„Kultur ist Frieden, Frieden braucht Kultur“. Weiterer offener Brief von friedensengagierten Menschen kann mitgezeichnet werden

Offener Brief an den Bundespräsidenten Deutschlands Frank-Walter Steinmeier, an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz und die amtierende Bundesregierung sowie an die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Luise Amtsberg.

Der Offene Brief ist auch bei Petitionen.com veröffentlicht. Hier können Sie ihn zeichnen und/oder weiterverbreiten.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir Kultur- und Kunstschaffenden sowie Freunde und Sympathisanten, wenden uns mit diesem offenen Brief besorgt und bestürzt an die Politik und Öffentlichkeit, denn wir spüren, dass die Demokratie und freiheitliche Gesellschaft unseres Landes in eine gefährliche Schieflage gerät. Indikator dafür ist die schockierende Eskalation von Diskriminierung und Herabwürdigung russischsprachiger Bürger in unserem Lande, deren Spirale sich praktisch täglich weiter ins Uferlose schraubt.
So, wie wir Bestürzung über die, durch die russische Strategie forcierte Eskalation des jahrelangen Ukrainekonfliktes empfinden, fühlen wir nun gleichsam Scham über die deutsche Reaktion auf diesen Krieg, die in einem bisher nie gekannten Ausmaß an Empörung ihre Blüten schlägt. Russland kann und muss diesen militärischen Konflikt beenden. Das wollen auch wir!

Aber es liegt auf der Hand, dass die bisherigen deutschen und europäischen Reaktionsexzesse das Gegenteil provozieren, mindestens jedenfalls dazu beitragen, eine Befriedung zu verzögern, statt sie herbeizuführen.

Viele russisch-deutsche Vereinigungen, die zur Förderung der wirtschaftlichen, humanitären und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gegründet wurden, stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Deutsch-europäische Firmen, die mit Handel einen wichtigen Beitrag für gutnachbarliche Beziehungen leisteten, werden von deutscher Seite in den Ruin befohlen. Mit völlig ungebremster Sanktionierung Russlands werden billigend auch Inflation und der Niedergang deutscher Wirtschaft und damit deutschen Wohlstandes in Kauf genommen, während das Waffengeschäft brummt und die Rüstungslobby sich die Hände reibt. Wie kann das sein?
Verstörende Signale empfangen wir aber auch aus der kulturellen Landschaft: Russischen Weltstars wie der Opernsängerin Anna Netrebko und dem Dirigenten Valery Gergiev wurden die Verträge gekündigt, weil sie sich nicht “ausreichend” gegen ihre Heimat positionierten. Im europäischen Deutschland des 21. Jahrhunderts – in dem die Rede- und Meinungsfreiheit für alle Bürger durch das Grundgesetz garantiert ist – werden verdienstvolle Kulturschaffende buchstäblich gezwungen, zu politischen Ereignissen verordnete Partei zu ergreifen. Wenn sie sich weigern, werden sie entlassen.

In europäischen Schulen werden Werke russischer Klassiker wie Puschkin oder Tolstoi aus den Lehrplänen gestrichen. Aufführungen von russischen Komponisten und Theaterstücke russischer Autoren werden verboten oder in vorauseilendem Gehorsam „vermieden“. Menschen werden bedroht, beleidigt, gedemütigt, ihr Eigentum wird verwüstet, sie werden in den sozialen Medien beschimpft und offen aufgefordert, Deutschland zu verlassen. In Lebensmittelgeschäften und Restaurants wird Russen die Bedienung verweigert. Und die Medien verwenden das Wort “Russe” bereits als Synonym für „Aggressor“ und schüren damit den ethnischen Hass.
Solcherlei muss dringend gestoppt werden!

“Die Menschen vermeiden es bereits, auf der Straße Russisch zu sprechen. Das macht mir große Sorgen. Es gibt Fälle von Angriffen auf russische Geschäfte, russischsprachige Kinder werden in den Schulen schikaniert. So etwas können wir nicht dulden”, sagte auch Reem Alabali-Radovan, Staatsministerin für Migration und Integration, sowie Antirassismus-Beauftragte der Bundesregierung.

Nach Angaben des deutschen Bundeskriminalamtes werden im Land der Dichter und Denker jede Woche mindestens 200 Straftaten gegen russischsprachige Bürger begangen.

Für kritisch denkende und kulturinteressierte Europäer sind auch Entscheidungen, wie die des Weltverbandes der internationalen Musikwettbewerbe, den internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb aus seinen Reihen zu streichen, vollkommen unerklärbar. Denn es handelt sich dabei nicht nur um einen der weltweit bedeutendsten klassischen Musikwettbewerbe, sondern auch um einen weltumfassenden Vermittler humanistischer Werte, dessen Bedeutung weit über die Grenzen des Landes hinausreicht. Als beispielsweise mitten im kalten Krieg der herausragende amerikanische Pianist Van Cliburn den Wettbewerb in Moskau gewann, war dies ein friedensstiftender Akt durch die Kunst. Von Gideon Kremer bis Dimitri Schostakovitsch sind viele bedeutende Künstler untrennbar mit dem Tschaikowski-Wettbewerb verbunden.

Entscheidungen, solche hochkarätigen kulturellen Brücken niederzureißen, werden sich wohl nicht auf die Entwicklung der Kultur in Russland auswirken, ganz sicher aber auf die unsere.

Wir wollen nicht hinnehmen, dass gerade die Kultur, als eines der höchsten menschlichen Güter, stranguliert, missbraucht und ihrer friedenstiftenden und völkerverbindenden Kräfte beraubt wird!

Was ist der nächste Schritt des “kulturellen Europa”? Öffentliche Verbrennung von Büchern russischer Herkunft auf den großen Plätzen der Städte? Wohin will die deutsche Politik die Spirale noch schrauben?

Und wo bleiben hingegen die politisch klugen, die diplomatischen, die humanistischen Ideen, mit denen der kriegerische Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, unter zunehmender Beteiligung des Westens, beendet werden kann? Im Sinne und Interesse aller Völker Europas und der Welt?!

Es muss unser aller Interesse sein, das Verbindende zwischen Russen und Ukrainern zu fördern, anstatt zu ihrer vollkommenen und unversöhnlichen Entzweiung beizutragen.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern ein sofortiges Umdenken der deutschen Politik und deutscher Medien, um der ausufernden Russophobie in Deutschland und Europa entgegenzuwirken.

Wir ersuchen den Bundespräsidenten und das Bundesverfassungsgericht, die Verletzungen des Menschenrechtes auf Meinungs- und Anschauungsfreiheit zur Kenntnis zu nehmen, zu unterbinden und rechtschaffene Bürger vor Hassattacken zu schützen.

Wir fordern, dass Behörden und sonstige staatlichen Stellen es unterlassen, ethnischen Hass gegen Russen, alles Russische und Russland Zugewandte zu schüren.

Stattdessen müssen alle möglichen Maßnahmen gegen Verhetzung und kriminelle Vorkommnisse ergriffen werden, um weiterhin dem Austausch von Kulturen und den ihnen innewohnenden friedenstiftenden Kräften Raum zu geben.

Frieden beginnt in uns. Frieden ist keine Einbahnstraße aber Krieg ist immer Sackgasse! Frieden muss für die Völker gemacht werden – nicht gegen sie. Hier auf Facebook wird der offene Brief von Tino Eisbrenner verlesen.

Kultur ist Frieden – Frieden braucht Kultur.

Erstunterzeichner:

  • Tino Eisbrenner (Musiker, Lyriker) Friedensgesellschaft Musik statt Krieg e.V.
  • Dr. Matthias Oehme Eulenspiegel Verlag
  • Owe Schattauer (Rapper) Druschba-Global
  • Sebastian Köpcke (Graphiker)
  • Claudia Opitz (Kinderbuchautorin)
  • Marc Johne edition bodoni
  • Dr. Wolfgang Bittner (Schriftsteller)
  • Dirk Zöllner (Musiker, Autor)
  • Renate Schoof (Schriftstellerin)
  • Heiner Sylvester (Regisseur, Dokumentarfilmer)
  • Dr. Klaus Gehrcke
  • Gina Pietsch (Sängerin, Schauspielerin, Autorin)
  • Martina Würzburg (Konferenzdolmetscherin)
  • Frank Schumann (Verleger)
  • Mario Kedzierski
  • Peter Misch
  • Dr. Annekathrin Thyrolf (Humboldt Universität Berlin)
  • Christine Rädi Wieland Schiller (Diplomstaatswissenschaftler)
  • Friederike Schlegel (Theaterpädagogin, Ernst-Busch-Chor Berlin)
  • Cornelia Günther (Diplomdolmetscherin)
  • Ronny Matthes (Komponist, Pianist, Verlagsinhaber)
  • Kathrin Schülein (Theaterleiterin)
  • Claudia Stauß (Bühnenmeisterin)
  • Henry Marek
  • Dr. Eva Ruppert Bad Homburg v.d.H.
  • Meigl Hoffmann (Kabarettist)
  • Volker Külow (Politiker)

„Geistige Gefangenschaft“ – Das Hörspiel von Philine Conrad und Dieter Brandecker soll durch Crowdfunding finanziert werden

Das Stück “Geistige Gefangenschaft” von Philine Conrad und Dieter Brandecker ist eine Momentaufnahme, eine Art Zeitzeugenbericht der letzten zwei Jahre, der die Entwicklungen und Geschehnisse der jüngeren Zeit in Deutschland zugespitzt beschreibt. Zugespitzt?

Die junge Mutter, die nach der Ausgangssperre den Müll hinaus bringt und festgenommen wird. Ein Zuschauer bestätigt: Im Dorf seiner Eltern ist Ähnliches geschehen. Die Nachbarn, die das Zusammenkommen von vier Jugendlichen bei der Polizei melden und durch das Fenster zuschauen, wie die jungen Burschen abgeführt werden. „Wir haben richtig gehandelt. Wir melden, wenn’s was zu melden gibt.“ Wir haben erlebt, wie gesellschaftsfähig das Denunzieren in Deutschland geworden ist (oder schon immer war?), wenn man die Regeln nicht ganz so streng einhält. Eine Mutter, die überlegt, das Testergebnis für ihren neunjährigen Sohn selbst einzutragen, weil sie es nicht mehr erträgt, seine Ungewissheit auszuhalten: Darf er in die Schule oder darf er nicht? Und werden die anderen Kinder dann noch mit ihm spielen, wenn er zwei Wochen weg war?

“Geistige Gefangenschaft” ist ein Stück, das aufzeigt, aufrüttelt, spiegelt. Das sich mit der aktuellen Zeit kritisch auseinandersetzt. Es geht rein in die Wunde, in den Schmerz, scheut nicht und tabuisiert nicht. Es sucht die Konfrontation und fordert auf zu reflektieren.

Das Stück soll in Eigenproduktion als Hörspiel entstehen.

Autorin und Autor

Philine Conrad | Schauspielerin, Schriftstellerin & Malerin

Dieter Brandecker ist einer der bekanntesten Sprecher Deutschlands. Seine markante Stimme hat schon jeden erreicht, ob im Fernsehen, im Radio oder im Internet. Man kann sich den von Dieter gesprochenen prägnanten Werbebotschaften und Claims nicht entziehen.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies unter: https://www.startnext.com/hoerspielproduktion-gefangen (bis 15.4.) tun,
oder via PAYPAL: philine.conrad@hotmail.com 

oder traditionell: GLS Bank, Kontoinhaber: Philine Conrad, IBAN: DE21430609671142648800, BIC: GENODEM1GLS, Verwendungszweck: Schenkung Hörspielproduktion

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Portal Frische Sicht (Autor Thomas Stimmel).

