Deutschlandpremiere von „Ufer der Frauen“: Berührendes, fulminantes Moskauer Gastspiel

Die „Reise“ von Dortmund in die Stadt des Grimme-Preises, Marl, hat sich allemal gelohnt. Jetzt führen die Ruhrfestspiele das Zepter dort. Das Theater Marl ist eine der Spielstätten des größten europäischen Theaterfestivals. Gestern nun stand auf den Marler Bühne die Deutschlandpremiere von „Ufer der Frauen“ auf dem Spielplan. Ein Gastspiel vom  Vakhtangov-Staatstheater Moskau.

Spielort ist ein Café in Frankreich. Das sonore Tuten eines Dampfers aus der Ferne aktiviert schläfrige Kellner. Einige Tische und Stühle. Darüber drehen sich Ventilatoren. Rasch werden die Kellner zu dienstbaren Geistern. Und schon hat der unsichtbare Dampfer seine menschliche Fracht ausgespien. Fast wie Strandgut werden Frauen in unterschiedlicher Garderobe und aus den verschiedensten Klassen angelandet. Ersteigen samt ihrer verbliebenen, in Koffern und Taschen verstauten Habe dem Orchestergraben. Werden auf die Bühne geworfen, wo sie sich mehr oder weniger verloren umschauen.

Die Hoffnungen fahren gelassen

Es ist Zweiter Weltkrieg. Frauen aus allen möglichen Ländern und sozialen Milieus bevölkern die Bühne. Werden allmählich vertrauter mit der Lokalität. Sie befinden sich auf der flucht, andere wieder haben ihren Mann verloren und haben die Hoffnung nicht aufgeben, dass ihre Suche nach ihm am Ende erfolgreich sind wird. Andere Frauen haben offensichtlich alle Hoffnungen fahren gelassen. Sie drücken im Tanz ihre Verzweiflung aus. Teile eines sinnlos zerstörten Europas haben sie, selbst psychisch kaputt, vielleicht samt lieber Angehöriger und Geliebten panikartig hinter sich gelassen. Sie erwarten wohl keine Zukunft mehr. Überantworten ihr weiteres Leben, wenn man das denn noch so nennen kann, kommendem Schicksal. Hängen sich in ihrer Verzweiflung und dem Verlorenen nachtrauernd den Kellnern an den Hals. Dazu erklingen Chansons von Marlene Dietrich. Männer kommen und gehen. Einer wird in den Orchestergraben, respektive ins Meer, einen Fluss, geworfen.

Fulminantes Tanztheater

Die unterschiedlichsten weiblichen und männlichen Charaktere begegnen sich in kurzen oder längeren Bildern. Immer kurz abgeschlossen mit dem Ende einer Musikeinspielung. Die Bühne verqualmt und leicht düster blau. Nurmehr das monotone Flatsch-Flatsch der immerfort sich drehenden Deckenventilatoren ist zu hören.

Fulminantes Tanztheater erlebt man da. Welch Gesten, was für eine den jeweiligen Charakter der Darstellerin, dem Darsteller perfekt zeichnende – nie überzeichnende, was rasch peinlich wirken würde – ausgefeilte Mimik! Einige Minuten fühlte ich mich an den großartigen wortlosen Film „Le Bal – Der Tanzpalast“ erinnert. Aber „Ufer der Frauen“ ist kein befürchteter Abklatsch dieses Filmes. Allenfalls nimmt die ausgezeichnete Regie/Choreografie (Angelika Holina) – ob bewußt oder unbewusst – ganz leichte Anleihen, lehnt sich was die Zeichnung der köstlichen Charakere an diesen großartigen Streifen an. Große und kleinere Darsteller im freilich komisch wirkendem Kontrast zu einander in Szene gesetzt – dazu deren herrlich perfekt ausdrucksstark getanzten, bis winzigste Detail hinein erarbeiteten Charaktermerkmale. Man möchte aus seinem Zuschauersitz aufspringen und los jubeln. Zwischen den Szenen dann auch immer wieder Applaus. Dazu: Als Zuschauer ist man aus dem Alltag hineingezogen in diese hervorragende Inszenierung – geradezu hineingefallen in sie! Tief Berührend all das. Das hat was von Slapstick, von unfreiwilliger Komik. Aber dann doch auch wieder wohnt dem Ganzen eine zu Herzen gehende Melancholie inne. Die „Ureinwohner“ von Istanbul, Istanbuli genannt, dürfte das, was da durch das Moskauer Ensemble auf die Bühne gebracht wird in ihrer Wirkung mit dem Wort „hüzün“ (eine spezielle Melancholie, den Moloch der Bosporus-Metropole) kennzeichnen. Wie sagen wohl die Russen, die Moskauer dazu?

