Es ist etwas anderes zu sagen »Wir haben ein Ergebnis« als beispielsweise »Wir haben den Tarifabschluss erkämpft!« Allein durch diese Wortwahl, mit der die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am 14. Februar den Abschluss der Tarifrunde der Länder (TVL) bekanntgab, wird den Kennern solcher Verhandlungen schnell klar, dass das erzielte Ergebnis kein Gutes sein kann, zumindest für Beschäftigte. Gestartet war Verdi im November mit der Forderung von sieben Prozent und mindestens 300 Euro mehr im Monat für eine Laufzeit von 12 Monaten, »um die unteren Lohngruppen zu stärken«. Herauskamen im Wesentlichen 5,8 Prozent und mindestens 100 Euro für eine Laufzeit von 27 Monaten! Verdi kommentierte den Abschluss auf ihrer Facebook-Seite und in anderen Medien mit den Worten: »Damit halten die Länderbeschäftigten Anschluss an die Tarifentwicklung bei Bund und Kommunen – ein wichtiger Schritt für faire Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und die Gewinnung von Personal im öffentlichen Dienst der Länder.«
Die fünf Nullmonate im Tarifergebnis werden vom Verdi-Bundesvorstand in den öffentlichen Statements verschwiegen. Erwähnt wird auch nicht die Diskrepanz zwischen Forderung und Ergebnis in Bezug auf die Laufzeit. Über die vorangegangen drei Verhandlungsrunden sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied und -Verhandlungsführerin Christine Behle in Kurzvideos auf Social-Media-Kanälen: »(…) die waren nicht nur anstrengend, sondern sie waren erfolgreich, das will ich deutlich sagen. Wir haben Anschluss gehalten an die Entwicklung im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen« (TVÖD). »Das war unser Ziel. (…)« Tatsächlich aber fällt der Abschluss nicht nur hinter den letzten TVÖD-Abschluss zurück, sondern vertieft auch die Kluft zwischen TVL und TVöD, was tarifpolitisch nicht erklärbar ist. Zum notwendigen Ziel die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder sowie des Bundes und der Kommunen strategisch gemeinsam zu verhandeln, hat der Verdi-Bundesvorstand angeblich nichts zu sagen. Dabei sind gemeinsame Tarifrunden im öffentlichen Dienst (ÖD) dringend nötig.
Erfundene Streikalternativen
Nun existieren bei Tarifverhandlungen gewisse und fast immer wiederkehrende Rituale. Dazu gehören gute, z.B. dass mobilisiert und gestreikt wird. Doch so richtige Streiks gab es seit langem nicht mehr in Deutschland. Die Spitzen der Gewerkschaften trauen sich nicht richtig, sich mit dem Klassengegner oder mit dem öffentlichen Dienst (Kommunen, Länder und Bund) anzulegen. Im Öffentlichen Dienst müssten sich ja dieselben Gewerkschaftsspitzen dann auch mit der »eigenen« Partei, wie der SPD, anlegen, die oftmals auf der anderen Seite die Verhandlungsführung stellt. Stattdessen wird – zwar öffentlich und auf Kundgebungen – gern auf die andere Seite geschimpft und mit dem Zeigefinger gewarnt.
Und »warnen« können die DGB-Gewerkschaften so gut, dass man dafür sogar eine eigene Streikbezeichnung erfunden hat: Den Warnstreik! Ich kenne den Begriff des Warnstreiks aus anderen Ländern nicht. Seit einiger Zeit kursieren in Gewerkschaftskreisen noch weitere Umbenennungen des Streiks. Dazu gehören der »Wirkungsstreik« und der »Arbeitsstreik«.
Tatsächlich ist es so: Wer droht und nur warnt, hat bereits die tarifpolitische Auseinandersetzung mit dem Klassengegner verloren. Statt neue Begriffe für den Arbeitskampf/Streik zu kreieren und damit Beschäftigte unnötig zu verwirren und zu desorientieren, sind richtige und längst notwendige Streiks, in Form einer Erzwingung der Forderungen, notwendig und auch machbar.
Ein Blick auf die Lohnentwicklungen der letzten drei Dekaden zeigt, dass die deutschen Gewerkschaften branchenübergreifend nicht mehr in der Lage sind, die Reallohnverluste zu stoppen. Im Gegenteil, mit den Tarifabschlüssen werden diese Verluste zu Lasten der Beschäftigten zementiert. Auch bei der Frage der Arbeitszeit sind die Gewerkschaften seit Jahrzehnten in die Defensive geraten. Die deutschen Gewerkschaften schaden damit nicht nur den Beschäftigten hierzulande, durch den wachsenden Niedriglohnsektor in Deutschland werden viele Länder in Europa und darüber hinaus mit Billigprodukten und Dienstleistungen aus Deutschland überflutet.
»Habemus Verhandlungsergebnis«
Zu den schlechten Ritualen gehört am Ende einer Tarifauseinandersetzung, dass der Tarifabschluss an die eigene Basis oftmals als Erfolg »verkauft« wird, wie das Behle und Werneke beim TVL nun auch tun. Auf den ersten Blick steigen die Löhne in der Regel durch einen Tarifabschluss tatsächlich. Doch führen Tarifsteigerungen auch zu mehr verfügbarem Einkommen für Beschäftigte? Wohl kaum. Das ist einfach zu erklären. Die Preissteigerungen (nicht erst seit der Corana-Krise) sind hoch, während die Lohnsteigerungen in Deutschland gering ausfallen. Daher haben die Beschäftigten in Deutschland heute deutlich weniger Geld im Portemonnaie als noch vor dem Jahr 2000. Niemand leugnet inzwischen mehr, dass die Reallöhne nach einem Einbruch in der Pandemie jetzt gerade einmal auf dem Niveau von 2019 angekommen sind. Aber auch davor sah die Situation nicht sonderlich rosig aus. »Die Reallöhne sind in Deutschland zwischen 1991 und 2019 um lediglich 12,3 Prozent gestiegen, obwohl sich die Nominallohnsteigerung auf 60,7 Prozent belief«, erläuterte die Bundeszentrale für politische Bildung in einer arbeitsmarktpolitischen Analyse im Jahr 2020. Zurückzuführen sei dies auf die Entwicklung der Verbraucherpreise, die zwischen 1991 und 2019 um 48,1 Prozent gestiegen sind und die jährlichen Raten der Reallohnentwicklung nivellierten. »Zwischen 2000 und 2009 war sogar ein kontinuierliches Sinken der Reallöhne zu beobachten (deutsches Modell der Lohnmoderation), weil die Inflationsrate (Steigerungsrate der Verbraucherpreise) beinahe durchweg über der Nominallohnrate lag.«
Noch Anfang Dezember 2025 schrieb mir in einer E-Mail ein überzeugter aktiver Gewerkschafter, der selber im Öffentlichen Dienst arbeitet, diese Nachricht: »Lieber Orhan, (….) Es wird im Zusammenhang mit der TV-L-Tarifrunde sicher spannende und kontroverse Diskussionen geben. Ich wage schon ‚blind› die Voraussage: Bis zur 2. Verhandlungsrunde wird nur gejammert, dass die Arbeitgeber kein Angebot vorlegen, bei der dritten – Überraschung! – steigt (…) weißer Rauch auf und es heißt ‚Habemus Verhandlungsergebnis‹. Das wird zwar zum großen Teil Mist sein (inkl. Zustimmung zu neuen Berufsverboten?), aber in der publik als ‚respektables Ergebnis› gefeiert werden. Uns Mitgliedern wird parallel kommuniziert werden, dass das Ergebnis zwar nicht so toll sei, aber mehr sei «nicht drin» gewesen. Und wir müssten ‚stärker‹ werden, damit beim nächsten Mal blabla. Und wenn man die Verantwortlichen fragt, wie wir denn stärker werden sollen, kommt – keine Antwort. Ich bin seit 1982 in der Gewerkschaft (vor Verdi ötv), aber seit es Verdi bzw. TVL/TVÖD gibt, habe ich immer nur das gleiche verlogene Ritual erlebt. In 20 Jahren hat es keinen einzigen Erzwingungsstreik im ÖD gegeben. Ich behaupte, nicht weil er nicht möglich war, sondern weil die Verdi-Führung als gute ‚Sozialpartner› ihn nicht wollte.«
Schluss mit dem Schönreden
In der Regel machen die Beschäftigten einen guten Job, identifizieren sich mit ihrer Arbeit und sagen daher nicht von ungefähr immer »in unserer Firma« oder »Bei uns auf der Arbeit«. Für Beschäftigte, die überzeugte Gewerkschafter sind, ist eine Gewerkschaft nicht nur eine Organisation, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Deshalb können und müssen sowohl Hauptamtliche als auch Mitglieder der Tarifkommissionen ganz offen mit den organisierten Kolleginnen und Kollegen über die Tarifniederlagen sprechen, ohne immer wieder zu der Formel »je mehr in der Gewerkschaft sind, desto stärker werden wir« zu greifen. Gewerkschaftsmitglieder sind in der Lage über die Schwächen der Organisation zu sprechen und auch selbst Vorschläge zu machen, wenn die Organisation ihnen diese Möglichkeit ernsthaft einräumt und – vor allem – die Vorschläge dann umsetzt. Tarifniederlagen und Reallohnverluste dürfen nicht als Erfolg »verkauft« werden. Beschäftigte können rechnen, oftmals viel besser, als manch ein Hauptamtlicher sich das vorstellen kann.
Wer ein ernsthaftes Interesse an der Überwindung der gewerkschaftlichen Krise hat, muss sich der Basis stellen. Es geht darum, dass wir (damit meine ich alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ohne Unterscheidung zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen!) die Gewerkschaften aus der Sicht der Mitglieder und aus der Brille der Betriebe und Dienststellen denken und neuaufstellen. Tun wir das nicht, wird sich die Krise der deutschen Gewerkschaften weiter vertiefen. Wagen wir das ernsthaft, können wir aus der Krise heraus stärker und erfolgreicher werden.
Hinweis: Gastbeiträge geben immer die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.
Wenn man mit offenen Augen, gespitzten Ohren sowie insgesamt geschärftem und somit wachem Geist durchs Leben geht, lässt sich analysierend sagen: mit dem Vertrauen einer steigenden Anzahl von Menschen in den Staat und die Medien ist es nicht mehr weit her.
Im Jahr 2013 sagte Egon Bahr, SPD-Urgestein und Architekt der Ostpolitik Willy Brandts vor Heidelberger Schülern, welche sich darob geschockt zeigten: ”Ich, ein alter Mann, sage euch, dass wir in einer Vorkriegszeit leben”. Bahr hatte früh gespürt, dass etwas falsch zu laufen begonnen hatte.
Wer ihm heute nicht nachträglich recht gibt, hat nicht nur damals geschlafen, sondern schlummert noch heute und droht zusammen dank falscher Politik mit in den Dritten Weltkrieg schlafzuwandeln . Eingelullt von unablässiger antirussischer Kriegspropaganda seitens unverantwortlicher, geschichtsvergessener Politiker und den unisono ins gleiche Horn blasenden Schreibtischbewohnern der Redaktionsstuben eines deutschen Journalismus, welcher in großen Teilen nicht mehr als Vierte Gewalt agiert, sondern beängstigend auf den Hund gekommen ist.
Dankenswerterweise bringt unsere Gesellschaft doch hin und wieder Menschen hervor, welche schwerwiegende Defizite unserer Gesellschaft erkennen und sich engagieren, um etwas zum Positiven zu verändern. Einer solcher Menschen war der Dortmunder Marco Bülow, der 19 Jahre im Deutschen Bundestag für die SPD arbeitete, bis er zuletzt enttäuscht aus Partei und Fraktion aus- und dann in die Die PARTEIeintrat, um schließlich als Fraktionsloser aus dem Bundestag auszuscheiden. Bedauerlicherweise verstarb Marco Bülow kürzlich viel früh im Alter von 54 Jahren.
In seinem Vorwort zu Marco Bülows Buch „Lobbyland“ bezeichnete Martin Sonneborn (MdEP; Die PARTEI) ihn dort als „Last Sozialdemokrat standing“.