Ruhrfestspiele Recklinghausen 2022 finden vom 1. Mai bis 12. Juni wieder live statt. Vorverkauf ab 10. März 9 Uhr

Liebes Publikum, schreibt der Intendant der Ruhrfestspiele Olaf Kröck,

wie können wir in Frieden miteinander leben? Wie tolerant sind wir gegenüber anderen Meinungen? Wie leicht akzeptieren wir Fakten, die unsere eigenen Vorstellungen erschüttern? Lassen wir uns gern auf Unbekanntes ein? Wie leicht gelingt es uns, Neues tatsächlich kennenzulernen? Sind wir angewiesen auf Geschichten, die keine Fragen offenlassen? Wie begegnen wir dem oder der anderen? Neugierig? Mit offenem Herzen? 

Es macht mich tief betroffen, dass Krieg in Europa herrscht. Einem souveränen Land wird sein Existenzrecht aberkannt und ein Invasionskrieg aufgezwungen. Der Mut des ukrainischen Volkes, sich dieser Aggression zu widersetzen und die Solidarität und Entschiedenheit, mit der die Welt diesem Völkerrechtsbruch begegnet, zeigt, dass Freiheit, Menschenrechte und das Bestreben nach einem Leben in Frieden nicht verhandelbar sind. Unsere Solidarität gilt allen Menschen der Ukraine. 

Unter dem Motto „Haltung und Hoffnung“ haben wir heute das Programm der Ruhrfestspiele 2022 vorgestellt. Ich freue mich, dass die Ruhrfestspiele nach zwei Jahren endlich wieder ein Ort der direkten, persönlichen Begegnung sein werden. Recklinghausen wird wieder ein Raum für die Kunst, für das Theater und die Begegnung von Künstler*innen aus der ganzen Welt mit Ihnen, unserem Publikum. Dafür haben wir ein Programm zusammengestellt, das in seinen künstlerischen Haltungen noch entschiedener geworden ist. Die Theaterkunst hat an Kraft gewonnen. Sie ist haltungsstark und tiefgründig. Es ist Kunst, die etwas will.  

Das Angebot der diesjährigen Ruhrfestspiele reicht von internationaler Kunst bis zu experimentellen, intermedialen Entdeckungen, von tiefgründigem Kinder- und Jugendtheater bis zu engagierter Literatur. Zahlreiche prominente Schauspieler*innen werden die diesjährigen Ruhrfestspiele besuchen und mit Imany auch ein internationaler Popstar. Gleichzeitig gibt es virtuose Arbeiten des Neuen Zirkus zu entdecken und ein breitgefächertes Angebot zum Austausch im „Dialog“ sowie ein „Mach mit“-Programm der Jungen Ruhrfestspiele.  

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Stöbern in unserem Programm, und freue mich, Sie ab dem 1. Mai zusammen mit den eingeladenen Künstler*innen endlich wieder live in Recklinghausen zu den Ruhrfestspielen begrüßen zu dürfen.

>>> Zum Programm

Ruhrfestspielhaus mit Henry-Moor-Plastik im Vordergrund; Foto: C.-D.Stille
Ruhrfestspiele 2022: 1. Mai bis 12. Juni
Für die 76. Spielzeit haben wir bewusst erneut einen internationalen, genreübergreifenden Auftakt geplant. Die diesjährige Eröffnungsrede hält die Schriftstellerin, Herausgeberin und politische Aktivistin Sharon Dodua Otoo. Engagiert und anarchisch, augenöffnend und spannend gelingt der Bachmann-Preisträgerin ein Um- und Neudenken von Perspektiven und Erfahrungen. Ihr Erzählen findet neue Zugänge zu gesellschaftlichen Umbrüchen, individuellen Erinnerungen und kollektiven Traumata. Die Eröffnungsinszenierung der diesjährigen Ruhrfestspiele ist die Deutschlandpremiere „SIBYL“ des südafrikanischen Künstlers William Kentridge.

Seit seinen frühen Jahren arbeitet der Maler, Bildhauer und Regisseur in seiner Kunst mit theatralen Ausdrucksformen. Der bildgewaltige Abend ist übervoll mit Musik, Literatur, Film, Theater und Tanz. Er denkt nach über die Natur, die Mythologie, die Vielfalt menschlicher Kulturen und Sprachen, er handelt von der Entstehung von Kunst und der Sehnsucht nach Gemeinschaft. Am folgenden Tag zeigt der italienische Theatervisionär Romeo Castellucci mit „Bros“ eine Theaterarbeit über Macht, Gewalt und Hoffnung. Die Deutschlandpremiere und Koproduktion mit Societas ist ein ästhetisches und politisches Manifest. Außerdem startet im Rahmen der Eröffnung bereits am 30. April die diesjährige Kunstausstellung der Ruhrfestspiele 2022 in der Kunsthalle Recklinghausen und präsentiert die estnische Künstlerin Flo Kasearu mit ihrer ersten großen Einzelausstellung. 

Außerdem sind u. a. zu Gast Dada Masilo, Element of Crime, Maren Kroymann, Fritzi Haberlandt, Corinna Harfouch, Matthias Brandt und Charly Hübner, die bezaubernde Clownin Gabriela Muñoz und das GRIPS Theater – um hier nur ein paar Schlaglichter zu setzen. Das gesamte Programm der Ruhrfestspiele 2022 finden Sie ab sofort wie gewohnt übersichtlich auf unserer Website. >>> Zum Programm
Olaf Kröck weiter: „Ich freue mich, dass die Ruhrfestspiele nach zwei Jahren endlich wieder ein Ort der direkten, persönlichen Begegnung sein werden. Recklinghausen wird wieder ein Raum für die Kunst werden, für das Theater und die Begegnung von Künstler*innen aus der ganzen Welt mit ihrem Publikum. Dafür haben wir ein vielfältiges, internationales Programm zusammengestellt, das in seinen künstlerischen Haltungen noch entschiedener geworden ist. Die Theaterkunst hat an Kraft gewonnen. Sie ist haltungsstark und tiefgründig. Es ist Kunst, die etwas will“, so Festspielchef Olaf Kröck.

Das Programm der Ruhrfestspiele 2022

Die Ruhrfestspiele haben für ihre 76. Spielzeit bewusst erneut einen internationalen, genreübergreifenden Auftakt geplant. Es stehen über 200 Aufführungen von Performance bis Pop auf dem Programm:
Es werden 92 Produktionen mit rund 220 Veranstaltungen gezeigt, darunter eine Weltpremiere, sieben Deutschlandpremieren und zwei Eigenproduktionen. Zum Programm: hier.

 Acht Theaterproduktionen sind koproduziert


Es gibt 15 Spielstätten im Ruhrfestspielhaus, in der Halle König Ludwig 1/2 und im Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt und an zahlreichen weiteren Orten.
Mehr als 650 Künstler*innen aus rund 20 verschiedenen Ländern sind beteiligt.
In diesem Jahr finden die Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 12. Juni statt. Die Eröffnungsrede hält Autorin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo, die innerhalb der Festspiele unter dem Titel „Resonanzen – Schwarzes Literaturfestival“ auch ein eigenes, neues Literaturfestival gestalten wird.
Haltung und Hoffnung! Das Programm der Ruhrfestspiele 2022 ist online:

Vorverkauf beginnt am 10. März 2022 ab 9 Uhr.


>>> Zum Programm






Für diesen Sonnabend ruft die African Black Community zum Gedenkmarsch für die Opfer der »Maafa« in Berlin auf. Ein afrikanisches Denkmal wird gefordert

Für diesen Sonnabend ruft die African Black Community, ABC, zum Gedenkmarsch für die Opfer der »Maafa« auf. Der Begriff stammt aus dem Kiswahili und bedeutet so viel wie »die große Zerstörung« in Afrika, also Verbrechen wie Versklavung, Kolonialismus, Genozide. Warum gehen Sie nun in Berlin auf die Straße?

Schon seit 16 Jahren fordern die ABC und das Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin, KADIB, dort ein Mahnmal. Wir haben uns ganz bewusst für die deutsche Hauptstadt als Standort entschieden, aufgrund der kolonialgeschichtlichen Verantwortung dieses Landes und dessen Verwicklung in die aktuellen Miseren Afrikas. Unser Protest richtet sich gegen koloniale Kontinuitäten, Rassismus auf allen Ebenen sowie die tödliche EU-Migrationspolitik. Der Gedenkmarsch erinnert an die von Reichskanzler Otto von Bismarck initiierte sogenannte Westafrika-Konferenz in Berlin. Die endete am 26. Fe­bruar 1885 damit, dass europäische Großmächte den afrikanischen Kontinent wie einen Kuchen unter sich aufteilten. Die Folgen spüren wir bis heute – auch in Form von Gewalt, die Neonazis gegen die Black Community anwenden.

Aufruf

„Wir wollen die Rehabilitierung der Geschichte #Afrika|s. Deswegen rufe ich Euch alle, massiv an dem Gedenkmarsch teilzunehmen.“

IMG_1614

Moctar Kamara. Foto: C. Stille

– Moctar Kamara

[Langjähriger #PanAfrican|Aktivist, Ex-Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, des Afrika-Rats Berlin Brandenburg, Gründungsprecher des Migrationsrats Berlin Brandenburg, Mitglied des #African Black / Community, ABC, des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin, #KADiB etc.]

26.02. (11 Uhr), Berlin (Wilhelmstraße 92)

16. Gedenkmarsch zu Ehren der afrikanischen / Schwarzen Held*innen und Opfer der #Maafa

Schluss mit selektiver #Erinnerungskultur!

Infos zum Marsch hier⤵️

https://fb.me/e/27iGf7Eir

Bitte unterschreiben⤵️

https://chng.it/LQBbZ7VyDp

Pressemitteilung⤵️

http://thevoiceforum.org/node/4800

#AfrikanischesDenkmal

#BringBackOurTreasures

#BringHomeOurAncestors

#BringBackOurTreasures

#BringBackNgonnso

#BringBackEverything

#ReparationNow

#StopDeportation

#NoRacialProfiling

#Resistance

#UnitedWeRise

Stimmen zum Thema

„Wir brauchen eine Erweiterung der Erinnerungskultur. Man kann die Singularität der Shoah herausstellen und trotzdem sagen: es gibt Vorläufer auch im Kolonialismus.“

– Prof. Jürgen Zimmerer (Globalhistoriker, Universität Hamburg)

*******************************

„Hinter der Behauptung vom angeblichen Tabu des Vergleichs steht das Interesse, die Besonderheit des Holocaust im Verhältnis zu anderen Verbrechen des 20. Jahrhunderts einzuebnen.“

– Prof. Sybille Steinbacher (Historikerin, Universität Frankfurt)

„Es heißt, solange die Löw*innen ihre Bücher nicht selber schreiben und ihre Erinnerungen nicht selber erzählen, werden die Jagdberichte immer zum Ruhm der menschlichen Jäger geschrieben werden“, das schrieb 2015 Marianne Ballé Moudoumbou, Pan-African Women’s Empowerment Organisation (PAWLO) e. V.

