wellen aufgestiegen, um die chinesischen Flugzeuge zu vertreiben. Zudem seien Flugabwehrsysteme zur Überwachung aktiviert worden, so das Ministerium.“ 

Was es mit den Pratas-Inseln, Taiwans „Luftverteidigungszone“ und der Mitteilung des taiwanesischen Ministeriums auf sich hat, klären wir gleich. Zunächst noch die Version des Springer-Blatts von der US-amerikanischen Propagandaplatte. Bild-Zeitung:

„Die Spannungen zwischen China und Taiwan verschärfen sich zusehends. Die Volksrepublik sieht den Inselstaat als Teil ihres Staatsgebiets, den es zurückzuerobern gilt. Und das mit aller Macht! Die chinesische Luftwaffe ist am Samstag mit Kampfflugzeugen wieder in den Luftraum Taiwans eingedrungen. Das taiwanische Verteidigungsministerium teilte mit, zuerst seien 20 chinesische Kampfflugzeuge in der Nähe der Pratas-Inseln aufgetaucht. … Mit insgesamt 39 Kampfflugzeugen habe das Aufgebot an Maschinen die bisherige Höchstzahl vom Freitag noch übertroffen.“ 

 

Ein erster Blick in den Atlas (der den ARD-aktuell-Redakteuren durchaus zuzumuten gewesen wäre): Die Pratas-Inseln – ihr chinesischer Name ist „Dong sha qun dao“ und bedeutet „Östliche Sandinseln“ – liegen im Südchinesischen Meer, südlich des chinesischen Festlands. Taiwan hingegen liegt östlich davon, im Ostchinesischen Meer. Nicht nur der Tagesschau-Titel „China schickt Kampfjets Richtung Taiwan“ und erst recht die Bild-Schlagzeile „China fliegt mit 39 Kampfjets über Taiwan“ sind allein deshalb purer Unsinn.

Die Pratas-Inseln sind vom chinesischen Festland gut 250 Kilometer entfernt, von Taiwan jedoch 400 Kilometer, wie man mittels „Google Maps“ leicht nachmessen kann. Der Zankapfel: Beijing beansprucht die Inselgruppe für sich, aber Taiwan übt nach wie vor die Kontrolle darüber aus und unterhält eine Marinebasis mit Flugplatz auf dem winzigen, knapp zehn mal zehn Kilometer bedeckenden Atoll; es hat einen Überwasser-Anteil von nur 1,7 Quadratkilometern, der Rest ist Lagune. Von rund 200 taiwanesischen Marinesoldaten abgesehen ist das Atoll unbewohnt und für Zivilisten unzugänglich. Einen anderen als rein militärischen „Nutzen“ hat es nicht. Die Unterhaltskosten des Stützpunkts stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu seinem Gebrauchswert. Der liegt nur im politischen Prestige und in seiner strategisch interessanten Lage.

Kleiner, aber feiner Unterschied

Was hat es nun mit „Taiwans Luftverteidigungszone“ auf sich, deren Verletzung sowohl im Tagesschau-Text als auch in der Bild hervorgehoben wird? Beide Medienerzeugnisse berufen sich auf Mitteilungen des Verteidigungsministeriums in Taipeh. Das darin verwendete Kürzel „ADIZ“ steht für den englischen Begriff Air Defense (and) Identification Zone. Nach üblichem Verständnis ist damit ein Luftraum gemeint, in dem sich alle, auch zivile Flugzeuge im Interesse der nationalen Sicherheit des fraglichen Landes orten und identifizieren lassen (sollen), und zwar lange bevor sie in dessen tatsächliches Hoheitsgebiet einfliegen. Eine ADIZ ist also meist wesentlich größer und keineswegs identisch mit dem völkerrechtlich konkret definierten Lufthoheitsraum über einem souveränen Staat. 

Das Konzept der ADIZ ist vielmehr recht willkürlich, in keinem internationalen Vertrag geregelt und wird von keinem internationalen Gremium verwaltet und angewandt. Eine über das staatliche Hoheitsgebiet hinausreichende ADIZ dient denn auch lediglich dazu, der fraglichen Regierung mehr Zeit zu geben, auf die Annäherung möglicherweise feindlicher Flugzeuge zu reagieren. Nur einige, bei weitem nicht alle Länder haben einseitig eine ADIZ deklariert und fordern jedes dort einfliegende Flugzeug auf, sich zu identifizieren. Diese Aufforderungen werden häufig und folgenlos ignoriert, weil hinter der unverbindlichen ADIZ kein einklagbares Hoheitsrecht steht. Üblicherweise überlappt eine ADIZ aber auch kein fremdes Hoheitsgebiet.

US-typisch großmäulig

Die ersten ADIZ wurden von den USA während des Koreakrieges und nach imperialistischer Manier deklariert. Auch Taiwans ADIZ ist eine US-Schöpfung aus jener Epoche. Entsprechend herrschsüchtig und anmaßend fiel sie aus. Sie ragt weit ins chinesische Festland hinein, ins unbestreitbare Hoheitsgebiet der Volksrepublik China: in die Provinzen Fujian, Zhejiang und Jiangxi sowie in einen Teil des Ostchinesischen Meeres. Nur ein Teil der ADIZ Taiwans umfasst dessen „Ausschließliche Wirtschaftszone„. Selbst die steht jedoch völkerrechtlich infrage, weil Taiwan nun einmal kein international anerkannter und bei den UN als Mitglied vertretener Staat ist. Nur 19 Länder, alle von der Größenordnung Paraguay, Swasiland und drunter, unterhalten noch reguläre diplomatische Beziehungen zu Taipeh; der Vatikanstaat ist unter ihnen das einzige europäische Land. Auch die USA nutzen Taiwan lediglich als handelspolitisch sowie geostrategisch bedeutenden Posten unmittelbar vor der Ostküste Chinas.

Ungeniert zeigt das Ministerium in Taipeh mit einer Landkarte die Dreistigkeit seines ADIZ-Anspruchs auf Gebiete der Volksrepublik. Eine bezüglich der Grenzziehung identische Karte erscheint auch auf der Internetseite der neuseeländischen „Global Security„. Sie weist ebenfalls die ADIZ Chinas, Südkoreas, Japans und Taiwans aus und zeigt, dass sich außer der südkoreanischen alle Zonen überschneiden, jedoch nur die taiwanische obendrein auf fremdes, nämlich das chinesische Hoheitsgebiet übergreift.

Das taiwanesische Verteidigungsministerium macht übrigens keinen Hehl daraus, dass es die Überflüge der volksrepublikanischen Kampfjets über den Südwestzipfel seiner weitgezogenen ADIZ keineswegs für dramatisch oder gar für existenziell gefährlich hält; sie werden als lästig, aber im Wortsinne alltäglich betrachtet. Am 1. Oktober, dem Nationalfeiertag der Volksrepublik China, gab es lediglich eine Extraportion dieser militärischen Übungsflüge über das Atoll.

Militärische Übungsflüge

Hätten sich unsere Qualitätsjournalisten die Mühe gemacht, erst einmal die Grundlagen der aufbauschenden Agenturmeldungen der kanadischen Thomson Reuters  

China begeht seinen Nationalfeiertag mit massiven Luftangriffen in der Nähe von Taiwan“

 und der US-amerikanischen Associated Press  

Spannungen durch verstärkte chinesische Flüge in der Nähe von Taiwan“ 

zu untersuchen, dann wäre ihnen die irreführende Zielsetzung dieser Propagandisten aufgefallen. Ob die Tagesschau-Größen dann darauf verzichtet hätten, den vergiftenden Unfug zu senden, ist leider eine andere Frage.

Nicht einmal das Verteidigungsministerium in Taipeh verstieg sich zu der Behauptung, VR-chinesische Kampfjets hätten den Lufthoheitsraum über Taiwan verletzt oder gar die Insel selbst angegriffen. Das anzudeuten blieb den Reuters– und AP-Hetzern vorbehalten. Sie verfälschten militärische Übungsflüge der VR China über das südliche Pratas-Atoll in einen Aggressionsakt auf den östlichen Nachbarn Taiwan. Und die Tagesschau betete die AgitProp-Texte nach.

Dazu musste das begnadete journalistische Fachpersonal allerdings die Augen schließen und das Denken gänzlich einstellen, denn Logik hätte nur gestört: Wenn wirklich chinesische Kampfjets in die Hoheitszone Taiwans eindrängen, würde dessen Flugabwehr mit dem Abschuss von Boden-Luft-Raketen reagieren. Die USA würden ihre nächstgelegene Flugzeugträgerflotte in Marsch setzen, der Krieg mit China würde beginnen. Von entsprechend substanzieller Verletzung des Luftraums über Taiwan konnte hier aber keine Rede sein. Nur von „Luftaktivitäten in der südwestlichen ADIZ„. Beim Pratas-Atoll also, gut 400 Kilometer von Taiwan entfernt.

 

Angemessen vorsichtig war denn auch die Mitteilung des taiwanesischen Verteidigungsministeriums: Die eigenen Kampflugzeuge seien aufgestiegen, Funkwarnungen geschickt und Luftabwehrraketen abschussbereit gemacht worden, „um die Aktivitäten zu überwachen“ (engl. Originaltext: „to monitor the activity“). Dass die chinesischen Jagdbomber zum Abdrehen gezwungen worden seien, wie von der Tagesschau angedeutet, wurde nicht behauptet. Es gab auch sonst keine Berichte über „gefährliche Annäherungen“ oder gar von Warnschüssen. Solche irrigen Vorstellungen legten nur Reuters, AP und die Tagesschau nahe.

Blind für das Widersprüchliche

Bei halbwegs korrekter journalistischer Arbeitsweise wäre den ARD-aktuell-Redakteuren eine Besonderheit aufgefallen: Die AgitProp-Meldung

„China marks national day with mass air incursion near Taiwan“ („China begeht den Nationalfeiertag mit massenhaften Überflügen nahe Taiwans“, Übers. d. Verf.).

erschien bei Thomson Reuters am 1. Oktober um 01.30 Uhr (Ortszeit), wurde acht Stunden danach von AP übernommen und noch am Abend desselben Tages von der in Hongkong erscheinenden South China Morning Post gebracht. Hier unter dem Titel

38 Chinese warplanes enter Taiwan’s air defense zone“ („38 chinesische Kampfflugzeuge dringen in Taiwans Luftverteidigungszone ein“, Übers. d. Verf.).

Zum Nachschmecken: Die South China Morning Post ist eine in Hongkong gedruckte und dort verbreitete Tageszeitung. Dass auch sie offensichtlich soviel Pressefreiheit genießt, einen reichlich Beijing-feindlichen AgitProp-Artikel US-amerikanischer und kanadischer Nachrichtenagenturen zu veröffentlichen, fiel unseren Könnern in der ARD-aktuell-Redaktion nicht als bemerkenswert auf, obwohl doch die Behauptung, Beijing unterdrücke die Pressefreiheit, zum transatlantisch-deutschen Glaubensbekenntnis gehört.

Steigbügelhalter

Wir Deutsche gut, Chinesen böse. Die USA postulieren das Feindbild China, und ihr Aberglaube soll sich auch bei uns wieder festsetzen und gepflegt werden, wie zu Kaiser Willems Zeiten. Dazu leisten die Meinungsmacher der Tagesschau verdienstvolle Beiträge. Nach Art des Hauses inzwischen schon auf demselben primitiven Niveau wie Springers journalistische Krawallbrüder. Die ARD-aktuell hat den Baerbocks, Habecks, Göring-Eckardts und Bütikofers die Steigbügel zum Regierungseintritt gehalten. Jetzt übernimmt sie in vorauseilendem Gehorsam der kommenden Koalitionsregierung gegenüber die grün-aggressive, chinafeindliche Schaumschlägerei in die Regelberichterstattung der Tagesschau.

Schon die abgewählte schwarz-rote Koalition konnte sich gegenüber Deutschlands wichtigstem Handelspartner China allerhand Maulheldentum erlauben, ohne eine distanziert-kritische Berichterstattung der Tagesschau fürchten zu müssen. Auf Anordnung der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer durchfuhr die Fregatte „Bayern“ soeben erst das Südchinesische Meer, eine lachhafte maritime Aufschneiderei. Erklärtermaßen nimmt die „Bayern“ allerdings nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, an dem dortigen US-geführten Dauer-Manöver „Operation Freiheit der Seefahrt“ („Freedom of Navigation Operation, FONOP“) teil.

Von diesem Manöver einer riesigen multinationalen Flotte geht weit größere Gefahr für den Weltfrieden aus als von den paar chinesischen Demonstrationsflügen über den Pratas-Inseln. Dutzende vorwiegend US-amerikanische und britische Kriegsschiffe toben sich im FONOP-Rahmen aus, weniger der „Freiheit der Seefahrt“ wegen als vielmehr zwecks Provokation der Volksrepublik China. Übrigens: Außenminister Maas hatte – man fasst es nicht – in Beijing anfragen lassen, ob unsere Fregatte „Bayern“ auch zu einem Hafenbesuch in Schanghai eingeladen werde. (nach Vorbeimarschfahrt an Taiwan. Hasch mich, ich bin der Frühling). Uns‘ Heiko. Der größte Außenminister aller Zeiten. Bald ist auch er Geschichte.

Noch dümmer und schlimmer geht’s aber immer – bei ARD-aktuell, Bild-Zeitung & Co.

 

Das Autoren-Team: 

Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 bis 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Redakteur. 1975 bis 1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der Tagesschau, von 1992 an in der Kulturredaktion für N3. Danach Lehrauftrag an der Fu-Jen-Universität in Taipeh.

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

 

Das Autoren-Team:

Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 bis 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Redakteur. 1975 bis 1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der Tagesschau, von 1992 an in der Kulturredaktion für N3. Danach Lehrauftrag an der Fu-Jen-Universität in Taipeh.

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog


[«1] tagesschau.de/ausland/asien/taiwan-china-luftwaffe-101.html

[«2] bild.de/politik/ausland/politik-ausland/invasion-im-luftraum-china-fliegt-mit-39-kampfjets-ueber-taiwan-77854072.bild.html

[«3] tagesschau.de/ausland/asien/taiwan-china-flugzeuge-101.html

[«4] tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-45203.html

[«5] google.com/maps/@20.5807139,116.8865343,7.12z

[«6] de.wikipedia.org/wiki/Dongsha-Inseln

[«7] goo.gl/maps/wHhoV4FTpLWNp8VDA

[«8] bit.ly/3ipQ7e6

[«9] mnd.gov.tw/english/Publish.aspx?title=News%20Channel&SelectStyle=Military%20News%20Update%20&p=79128

[«10] de.wikipedia.org/wiki/Abkürzungen%2FLuftfahrt

[«11] de.wikipedia.org/wiki/Lufthoheit

[«12] en.wikipedia.org/wiki/Air_defense_identification_zone

[«13] image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/none/path/sa512a6954d219eb2/image/id5b99c44f7abdcb0/version/1633359934/image.png

[«14] de.wikipedia.org/wiki/Ausschließliche_Wirtschaftszone

[«15] ripleybelieves.com/countries-that-recognize-taiwan-2651

[«16] deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/515029/Bericht-US-Spezialeinheiten-waren-auf-Taiwan-aktiv

[«17] twitter.com/mondefense/status/1443975956578795522

[«18] globalsecurity.org/military/world/taiwan/adiz.htm

[«19] mnd.gov.tw/english/PublishTable.aspx?types=Military%20News%20Update&Title=News%20Channel&Page=1#

[«20] reuters.com/world/asia-pacific/evoking-mao-china-likens-taiwan-foreign-minister-shrilling-fly-2021-10-01/

[«21] apnews.com/article/tensions-flare-chinese-flights-near-taiwan-02b30ed449f663cf53ef0782482e35e9

[«22] scmp.com/news/china/military/article/3150933/25-chinese-warplanes-enter-taiwans-air-defence-zone

[«23] dw.com/de/deutschland-schickt-fregatte-bayern-in-den-indopazifik/a-58730154

[«24] giga-hamburg.de/de/publikationen/20691035-south-china-lawfare-fighting-over-freedom-navigation/#

[«25] foreignpolicy.com/2021/04/06/freedom-of-navigation-operation-china-us-maritime-law/

[«26] wsws.org/en/articles/2021/07/20/scse-j20.html

[«27] southfront.org/hms-queen-elizabeth-leads-16-more-international-warships-into-south-china-sea-on-freedom-of-navigation-patrol/

[«28] rnd.de/politik/china-sagt-besuch-von-deutscher-fregatte-bayern-in-suedchinesischem-meer-ab-PRWFGLDLJ5EMRK5ZFFBQEAFA4Q.html

[«29] heise.de/tp/news/Kanonenboot-Bayern-In-China-nicht-willkommen-6195272.html

[«30] de.nachrichten.yahoo.com/laschet-warnt-kaltem-krieg-gegen-072051451.html

Friedhelm Klinkhammer (li.) und Volker Bräutigam (re.) währender der Medienkonferenz der IALANA in Kassel. Foto: Claus Stille

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

„Der große Corona-Betrug. Eine NachDenkHilfe und Einladung zum Selber-Denken“ Von Stefan Lehnhoff. Rezension

Das sind Zeiten heute. Da schreibt der Autor der hier zu besprechenden Broschüre einleitend unter der Überschrift „Warum diese Broschüre entstand“:

„Sie werden sich was trauen müssen, wenn sie diese Broschüre lesen. Sie müssen sich Offenheit trauen, sehr unbequeme Wahrheiten ertragen, und damit Sie auch sicher sein können, dass es Wahrheiten sind, selber forschen, lesen und recherchieren. Vor allem müssen Sie denken, logisch denken. Wenn Sie so sind wie über 95% der Menschheit, werden Sie das erst richtig lernen müssen zu tun.“

Demnach muss auch ich mir als Rezensent wohl auch „was trauen müssen“, wenn ich über diese Broschüre schreibe?