In meinem Beitrag „Marco Bülow, Journalist, Autor, Politiker aus Dortmund ist mit nur 54 Jahren verstorben“ referierte ich: «Der Demokratie sah er sich in hohem Maße verpflichtet. Schon bald hatte der Dortmunder erkannt, dass da einiges im Argen lag. Und er war ein Sozialdemokrat wie er im Buche steht und wie er heute offenbar gar nicht mehr existiert. Dortmund galt einst als Herzkammer der Sozialdemokratie – tempi passati.
In einem Vortrag in Dortmund vor einigen Jahren äußerte er gegenüber einer SPD-Bundestagsfraktionskollegin Kritik. Aus meinem Bericht: «Als er einst in den Bundestag gekommen war, so Bülow, habe ihm eine Kollegin, welche bereits länger im Bundestag saß, gesagt hattee, weil sie bemerkte, dass er mit manchem nicht einverstanden war: Entweder man akzeptiere die Spielregeln und passt sich an, oder man verlässt das Spielfeld. Er befand, es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Man ändert die Spielregeln. Bülow habe fortan immer versucht die Spielegeln zu ändern. Und das sei auch immer noch sein Anliegen. Ein Ausfluss dessen sei, der Vortrag, welchen er nun präsentiere.«
Bülows Credo war: „Wir brauchen eine echte Demokratie, nicht nur ein Update“.
Der Insiderbericht der Ex-Bundestagsabgeordneten Joana Cotar
Kürzlich erschien bei WESTEND ein Insiderbericht, welchen Joana Cotar, Ex-Bundestagsabgeordnete, vorlegte. Fast acht Jahre war Joana Cotar Mitglied des Deutschen Bundestages – zunächst für die AfD, nach ihrem Parteiaustritt dann fraktionslos. Dank ihres Buches wird uns Lesern ein interessanter Blick in den „Maschinenraum“ des Deutschen Bundestags zuteil. Welchen ich, der ich 2014 an einer von einem regionalen Bundestagsabgeordneten organisierten „Bundestagsfahrt“ teilgenommen hatte, schon einmal oberflächlich von Innen plus des Beiwohnens einer Debatte kennenlernen durfte, besonders.
Gewiss zog auch Joana Cotar – ähnlich wie Marco Bülow – mit hohen Ansprüchen an sich ins Hohe Haus ein, um im Sinne ihrer Wählerinnen und Wähler etwas zu bewirken. Der Buchtitel: „Inside Bundestag“.
Ich bin mir sicher, dass Sie, verehrte Leserinnen und Leser, so einiges von dem, was Joana Cotar aufgeschrieben hat, sie nicht nur Mal um Mal verwundern, sondern durchaus auch schockieren dürfte. Ich selbst bin gewissermaßen bereits durch die Erzählungen, Berichte, Vorträge und Bücher, die mir durch Marco Bülow zuteil wurden vorbereitet und abgehärtet. Wenngleich ich weiterhin nicht weniger empört bin über die Zustände von denen Joana Cotar in ihrem Buch Zeugnis ablegt, wie vermutlich die Leser, die ein vielleicht eher ein naives oder geschöntes Bild den Parlamentarismus und speziell der Arbeit des Deutschen Bundestags in sich tragen und halt bar genauerer Kenntnis haben.
Joana Cotar – klar einer anderen politischen Ausrichtung verpflichtet wie der genannte Marco Bülow – verließ ihre Partei und den Bundestag ebenfalls desillusioniert wie dieser. Das drückt sich im Untertitel ihres Buches aus: «Wie ich in 8 Jahren im Zentrum der Macht das Vertrauen in unsere Demokratie verlor“.
Cotar spricht betreffs ihrer Geschichte von einem (…)„Aufeinandertreffen von Idealismus und Realität, von Visionen und der Wirklichkeit der Politik.“ (S.9)
Sie zitiert aus einem 2011 in Frankfurt am Main am Rande einer Demonstration von Joana Cotar verteiltem, selbstgedruckem Flyer:
«Gegen eine Politik, die uns nicht zuhört:
Regiert nicht am Volk vorbei!
Wir haben die Schnauze voll von Politikern, die gegen das eigene Volk regieren. Wir haben die Schnauze voll von Politikern,
die nur an sich, ihr Amt und ihre Diäten denken.
Die Politiker haben den Bezug zu den Wählern und oft genug
auch den Bezug zur Realität verloren. Egal ob Guttenberg,
EU-Rettungsschirm, Sarrazin, E10-Benzin,
Steuergeldverschwendung, Hartz-IV-Diskussionen,
Krankenhaus«reform«, Glühbirnenverbot – es REICHT!
Nichts ist alternativlos.
Wir fordern eine Politik für das Volk.
Wir sind nicht nur dazu da, einmal in vier Jahren ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen.
Wacht auf, wehrt Euch, geht auf die Straße, werdet laut.
Es geht um unser Land und unser Leben.« (S.9/10)
Cotar weiter: „Sechs Jahre später zog ich als Abgeordnete in den Deutschen Bundestag ein. Was für eine Chance, dachte ich! Ein freies, wohlhabendes, sicheres Deutschland, das war mein Wunsch.“
Auf dem Portal des Reichstagsgebäudes, welches den Deutschen Bundestag beherbergt, lesen wir „DEM DEUTSCHEN VOLKE“. Das steht da auf einer Länge von 16 Metern in 60 Zentimeter großen Bronzelettern unter dem Giebelfries des Reichstagsgebäudes.
Dass sich Joana Cotar dort drin als Bundestagsabgeordnete zu sitzen als Chance begriff, weil sie dort ihrem ursprünglichen Wunsch nähergekommen zu sein schien, ist verständlich!
Schließlich wollte sie doch niemanden mehr dienen als „DEM DEUTSCHEN VOLKE“!
Nebenbei: Apropos Volk! Vor einiger Zeit belehrte mich ein deutscher Schriftsteller auf Facebook einmal, man benutze statt dem Begriff „Volk“ doch besser das Wort „Bevölkerung“. Aha!
Sie bekennt: „Gemeinsam mit meine Kollegen wollte ich den Elfenbeinturm in Berlin zerschlagen, die Macht der Parteien begrenzen und den aufgeblasenen Bundestagsapparat verkleinern. Wir sind anders, dachte ich, wir werden etwas bewirken und unser Land verändern.“ (S.10)
Auch hier muss mich unweigerlich an den erwähnten Marco Bülow denken. Ich erwähnte in einem früheren Beitrag dessen Ansinnen bezüglicher der Bundestagswahl 2021: «Seine Bewerbung, sagte Bülow auf dieser Veranstaltung im Union-Gewerbehof in Dortmund, richte sich betreffs der Bundestagswahl 2021 nicht wie üblich an eine Partei, sondern an die Bevölkerung, welche sein „Chef“ sein solle. Der parteilose Marco Bülow zeigte sich gewiss, nicht nur wieder in den Bundestag zu wollen, sondern versprach ihn zu „hacken“ und den Menschen ohne Lobby eine Stimme zu geben. Sein Credo: „Die Bevölkerung ist mein Chef.“«
Joana Cotar resümierte bezüglich ihres anfänglichen Bekenntnisses ehrlich: „Doch ich hatte mich geirrt.“ Wie sehr sollte ich in den folgenden Jahren merken. Das System war stärker als wir. Ein System, das sich über Jahrzehnte hinweg entwickeln konnte und in dem sich dessen Protagonisten bequem eingenistet haben. Ein System, das selbst die, die es anders machen wollen, mit Haut und Haaren schluckt, wenn sie sich nicht dagegen wehren.“ (S.11)
Halten Sie durch, liebe Leserinnen und Leser dieses Buches! Es lohnt sich bis zum Schluss zu lesen. Wenngleich Sie dabei auch die eine oder andere Illusion in Sachen Bundestag dabei werden fahren lassen müssen und Ihnen der Kamm immer öfters schwillt.
Richard von Weizsäcker übte früh Kritik an den Parteien. In einem Buch hatte er ihnen schon 1992 „Machtversessenheit“ vorgeworfen. Heutzutage steht Joana Cotar sozusagen auf den Schultern von Weizsäcker. Denn nichts von dem, was Weizsäcker 1992 kritisierte hatte, hat man sich zu Herzen genommen. Im Gegenteil, es ist alles nur noch schlimmer geworden. Cotar: „Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht. Sie haben ihn sich einverleibt und halten sich mittlerweile fast ausschließlich mit staatlichen Geldern am Leben. Sie erinnert aber auch daran, dass es in den Anfangsjahren der Bundesrepublik ganz anders gewesen sei. Später habe es jedoch kein Halten mehr gegeben. Die seitens der vom Staat kassierten Summen seien immer mehr gestiegen. Sie gibt uns keine Entwarnung: „Und es wird auch in Zukunft kein Halten geben, wenn die Parteien ihre Finanzierung weiterhin selbst bestimmen dürfen und die Bürger sich das gefallen lassen. Aber es sind nicht nur die Parteien, die in süßem Steuergeld schwelgen. Auch die Mandatsträger kassieren ordentlich ab. Und für so manchen ist das Ansporn genug, auch einmal in einem Parlament sitzen zu wollen.“
Im Kapitel „Bundestagsabgeordnete: Eine seltsame Lebensform“ (S.25) schreibt Joana Cotar: „Viele Bundestagsabgeordnete landen früh im System.“
Es durchaus nicht aus der Luft gegriffen, wenn manche Leute die Stationen auf deren Weg dorthin so charakterisieren: „Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“. Ausnahmen bestätigen die Regel. Cotar: „Eine besondere Ausbildung braucht ein Mitglied des Bundestages (MdB) nicht, was sich durchaus bemerkbar macht – leider.“ Wenn man – dessen eingedenk – Politikern, aufgrund einer fehlenden Berufskarriere, zuweilen Weltfremdheit und Unverständnis für die Belange arbeitender Menschen vorwirft, ist das oft nicht falsch.
Die Autorin erklärt: „Ein MdB verdient derzeit 11 833,47 Euro im Monat. Hinzu kommt die steuerfreie Aufwandspauschale von 5349,58 Euro. Macht zusammen stolze 17183,05 Euro monatlich. Viel Geld für einen Menschen ohne Berufsausbildung, wenig für Spitzenleute aus der Wirtschaft. Dieser Umstand erklärt so manche Personalie im Deutschen Bundestag und der Regierung – und allzu oft auch den mangelnden Sachverstand. Die Diät wird selbstverständlich versteuert, ein bisschen Realität muss dann schon sein. Allerdings zahlen Bundestagsabgeordnete nicht in die Rentenkasse ein. Dennoch erwerben sie jedes Jahr einen Anspruch auf eine Altersentschädigung in Höhe von 2,5 Prozent der Abgeordneten-Diät. Das sind derzeit 295,83 Euro pro Jahr- macht zusammen 1183,32 Euro «Rente« nach nur vier Jahren Arbeit im Bundestag, ohne dafür auch nur einen einzigen Cent eingezahlt zu haben. Das ist nicht nur nicht fair. Das ist eine Sauerei.“
Anbei gibt Cotar zur Kenntnis: „Wir sehen, ein Abgeordneter kostet den Steuerzahler im Jahr viel Geld. Rechnen wir das doch mal durch:
– 142 001,64 Euro für seine Diät
– 64 194,96 Euro für die steuerfreie Kostenpauschale
– 319 800,00 Euro für seine Mitarbeiterpauschale
– 12 000,00 Euro für die Büropauschale
Das macht sage und schreibe: 537 996,60 Euro pro Jahr! Und dann sind da noch die Reisen, die Büros und deren Ausstattung in Berlin und so weiter – summieren sich die Kosten auf weit über eine Million Euro im Jahr. Wohlgemerkt. Pro Abgeordneten! Wir haben derzeit 630 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.“
Des Weiteren gibt die Autorin zu Bedenken und macht uns staunen: „Deutschland hat übrigens das drittgrößte Parlament der Welt, nur das in China (2 977 und in Großbritannien (650) ist größer. Das ist absurd.“ (S.31) „Der Bundestag kostet im Jahr über eine Milliarde Euro“ (Kapitel, S.32)
Darauf erst mal einen Magenbitter, liebe Leser?“
Joana Cotar findet: „Wenn wir die Politik wirklich ändern wollen, wenn wir möchten, dass sich Politiker wirklich um das Land, um die Probleme der Menschen kümmern, dann müssen wir diese Selbstbedienungsmentalität aufbrechen. Wir sollten endlich über die Parteienfinanzierung reden, über Diäten und über die Kosten des gesamten politischen Theaters. Wir brauchen Transparenz, Kontrolle und ein Stopp des Raubes von Steuerzahlergeld, das heißt Streichung der Gelder, Anpassung der Diäten, eine massive Verkleinerung des Bundestages, nicht nur in Bezug auf die Abgeordneten, sondern auch des ganzen Apparates. Wir brauchen ehrliche Diskussionen und Menschen, die in die Politik gehen, die es nicht nötig haben, sich zu bereichern, die aber etwas bewirken und verändern wollen. Vor allen aber brauchen wir weniger Politik.“ (S.34)
Wer wollte dem nicht zustimmen? Nur ist eine Realisierung dessen in absehbarer Zeit kaum zu erwarten. Zumal diejenigen, welche vom derzeitigen Istzustand profitieren, daran kein Interesse haben dürften. Wir kennen eine Redensart: Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man nicht die Frösche fragen.