Das Thema „Koloniales Erbe“ bleibt hierzulande aktuell, rassismuskritisch brisant, außenpolitisch und vor allem für die Betroffenen in Afrika und anderen kolonisierten Gebieten des sog. Globalen Südens existentiell wichtig. Die deutsche Erinnerungskultur ist diesbezüglich jedoch sehr selektiv. Um einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu spannen und in Anlehnung an die Forderungen des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADiB) und des Netzwerks African / Black Community (ABC), fordere ich mit dieser Petition die Einrichtung eines zentralen Denkmals in Berlin als Erinnerungs- und Lernort zum Kolonialismus und Neokolonialismus.

534 Jahre nach Beginn der Maafa in Afrika. 500 Jahre nach Beginn der Transatlantischen Versklavung. 137 Jahre nach Besiegelung der Transformation von Versklavung in Kolonialisierung Afrikas (Berliner Afrika-Konferenz). 117 Jahre nach den unbeschreiblich grauhaften Genoziden der Deutschen an den Herero und Nama im heutigen Namibia. 77 Jahre nach der Zwangsrekrutierung und Zwangsbewirtschaftung Afrikas im Zweiten Weltkrieg und der Internierung und Ermordung von Schwarzen in KZ’s in Deutschland – ausgetrickst, ausgegrenzt, ausgebeutet, missbraucht und getötet, undokumentiert und vergessen. 92 Jahre nach der historischen antikolonialen und antirassistischen Aba-Frauenrevolte (auch als „Frauenkrieg“ genannt) im Südosten des heutigen Nigerias. 60 Jahre nach der Ermordung von Patrice Lumumba im Kongo. 57 Jahre nach der Ermordung von Malcolm X (USA) und 54 Jahre nach der Ermordung von Martin Luther King (USA). Mehr als 45 Jahre nach dem Soweto-Massaker im Apartheidsüdafrika. 31 Jahre nach dem Mord an Amadeu Antonio in Eberswalde. 21 Jahre nach der Hinrichtung des Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa (Nigeria) und acht seiner Mitstreiter. 17 Jahre nach der Ermordung von Oury Jalloh in Dessau. 13 Jahre nach der Ermordung von Marwa El-Sherbini in Dresden. 11 Jahre nach dem Mord an Christy Schwundeck im Jobcenter Frankfurt am Main. Acht Jahre nach Lampedusa. Drei Jahre nach der Ermordung von Marielle Franco in Rio de Janeiro, Rita Awour Ojungé in Hohenleipisch und des Psychiatriepatienten William Tonou-Mbobda in Hamburg-Eppendorf. Mehr als eineinhalb Jahre nach der Ermordung von George Floyd in Minneapolis (USA), fordern wir auch in diesem Jahr die Einrichtung eines zentralen Denkmals in Berlin als Erinnerungs- und Lernort zum Kolonialismus und Neokolonialismus.

Seit mehreren Jahrzehnten fordern afrikanische / Schwarze Verbände, Organisationen, Initiativen, Aktivist*innen und ihre Unterstützer*innen die Errichtung eines zentralen Denkmals in Berlin als Erinnerungs- und Lernort zum Kolonialismus und Neokolonialismus. Auch in diesem Jahr gehen wir wieder auf die Straße (Berlin, Wilhelmstraße 92), wohlgemerkt zum 16. Mal in Folge, um, u.a., dieser Forderung Nachdruck zu verleihen: 16. Gedenkmarsch zu Ehren der afrikanischen / Schwarzen Held*Innen und Opfer der Maafa („Maafa“ stammt aus dem Kiswaheli und bedeutet „Die Große Zerstörung“, sprich: Versklavung, Kolonialismus und Genozide, Neokolonialismus und Ökozide, Nazismus und Rassismus). Wir protestieren ebenso gegen Koloniale Kontinuitäten, gegen den Rassismus auf allen Ebenen aber auch gegen die rassistische und tödliche Migrationspolitik Europas gegenüber Afrika.

Anlässlich diesjährigen Gedenkmarsches bitte ich Sie darum, uns zu helfen, mit Ihrer Unterschrift, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zur Errichtung eines zentralen Denkmals in Berlin als Erinnerungs- und Lernort zum Kolonialismus und Neokolonialismus und zur Aufarbeitung des deutschen kolonialen Erbes rasch und inklusiv umzusetzen – inklusiv, weil: alles über uns, ohne uns, ist gegen uns!

Aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, S. 125, Kapitel VI, Abschnitt „Koloniales Erbe“):

„Um die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte voranzutreiben, unterstützen wir auch die Digitalisierung und Provenienzforschung des kolonial belasteten Sammlungsgutes und dessen Zugänglichmachung auf Plattformen. Im Dialog mit den Herkunftsgesellschaften streben wir Rückgaben und eine vertiefte ressortübergreifende internationale Kooperation an. Wir unterstützen insbesondere die Rückgabe von Objekten aus kolonialem Kontext. Außerdem entwickeln wir ein Konzept für einen Lern- und Erinnerungsort Kolonialismus.“  

Die neue Bundesregierung muss ernsthafte Taten erkennbar folgen lassen. Wir brauchen keine Beruhigungspillen! Denn: Wir fürchten aus mehr als 500 Jahren Erfahrung doch, dass solche Ankündigungen wie die der neuen Bundesregierung am Ende nur Lippenbekenntnisse bleiben.

Schon der Initiator des Komitees für ein afrikanischen Denkmals in Berlin (KADIB), Prof. Kapet de Bana† (RIP) mahnte: Wenn es sich darum handelt, wechselhafte Geschichtsvorfälle von mehr als fünf Jahrhunderten, wie Genozidverbrechen wiedergutzumachen, welche zur geistigen, kulturellen, religiösen Verfremdung, zur wirtschaftlichen Beherrschung, Militärbesetzung, Plünderung der Naturschätze, Marginalisierung der versklavten Bevölkerungen geführt haben, werden Sie begreifen, dass es eine ganze Generation, sogar Generationen bedarf, um die Herausforderung anzunehmen.“

Prof. Kapet de Bana mahnte stets an das Recht auf Erinnerung und die Pflicht zur Erinnerung: „Während wir marschieren, werden die Gebeine unserer Vorfahren und die Artefakte, die unsere Kulturen und kulturellen Reichtümer bewahrt haben, immer noch in deutschen / europäischen Museen ausgestellt. Wir fordern die Rückführung von allem, was von Deutschland aus Afrika gestohlen wurde.“

Die Ankündigung der Bundesregierung über die längst fällige Rückführung geraubter („heiliger“) sog. Benin-Artefakte nach Nigeria ist begrüßenswert. Auch wenn diese Entwicklungen nur als „ein Anfang“ betrachtet werden müssen, erkennen wir sie an als ein unverkennbares Etappenergebnis unserer unermüdlichen und unnachgiebigen jahrzehntlangen antikolonialen / antirassistischen Widerstandskämpfe in diesem Lande aber auch im Mutterland Afrika. Dennoch lagern tausende Gebeine unserer Vorfahren und viele unserer spirituellen Artefakte, Schätze und Statuen afrikanischer Glaubenssysteme und Kunstwerke, wie die Ngonso-Skulptur, die den Ursprung des Nso-Volkes aus Kamerun darstellt, noch immer in Kellern in Berlin und anderswo in Deutschland. Auch in Anlehnung an die Forderungen des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADiB) und des Netzwerks African / Black Community (ABC), fordere ich daher die unverzügliche und bedingungslose Rückführung aller geraubten sog. „Kolonialgüter“ sowie die Überreste unserer Vorfahren (ein Zeugnis deutschen Völkermords) nach Afrika.

Im Sinne der Agenda 2025 der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) und der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2015-2024) fordere ich auch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit institutionellem und strukturellem Rassismus.

#AfrikaIsBleeding: Burkina Faso, Kamerun, Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Äthiopien, Guinea-Conakry, Guinea-Bissau, Libyen, Mali, Namibia, Nigeria, Somalia, Südafrika, Sudan, Tunesien, Uganda, Simbabwe, um einige zu nennen.

Einladung zum Gedenkmarsch:

Der diesjährigen Gedenkmarsch zu Ehren der afrikanischen / Schwarzen Held*Innen und Opfer der Maafa findet am 26. Februar 2022, von 11:00 bis 16:00 Uhr statt. Kommt gerne vorbei. Hier findet Ihr die Facebook-Veranstaltung zum Gedenkmarsch.

Der jährliche Gedenkmarsch selbst findet in der Regel jedes Jahr am letzten Samstag des Monats Februar statt, in Anlehnung an das Ende der Berliner Afrika-Konferenz, die 1884/85 auf Einladung des Deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck stattfand (Reichskanzlerpalais Wilhelmstraße 77). In diesem Jahr ist der letzte Samstag im Februar tatsächlich der 26. Die Berliner Afrika-Konferenz begann am 15.November 1884 und endete am 26. Februar 1885. Träger des jährlichen Gedenkmarsches ist das „Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin“ (KADiB), vertreten durch das Netzwerk „African / Black Community“ (ABC).

Bitte unterstützt diese Petition und teilt sie:

Change.org/AfrikanischesDenkmal
#AfrikanischesDenkmal

Peter Emorinken-Donatus (ein Sprecher der ­African Black Community (ABC) wurde von der Zeitung junge Welt interviewt:

IMG_1626

Peter Emorinken-Donatus. Foto: C. Stille

Für diesen Sonnabend ruft die African Black Community, ABC, zum Gedenkmarsch für die Opfer der »Maafa« auf. Der Begriff stammt aus dem Kiswahili und bedeutet so viel wie »die große Zerstörung« in Afrika, also Verbrechen wie Versklavung, Kolonialismus, Genozide. Warum gehen Sie nun in Berlin auf die Straße?

safe_image.php_-1Schon seit 16 Jahren fordern die ABC und das Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin, KADIB, dort ein Mahnmal. Wir haben uns ganz bewusst für die deutsche Hauptstadt als Standort entschieden, aufgrund der kolonialgeschichtlichen Verantwortung dieses Landes und dessen Verwicklung in die aktuellen Miseren Afrikas. Unser Protest richtet sich gegen koloniale Kontinuitäten, Rassismus auf allen Ebenen sowie die tödliche EU-Migrationspolitik. Der Gedenkmarsch erinnert an die von Reichskanzler Otto von Bismarck initiierte sogenannte Westafrika-Konferenz in Berlin. Die endete am 26. Fe­bruar 1885 damit, dass europäische Großmächte den afrikanischen Kontinent wie einen Kuchen unter sich aufteilten. Die Folgen spüren wir bis heute – auch in Form von Gewalt, die Neonazis gegen die Black Community anwenden.“ (…)

Weiterlesen hier.

Quellen: Facebook Peter Donatus, ABC, junge Welt

Videoaufruf aus Mali zum 16. Gedenkmarsch – Moctar Kamara

Die neu gegründete Intitiative “Zukunft Jetzt” wendet sich mit Manifest an die Öffentlichkeit

Briefe werden zur Zeit viele geschrieben. Auch offene. Daran merkt man, wie sehr viele Menschen mit den gegenwärtigen Herausforderungen beschäftigt sind – unter anderem auch in Österreich. Hier brodelt es zur Zeit besonders, da die Spaltung der Bevölkerung in “wer darf was wann tun oder nicht” immer weiter vorangetrieben wird. Die aktuelle Situation macht viele Menschen nachdenklich, manche wütend, sprachlos, oder maßlos traurig.