Womöglich. Denn ich behaupte einmal, es wird wohl sonst kaum einer tun. Aber bestimmte Dinge müssen eben getan werden. Gerade in Zeiten wie heute. Denn ist viel im Argen.

Sie, lieber Leserinnen und Leser, werden sofort die Worte der Einleitung verstehen, wenn Sie ich Ihnen den Titel dieser Broschüre von Stefan Lehnhoff zur Kenntnis gebe: „Der große Corona-Betrug. Eine NachDenkHilfe und Einladung zum Selber-Denken.“

Na, verstehen Sie? Trauten Sie sich diese Broschüre zu bestellen – sie gar zu lesen?

Welcher Verlag, welches Medium hätte den Mut, den Text zu veröffentlichen?

Autor Stefan Lehnhoff:

„Wenn Sie diesen Text lesen, dann wahrscheinlich als Gratis PDF im Internet herumgereicht. Die meisten Verlage nehmen keine regierungskritischen Bücher mehr an )JA, das ist so!) und Corona-Bücher gibt es heute (Januar 2021) auch schon diverse und vor Allem habe ich es eilig.“

Lehnhoff verkündet: „Sie werden auch meine Arroganz ertragen müssen. Ein ehemaliger Innenminister hätte es vielleicht so ausgedrückt: ‚Teile der Wahrheit würden die Bevölkerung verunsichern.‘ Das aber ist genau mein Ziel: Sie aus falscher Sicherheit zu holen – das kann weh tun – und zwar nachhaltig.“

Lehnhoff bekennt: „Aber selbst dann, wenn es mir gelingen sollte einen Verlag zu finden – die finanziellen Aussichten sind schlechter als das, was dem gesetzlichen Mindestlohn entspräche. Nein, ich mache es, um mein Gewissen zu beruhigen. Ich habe nicht mal Enkel, aber ich will auch von anderer Leute Enkel nicht wieder gefragt werden: „Warum hast Du nichts getan?“

Eindrücklich und aufrichtig schreibt der Autor:

„Daher bitte ich Sie mir nichts zu glauben. Wirklich nichts. Ich werde auch so gut wie keine Quellen angeben – Quellen kann man selektieren, wie man Statistiken manipulieren kann – suchen Sie selbst – ich will, dass Sie es selbst herausfinden!“

Und noch eine Anmerkung von Stefan Lehnhoff sei dem Verständnis halber zitiert:

„Ein bezeichnender Unterschied zwischen Corona-Betrügern und den Aufklärern ist beispielsweise dieser: Auf der Website des Schweizer (Anticoronamaßnahmen-)Aktivisten Roger Bittel steht: ‚Glauben Sie mir nichts‘. Professor Wieler, der Chef des RKI (Robert-Koch-Instituts, ein Teil des Bundesministeriums für Gesundheit – nicht etwa ein unabhängiges oder neutrales Institut) wurde mit folgendem Satz, ausgesprochen auf einer Pressekonferenz im Frühjahr 2020, berühmt-berüchtigt: „Diese Regeln dürfen überhaupt niemals hinterfragt werden.“ Ziehen Sie ihre Schlüsse aus dieser Gegenüberstellung selbst.“

Bevor Lehnhoff „in die Geschichte des großen Corona-Betrugs“ einsteige, wie er schreibt, schalte er noch ein Kapitel vor, „das Ihnen helfen soll, richtig zu denken.Was? Richtig zu denken!? Ja, damit ist nicht eine Meinung oder Überzeugung gemeint, sondern wie man korrekt Informationen evaluiert – dieses Instrument ist nützlich für alles, was Sie je im Leben verstehen wollen, aber nicht nützlich für die gemütliche Dummheit.“

Lieber geistig reich sein

„Ich habe Sie gewarnt“, so Lehnhoff (S.6), „es steht schon in der Bibel, und alle Ur-Mythen sind voll von der Schilderung der Gefahren der Erkenntnis: Seelig sind die geistig armen, denn Ihrer ist das Himmelreich. Ich glaube an kein Himmelreich, deswegen möchte ich lieber geistig reich sein – damit das Leben im eigentlichen Sinn des Lebens erbaulich ist – hier und jetzt!“

Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“

Das sich daran anschließende Kapitel trägt den Titel: „Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“.

Lehnhoff zitiert: „Wir sind im Krieg“ – so lautet der entscheidende Satz des französischen Staatspräsidenten Macron im März 2020, als er massive Einschränkungen der Grundrechte einleitete. Und schon dieser Satz enthielt eine Lüge“, stellt Lehnhoff fest, „ – denn gemeint war angeblich ein Krieg gegen ein Virus, aber begonnen wurde ein Krieg gegen das eigene Volk …

Jeder, der schon einmal ein Verkaufstraining hinter sich gebracht hat, kennt diesen Satz: Information entsteht beim Empfänger. Es kommt nicht darauf an, was man gesagt oder gemeint hat, sondern was der Empfänger versteht. Philosophisch betrachtet ist alle Welt Innenwelt. Realität wird von unserem Hirn mit Hilfe unserer Sinne aufgebaut – sie ist nicht absolut auch auch nicht beweisbar. Wir alle könnten unsere Existenz und sämtliche unserer Sinneseindrücke träumen. Fragen Sie mal einen LSD-Konsumenten.“

Experten und „Experten“. „Will die Welt betrogen und hinters Licht geführt werden?“

Wir alle haben erfahren müssen, dass die Corona-Pandemie eine Hochzeit der Experten, bestimmter! Experten, ist. Lehnhoff nennt beispielsweise Professor John Ioannidis von der Stanford University – einer, der, wie er schreibt „(zu Recht!) meist zitierten Wissenschaftler überhaupt“.

Aber auch er wurde attackiert und viel zu selten habe man auf ihn gehört.

Stefan Lehnhoff fragt: „Will die Welt betrogen und hinters Licht geführt werden? Wenn Sie als Bürger oder Steuerzahler sich den ‚Experten‘ ausliefern, werden Sie meist ausgequetscht und angelogen – manchmal, aber nur manchmal, werden Sie auch gut informiert. Dagegen können Sie nur eines tun – selbst denken!“

Dafür müsse man nicht studiert haben. Lehnhoff selbst hat studiert, „sogar an einer sogenannten Eliteuni, ich habe summa cum laude promoviert und wurde kurz darauf von einem frisch gebackenen Nobelpreisträger für Chemie – der Preis war sogar ungeteilt, was selten ist – in sein Team geholt.“

„Und“, gibt er zu bedenken, „ich war Humboldt-Stipendiat. Wissen Sie, was ich mir darauf einbilde: Nichts! Ich habe Professorinnen von der gleichen Uni hanebüchenen Unsinn in Fernsehtalkshows sagen hören; kurz nach mir hat eine Kommilitonin promoviert, deren Kompetenz aus meiner Sicht eher für eine Laborantin gereicht hätte: ich habe etliche Nobelpreisträger kennengelernt, die abgesehen von sozialer Deformation auch sonst ziemliche Idioten waren.“

Beginnen Sie zu verstehen, verehrte Leser?

Stefan Lehnhoff hält nicht hinterm Berge. Zurückhaltung, die er schätze, hat er erkannt, „kann auch zur Verharmlosung mutieren – insbesondere in diesen Zeiten“. Und weiter: „Mich hat das so sehr erschreckt, dass ich mich schnell aus dem Wissenschaftsbetrieb zurückgezogen habe.“

Lehnhoff sagt, was ist. Sagen, was ist. Das Motto des Nachrichtenmagazins SPIEGEL. Welchem das einstige Nachrichtenmagazin schon lange nicht mehr folgt. Und in der Corona-Krise die allermeisten Medien auch nicht beherzigen. Ganz im Gegenteil!

Offenheit und Information von Anfang der Corona-Pandemie an

Neben der Offenheit, die Stefan Lehnhoff in seinem Text pflegt, ist lobenswert zu erwähnen, dass er die ganze Corona-Pandemie von Anfang an Revue passieren lässt. Warum? Der Mensch ist bekanntlich sehr vergesslich.

Da wird die Frage beackert, wer Christian Drosten (S.22) ist, was es mit dem Bergamo-Komplex (S.25) auf sich hat, es wird über den Sommer berichtet, da sich Widerstand formierte (S.48), sowie über den Sonderfall Schweden (S.56) und über vieles andere mehr bis hin zum Kapitel „Die Impfung – und bist Du nicht willig, so brauch in Gewalt“ (S.63)

Verständlicherweise wird auch „Der politisch-mediale Komplex“ S.70) ins Visier genommen. Eine bedenkliche Verquickung, die mit dazu diente – muss man es nicht so ausdrücken? – die Pandemie am „köcheln“ zu halten.

Und auf etwas Grundlegendes wird natürlich hingewiesen – wie das auch andere bereits vor dem Autoren und Wissenschaftler getan haben: „Ohne den untauglichen PCR-Test gäbe es keine Pandemie.“

Cui bono?

Nicht zuletzt möchte ich die Leser dazu auffordern das Kapitel „Cui Bono?“ (S.81) gründlich zu lesen. Es hebt so an: „Eigentlich es ist ziemlich absurd, dass diejenigen Menschen, die klare Sachargumenten und saubere wissenschaftliche Daten verwenden, als Gegenargument hören – „aber warum sollten das all diese Politiker tun?“. Wenn ein renommierter Professor öffentlich behauptet, zwei minus eins sei acht, muss ich dann rausfinden, warum er so einen Quatsch erzählt, um behaupten zu dürfen, dass es mathematisch bewiesen sei, dass diese Aussage falsch ist? Natürlich nicht! Eben. Ich weiß nicht, warum wer was macht, ich kann keine Gedanken lesen. Schon die antiken Römer empfahlen daher zu schauen, wem nützt es denn (lateinisch Cui bono)?

Liebe Leser, Sie werden auf verschiedene Sachen und Hinweise gestoßen im Buch, manches vielleicht auch als ungeheuerlich empfinden oder gar für eine Verschwörungstheorie halten. Doch bedenke Sie auch: Meine Mutter pflegte öfters mal zu sagen: „Man hat schon Pferde vor der Apotheke k….. sehen!“

Niemand ist gezwungen sich mit dem Stefan Lehnhoff aufgeschriebenen Inhalt gemein zu machen. Der Autor selbst rät nochmals (S.86):

„Glauben Sie mir nichts, aber beginnen Sie endlich, sich zu informieren und nachzudenken, damit sie merken, dass all die obigen Aussagen tatsächlich stimmen. Und handeln Sie!“

Das Kapitel „Ausblick“ (S.86 ) ist nicht von ungefähr mit einem Zitat von Dante Alighieri überschrieben:

Die dunkelsten Plätze der Hölle sind für jene reserviert, die sich in Zeiten der Not heraushalten wollen.“

Zum Schluss ein gut gemeinter Appell des Autors an uns: „Leisten Sie Widerstand und verteidigen Sie das Recht. Jetzt! Geben Sie den Feinden von Wahrheit und Freiheit kein Geld. Niemand braucht asoziale Medien, Sie auch nicht. Lassen Sie sich nicht Zeit, denn ein Sprichwort in Serbien lautet: Während die Weisen noch debattieren, erobern die Idioten die Stadt. Hören Sie mal wieder Joan Bae mit ‚We schall overcome‘. Und abonnieren Sie Freiheitsmusik auf Telegram. Alles Gratis, alles Balsam der Hoffnung. Tun Sie all das und widerlegen Sie mein eher nicht so günstiges Menschenbild, denn das wäre der Irrtum, von dem ich seit jeher hoffe, ihm unterlegen zu sein.“

Zur Broschüre schreibt der pad-Verlag:

Der Umgang mit „Corona“ ist gekennzeichnet durch eine medial geschürte Massenhysterie und Politiker (Zitat Oskar Lafontaine:“Politikdarsteller und Scharlatane“), die von Anfang an einen lediglich hinsichtlich seiner Herkunft interessanten Atemvirus, der sich in dutzende andere klinisch unauffällig einreiht, als Vorwand für eine repressive Politik nutzten. Wir sind mit Maßnahmen konfrontiert, die aus verantwortlicher ärztlicher Einschätzung schädlich und kontraproduktive sind.

Der propagierte PCR-Test ist als Diagnostikum ungeeignet, eine Infektion – mit was auch immer – zuverlässig nachzuweisen. Die Letalität von“Covid-19“ liegt nachweislich höchstens im Bereich der jährlichen Grippe. Von den verordneten Lockdowns und anderen repressiven Maßnahmen sind keinerlei Nutzen, dafür aber immense „Kollateralschäden“ nachgewiesen. Auch die gegenwärtig mit massiven Aufwand vom journalistischen Herdentrieb manisch unterstützten Impfkampagnen schützen weder vor der Erkrankung oder Ansteckung. Sie versagen als experimentelle Gentechnik auf der ganzen Linie, die Langzeitfolgen sind unbekannt.

Die vorliegende Veröffentlichung von Dr. Stefan Lehnhoff, der als Naturwissenschaftler auch über berufliche Erfahrungen im Pharmabereich verfügt, will einen Beitrag zur überfälligen Aufarbeitung der destruktiven Corona-Politik leisten. Sie ist bei aller nüchternen Fundierung in weiten Teilen ein Stück „Wutrede“ angesichts des fließenden Übergangs von Science zu Science-Fiction, eines Wissenschaftsbetriebes, der seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht wird und einer immer unaufrichtigeren Politik, die mehr für Regierungskriminalität und Zivilversagen steht.

Was kann ich noch sagen? Glauben Sie nichts, von dem, was Sie von Autor geschrieben in der Broschüre lesen. Das ist Ihr gutes Recht. Aber verwenden Sie es doch zumindest bitte als NachDenk-Hilfe. Informieren Sie sich über die Broschüre und darüber hinaus auch woanders. Information ist eine Holschuld. Und recherchieren Sie selbst. Es geht um nichts weniger in dieser Broschüre als um die Beförderung des Kantsche Sapere aude!

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, die deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Hier mehr.

Ich lege Ihnen die Broschüre wärmstens empfohlen ans Herz. Nehmen Sie sich die Freiheit: Denken Sie selbst! Kaufen Sie die Broschüre zum günstigen Preis von nur 6 Euro. Und sorgen Sie für Verbreitung.

Zum Autor

Dr. Stefan Lehnhoff ist Chemiker. Geboren 1969 in Wuppertal promovierte er in den 90er Jhren und forschte anschließend an Universitäten in München und Los Angeles.

Zuvor war er 10 Jahre im Katastrophenschutz in den Bereichen Versorgung, Rettungsdienst und medizinischen Notfallausbildung tätig.

Von 1998 bis 2011 arbeitete er für die pharmazeutische Industrie in verschiedenen Leitungsfunktionen, unter anderem als Geschäftsführer und gründet auch mit zwei Partnerinnen ein eigenes Unternehmen.