Im Kapitel 3 Das Leben in der Blase Berlin: Warum die Volksvertreter kaum noch wissen, wie es im Volke aussieht (S. 59 ff) referiert die Autorin sachlich darüber, was sie verstört hat.
Ein Rundum-Sorglos-Paket wird denn Abgeordneten zuteil. Nimmt es einen da wunder, dass Olaf Scholz nicht wusste, was ein Liter Benzin kostet – schließlich musste er nicht selbst tanken – , und die Grüne Ricarda Lang glaubte, dass die Durchschnittsrente bei 2.000 Euro liegt.
Geld, Macht und Ansehen im Elfenbeinturm (S.64)
Joana Cotar schreibt: „Gerade, wenn Neulinge in den Bundestag einziehen, fühlen sie sich durch all die Privilegien geschmeichelt. Sie sind plötzlich wer. Dürfen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben Business fliegen, werden von Limousinen abgeholt, deren Fahrer ihnen die Türen aufhalten.“ Bei Veranstaltungen werden sie als MdB vorgestellt, sie finden reservierte Plätze vor. So fühlten sie sich gebauchpinselt und wichtig.
Dazu auch:
„Gebuchte Reisen, Fahrdienst, Abendveranstaltungen, das eigene Büro, viele Termine mit den immer gleichen Leuten, dazu Restaurants im Bundestag, die Parlamentarische Gesellschaft, eine Cafeteria, ein Hausarzt, die Möglichkeit, Sport zu treiben – wer es nicht möchte, muss seine Bundestagswelt nicht verlassen und viele Abgeordnete finden das gar nicht schlimme. Im Gegenteil, sie genießen es, denn es hat meist wenig mit dem Leben zu tun, das sie vor ihrem Einzug in den Reichstag hatten.“ (S. 64)
Demokratie – Spiel
Bestimmte Politiker führen immer wieder das Wortpaar „unsere Demokratie“ im Munde. Welche Demokratie? Viele Menschen dürften sich gar keine tiefer gehenden Gedanken darüber machen. Der Psychotherapeut Hans-Joachim Maaz nennt das, was hierzulande stattfindet „Demokratie-Spiel“. Ist nicht das politische Theater, welches man uns zuweilen auf der Bühne des Deutschen Bundestags unter der gläsernen Kuppel (die uns Transparenz vorgaukelt) vorführt, ein Teil des Demokratie-Spiels – dessen Krönung gar? Colin Crouch schrieb bereits im Jahr 2000 über einen „schlechten Gesundheitszustand der Demokratie“. Später bekannte er, es sei „um die Demokratie überall in der entwickelten Welt schlechter bestellt als zu Beginn des Jahrhunderts, als ich ‚Postdemokratie‘ schrieb. »Postdemokratie«: „Dieser Begriff des Politikwissenschaftlers Colin Crouch wurde nach dem Erscheinen der Originalausgabe seines Buches zum Kristallisationspunkt der Debatte um Politikverdrossenheit, Sozialabbau und Privatisierung. Crouch hat dabei ein politisches System im Auge, dessen demokratische Institutionen zwar weiterhin formal existieren, das von Bürgern und Politikern aber nicht länger mit Leben gefüllt wird.“ (Quelle: Suhrkamp) Andere wiederum sprechen vom Wirken einer „Fassadendemokratie“. Wir erinnern uns: An der Fassade des Reichstagsgebäudes steht: DEM DEUTSCHEN VOLKE
Die Berliner Zeitung schrieb einmal: „Der Bundestag soll mit mittelalterlichen Methoden geschützt werden: einem 150 Meter langen und zweieinhalb Meter tiefen Graben. Er wird unsere Demokratie beschädigen.“ Frage: Noch mehr? Befürchtet man eine Revolution? Ich kann beruhigen. Erstens gibt es keine Bahnsteigkarten mehr. Lenin behauptete ja die Deutschen würden vorher erst einmal eine Bahnsteigkarte lösen. Albrecht Müller schrieb das Buch „Die Revolution ist fällig. Aber sie ist verboten“. Wie auch immer: Mögen recht viele Menschen das Buch von Joana Cotar lesen. Wäre schön, wenn es dazu beitrüge, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer echten Demokratie bei den Wählerinnen und Wählern nach der Lektüre wüchse und sich etwas in diesem unserem Lande zum Besseren wendete. Denn – möchte ich sagen: Der Hut brennt! Schauen Sie:
Wir lesen im Buch, fußend auf einer Allensbach-Umfrage vom Dezember 2025, dass nur noch 28 Prozent der Deutschen Vertrauen in die Bundesregierung haben und nur 17 Prozent überhaupt auf Parteien setzen.
«Feind, Todfeind, Parteifreund«
Joana Cotar schreibt auch über Anfeindungen die sich erlebt hat. Sogar aus der eigenen Partei und Fraktion. Sie schreibt: „Das Sprichwort «Feind, Todfeind, Parteifreund« kommt nicht von ungefähr.“ (S.45)
Das achte und letzte Kapitel überschreibt die Autorin so: Warum es nicht reicht, das System zu kritisieren: Denkanstöße für eine bürgerfreundlichere Politik (S.167)
Lobenswert, dass Joana Cotar auch Lösungsvorschläge macht, wie das System verbessert werden könnte. Sie votiert für „Volksentscheide als Korrektiv“ (S.169), „Die Macht der Listen brechen – ein neues Wahlsystem“ (S.171), „Gewaltenteilung ernst nehmen“ (S.174), „Das Geld aus dem System ziehen“ (S.176), Lobbyismus und Einfluss – Transparenz sichern (S.179), „Qualifikation für Abgeordnete und Minister“ (S. 182), „Amtszeitbegrenzung – Macht darf kein Dauerzustand sein“ (S.184), „Politikerhaftung – Verantwortung übernehmen“ (S.186), Wählerbindung und freies Mandat stärken“ S.188,„Weniger Gesetze – bessere Gesetze (S.190), „Schlanker Staat – weniger Macht, mehr Freiheit“ (S192), „Länder und Kommunen stärken“ (S.195), „Stopp der NGO-Finanzierung (S.198), „Unabhängige Medien (S.199), „Einfluss der EU begrenzen“ (S.201), „Mehr Freiheit“ (S.202)
Wird all das machbar sein? Oder bedarf es hier da Schärfungen?
Alles in allem ein nötiges und sehr informatives Buch, welche ich unbedingt empfehle.
Westend dazu:
«Was passiert hinter den Kulissen des Bundestages? Wenn Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind? Wie werden Entscheidungen getroffen und wie leicht macht es der Bundestag seinen Abgeordneten, sich selbst zu bevorteilen? Und warum gelingt es auch neuen Parteien nicht, das System aus Lobbyismus und Korruption zu umgehen?
Fast acht Jahre war Joana Cotar Mitglied des Deutschen Bundestages – zunächst für die AfD, nach ihrem Parteiaustritt dann fraktionslos. In ihrem schonungslos ehrlichen Buch öffnet sie die Türen zu einem System, das von Machtkalkül, Privilegien, Fraktionszwängen und einer beunruhigenden Entfremdung vom Bürger geprägt ist. Sie schildert alltägliche Absurditäten aus dem parlamentarischen Betrieb und zeigt, wie Parteibuch-Karrierismus und Willkür demokratische Prozesse aushöhlen. Und sie zeigt, wie leicht es das Bundestagssystem jedem Abgeordneten macht, sich selbst Vorteile zu verschaffen. Zugleich entwickelt sie konkrete Ideen, wie ein politischer Neuanfang aussehen könnte, der Verantwortung statt Selbsterhalt ins Zentrum rückt.
Joana Cotar legt einen Insiderbericht vor, der sprachlos macht – aber auch Mut für eine Erneuerung.«
Joana Cotar
Inside Bundestag
Erscheinungstermin
16.02.2026
Einbandart
kartoniert
Seitenanzahl
224
ISBN
9783987913655
Preis inkl. MwSt.
24,00 €
inkl. 7% MwSt. zzgl. VersandkostenGratis Versand innerhalb Deutschlands ab 24,– € BestellwertLieferzeit: 2 – 4 Werktage*
Lieferzeit 2-4 Tage
Joana Cotar
Joana Cotar war von 2017 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages, die letzten Jahre davon partei- und fraktionslos. Im Parlament setzte sie als digitalpolitische Sprecherin und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda klare Akzente für Bürgerrechte, digitale Freiheit und gegen staatliche Überwachung. Sie gründete die Initiative „Bitcoin im Bundestag“, um die politische Debatte über digitale Währungen und Dezentralisierung voranzutreiben. Vor ihrem Mandat war sie viele Jahre beruflich in leitenden und koordinierenden Funktionen tätig. Nach ihrem Studium der Politologie und Germanistik arbeitete sie zunächst in der Finanzbranche – im Handel, im Eventmanagement internationaler Finanzhäuser und später im IT-Projektmanagement der Deutschen Börse Group. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung engagierte sie sich politisch und trat 2013 der Alternative für Deutschland bei, die sie im Jahr 2022 wieder verließ.
Persönliches – Steckbrief
Geboren am 06.04.1973 in Pitesti, Rumänien
Wohnhaft im Kreis Gießen
Verheiratet
Studierte Politologin
1999 – 2006 Event Managerin bei großen Finanzinstituten
„Freiheit ist kein Geschenk, sie ist eine Aufgabe.
Vom Schatten der Diktatur in das Herz der Demokratie.
Als Tochter einer deutschen Mutter und eines rumänischen Vaters erlebte ich als Kind, was es bedeutet, wenn der Staat zum Feind wird: verwanzt, verhört, verfolgt. Mein Vater zahlte für seinen Widerstand gegen das rumänische Regime mit Jahren politischer Haft. Diese Erfahrung hat sich tief in meine DNA eingebrannt. Wenn ich heute über Freiheit spreche, dann nicht als abstrakte Floskel, sondern als das höchste Gut, das wir besitzen und das wir gerade leichtfertig aufs Spiel setzen.
Nach meinem abgeschlossenen Studium der Politologie und Germanistik in Mannheim und Stationen in der Wirtschaft (vom Börsenparkett bis zum Projektmanagement) führte mich mein Weg 2013 in die Politik. Warum? Weil ich nicht länger zusehen wollte, wie eine „Politik der Alternativlosigkeit“ die Bürger übergeht. Mein Kompass war immer derselbe: Freiheit, Eigenverantwortung und Rechtsstaatlichkeit.
Viele der Warnungen von damals sind heute Alltag: Inflation, Energieabhängigkeit, überforderte Sozialsysteme, ein Staat, der immer tiefer reguliert, aber immer schlechter funktioniert. Ein Land, das seine Leistungsfähigkeit verspielt und zugleich den offenen Diskurs verliert. Wenn Menschen sich nicht mehr trauen, ihre Meinung zu sagen, ist etwas Grundlegendes in Schieflage geraten.
2017 zog ich in den Bundestag ein. Dort habe ich erlebt, wie groß der Abstand zwischen Anspruch und Realität tatsächlich ist. Wie sich die Parteien den Staat zur Beute machen und das System selbst junge Parteien und rebellische Abgeordnete mit Haut und Haaren frisst. Diese Erfahrung war ernüchternd.
Meine Partei habe ich 2022 verlassen. Denn meine Maßstäbe sind gleichgeblieben – die Partei nicht. Unabhängigkeit war für mich daher die logische und einzige Konsequenz.