Pierre Cardin war beim Besuch einer Aufführung in Moskau sehr angetan

Pierre Cardin, so steht es im Programm der Ruhrfestspiele geschrieben, soll bei einem Theaterbesuch in Moskau so angetan von der Choreographie des Moskauer Vakhtangov-Ensembles gewesen sein, „dass er beim Applaus spontan auf die Bühne krabbelte, um sich bei den Akteuren zu bedanken. Am gleichen Abend noch kam ein Brief mit folgender Widmung: „In meinen Augen ist Marlene Dietrich eine Legende des zwanzigsten Jahrhunderts, eine bedeutende Frau und Künstlerin. Natürlich lässt es mich nicht unberührt, wenn ich so wie an diesem Abend meine, wieder ihre Stimme zu hören. Es war für mich heute sehr bewegend, die Lieder wieder zu erleben, die mir so vertraut und nahe sind.“

Ein perfekt aufeinander eingespieltes Ensemble

Immer wieder das Tuten des Dampfers zwischen den einzelnen Szenen. Das Flatsch-Flatsch der Ventilatoren an ihrem Schluss. Sehr gut gesetztes Licht all überall. Dazu die Kostüme, perfekt auf die Charaktere zugeschnitten. Zu Tränen fast gerührt ist man beim Tanz einer Frau, der von ihrem geliebten Mann nur noch der Mantel – ein Soldatenmantel – geblieben ist. Dazu der Gesang von Marlene Dietrich. Da drücken dann doch die Tränen. Am Stückschluss – das Theaterereignis läuft eineinhalb Stunden ohne Pause – dann sind bedrohlich klingende Stiefeltritte zu hören. Erschrecken und Furcht in den Gesichtern der Darstellerinnen und Darstellern auf der Bühne: Sie sind von Grauen eingeholt worden!

Einzigartig. Ein perfekt aufeinander eingespieltes Ensemble mit großartigen solistischen Leistungen und großen Emotionen. Das ist wirkliches Tanz-Theater! Ein Schau-Spiel von beachtlicher Art dazu.

Möge der Faden der Kultur zwischen Russland und Deutschland nicht reißen

Und: passt das Stück nicht so gut erschreckend auch in unsere krisenhafte Zeit? Wo der Kalte Krieg wieder auferstanden zu sein scheint. Wie sagte doch Egon Bahr warnend vor einiger Zeit: „Wir leben in Vorkriegszeiten.“ Dank an die Ruhrfestspiele, dass sie diese brillante Inszenierung eingeladen haben. Die Achse Moskau-Marl funktionierte! Möge wenigstens der Faden der Kultur zwischen Russland und Deutschland nicht abreißen. Wenn schon herrschende Politik in Brüssel und leider auch in Berlin dafür gesorgt hat, dass von den selbst im vormaligen Kalten Krieg in der Ära Brandt geknüpften gar nicht mal so schlechten Beziehungen zwischen beiden Ländern einiges an Porzellan bereits angeschlagen – hoffentlich nicht zerschlagen – ist.

Bis Pfingstmontag noch im Theater Marl

Das Vakhtangov-Staatstheater Moskau spielt das Stück noch zweimal in Marl. Heute ab 19 Uhr, morgen und auch am Pfingstmontag jeweils um 18 Uhr. Vielleicht gibt es ja noch Karten? Ich kann die choreographische Komposition nach Liedern von Marlene Dietrich in der Regie und Choreographie von Angelika Holina nur wärmstens empfehlen. Spasiba Vakhtangov-Staatstheater! Danke Ruhrfestspiele! Extraordinär. Meine „Reise“ von Dortmund nach Marl hat sich mehr als gelohnt.

Das Theater Marl am Abend; Foto: Claus Stille

Das Theater Marl am Abend; Foto: Claus Stille

Deutschlandpremiere

„Ufer der Frauen“ (kurzes Video via Ruhrfestspiele/Youtube)

Bühne: Marius Jacovskis

Kostüme: Juosas Statkevichus

Es tanzen: Ensemblemitglieder des
Vakhtangov-Staatstheaters Moskau

Im Theater Marl bei den Ruhrfestspielen

Geheimdienstsumpf BRD – Mit Leichen im Keller leben?

Ja, zum Donnerwetter! Haben wir Deutschen denn überhaupt keine Selbstachtung, geschweige denn einen Arsch in der Hose?! Geht uns so etwas wie ein Schamgefühl völlig am selbigen vorbei? Wie drückte sich doch einst Sir Winston Churchill aus: „Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“ Womöglich lag der Mann mit seiner Einschätzung gar nicht so falsch?

Leichen im Keller

In unserer Republik stinkt es widerlich aus allen Ritzen. Und zwar von unten her. Die Bundesrepublik hat zeit ihres Bestehens Leichen im Keller. Und irgendwann riechen die eben. Es gibt einen gewaltigen Geheimdienstskandal. Die, wie etwa die NSA kann in Deutschland spionieren wie und wo sie will. Dass unser BND, ohnehin ein Kind des US-amerikanischen Geheimdienstes, dem seit Anbeginn zu Füßen liegt und gar als Filiale des US-Dienstes fungiert ist für Experten wie Erich Schmidt-Eenboom und Menschen, die eins und eins zusammenzählen können, ist das auch nicht neu.

Nur die deutsche Bundesregierung tut so, als wisse sie nichts davon. Auf Anfragen wird abgeblockt. Ja, und auch gelogen, dass sich die Balken biegen. Man muss sich doch nur mal die Bundespressekonferenz anschauen und wie sich dort  Regierungssprecher Steffen Seibert windet! Den anwsenden Vertretern der  Presse (Vierte Gewalt!) wird rotzfrech die Auskunft verweigert. Es nicht bekannt, ob Seibert bereits Magengeschwüre bekommen hat von seiner Arbeit Lautsprecher der Regierung. Aber der einstige ZDF-Mann dürfte ja immerhin  gut bezahlt dafür sein, Presse und Volk an der Nase herumzuführen, zu belügen. Und wir lassen uns das gefallen?