Seit 2012 ist er freiberuflicher Unternehmensberater.

Stefan Lehnhoff ist nicht Mitglied einer politischen Partei oder sonstiger politischer Institutionen oder Vereinigungen oder eines wie auch immer ausgerichteten Verbandes.

Kontakt: lotus99@t-online.de

Informationen: via pad-Verlag

Die Broschüre:

Stefan Lehnhoff

Der große Corona-Betrug. Eine NachDenk-Hilfe und Einladung zum Selber-Denken

pad-Verlag Bergkamen, 92 Seiten, 6,00 Euro

Erschienen in der Schriftenreihe Forum Gesellschaft und Politik e.V.

Redaktion: Peter Rath-Sangkhakorn

Bezug per E-Mail: pad-verlag@gmx.net

ISBN 978-3-88-515-333-7

Beitragsbild: Via Pixabay

„Am Ende der Vernunft“ von DDr. Christian Fiala. Rezension

Der kleine aber feine pad-Verlag aus Bergkamen ist ein Ein-Mann-Betrieb. Einst stieß ich auf die dort herausgebrachtn, einfach gemachten und preiswerten – früher zu 5 Euro, inzwischen zu 6 Euro zu erwerbenden – Broschüren auf einen der in Vor-Corona-Zeiten in Präsenz stattfinden Nachdenktreffs, die in den Räumlichkeiten der Auslandsgesellschaft Dortmund in regelmäßigen Abständen stattfanden. Der für die Redaktion verantwortlich zeichnende Peter Rath-Sangkhakorn hat sich über die Jahre immer wieder bemüht interessante Autorinnen und Autoren zu gewinnen und deren Texte im pad-Verlag zu publizieren, welche sich mit gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen oder gewerkschaftlichen Themen befassen. Hier eine kleine Auswahl von Broschüren, die ich vorgestellt und rezensiert habe.

Da wir uns schon überlang, wie ich finde, in Corona-Zeiten befinden und mit den Zumutungen der dagegen in Anschlag gebrachten Maßnahmen des Staates leben (müssen), konnte es gewiss nicht ausbleiben, dass sich auch der pad-Verlag mit dem Thema befasste. Den Anfang machte die Broschüre mit einem interessanten Text unter dem Titel „Die Corona-Falle oder: Politiker und Virologen bellen den falschen Baum an“ des österreichischen Wissenschaftsjournalisten und Betreiber des Blogs „tkp.at“ (Peter F. Mayer bloggt über Science & Technology), Dr. Peter F. Mayer. Fast täglich werden wir von diesem Blog kompetent rund um das Thema Corona auf dem Laufenden gehalten. Ich rate sehr zu einem Abo.

Nun erschienen zwei empfehlenswerte Sonder-Broschüren im pad-Verlag. Diesmal in Zusammenarbeit mit der „Initiative für evidenzbasierte Coronainformation (ICI). Das Credo der ICI: „Wir wollen eine öffentliche, breite und faktenbasierte Diskussion, die alle Bevölkerungsgruppen und alle Auswirkungen der Coronakrise miteinschließt.“

Zunächst einmal wäre da zu nennen der Beitrag von DDr. Christian Fiala mit dem Titel „Am Ende der Vernunft. Ärztliche Anmerkungen zu einer postfaktischen Pandemie“. Eine weitere Besprechung zur zweiten Veröffentlichung lesen Sie dann hier in Kürze.

Fiala war mir zuvor schon früh über Fernsehbeiträge zum Thema Corona bekannt. Etwa auf RTV (Österreich). Als ich einmal sachlichen Bemerkungen von ihm auf Facebook postete, hielt mir eine Dame – offenbar völlig gefangen genommen von der Coronapolitik der Regierung und den nahezu gleichtönenden Medien, die diese tagtäglich quasi in Regierungssprecher-Manier erschreckend unkritisch verbreiten – dabei sogar oft noch härtere Maßnahmen fordernd. Könnte man das mit dem Stockholm-Syndrom erklären?

Die anscheinend derart erleuchtete Dame bügelte meinen Post mit sachlichen Argumenten von Christian Fiala rund um Corona brüsk und zynisch, um diesen gewiss damit zu diffamieren so ab: „Ach, der Frauenarzt? Na, klar!“

Es stimmt: Fiala ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit vielseitiger Berufserfahrung in Frankreich, Thailand, Afrika und Österreich. Des Weiteren ist er Arzt für Allgemeinmedizin. Was sollte also die Replik der Dame?

Tickte man wie sie, könnte man freilich auch betreffs des Chefs der Robert-Koch-Instituts fragen: „Ach, Herr Wieler, der Tierarzt? Na, klar!“

Aber lassen wir das.

„Corona – wie real ist die Gefahr?“ 

Fiala beschäftigt sich in dieser Broschüre prinzipiell mit der Frage „Corona – wie real ist die Gefahr?“(S.5) sowie den Punkten: „Werden wir mit irreführenden Daten eingeschüchtert?“ und „Läuft gerade ein Milgram Experiment im realen Leben?“ Dazu hier nachlesen.

In der Zusammenfassung heißt es:

Die zahlreichen zuverlässigen Daten und Fakten belegen übereinstimmend, dass wir uns am Ende einer vergleichsweise harmlosen, normalen Grippe-Saison befinden. Für die Ausbreitung eines Virus oder eine Zunahme erkrankter Menschen gibt es keinen Hinweis, ganz im Gegenteil: beides geht stark zurück.“

Weiter:

Eine Zunahme an Grippe-Kranken wird lediglich aufgrund von ungeprüften Computersimulation vorhergesagt. Diese basieren jedoch auf falschen Annahmen, liefern deshalb falsche Ergebnisse und werden sogar von Fachleuten als ‚wissenschaftlich nicht belegbar‘ beurteilt.“

Und, wird beschieden:

Die massiven Einschränkungen des Lebens und der demokratischen sowie persönlichen Freiheiten sind aus medizinischer Sicht unbegründet und teilweise sogar kontraproduktiv, selbst wenn wie es tatsächlich mit einer Epidemie zu tun hätten. So ist z.B. die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung in einer Wohnung wesentlich höher als im Freien. Folglich sollten alle Menschen ermutigt werden so oft wie möglich ins Freie zu gehen.“

Diese Broschüre ist insofern wohltuend zu lesen, da der Autor hier sachlich informiert, statt Angstmache zu betreiben, wie sie seit nunmehr fast zwei Jahren alltäglich via Politik und Medien auf uns einprasselt.

Es ist ein Teil Aufklärung im besten Sinne. Dabei müssen die Leser*innen gar nicht einmal unbedingt allem komplett zustimmen, was dort zu lesen steht. Sie sollten sich ein eigenes Bild machen, indem sie sich umfangreich informieren.

Wir erfahren grundsätzlich viel über Grippe-Viren, wie viele Menschen jährlich daran erkranken bzw. an Grippe-Infektionen versterben.

Auch wird der Frage nach der Zuverlässigkeit der Tests nachgegangen. Wir wissen ja inzwischen, dass die PCR-Tests gar nicht zur Diagnostizierung einer Erkrankung zugelassen sind. Und auch, dass mehr Tests natürlich umso mehr bestätigte Fälle bedeuten.

Im Kapitel Corona-“Impfung“ – die programmierte Selbst-Zerstörung des Körpers (S.22) setzt Fiala „Impfung“ nicht von ungefähr in Anführung: „Mit der mRNA Corona-“Impfung“ werden bewusst und erstmalig in der Geschichte bei gesunden Menschen Körperzellen gentechnisch mittels der mRNA so programmiert, dass sie das Spike Protein als (fremdes) Antigen auf ihrer Zelloberfläche präsentieren, obwohl sie vollkommen gesund und gar nicht mit dem Virus infiziert sind.“

Dr. Fiala weist auch auf die Wichtigkeit unseres Immunsystems – das ja bislang in der Corona-Krise aus unerfindlichen Gründen öffentlich so gut wie eine Rolle spielt – hin:

„Nur Dank unseres Immunsystems können wir in einer Welt voller Bakterien, Viren und anderer Erreger leben. Es schützt uns wirksam vor Krankheitserregern. Sobald ein Erreger oder eine fremde Zelle in unseren Körper eindringt, erkennt sie das Immunsystem aufgrund der Merkmale auf der Zelloberfläche, der sog. Antigene, und zerstört die Zelle, welche diese Antigene trägt.“

Dieses Prinzip mache man sich bei Impfungen zunutze.

Ein wesentliches Merkmal des Immunsystems sei also die strikte Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Zellen.

Der Autor gibt zu bedenken: „Genau dies fundamentale Unterscheidung und Grundlage des Lebens wird mit der aktuell als Corona-“Schutzimpfung“ propagierten Injektion auf den Kopf gestellt. Die vielzitierten Spike-Proteine sind ein Erkennungsmerkmal des Corona-Virus, ein Antigen. Wenn das Corona-Virus, bzw. diejenigen Zellen, die vom Virus bereits infiziert wurden.“ (…)

Der Wirkmechanismus der Corona-“Impfung“ besteht also darin, gesunde Zellen des eigenen Körpers fälschlicherweise als fremd zu markieren.

Das Immunsystem reagiert sofort, erkennt das Antigen als fremd, bildet u.a. Antikörper dagegen und zerstört das Spike-Protein, indem es die Zelle zerstört, die dieses Spike-Protein trägt. Das bedeutet, dass die Corona-“Impfung“ unser Immunsystem täuscht und dazu bringt, unsere eigenen gesunden Zellen anzugreifen und zu zerstören. Beim Militär wird dies als ‚friendly fire‘ bezeichnet, wenn Soldaten eigene Truppen angreifen.“

Es sind auch Informationen aufgeführt inwiefern Organe und welche davon durch die Impfung geschädigt werden können.

Weiter ist DDr. Fiala der Meinung, dass eine Impfung gegen Corona derzeit wenig Sinn mache. Die Gründe dafür nennt er in Kapitel 10 (S.29).

Der Autor geht der Frage nach der Wirksamkeit der Impfstoffe sowie der nach, ob Geimpfte weiterhin ansteckend sein können nach (Unterkapitel 5).

Im Epilog des Kapitels stellt Christian Fiala fest:

„Die beschriebenen Abläufe sind medizinisches Basiswissen und allseits bekannt. Es ist deshalb umso besorgniserregender, dass diese wichtigen Aspekte im wissenschaftlichen und im öffentlichen Diskurs praktisch nicht vorkommen.“

Die Broschüre enthält noch eine ungehaltene Rede, die der Autor hatte am 1. August 2021 halten wollen. Sie trägt den Titel „Wo ist die Vernunft geblieben?“ (S.47) Ein wichtiger Punkt dort:

„Testen, testen, testen

Es hat alles angefangen mit einem Test auf den neuen Corona-Virus. Wäre der nicht eingeführt worden, niemanden wäre etwas angefallen.“ Ähnlich hatte sich kurz vor seiner Pension auch der Chef der AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit; mit dem deutschen RKI vergleichbar) Dr. Franz Allerberger in einem Interview geäußert.“

Angefügt ist noch ein Anhang (S.55) betreffs einer in Österreich eingereichten Verfassungsbeschwerde gegen die neue Verordnung zur Freiheits- und Erwerbsbeschränkung der österreichischen Bevölkerung.

Auch wird Bericht erstattet von deiner Pressekonferenz, wo es um die Frage ging „Wie gefährlich ist COVID-19. Teilnehmer waren: Prof. DDr. Martin Haditsch, Univ.-Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. M. Sc. Christian Schubert und DDr. Christian Fiala.

Und wir erfahren davon, dass sich immer mehr Ärztinnen und Ärzte gegen Corona-Impfungen bei Kindern wenden.

Informiert wird ebenfalls über den Dokumentarfilm „Die andere Freiheit“ von Patricia Josefine Machart und Georg Sabransky mit engagierte Menschen aus Kunst und Kultur.

Berichtet wird weiter noch über einen „Talk im Hangar-7“ (ServusTV) mit dem Titel „Corona – Auf der Suche nach der Wahrheit – Die Welt und Corona – Heute“.

Aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht, sowie nach Analyse der verfügbaren Daten, ist eindeutig, dass wie aktuell kein neues Gesundheitsproblem durch Corona haben, sondern ein Demokratieproblem. Die Daten zeigen, dass wir uns nicht vor einen neuen Virus fürchten müssen, sondern vor den autoritären Maßnahmen, die in Friedenszeiten beispiellos sind. Diese Maßnahmen sind großteils nicht hilfreich gegen die Übertragung von Viren, aber sie bergen zahlreiche gesundheitliche Risiken, abgesehen von der Spaltung der Gesellschaft, der Zerstörung der Wirtschaft, Bildung und des sozialen Zusammenlebens. Die autoritären Maßnahmen konnten nur deshalb eingeführt werden, weil wir uns von der Politik mit falschen Behauptungen Angst haben machen lassen. Ähnlich wie 2009 mit der Schweinegrippe wurden zahlreiche medizinische Fakten auf den Kopf gestellt und jede sachliche Kritik an der erzeugten Angst mit persönlichen Angriffen auf einzelne Wissenschaftler und Ärzte erstickt.“ (DDr. Christian Fiala)

Was bleibt zu sagen: Kaufen, Lesen und Weiterempfehlen. Viel Information für wenig Geld. Es kommt einfach darauf an unterschiedlichen Stimmen zur Corona-Situationzu Wort kommen zu lassen und nicht nur die immer die gleichen von von den Regierungen zu „Experten“ bestimmten.

Die Broschüre

Christian Fiala:

Am Ende der Vernunft. Ärztliche Anmerkungen zu einer postfaktischen Pandemie

pad-Verlag Bergkamen

E-Mail: pad-verlag@gmx.net

72 Seiten, Preis: 6,00 Euro

Über den Autor

Christian Fiala, Dr. med, 1959 in Stuttgart geboren. Studium der Medizin in Innsbruck. Arzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit vielseitiger Berufserfahrung in Frankreich, Asien (Thailand), Afrika (Uganda, Tansania, Malawi) und Österreich. Bereits seit seinem Medizinstudium in Innsbruck engagierte er sich in Familienplanung, sowohl in Österreich als auch international. Weitere Schwerpunkte sind die Betreuung von Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft, sowe gegen die Müttersterblichkeit. Zahlreiche Publikationen zu den Themen AIDS, Familienplanung und Tropenmedizin.

-1985 Publikation einer Verhütungsbroschüre

-1999 Einführung des medikamentösen Schwangerschaftsabbruch in Österreich (Krankenhaus Kornneuburg)

– 2001 Engagement zur Einführung der anonymen Geburt

– Seit 2003 Ärztlicher Leiter des Gynmed Ambulatorium Wien und seit 2005 auch am Landeskrankenhaus in Salzburg. (Gynmed.at)

Beitragsbild: pixelio.de Jakob Erhardt

„Greta, Klima und Corona. Der Teufel wird die Seelen nicht retten“ Von Jochen Mitschka. Rezension

Das hier vorliegende Buch nimmt für sich nicht Anspruch, darüber zu diskutieren, ob es einen Klimawechsel gibt und in welchem Maße der Mensch daran ein Anteil hat.

Wir lesen:

„Das Buch will vielmehr darüber aufklären, welche Akteure hinter der Organisation der Klimaschutzinitiative stecken, welche Interessen eine Rolle spielen, mit welchen Methoden die Menschheit gerettet werden soll, und am Ende, was das alles mit Corona und dem Great Reset, dem großen “Neustart” von Klaus Schwab zu tun hat.