2023 habe ich die Initiative „Bitcoin im Bundestag“ gegründet. Denn Friedrich August von Hayek hatte Recht: Wir werden niemals wieder gutes Geld haben, „solange wir es nicht den Händen des Staates wegnehmen.“
Heute mache ich Politik jenseits des Parlaments – befreit von Parteizwängen, aber fest verwurzelt in meinen Werten. Ich habe einen eigenen YouTube Kanal und einen Podcast mit dem Blocktrainer. Ich bin Mitglied der Hayek Gesellschaft und des Bitcoin Bundesverbandes. 2024 habe ich „Free Speech Aid“ mitgegründet, um der Meinungsfreiheit eine Stimme zu geben. 2025 wurde ich Gründungsmitglied das „Milei Instituts für Deregulierung in Europa. Ich unterstütze das Team Freiheit in ihrem Kampf für ein anderes, besseres Deutschland.
Ich glaube an die Freiheit, nicht an die Macht. An einen Staat, der sich bescheidet und kontrollieren lässt; der dem Bürger dient, nicht umgekehrt.
Ich glaube an Meinungsfreiheit, Eigentum und Rechtsstaatlichkeit. An technologische Selbstbestimmung, radikale Subsidiarität, freie Märkte und persönliche Verantwortung.
Ich glaube an niedrigste Steuern und Abgaben. An Datenschutz und digitale Souveränität – frei von Überwachung und Zensur.
Ich glaube an Bildung und Gesundheit als individuelle Wahl, nicht als staatliches Monopol. Und an die Souveränität über das eigene Geld.
Liebe Leserinnen und Leser, ich möchte Ihnen den folgenden Text auf den NachDenkDeiten ans Herz legen!
„Die Welt erlebt derzeit einen der tiefgreifendsten geopolitischen Umbrüche seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – einen Umbruch, in dem die Europäische Union kaum noch als gestaltende Kraft wahrgenommen wird. Damit riskiert sie, zum großen Verlierer dieser globalen Neuordnung zu werden. Von Harald Kujat und Michael von der Schulenburg.“
Ende Januar postulierte die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl Maria Rippel: „Das Jahr 2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden.“
Offensichtlich soll das auf Kosten der Beschäftigten gehen, die um ihre Arbeitsplätze bangen. Sie sind leichter erpressbar. Davon zeugte die letzte Tarifrunde, die mit einem mageren Plus von 1,75% endete.
Der Bezirksleiter der IG-Metall Knut Giesler warf der Gegenseite vor, die Krise nutzen zu wollen, um „billige Gewinne aus der schwierigen Situation zu ziehen“.
Bereits im Dezember 2025 hat die Vereinigte der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) sich mit den Stahlbeschäftigten solidarisch erklärt. In einem Brief an den Bezirksleiter der IG-Metall Nordrhein-Westfalen wies sie außerdem auf die Möglichkeiten der Nordrhein-Westfälischen Verfassung hin, in der die Überführung von monopolpolartigen Betrieben in Gemeineigentum geregelt ist (Artikel 24).
Quelle: Presseerklärung Falk Mikosch Landessprecher der VVN-BdA NRW
Mit einer am 30. Januar 2026 in Kraft getretenen Executive Order hat US-Präsident Trump die „Politiken, Praktiken und Handlungen der Regierung Kubas“ zu einer „ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung“ für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der USA erklärt. Mit dem Ziel, den Export von Öl und Kraftstoffen nach Kuba zu unterbinden, droht die US-Regierung allen Staaten mit empfindlichen Sonderzöllen, die direkt oder indirekt Ölprodukte an Kuba verkaufen oder auf anderem Weg zur Verfügung stellen.
Zur Begründung dieses Ölembargos werden unhaltbare Behauptungen aufgestellt: Kuba unterstütze Feinde der USA sowie transnationale terroristische Netzwerke, denen es darum ginge, die USA zu zerstören. Ferner stünde das Handeln der kubanischen Regierung im Widerspruch zu „den moralischen und politischen Werten demokratischer und freier Gesellschaften“ und „im Widerspruch zur Außenpolitik der Vereinigten Staaten, die darauf abzielt, einen friedlichen Wandel in Kuba zu fördern und Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte weltweit zu stärken.“
Die Blockade von Kraftstofflieferungen spitzt die Anfang der 1960er Jahre noch unter Präsident Kennedy begonnene, seit den 1990er Jahren mit dem Torricelli-Act und dem Helms-Burton-Act massiv verschärfte Blockade Kubas extrem zu. Das Embargo verstößt von Beginn an gegen das in der UN-Charta verankerte Prinzip der souveränen Gleichheit der Nationen (Art. 2 Nr. 1), das Verbot der Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten (Art. 2 Nr. 7) sowie die damit verbundenen Grundsätze der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker (Art. 1 Nr. 2) und das aus diesen Bestimmungen hergeleitete, völkergewohnheitsrechtliche Interventionsverbot.
Die Weltgemeinschaft hat diese auf die Monroe-Doktrin gestützte US-Politik in jährlichen, stets beinahe einstimmigen Resolutionen verurteilt – zuletzt am 29. Oktober 2025.
Das Erdöl-Embargo verletzt zudem in unerträglichem Maße sämtliche Menschenrechte der Kubanerinnen und Kubaner. Indem Kuba der Zugang zu Kraftstoffen versagt wird, wird der gesamte Verkehr perspektivisch auf Pferde- und Eselskarren zurückgeworfen. Damit stehen nicht nur Krankenversorgung und Zugänge zu Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, sondern auch die gesamte Wirtschaft des Landes, einschließlich der Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch.
Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf das kubanische Gesundheitssystem: Die bestehende Blockade untergräbt das Recht auf Gesundheit der kubanischen Bevölkerung durch gravierende Einschränkungen beim Zugang zu Medikamenten, medizinischen Geräten, Ersatzteilen und moderner Diagnostik. Die Blockade von Kraftstofflieferungen wird diese verheerenden Folgen weiter verschärfen, da ohne gesicherte Energie- und Treibstoffversorgung der Betrieb medizinischer Einrichtungen sowie Notfall- und Präventionsdienste massiv beeinträchtigt werden.
Die IALANA Deutschland
appelliert an die Bundesregierung und den Bundeskanzler, an die EU-Kommission und deren Präsidentin, an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, den Präsidenten des ECOSOC sowie den UN-Hochkommissar für Menschenrechte, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das völker- und menschenrechtswidrige Handeln der USA in Bezug auf Kuba zu unterbinden.
ruft die Bundesregierung und die EU sowie alle freien Staaten der Welt auf, das Ölembargo der USA zu durchbrechen und Kuba behelfsweise für die Dauer des Embargos mit Erdöl und den benötigten Derivaten zu beliefern sowie im Wege der Entwicklungszusammenarbeit dazu beizutragen, die Abhängigkeit Kubas vom Öl durch Umstellung auf alternative Energien zu überwinden.
fordert die Bundesregierung, die Europäische Union und die Vereinten Nationen auf, aktiv dafür zu sorgen, dass das kubanische Gesundheitssystem nicht länger durch US-Sanktionen beeinträchtigt wird, und durch konkretes politisches und praktisches Handeln die vollständige Wiederherstellung des Rechts auf Gesundheit der Bevölkerung Kubas zu ermöglichen.
appelliert an alle Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, das neokoloniale Handeln der USA zu verurteilen und sich mit allen zur Verfügung stehenden friedlichen Mitteln für ein Ende des Ölembargos und der Sanktionen insgesamt einzusetzen.
Ich war geschockt gestern, als mir des Abends ein Post auf Facebook unterkam. Marco Bülow, las ich dort, sei gestorben. Mit 54 Jahren?!
Diese Nachricht durchfuhr mich regelrecht wie ein Blitz.
In meiner journalistischen Arbeit in Dortmund war ich des Öfteren auf den langjährigen SPD-Politiker Marco Bülow (Journalist, Autor, Berater) getroffen. Von 2002 bis 2021 – 19 Jahre also – gehörte er als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestagswahlkreis I dem Deutschen Bundestag an. Eigenen SPD-Genossen schmeckte das nicht. Konnten sie ihn Dortmund doch nicht einfach auf einen aussichtslosen hinteren Listenplatz setzen. Nach 27 Jahren Mitgliedschaft trat Bülow im November 2018 enttäuscht und desillusioniert aus der SPD aus. Informationen zu Marco Bülow hier u.a. und hier.
Ehrlich und geradlinig
Dass er stets seinen Wahlkreis in Dortmund wieder gewann, hatte nicht zuletzt mit Bülows Ehrlichkeit und seiner Geradlinigkeit zu tun. Von Politikern, die Wahlkampf machten, indem sie sich eine Schürze umbanden und bei den Tafeln Suppe an Bedürftige ausgaben hielt er nichts.
Der Demokratie sah er sich in hohem Maße verpflichtet. Schon bald hatte der Dortmunder erkannt, dass da einiges im Argen lag. Und er war ein Sozialdemokrat wie er im Buche steht und wie er heute offenbar gar nicht mehr existiert. Dortmund galt einst als Herzkammer der Sozialdemokratie – tempi passati. Da passte Marco Bülow hinein.
In einem Vortrag in Dortmund vor einigen Jahren äußerte er gegenüber einer SPD-Bundestagsfraktionskollegin Kritik. Aus meinem Bericht: «Als er einst in den Bundestag gekommen war, so Bülow, habe ihm eine Kollegin, welche bereits länger im Bundestag saß, gesagt und gemerkt hatte, dass er mit manchem nicht einverstanden war: Entweder man akzeptiere die Spielregeln und passt sich an, oder man verlässt das Spielfeld. Er befand, es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Man ändert die Spielregeln. Bülow habe fortan immer versucht die Spielegeln zu ändern. Und das sei auch immer noch sein Anliegen. Ein Ausfluss dessen sei, der Vortrag, welchen er nun präsentiere.«
Eingangs des Berichts schrieb ich: «Der partei- und fraktionslose Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow moniert, dass wir zu einer Fassadendemokratie verkommen, die immer stärker von wenigen Profitlobbyist*innen dominiert wird. Die soziale Marktwirtschaft sei längst zu einem Mythos geworden. „Wir stehen an einem Wendepunkt“, sagt er. Während das Vertrauen in die Parteien weiter abnimmt. Bülow hat sich entschlossen – bei entsprechender Unterstützung – wieder für den nächsten Bundestag zu kandidieren. Seine Bewerbung richtet er nicht wie üblich an eine Partei, sondern an die Bevölkerung, welche sein „Chef“ sein solle.«
Seinen (…) Vortrag begann der seit zwei Jahren partei- und fraktionslose, ehemalige SPD-Politiker Marco Bülow mit folgenden Fragen: „Wer glaubt, dass wir in einer guten, ausreichenden Demokratie leben?“. Relativ wenige Leute meldeten sich. „Wer glaubt, dass wir eine soziale Marktwirtschaft haben in Deutschland?“. Auch da zeigte nur eine Minderheit auf.
Marco Bülow konstatierte damals, wir steckten in einer Art Multikrise.
«Ein Ausfluss dessen sei, der Vortrag, welchen er nun präsentiere. Die wichtigste und umfangreichste Krise, welche uns am meisten treffen werde, sei die Klimakrise. Hinzu käme eine Sozialkrise. Des Weiteren sei eine Demokratiekrise auszumachen. Einher mit den anderen Krisenerscheinungen ginge momentan die Corona-Krise. Der Politiker zeigte sich sicher, dass wir nur aus diesen Krisen herauskämen, „wenn wir vor allem unsere Demokratie verändern, wenn ihr eine echte Demokratie schaffen“. Zu diesem Behufe müssten halt bestimmte Spielregeln verändert werden. Ansonsten seien die ganzen Krisen weder zu bewältigen noch zu überwinden.«
Hier noch zwei Reaktionen auf den Tod von Marco Bülow
Der Liedermacher und Schriftsteller Florian Kirner auf die Todesnachricht auf Facebook:
«Das ist wirklich schockierend! Das ist unerträglich. Es waren nur wenige Monate, die ich Marco Bülow näher gekannt und mit ihm sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet habe. Er war, was in diesem Politikbetrieb vielleicht das größte Lob ist: ein ehrlicher Mensch, der seine Anliegen konsequent und ohne Rücksicht auf Nachteile für seine eigene Karriere vertreten hat. Er war ein Kämpfer gegen die Korruption, die wir in Deutschland „Lobbyismus“ nennen. Er war ein Streiter gegen Militarisierung und Krieg. Er war ursympathisch. Er war ein großartiger Mensch. Wir bräuchten 100.000 Leute wie ihn.