Eine Staatskrise? Ja. Interessiert es jemanden?

Dass nun herauskam, dass es offenbar gar kein No-Spy-Abkommen mit den USA – geschenkt! Der Sumpf wird nur immer tiefer. Der Skandal größer. Eine Staatskrise? Ja. Interessiert es jemanden? Kaum. Was ein weiterer Skandal ist. Die Regierungsdeutschen zu Füßen der „Partner“ (Freunde sagt man schon gar nicht mehr) in Washington. Sie dürften doch aus dem ganzen Sumpf kaum noch mit dem Köpfen herauslugen! Ihre ganze Kraft verwenden sie darauf, sich aus dem ganzen Schlamassel heraus zu lügen! Wie lange noch wird es ihnen gelingen? Solange es ihnen die Demokratie samt Presse durchgehen lassen. Eigentlich gehörten sie längst aus dem Tempel gejagt. Mit Schimpf und Schande!

Hoffnung SPD? Die ist ja „am Arsch“!

Ist in Gestalt der SPD und Generalsekretärin Fahimi Hoffnung und zupackendes Handeln zu entdecken? Immerhin bezichtigen Spitzenvertreter der SPD den Regierungspartner seit Tagen der Lüge. Mehr als ein Drohen mit dem Zeigefinger ist das wohl nicht. Die SPD hat sich so gut wie abgeschafft, ist „am Arsch“, wie Sahra Wagenknecht kürzlich über die einst sozialdemokratische Partei sagte. Wollten sie wirklich etwas tun, müsste Gabriel mit der Faust auf den Tisch hauen und die Groko verlassen! Aber steht dies zu Erwarten? Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.

Denn die alte Tante SPD wird mit ziemlicher Sicherheit selbst Dreck am Stecken haben. Was ist etwa mit der „Grauen Effizienz“, dem früheren Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier, als Geheimdienstkoordinator unter Schröder? Ist der etwa sauber geblieben? Oder war Steinmeier – wie man ihm nachsagt – besonders effizient. Wenn der Sozialdemokrat nun auch vom Untersuchungsausschuss geladen würde? Steinmeier dürfte mehr Dreck am Stecken haben, als nur den Fall Murat Kurnaz. Das ist jener  Bremer Türke, den er hat auf Guantanamo länger  vor sich rotten lassen, als das nötig gewesen wäre.

Gewiss auch Brandt unter Zwang

Überhaupt gründen die Probleme tiefer. Begonnen hat die ganze Chose bereits vor der Gründung der BRD. Was man noch verstehen kann, weiß man doch, was Deutschland unter Hitler verbrochen hat! Sogar Willy Brandt als Bundeskanzler hat wohl am Tun amerikanischer Dienste nichts zu ändern vermocht.  Das betrifft alle bundesdeutschen Kanzler ab 1949. Immerhin hat Brandt Anstand besessen und ist wegen der Guillaume-Affäre zurückgetreten. Was bedauerlich und schmerzlich Viele gewesen ist. Und heute, wo der Skandal die Grundfesten der Bundesrepublik erschüttern müsste – da passiert nichts. So viel zu den immer so groß beschworenen Werten, die es zu verteidigen gelte.

Merkel lässt Seibert lügen, doch erstere bringt keiner mit der Regierung in Verbindung

Und Angela Merkel, die allseits so beliebte Kanzlerin der Herzen – die wird es doch richten? Da lachen ja die Hühner! Heribert Prantl auf Süddeutsche.de. sagt: ‎Merkel‬, die sich immer grundehrlich gebe, ist nicht ehrlich. Merkels Auftritte aus dem Jahr 2013 wirkten aus der heutigen Sicht “beinahe frech”. Gegolten habe doch immer “No Interest” statt “No-Spy-Abkommen”. Merkel habe nicht nur nichts getan, sondern auch noch vorgegaukelt, etwas zu tun. Was “Wählerbetrug” zu nennen sei. Prantl: Es war nicht bestes Wissen und Gewissen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe es lange geschafft, sich als aufrichtig darzustellen. Die BND-Affäre zeige ein ganz anderes Bild. „Man hat gelogen und lügen lassen“, so Prantl. Wozu ist denn der Seibert da?! Der kriegt ja Schmerzensgeld dafür.

Doch der in der Sowjetunion studiert habende Physikerin Merkel gelingt es wie immer auch hier zu entschlüpfen. Der Kabarettist Volker Pispers bringt auf den Punkt, warum:

„In einer Umfrage fanden 70% die Regierung beschissen und 70% die Merkel gut. Die bringen Merkel gar nicht mit der Regierung in Verbindung!“

Digitalcourage hat für die Regierung schon mal ein Rücktrittsgesuch vorformuliert

Hat Angela Merkel nicht längst ihren Amtseid („Schaden vom deutschem Volk abzuwenden“) gebrochen? Gehörte sie nicht längst zurückgetreten? Dazu der Verein Digitalcourage e.V. aus Bielefeld:

„Ausspähen unter Freunden. Das geht gar nicht“ sagte Angela Merkel
2013 während der NSA-Affäre und jetzt ist die Politik- und
Wirtschaftsspionage des Bundesnachrichtendienstes in Europa
aufgeflogen. Gleichzeitig will der BigBrother-BND 300 Millionen Euro
mehr für seinen Spionagehaushalt und er will in Zukunft anlasslos auch
soziale Netzwerke ausspionieren.