Übernahme von redaktion „Frische Sicht“ am 13. Januar 2022

Alleine gelassen, können diese Emotionen belastend sein. Doch im Austausch mit Anderen merkt der oder die Einzelne, dass er/sie keineswegs alleine da steht. 
Das Manifest ist aus einer Begegnung von Bürgern mit den unterschiedlichsten persönlichen Hintergründen entstanden.

Was sie eint: die Vision einer Zukunft, welche die Menschenwürde wieder in den Mittelpunkt rückt und von einem respektvollen Miteinander geprägt ist. Und der Wille, dafür etwas zu tun. 
Erstunterzeichner*in sind etwa 100 Menschen aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit, Sport, Kultur, Medien, Unternehmen, und weiteren Bereichen des Lebens.

Anbei nun der offene Brief im Wortlaut.

(Anm. d. Red. das Schreiben stellen wir Ihnen unterhalb des Artikels als Download zur Verfügung.)


Für ganzheitliche Gesundheit, Grundrechte und Gemeinwohl

Manifest für einen humanen und ökologischen Umgang mit der Pandemie

Wer wir sind

Wir sind Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft – Gesunde, Geimpfte und Genesene –, die mit wachsender Sorge die aktuelle Spaltung der Gesellschaft, die Beschneidung von Grund- rechten, die Abwertung Andersdenkender und die Diskriminierung von Menschen erleben.

Für Werte, die uns alle verbinden

Wir setzen uns für die Unantastbarkeit der Menschenwürde, für den Schutz der Grundrechte, für Solidarität, die alle einschließt, für Toleranz, Respekt und gewaltfreie Kommunikation, für ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis und für mehr Gemeinwohl in allen Bereichen ein.

Sofort: Wir treten für eine individuelle Impfentscheidung ein

Wir sprechen uns für eine freie, individuelle Impfentscheidung aller Menschen aus. Der Europa- rat hat sich mit den Stimmen der österreichischen Abgeordneten im Jänner 2021 in der Reso- lution 2361 gegen eine Impfpflicht, gegen Impfdruck und gegen Diskriminierung aufgrund eines Impfstatus ausgesprochen.1 Bisher gibt es kein demokratisches Land der Welt mit einer Co- vid-19-Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung, und die Gründe, die dagegen sprechen, sind zu viele: Die Impfung bringt nicht die erhoffte Wirkung, sie gleicht einer dauerhaften medikamen- tösen Behandlung, sie bringt keine sterile Immunität, die Zulassung ist nur vorläufig und ihre (langfristigen) Neben- und Schadwirkungen sind ebenso ungewiss wie die Wirksamkeit gegen Omikron und zukünftige Virusvarianten.2 Zum Umgang mit Covid-19 gibt es vielfältige und ge- lindere Mittel. Die massiven Grundrechtsbeschneidungen, die mit einer Impfpflicht einhergehen, sind unverhältnismäßig.

Anstelle einer Impfpflicht für alle, ist eine individuelle Entscheidung nach Risikofaktoren vorzu- ziehen und für entsprechende Beratungsgespräche die nötige Zeit aufzuwenden. Das gilt auch für jede Wiederholungsimpfung. Jede Impfung muss auf einer freien und gut reflektierten Ent- scheidung basieren. Die Allgemeinheit soll dafür die Kosten tragen.

Kurzfristig: Entwicklung von Alternativen zur Impfpflicht

Da SARS-CoV-2 bisher einen stark saisonalen Verlauf (Herbst und Winter/Frühjahr) hat und die angekündigte Impfpflicht für die aktuelle Omikron-Welle zu spät kommt, bleibt bis Herbst 2022 Zeit, eine neue Strategie zu entwickeln, die mit den Grundfreiheiten besser vereinbar ist und auf gelindere Mittel in der Pandemiebewältigung zurückgreift.

Einige davon sind:

– Substanzielle Verbesserung der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen in der Frühphase (zumeist in der häuslichen Pflege), unter Rückgriff auf die in den letzten zwei Jahren weltweit gesammelten Erfahrungen mit vielfältigen wirkungsvollen Therapien und Medikamenten, um Krankenhauseinweisungen zu vermeiden; 3

– Verbesserung des psychosozialen Umfelds von Erkrankten und Betroffenen, um Einsamkeit zu vermeiden, die Gesundung zu unterstützen und auch dadurch die Zahl der Krankenhausein- weisungen zu verringern;

– Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit und zur Stärkung des natürlichen Immunsys- tems, um Volkskrankheiten und damit auch schwere Covid-Verläufe zu minimieren. Die chroni- sche psychische Belastung, die weite Teile der Bevölkerung in den vergangenen zwei Jahren durchmachen mussten, hemmt exakt jene Bereiche des Immunsystems, die für eine erfolgrei- che Abwehr von SARS-CoV-2 und seiner Varianten bzw. für die erfolgreiche Etablierung eines Impfschutzes nötig sind.

– Bewusstseinsbildung in den Bereichen Ernährung und Bewegung; Stressreduktion und mehr Kooperation in der Wirtschaft sowie Maßnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung und zur Aufwertung der natürlichen Erholungsräume;

– Dezentralisierung und Entökonomisierung der Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur, insbeson- dere Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Personal: Wir unterstützen „Mehr für Care“!

Wir verweisen auf die vielfältigen und konstruktiven Vorschläge von 4 5 6 oder 7. Wir – besorgte, engagierte und kompetente Staatsbürger*innen – sind viele, und wir haben viele Ideen, deren eingehende Diskussion und progressive Umsetzung wir fordern. Mit mehr Demo- kratie ist der Pandemie besser beizukommen.

Damit sind wir bei unseren mittel- und längerfristigen Anliegen:

Mittelfristig:

Für eine neue Kommunikations- und Diskussionskultur

Wir stehen für eine wertschätzende und gewaltfreie Diskussionskultur sowie für Perspektiven- vielfalt. Unterschiedliche Meinungen und Zugänge sind anzuhören und zu respektieren. Für den Umgang mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Herausforderungen sind Begriffe, die in vielen Fäl- len „Denkverbote“ implizieren, nicht zielführend – gerade zur Bewältigung neuerer Entwicklun- gen hat sich historisch immer wieder gezeigt, dass die Berücksichtigung aller Perspektiven nötig ist. Wir fordern deshalb einen sofortigen Schubladen- und Punzenstopp. Qualifizierungen wie beispielsweise: „Impfverweigerer“, „Schwurbler“, „Aluhutträger“, „Verschwörungstheoretiker“, “Corona-Leugner” oder „Covididiot“ bringen uns nicht weiter.

Auch weisen wir die Bezeichnung „Maßnahmenkritiker*in“ für Menschen, die bestimmte Maß- nahmen – z. B. Lockdowns, 2G oder Impfpflicht – kritisieren, aber gleichzeitig andere, grund- rechtswahrende, diskriminierungsfreie oder präventive Maßnahmen befürworten, zurück. Ebenso ist das irreführende Etikett „Impfgegner“ für Menschen, die – wie wir – für eine freie und individuelle Impfentscheidung eintreten, zu unterlassen. Der Begriff „Corona-Leugner“ sollte nicht auf Menschen angewendet werden, welche die Pandemie anders analysieren und einschätzen als der politische Mainstream.8 Wir wollen einander mit Respekt begegnen und andere Meinung akzeptieren; Meinungsvielfalt bildet die Grundlage des demokratischen Mitein- anders und systemischer Lösungsfindung.

Für ein differenziertes Wissenschaftsverständnis

Wir warnen vor einem verengten und unrealistischen Wissenschaftsverständnis. Viele Men- schen berufen sich heute auf „die Wissenschaft“, so als gäbe es stets einen eindeutigen Er- kenntnisstand und eine objektive, alleinige Wahrheit. „Faktenchecker“ erwecken zudem oft
den Anschein, dass es zu allen Fragen verlässliche und widerspruchsfreie „Fakten“ gäbe. Wis- senschaft ist aber ein pluraler Diskurs, der von (unterschiedlichen) Werten getragen und von (unterschiedlichen) Interessen getrieben ist und fortlaufend neue Erkenntnisse hervorbringt. Entsprechend sind die Ergebnisse oft vielfältig, widersprüchlich und kontrovers. EINE von allen anerkannte wissenschaftliche Wahrheit ist ähnlich selten wie „Konsens“ in der Politik und jeden- falls zeitlicher Entwicklung unterworfen. In diesem Sinn auf „die Wissenschaft“ zu verweisen ist daher häufig eine Illusion und manchmal eine bewusste Täuschung. Wir lehnen deshalb auch die Punze „Wissenschaftsleugner*in“ ab. Sie wird häufig dazu missbraucht, widersprüchliche wissenschaftliche Ergebnisse gegeneinander auszuspielen oder schlicht unliebsame Meinun- gen abzuwerten und zu diskreditieren. Wir erkennen stattdessen die Pluralität und Kontroversi- tät des wissenschaftlichen Diskurses an. Erst dadurch kann der Wissenschaftsbetrieb der Gesellschaft wertvolle Dienste erweisen und ganzheitliche und gemeinwohlorientierte Politikent- scheidungen unterstützen.

Für Integration und sozialen Zusammenhalt

Wir lehnen die Einteilung in „Getestete“, „Geimpfte“ und „Genesene“ (Gesunde kommen in dieser Einteilung gar nicht mehr vor) sowie jegliche Form der Diffamierung und Diskriminierung einer dieser Gruppen ab. Wir setzen uns im Namen der Menschenwürde und der Grundrechte für die Gleichbehandlung aller Menschen ein.

Wir solidarisieren uns mit den 217 Hebammen, die aufgefordert wurden, Schwangere zur Imp- fung zu beraten.9 Wir solidarisieren uns mit den Ärzt*innen, die sich in einem Brief an die Nationalratsabgeordneten gegen eine Impfpflicht ausgesprochen haben. Wir fordern die Ärzte- kammer auf, alle damit in Zusammenhang stehenden Disziplinarverfahren einzustellen und die freie Meinung und die professionelle Gewissensentscheidung von Mediziner*innen zu respek- tieren. Wir fordern die Landesbildungsdirektionen auf, die Entlassungen von Schulärzt*innen rückgängig zu machen. Wir fordern die Universitäten auf, die Kündigungen von „unbequemen“ Professor*innen rückgängig zu machen. Wir weisen Angriffe auf die Freiheit der Wissenschaft und Lehre zurück. Wir fordern die Wiedereinstellung von Lehrer*innen, Polizist*innen, Amts-

ärzt*innen und Angestellten in allen Berufen und Branchen, die aufgrund ihrer Gewissensent- scheidung oder der 2G-Regel gekündigt wurden.

Wir fordern die Medien auf, in ihrer Berichterstattung auf Ausgewogenheit zu achten, auch das Gemeinsame, nicht nur das Trennende darzustellen und nicht durch selektive und undifferen- zierte Berichterstattung die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben.

Für sozialen Frieden und Gewaltfreiheit

Wir setzen auf Vertrauen, Eigenverantwortung und Solidarität unter den Menschen und wollen, dass diese Qualitäten gefördert werden. Andere Länder wie Schweden oder Japan zeigen, dass ein alternativer Umgang mit der Pandemie möglich ist. Verordnungen, Grundrechtseinschrän- kungen, Kontrollen und Strafen führen in einen Überwachungs- und Polizeistaat. Die Nachricht, dass seit November 2021 1,4 Millionen Polizeikontrollen in Österreich durchgeführt wurden (ORF, 4.1.22), dass im Vorjahr 19.500 Menschen auf Demonstrationen angezeigt und allein im Dezember 2021 fast 400 Personen festgenommen wurden (ORF, 3.1.22), beunruhigt uns zu- tiefst – s. a. „Corona ins Verhältnis setzen“ (S. 26).