Mach’s gut, Marco.«
Martin Sonneborn, Parteivorsitzender der Partei Die PARTEI, MdEP – der auch Marco Bülow zuletzt angehörte – schrieb heute auf Facebook.
«Scheiße, Marco Bülow ist tot.
Jung gestorben, mit 54. Ein guter Mensch. Einer der zwei, drei letzten echten Sozialdemokraten. Einer, der sich empörte, gegen Ungerechtigkeiten, Lobbyismus, Überheblichkeiten der politischen Klasse, gegen Dummheit & die Forderung nach Kriegstüchtigkeit. Der sein sicheres und gutdotiertes Mandat aufgab, um sich für die die einfachen Bürger einzusetzen. Warum werden die Arschlöcher so alt, und die Guten sterben zu jung?«
„Ich geh‘ ins Kloster“, verkündete ich unlängst übermütig. Vielleicht auch, um mich selbst unter Zugzwang zu setzen. Und erntete daraufhin von Menschen aus meiner persönlichen Umgebung Sätze, die mit Fragezeichen endeten. Oder auch nur müdes Achselzucken. Klar: in anderen Zeiten wären die Reaktionen auf diese Verkündigung gewiss anders ausgefallen. Wer geht heute schon noch ins Kloster? – Ich!, stemmte ich mich gegen diese Feststellung und ein bisschen auch gegen mein Inneres. Aber tat’s dann wirklich…
Ora et Labora ganz im Sinne Benediktinischer Frömmigkeit
Freilich nur auf Zeit. Und auch nicht – keine Bange – um einmal Mönch zu werden. Denn, wie heißt es sinngemäß, ganz sicher aber vollkommen richtig, auf der Internetseite des Klosters Stiepel; man wird nicht mal eben so Mönch. Schließlich koste das das Leben. Dick überschrieben ist das Klosterleben überdies mit dem bekannten lateinischen Spruch „Ora et Labora“- Bete und arbeite… Vielleicht auch bzw. gerade bei den Zisterziensern. Leben diese doch ganz im Sinne Benediktinischer Frömmigkeit, sowie getreu dessen einst von Benedikt selbst gelebten strengen Lebensordnung. Weshalb sich die Zisterzienser-Mönche des Klosters Stiepel auch täglich mit den von Benedikt aufgestellten Regeln nahezu penibel beschäftigen und sie sich auf diese Weise immer und immer wieder vergegenwärtigen, um nicht zu Fehlen.
Franz Kardinal Hengsbach: Niemand kann Gegenwart und Zukunft gestalten, der sich nicht der Vergangenheit erinnert
Bereits 1802 hatten Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt in Essen-Werden gelebt. Franz Kardinal Hengsbachs (erster Bischof von Essen, verstorben 1991) Herzenswunsch, sein Traum der Fortführung dieser Tradition, erfüllte sich in Bochum-Stiepel, dem einzigen Marienwallfahrtsort seiner Diözese, wo es Ende der 1980er Jahre gelang, die Voraussetzung dazu schaffen, dass sich dort wieder eine klösterliche Gemeinschaft ansiedeln konnte. Angefangen in Stiepel hatte alles im Jahre 1988 mit vier aus der Abtei Heiligenkreuz (Niederösterreich) entsandten Mönchen, die zur Klostergründung ins Bistum Essen gekommen waren. Der Stifter Klosters Stiepel, Kardinal Hengsbach, knüpfte im hartnäckigen Bemühen um eine Klostergründung in seiner Diözese bewusst an die Wurzeln im Mittelalter an.
Denn ihm war klar, was von Menschen leider oft genug vergessen wird, dass niemand Gegenwart und Zukunft gestalen kann, der sich nicht der Vergangenheit erinnert.
Klostergäste sind in Stiepel jederzeit gern gesehen und willkommen
Wichtig: Gleich welcher Konfession sie auch angehören mögen. Oder sich überhaupt keiner Glaubensrichtung zugehörig fühlen. Was nicht zuletzt auch mich befeuerte relativ unbefangen ins Kloster zu gehen. Schließlich verlangt es einen nach einem mehr oder weniger stressigen Arbeitsjahr auf jeden Fall endlich einmal danach abzuschalten, das einem mehr oder weniger gehorchende eigne System wenigstens etwas herunterzufahren, bevor möglicherweise schon wieder der Urlaubsstress einsetzt…
Das Kloster
In Stiepel gelang das ganz gut. Das Kloster liegt unweit des Ruhrtales und des Kemnader Stausees Landschaftlich wunderschön und dementsprechend ruhig mit Blick auf landwirtschaftlich genutzte Flächen, Pferdekoppeln und einem Waldgebiet. Die neuen Klostergebäude fügen sich zusammen mit der während des 1. Weltkrieges errichteten Kirche St. Marien – architektonisch interessant konzipiert zeitlos wirkenden, schön anzusehenden Gebäudeensemble. Eine Führung (einer der Mönche interessant konzipiert und in baulicher Hinsicht exzellent ausgeführt – zu einem schlichten, fast zeitlos wirkendem, schön anzusehendem Gebäudeensemble
Eine Führung (einer der Mönche übernimmt das immer gerne) durch Kirche, Kreuzgang mit Blick auf den Innenhof mit gepflegtem Garten und Brunnen, welcher als Refugium der Stille ausschließlich den Blick gen Himmel zulässt, weiter durch die kleine Kapelle der Mönche und in andere Räumlichkeiten, wie etwa dem Refektoriuum (Speisesaal der Mönche) lässt einen kleinen Einblick des Klosterlebens aufscheinen.
Das Interieur der einzelnen klösterlichen Räumlichkeiten besticht in seiner Schlichtheit, wie in der praxisbezogenen, handwerklich elegant gediegenen Ausführung.
FERNsehen und fast selig machende Ruhe
Die Gästezimmer mit Bad befinden sich über dem Klosterladen und der Pilgerhalle. Sie beinhalten Schreib- sowie Nachttisch und Bettstatt. Die Fenster gehen hinaus ins Grüne und auf eine genügend weit entfernte Siedlung. Man schläft ausgezeichnet: Herrlich frische Luft und eine fast selig machende Ruhe sorgen dafür. Einen Fernseher oder andere Unterhaltungselektronik sucht man Gott sei dank nicht. Hier heißt es nämlich Kreuz statt Glotze und FERNsehen bekommt unter diesen Umständen im Kloster eine ganz eigne Dimension. Kontemplation inklusive. Wenn’s denn funktioniert…
Über Gott und die Welt…
Zu den Mahlzeiten geht es hinüber ins nahe Hauptgebäude des Klosters. Und die waren täglich ein Erlebnis! Der Köchin und den Mönchen sei Dank für Speis und Trank! Überhaupt gestaltete ich die Einnahme der Mahlzeiten zu Erlebnissen, die sicherlich das Zeug dazu haben, auch nachhaitig noch Wirkung zu entfalten. Was freilich an den während der (leider viel zu kurzen) Zeit meines Kloster-Schnupper-Aufenthalts anwesenden anderen lieben Gäste und vielmehr. der sich, mit ihnen entsponnen habenden interessanten Gespräche – tatsächlich! – über Gott und die Welt.Nicht einmal das dunkle Kapitel “sexueller Missbrauch“ (In Kirche und Gesellschaft) wurde ausgeklammert und mit eignen Ahnungen bzw. zur Kenntnis gekommenen Ereignissen angefüllt. Manche Gäste blieben, andere reisten ab, wofür aber wieder neue, nicht weniger interessante, hinzu kamen. Altere und jüngere. Frauen und Männer. Egal: Interessanter Gesprächsstoff war immer. Früh, mittags und abends. Das meiste am Tisch zur Sprache Gekommene speiste sich aus
einem vollen Griff ins pralle Menschenleben. Zwei pilgernde Buben aus dem Sauerland verbreiteten die Kunde von einer frommen Frau in ihrer Heimatgemeinde und einer weinenden Madonna. Nun ja …
Nonne zurück im „Pott“
Sogar ein einst im Ruhrpott geborenes, 1953 ins Kloster gegangenes und folgerichtig Nonne gewordenes Mädchen, inzwischen Seniorin – welche das Mutterkloster in Süddeutschland verlassen hatte, welches mangels Nachwuchs geschlossen wurde und deshalb verlustig ging, weshalb sie nun in einem Essener Kloster Aufnahme fand und hoffentlich dauerhaft einen Alterssitz gefunden hat – weilte mit ihrer leiblichen Schwester im Kloster Stiepel mit ihrer leiblichen Schwester zu Gast.
Die ehemals als Musiklehrerin und Kinder- Kloster Aufnahme und hoffentlich dauerhaft einen Alterssitz gefunden hat, weilte im Kloster Chorleiterin tätige Schwester E. hat dort nun schon einiges erlebt: Sie muss in Essen u. a. auf eine an Alzheimer erkrankte Mitschwester aufpassen, die früher Pfortendienst hatte und nun oft – noch gut zu Fuß – die Tür aufreisst. Die beim Laufen gehandicapte Schwester E. dagegen hat Not rasch genug zur Stelle zu sein. Was gefährlich werden kann: Immerhin ereignete sich kürzlich ein kleiner Krimi in der Kirche. Ein Pfarrer wurde überfallen und von den Verbrechern gefesselt zurück gelassen. Wer vermisst beim Angebot an solchen Geschichten noch einen Fernseher?
These und Theorie – Warum gehen Menschen ins Kloster oder eben nicht?
Es ist wohl so: Wer ins Kloster geht, sich der Arbeit im Weinberg des Herrn widmet, dem kostet es das Leben. Dennoch über Nachwuchs an Mönchen scheinen sich die Zisterzienser nicht beklagen zu können. Weshalb Schwester E., deren Heimat-Kloster mangels Novizinnen, geschlossen werden musste, die These vertritt, dass der Versuch ihres Ordens, diesen – auch was den Habit (Ordensgewand) angeht – „freizügiger“ zu gestalten, wohl deshalb nicht von Erfolg gekrönt war,weil das offenbar gar nicht das Entscheidende für junge Menschen ist, sich für ein Leben im Kloster zu entscheiden. Wie man, so Schwester E., es ja bei den Zisterziensern beobachten könne, denen es an Nachwuchs nicht gebreche. Denn nicht nur deren Klosterregeln seien sehr streng Wofür schon deren äußeres Erscheinungsbild, namentlich deren schwarz-weißes Ordenskleid stehe. Es muss also etwas anderes sein, was junge Männer zum Zisterzienserorden ziehe.
Ich habe da meine eigne Theorie: Vielleicht liegt es ja auch einfach an den unsicheren heutigen Zeiten, dem Mangel an wirklichen Vorbildern oder der heimlichen Sehnsucht nach festen Regeln. Schwester E. blickte mich nachdenklich an.
Das Kloster Stiepel ist mitten im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 eine von mehreren „spirituellen Tankstellen“ in insgesamt 53 Orten des Ruhrgebiets. Dort kurz angedockt zu haben, hat gut getan. Geistig-geistlich Auftanken bei den Mönchen von Stiepel war – wenn man es einmal so ausdrücken will: himmlisch! Was nicht religiös gemeint sein muss …
Hinweis: Dieser Artikel von mir erschien am 12.08.2010 auf Readers Edition (inzwischen eingestellt).
Der Aktivist und Autor Andreas Ehrholdt wurde als engagierter Initiator der im Jahre 2004 wiederbelebten Montagsdemonstrationen deutschlandweit und sogar darüber hinaus bekannt. Von asansörpress35
Am 01.08.2012 in der Community von Freitag.de auf diesem (meinem dortigen Blog) erschienen.
Die Montagsdemo-Neuauflage hatte Andreas Ehrholdt angesichts unsozialen Hartz-Gesetze der damaligen rot-grünen Bundesregierung als dringend geboten gesehen. Die Montagsdemonstrationen hatten damals rasch an Zuspruch und Zulauf gewonnen. Doch, was sie erreichen sollten, erreichten sie nicht.