 

Für seine Praktiken und Absichten hat der BND, vertreten durch den
Überwachungs-Präsidenten Gerhard Schindler, einen BigBrotherAward
erhalten. Die vorausschauend treffsichere Laudatio hielt Dr. Rolf
Gössner.

Inzwischen erschüttert die BND-Affäre die große Koalition – leider
bisher ohne Konsequenzen.Um es der Regierung etwas leichter zu machen,
haben wir ein Rücktrittsgesuch vorformuliert.

 

BigBrotherAwards: Die Machenschaften des BND (Video)

Rolf Gössners BigBrotherAward-Laudatio auf den BND

Geheimdienst-Affäre: Digitalcourage hilft beim Rücktritt“ und erhebt den Schuh.

Die Fragen bleiben

Ja, liebe Leut‘, der bundesrepublikanische Sumpf ist schon verdammt tief. Wer weiß schon, wer künftig noch so alles hinein glitscht? Weiter lügen mit Seibert und eine Merkel, die sich heraushält – das wird nicht ewig gut gehen. Es riecht ja bereits aus vielen Ritzen. Auch wenn sich noch zu wenige von uns die Nasen zuhalten oder wenigstens rümpfen: Eine Staatskrise, ja: die dürften wir bereits haben. Nur müssen wir das endlich wahrhaben! Was wehtun wird. Aber ein teilweise auf einem Lügengebäude Regierungswesen wird irgendwann zum gefährlichen Unwesen.

Warum wir den ganzen Skandal haben, erläutert der Historiker Josef Foschepoth u.a. sehr gut in einem Tagesschau-Interview.
Foschepoth sagt dazu auch einiges in seiner Rede „Überwachungsstaat Deutschland 1/2“ bei der Verleihung des Wistleblower Awards an Edward Snowden.

Was bleibt uns zu sagen übrig? Geht uns das alles so überhaupt nichts an? Die eingangs gestellten Fragen bleiben bestehen: Haben wir Deutschen denn überhaupt keine Selbstachtung, geschweige denn einen Arsch in der Hose?! Geht uns so etwas wie ein Schamgefühl völlig am selbigen vorbei?

Stéphane Hessel würde uns ein „Empört euch!“ zurufen, Rainer Kahni redet uns mit einem „Wehrt euch!“ ins Gewissen und mit Immanuel Kant bleibt es beim „Sapere aude!“ – befreit euch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Oder sagen wir uns: Schwamm drüber. Weiter lügen mit Seibert und Merkel? Es liegt in unserer Hand, Sir Winston Churchills Einschätzung der Deutschen entschieden zu widerlegen.

GEMA Youtube: Wer ist die Henne, wer das Ei? Und was steht auf dem Etikett?

Empfehlung!

Avatar von Bruno KrammBruno Kramm

Katz und Mausspiel im GEMA Youtube Streit, neue Episode – Jeder hat Recht, bezogen auf die eigene Auffassung. Und eigentlich geht es ja nur um den Text der Sperrtafeln. Doch dieser Text ist natürlich der subtile Versuch Deutungshoheit in der Sache der Sperrungen zu behalten. Ich habe mir deshalb erlaubt eine Tafel zu gestalten, die den eigentlichen Grund der Sperrung auf den Punkt bringt: „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar, weil das Urheberrecht noch immer nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist..“

Wie auch immer: Die Sperrungen bleiben bestehen, bis auf weiteres vor dem DPMA.

Zugegebenermaßen steht das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz aus Deutschland auf der Seite der GEMA. Stichwort: Kontrahierungs-Zwang und GEMA Vermutung. Auf der Seite Youtubes steht ein global empfundenes Internetrecht das auf nationale Barrieren stößt. Klar, das die GEMA sagt, sie sind nicht die Schuldigen der Sperrung, denn das Recht verlangt ja ein Lizenzierung die mit einem entsprechenden Tarif bezahlt…

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Dortmund: 6. Afro-Ruhr-Festival vom 29. bis 31. Mai mit vielen Begegnungsmöglichkeiten und tollen Gästen

culcha-candela

Die Schirmherren vom Afro-Ruhr-Festival: Culcha Candela; Foto via Afro-Ruhr-Festival.

Nun findet in Dortmund bereits zum sechsten Mal das Afro-Ruhr-Festival statt. Die erste Auflage ging 2010 im Westfalenpark über die Bühne. In diesem Jahr findet es vom 29. bis zum 31. Mai im Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt statt. Auf diese Weise ist man auch gegen jedwede Wetterkapriolen gerüstet. Überdies ist das Kulturzentrum auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar: Es befindet sich nahe dem Hauptbahnhof. Die U-Bahnstation „Leopoldstraße“ liegt direkt vor der Eingangstür.