Ebenso lehnen wir jede Form der Gewalt oder Einschüchterung gegenüber Befürworter*innen der aktuellen Covid-Maßnahmen oder gegenüber dem Gesundheitspersonal strikt ab. Dem Pfle- gepersonal, den Ärzt*innen und allen, die die Gesundheitsinfrastruktur aufrechterhalten und mit Menschlichkeit füllen, gebührt unsere Wertschätzung und gesamtgesellschaftliche Solidarität. Die Kosten und die Ressourcen, die in die Kontrolle, Überwachung und Exekution einer geplanten Impfpflicht fließen müssten, sollten direkt dem Gesundheits- und Pflegepersonal zugutekommen und damit eine der wohl wichtigsten Berufsgruppen unserer Gesellschaft entsprechend aufwerten.

Langfristig:

Förderung des Gemeinwohls auf allen Ebenen

Neben Symptombehandlungen – wie Impfungen oder Medikamente – wollen wir auch die Ursa- chen für Pandemien stärker in den Blick nehmen. Je nach Hypothese ist das SARS-CoV-2-Vi- rus entweder aus dem Labor entsprungen (Laborursprung-Hypothese) oder aus der Wildnis (Zoonosen-Hypothese). Zukünftige Laborunfälle oder bewusste Freisetzungen könnten durch ein weltweites Biowaffen-Forschungsverbot effektiv unterbunden werden. Die dahingehende „Gain of function“-Forschung an Viren muss weltweit verboten werden!

Von vielen wird jedoch die Zoonosen-Hypothese als wahrscheinlicher eingestuft. Die Zahl der Zoonosen – die Übertragung von Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen – nimmt infolge unserer nicht nachhaltigen Wirtschaftsweise, die den Lebensraum der Tier- und Pflan- zenwelt immer mehr einschränkt und zerstört, stark zu. Eine Wirtschafts- und Lebensweise, die das ökologische Gleichgewicht wahrt und einen nachhaltigen Schutz der natürlichen Lebens- grundlagen sicherstellt, ist eine fundamentale Präventionsmaßnahme gegen neue Pandemien. Die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise (z.B. Biolandwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, fairer Handel, ethisches Investieren, Gemeinwohlorientierung) sollte umfassend gefördert und progressiv umgesetzt werden.1 7.3.1 (…) ensure that citizens are informed that the vaccination is not mandatory and that no one is under political, social or other pressure to be vaccinated if they do not wish to do so; 7.3.2 (…) ensure that no one is discriminated against for not having been vaccinated, due to possible health risks or not wanting to be vaccinated; Online: https://pace.coe.int/en/files/29004/html?__cf_chl_jschl_tk__=dAeoGb- B9yjK2WBr7X9s2OuZSCethwGSbUDBuDNYH70o-1640853872-0-gaNycGzNBaU 2 Siehe die Stellungnahmen zum Bundesgesetz über die Impfpflicht gegen Covid-19 z.B. von Martin Sprenger, Madeleine Petrovic, Gerda Steinbatz, Diether Schönitzer oder der ARGE Daten (alle hier) sowie die Stellungnahme von Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung und 7 Argumente gegen eine Impfpflicht von 50 Universitätsprofessor*innen aus Deutschland. 3 Die Wiener Ärztin Ute Santos-König hat bisher 70 Covid-19-Patient*innen behandelt, und keine davon musste ins Krankenhaus (Ö1 Dimensionen, 14. Dezember). 8 Gut auf den Punkt gebracht vom Soziologen Alexander Zinn: „Zwischenruf eines Geimpften: Warum ich Verständnis für die Impfskeptiker habe“, in Berliner Zeitung, 8. Jänner 2022. 9 Offener Brief von 217 Hebammen vom 4. Jänner 2022, s. „offene Briefe“.
Österreich, am 13. Jänner 2022

Die Unterzeichnenden

Aus dem Bereich Gesundheit

Dr.in Uta Santos-König, Ärztin, Wien
Prof. Dr.Dr. Christian Schubert, Psychoneuroimmunologe, Innsbruck Martina & Dr. Eduard Walch, Gesundheitszentrum Krems, Krems
Dr. Sandra Berger, Ärztin für Allgemeinmedizin, Rohrbach/Gölsen
Dr. Walter Surböck, Arzt für Allgemeinmedizin, Mariazell
Dr. Harald Siber, FA für Innere Medizin, Wien
Dr. Markus Wegscheider, Arzt für Allgemeinmedizin, Zell am Ziller
Dr. Rüdiger Dahlke, Arzt und Schriftsteller, International
Mag. pharm. Karin Hofinger, Apothekerin & Ernährungsberaterin, Igls
Dr. Günther Beck, MMA Arzt für Allgemeinmedizin, Aspach
Dr. Lukas Trimmel, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Wien
Dr. Monika Drechsler, Ärztin für Allgemeinmedizin im Ruhestand, Grundlsee Alma Hübler, Physiotherapeutin, Salzburg
Ernst Prossinger, Physiotherapeut & Osteopath, Salzburg

Aus dem Bereich Kunst & Kultur

Nina Proll, Schauspielerin, Wien
Laura Nitsche, Malerin, Wien
Roland Düringer, Schauspieler und Kabarettist, Wien Günther Groissböck, Opernsänger, Wien

Eva Herzig, Schauspielerin, Wien
Elisabeth Kulman, Opernsängerin, Wien
Nina Adlon, Opernsängerin, Schauspielerin, Wien
Kurt Welther, Freischaffender Maler, Berndorf
Julia Welther-Varga, Freischaffende Malerin, Berndorf
Matthias Schorn, Klarinettist Wiener Philharmoniker, Altenmarkt an der Triesting
Gery Seidl, Kabarettist, Höflein
Gernot Haas, Schauspieler, Kabarettist, Graz
Raja Schwahn-Reichmann, Malerin, Wien
Lorenz Raab, Trompeter Wiener Volksoper, Klosterneuburg
Florian Krumpöck, Pianist, Dirigent, Wien
Alfredo Barsuglia, Bildender Künstler, Wien
Walther Soyka, Musiker, Wien
Thomas Rösner, Dirigent
Fabiana Pastorini, Gründerin von Dance for Health, Wien
August Zirner, Schauspieler und Musiker, Prien am Chiemsee
Dieter Schickbichler, Musiker, Wien
Marko Pogacnik, Bildhauer, UNESCO Artist for Peace, International
Sigi Finkel, Saxophonist
Peter Paul Skrepek, Musikergilde
Monika Stadler, Harfe
Günther Burndorfer, Musiker
Markus Volpert, freischaffender Sänger, Wien
Carlos Toledo, Lektor an der Universität für Angewandte Kunst
Raimund Spöck, Kulturarbeiter Veranstalter, Klagenfurt
Claudia Guarin, Opern- u. Konzertsängerin / Pädagogin, Niederleis
Christian MICHAEL, Sänger
Ingrid Schmoliner, Musikerin, Komponistin, Pädagogin, Kuratorin, Aktivistin, Wien Richard Zottl, Oboist Radio Symphonie Orchester Wien, Wien
Christian Kolonovits, Musiker, Wien
Clemens Horak, Oboist Wiener Philharmoniker, Wien
Herbert Maderthaner, Oboist Wiener Philharmoniker, Gablitz
Brigitte Just-Kolonovits, Design, Lyrik, Bild.Kunst, Wien
Claudia Wagner, Institutsleiterin Hochule der Künste Bern, Biel/Wien
Johnny Bertl, Musiker
Gabriele Bertl, Prof. Geschichte und Mathematik/Notenherstellung
Richard Klammer, Kulturarbeiter, Klagenfurt/Celovec
Raimund Weichenberger, Flötist Radio Symphonie Orchester Wien, Wien
Michael Gruber, Klarinettist Kärntner Sinfonieorchester, Klagenfurt
Christian Pöttinger, Hornist Bruckner Orchester Linz, Hagenberg
Gabi Amon, Klarinettistin Tiroler Sinfonie Orchester Innsbruck, Söll
Victoria „Guggi“ Hofbauer, Kabarettistin
Laszlo Maleczky, Opern- und Klassik-Pop-Sänger, Wien
Gernot Kranner, Schauspieler, Regisseur, Wien
Magdalena Hanke, Künstler*in und Expert*in für Antidiskriminierung, Wien
Sabine Petzl, Schauspielerin, Moderatorin, Mutter, Wien
Mag. iur. Florian Dittrich, Kulturmanager und Mitbegründer der Florestan-Initiative, Wien

NGOs & Privatpersonen

Dr. Christian Burtscher, Pensionist, ehem.Klubobmann der Grünen im Sbg Land, Salzburg Hans Zeger, Datenschützer, Wien
Barbara Strauch, Soziokratie Österreich, Wien
Charlotte Schönherr, ARGE Daten, Wien

Robert Renzler, Humanist, Extrembergsteiger, Ehrenmitglied ÖAV, Innsbruck Madeleine Petrovic, Juristin + Tierschutzexpertin, Gloggnitz
Karin Kiss, Lehrerin HAK Wien 22, Wien
Elke Permetinger, Juristin, Wien

Gregor Sieböck, Weltenwanderer, International Aus dem Bereich Wissenschaft

Peter Weish, Humanökologe, Wien
Em.O.Univ.Prof. Dr.phil. Helga Kromp-Kolb, Meteorologin und Klimaforscherin, Wien Ao.Univ.Prof.i.R. Dr. Wolfgang Kromp, Physiker, Wien
Mag. Dr. Joachim-Peter Storfa, MA, Romanist, Wien
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pree, Informatiker und Professor
Carl Manzano, ehemaliger Nationalparkdirektor
Prof. Dr. Jesper Larsson Träff, TU Wien, Parallele Informatik, Wien
Andrea Komlosy, Historikerin Uni Wien, Wien
Hon. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Iur. Heinrich Wohlmeyer, Ressourcenökonom und Publizist Dr. Ernst Hammel, Physiker, Wien
Univ.Prof.Dr. Maximilian Moser, Professor für Physiologie
Prof. Dr. Kurt Stüwe, Geologe Universität Graz,
Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. Hermann Knoflacher, Verkehrsplaner, TU Wien
Laßnig Peter, Biologe, Landwirt, Hasendorf
Dr. habil. Adolf Pohl, klinischer Chemiker
Christian Eigl, Direktor, Internationale Zivilluftfahrt Organisation (ICAO) retired, Wien

Aus dem Bereich Sport

Felix Gottwald, erfolgreichster Olympiasportler Österreichs und Unternehmer Trixi Schuba, Olympiasiegerin Eiskunstlauf
Andy Holzer, Blind Climber
Manfred Pfeiffenberger, ehem. österreichischer Rallye-Pilot

Brigitte Obermoser, Weltcupsiegerin Alpin & Unternehmerin Bernhard Gruber, Weltmeister, Olympiasieger & Trainer Axel Naglich, Extremskifahrer & Architekt
Trond Nystad, Trainer & Unternehmer

Gitti Köck, Olympiamedaillen Gewinnerin & Personal Health Coach Aus dem Bereich Unternehmen

Astrid & Willi Luger, Gf. CulumNatura, Ernstbrunn
Gudrun & Erich Lux, Unternehmer, Pioniere für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, Hainfeld