Untätig war Ehrholdt seither nicht. Nun will er mit einer kürzlich erschienen Schrift abermals Menschen zum Nachdenken bewegen. Ihr Titel:
„Solidarisiert Euch!“
Andreas Ehrholdt will gewiss kein deutscher Stéphane Hessel sein. Und dennoch: Die inzwischen von Millionen Menschen in der Welt gelesenen Aufrufe Hessels „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“ und Ehrholdts „Solidarisiert Euch!“ liegen – nüchtern betrachtet – gar nicht so weit auseinander. War es Hessel darum gegangen, möglichst viele Menschen zum Nachdenken anzuregen und zum Handeln zu bewegen – Ehrholdt hat nichts anderes im Sinn. Ich könnte mir Hessel und Ehrholdt durchaus gut im Dialog vorstellen. Wenngleich sich ihre Lebenswege und dabei gemachte Erfahrungen natürlich stärker nicht unterscheiden könnten. Was sie m.E. eint? Sie denken sehr mit dem Herzen!
Wie es ist, kann es nicht bleiben
Richtet sich Hessel „An die Empörten dieser Erde!“, so ist Andreas Ehrholdt mit seinem „Solidarisiert Euch!“ einer dieser Empörten, der sich an die Erde wendet. Beide entstammen unterschiedlichen Schichten. Beide haben ihre ganz spezielle Sicht und blicken aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt. Einen tut sie gewiss die Erkenntnis: Wie es ist, kann es nicht bleiben. Eben mal schnell die Welt retten? Von diesem Schlage sind beide nicht. Sie haben ihre Erfahrungen gemacht. Hessel die schmerzhafteren von Beiden.
Auf Seite 22 seines Buches schreibt Ehrholdt: „Nur eine Welt in solidarischer Gemeinschaft ist eine friedliche Welt.“ Wie und auf welche Weise wir dahin kommen könnten, darüber hat sich Ehrholdt auf eine Art schreibend vorangebracht, die mich an den Titel des Kleist-Aufsatzes „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ denken ließ. Man muss halt nur „Reden“ durch „Schreiben“ ersetzen.
Gleich eingangs des Buches merkt Ehrholdt an, er habe sich darin einer didaktischen Methode seines Lieblingslehrers bedient: […]„der hat auch immer wiederholt, bis ich es kapiert hatte.“ Auch wir kapieren – ohne das als oberlehrerhaft zu empfinden (keine Bange, Andreas Ehrholdt) – was er zum Wohler aller (vor-)denkt.. Darauf passt das Attac-Motto „Eine andere Welt ist möglich“. Doch wie dahin kommen? Das Einfache, das schwer zu machen ist! Wohl wahr. Doch warum nicht darüber nachdenken?
Der Mangel
Ehrholdt ist ein gewesener DDR-Mensch. Da ist es so verständlich wie legitim, dass er seine Skizzen zu einer sozial gerechteren Zukunft weltweit auch Nektar aus den damals gemachten Erfahrungen saugt. Die DDR litt am Mangel und unter vielen Mängeln. Auch heute, meint Ehrholdt, herrsche Mangel. Etwa an Geld. Am rechten Fleck, sei hinzugefügt. Denn Geld gibt es soviel wie Dreck auf der Welt, wie Heiner Geißler einmal sagte. Ehrholdt meint, es müsse insgesamt mehr geteilt werden, damit alle ausreichend hätten, um menschenwürdig leben zu können. Und er meint damit nicht nur das Geld. Auch Verzicht gehöre zum Wandel. Es gälte regionale Märkte zu stärken, statt weiter „der Mär von der Globalisierung“ nachzulaufen.
Ein Elefant vergisst nun mal nicht so einfach
Als Mensch mit Hartz-IV-Erfahrung möchte sich Ehrholdt gern mit Menschen solidarisieren, die Alternativen zu den „Schandtaten der Agendamacher“ (Überschrift Kapitel 2) anzubieten hätten. Parteien die „die Agenda 2010 erfanden“ (S. 14) schließt Ehrholdt von seiner Solidarität indessen (vorläufig) aus: „Sie sind nicht aus meinem Gedächtnis gestrichen, ein Elefant vergisst nun mal nicht so einfach, weder das Gute noch diese Schlechtigkeiten, aber aus meinem Herzen sind sie gestrichen.“ Nur eine Chance hätten die: Eine klare „Absage an Hartz-IV und an andere Verwerfungen neoliberaler unsozialer Politik …“ […]
„Hoffnung und Enttäuschung haben schon vielen Menschen den Stift in der Wahlkabine geschwungen“
Wenngleich Ehrholdt an den Parteien nicht viel Gutes lässt, weil sie „uns doch nur noch als Stimmvieh“ benötigen, „um dann für sich selbst die Tröge der Macht zu sichern: ihr Dasein im Sinne eines funktionierenden Demokratie stellt er nicht infrage. Doch wer von den Parteien spricht, muss auch von deren Wählern oder Nicht-Wählern sprechen. Müssten die nicht auch mehr Verantwortung übernehmen, und: sich bewegen? Andreas Ehrholdt drückt es auf seine Weise aus. Dennoch: Seine Parteienkritik ist nicht weit entfernt von der des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Parteien müssen sich in den Dienst des Souveräns stellen. Nicht den Staat gewissermaßen als Eigentum betrachten und zu Erhaltung der eignen Macht (und ihrer Klientel) missbrauchen. Und die Piraten? Ehrholdt: Ob die politische Bewegung durch sie bereichert wurde: „Das muss die Zeit erweisen.“ Mahnend: „Hoffnung und Enttäuschung haben schon vielen Menschen den Stift in der Wahlkabine geschwungen.“
Bewegungen und zu Bewegende
Der Autor macht sich über das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) Gedanken. Es scheint ihm sympathisch zu sein. Obgleich dessen Einführung vorläufig nicht realistisch erscheint. Vielleicht weil unsere „Denke“ noch nicht soweit ist? Ehrholdt selbst ist der Meinung: „dass dieses Grundeinkommen an Bedingungen geknüpft sein muss.“ Und vor dem Grundeinkommen müsse der Mindestlohn kommen. Occupy attestiert Ehrholdt als Bewegung Menschen zu bewegen. Aber er fürchtet, dass Occupy-Bewegten zu wenig Menschen – vielleicht weil sie kein Ziel formulieren? – bzw. letztlich nichts erreichen.
„Was wir zuerst teilen müssen, das ist unsere Aufmerksamkeit.“
Ehrholdt gibt zu, niemanden zu sehen, der uns aus der Misere herausführt. Der einzig gangbare Weg führe (S. 21) „über wahre soziale Gerechtigkeit.“ Wir sollten arbeiten, um zu leben – nicht umgekehrt: „Wir sollten wieder bereit sein, gerechter zu teilen. Wir sollten unsere Gier nach Unnützem über Bord werfen.“ Und, merkt Andreas Ehrholdt an: „Was wir zuerst teilen müssen, das ist unsere Aufmerksamkeit.“ Nicht verkehrt. Auch dieser Satz: „Unser Reichtum ist die Armut anderer.“ Obgleich verkürzt formuliert, steckt doch mehr als ein Funken Wahrheit darin!
So wie Andreas Ehrholdt die Welt sehen möchte, käme das Dahin der Quadratur eines Kreises gleich. Bestimmte Ökonomen und vor allem natürlich die Profiteure des jetzigen Systems werden sofort zeter und mordio schreien: Nicht durchführbar. Doch denkbar ist Erholdts Ansatz allemal. Und so denkt Ehrholdt für uns und andere so. So kann nur einer denken, der schon öfters im Leben gegen Wände angelaufen ist und in Abgründe geschaut hat. Warum soll es denn hinter diesen von wem auch immer errichteten Wänden nicht anders (besser?) weitergehen? Das derzeitige System ist nicht alternativlos.
Der Welt einen Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe?
Jedes Land dieser Erde soll nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl und des Bruttoinlandsprodukt (BIP) betreffs Finanzierung, Produktion usw. gewissermaßen Teil eines atmenden, ständig überprüf- und änderbaren, weltumspannenden – sozusagen atmenden solidarischen Systems werden. Ohne dabei den weltweiten Handel einzuschränken. Selbstverständlich sollen soziokulturelle Unterschiede be- und geachtet werden. Es wäre ein System, dass darauf ausgelegt ist, die Einen nicht durch die Anderen auszuspielen. Was auf Menschen und Ländern gleichermaßen bezogen ist. Die Welt, in der ohnehin quasi alle in einem Boot sitzen – kaum ein Land die drängendsten Probleme noch ohne die anderen angehen kann – soll u.a. durch Verzicht, Ausgleich und Teilen eine gerechtere werden. Zum besseren Verständnis des derzeitigen Zustandes hat Andreas Ehrholdt Tabellen in sein Buch aufgenommen. Auf Seite 26/27 die mit den Mitgliedsländern der EU samt Einwohnerzahlen. Auf den Seiten 60, 61 u. 62 afrikanischen Länder mit Bevölkerungszahlen und BIP pro Dollar. Auf den Seiten 72,73 u. 74 die Länder Asiens. Sowie auf Seite 83 ein Tabelle betreffs deutscher Entwicklungshilfe. Hinweis: Diese Tabelle sollte jedoch bei einer eventuellen Neuauflage vergrößert dargestellt werden. Selbst mit Lupe ist da kaum etwas zu entziffern.
Andreas Ehrholdt geht auf den Millenniumsplan. Erörtert dessen Mängel und erahnt, warum er scheitern wird. Der Autor plädiert daher „für ein System, wie es der RGW, der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, darstellte: Handel wieder über Warenaustausch, das ist gerechter, als die Mächtigen über den Preis ihrer Güter und den Wert ihrer Währung bestimmen zu lassen.“ Wie man es letztlich nenne, ist Ehrholdt egal: vielleicht auch Millenniumsplan II? Ihm geht es um soziale Gerechtigkeit. „Und nicht nur im sozial ungerechten vereinten Europa, sondern weltweit.“
Ein mutiges Buch, mit viel Herz geschrieben
Ein ehrliches Buch. Eine Schrift, die sich mit nahezu allen Problemen der Gegenwart auseinandersetzt. Das mag ein bisschen viel auf einmal sein. Aber ist es denn nicht auch tatsächlich so: ein bisschen viel für uns alle? Andreas Ehrholdt hat aufgeschrieben, was faul ist auf der Welt, wie im eignen Land. Er ist ein Mensch, der sich nun einmal damit beschäftigen muss. Nicht allein nur weil ihn die Probleme zum Teil bis auf die eignen Knochen angehen.Weil es in seinem Kopf hämmert: So kann’s nicht bleiben, mach was! Macht was!, ruft er uns nun wieder einmal zu: „Solidarisiert Euch!“ Gelebte Solidarität (Zärtlichkeit ist die Solidarität der Völker; soll Che Guevara einst gesagt haben.) ist vielleicht das Einzige, was die Menschheit wird überleben lassen können. Diese Schrift ist nachdenkend und mit viel Herz geschrieben, um andere nachdenklich werden zu lassen. Wenige Passagen könnten manchem zu naiv (im besten Sinne) oder unscharf ausgedrückt sein. Anderes ließe sich als Klischees missverstehen: „Die Geschicke und menschlichen Ressourcen sind unterschiedlich. Der Afrikaner ist eher ein Händler, eher ein Kleintierzüchter.“ Das Kapitel 5 „Afrika, so reich… doch so arm“ kündet jedoch davon, dass Ehrholdt diesen Kontinent durchaus realistisch und wohlwollend betrachtet.
Steht im Weg: Der Kapitalismus
Dieses Buch handelt nicht zuletzt auch von Träumen. Doch erfüllen werden sich die im Kapitalismus kaum. Ehrholdt weiß das. Auf Seite 89 schreibt er nämlich: „dass der Kapitalismus etwas Schreckliches ist, auch wenn auf der Mogelpackung soziale Markwirtschaft steht.“ Seiten vorher (S.79) liest man: „Große Worte eines kleinen Wichtes, natürlich. Aber wenn ihr in diesen Ruf einsteigt, dann würde er zu einem Schrei, der dann nicht mehr von Wichten kommt, einem Schrei, der gehört werden würde“ […] „Und wenn die Politik sich nicht kümmert, dann müssen wir die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen.“ Ehrholdts Schlusswort ist rührend. Aber auch das kommt von Herzen: „Und ich entschuldige mich bei allen Menschen Europas, die unter uns zu leiden haben nur weil wir zu schwach, zu dumm, zu gierig oder zu sozial ungerecht sind. Ich entschuldige mich dafür, dass ich leider zu schwach bin, trotz meiner Erkenntnis diesem System ein Ende zu bereiten.“ Ach, wären doch die meisten Menschen nur zur Hälfte so wie dieser Ehrholdt! Solidarisiert Euch! Ein Buch als Nachdenkstoff im besten Sinne.