Neues Konzept: Basar und Rahmenprogramm von reinen Konzertveranstaltungen getrennt

Logo des Festivals.

Logo des Festivals.

Laut Pressemeldung der Veranstalter erwartet die Besucher „ein langes afrikanisches Wochenende mit Livemusik, Party, Basar, Workshops und Aktivitäten für Groß und Klein. Es ist eingebettet in ein vielfältiges, längerfristiges Rahmenprogramm mit verschiedenen Veranstaltungsorten innerhalb der Stadt.“

Mit verändertem Konzept verspricht man sich „den Wünschen und Bedürfnissen der Zielgruppe besser gerecht zu werden“ Erreicht werden soll das, indem diesmal Basar und Rahmenprogramm von den reinen Konzertveranstaltungen entkoppelt präsentiert werden. Burkhard Rinsche vom Kulturbüro der Stadt Dortmund dazu: „Damit schaffen wir ein niederschwelliges Angebot für alle, die sich für die Kultur des bunten Kontinents Afrika interessieren“ und hofft den Kreis der Afrika-Interessierten zu erweitern. „Vielfalt gemeinsam genießen“, so möchte Veye Tatah vom Verein Africa Positiv e.V. und Chefredakteurin von „Africa Positive“ das Treffen von Afrika und Europa verstanden wissen.

Hochkarätige Künstler – Schirmherren: „Culcha Candela“

Hugh Masekela; Copyright: GRIOT GmbH.

Hugh Masekela; Copyright: GRIOT GmbH.

Was erwartet die Besucher des Festivals noch? „Der Afrika-Basar mit Kunsthandwerk, Informationsständen und kulinarischen Spezialitäten ist jeweils bis 18:00 Uhr geöffnet. Parallel werden Workshops und Aktivitäten angeboten, die zum Mitmachen, Lernen und Staunen einladen. Anschließend übernimmt ab 19:00 Uhr die Live-Musik die Bühne des Dietrich-Keuning-Hauses. Wie in den Vorjahren können sich die Musikfreunde auch 2015 auf eine Riege hochkarätiger internationaler Künstler freuen, die in Kooperation mit dem WDR Funkhaus Europa präsentiert werden.“ Aus dem Kongo ist die Gruppe “mbongwana star” zu Gast in Dortmund. Hugh Masekele, Pionier des Jazz und der Weltmusik reist aus Südafrika an. Die Schirmherren der Veranstaltung, Culcha Candela, sind angekündigt. Sie werden ihren Fans Autogramme geben.

Alle Konzerte auf Funkhaus Europa

Funkhaus Europa sendet alle Konzerte vom Afro Ruhr-Festival zwischen dem 15. bis 19.06 täglich ab 23:00 Uhr.

Moderate Eintrittspreise für den Basar

Der Eintrittspreis für den Basar beträgt zwei Euro. Tickets für die Konzerte und Clubmusik-Veranstaltung können an der Abendkasse und an den Vorverkaufsstellen zu den jeweils angegebenen Preisen erstanden werden. Der gleiche moderate Obulus ist bei den nachmittäglichen Veranstaltungsreigen wie Autorenlesung, Workshops, Infoständen, Kunstausstellung und Kinderprogramm und dem Lesewettbewerb „Afrikanische Märchen“ zu entrichten. Kinder bis zum Alter von 6 Jahren haben freien Eintritt.

Veranstalter ist der Dortmunder Verein Africa Positive

Der Verein gibt auch das in Dortmund produzierte Magazin „Africa Positive“ heraus. Chefredakteurin Veye Tatahs Intension dabei: Ein differenziertes Afrika-Bild vermitteln. Was ja oft in Presse und Medien nicht oder nur äußerst selten stattfinden. Vielmehr wird Afrika pauschal in Verbindung und zumeist in Verbindung mit Katastrophen und Armut erwähnt. Wenig Menschen dürften wissen, dass in Afrika aus 54 Nationen besteht und durchaus auch Erfolgsgeschichten zu erzählen wären. Chefredakteurin Veye Tatah mahnte u.a. mit einem Leserbrief zu den Fußball-Weltmeisterschaften anhand eines konkreten Beispiels eine künftig differenziertere Berichterstattung seitens der deutschen Presse an.

Bunte Vielfalt des afrikanischen Kontinents zeigen

Anliegen der Veranstalter vom AFRO RUHR FESTIVAL ist es ein weiteres Mal, die bunte Vielfalt des afrikanischen Kontinents zu präsentieren.

Während des gesamten Festivals treffen sich auf lebendige Weise afrikanische und europäische Traditionen, Menschen mit multikulturellen Hintergründen. Filme, Ausstellungen, Lesungen und Theatervorführungen finden in Kooperation mit unseren verschiedenen Partner an den unterschiedlichen Veranstaltungsorten statt.