Das Buch basiert in erster Linie auf Informationen über Organisationen in den USA. Aber diese strahlen aus auf Deutschland und werden hier ebenso aktiv werden, wie dort, sind es sogar schon. Wer verstehen will, mit welchen Maßnahmen die Hauptspieler in diesem großen Spiel agieren, der findet hier unzählige Namen, ein Stichwortverzeichnis und weit über 1000 Quellen zum Verifizieren der Angaben, die zum großen Teil von Cory Morningstar recherchiert wurden.“

Dass sich der Autor Jochen Mitschka die umfangreiche Mühe gemacht hat all diese erwähnten Quellen zu verifizieren und den Inhalt uns Leserinnen und Lesern zur Kenntnis zu bringen, ist verdienstvoll. Etwas über Cory Morningstar zu finden – erst recht auf Deutsch – ist schwer. Auf Telepolis heißt es: „Wer Cory Morningstar nicht kennt: Ist Autorin, Publizistin, Journalistin und Umweltaktivistin, die den “grünen Banken u. industriellen Komplex” samt deren Machenschaften fein säuberlich aufgedröselt hat.“

Wer das äußerst umfangreiche Buch lesen möchte muss Geduld mitbringen. Der Autor selbst zu seinem Buch:

„Warnung! Der Leser wird bombardiert werden mit Namen, Verbindungen, Vergangenheiten und Netzwerken. Ich hoffe, er gibt nicht auf, in die Details einzusteigen. Denn was wir in erster Linie von der Aufdeckung der Zusammenhänge durch Cory Morningstar über die »gemeinnützigen« Unternehmungen in den USA lernen, werden wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz in allerkürzester Zeit ebenso wahrnehmen.“

Ich verspreche: Anstrengen, aufmerksam lesen und verstehen lernen = ein Gewinn

Das Buch „Greta, Klima und Corona. Der Teufel wird die Seelen nicht retten“ von Jochen Mitschka, erschienen in der Buchreihe Weltpolitik des Vereins „Der Politchronist e.V. i.G.“, ist sehr informativ, mit vielen Blicken hinter die Kulissen der jeweiligen Szenen und hat das Zeug, interessierten Menschen die Augen zu öffnen. Überdies regt es zum Nachdenken an.

Was wir darin lesen, werden wir so nicht in den gängigen Medien finden. Und wenn doch, dann nicht in dieser Ausführlich- und Kenntlichkeit.

Nach dem Durchackern der enormen Menge an Themen samt der in den Kapiteln aufscheinenden Hinweise mit Verweisen auf unfassbar viele Personen, die damit im Zusammenhang stehen und wiederum Querverweise zu anderen Beteiligten und Organisationen offenbar machen, hat man den Kopf zunächst einmal voll. All das kann sich freilich niemand merken. Aber es werden auf jeden Fall viele Zusammenhänge klar und uns im Bewusstsein bzw. Unterbewusstsein hängenbleiben. Zusammenhänge, die uns ansonsten von Politik und Medien eher vernebelt dargestellt werden. Und uns infolgedessen nicht auffallen. Uns ja wohl vermutlich auch gar nicht auffallen sollen. Schließlich kann das Buch ja auch immer parat liegen, um bei Bedarf mal etwas nachzuschlagen.

Joachim Mitschka:

„Es ist nicht Aufgabe dieses Buches, die einzelnen Richtungen gegeneinander abzuwägen und zu beurteilen. Hier kann nur ein Teilaspekt dargestellt werden, nämlich mit welchen Mitteln die Vertreter der Ansicht arbeiten, dass die Welt durch eine Verpreisung und Finanzialisierung der Natur gerettet werden muss, mit welchen Aussagen sie ihre Meinung verbreiten und welche Rolle dabei eine Jugendliche spielt.

Hier, liebe Leserinnen und Leser ein Überblick des Buchinhalts:

Inhalt

Wie die Umwelt retten? …………………………………………………… 9  Vorwort ……………………………………………………………………. 13 

Die drohenden Katastrophen ………………………………………….. 21 

Die Klimakatastrophe …………………………………………………… 25 

Das Phänomen Greta Thunberg …………………………………… 31 

Die Greta-Effekte …………………………………………………….. 45 

Aus Naturschutz wird »Naturkapital«? ……………………………. 58 

Die wichtigen Stiftungen ……………………………………………. 69 

Die Monetarisierung des Sozialen Kapitals ………………………. 74 

Das Geschichtenerzählen …………………………………………… 79 

Extinction Rebellion und der Panikmodus ………………………… 85 

Das Sozialkredit-System der Oligarchen …………………………. 92 

Nachhaltigkeit und Wachstum ……………………………………… 95 

Die Interessen ………………………………………………………. 102 

Jamie Margolin – Zero Hour………………………………………. 109 

Die Ausbeutung des Guten Willens ……………………………… 116 

Umweltschutz als Retter des Kapitalismus? ……………………. 121 

Eine unbequeme Fallstudie ……………………………………….. 125 

Pragmatismus oder pure Gier? …………………………………… 135 

Aktivismus & Korporatismus vereint ……………………………. 139 

Die 4. Industrielle Revolution …………………………………….. 142 

Den Panikmodus starten ………………………………………….. 154 

Der Auftrag: Die Rettung des Kapitalismus ……………………. 163

  Green New Deal …………………………………………………………. 171 

World Resources Institute ………………………………………… 188 

The New Climate Economy ……………………………………….. 195 

Natur mit Geldwert bemessen……………………………………. 198 

Die schöne, saubere neue Ökonomie …………………………… 215 

Die Kunst der Überzeugung ………………………………………. 232 

New Economy Coalition …………………………………………… 245 

New Economics Foundation (NEF) UK …………………………… 249 

Ethik und »Verkauf« der Natur durch Unternehmen …………. 251 

Greta als Jeanne d’Arc?………………………………………………… 257 

Das persönliche Schicksal Greta Thunbergs …………………… 261 

Folge dem Geld …………………………………………………………. 267 

Der große Neustart durch Corona? ………………………………….. 271 

Klaus Schwab und sein großer Neustart ……………………….. 294 

Die kalkulierte Zerstörung des Sozialen ………………………… 332  Maschinenstürmer …………………………………………………. 385 

Greta und der »Große Neustart« ………………………………… 390  Cory Morningstar ……………………………………………………….. 395  Nachwort …………………………………………………………………. 401  ,

Index ……………..

Warum dreht sich bei diesem Buch so viel um Greta Thunberg? Das hat natürlich damit zu tun, dass Greta Thunberg, das Mädchen aus Schweden, inzwischen18 alt, weltweit bekannt geworden und mit dem Schild Erinnerung mit der Aufschrift „SKOLSTREJK FÖR KLIMATET“, vorm schwedischen Parlament sitzend. Womit sie eine Ikone der Klimaschutzbewegung geworden ist. Keine Angst, es geht im Buch nicht darum, etwa ein Greta-Bashing zu betreiben. Allerdings wird der Versuch unternommen das Phänomen Greta gründlich zu hinterfragen. War es wirklich Zufall, dass Greta so plötzlich auf den Plan trat und relativ rasch zu einer Klimaschutz-Ikone wurde? Inwiefern wurde sie durch wen promotet. Ihr Anliegen, etwas für den Klimaschutz tun zu müssen, basierend auf ihrem Wissen, war gewiss ehrlich und kam von Herzen. Und hatte damit zu tun, was uns der Autor hier mitteilt:

„Als Greta, die Tochter des berühmten Opernstars Ernman, in die fünfte Klasse kam, fing sie an das Essen zu verweigern. Die Situation steigerte sich in eine Lebensbedrohung. Das Essen wurde für Greta und die ganze Familie zu einem Drama. Es wurden bei Greta nicht nur Asperger-Syndrom, sondern hochfunktionaler Autismus und OCD (Zwangsstörungen) festgestellt. In der Schule wurde dann ein Film über die Verschmutzung der Weltmeere vorgeführt, der ihr Leben veränderte. Sie verstand nicht, warum die anderen Schüler so schnell über die Tragödie hinweg kamen und fürsie belanglose Dinge plauderten. Ihr Verhalten wurde sonderbar. Schließlich ertrug sie die Schule nicht mehr.“

Jochen Mitschka schreibt (S.261): „Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, da ich in dem Alter von Greta war und mich mit den ersten Veröffentlichungen des Club of Rome auseinandersetzte. Das war gegen Ende der 1960er Jahre. Auch mich befiel damals Panik ob der Aussichten von Peak-Oil, Massenelend und Hungertod in Afrika. Und ich schrieb damals einen Artikel in der Schülerzeitung, in dem ich davor warnte, dass uns »Die Fleischtöpfe um die Ohren fliegen«, und die Massenmigration aus purer Not der Afrikaner uns überrennen würde. Glücklicherweise hatte ich Lehrer und Eltern, die nicht mein Engagement ausnutzten, sondern mich beruhigten.“

Und weiter: „Ganz anders das Umfeld von Greta Thunberg. Dort wird die Verzweiflung und sicher demnächst auch Depression des Mädchens genutzt, um politische Ziele zu erreichen. Und das ganz offensichtlich auf Kosten der Gesundheit von Greta. Aber nicht nur die Gesundheit von Greta, sondern die einer ganzen Generation gerät in Gefahr. Denn mit ihren Reden soll eine ganze Generation in Verzweiflung getrieben werden, um maximalen Druck daraus resultieren zu lassen. Schon die Rede Gretas in Davos wirkte dramatisch in diese Richtung. Und auch wenn man heute weiß, dass es einstudiert war, so hinterließ es Spuren in der Psyche des Mädchens:

»Erwachsene sagen immer wieder, dass wir es den jungen Menschen schulden, ihnen Hoffnung zu geben. Aber ich will eure Hoffnung nicht. Ich will nicht, dass ihr voller Hoffnung seid. Ich will, dass euch die Panik ergreift. Ich will, dass ihr fühlt, was ich jeden Tag fühle. Ich will, dass ihr etwas unternehmt. Ich will, dass ihr agiert, als wärt ihr in einer Krise. Ich will, dass ihr handelt, als ob euer Haus in Flammen stehen würde, denn das ist es.«

Dann unter Tränen die Rede vor der UNO, welche eine emotionale Entgleisung des Teenagers durch Mimik und Tränen verriet:

»Wie könnt ihr es wagen?! Menschen leiden, Menschen sterben, ganze Ökosysteme kollabieren. Wir sind am Anfang eines Massen-Aussterbens, und alles, worüber Sie reden können, sind Geld und Märchen vom ewigen wirtschaftlichen Wachstum. How dare you?!

Ich sollte nicht hier sein, ich sollte in der Schule sein auf der anderen Seite des Ozeans (…) Ihr habt meine Träume und meine Kindheit gestohlen mit euren leeren Worten. «

Ab Seite 261 wird „Das persönliche Schicksal Greta Thunbergs“ beleuchtet

Dort heißt es:

„Welche Spätfolgen das für die Psyche von Greta Thunberg haben könnte, scheint für die Hintermänner dieser Politik von untergeordneter Wichtigkeit zu sein. Früher oder später wird Greta Thunberg herausfinden, dass sie von Menschen ausgebeutet wurde, die sie für ihre Freunde hielt. Ich wünsche ihr, dass sie es dann schafft, das zu verarbeiten und zu verkraften, ohne in eine existentielle Krise zu geraten. Eine Krise, in der sie vielleicht aber schon heute ist. Der Psychotherapeut Hans-Joachim Maaz, der viele Jahre Kinder mit Asperger Syndrom behandelt, erklärt nach der von den Medien gefeierten Wutrede:

»Dass dieses Mädchen voller Schmerz und auch voller Wut ist, das gehört zu ihrer Entwicklungsproblematik. Dass sie die jetzt auf die Klimaproblematik projiziert, ist verständlich und wenn sie in guten therapeutischen Händen wäre, würde man sie aufmerksam machen, dass es nicht nur um die Projektion von Gefühlen geht, sondern wo stammt denn die Schmerzlichkeit, die Wut her, die sie in sich trägt. Das Schlimme daran ist aber die Vermarktung. Das, was aus ihr gemacht wird, wie sie sozusagen für Interessen gebraucht oder missbraucht wird. Also ich finde das nicht in Ordnung, ich würde die Eltern schon kritisch befragen, was sie da eigentlich vorhaben, dass sie das tolerieren, die Vermarktung, ja doch eines persönlichen Problems, so befördern, dass halte ich schon für ethisch problematisch.«

„Maaz war viele Jahre Chefarzt der psychotherapeutischen und psychosomatischen Klinik im evangelischen Diakoniewerk Halle. Er arbeitet immer noch als Psychotherapeut und Psychiater und ist Autor zahlreicher Bücher“, erklärt Jochen Mitschka.

Greta Thunberg, ein Werkzeug?

Gut möglich also, dass Greta Thunberg als Werkzeug benutzt wird. Je tiefer wir ins Buch eintauchen desto mehr gewinnen wir den Eindruck, dass es hinter der Fassade von Umwelt- und Klimaschutz auch um die Erschließung neuer Märkte und das Generieren neuer Profite geht, die inzwischen entgangene ersetzen sollen. Denn Vieles auf der Welt ist schon zu Geld gemacht. Da sucht das internationale Kapital nach neuen Möglichkeiten.

„Der Schutz des Menschen wurde in der Menschenrechtskonvention festgelegt“, gibt Mitschka zu bedenken. „Aber der Mensch ist nur eine Untereinheit der Natur. Wenn diese Untereinheit nun die Natur als Gesamtheit bedroht, liegt es nahe, daran zu denken, eine Naturschutzkonvention zu vereinbaren. Das geschieht jedoch nicht, weil man im Westen der Welt, in den dominanten Ländern, die Natur als Ding ansieht, für das man einen Geldwert definieren kann und das man kaufen und verkaufen kann. Und so soll es, ganz im Sinne jener Kräfte, die unzählige »gemeinnützige« Umweltschutzorganisationen finanzieren, zu einem handelbaren Objekt werden.“

Der Autor informiert: „Einer der ersten Namen, die genannt werden, wenn man das Thema »Klimakrise« anspricht, ist der von Greta Thunberg. Also lag es nahe, hier mit der Suche zu beginnen. (Neben den erwähnten Quellen war insbesondere das Buch von Cory Morningstar, »The Manufacturing of Greta Thunberg«, Inspiration und Quelle vieler Informationen.“ (hier)

Soll also nun auch verstärkt die Natur zu Geld gemacht werden?

Was uns der Autor ebenfalls zu bedenken gibt:

„Auch wenn durch die Präsidentschaft von Donald Trump die Macht der US-Nicht-Regierungsorganisationen und Stiftungen, also die Macht der »Gemeinnützigen Klimaindustrie«, in diesem Buch auch NPIC (Non Profitable Industrial Complex bzw. nicht gewinnorientierter industrieller Komplex), in den Hintergrund trat, sind die USA, obwohl es in unseren Medien nicht so scheint, nun mal die tonangebende Macht der Welt im Hinblick auf eine Kommerzialisierung und Finanzialisierung der Natur unter dem Banner des Klimaschutzes und Naturschutzes. Daher lohnt es sich, dort genauer hinzuschauen, denn es wird maßgebend für die westliche Welt werden.“

Beispielsweise bringen Fridays For Future und Extinction Rebellion tausende gutmütige Menschen für einen auf den ersten Blick guten Zweck auf die Straße. Werden sie nicht auch instrumentalisiert?

Muss man hier nicht gleich an die Aktivitäten von Fridays For Future und Extinction Rebellion denken: „Tausende gutmütige Menschen, zum Teil Idealisten, ja Millionen Demonstranten in den westlichen Ländern stellen Forderungen, die dann von der Politik elegant umgebogen und (…) abgesegnet als »Neue Politik« verkauft werden. Und bevor der Demonstrant begreift, was passiert, wird er zum Ausgebeuteten eines Systems, das er selbst einzurichten half. Während ich »Die Absurdität der Realität« beschrieb, dann die Gründe untersuchte, warum wir diese Absurdität akzeptieren, wurde der Ruf immer lauter: »Und was kann man tun«? Darauf eine Antwort zu geben, fiel mir so schwer, dass ich zunächst diesen Überlegungen noch eine weitere Facette hinzufügen wollte. Es geht darum, wie die von Edward Bernays für Propaganda gelegten Grundlagen durch die Mächtigen dieser Welt perfektioniert wurden.“ Apropos Friday For Future und Extinction Rebellion: Im vorliegendem Buch wird auch ein wenig hinter die Kulissen dieser Organisationen geleuchtet und geschaut, wer da mit wem zusammenarbeitet. Danach könnten wir uns auch einmal ein paar Gedanken machen, warum die Proteste dieser beiden Organisation sowohl von der Presse äußerst wohlwollend begleitet als auch von der Staatsmacht betreffs deren Demonstrationen und Aktionen weitgehend geduldet werden.