Andreas Ehrholdt
Solidarisiert Euch!
BoD – Books on Demand, broschiert; 92 Seiten
ISBN: 978-3-8448-4111-4
Preis: 6,90 Euro
Information: Andreas Ehrholdt ist am 25. Mai 2023 gestorben.
Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesarbeitsgericht anhängig – Fokus auf strukturelle Wirkung von VerfahrenPressemitteilung Nr. 2 im Verfahren Professor Dr. Guérot gegen Uni Bonn der Rechtsanwälte auf der Heiden/Gall vom 15. Januar 2026
Berlin/Karlsruhe, 15.1.2026. Im arbeitsrechtlichen Verfahren um die Kündigung der Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot ist derzeit eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Köln vom 16. Mai 2025 (Az. 10 SLa 289/24) beim Bundesarbeitsgericht anhängig. Eine rechtskräftige Entscheidung liegt damit weiterhin nicht vor. Prof. Dr. Guérot wird in dem Verfahren durch die Rechtsanwälte Christian auf der Heiden und Tobias Gall vertreten.
Unabhängig vom konkreten Ausgang des Verfahrens wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf, die über den individuellen arbeitsrechtlichen Streit hinausgehen. Im Zentrum steht das Spannungsverhältnis zwischen arbeitsrechtlichen Loyalitätspflichten, wissenschaftlicher Freiheit und öffentlicher Kritik. Diese Fragen betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern die strukturellen Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Arbeit in institutionellen Kontexten.
Der Fall macht sichtbar, welche Wirkung arbeitsrechtliche Verfahren entfalten können, wenn komplexe fachliche Bewertungen ohne externe wissenschaftliche Einordnung vorgenommen werden und formale Maßstäbe gegenüber inhaltlichen Fragen in den Vordergrund treten. Solche Verfahren haben Signalwirkung, insbesondere für Wissenschaftler, die öffentlich forschen, publizieren oder kontroverse Positionen vertreten.
„Mir geht es nicht um die öffentliche Bewertung einzelner Gerichtsentscheidungen“, betont Prof. Dr. Ulrike Guérot. „Mich interessiert die grundsätzliche Frage, wie frei Wissenschaft in institutionellen Strukturen tatsächlich ist und welche Wirkungen arbeitsrechtliche Verfahren auf kritisches Denken und öffentliche Debatten haben.“
Auch aus juristischer Sicht wird der Fall nicht als rein individueller Konflikt verstanden. Rechtsanwalt Christian auf der Heiden erklärt: „Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens wirft der Fall Fragen auf, die über den Einzelfall hinausgehen. Es geht um die strukturelle Wirkung arbeitsrechtlicher Verfahren auf Wissenschaft und öffentliche Kritik. Genau diese Einordnung halten wir für wichtig.“
Der Rechtsweg ist nicht ausgeschöpft. Die Beteiligten setzen weiterhin auf eine sachliche und rechtsstaatliche Klärung. Die begleitende Kommunikation zielt nicht auf Eskalation oder Personalisierung, sondern auf eine nüchterne Einordnung der grundsätzlichen Fragen, die der Fall aufwirft.
***
Zu den juristischen Details der Nichtzulassungsbeschwerdebegründung erklären die Rechtsanwälte von Prof. Dr. Ulrike Guérot ferner:
Im Detail sind zusammengefasst u.a. folgende Rügen in dem 107-seitigen Schriftsatz angebracht worden: · Das Landesarbeitsgericht hat geglaubt, ohne eigene Fachkunde selbst ein wissenschaftliches Fehlverhalten der klagenden Hochschullehrerin feststellen zu können. Erforderlich wäre aber gewesen, ein politikwissenschaftliches Sachverständigengutachten zu dieser Tatsachenfrage einzuholen. Auch das hat das Landesarbeitsgericht prozessual pflichtwidrig unterlassen. · Professor Guérot ist ein Vorsatz unterstellt worden, ohne sie zuvor hierzu anzuhören. Dabei hat das Landesarbeitsgericht in freier Rechtsschöpfung einen „Anscheinsbeweis“ zugrunde gelegt, den es nach ständiger Rechtsprechung der Bundesgerichte für Vorsatz aber überhaupt nicht gibt. · Die Kündigung verletzt in bislang ungesehener Weise die vom Grundgesetz garantierte Wissenschaftsfreiheit (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG). Das Landesarbeitsgericht hat die verfassungsrechtliche Dimension gar nicht berücksichtigt und auch verkannt, dass die landesgesetzliche Regelung (§ 4 HG NRW), auf die es sich gestützt hat, wegen der Gesetzgebungsbefugnis des Bundes nichtig ist. · Die Argumentation des Landesarbeitsgerichts liefe – zu Ende gedacht – darauf hinaus, dass jeder wissenschaftliche Bewerber einen künftigen akademischen Arbeitgeber im Rahmen der von ihm selbst durchgeführten Einstellungsevaluationen auch auf mögliche Mängel seiner eigenen Qualifikation hinzuweisen hätte; das kann in Anbetracht dessen, dass das Prognoserisiko, einen geeigneten Bewerber einzustellen, nach gefestigter Rechtslage allein beim Arbeitgeber liegt, nicht überzeugen. · Das Urteil ist nicht zuletzt auch schon rein formell unrichtig: So hat das Landesarbeitsgericht grundlegend übersehen, dass die Kündigungserklärung nicht – wie gesetzlich erforderlich – schriftlich und auch ohne Abmahnung erfolgt ist. Außerdem war das Landesarbeitsgericht nicht ordnungsgemäß besetzt, weil eine ehrenamtliche Richterin gegen die Regeln der gerichtlichen Geschäftsverteilung „ausgetauscht“ worden ist.
Tobias Gall, Rechtsanwalt von Prof. Dr. Guérot: „Nach ausgiebiger Überprüfung des Urteils des Landesarbeitsgerichts Köln konnten zahlreiche zulassungsrelevante Rechtsfehler aufgedeckt werden. Die Anzahl und die Schwere der Rechtsverstöße sind erschreckend. Es ist schlechterdings nicht erklärlich, wie einem Arbeitsgericht zweiter Instanz eine solche Fülle von verfassungsrechtlich relevanten Verfahrensfehlern unterlaufen kann. Mit Blick darauf, dass konsequent alle Frau Professor Guérot günstigen Sach- und Rechtsfragen zu ihren Ungunsten beantwortet oder ignoriert worden sind, drängt sich notwendig der Schluss auf, dass das Urteil des Landesarbeitsgerichts auf sachfremden Erwägungen beruht. Wir Juristen sprechen dann von Willkür (Art. 3 Abs. 1 GG). Wenn solch ein Urteil „gehalten“ werden sollte und es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt, dann wäre nicht nur die Wissenschaftsfreiheit, sondern auch der Rechtsstaat in Gefahr. Ich habe aber Hoffnung, dass trotz der geringen statistischen zwischen 4 % und 11 % changierenden Erfolgsquoten von Nichtzulassungsbeschwerden, das Bundesarbeitsgericht korrigierend eingreift und eine Verfassungsbeschwerde unnötig macht.“
Kontakt (nur für Presse): Keine Anfragen an die Kanzleien der Rechtsanwälte; dort eingehende Anfragen bleiben ausnahmslos unbeantwortet. Presseanfragen sind ausschließlich zu richten an: presse@rechtsanwaltgall.de Die Kontaktdaten sind exklusiv für Anfragen der Presse vorbehalten.Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr und folgen Sie uns auf folgenden Kanälen:
Es folgt ein Aufruf zugunsten von Jacques Baud, den eine große Zahl von engagierten Menschen unterzeichnet hat. Hier ist auch der Link zum Aufruf: www.appeal-baud.com.
Mit ihrem jüngsten Sanktionspaket hat die EU den Militärhistoriker und ehemaligen Oberst der Schweizer Armee und des Schweizer Strategischen Nachrichtendienstes sowie Mitglied des Schweizer Generalstabs Jacques Baud mit Sanktionen belegt. Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger und lebt in Brüssel. Er darf Belgien nicht mehr verlassen, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, seine Konten sind eingefroren, seine Bücher dürfen nicht mehr verkauft werden.
Jacques Baud hat unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen gearbeitet. Er ist ein untadeliger Wissenschaftler und ein Ehrenmann. Seine Bücher erfüllen die höchsten Maßstäbe der fachlichen historischen Analyse. Er arbeitet strikt neutral nach dem Grundsatz: Beide Seiten müssen gehört werden.
Es ist kein Verbrechen, die wahren Gründe des Ukraine-Krieges zu nennen. Es ist kein Verbrechen, die Leser auf Unwahrheiten und die eigene Propaganda der EU und der NATO aufmerksam zu machen. Es ist kein Verbrechen, auf die gedankenlose Kooperation des Westens mit ukrainischen Kräften hinzuweisen, die eine gefährliche Nähe zu Faschisten aufweisen.
Der Ministerrat der EU zerstört mit willkürlichen Strafmaßnahmen gegen Jacques Baud und insgesamt gegen 59 Journalisten und Wissenschaftler die Grundlagen der Meinungsfreiheit.
Diese Sanktionen sind illegal und völkerrechtswidrig, denn sie wurden nicht durch den UN-Sicherheitsrat verhängt. Das Gutachten der ehemaligen Richterin am Europäischen Gerichtshof Prof. Dr. Ninon Colneric und der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Alina Miron von der Universität Angers zeigt, dass die zugrundeliegenden Rechtsakte auch gegen EU-Recht verstoßen. Die EU nutzt die Sanktionsliste als Instrument, Kritiker mundtot zu machen, und manövriert sich immer tiefer in einen Abgrund der Gesetzlosigkeit.
Wir rufen das Europäische Parlament, die Parlamentarische Versammlung des Europarates, den Deutschen Bundestag, die deutschen Landes- und Kommunalparlamente, das gesamte deutsche Volk und die Menschen in allen Ländern der Europäischen Union auf, den Zerstörern der Demokratie und den Kriegstreibern jetzt mit aller Macht entgegenzutreten.
Die Präambel des Grundgesetzes verpflichtet Deutschland, dem Frieden zu dienen.
Das Grundgesetz legt in Art. 5 fest: „Eine Zensur findet nicht statt.” Die Handlungen von EU-Kommission und EU-Rat stehen im Widerspruch zu unserem Grundgesetz. Wir fordern die Bundesregierung auf, gemäß ihrem Amtseid auf diesen ungesetzlichen Vorgang hinzuweisen.
Wir fordern die sofortige Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Jacques Baud sowie gegen alle Journalisten, Wissenschaftler und EU-Bürger.
Wir fordern Bundesregierung und EU auf, konstruktiv am Frieden in der Ukraine mitzuwirken und alle verfassungswidrigen Versuche einzustellen, den Krieg zu verlängern.