6. AFRO RUHR FESTIVAL-WOCHENENDE 2015 vom 29. – 31.5.2015
Ort:
Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstraße 50-58, 44147 Dortmund

Öffnungszeiten Afrika-Basar:
Fr. 29. Mai, Sa. 30. Mai, So. 31. Mai 2015, jeweils vom 12:00 Uhr – 18:00 Uhr

Abendprogramm / Live Musik und AFRO RUHR Partynight

Fr. 29. Mai, Sa. 30. Mai, So. 31. Mai 2015, eweils 20:00 Uhr und 22:00 Uhr

Veranstalter:

Africa Positive e.V.; Geschwister-Scholl-Str. 33 – 37, 44135 Dortmund.

Email: info@africa-positive.de
Website
Tel.: +49 (0)231 79 78 590; Fax: +49 (0)231 7 25 92 735

Jochen Malmsheimer mit „Wenn Worte reden könnten“ bei den Ruhrfestspielen – Waaahnsinn!

Jochen Malmsheimer bei den Ruhrfestspielen im Theaterzelt. Alles andere als ein „Event“ – nein, ein Ereignis! Und das auch noch am 8. Mai, dem „Tag der Befreiung“. Leider noch immer kein gesetzlicher Feiertag. Malmsheimer aber im Theaterzelt macht mit seiner Vortragskunst daraus ein Feier – Tag für die Sprache! Doch zunächst bringt Jochen Malmsheimer eine Art „Waschzettel“ mündlich rüber. Der sagt aus, wie der Meister des gesprochenen Wortes sich den reibungslosen Ablauf des Abend so vorstellt. Besitzern mobiler Telefone räumte er noch die Möglichkeit ein, ihre Geräte auszuschalten. Die nennt er „Genuss spendende Vibrationsgeräte“. Und schon raschelt und wuselt es an doch ziemlich vielen Plätzen: mann/frau tut, wie Malmsheimer sie geheißen. Der nämlich versteht da kein Spaß: Einschneidende Sanktionen sind angedroht: „Sollte es zirpen und Sie sind kein Arzt, werden Sie zum Teil der Vorstellung. Und das finden andere total komisch.“ Der Laie staunt und der Fachmann in Sachen Zuschauen wundert sich: bis zum Schluss der Darbietung zirpt keines dieser „Genuss spendenden Vibrationsgeräte“!

Lambrusco für DM 1.98 und ein Druckknopf, der für eine sexuelle Erregung gehalten wurde

Und schon geht der Parforceritt über Stock und Stein durch die so reichhaltige Themenwelt. durch die Welt der Sprache. Hoch fliegt Malmsheimer dahin, verirrt sich auch einmal verbal durch eine Limbostange hindurch. Nichts ist dem Zufall überlassen. Und wir als Publikum, die meisten in Malmsheimers Alter oder älter – kennen da manches wieder. Etwa die ersten Partys, die wie Malmsheimer sich mit uns erinnert, ja damals noch Feten hießen. Und meist in speziell für Festivitäten ausgebauten Kellern bei Mitschülern stattfanden, deren Eltern verreist waren. Die Eltern hatten die köstlichsten Tropfen hatten wohlweislich gesichert – ging es rund.

Knutscherei „auf bewohnten Federkern-Matratzen“ zur aus dem Radio aufgenommener Musik aus Kassettenrekordern. Die Musik ständig von Verkehrsmeldungen unterbrochen!

Pubertäts-Beobachtungen vom Feinsten folgen. Übelster Fusel – ’ne Pulle Lambrusco, zwei Liter für 1,98 DM! – und der obligatorische Nudelsalat. Zustimmende Raunen im Zeltrund. Dann „Druckbetankung“, um die Schüchternheit gegenüber den anwesenden Mädchen zu überwinden. Und Jung-Malmsheimer erinnert sich noch an die Zeit des Erwachens sexueller Lüste als sei es erst gestern gewesen, die Härte eines Druckknopf an der Kleidung des für ein erstes Sexabenteuer ins Auge gefassten Mädchens für dessen sexuelle Erregung gehalten zu haben. Peinlich.

„Der erste Sex“, resümiert Malmsheimer unterbrochen ausgerechnet von „Verkehrs-“meldungen!, „wird von vielen total überschätzt und wurde von meiner damaligen Partnerin als solcher gar nicht erkannt.“ Aber ständig erinnere man sich an den ersten Sex, der selten etwas Schönes hatte. Ja…

Dann kam, was kommen musste: Der Fusel und der mit einem gehörigen Klecks Majonnaise beklacksten Nudelsalat hatten sich im Mageninneren von so manchem – eigene Erinnerungen steigen auf! – zu einem explosiven Gemisch entwickelt. Und wollte – fapp – schnellstens ins Freie. Entschied sich mit Blick Richtung des wenig appetitlich anmutenden Hinterausgangs für den oben. Und flutsch – plopp, plätscher war die Chose da. Sauerei. Und was für eine!

Ruhrpott-Omma mit drei „m“

Dann die Ruhrpottweisheiten der Ommma. Ja, natürlich mit drei „M“! Ihr Wahlspruch: „Früher war alles besser.“ Weil: „Wir hatten ja nichts früher.“ Da zucke auch ich als einst in den Westen gekommener Ossi auf: Das geht runter – die also auch!

Alles köstlich alles schön. Die Augen müssen Wasser lassen. Das geht ab wie Schmidts Katze!