Heini Staudinger, Unternehmer, GEA Waldviertler, Schrems
Ernst Gugler, Unternehmer und Pionier für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, Melk Erwin Thoma, Gf. Thoma GmbH, Goldegg
Christian Beer, einheit.at, Vorarlberger Unternehmer d. Jahres 2019, Dornbirn Eunike Grahofer, Unternehmerin, Buchautorin, Waidhofen
Sandra und Sabine Dell‘mour, Dell‘mour KG, Hartberg
Barbara Minatti, Gf. Firma Eisenkies, Hall i. Tirol
Ing. Christoph Kölbl, Unternehmer, Aigen-Schlägl
Nikolaus Saahs, Nikolaihof Wachau, Mautern
Dr. DI Stephan Hofinger, Patentanwalt + Meditationslehrer, Igls
Mag. Gerda Steinbatz, Eventmanagerin, Kulturveranstaltungen, Ottenthal
Dr. Rainer Schuster, Rechtsanwalt, Klosterneuburg
Mag. Franz Steiner, gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, Schrems

Aus dem Bereich Kirche & Spiritualität

Florian Palzinsky, ehem. Mönch und Meditationslehrer, Mondsee
Pfr. Mag. Bernhard Preiß, Pfarrer St. Margarethen, St. Margarethen
Pfr. Mag. P. Justin Minkowitsch OCist, Pfarrer in Annaberg, Annaberg/Mitterbach Prof. Dr. habil. Michael Stickelbroeck, Prof. für Systematische Theologie, Wald/NÖ Diakon Uwe Eglau, Diakon und Psychotherapeut,

Aus dem Bereich Medien

P.A. Straubinger, Bestsellerautor („Der Jungbrunnen-Effekt“), Filmkritiker, Journalist (ORF, Ö3) Dr.in Patricia Marchart, Filmemacherin, Wien
Reinhard Jesionek, Fernsehmoderator, Wien
Teresa Arrieta, freie Multimedia-Journalistin mit Schwerpunkt Gesundheit

Mag. Christian Felber, Freier Publizist, Wien
Evelyne Huber-Reitan, selbstständige Publizistin und Trainerin, Wien Michaela König, Chefredakteurin momag, Ulmerfeld
Bert Ehgartner, Autor & Dokumentarfilmer, Asperhofen
Susanne Wolf, freie Journalistin und Autorin, Wien

Herr Anonymus, für alle, die gerne würden, aber sich nicht trauen Frau Anonyma, für allem die gerne würden, aber sich nicht trauen

Das sind über 100 Erstunterzeichner*innen, deren Zusagen bis zu einer gegebenen Frist eintrafen. Alle anderen sind herzlich eingeladen, diese Deklaration mitzuunterzeichnen auf https://zukunftjetzt.at

Hinweis: Übernahme aus „Frische Sicht“.

———————————

Ich bemühe mich um das Abbilden eines breiten Meinungsspektrums.

Meinungs- und Gastartikel müssen nicht meine Sichtweise widerspiegeln .

Der Musiker und Theatermacher Tjerk Ridder aus Utrecht erhielt den „Le Prix de Partage Européen“ für seinen Beitrag zur Vernetzung Europas

Im Jahre 2010 ging der niederländische Musiker, Theatermacher und Autor Ridder mit dem Projekt „Trekhaak Gezocht!“ („Anhängerkupplung gesucht!“) von seiner Heimatstadt Utrecht aus auf eine ganz besondere Tour. Mit einem Campinganhänger.

Trekhaakreturn_Stille_09_2010_1

Peter Bijl und Tjerk Ridder mit Hundedame Dachs vor ihrem Wohnwagen auf dem Gelände der Zechen Zollverein Essen im Jahre 2010; v.l.n.r. (Foto: Claus Stille)

Ohne Zugmaschine. Die musste er sich jeweils unterwegs suchen. Und somit Leute finden, die ihn und seinen Eriba-Campingwagen anhaken und ein Stück des Wegs ziehen. Dem Ziel, Istanbul, entgegen. Dieses Projekt sollte die Metapher „Man braucht andere, um voranzukommen“, transportieren. Dazu hier, hier und hier etwas. Mein Foto (unter diesen Zeilen) von der Aufführung von „Anhängerkupplung gesucht!“ auf der Zeche Zollverein in Essen im Hintergrund  das Stadtbild von Utrecht, wo 2010 die Tour ihren Anfang nahm.

Später folgten weitere bemerkenswerte Projekte des Holländers. Er begab sich auf die „Spuren der Freiheit“. Tjerk Ridder hat zu diesem Behufe mit vielen unterschiedlichen Menschen aus diversen EU-Ländern über ihre persönliche Freiheit gesprochen. Später 20140628_201447

während einer theatralen Begegnung auf der Ruhrtriennale erzählte und sang Tjerk Ridder über diese berührenden wie inspirierenden Erfahrungen auf den Spuren des vereinten Europa und mit den Menschen, die es bevölkern.“ Ridder konnte aus einer Vielzahl an Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen in den Niederlanden und Nachbarländern interessante Meinungen gewinnen und mithin interessante persönliche Lebensweisheiten aufzeichnen. Aus dem unterwegs Erlebten konzipierte er eine reflektierende theatrale Performance. Hier mein Bericht darüber.

20151202_221012

Die Band mit Tjerk Ridder. Verdienter Premierenapplaus seinerzeit in Utrecht. Foto: Stille

Und abermals schloss sich diesem Projekt ein weiteres an. Ridder wandelte zusammen mit Esel Lodewijk auf den Spuren von Martinus. Und ging der Frage nach: „Was bedeutet den Menschen das Teilen und Solidarität heute?

Mit allen aus seinen Projekten entstandenen Theateraufführungen gastierte Tjerk Ridder in seinem Heimatland. Mit „Anhängerkupplung gesucht!“ auch in Deutschland. Zu „Anhängerkupplung gesucht!“ erschien zusätzlich auch ein Buch.

255376966_5145518332141564_5432610504960593066_nHeute gab Tjerk Ridder via Facebook bekannt:

„Gestern war ich ins Rathaus von Utrecht eingeladen und es wartete eine große Überraschung; ich erhielt von Bürgermeisterin Sharon Dijksma ‚Le Prix de Partage Européen‘! Drei weitere, in Italien, Frankreich und Ungarn, erhielten diesen Preis für ihren Beitrag zur Vernetzung Europas! Was für eine schöne Anerkennung und Ermutigung, danke an alle die dazu beigetragen haben!“

Verdient, Tjerk Ridder! Mein Blog gratuliert herzlich! Hartelijk gefeliciteerd!

   

Der Preis. Foto: via Tjerk Ridder/Facebook

Beitragsbild: Via Tjerk Ridder/Facebook

Achtung, es geht los! Es reicht: jetzt muss #allesaufdenTisch

„+++ Außerplanmäßiger Beitrag +++ Aus Gründen +++ Kleine Überraschung +++“, heißt es auf der Seite von Journalist, Autor und Kolumnist Milosz Matuschek.

Achtung, es geht los!

„Nach der Aktion #allesdichtmachen (hier mein Beitrag seinerzeit dazu; C.S.), dem satirischen Hinterfragen der Corona-Ungereimtheiten, schreibt Matuschek, „durch zahlreiche bekannte Schauspieler, Dramaturgen und Regisseure, gehen ab heute 10 Uhr zahlreiche Videos zu unterschiedlichen Aspekten von Corona online.

Bekannte Schauspieler und Künstler sprechen mit Experten, die bisher in der öffentlichen Meinungsbildung zu wenig Gehör gefunden haben. Die Themen sind breitgefächert, doch alle verbindet eine handfeste Forderung: Es muss endlich #allesaufdentisch.

Wenn Sie auch der Meinung sind, dass wir eine längst überfällige, breitgefächerte und evidenzbasierte Debatte in Sachen Corona brauchen – und zwar ohne Netz und doppelten Boden und abseits kuratierter Debattenräume – dann schließen Sie sich auch gerne der Petition an, die Sie am Ende dieser Webseite (ganz nach unten scrollen!) finden.

Sie können alle Videos der Aktion jetzt auf der Webseite www.allesaufdentisch.tv sehen. Oder auf YouTube und anderen Kanälen.

Helfen Sie mit, dieser Aktion Flügel zu verleihen!

Wir freuen uns über jede Unterstützung sowie Verbreitung, gerne unter dem Hashtag #allesaufdentisch“

Was meinen Sie: Werden wir endlich eine echte Debatte erleben? Wird es zu einem Runden Tisch (kommen? Bekommen wir nun die Antworten auf die vielen unbeantworteten Fragen? Werden jetzt Kabarretist Uwe Steimle würde sagen: „Es kann auch ein eckiger sein.“; Anmerkung C.S.) die Fehler aufgearbeitet?“

Quelle: Milosz Matuschek.

Im Video oben: Schauspielerin Nina Proll spricht mit Politikwissenschaftlerin und Publizistin Dr. Ulrike Guérot

Die 75. Ruhrfestspiele Recklinghausen finden vom 1. Mai bis zum 20. Juni statt

Heute starten die nunmehr 75. Ruhrfestspiele Recklinghausen. Ein Jubiläum! Glanz, Glamour und festliche Atmosphäre wäre da zu erwarten. Wie einst alles begann:

„Kohle für Kunst – Kunst für Kohle“

Hier die Erinnerung an die Geschichte der Entstehung der Ruhrfestspiele unter dem Motto „Kohle für Kunst – Kunst für Kohle“. Im bitterkalten Winter 1946/47 halfen Kohlekumpel der Zechen König Ludwig Hamburger Theaterschaffenden solidarisch mit Kohle zur Beheizung ihrer Musentempel – an den Besatzungsmächten vorbei – aus. Dafür revanchierten sich Hamburger Theaterleute mit einem Gastspiel in Recklinghausen. Ohne diese Aktion existierten die Ruhrfestspiele nicht.

Im Vorjahr fielen die Ruhrfestspiele aus

Im vergangenen Jahr fielen die Ruhrfestspiele erstmalig in ihrer 74-jährigen Geschichte aus. Mussten ausfallen, wegen Corona, respektive den dagegen ergriffenen Maßnahmen. Intendant Olaf Kröck erklärte sich dazu und stellte das Veranstalten eines Herbstfestivals in Aussicht. Doch auch daraus wurde nichts. Das größte Theaterfestival Europas sollten 2020 also nicht stattfinden. Während die Salzburger Festspiele im Nachbarland Österreich mit Sicherheitskonzept stattfinden durften. Das verstehe wer will. Aber: Tempi passati …

Eröffnung digital

Nun, immerhin im 75. Jahr dürfen die Ruhrfestspiele stattfinden. Sie beginnen heute, am 1. Mai und gehen bis zum 20. Juni 2021. Traditionell beginnen sie mit dem Eintreffen des 1.Mai-Demo-Zuges auf dem Grünen Hügel am Festspielhaus. Dort werden die Eröffnungsreden gehalten. Danach findet ein großes Volksfest rund um das beeindruckende Festspielhaus statt. Mit Speis und Trank sowie mit musikalischen und künsterlischen Darbietungen für Jung und Alt – für die ganze Familie. Jedes Mal ein freudige Ereignis und eine perfekt Einstimmung auf das kommende Festival. Leider in diesem Jahr nur digital zu erleben.

Das Programm (leider sind schon einige Punkte entfallen) finden Sie, liebe Leserinnen und Leser hier.