Im Buch lesen wir: „Die Tatsache, dass die Extinction Rebellion nicht den Kapitalismus, den Imperialismus oder den Militarismus einschließt – die Haupttreiber des ökologischen Angriffs auf die Erde, in Verbindung mit dem Wegfall anderer struktureller Ursachen -, hat nicht nur nach Meinung von Morningstar wichtige Fragen aufgeworfen, ob dieses Vehikel überhaupt zum Aufbau und zur Organisation von Gemeinschaft genutzt werden kann.“

Da fällt mir der Dortmund Friedensaktivist und Ostermarschierer Willi Hoffmeister, leider vor Kurzem verstorben, ein, der immer wieder gefordert hatte etwa Fridays For Future in den Kampf für den Frieden miteinzubeziehen, da ja das Militär – vornweg die US-Army – die größten Umweltverschmutzer auf der Welt seien.

Das Buch als logische thematische Fortsetzung des Buches „Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg“ (Jochen Mitschka mit Tim Anderson“)

„Das vorliegende Buch ist die logische thematische Fortsetzung des Buches »Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg« von Tim Anderson und mir“, informiert Mitschka. Auch dort treten Stiftungen, die von Oligarchen und Regierungen gesteuert werden, als »Nicht-Regierungs-Organisationen« auf, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Der Unterschied zur im vorliegenden Buch kritisierten »Umweltschutzindustrie« besteht darin, dass sich die »Menschenrechtsindustrie« zur Durchsetzung von Ressourceninteressen insbesondere aggressiv gegen Länder richtet, die sich nicht der Ausbeutung durch die westlichen Großmächte unterwerfen wollen. Dagegen richtet sich die »Umweltschutzindustrie« zunächst gegen die eigene Bevölkerung, also nach innen, um jene zu zwingen, die zwar auch profitierten, aber gleichzeitig ausgebeutet wurden, eine Neuauflage des kapitalistischen Systems unter dem Banner der Nachhaltigkeit zu finanzieren. In einem zweiten Schritt werden eine neue Kolonialisierung und Ressourcenbeherrschung und -ausbeutung unter dem Banner des Umweltschutzes vorangetrieben.“

Wir wissen, der Kapitalismus erfindet sich stets neu: „War es früher Religion, dann Zivilisation, die »den Wilden« gebracht werden musste, so ist es nun der »Umweltschutz« durch Konzerne, der ihnen beigebracht werden soll. Am Beispiel des Phänomens Greta Thunberg zeige ich auf“, schreibt Mitschka, „wie mit modernsten Mitteln der Propaganda, die weit über die ersten theoretischen Überlegungen von Edward Bernays hinaus gehen, und unter Nutzung neuester Technologien, Menschen dazu gebracht werden, gegen ihre eigenen Interessen zu agieren. Ging es der Menschenrechtsindustrie darum, die Akzeptanz in der Gesellschaft für Kriege, Sanktionen und Rüstung zu erhöhen, so ist die Aufgabe nun wesentlich schwieriger. Die Gesellschaft muss dazu gebracht werden, die Hauptverursacher beziehungsweise die Hauptprofiteure der Umweltzerstörung zu ermächtigen, die von ihnen erzeugten Zerstörungen nicht rückgängig zu machen, sondern zukünftig zu verhindern. Wobei die Kosten dieser Veränderung nicht die Profiteure der Zerstörung tragen sollen, sondern jene, die durch sie ausgebeutet wurden.“ Perfide, nicht wahr?

Soll es das sein: Umweltschutz als Retter des Kapitalismus?

Bei weitem ist es hier aus Platzgründen nicht möglich alle wichtigen Aspekte des Buches zu erörtern. Wichtige scheint mir aber auf noch zwei wichtige Kapitel hinzuweisen: „Der große Neustart durch Corona?“ (S.271) sowie „Klaus Schwab und sein großer Neustart“ (S.294)

Einmal abgesehen von der tatsächlichen Existenz des Corona-Virus drängte sich eigentlich bei manch einem schon recht früh der Verdacht auf, dass diese Pandemie und die zur ihrer Eindämmung erlassenen Maßnahmen auch noch sozusagen als Paravant dienen, hinter welchen die nächst anrückende Finanzkrise versucht wird zu verbergen und mit Maßnahmen – nicht zuletzt autoritärer Natur – in den Griff zu bekommen, die zu „normalen“ Zeiten wohl nie akzeptiert worden wären.

Auch Klaus Schwab/Thierry Malleret mit „COVID-19: The Great Reset“ lassen da Alarmglocken schrillen. Die Einen sehen durch den „Großen Umbruch“ ein schillernde Zukunft möglich werden, die Anderen warnen vor einen neuen Faschismus. Bekanntlich ist ja Klaus Schwab (World Economic Forum) ein Anhänger des Transhumanismus. Also einer Verbindung sozusagen von Mensch und Maschine. In „Klaus Schwab und sein großer Neustart“ zitiert Jochen Mitschka Cora Morningstar „…oder wie Cory Morningstar es ausdrückt: »Klaus Schwab und sein großer faschistischer Reset«. Dazu heißt es im Buch: „Schwab sei natürlich kein Nazi im klassischen Sinne, weder Nationalist noch Antisemit, wie der mit einer Million Dollar dotierte Dan-DavidPreis belegt, der ihm 2004 von Israel verliehen wurde. Aber der Faschismus des 21. Jahrhunderts habe andere politische Formen gefunden, durch die er sein Kernprojekt der Umgestaltung der Menschheit, um sie dem Kapitalismus anzupassen, mit unverhohlen autoritären Mitteln fortsetzen kann. Dieser neue Faschismus werde heute unter dem Deckmantel von Global Governance, Biosicherheit, dem »New Normal«, dem »New Deal for Nature« und der »Vierten Industriellen Revolution« vorangetrieben.“

Ist das alles so neu? Wir wissen: Der Kapitalismus lässt sich so schnell nicht totzukriegen. Er erfindet sich immer wieder neu. Wir kennen unseren Karl Marx: „Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

Und diese Neu-Erfindungen des Kapitalismus werden über Jahrzehnte vorbereitet. Jetzt könnte es wieder einmal ans Eingemachte gehen.

So relativiert Jochen Mitschka denn auch realistisch: „Vermutlich kommt man der Wahrheit näher, wenn man aus »Great Reset« so etwas wie »Slow Steps« macht. Denn die Neugestaltung des kapitalistischen und neoliberalen Systems ist ja bereits seit Jahrzehnten in Gange.“ Wie schon im Titel verkündet: „Der Teufel wird die Seelen nicht retten“.

Dem interessanten Buch seien viele Leserinnen und Leser gewünscht.

Jochen Mitschka

Greta, Klima und Corona Der Teufel wird die Seelen nicht retten

In der Buchreihe Weltpolitik des Vereins Der Politikchronist e.V.

424 Seiten – Erscheinungsdatum: Okt. 2021

Preis: 15,00 Euro

ISBN. 978-3-98586-003-6

Zu bestellen im Shop: hier

Der Politikchronist – gemeinnütziger Verein für politische Bildung e.V. (i.Gr.) Birkenweg 2

57614 Ratzert, Deutschland

E-Mail: info@politikchronist.org

Über den Autor:

Jochen Mitschka war unter anderem Unternehmensberater mit eigenem Unternehmen in Südostasien und einem kurzen Einsatz im Rahmen einer UNO-Maßnahme in Vietnam. Nebenbei verfasste er unter Pseudonymen Bücher über Politik und Gesellschaft der Region. Er kam 2009 zurück nach Deutschland, um bis zu seinem Ruhestand im August 2017 als angestellter Projektkoordinator und -manager für eine führende Softwarefirma zu arbeiten. Er übersetzte Tim Andersons »Dirty War on Syria«, in der deutschen Version erschienen im Liepsen-Verlag, und nach Eintritt in den Ruhestand Kees van der Pijls »Der Abschuss: Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg«, veröffentlicht im PapyRossa-Verlag. Er schrieb zusammen mit Tim Anderson ein Buch über »Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg«, das 2018 im Kopp-Verlag erschien, ebenso wie im Jahr 2019 das Buch »Deutschlands Angriffskriege«.

„Propaganda. Wie die öffentliche Meinung entsteht und geformt wird“ von Jacques Ellul. Rezension

Dem Begriff Propaganda (von lateinisch propagare‚ weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten) haftet inzwischen bereits lange ein bestimmter Ruch an. Für viele Menschen ist Propaganda oder die Bezeichnung eines Menschen als Propagandist deshalb vorwiegend negativ konnotiert.Doch es gab eben auch eine Zeit, da Propaganda u.a. auch schlicht und für Produktwerbung stand. Und Propagandisten halt Werbende waren. Wikipedia weiß beispielsweise: „Etwa seit der Zeit der Französischen Revolution wird das Wort im heutigen, weltlichen Sinne gebraucht, also als Bezeichnung für die Verbreitung politischer Ideen. So formierte sich 1790 in Paris der Club de la propagande, eine Geheimgesellschaft der Jakobiner zur Verbreitung revolutionärer Ideen. In dieser Bedeutung findet sich der Begriff heute in vielen weiteren Sprachen.[9]“ Denken Normalbürger (vor allem die, welche im Westen sozialisiert wurden) heute an Propaganda, werden sie darunter mit ziemlicher Sicherheit vielfach das Bild von der sowjetischer Propaganda der Kommunistischen Partei, der KPdSU sowie der jeweiligen Bruderparteien in den ehemaligen sich als sozialistisch verstanden habenden Ländern Osteuropas verstehen. Und zwar so, wie es ihnen westliche Politiker und Medien während des gesamten Kalten Krieges immer wieder vermittelt, geradezu einbetrichtert haben.Viele Menschen werden deshalb wohl kaum auf die Idee kommen, dass auch der Westen – im nicht geringen Maße eben auch die USA – mit Propaganda arbeitete beziehungsweise arbeitet. Weil sie einen womöglich auf den ersten Blick nicht als solche ins Auge sprang. 1962 erschien erstmals das Buch des französischen Soziologen Jacques Ellul mit dem Titel „Propaganda“. 1965 kam eine englische Übersetzung des Buches heraus. Nun ist das wichtige Standardwerk zur Propagandaforschung dank dem Westend Verlag zum ersten Mal auf Deutsch (Übersetzung Christian Driesen) erhältlich. In diesem Werk analysiert Ellul neben den inneren und äußeren Erscheinungsformen und Kategorien von Propaganda ihre soziologischen Bedingungen und Notwendigkeiten sowie ihre psychologischen und demokratietheoretischen Auswirkungen.

Über das Buch

„Erschreckender als Orwell

Die Natur der Propaganda besteht nach dem großen Philosophen Jacques Ellul in der Anpassung des Individuums an eine Gesellschaft, die darauf abzielt, das Individuum dienstbar und konform zu machen. „Mit der Logik, die ein großartiges Instrument des französischen Denkens ist, versucht Ellul seine These zu beweisen, dass Propaganda ungeachtet positiver oder negativer Intentionen nicht nur eine zerstörerische Wirkung für die Demokratie hat, sondern vielleicht die größte Gefahr für die Menschheit der modernen Welt ist,“ schrieb Robert R. Kirsch zum Erscheinen der Originalausgabe 1962 in der Los Angeles Times.“ (…)

Quelle: Westend Verlag

Mag Propaganda neben negativer Wirkungen hie und da auch wirklich oder vermeintlich positive Wirkungen haben (können), es steht fest, was auch Ellul schreibt: Keine politische Partei kann mehr ohne Propaganda auskommen. Sie kann bei den Wählern verfangen oder diese freilich auch abstoßen. Ellul macht ebenfalls klar, dass die Aufwendungen (nicht nur die finanziellen) für Propaganda immer umfangreicher geworden seien bzw. werden. Und das schreibt er in den Sechzigerjahren! Wo es ja zwar auch schon bescheidene Computer gab, jedoch weder das Internet noch die sogenannten sozialen Netzwerke wie heute. Jacques Ellul arbeitet sehr fein und tiefschürfend bestimmte Unterschiede in der Art von Propaganda und deren Anwendung(en) heraus. Etwa macht er darauf aufmerksam, dass, wenn es zum Beispiel um die Propaganda (Werbung) für Lebensmittel oder Gebrauchsgegenstände diverser Art etc. gehe, eine gewisse Ehrlichkeit unbedingt vonnöten sei. Wer kauft schon eines dieser Produkte wieder, wenn ihm dessen Qualität nicht zusagt? Ellul macht deutlich, dass auch bei politischer Propaganda durchaus mit Ehrlichkeit gearbeitet werde oder Wahrheiten (oder das, was man für solche hält) verkauft werden. Allerdings wird eben bei ausgeklügelter politischer Propaganda auch gezielter mit Halbwahrheiten und selbst mit Lügen gearbeitet. Wir müssen uns nur die Entstehung – oder muss man eher sagen: der Fabrizierung – von Kriegen anschauen (Wie heißt es nicht: jeder Krieg beginnt mit einer Lüge). Zunächst muss einmal der Gegner (Feind) entschmenschlicht, quasi als böses Tier dargestellt) werden, um gegen ihn zu mobilisieren und die Zustimmung der Bevölkerung zum Krieg zu erlangen. Nur einmal ein Beispiel aus unserer Gegenwart: „Tatsächlich beschäftigte das Pentagon schon 2009 sage und schreibe 27.000 (!!!) Mitarbeiter, die ausschließlich für das mediale Aufpolieren der US-Kriege zuständig waren.“, schrieb der Anti-Spiegel am 23. Juli 2018). Der Westend Verlag zum Inhalt des hier zu besprechenden Buches: „Elluls grundlegende Annahme ist, dass Propaganda ein soziologisches Phänomen ist und nicht „etwas, das bestimmte Leute zur Erreichung eines bestimmten Zwecks tun.“ Die technologische Gesellschaft sei Bedingung für die Existenz von Propaganda, und Propaganda stelle im Gegenzug das Überleben dieser Gesellschaftsform sicher. Das politische System, in dem Propaganda existiert, lehnt Elull in seinem Vorwort zur ersten Buchausgabe von 1962 als irrelevanten Maßstab ihrer moralischen Bewertung ab.

Ellul unterscheidet zwischen Agitationspropaganda und Integrationspropaganda. Das Bildungssystem erklärt er zu einer Grundbedingung von Propaganda. Intellektuelle seien außerdem jene gesellschaftliche Gruppe, die am empfänglichsten für Propaganda sei, weil sie sich zu allen „wichtigen Fragen der Zeit“ eine definitive Meinung bilden wolle.“ Nebenbei bemerkt: Kann womöglich der letzte Satz die Reaktionen bzw. Nicht-Reaktionen von Intellektuellen heutzutage und hierzulande samt dem Ausbleiben kritischer Stellungnahmen intellektueller Geister und deren dröhnendes Schweigen, betreffs der Corona-Maßnahmen und der diese teils chaotisch veranlasst habenden Politik erklären? Darüber hinaus haben wir es ja in dieser bald zwei Jahre andauerndem Krise durchaus tagtäglich mit Propaganda via nahezu flächendeckend gleichtönender Medien zu tun.