Nichts kann „Sinn machen“ – nichts

Und manch Zuschauer zuckte wohl leicht schuldbewusst innerlich auf, als Jochen Malmsheimer klarstellte, dass nichts „Sinn machen“ könne. Eine Seuche heutzutage, die mir persönlich ebenfalls auf den Geist geht! Und sich in immer mehr Gespräche, die man gezwungen ist, zu führen eingeschlichen hat. „Das würde Sinn machen!“ Offenbar kommt dieser Blödsinn aus dem Englischen oder Amerikanischen: make sense. Und unsere sogenannte Qualitätspresse und diverse Fernsehheinis haben das in „Sinn machen“ übersetzt – und jeder quakt es nach. Richtig, Malmheimer: Es kann nur etwas Sinn ergeben, nichts aber auch gar nichts Sinn machen. Es ergibt wirklich Sinn, dass Malmsheimer sich um einer vernünftige Ausdrucksweise und die Anhebung des Niveaus der deutschen Sprache müht.

Das Programm läuft ohne zu haken rund

„Wenn Worte reden könnten oder 14 Tage im Leben einer Stunde“ ist das von Jochen Malmsheimer in Recklinghausen dargebotene Programm. Und wie die Worte mit und durch den Akrobat der Sprache reden! Im zweiten Teil gegen Ende des Programms. Wo sich die Worte, Pronomen, Verben, Substantive und das ganze andere Gschwirl in einer Kneipe – wo sie sich regelmäßig einfinden – durch- und übereinander reden. Und sich auf verschiedenste nicht unbekannte Weise vergnügen, sich verbal prügeln oder manche Wortgenossen, rassistisch eingestellt,  etwas gegen Fremdwörter haben – das ist einfach schön verrückt, zum Piepen komisch, die Tränendrüsen zur Produktion veranlassen. Der reinste Wahnsinn! Das Programm läuft ohne zu haken rund. Wie ein Weberschiffchen fährt Malmsheimer durch die Themen und holt allerhand aus ihnen hervor. Warum mehr erzählen? Selber zu Jochen Malmsheimer hin! Sehen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wo sie den Mann erwischen können. Auf Malmsheimers Website wird Ihnen geholfen.

Zur Person

Jochen Malmsheimer, geboren am 27. Juli 1961 in Essen, ist ein stimm- und wortgewaltiger deutscher Kabarettist. Aufgewachsen in Bochum. Sein Studium der Germanistik und Geschichte brach er zugunsten einer Buchhändlerlehre ab. Mit Frank Goosen, der ebenfalls am Bochumer Gymnasium am Ostring das Abitur machte, bildete er in den 1990er-Jahren das Duo Tresenlesen.

NACHTWÖLFE – Beschwerde zum Kommentar von Michael Watzke

Leseempfehlung!

Avatar von PublikumskonferenzDie Propagandaschau

Der ehemalige ARD-Redakteur und wortgewaltige Mitstreiter Volker Bräutigam hat mal wieder eine deutliche formale Beschwerde auf den Weg gebracht – diesmal gegen den Deutschlandfunk zum Kommentar von Michael Watzke, der sich in abfälligster Weise über russische Staatsbürger äußerte. Ob hier explizit der Tatbestand der Volksverhetzung vorliegt, sollte ein Staatsanwalt klären.

Herrn
Intendant Dr. Willi Steul
Deutschlandradio
Raderberggürtel 40
50968 Köln

via E-Mail willi.steul@deutschlandradio.de

mit der Bitte um Weiterleitung zuständigkeitshalber an
Herrn Frank Schildt, Vorsitzender des Hörfunkrates
Frau Doris Krönig, Vorsitzende des Programmausschusses

Programmbeschwerde.

Hier: DLF-Kommentar „Umstrittenes Weltkriegs-Gedenken – Kremltreue Rocker-Gruppe spricht von Russenhass“, DLF Aktuell, 26.04.2015

Sehr geehrter Herr Intendant Dr. Steul, sehr geehrte Damen und Herren des DLF-Hörunkrates,

hiermit erhebe ich förmlich Programmbeschwerde gegen die Ausstrahlung des o.g. Kommentars. Explizit begründe ich das mit den Schlussbemerkungen des Kommentators Michael Watzke:

Haltet die Nachtwölfe nicht auf, sondern macht ihnen den Weg frei. Immerhin können sie von München nach Berlin auf…

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24. Pleisweiler Gespräch mit Dr. Werner Rügemer

Die NachDenkSeiten sind für viele Menschen längst zu einer unverzichtbaren, täglich genutzten Institution geworden. Nämlich als kritische Website und Gegenöffentlichkeit herstellender David wider der veröffentlichten Meinung und den Goliaths der Mainstreammedien. Anfang 2015 informierten sich täglich über 80.000 Menschen auf den NachDenkSeiten. Monatlich wird die kritische Website im Durchschnitt von 9 Millionen Nutzern aufgerufen.