Lesen Sie – so Sie mögen – hier einige meine ältere Berichte von und über die Ruhrfestspiele.

Beitragsbild (Archiv C. Stille): Ruhrfestpielhaus mit Henry-Moore-Skulptur

Prominente mit ironischer Kritik an Corona-Maßnahmen: #allesdichtmachen #niewiederaufmachen #lockdownfürimmer

„Endlich!“, entfuhr es mir gestern Abend als ich auf dem Facebook-Auftritt von Schauspieler Jan Josef Liefers Folgendes las:

„Kriege das Video hier nicht geladen, deshalb behelfsmäßig so und Link in Bio. Einige Kollegen und auch ich haben hier gesagt, was gesagt werden wollte. Mein Punkt waren die Medien und ihre primäre Berichterstattung im letzten Jahr. Habt Ihr Euch rundherum gut informiert gefühlt? Konntet Ihr Euch aus den Nachrichten eine eigene Meinung bilden? Oder habt Ihr Euch manipuliert gefühlt? Nur halb informiert? Habt Ihr es auch so erlebt, als wären die meisten Journalisten plötzlich einem Chor beigetreten? Mich interessieren Eure Ansichten dazu.“

https://www.youtube.com/channel/UC3_dHQpx8O9JT2LW1U2Beuw

Ich merkte auf. Endlich eine kritische Äußerung eines Prominenten in Zeiten gleich tönender Medien seit über einem Jahr der Corona-Krise!

Zahlreiche berühmte deutsche Schauspieler melden sich in kurzen You Tube-Schnipseln ironisch zu Wort: Stichpunkte als Hashtags: #Allesdichtmachen, #Niewiederaufmachen und #lockdownfürimmer.

Ausrotten eines unausrottbaren Virus zulasten der gesamten Bevölkerung, Gesellschaft, Grundgesetz und Wirtschaft. Kein Argument von Merkel und ihren politischen Handlangern bleibt bestehen – und das an dem Tag, an dem die Ministerpräsidenten erklärtermaßen gegen besseres Wissen Merkels Bundeslockdown im Bundesrat abgesegnet haben.

Und unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet auch noch ein offenkundig verfassungswidriges Gesetz!

Dazu gibt es auch die neue Internetseite allesdichtmachen.de. Allerdings ist sie momentan – die Gründe sind mir unbekannt (womöglich ist der Server überlastet) – nicht aufzurufen.

Zu sehen und zu hören sind in ihren Beiträgen: Jan Josef Liefers, Meret Becker, Richy Müller, Heike Makatsch, Ulrich Tukur, Wotan Wilke Möhring, Nadja Uhl, Ulrike Folkerts u.v.a,m.

Sie erklären Ihnen warum sie unbedingt immer auf die Regierung hören müssen, warum sie das kritische Denken am besten einstellen sollten, warum Grundrechte einen Grund brauchen und wie Sie sich wirklich effektiv vor Corona schützen können – sie karikieren die Corona-Gesellschaft.

Schauspieler Martin Brambach beispielweise so:

„Mein Name ist Martin Brambach, ich bin Schauspieler und habe im letzten Jahr angefangen, solidarisch mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen. Ich bin ein eher unsicherer Mensch und brauche klare Regeln und es tut mir gut, wenn ich andere darauf hinweisen kann, was sie falsch machen.“

Es nimmt nicht wunder, dass den Teilnehmer*innen an dieser Aktion auch ein scharfer Wind, diffamierender Natur,von bestimmten Medien, den üblichen Verdächtigen, entgegenweht. Auch ein paar Schauspieler*innen kritisieren diese Aktion. Nun ja: Damit sollte zu leben sein.

Heute veröffentlichte Jan Josef Liefers, um Misstverständissen entgegenzuwirken, eine Klarstellung:

Klarstellung
„Ich setze mich kritisch mit den Entscheidungen meiner Regierung zu SarsCoV2 und Covid 19 auseinander. Besonders wegen der in Kauf genommenen Verluste in Kultur und Kunst und der Veranstaltungsbranche. Auch im jüngsten Video, das ein ironischer Kommentar über Prioritäten von Medien war. Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück. Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der ich ferner stehe, als der AfD. Weil wir gerade dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte. Punkt.
Ich bin bei all denen, die zwischen die Fronten geraten sind, den Verängstigten, den Verunsicherten, den Verstörten und Eingeschüchterten, den Verstummten, den Sensiblen, den Hin- und Hergerissenen. Denen, die während der ständig erneuerten ineffektiven Lockdowns häusliche Gewalt erleiden müssen und bei den unverzeihlichsten aller Kollateralschäden, den Kindern. Und seit Beginn der Pandemie bei allen Medizinern, MTA und Pflegekräften, die in Krankenhäusern und ICUs alles geben! Respekt und Ehre, wem sie gebühren!“
Quelle: Jan Josef Liefers via Facebook

Beitragsbild: TW

Update 24. April 2021

Anmerkung CG: Von den ursprünglich 53 Videos sind derzeit noch 46 vorhanden. Reinhard Mey sang vor Jahren: “Und als ein Held nach dem andern sich auf die Seite schlich, stand einer nur im Regen, und der eine, der war ich. Allein, wir sind allein, die Kreuzwege des Lebens gehn wir immer ganz allein.” Mir persönlich fallen zu der Aktion #allesdichtmachen nur drei Worte ein: Grundgesetz Artikel fünf! Quelle: NachDenkSeiten

„Ich habe in dieser öffentlichen Figur, die ich auch bin, irgendwann nichts mehr verloren, wenn ich nicht sagen darf, was ich denke.“ (Volker Bruch im Interview mit 1bis 19 Magazin für Demokratische Kultur)

Zum Welttheatertag

Trübe und grau ist dieser Sonnabend heute. Zumindest hier in Dortmund. Soeben grollte leichter Donner. Ein leichtes Frühlingsgewitter. Dieser Tag – und auch so viele (zu viele andere!) Tage zuvor waren ebenfalls getrübt. Für Leute nämlich denen in der Corona-Pandemie von einer im Wesentlichen wirr und chaotisch agierenden Bundesregierung und einem Corona-Kabinett, welches im Grundgesetz überhaupt nicht vorgesehen ist, die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit verboten worden ist. Dazu gehören auch Ladenbesitzer, Gastronomen und viele andere mehr. Ebenso jede Menge freischaffende Künstler, Musiker und Techniker. Viele stehen vor dem Aus. Auch die Theater, die für das kulturelle Leben in unserer Gesellschaft so wichtig sind, bleiben nach wie vor geschlossen. Dabei haben viele von ihnen Hygienekonzepte entwickelt, die zumindest eine Öffnung im kleineren Rahmen möglich machen …

Heute schreibe wir den 27. März. Es ist Welttheatertag. Ein Tag, an welchen ich stets denke. Auch heute noch, wo ich als ehemaliger, langjähriger Beleuchter längst in Pension bin. Das hat vorwiegend auch damit zu tun, dass ich aus der DDR komme. Da wurde stets der Welttheatertag auf vielfältige Weise begangen. Die Kulturinstitute warteten in diesem Zusammenhang mit vielen Veranstaltungen auf. Nicht zuletzt in meinem Heimatbezirk Halle, der der theaterreichste in der DDR war.

Heute ist Welttheatertag. Und dunkle Wolken schweben bedrohlich tief über vielen Theatern in der Welt. In seiner Betrachtung zum Welttheatertag „Der Vorhang zu und viele Fragen offen“ schreibt Stefan Petraschewsky, MDR KULTUR-Theaterredakteur: „‚Die ungestörte Theaterausübung wird gewährleistet‘ – so heißt es leider nicht im Artikel 4 des Grundgesetzes. Stattdessen ist da von Religionsausübung die Rede. Schade auch! Zum Welttheatertag am 27. März hat sich MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky Gedanken darüber gemacht, warum die Kirchen offen und die Theater geschlossen sind.“

Sind denn die uns Regierenden (wir haben die, welche wir verdienen – oder etwa nicht?) allesamt Kulturbanausen? Sicher nicht. Jedenfalls nicht alle. Jedoch gibt es welche (einer von ihnen residiert in München), die sich gerne im Glanz und Glamour von Kulturveranstaltungen – und zwar nicht nur in Salzburg oder Bayreuth – sonnen und von Pressefotografen in stolzen Posen ablichten lassen. Jetzt aber, wo sie den Kulturbetrieben Arbeitsverbot erteilt haben und tausenden Freischaffenden das Wasser bis zum Halse steht – nicht wissen, ob sie demnächst noch ihre monatlichen Verbindlichkeiten bedienen können – halten sie sich im Hintergrund. Dabei mögen den Staats- und Stadttheater noch halbwegs über die Runden kommen. Aber was heißt das schon? Ist das ein Trost?

Der MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky hat sich Gedanken darüber gemacht, warum die Kirchen offen und die Theater geschlossen sind.

Berechtigt! Denn: gibt es da einen Unterschied?

Als ich den Text Petraschewskys las, musste ich sofort an den Schauspieler Peter Sodann denken. Der wurde zu meiner Zeit als Beleuchter am Landestheater Halle Anfang der 1980er Jahre dortiger Schauspieldirektor. Von seiner körperlichen Statur machte er nicht viel her. Er wirkte ehe unscheinbar. Eine Täuschung! Als ich das erste Mal auf dem Gang zur Kantine traf, fragte er mich ziemlich aufgebracht, wie es denn sein könne, dass es auf der Probebühne hereinregnet. Ich zuckte mehr oder weniger mit den Schultern: Das sei schon eine geraum Zeit so, entgegnete ich ziemlich leichtfertig, dem Hausmeister sei diese Misere bekannt. Sodann wurde daraufhin fast zu einem HB-Männchen: „Da muss doch was gemacht werden!“ Er habe erst mal Eimer unter die Lecks, aus denen das Regenwasser eindrang, gestellt. Für meine leichtfertige Antwort schämte ich mich ein wenig. Aber was sollte man als Einzelner schon machen? Eine auch heute noch gängige Ausrede. Durch den knurrigen Peter Sodann wurde ich eines Besseren belehrt. Er machte etwas! Und wie! Er stampfte sozusagen ein Theater – sein Theater! – aus dem Boden. Aus dem einstigen „Kino der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ entstand nach und nach das „neue theater“. Das Schauspielensemble des Landestheater Halle hatte eine neue, mit den Jahren immer attraktiver werdende Spielstätte. Mit einem angeschlossenen Café, einer zünftigen Bierkneipe namens „Strieses Biertunnel“ und vielem anderen mehr …

Foto: C. Stille

Apropos Kirche! Ich bin abgeschweift. Warum kam ich auf Sodann? Für Peter Sodann galten Theaterbesucher nämlich als „Gläubige“.

Im Planet-Interview sagte Sodann:

„Ja, ich habe unser Theater immer als eine weltliche Kirche angesehen, eine Einrichtung, die versucht, der Ungerechtigkeiten des menschlichen Zusammenlebens ein wenig Herr zu werden. Mehr muss ich dazu nicht sagen, Theater zum Selbstzweck hat mir nie gereicht. Und man sollte die Dichter achten, ich sehe heute viele Theater, die sich nicht wundern sollten, wenn in so einer modernistischen Inszenierung irgendwann mal ein Zuschauer aufsteht und den Text so rezitiert, wie er bei Goethe oder Schiller wirklich steht.
Es ging mir auch immer darum, dass ein Theater offen für alle ist, man muss eine Theatereinrichtung so basteln, dass sowohl der gebildete wie auch der etwas weniger gebildete verstehen, was auf der Bühne passiert. Da haben alle ihre Freude dran. Ein elitäres Theater kam für mich nie infrage, wo die Leute dann rauskommen und sagen „das war ja wieder sehr interessant“ – weil du dann genau weißt , dass es nicht gefallen hat.. „

Höchstwahrscheinlich das neue theater in Halle das einzige weltweit ist, das – wie eine Kirche – einen Glockenturm besitzt.