Erstunterzeichner:
Prof. Dr. Nima Rostami Alkhorshid, Bauingenieur, Universidade de Brasilia Dr. Michael Andrick, Philosoph und Schriftsteller Eva Maria Adler, Unternehmerin Beatrice Altman-Schevitz, Soziologin und Autorin Ilona Anders, Dipl. Ing., Projektmanagement TGA Hauptmann a.D. Ralf Anders, Projektmanager Prof. Dr. Robert Anderson, Amerikanist, University of New Mexico, Albuquerque, USA Patrik Baab, Publizist und Politikwissenschaftler Volker Braun, Schriftsteller Sebastian Bahlo, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes Gunter Baldauf, Geschäftsführer i.R. Cécile Barbier, Brüssel Peter Barret, Antarktisforscher, Wellington, Neuseeland Prof. Dr. Franco Battaglia, Chemiker, Università degli Studi di Modena e Reggio Emilia Hans Bauer, Rechtsanwalt Alexander von Bismarck, Unternehmer, Stendal Barbara Bodechtel, Dipl.-Med., IPPNW Prof. Dr. jur. habil Dr. rer. pol. Volker Boehme-Neßler, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Nel Bonilla, Sozialwissenschaftlerin Volker Bräutigam, Journalist und Autor Dr. Paul Brandenburg, Publizist und Arzt, Schweiz Prof. Dr. Lawrence Bridwell, Lubis School of Business, PACE University, New York, USA Mathias Bröckers, Publizist und Autor, Frankfurt a.M. Jon Brown, Drehbuchautor, USA Heinrich Bücker, Anti-War Café Berlin Max Blumenthal, Journalist und Dokumentarfilmer, USA Oberstleutnant i. G. a. D. Lic. Phil. Ralph Bosshard, Militärhistoriker Prof. em. Dr. Joseph O. Boyd-Barrett, Professor emeritus, California State University Channel Islands, USA Prof. Dr. Peter Brandt, Historiker und Publizist Michael Brie, Philosoph, Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung James W. Carden, Journalist und Autor, ehem. Berater im US-Außenministerium, USA Prof. Dr. Michael Jabara Carley, Historisches Institut, Universität Montreal, Kanada Richard Carter, Lehrer, USA Robert Cibis, Journalist, Berlin Hugo M. Connery, B. Sc., Hobart, Australien Alex Cox, Regisseur und Drehbuchautor, USA G. Bruce Currie, Concord, New Hampshire, USA Sevim Dagdelen, Publizistin, Bundesvorstand BSW Daniela Dahn, Schriftstellerin Oberstleutnant a.D. Daniel Davis, Träger des Bronze Star, USA Dr. Diether Dehm, Schriftsteller und Liedermacher Prof. Dr. Glenn Diesen, Politikwissenschaftler, Universität Südostnorwegen Jaroslav Daniska, Chefredakteur Marker.sk, Slowakei Nirmal Dass, Editor-in-chief, The Postil Magazine, Kanada Dr. Renate Dillmann, Bochum Eugene Doyle, Writer, Wellington, New Zealand Dr. Deepa Driver, Academic and Trade Unionist, UK Tino Eisbrenner, Musiker und Schriftsteller Prof. Dr. Heike Egner, Immunbiologin Ralf Eger, Filmemacher, München Major d.R. Wolfgang Effenberger, Autor und Publizist, Österreich Dr. Mihail Evans, Research Fellow, New Europe College, Bukarest Thomas Fazi, Autor, Italien Ruth Firmenich, MdEP, Politikwissenschaftlerin Dr. Heiner Flassbeck, Wirtschaftswissenschaftler, ehem. Staatssekretär im BMF Justus Frantz, Dirigent, Gründer des Schleswig-Holstein Musikfestivals Prof. Dr. Hajo Funke, Freie Universität Berlin Thomas Fasbender, Journalist Dr. Markus Fiedler, Soziologe Marcel Fischer, Radio Marabu David C. Fisher, Houston, Texas, USA Dr. Eva-Maria Föllmer-Müller, Psychotherapeutin, Schweiz Mattias Forsgren, Dissidentklubben, Stockholm Dr. Gunter Frank, Arzt und Autor Peter Frey, Blogger, Peds Ansichten Harald Friese, Historiker, Köln Elena Fritz, geopolitische Analystin George Galloway, Vorsitzender Workers Party of Britain, UK Dr. Daniele Ganser, Historiker und Publizist, Schweiz Prof. Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin und Publizistin Gabriele Gysi, Schriftstellerin und Regisseurin Bruce K. Gagnon, Global Network Against Weapons & Nuclear Power in Space Magda von Garrel, Politologin und Autorin J. R. Gipple, Des Moines, Iowa, USA Rolf Gössner, Völkerrechtler, ehem. Vorsitzender der Liga für Menschenrechte Prof. Dr. Vladimir Goldstein, Slavic Studies, Brown University, USA Hans-Wolff Graf, Dipl.-Psych., Dipl.-Päd., Vermögensverwalter und Journalist Urs Graf, Psychologe, Sirnach, Schweiz Tilo Gräser, Journalist, Berlin Marie-Christine Giuliani, Nationalrätin, Österreich Christoph Hein, Schriftsteller Norbert Häring, Publizist und Autor Dr. Gordon M. Hahn, Middlebury Institute of International Studies, USA Dr. Peter Hänseler, Publizist und Rechtsanwalt Prof. Dr. Chris Hann, ehem. Gründungsdirektor MPI für ethnologische Forschung Klaus Hartmann, Präsident der Weltunion der Freidenker Evelyn Hecht-Galinski, Sicht vom Hochblauen Heidrun Hegewald, Malerin und Grafikerin Prof. Dr. David Hendrickson, Politikwissenschaftler, USA Dr. Roger Higginson, Research Associate, University of Sussex, UK Elisabeth Hills, Memphis, Tennessee, USA Diana Hohenthal, Kunstmanagerin und Kuratorin Ulrich Hoppe, Freundschaft mit Russland e.V. Wolfgang J. Hummel, Rechtsanwalt, Berlin Dr. Friedrich Hinterberger, Vollmitglied Club of Rome Dr. Hannes Hofbauer, Historiker, Publizist und Verleger Prof. Dr. Stefan Homburg, Öffentliche Finanzen, Leibniz Universität Hannover Andrej Hunko, Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Larry Johnson, ehem. CIA-Analyst und Publizist, USA Hakan Julander, Schriftsteller, Stockholm Jutta Kausch-Henken, Schauspielerin, Friedenskoordination Markus J. Karsten, Verleger, Westend-Verlag Alexander King, MdA, BSW Dr. Lasha Kazradze, International Relations Analyst, Georgien Leo Keller, Managing Director, Blue Ocean SWS GmbH, Zürich Friedhelm Klinkhammer, Jurist Marcus Klöckner, Journalist und Autor Lucy Komisar, Investigative Journalist, New York, USA Dr. Christoph Krämer, Chirurg, IPPNW Volker Krannich, Projektmanager i.R. Egon Krenz, letzter Staatsratsvorsitzender der DDR Miriam Kühsel-Hussaini, Schriftstellerin, Berlin Prof. Dr. Dieter Klein, Wirtschaftswissenschaftler, Humboldt-Universität i.R. Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP Roger Köppel, Verleger und Chefredakteur Die Weltwoche Markus Kompa, Fachanwalt für Medienrecht Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, Journalistin und Hochschullehrerin Generalmajor a.D. Dennis Laich, US Army Dr. Anatol Lieven, Direktor Eurasien-Programm, Quincy Institute, USA Andrew Lowenthal, Gründer und CEO liber-net, Australien Prof. Dr. Pascal Lottaz, Universität Kyoto, Japan Marcel Luthe, Vorsitzender Good Governance Gewerkschaft Mertz Laakso, Dissidentclubben, Stockholm Roberto de Lapuente, Chefredakteur Overton-Magazin Gisela Liebe, Dipl.-Sozialwirtin, Schweiz Joe Lombardo, United National Antiwar Coalition, USA Dr. Hans-Georg Maaßen, Präsident des BfV a.D. Aaron Maté, Journalist, Kanada Ray McGovern, CIA-Analyst i.R., USA Prof. Dr. John J. Mearsheimer, Politikwissenschaftler, University of Chicago, USA Almuth und Uli Masuth, Kulturschaffende, Weimar Ursula Mathern, Merxheim Milosz Matuschek, Journalist, Schweiz Stefania Maurizi, Journalistin, Rom Jonathan McCormick, Journalist, Bratislava Dr. Krishen Mehta, Yale University, USA Prof. Dr. Michael Meyen, Medienforscher, Universität München Antje Meyen, Journalistin, München Steven Milosevski, Sydney, Australien Vernon Moat, Exeter, UK Dr. Amir Mortasawi, Arzt und Publizist Gisela von Mutius, Politologin Hans-Reimar von Mutius, Politologe Peter Mertens, Generalsekretär PVDA, Belgien Oberstleutnant a.D. Peter Misch, Verleger Albrecht Müller, Gründer Nachdenkseiten Burkhard Müller-Ullrich, Kontrafunk AG Mats Nilsson, Senior Analyst, Dissidentclubben Stockholm Agneta Norberg, ehem. Vorsitzende Friedensrat Schweden Haralampi G. Oroschakoff, Bildender Künstler und Schriftsteller Prof. Dr. Max Otte, Ökonom Stephan Ossenkopp, Publizist Dirk Pohlmann, Journalist und Filmemacher Prof. Dr. Nikolai Petro, University of Rhode Island, USA Didier Pfirter, Botschafter a.D., Schweiz Prof. Dr. Theodore A. Postol, MIT, USA Milena Preradovic, Journalistin, Österreich Prof. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler, Universität Hamburg Vladimir Palko, ehem. Innenminister, Slowakei Dr. Inge Pardon, Archivdirektorin a.D. Dr. Andreas Peglau, Psychologe und Psychoanalytiker Doris und George Pumphrey, Berlin Éva Péli, Journalistin, Berlin Hanrik Petersén, Schriftsteller, Stockholm Licia Ponno, Business Developer, Mailand Scott Ritter, ehem. UN-Waffeninspektor, USA Dr. Hauke Ritz, Philosoph und Autor Dr. Alexander Rahr, Osteuropa-Experte Arnulf Rating, Kabarettist Prof. Dr. Christopher Read, European History, UK Prof. Dr. Alastair Renfrew, University of Durham, UK Tom-Oliver Regenauer, Journalist und Autor Dr. Günter Rexilius, Psychotherapeut Torsten Rexin, stellv. Vorsitzender Deutsch-Russische Freundschaft Steffi Rist, Unternehmerin Jan Ristau, Rechtsanwalt und Publizist Prof. Dr. Geoffrey Roberts, Historiker Jesús Rodríguez-Espinoza, Chefredakteur Orinoco Tribune Coleen Rowley, FBI Special Agent a.D., USA Dr. Werner Rügemer, Publizist Darryl Rush, Singer-Songwriter, USA Theo Russell, Vorsitzender New Communist Party, UK Prof. Dr. Richard Sakwa, University of Kent, UK Michael von der Schulenburg, MdEP Vizeadmiral a.D. Kay-Achim Schönbach Gabriel Shipton, The Information Rights Project Lord Robert Skidelsky, House of Lords, UK Prof. Dr. Wolfgang Streeck, Max-Planck-Institut Gertrude Suscho, Club of Rome Österreich Dr. Jeffrey Schevitz, Soziologe, USA Peter Schindler, Rechtsanwalt, Wien Dirk Schmitz, Rechtsanwalt Major a.D. Dr. Lothar Schröter, Militärhistoriker Barbara Schwegler, Chirurgin, IPPNW Prof. Bernd Seegers, Stadtplaner Yves Smith, Financial Analyst Prof. Dr. José Catarino Soares, Linguist und Schriftsteller Anette Sorg, Nachdenkseiten Kayvan Soufi-Siavash, Journalist und Autor Oberfeldarzt d.R. Dr. Berthold Spahlinger Peter Stevkov, stellv. Chefredakteur Marker.sk Prof. Dr. Ola Tunander, PRIO, Norwegen Rosalie Tyler Paul, USA Raymond Unger, Schriftsteller und Künstler Gert Ewen Ungar, Journalist Ron Unger, US Marine Corps i.R. Prof. Dr. mult. Dr. h.c. mult. László Ungvári Aya Velazquez, freie Journalistin Gary Villapiano, Executive Producer Erika Vögeli, Psychologin Alexander Wallasch, Journalist Roger Waters, Musiker Elisabeth Fürstin zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee Margot und Willy Wahl, Seniora.org Prof. Dr. Harald Wallach, Psychologe Dr. Bettina Warwitz, Medizinerin Edelgard und Horst Weber, Landwirte Dr. phil. Tatjana Weber Kay Weir, Herausgeber Dr. John Howard Wilhelm, Osteuropa-Experte Julia Wille, Filmausstatterin Dr. Volker Wirth, Wirtschaftswissenschaftler Winfried Wolk, Künstler Russell Woodward, Lehrer i.R. Dr. phil. Dieter Weber, Diplomat a.D. Wenzel, Musiker und Autor Oberst a.D. Lawrence Wilkerson, USA Laura von Wimmersperg, Berliner Friedenskoordination Achim Winter, Journalist und Satiriker Flavio von Witzleben, Journalist
In diesem Blog werden montags selbst verfasste Gedichte veröffentlicht und je nach Anlass Gedanken übers Zeitgeschehen festgehalten. Im Ganzen behandelt der Blog Ansichten und Eindrücke über Politik, Gesellschaft, Alltag, Liebe und (Pop-)Kultur. Respekt, Hoffnung, Nachdenklichkeit, Friedensfähigkeit und Menschlichkeit werden diesen Blog kennzeichnen.