Bei Ellul lesen wir: „Nicht bestreiten lässt sich die Tatsache, dass es für die heutige Demokratie notwendig ist, »Propaganda zu machen«. Halten wir außerdem dafür, dass Propaganda, nicht vonseiten des Staates, sondern besonders privatwirtschaftlich, mit der Demokratie verbunden zu sein scheint. Historisch betrachtet wird sich überall, wenn das demokratische Regime einmal etabliert ist, Propaganda in verschiedenen Formen festsetzen. Sie lässt sich insofern nicht vermeiden, als Demokratie einen Appell an die Meinung und den Wettbewerb zwischen mehreren Parteien voraussetzt. Um an der Macht zu bleiben, versuchen diese politischen Parteien, Wähler zu gewinnen und Propaganda zu betreiben.“ Ellul hat sich sehr genau mit dem Wesen von Propaganda in der Sowjetunion, China und den USA, aber auch in Frankreich und anderswo befasst. Es wurde untersucht, wie Propaganda „hergestellt“ wird, wie sie auf Menschen wirkt, so dass so von ihr so beeinflusst werden, dass sie diese gar verinnerlichen (manchmal wohl durchaus auch unbewusst), dass sie gehorchen und sich in bestimmte Bahnen lenken lassen. Auch da wiederum lassen sich durchaus wieder Bezugspunkte zur Corona-Krise herstellen.Elluls Buch ist Ausfluss einer umfangreichen Propagandaforschung. Sie legt aus Propaganda erwachsen könnende Gefahren eines allmählich entstehenden Totalitarismus warnend offen. Sowie die damit verbundene negative Wirkung auf die Demokratie. Jaques Ellul: „Erinnern wir uns auch daran, dass das Aufkommen der Massen, gerade durch die Entwicklung der Demokratien, den Einsatz von Propaganda hervorgerufen hat und dass sie letztlich eines der Mittel zur Verteidigung des demokratischen Staates sein wird, wie der Appell an das Volk, mobilisiert durch die Propaganda, zeigt, ganz gleich, ob es sich dabei nun um die Verteidigung des Staates gegen private Interessen oder gegen eine antidemokratische Partei handelt. Es ist eine bemerkenswerte und recht erstaunliche Tatsache, dass große moderne Propaganda ihren Anfang in demokratischen Staaten genommen hat. Während des Ersten Weltkriegs kam zum ersten Mal das ganze massenmediale Spektrum zum Einsatz, die Methoden der Werbung wurden auf die Politik angewandt, und man suchte auch nach den wirksamsten psychologischen Methoden. Zu dieser Zeit war die deutsche Propaganda noch Mittelmaß, und es waren die französischen, englischen und amerikanischen Demokratien, die große Propaganda hervorbrachten. Desgleichen war es die leninistische Bewegung, zu Beginn zweifellos demokratisch, die alle Methoden von Propaganda weiterentwickelt und vervollkommnet hat. Entgegen dem, was man gemeinhin denken könnte, waren es also nicht die autoritären Regime, die als Erste diese Art von Maßnahmen ergriffen, wenn sie sie später auch ohne jegliche Skrupel durchführten. Diese Beobachtung sollte uns dazu veranlassen, über die Beziehung zwischen Demokratie und Propaganda nachzudenken.“ Ein unbedingt zu empfehlendes Werk, dieses Buch. Zugegeben, es ist mit 450 prall gefülltenSeiten, akribisch erforschtem Wissen über Propaganda sehr umfangreich. Das uns betreffs dieses Manipulationswerkzeugs, dem wir alle Zeit unseres Lebens mehr oder weniger ausgesetzt sind, wichtige Informationen vermittelt. Es ist nicht mal eben so weggelesen, dieses Wissen. Doch hat man es einmal geschafft, so verspreche ich, verbucht man dieses fleißig erlangten, erlesenen, Erkenntnisse als großen Zugewinn. „Für den modernen Menschen ist Propaganda die wahre Schöpferin“, postuliert Ellul, „von Wahrheit. Das bedeutet, dass die Wahrheit ohne Propaganda machtlos ist. Und angesichts der Herausforderungen, vor die die Demokratien gestellt werden, ist es von allergrößter Bedeutung, dass sie ihr Vertrauen in die Wahrheit an sich verlieren und sich die Methoden der unterschiedlichen Propagandaformen zu eigen machen. Andernfalls werden die demokratischen Länder, in Anbetracht der Tendenz heutiger Gesellschaften, den Krieg, der in diese Richtung weist, verlieren.“ Was, wie zu denken wäre, heute wichtiger denn je, wichtiger als zur Zeit, da Ellul, diese Zeilen zu Papier brachte, ist. Ergänzend zu diesem zweifellos wichtigem Buch – ich möchte sagen, unverzichtbarem Standardwerk in Sachen Propaganda – möchte ich weitere interessante zum Thema passende Bücher empfehlen: „Die Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon, „Propaganda“ von Edward Bernays sowie „Die öffentliche Meinung“ von Walter Lippmann, sowie ein Buch neueren Datums: „Die Propaganda-Matrix“ von Michael Meyen.

Jacques Ellul

Propaganda

Wie die öffentliche Meinung entsteht und geformt wird

Übersetzt von Christian Driesen

Erscheinungstermin:

20.09.2021

Seitenzahl:

450

Ausstattung:

Hardcover mit Schutzumschlag

Artikelnummer:

9783864893278

28,00 €inkl. 7% MwSt. zzgl. Versandkosten. Gratis Versand innerhalb Deutschlands ab 24,– € Bestellwert Lieferzeit: 2 – 4 W

Achtung, es geht los! Es reicht: jetzt muss #allesaufdenTisch

„+++ Außerplanmäßiger Beitrag +++ Aus Gründen +++ Kleine Überraschung +++“, heißt es auf der Seite von Journalist, Autor und Kolumnist Milosz Matuschek.

Achtung, es geht los!

„Nach der Aktion #allesdichtmachen (hier mein Beitrag seinerzeit dazu; C.S.), dem satirischen Hinterfragen der Corona-Ungereimtheiten, schreibt Matuschek, „durch zahlreiche bekannte Schauspieler, Dramaturgen und Regisseure, gehen ab heute 10 Uhr zahlreiche Videos zu unterschiedlichen Aspekten von Corona online.

Bekannte Schauspieler und Künstler sprechen mit Experten, die bisher in der öffentlichen Meinungsbildung zu wenig Gehör gefunden haben. Die Themen sind breitgefächert, doch alle verbindet eine handfeste Forderung: Es muss endlich #allesaufdentisch.

Wenn Sie auch der Meinung sind, dass wir eine längst überfällige, breitgefächerte und evidenzbasierte Debatte in Sachen Corona brauchen – und zwar ohne Netz und doppelten Boden und abseits kuratierter Debattenräume – dann schließen Sie sich auch gerne der Petition an, die Sie am Ende dieser Webseite (ganz nach unten scrollen!) finden.

Sie können alle Videos der Aktion jetzt auf der Webseite www.allesaufdentisch.tv sehen. Oder auf YouTube und anderen Kanälen.

Helfen Sie mit, dieser Aktion Flügel zu verleihen!

Wir freuen uns über jede Unterstützung sowie Verbreitung, gerne unter dem Hashtag #allesaufdentisch“

Was meinen Sie: Werden wir endlich eine echte Debatte erleben? Wird es zu einem Runden Tisch (kommen? Bekommen wir nun die Antworten auf die vielen unbeantworteten Fragen? Werden jetzt Kabarretist Uwe Steimle würde sagen: „Es kann auch ein eckiger sein.“; Anmerkung C.S.) die Fehler aufgearbeitet?“

Quelle: Milosz Matuschek.

Im Video oben: Schauspielerin Nina Proll spricht mit Politikwissenschaftlerin und Publizistin Dr. Ulrike Guérot

„Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt“ von Peter Zudeick. Rezension

Der Sonntag naht. Und damit die Bundestagswahl. Damit sollte die Ära von „Kohls Mädchen“, des „wandelnden Hosenanzugs“ (frei nach Urban Priol), beziehungsweise „Mutti“ Merkel enden. Einst galt sie gar, wie der Autor des hier zu besprechenden Buches, „Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt“, Peter Zudeick, erinnert, als „Doppeltes Quotchen“: „Weil sie eine Frau und aus dem Osten ist.“ (S.160). Freilich könnten wir mit der Wahl durchaus auch in eine Krise schlittern.

Welche Mehrheiten wären wie zu erreichen? Wer koaliert mit wem? Bis eine Entscheidung fällt könnte es bis Ende des Jahres oder gar noch darüber hinaus dauern. Solange wird uns Angela Merkel noch erhalten bleiben. Oder bringt man sie gar dazu noch ein bisschen nachzukellen, um eine eventuell heraufbeschworene nationale Krise zu vermeiden? Gott bewahre! Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen. Oder sollen wir es mal ohne Regierung probieren? Belgien immerhin blieb zumindest einmal anderthalb Jahre ohne Regierung. Und, ist Belgien untergegangen? Sie werden mir entgegenhalten, liebe Leserinnen und Leser, Belgien sei nicht Deutschland. Was ja stimmt. Oder man wird einen Satz mit Äpfel und Birnen ins Feld führen. Verzeihung, ich schweife ab.

Peter Zudeick über das Merkel-Ende: „Es wird wohl kein triumphaler Abgang werden“

Betreffs der Bewertung der scheidenden Bundeskanzlerin ist Peter Zudeick gewiss beizupflichten: „Es wird wohl kein triumphaler Abgang werden“. Aber, schreibt Zudeick auch (S.188): „Angela Merkels Renommee als Person scheint von dem politischen Gewürge ihrer letzten Jahre unberührt zu bleiben.“ Persönlich bin ich der Meinung, dass die Geschichte (gesetzt dem Fall, sie würde ehrlich geschrieben) letztlich kein gutes Bild von ihr zeichnen wird. Und so mancher Mitmensch dürfte später ungern an diese Ära Merkel erinnert werden wollen. Aber ich kann mich auch täuschen. Peter Zudeick gegen Ende des Buches: „Und in der Corona-Pandemie geriet ihr für die Geschichtsbücher gezeichnetes Bild endgültig ins Wanken. Aber vielleicht wird auch hier, wenn einmal genug Zeit vergangen ist, die milde Abendsonne der Geschichte ein freundlicheres Bild möglich machen.“ Mag sein: der Mensch ist ziemlich vergesslich. Man vergesse nicht, dass sich bei Merkel in der Corona-Krise durchaus auch autoritäre Züge zu zeigen begannen. Ich musste da an ein Gespräch von Merkel mit Günter Gaus denken, wo sie gestand, einen gewissen Faible fürs Autoritäre zu haben.

Angela Merkel und die Demokratie

Ein wenig ketzerisch gefragt: Ist Angela Merkel eine Demokratin durch und durch? Als sie einmal einer „Marktkonforme Demokratie“ das Wort redete, konnte man schon ins Grübeln kommen. Kanzlerin Merkel: “Wir leben ja in einer Demokratie und das ist eine parlamentarische Demokratie und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.” (Quelle: Freitag.de) Im Buch reißt das Zudeick kurz an, um darauf hinzuweisen, dass sie das später so nicht wiederholt habe. Und auch das haben wir unter der lieben „Mutti“ erlebt: Als „CDU-Chefin räumt sie Positionen und wechselt Überzeugungen wie andere die Socken.“ Stichwort. „Fukushima“ (S.175). Zunächst der Ausstieg betreffs der Atomkraft aus dem Ausstieg, den die rot-grüne Koalition 2000 eingeleitet hatte. Für die Bundeskanzlerin „nicht weniger als eine Revolution in der Energieversorung“. Nach dem Atomunglück von Fukushima dann die Wendung von Angela Merkel: „Wir alle wollen schnellstmöglich aussteigen und in die Versorgung mit erneuerbaren Energien ein- und umsteigen.“Zudeick: „Zwischen der Revolutionsankündigung und der Ankündigung diesem Satz liegen sieben Monate. Und die Atomkatastrophe von Fukushima.“

Die Causa Kemmerich

Und auch dies kommt zur Sprache: Als der FDP-Politiker Thomas Kemmerich 2020 mit den Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt wurde, griff Bundeskanzlerin Angela Merkel vom fernen Südafrika aus ein und ließ sozusagen par ordre du mufti diese Wahl „rückgängig“ machen. Diese Wahl hatte die Kanzlerin erklärt (S.185), (…) „sei inakzeptabel und müsse rückgängig gemacht werden“ (…)

Skandalös: Merkels „Griechenland-Hilfe“

Gut als Leser von Peter Zudeick daran erinnert zu werden, was die besonders von Merkel (und Finanzminister Schäuble als Hardliner) orchestrierte „Griechenland-Hilfe“ in erster Linie war, eine Bankenrettung: „Keine Rede von Aufbau, Wachstum, Hilfe zur Selbsthilfe.“

Deutschlands Kanzlerschaften gingen manchmal bitter und unschön zu Ende

Deutsche Kanzlerschaften verliefen nie so ganz rund. Und manches Mal gingen sie bitter und unschön zu Ende. Konrad Adenauer („Der Alte“) – der erste Bundeskanzler der BRD – musste schließlich förmlich aus dem Amt gekantet werden. „Ludwig Erhard wurde rausgeschubst, Willy Brandt zum Rücktritt gezwungen“, heißt es zum Buch.Willy Brandt stolperte über die „Guillaume-Affäre“. Beziehungsweise man ließ ihn vorsätzlich und sehenden Auges in diese Falle tappen. Für die Affäre selbst trug ja Brandt keine Verantwortung. Der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher informierte den Kanzler nicht über den längst bekannten Spionageverdacht gegen Brandts engsten Mitarbeiter Guillaume. Brandt übernahm jedoch die politische Verantwortung.

Helmut Kohls Kanzlerschaft endete in Skandalen

Schon in den ausgehenden Achtziger Jahren breitete sich Verdruss über die ewige Kanzlerschaft Kohls aus. Bei den nächsten Wahlen sah man „Birne“, wie man ihn wegen seiner Figur wenig schmeichelhaft zu nennen pflegte, weg vom Kanzlerbungalowfenster. Indes rettete ihm das Ende der DDR und die Deutsche Einheit, wofür der Pfälzer ja sofort die Weichen in seinem Sinne zu stellen verstand, den Allerwertesten. Dann wurden Skandale publik. „Der Dicke“ weigerte sich vehement die Namen deren zu nennen, die an die CDU gespendet hatten. Dennoch wird Helmut Kohl wohl als „Kanzler der Einheit“ lange in Erinnerung bleiben.

Absprung verpasst

Besonders die Kanzler Adenauer und Kohl verpassten den rechten Moment für den Absprung vom Kanzlersessel. So auch Angela Merkel. Peter Zudeick stellt zutreffend fest: (Merkel) „hätte die Chance gehabt, ihre Kanzlerschaft nach 16 Jahren geordnet und in Würde zu beenden, auch sie hat es nicht geschafft“.

Schröder „suboptimal“

Gerhard Schröder, auch der „Genosse der Bosse“ genannt (als der er während seiner Kanzlerschaft mittels seiner Politik tatsächlich kenntlich wurde), heißt es zum Buch „kegelte sich selbst aus dem Spiel“. In der sogenannten „Elefantenrunde“ nach den Bundestagswahl 2005 fiel Schröder peinlich auf: „Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, in dem sie sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden?“ Und weiter: „Ich meine, wir müssen die Kirche doch auch mal im Dorf lassen.“ Schröder: Den direkten Kampf „Er oder sie“, habe Merkel verloren. „Sie wird keine Koalition unter ihrer Führung mit meiner sozialdemokratischen Partei hinkriegen. Das ist eindeutig. Machen Sie sich da gar nix vor“, gebärdete sich Schröder brutal lächelnd. Angela Merkel war erschüttert und erwiderte mit Recht, wie Peter Zudeick erinnert (S.154) „dass den Regierungsauftrag nur derjenige hat, der die stärkste Fraktion stellt“. Zudeick (S.155): „Es ist viel spekuliert worden, ob Schröder nur unter dem Einfluss von Testosteron und Adrenalin oder auch von Genuss- oder Rauschmitteln gestanden habe.“ Später räumte Schröder ein, sein Auftreten sei wohl „suboptimal“ gewesen. Schröder entsozialdemokratisierte – möchte ich sagen – die SPD. Nicht zuletzt durch die Agenda 2010. Namentlich besonders durch Hartz IV, das von Linken als „Armut per Gesetz“ bezeichnet wurde. Tausende Mitglieder verließen die Partei. Viele tausend Wählerinnen und Wähler kehrten der Partei den Rücken. Immerhin – wird in Zudeicks Buch positiv erwähnt – verweigerte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder den USA im Falle des Irak-Kriegs als Vasall zu folgen. Vergessen wird aber auch nicht, dass er, zusammen mit dem Grünen Joschka Fischer und dessen Partei die BRD erstmals in deren Geschichte in einen Krieg (den sogenannten „Kosovo-Krieg“ gegen die Bundesrepublik Jugoslawien) zog. Später gestand er (ohne dass das irgendwelche Folgen juristischer Natur zeitigte), dass dieser Krieg völkerrechtswidrig war. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 allerdings: „Schröder verspricht US-Präsident Bush uneingeschränkte Solidarität, was zu einiger Unruhe in der eigenen Partei und vor allem bei den Grünen führt.“Schröder erzwingt schließlich die Zustimmung über die Beteiligung der Bundeswehr am Einsatz in Afghanistan, indem er im Bundestag die Vertrauensfrage stellt. Der Einsatz, der erst viel später endlich ehrlich auch Krieg genannt werden durfte, ging durch. In welchem Fiasko das endete, erfuhren wir in diesen Tagen noch vor dem zwanzigsten Jahrestag der Anschläge von 9/11 … Schröder als Bundeskanzler war schließlich Geschichte. Indes Bundeskanzlerin Angela Merkel Schröders Agenda-Politik – dankbar für die Vorarbeit von Rot-Grün (die nebenbei bemerkt Union und FDP gegen die Opposition der SPD hätten nie durchsetzen können) – fortsetzte, darauf aufbaute und hie und da sogar noch verschlimmerte.