Sodann seinerzeit gegenüber Planet: Ja, die Glocke läutet am Tag zwei Mal, einmal wenn vormittags die Probe beginnt und abends, wenn die Gläubiger und Gläubigen ins Theater gehen. Zur Wende war das auch alles möglich, da musste man niemand fragen, ob man so einen Glockenturm bauen darf, sondern da hat man das eben gemacht. Heute müsste man wahrscheinlich sogar jeden Pfarrer und jeden Abgeordneten fragen..

Zum Welttheatertag

Der Welttheatertag (World Theatre Day) ist ein vom Internationalen Theaterinstitut (ITI) ins Leben gerufener jährlicher Aktionstag und findet seit 1961 am 27. März statt.

Der Welttag würdigt mit öffentlichen Veranstaltungen die Bedeutung der Theaterkünste. Jährlich setzt sich ein internationaler Theaterkünstler (in einer „Botschaft zum Welttheatertag“) mit Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinander. Der Text wird übersetzt und verbreitet. Am Sitz der UNESCO in Paris wird der Welttheatertag seit vielen Jahren zusammen mit Vertretern des ITI und den Verfassern der Botschaft mit einer öffentlichen Veranstaltung begangen.[1]

Geschichte

Der Welttag des Theaters wurde vom 9. Weltkongress des ITI 1961 in Wien beschlossen[2]. Die Datierung geht zurück auf den traditionellen alljährlichen Eröffnungstag des ITI-Festivals „Theater der Nationen“ in Paris am 27. März.[3] Schon in den ersten Jahren wurde der Welttheatertag in über 80 Ländern mit Sonderveranstaltungen und öffentlichen Aktionen begangen. Zu den Verfassern der Botschaft zum Welttheatertag gehörten u. a. Jean Cocteau, Arthur Miller, Laurence Olivier, Helene Weigel, Peter Brook, Dmitrij Schostakowitsch, Pablo Neruda, Maurice Béjart, Ellen Stewart, Wole Soyinka, Tankred Dorst, Václav Havel, Augusto Boal.[4] (Quelle: Wikipedia)

Am Sonnabend, den 27. März ist Welttheatertag. Weltweit zelebrieren über 80 Länder diesen Tag seit seiner Gründung 1961, die aus der Initiative des finnischen International Theatre Institute (ITI) hervorgegangen ist. Heute setzt sich das internationale Theaternetzwerk aus 86 teilnehmenden Nationen zusammen. Zum Welttheatertag gehören Sonderveranstaltungen und öffentliche Aktionen. Dieses Jahr findet die Veranstaltung online statt. Das Generalsekretariat des ITI hat hierzu Theaterkünstler*innen und Gruppen dazu aufgerufen, Performance-Videos einzureichen. Die Videos werden während des gesamten Tages am 27. März gestreamt und können nach der Veranstaltung auf den Websites des ITI Worldwide und des World Theater Day aufgerufen werden. Jedes Jahr verbreiten renommierte Künstler*innen aus dem Film- und Theaterbereich jeweils eine Botschaft anlässlich des Welttheatertages. Die Botschaft richtet sich an die Bedeutung und gesellschaftliche Relevanz der Bühnenkunst und wird jedes Jahr in zahlreiche Sprachen übersetzt. Veröffentlichungen zum Welttheatertag von ITI -Deutschland finden Sie hier.

Kuppel des Opernhauses Dortmund während früherer Bauabeiten. Foto: Stille

Die diesjährige Botschaft kommt von der Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin und Oscar-Preisträgerin Helen Mirren:

„Dies ist eine sehr schwere Zeit für die darstellenden Künste, für viele Künstler:innen, Techniker*innen und Handwerker*innen in einem ohnehin von Unsicherheit geprägten Beruf. Vielleicht aber hat diese stets präsente Unsicherheit sie fähiger gemacht, diese Pandemie mit Witz und Mut zu überstehen. Schon jetzt drückt sich ihre Fantasie unter diesen neuen Umständen in einfallsreichen, unterhaltsamen und bewegenden Formen der Kommunikation aus – größtenteils dank des Internet. Menschen haben einander Geschichten erzählt, seit sie auf diesem Planeten sind. Und solange wir hier leben, wird es die wunderbare Kultur des Theaters geben. Der Schaffensdrang von Schriftstellern*innen, Designer*innen, Tänzer*innen, Sänger*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen und Regisseur*innen wird niemals erstickt werden und in sehr naher Zukunft mit neuer Energie und einem neuen Verständnis für die Welt, die wir alle teilen, wieder aufblühen. Ich kann es kaum erwarten!“

Ohne Kultur keine Zukunft. Die jedoch auch eine Dystopie sein kann, wie Schauspieler Armin Rohde einst warnte

Vor etlichen Jahren warnte der Schauspieler Armin Rohde auf einer Protestveranstaltung, die sich gegen eine von der Stadt Wuppertal geplante Theaterschließung (Rohde selbst war einst an dieser Bühne engagiert gewesen) richtete: Gehe der Kahlschlag gegen Kunst und Kultur so weiter und die Schließung von anderen gesellschaftsrelevanten Einrichtungen, würden die Menschen wohl alsbald mit Knüppeln wütend durch die Straßen rennen und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen (dazu etwas in meinem Freitag-Beitrag). Was Rohde meinte: Kultur und Kunst sind für eine zivilisierte Form der Gesellschaft unabdingbar.

Leerstelle in der Corona-Krise: Zuschauerraum des Opernhauses Dortmund mit Blick auf die verwaiste Bühne. Foto: TW

Die Welt ist arg gespalten und in schwieriger Situation wie im Gründungsjahr des Internationalen Theaterinstituts 1948 in Prag

In einer ähnlich zersplitterten Welt wie heute, konstatiert MDR KULTUR-Theaterredakteur Petraschewsky „wurde das Internationale Theaterinstitut (ITI) gegründet. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg, 1948 in Prag. Es ging um Kulturaustausch und Völkerverständigung. Theater wurde schon damals als Mittel verstanden, um Information übereinander und gegenseitiges Verständnis zu transportieren. Es ging auch, das kann man in den Dokumenten aus Prag nachlesen, um Humanität. Gerade Theatergastspiele seien geeignet, das Sich-Nahe-kommen der Menschen und Völker zu ermöglichen. Nähe ist allerdings wegen der Pandemie gerade schlecht möglich. Theatergastspiele auch nicht.“

Warum denn nicht, fragen sich tausende Theaterschaffende seit Tagen in Frankreich. In Paris und vielen anderen Orten der Grand Nation haben sie ihre Theaterhäuser besetzt. Sie mahnen auf vielfältige Art und Weise: „Wir sterben, aber nicht auf der Bühne.“ (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Auch die französische Filmindustrie leidet sehr unter den Beschränkungen in der Corona-Pandemie. Darauf machte die Schauspielerin Corinne Masiero bei der Verleihung der César-Preise aufmerksam – auf eine besondere Art und Weise: Sie protestierte nackt auf der César-Preisverleihung. (Quelle: 20minuten.ch)

Unwillkürlich fragt man sich angesichts des Engagement in Frankreich: Wo bleiben hierzulande die Forderungen und Proteste der Theaterschaffenden, unterstützt durch deren Publikum?

Und noch einmal fällt mir Peter Sodann ein. Ich weiß nicht, was er zur Corona-Situation im Allgemeinen und zur Lage der Theater zu sagen hat. Allerdings ist er mir als jemand bekannt, der nie aufgab – waren die Steine die im Weg lagen oder ihm in den Weg gelegt wurden auch noch so mächtig. Dazu noch ein Beispiel: In der DDR war vieles knapp oder lief nicht so wie es sollte. Als in einem kalten Winter Kohlelieferungen für das neue theater nur sporadisch kamen oder ganz ausblieben und die Zuschauer manchmal in ihre dicke Winterkleidung eingemummelt in den Vorstellungen sitzen mussten, handelte er. Er wollte einfach nicht in Kauf nehmen, dass Aufführungen abgesagt werden mussten. Klar, es war ziemlich verwegen, was er da in der Not tat und gewiss auch alles andere als legal: Es hieß damals, er habe auf der Straße Lastkraftwagen des VEB Kohlehandel einfach gestoppt und sie samt ihrer Ladung zu „seinem“ Theater umgeleitet. Und bezahlt hat der die Kohle aus Filmgagen. Da mussten halt die Kohlefahrer noch einmal zum Laden fahren und die anderen Besteller verspätet beliefern. Zeiten waren das!

War denn das Theater für Sie eine Protest-Institution?“, wurde Sodann im Planet-Interview gefragt


Sodann:

„Ich habe versucht, immer die Wahrheit, die ich in einem Stück erkannt habe, auch auf der Bühne darzustellen. Ich fand, dass ein Theater auch immer ein aufklärerisches Institut sein muss. Denn die Dummheit, die in der Welt herrscht, musste ja irgendwann mal verschwinden. Und mein Theater war immer voll, vor der Wende und auch danach. Wobei ich meinen Spielplan nicht geändert habe, sondern stur so weitergemacht habe wie bisher, im Gegensatz zu vielen anderen Theatern, die nach der Wende umgeschwenkt haben und ganz andere Sachen gespielt haben.“

Theater muss sein!

Schon einmal in den 1990er Jahren waren in Deutschland Theater in ihrer Existenz bedroht. Der Deutsche Bühnenverein startete – ich glaube mich zu erinnern – nicht zuletzt auf Initiative des großen Theatermannes August Everding die Aktion „Theater muss sein!“. Das muss ordentlich gefettet werden: Theater muss sein! Auch jetzt in der Pandemie muss das gelten, finde ich. Meinetwegen mit Einschränkungen und Abständen. Doch niemand soll bitte daran denken, später – sollte dies Pandemie je beendet werden – Theater und andere Kultureinrichtungen und Festivals nur denen zugänglich zu machen, die einen Impfpass besitzen!





Ein trauriger und düsterer Welttheatertag ist das heute. Das Gewitter über Dortmund grollt noch immer. Der Himmel ist grau. Er wird sich irgendwann wieder lichten. Doch die dunklen, dick über unseren Theatern dräuenden Wolken werden bleiben. Wie lange noch? Leute wie Peter Sodann machen Hoffnung. Geht nicht, gibt es für sie nicht. Öffnet die Theater! Kultur ist ein LEBENSMITTEL! Und damit systemrelevant. Jetzt hagelt es auch noch in Dortmund!

Möge es zeitnah schöpferische Proteste hageln, die die Öffnung unserer Theater und Opernhäuser herbeiführen. In Frankreich schlafen die protestierenden Theaterschaffenden auf Matratzen in den ihren von ihnen besetzten Musentempeln, ihren Arbeitsstätten. Mögen bald wieder die Stimmen der Inspizientinnen und Inspizienten in den Bühnenhäusern erklingen: “Guten Abend, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen …”

Beitragsbild: Beleuchtungsbrücke. Repro: C. Stille

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst auf „Frische Sicht“.