Hohen Zuspruch finden inzwischen auch die in der Gemeinde Pleisweiler-Oberhofen veranstalteten „Pleisweiler Gespräche“. Die Veranstaltungsreihe existierte jedoch bereits lange vor der Gründung der NachDenkSeiten: seit 1986. Dazu hier mehr. Die 2003 ins Leben gerufenen NachDenkSeiten wurden übrigens in Pleisweiler entwickelt und sind ebendort beheimatet.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten waren bislang zu Gast

In den letzten Jahren waren dort hochkarätige Referentinnen und Referenten zu Gast. Unter anderen Willy Wimmer (CDU(, Norman Birnbaum und Sahra Wagenkneckt (DIE LINKE). Es ist gute Tradition geworden die Gespräche auf Video aufzuzeichnen. Hier ein kleiner Rückblick auf die letzten Gespräche.

24. Pleisweiler Gespräch mit Dr. Werner Rügemer

Kürzlich hatten die Pleisweiler Gespräche Dr. Werner Rügemer zu Gast und 300 Interessierte angezogen. Rügemers Spezialgebiete sind laut Selbstauskunft „Privatisierung, internationale Kapitalverhältnisse, Unternehmenskriminalität, Korruption und die neoliberale Umgestaltung der Gesellschaft, ihrer Produktionsweise und Arbeitsbeziehungen“.

Der Mitherausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, zitiert wörtlich  aus Rügemers Manuskript:

„Die heute von der Supermacht USA angestrebte Neue Weltordnung gebiert ständig neue tatsächliche und fiktive Feinde, Kriege und kriegsähnliche Konflikte. Diese Weltordnung gebiert im gleichen Zuge unendliche Armut und Machtlosigkeit für viele und unendlichen Reichtum und Macht für wenige. Diese Weltordnung untergräbt Moral, Menschenrechte und Demokratie.Die notwendige Alternative dazu ist eine Neue Weltordnung der gleichberechtigten Kooperation zwischen Staaten, Unternehmen und Individuen. Das wesentliche Kriterium dafür ist gegenwärtig die Kooperation ohne militärische Begleitung und Drohung.“

Müller: „Eine Illusion? Wenn eine Illusion, dann eine für viele Menschen tödliche. Das wollen wir nicht. Auch deshalb das politische Engagement so vieler Menschen.“

Die Videos von Vortrag Rügemers in Pleisweiler-Oberhofen und von der anschließenden Diskussion sind nun verfügbar. Ich möchte sie meine verehrten Leserinnen und Lesern unbedingt empfehlen.

Demnächst zu Gast ist die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD)

Die nächsten „Pleisweiler Gespräche“ werfen bereits ihren Schatten voraus. Sie werden am Samstag, den 4. Juli 2015 um 13:00 Uhr beginnen. Zu Gast wird die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sein. Die Moderation übernimmt die Autorin Wibke Bruhns.

Bahnstreik: ZDF recherchiert sich aufs Abstellgleis

ZDF schob Zuschauer auf’s „tote Gleis“ …

Avatar von DokDie Propagandaschau

„Was ist vorgefallen, dass Bahn und GdL derart miteinander umgehen?“,wollte das ZDF angeblich wissen und sendete einen Beitrag, der die Zuschauer wieder einmal auf ein totes Gleis führte. Ein lesenswerter Blogbeitrag auf „Demokratie reloaded“:

DemokratieReloaded525

„Was ist bloß schiefgelaufen?“, fragt das ZDF ab Minute drei der Spätnachrichten vom 6. Mai und findet keine Antwort. Stattdessen liefert Britta Jäger einen süffisanten Beitrag voll altbekannter Floskeln: „Ja, es nervt“, ein Streik, bei dem es „noch nicht einmal um Löhne und Gehälter geht“, sondern darum „wer mit wem für wen verhandelt“.

DR_ZDF_GdL240Soweit, so richtig. Doch wer sich mit dem Tarifkonflikt beschäftigt hat, der weiß: Über Lohn verhandelt wurde bislang deshalb nicht, weil die Bahn sich weigert, mit der GDL Tarifverhandlungen für alle ihre Mitglieder zu führen. Nicht erst seit gestern, sondern seit vielen, vielen Jahren…

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ARD und ZDF kehren geplanten MAD-Angriff auf deutsche Journalisten unter den Teppich

Lesetipp!

Avatar von DokDie Propagandaschau

ardzdfAm Mittwoch berichtete der Spiegel, dass führende Beamte des Verteidigungsministeriums gemeinsam mit Heckler & Koch den Militärische Abschirmdienst (MAD) dazu bringen wollten, Journalisten auszuspähen, um den Quellen der Mängel- berichte über das G36 auf die Spur zu kommen und diese für den Konzern schädliche Berichterstattung zu beenden:

Problemgewehr G36: Geheimdienst MAD sollte kritische Journalisten ausspähen

…Detailliert schildert Ministerialrat M. darin, wie die Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (AIN) gemeinsam mit dem Hersteller Heckler & Koch versuchte, die kritische Berichterstattung über das G36 zu stoppen. Dazu sollte der MAD die Quellen für die Berichte finden und auch die Journalisten ausspähen.

Die Ziele für die Operation werden in der Vorlage genannt: Als Anlage sind mehrere SPIEGEL-Beiträge abgeheftet, in mehreren Geschichten hatten das Magazin und SPIEGEL ONLINE seit März 2012 die Probleme des G36 enthüllt, das heiß geschossen an Treffgenauigkeit verliert. In der Vorlage werden diese und andere Beiträge aus der „taz“…

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