Angela Merkel verlässt die Berliner Bühne und hinterlässt ein Land, das mehr denn je gespalten ist

Wie schon angemerkt, stolpert auch Angela Merkel wenig rühmlich von der Berliner Bühne. Inzwischen ist die deutsche Gesellschaft tief gespalten. Was sie freilich schon vor der Corona-Krise der Fall gewesen war. Der Umgang mit der Pandemie, war, um mit Gerhard Schröder zu sprechen, gelinde ausgedrückt suboptimal. Das An- und Verordnungsgewirr betreffs der Corona-Maßnahmen wurde fabriziert in einem vom Grundgesetz nicht vorgesehenem Gremium, zusammengesetzt aus den nahezu immer gleichen Bundes- und Länderpolitikern sowie handverlesenen Experten – nach dem Motto heute hüh, morgen hott. Der Publizist Matthias Heitmann sprach einmal – fällt mir gerade ein, auf Reitschuster.de veröffentlicht – über unser Land in der Corona-Pandemie von einer „Kita-Republik mit ihrer Bundeskindergärtnerin“. Mittels dieser Corona-Maßnahmen wurden quasi papageienartig verstärkt durch eine regierungssprecherartig gleichtönende Presse über anderthalb Jahre hinweg unisono hauptsächlich Angst und Schrecken verbreitet.

Gefährliche Spaltung der Gesellschaft

All das – und die Einschränkung von Grundrechten – hat nun die Spaltung der Gesellschaft abermals gefährlich vertieft. Unterdessen dürften noch mehr Menschen das Vertrauen in die Politik verloren haben. Im Buch steht zu lesen: „Deutschland ist angesichts der blassen, ja taumelnden Politik merkelmüde geworden. Und so ergeht es der Kanzlerin nicht anders als ihren sieben Vorgängern.“ Wer Angela Merkel im Amt als Konkurrent gefährlich werden konnte, den biss sie rigoros weg. Andere wiederum band sie an sich und belohnte sie, wenn sie ordentlich spurten, mit Ämtern. Der Buchtitel: „Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt“. Genial, prägnant! Ein Buch, das gut lesbar und informativ ist. Bei den älteren Leserinnen und Lesern dürften sich beim Lesen Erinnerungen auffrischen Dinge klarer werden. Den jüngeren ist es sehr zu empfehlen, um dem Lauf der Geschichte der BRD anhand den Politiken der jeweiligen Kanzler besser zu verstehen und interessante Einzelheiten kennenzulernen. Eine gute Analyse ist das Buch dazu. Allen Kanzlern und der bislang einzigen Kanzlerin sind eigene Kapitel gewidmet. Das Buch dürfte seine Leserinnen und Leser finden, bietet es doch die eigentlich einzigartige Möglichkeit bundesrepublikanische Politikgeschichte recht angenehm komprimiert – für mehrere Generationen geeignet – zu offerieren. Besonders interessant auch die Abbildung der bundesdeutschen Nachkriegspolitik. Von der es dann rasant – aber nicht luschig durch die Zeit rasend – durchgeht bis ins Heute. Manchmal kommt einen beim Lesen sogar ein Schmunzeln auf. Politische Geschichte unterhaltsam in ein Buch gepackt.

Das glanzlose Ende deutscher Kanzlerschaften

Mit seinem neuen Buch erzählt Zudeick von einem eigenartigen und ganz besonderen Phänomen: dem immer wieder bitteren Ende deutscher Kanzlerschaften. Doch, Hand aufs Herz: war denn der Anfang, der „Einstieg“ Konrad Adenauers (CDU) als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland etwa glanzvoller Start? Nicht so ganz.

Konrad Adenauer wurde mit einer, seiner eigenen, Stimme erster Bundeskanzler der BRD

Franz Alt schrieb am 23.8.2009 im Tagesspiegel: „Et hätt noch immer jot jejange“, sagte Konrad Adenauer, als er am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit, seiner eigenen, zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt war.“ Leider ist das so nicht bei Peter Zudeick (S.23) zu herauszulesen. Da ist nur davon die Rede, dass Adenauer „mit nur einer Stimme Mehrheit zum Bundeskanzler gewählt“ wurde. Weshalb ich das hier ergänze. Erst später gab er zu, sich selbst gewählt zu haben. Es gibt wohl keine direkte Bestimmung, das nicht zu tun. Aber es galt zumindest wohl als anständig, sich bei einer einen selbst betreffenden Wahl nicht selbst zu wählen. Aber Anstand und Politik, liebe Leserinnen und Leser, Sie wissen das sicher, gehen nicht immer zusammen … Zuvor, am 21. August 1949, eine Woche nach der Wahl hat Konrad Adenauer die wichtigsten Köpfe von CDU und CSU zu einer „Kaffeetafel“ in sein Haus in Rhöndorf „zu einer Aussprache“ (S.22) eingeladen. Dort verhinderte Adenauer eine große Koalition mit der SPD. Solche Hinterzimmerpolitik findet auch heute noch statt. Dazu kommen Kungeleien aller Art sowie der immer größer gewordene Einfluss (die Regierungen haben es zugelassen) der Lobbyisten auf die Politik und der dadurch ebenfalls munter wie geschmiert laufenden Drehtüreffekt, wo Politiker in die Wirtschaft und manchmal auch wieder zurück in die Politik wechseln. Nicht zu vergessen die Korruption. Und der Kampf um die Macht (besonders wenn Politiker sie einmal geschmeckt haben), der leider oft konträr dem entgegenläuft, was man Volksvertretung zu nennen pflegt. All das tut der Demokratie nicht gut. Was das Buch bei den verschiedenen Kanzlerschaften deutlich werden lässt: manche Strategien bis hin zu gewissen Gaunereien tauchen immer wieder auf.

Zusatzlese-Empfehlung

Sicher hätte es zu weit geführt, für das Buch den Werdegang Konrad Adenauers etwas ausführlicher zu beleuchten. Deshalb möchte ich ergänzend hier Werner Rügemers Text „Adenauers gekaufte Demokratie“ empfehlen. Albrecht Müller (Herausgeber der NachDenkSeiten) schrieb dazu einleitend: „Konrad Adenauer wäre nie Bundeskanzler geworden und nicht geblieben, wenn er sich an Grundgesetz und demokratische Verfahren gehalten hätte. Schwarze Kassen, Schweizer Nummernkonten, Liechtensteiner Stiftungen, gefakete Anzeigen, Tarnorganisationen und Geheimdienste im In- und Ausland: Mit Verfassungsbruch und krimineller Energie finanzierten Konzerne die Regierungsparteien der neu gegründeten Bundesrepublik – und schon vorher. Interessant ist auch die von Werner Rügemer beschriebene Umpolung der Europa Union auf eine konservative, wirtschaftsnahe Linie und die Erfindung von NGOs. Schon in den fünfziger Jahren wurden Vorfeldorganisationen für politische Zwecke missbraucht. Wie heute WWF und NABU. Siehe hier.“

Politik, ein nicht selten schmutziges Geschäft

Peter Zudeicks Buch macht auch auf viele kritisch zu betrachtende Aspekte aufmerksam. Rosa-rot wird da nichts gemalt. Und es kommt auch zutage, dass – was viele von uns wohl auch schon ab und an aufgefallen sein dürfte – Politik gar nicht mal so selten ein schmutziges Geschäft ist. Und unsere Demokratie überhaupt nicht so sauber ist, wie sie uns Politiker und ein ziemlich heruntergerockter deutscher Journalismus nicht müde werden uns weiszumachen. Und zu diesem Behufe stets auf vermeintliche oder wirkliche Bösewichte anderswo zeigen. Albrecht Müller bezeichnet diese Methode der Manipulation als „Das Denkschema „Wir sind die Guten“. Stattdessen sollte doch lieber das Schwäbische Sprichwort beherzigt werden: „Ein jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier“, respektive die Welt. Zuweilen ist auch zu hören: Politik ist die größte Hure. Zu mir sagte das einmal ein alter Mann auf einem Campingplatz der tschechischen Seite des Riesengebirges weit vor 1989. Etwas verdutzt und ungläubig nahm ich den Spruch damals zur Kenntnis. Aber er hatte mich aufhorchen gemacht. Klar, verstand ich den Sinn. Doch zöge ich heute vor es anders auszudrücken. Beweisen doch so manche Huren, heute Sexarbeiterinnen genannt, viel mehr Herz und Verstand als manche der gegenwärtigen Politikerinnen oder Politiker. Ich empfehle Peter Zudeicks Buch unbedingt! Möge es viele Leserinnen und Leser erreichen. Wir können aus der erzählten Geschichte etwas lernen. Haben wir schon etwas gelernt, dann sollten wir es auch am Sonntag bei den Bundestagswahlen an den Urnen entsprechend deutlich werden lassen.

Informationen

Dr. Peter Zudeick arbeitet als freier Journalist und Korrespondent für fast alle ARD-Rundfunkanstalten. Seine scharfen politischen Analysen, aber auch seine satirischen Rückblicke haben ihn einem größeren Publikum bekannt gemacht. Zudeick studierte Germanistik, Pädagogik, Philosophie und Theaterwissenschaften und promovierte in Philosophie. 2009 erschien im Westend Verlag „Tschüss, ihr da oben“, 2013 der von ihm herausgegebene Band „Das alles und noch viel mehr würden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland wär’n“.

Peter Zudeick

Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt

Vom Ende deutscher

Kanzlerschaften

Erscheinungstermin:

30.08.2021

Seitenzahl:

200

Ausstattung:

Klappenbroschur

Artikelnummer:

9783864893384

Westend Verlag

18,00 Euro

„Die Verschwörung“ von Danny Patrick Rose. Rezension

Die Anschläge vom 11. September 2001 in New York liegen nun bereits zwanzig Jahre hinter uns. Wollten wir wirklich wissen, dann hätten wir inzwischen durchgeholt, dass die Terroranschläge bis heute nicht aufgeklärt sind. Das jedenfalls was uns die von der US-Regierung eingesetzte Untersuchungskommission zur Klärung der damaligen Ereignisse offiziell als „Wahrheit“ verklickert hat, ist alles andere als Aufklärung. Sondern eine Zumutung.

Ein bis heute nicht aufgeklärtes Jahrhundertverbrechen

In meiner Rezension des neuesten Buches von Mathias Bröckers „Mythos 9/11“ schrieb ich Zitate nutzend: „Die Anschläge des 11.9.2001 dürften als das Jahrhundertverbrechen in die Geschichte eingehen. Wie aber kann es sein, dass auch nach zwanzig Jahren noch immer an der „offiziellen Wahrheit“ festgehalten wird, obwohl bis heute die objektiven Unstimmigkeiten an dieser Version erdrückend sind? Die Kommission zur Klärung der Ereignisse legte einen Abschlussbericht vor, der einer staatsanwaltlichen Prüfung nicht standhält und von dem sich selbst einige Kommissionsmitglieder distanziert haben. Bestsellerautor Mathias Bröckers zieht zum 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 eine ernüchternde Bilanz über unterdrückte Beweise und die Folgen, die der „War on Terror“ bis heute weltweit nach sich zieht.“

Andere Ermittlungshypothesen als die „offizielle Wahrheit“ über 9/11 werden auch zwanzig Jahre nach den Anschlägen noch gemieden

Auch jetzt wieder rund um den 20. Jahrestag von 9/11 wichen Medien und Politiker kein Jota von jener „offiziellen Wahrheit“ ab. Und mieden somit andere Ermittlungshypothesen und mögliche Erklärungen wie der Teufel das Weihwasser. Denn dann wird man rasch als Verschwörungstheoretiker abgestempelt oder noch als noch Schlimmeres hingestellt. Dabei behaupten diejenigen, welche das offizielle Narrativ über die Terroranschläge (dem „offiziellen Märchen von Osama und 19 Teppichmessern als Alleintäter“, wie der Journalist und Autor Mathias Bröckers zu sagen pflegt) anzweifeln, gar nicht einmal die Wahrheit zu kennen. Sie benennen nur Unstimmigkeiten, die offenbar sind. Aber das darf nicht sein. Dergleichen darf ums Verrecken nicht geäußert werden.

Gestrichenes und Ungesendetes

Selbst fiktive Krimi-Hörspiele“ (vor zehn Jahren schon einmal gesendet: eine Adaption von Andreas von Westphalen zu Sven Böttchers und Mathias Bröckers‘ Thriller „Das fünfte Flugzeug“ und kürzlich zur erneuten Sendung auf WDR 1Live angekündigt; Anm. C.S.), „die eine andere Geschichte erzählen, werden über Nacht aus dem Programm gestrichen. Wahrscheinlich deshalb, weil man daraus mehr erfährt als den jetzt freigegebenen FBI-Dokumenten zu 9/11“, heißt es bei EXOMAGAZIN.TV. Dazu lesen wir bei Mathias Bröckers hier mehr.Doch damit nicht genug: auch ein bei Mathias Bröckers bestellter Radio-Beitrag zum 20. Jahrestag von 9/11 – schon eingesprochen und im Programm angekündigt – blieb plötzlich und – unerwartet? – ungesendet. Also nochmals: Zögen wie die Hosen nicht mit der Kneifzange an, könnten wir wissen: Die Terroranschläge von 9/11 sind unaufgeklärt. Aber wie dem auch sei, Mathias Bröckers ist zuzustimmen: „Wissen ist eine Holpflicht.“

Der 9/11 – Thriller

Mit „Das fünfte Flugzeug“ (ursprünglich erschienen unter dem Pseudonym John S. Cooper) ist bewiesen, dass man das bisher zu den Terroranschlägen Bekannte mit einer darum gesponnenen Geschichte mit dazu erfundenen Personal gut in einem spannenden Thriller verarbeiten kann.

Der 9/11 – Roman

Nun kam mir der „Der 9/11 Roman“ mit dem Titel „Die Verschwörung“ (erschienen bei Fifty-Fifty) von Danny Patrick Rose unter. Darin wird erst recht richtig-spritzig aufgedreht. So abgedreht ist diese Geschichte! Dieser Roman geht ab wie Schmitz Katze. Sich davon loszureißen, um Augen und Hirn mal eine Pause zu gönnen, fällt verdammt schwer. Was da alles passiert! Köstliche Dialoge, die die agierenden Personen oft bis aufs Hemd oder weiter drunter kenntlich machen. Sätze, die nicht selten wie Arsch auf Eimer passen. Nicht selten klatscht man sich auf die Schenkel und lacht lauthals. Welch irres Personal sich da im Weißen Haus tummelt! Doch ist das wirklich übertrieben? Haben wir zu George Walker Bushs Präsidentenzeiten nicht auch so manches Mal vermutet, dass dieser Herr gewiss nicht die hellste Kerze auf der Torte ist? Aber auch an Erotik fehlt es nicht. Wie man erfährt, hatte Roses Frau zunächst bemängelt, dass so etwas fehle. Und als Rose etwas davon in den Text streute, war es der Frau wohl dann doch eine Prise zu viel. In einem Interview sagte Rose dazu: „Wie man es macht, macht man’s falsch.“

Ein irre-toller Roman

Wie lesen mir auf dem Buchrücken: „Ein geistiger Kleingärtner als US-Präsident, dessen Frau es mit dem Außenminister treibt, der nicht zufällig Colin Powell ähnelt“ (…)Auch die Brezel, an welcher George W. Bush angeblich einmal beinahe erstickt sein soll, wird im Buch verwurstet. Und die Zwillinge der Präsidentenfamilie, die so manches verzapfen, kommen uns als Leser bekannt vor.Und anderes Personal in Washington ist auch so treffend beschrieben, dass wir so manchen zu erkennen vermögen. Allein schon die vom Autor vergebenen Namen!Weiter heißt es auf dem Buchrücken: (…) „ein Haufen selbstgerechter Politschranzen, durchgeknallter Geheimdienstleute“, (…) Nicht zu vergessen die Protagonisten des irre-tollen Romans, die so vorgestellt werden: (…) „und ein tapferes Trio, das die Verschwörung aufdecken will: Jason, der Journalist, Manuel, der Freigeist, und eine geheimnisvolle Spionin – kurz: ein abgedrehtes Szenario voller spektakulärer Ereignisse und wild wuchernder Spekulationen über die Wahrheit hinter den Anschlägen des 11. September 2001.“

Überraschend, bombiger Schluss

Und erst der Schluss des Romans! Eine wahre Überraschung. Geradezu wimmelnd- himmlich. Was da alles auf uns zukommt! Ein Adrenalinstoß, eine Bombe … Der vorletzte Satz in diesem Buch lautet:Morgen wird die Bombe fallen“, hieß es in der Nachricht. „Es wird die Mutter aller Bomben sein.“ Neugierig geworden? Kaufen! Lesen!

Wahnsinn vom Feinsten

Ein Wahnsinn vom Feinsten, welche Danny Patrick Rose da verzapft hat. Herrlich frei von irgendwelcher politischen Korrektheit. So geht es also im Weißen Haus zu, so in god’s own country? Vielleicht noch schlimmer. Ahnt man durchaus. Der US-Präsident ist der mächtigste Mann der Welt? Wer’s glaubt wird selig! Dieser Roman findet der Verlag, (…) „der sich wie ein in Prosa umgesetzter Comic liest“ (ist) „Ein ungeheures wie unverschämtes Buch, schrill und schreiend komisch“. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer der Forderung: Leseempfehlung!

Der Autor Danny Patrick Rose
Danny Patrick Rose schreibt unter mehreren Pseudonymen für Reality-TV in den USA, darunter Real Time und die Daily Show. Seine Karriere begann er als Stand-Up-Comedian in seiner Heimatstadt Salt Lake City, Utah. Danach hielt er sich als Coach für das Baseballteam Boston Red Sox, als Pizzalieferant für die Benevolent Irish Society und als Frank Sinatras Bodyguard über Wasser.

Während seines Studiums an der Columbia University in New York City gründete er die Rockband Ho Ho Ho Chi Minh. Als das FBI nach dem Tod von Jack Ruby gegen ihn ermittelte, tauchte er in Taos, New Mexico unter. Er züchtete bewusstseinserweiternde Pilze, die er mit andischen Kakteen kreuzte, hatte aber, der Stacheln wegen, keinen kommerziellen Erfolg.

Danach besorgte ihm Norman Podhoretz, ein alter Freund seines Vaters, einen Job als Sous-Chef beim Council of Foreign Relations. Nach einem Burnout reiste er durch Indien, die Äußere Mongolei und Liechtenstein und lebte in London als Liebhaber der Duchess of York.

Zurück in den USA, landete er in Hollywood, wo er Disney-Prinzessinnen in klingonisch synchronisierte und Sitcoms unter dem Pseudonym Tucker Carlson schrieb.

Er hatte einen Kurzauftritt in der Woody-Allen-Tragödie Ich schau dir in die Augen, Kleines, der aber herausgeschnitten wurde. Danach versuchte er sich als Kolumnist für Vanity Fair, bis er gefeuert wurde, weil er sich weigerte, mit Graydon Carter zu schlafen. Nach seiner Scheidung von Paris Hilton arbeitete er als Ghostwriter für Jonathan Franzen.

Heute lebt der Autor des Politfachblatts The Onion und Hobbyveganer im Brooklyner Stadtteil Crown Heights mit seiner dreibeinigen Katze Petunia und zwei Piranhas. Die Verschwörung ist sein erster Roman. Er beruht auf einer wahren Geschichte.

Quelle: Buchkomplizen

Danny Patrick Rose

Die Verschwörung

Der 9/11-Roman

  • fifty-fifty

    Buch

    312 Seiten

    1. Auflage

    205 mm x 125 mm

    Erscheinungsdatum: 16.08.2021

    Artikelnummer 978-3-946778-21-9

Ladenpreis: 16,00 Euro

Im Interview

Heute sind Amerikaner, die kritische Fragen stellen, marginalisiert und werden sogar in die rechte Ecke gedrängt”

Robin Schmerer hat den Autor Danny Patrick Rose interviewt (hier) Quelle: Krass & Konkret/Buchkomplizen

2G-Regel landeseinheitlich? Oskar Lafontaine fragt: „Befinden wir uns schon im Hirn-Lockdown?“

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher (SPD) preschte vor in Sachen 2G-Modell. Er verteidigt das sogenannte 2G-Modell in Hamburg vehement. „Wir dürfen die Pandemie nicht nur aus der Interessenslage der Ungeimpften heraus beurteilen“, sagte Tschentscher dem TV-Sender Bild. „Die überwiegende Mehrzahl der Menschen sind geimpft, und auch die haben Rechte und nehmen sie auch wahr und klagen sie ein.“ (Quelle: RND)

Veranstalter und Wirte in Hamburg können inzwischen selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen – also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Auf die Frage des Senders, ob der Hamburger Senat mit diesem Modell ungeimpfte Menschen unter Druck setzen wolle, sagte Tschentscher, „diesen Ansatz verfolgen wir nicht. Im Gegenteil, wir gehen auch aktiv auf alle Ungeimpften zu.“ – Ja, kann man es auch ausdrücken. Ungeimpfte, also zunächst einmal als gesund geltend müssenden Menschen werden von bestimmten Veranstaltungen und der Gastronomie ausgeschlossen.

Das Modell scheint Schule zu machen.

Mehr Druck und Tempo beim Impfen“

Die Nordstadtblogger (Dortmund) schreiben am 31. August 2021:

„Mehr Druck und Tempo beim Impfen: Städte und Gemeinden appellieren an das Land NRW, möglichst schnell zu einer „2G“-Regelung überzugehen, um bei Veranstaltungen, Sportereignissen und im Nachtleben Klarheit zu schaffen. Künftig soll nur Geimpften und Genesenen der Zugang gestattet werden – eine Forderung, die sich auch der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund angeschlossen hat.“

Und weiter: „Wir haben sehr schnell und einhellig eine Sichtweise entwickelt, dass wir das Land auffordern, schnell zu einer 2G-Regelung überzugehen, weil sie Klarheit schafft für das öffentliche Leben“, fasste Dortmunds OB Thomas Westphal die Diskussionen zusammen.“

Und die Gesunden? Müssen draußen bleiben, wie einst nur die Hunde.

In einem Kommentar zum Nordstadtblogger-Beitrag lesen wir:

„OB Thomas Westphal begrüßt Forderung des Städtetags NRW nach landeseinheitlicher 2G-Regelung (PM)

Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister von Dortmund. Foto: C. Stille

Kommentar vom 10. September 2021 – Antwort

Der Vorstand des Deutschen Städtetags NRW hat auf seiner Sitzung am Mittwochabend beschlossen, mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen die Umsetzung einer landeseinheitlichen 2G-Regelung (Geimpft-Genesen) für den Freizeitbereich zu fordern. Ein kommunaler Flickenteppich müsse verhindert werden, so der Appell an die Landesregierung.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal begrüßt und unterstützt die Forderung, schnell und verbindlich eine landesweite 2G-Regelung zu beschließen, ausdrücklich. Westphal sieht den NRW-Gesundheitsminister dringend gefordert, die einheitliche Regelung herzustellen.

„Die Bürgermeister und Oberbürgermeister in NRW haben in den letzten Monaten immer die Linie für einheitliche Regelungen vertreten. Im Verlauf der Pandemie haben wir die Menschen zu oft mit Regeln und unterschiedlichen Vorgaben belastet. Damit muss auch mal Schluss sein. Auch mit Blick auf die Pendler und den Austausch unter den Kommunen in den Ballungsräumen geht an einem einheitlichen Regelwerk kein Weg vorbei“, so Thomas Westphal.“

Kritische Kommentare zum Beitrag sucht man indes vergeblich. Gab es tatsächlich keine?

Wohin soll all das noch führen? Denken die Corona-Politiker*innen, die sich für dergleichen stark machen, eigentlich noch nach? Was halten sie eigentlich (noch) vom Grundgesetz? Wie weit soll die eh schon vor Corona bestehende Spaltung noch getrieben werden?

Mir fehlen die Worte. Weshalb ich hier ersatzweise Oskar Lafontaine (DIE LINKE) – mit Verlaub: einen Politiker, der offenbar weder seinen Verstand an der Garderobe abgegeben hat, noch sich im Hirn-Lockdown befindet – zitieren möchte, der die passenden Worte für den Wahnsinn gefunden hat:

Oskar Lafontaine  (via Facebook)

Doppelter Wortbruch

Oskar Lafonataine (DIE LINKE). Foto: C. Stille

Ungeimpfte können Geimpfte und Genesene anstecken.

Geimpfte können Ungeimpfte und Genesene anstecken.

Genesene können Geimpfte und Ungeimpfte anstecken.

Was schließen unsere Corona-Politiker daraus?

Wenn Restaurant-Besitzer oder Veranstalter das wollen, dürfen nur noch Geimpfte und Genesene Restaurants und Veranstaltungen besuchen und sich gegenseitig anstecken. Ungeimpfte bleiben vor der Tür. So zumindest die von immer mehr Politikern befürwortete 2-G-Regel. (Spiegel Online meldet, dass in Münster die Zahl der Infizierten nach einer 2-G-Party inzwischen bei 44 liegt – und noch weiter steigen dürfte (1)). Befinden wir uns schon im Hirn-Lockdown? Der Impfzwang durch die Hintertür nimmt immer skurrilere Formen an.

Glückliches Dänemark. Da sind die politisch Verantwortlichen noch nicht durchgeknallt. Nachdem allen ein Impfangebot gemacht wurde und die offizielle Impfquote bei 73 Prozent der Bevölkerung liegt, werden jetzt alle Einschränkungen abgebaut. In Deutschland ist die Impfquote ähnlich hoch, wir könnten daher genauso lockern wie die Dänen.

Die offizielle Impfquote (61,9 Prozent) gibt die Wirklichkeit nicht wieder, weil nicht alle Impfungen gemeldet wurden. Eine Befragung von Infratest dimap in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ergab Mitte Juli eine um 16 Prozent höhere Erst-Impfquote der 18- bis 59-Jährigen, das RKI selbst hat im August eine Befragung veröffentlicht, in der die Erst-Impfquote bei den unter 60-Jährigen sogar um 20 Prozent höher ist als in ihrer Statistik (2). Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die wahre Impfquote in Deutschland so hoch ist wie in Dänemark. Auch die Zahl der Genesenen ist wohl mindestens doppelt so hoch wie offiziell angegeben (3).

Kanzleramtsminister Braun hat im März für die Bundesregierung versprochen: „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren. Und alle Einschränkungen fallen.“ (4)

Und heilige Schwüre gab es auch, dass es keinen Impfzwang geben würde. Jetzt lassen sie sich jeden Tag etwas Neues einfallen, um die Ungeimpften zu zwingen, sich endlich impfen zu lassen.

Bei diesem doppelten Wortbruch: Wundert sich da noch jemand, dass Deutschlands Pandemie-Lenker immer mehr Vertrauen verlieren?

Gott sei Dank gibt es noch vernünftige Stimmen aus der Medizin. Ärztepräsident Klaus Reinhard erklärt: „Noch mehr Druck auf Nicht-Geimpfte auszuüben, wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen.“ (5) Er lehnt es auch ab, dass Ungeimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Quarantäne haben sollen. Diese Aussage hätte eigentlich vom DGB kommen müssen.

1.) https://www.spiegel.de/…/muenster-zahl-der-infizierten…

2.) https://www.tagesschau.de/inland/impfungen-umfragen-101.html

3.) https://www.zeit.de/…/dunkelziffer-corona-infizierung…)

4.) https://www.faz.net/…/kanzleramtschef-braun-stellt

5.) https://www.merkur.de/…/aerztepraesident-mehr-druck-auf

So, liebe Leserinnen und Leser, jetzt sind Sie dran. Machen Sie sich ihre eigenen Gedanken. Ich möchte nebenbei daran erinnern, dass bald Bundestagswahlen sind.

Beitragsbild: Öffentliche Veranstaltung unter Corona-Maßnahmen. Foto: Stille

Beigabe (13.8.2021) via Norbert Häring

Vorschlag für Gastgeber, die 2G oder 3G anwenden müssen
Auf meinen Aufruf zur Solidarität mit Ungeimpften habe ich viele Zuschriften erhalten, ganz überwiegend positive. Einen Handlungsvorschlag für Veranstalter, Kneipenwirte etc,, die Ungeimpfte nur aus rechtlichem Zwang oder wirtschaftlicher Überlebensnotwendigkeit ausgrenzen müssen, möchte ich besonders herausstellen.
Ich hatte in meinem Solidaritätsaufruf gebeten, nach Möglichkeit keine Veranstaltungen und Einrichtungen zu besuchen, die keine Ungeimpften zulassen. Zu Recht wurde vereinzelt dagegen eingewendet, dass manche Gastgeber aus rechtlichen oder von der Politik herbeigeführten Gründen gar keine andere Möglichkeit mehr haben, als so zu handeln, wenn sie nicht aufgeben wollen.
Dieser Gruppe macht ein Leser meines Aufrufs folgenden Vorschlag:
Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen, wenn ich Inhaber eines Geschäftes, einer Kneipe, eines Konzertsaales oder eines Kinos wäre: große Plakate mit den Gesichtern all der Politiker(*), die diese Spaltung der Gesellschaft veranlasst oder nichts dagegen unternommen haben, zusammen mit dem Wort „Hausverbot!“ in großen Lettern.“
Damit erweisen Sie den ausgegrenzten Ungeimpften Respekt, bringen die Geimpften zum Nachdenken und laden die Verantwortung für die schrecklichen Zustände dort ab, wo sie hingehören, bei den Politikern, Verbandsfunktionären und „Wissenschaftlern“, die mit Ihren Gesetzen und Ihrer Hetze gegen Teilgruppen der Gesellschaft dafür gesorgt haben, dass Betreiber von Einrichtungen der Gastfreundschaftsbranchen große Teilen der Bevölkerung draußen vor der Tür stehen lassen müssen.
Quelle: Norbert Häring

Hinzugefügt am 14.8.2021 via Norbert Häring

Protestplakate als PDF zum Download, für Wirte und Andere, die widerstrebend 2G oder 3G anwenden

13. 09. 2021 | Viele Veranstalter, Gastwirte und andere Gastgeber sehen sich aufgrund von Gesetzen und Verordnungen direkt oder indirekt genötigt, die 2G- oder 3G-Regel anzuwenden und somit den Teil der Bevölkerung auszugrenzen, der eine bestimmte Impfung nicht hat, oder sich nicht täglich testen lassen kann oder will. Für diese Gastgeber haben wir Plakate zum Herunterladen und Ausdrucken entworfen.

Falls Sie zu den Gastgebern gehören, die die 2G- oder 3G-Regel nur unter Protest anwenden und dies auch kundtun möchten, können sie mit diesen Aushängen die Zutrittsbeschränkung auf diejenigen ausweiten, die diese ungastlichen Verhältnisse herbeigeführt haben. Gleichzeitig können Sie so den Nichtgeimpften oder Nichtgetesteten, die Sie nicht mehr einlassen können, Ihren Respekt ausdrücken und die Verantwortung dort verorten, wo sie hingehört.

Es gibt unterschiedliche Varianten für 2G und für 3G, sowie für unterschiedliche Papierformate, zum  Herunterladen und Selbst-Ausdrucken oder Ausdruckenlassen.

Plakat3G_DinA4

Plakat2G_DinA4

Plakat2G_DinA3-1

Plakat3G_DinA3-1

Unveränderte Vervielfältigung ist ohne Genehmigung erlaubt. Bei veränderter Vervielfältigung ist der Downloadhinweis am unteren Rand zwingend zu entfernen.

Zum Hintergrund

Ich hatte in meinem Solidaritätsaufruf gebeten, nach Möglichkeit keine Veranstaltungen und Einrichtungen zu besuchen, die keine Ungeimpften zulassen. Zu Recht wurde eingewendet, dass manche Gastgeber aus rechtlichen oder von der Politik herbeigeführten Gründen gar keine andere Möglichkeit mehr haben, als so zu handeln, wenn sie nicht aufgeben wollen. Daraus entstand die Idee für diese Möglichkeit für Gastgeber, den Ausgegrenzten Ihren Respekt zu bezeigen und den Verantwortlichen zumindest symbolisch die gleiche ausgrenzende Behandlung zukommen zu lassen wie den Nichtgeimpften oder Nichtgetesteten.