Da macht sich einer ordentlich Luft
Wer ist der Aggressor im Propagandakrieg?
Empfehlung!
Wie in jedem militärischen Konflikt auch, muss man sich gleichermaßen mit Blick auf den virulenten Propagandakrieg zwischen dem Westen und Russland fragen: Wer ist der Aggressor und wer verteidigt sich?
Diese Frage ist von grundlegender Bedeutung mit Blick auf Analyse, Verständnis und letztlich der Bewertung von Legitimität des aktuell mit Säbel-, Tastatur- und Verbalrasseln ausgetragenen Konflikts um die Ukraine und sie wurde bisher nicht oder zumindest nur unzureichend beleuchtet.
USA, NATO, EU vs RF: Asymmetrischer Propagandakrieg
Propagandakrieg ist die Vorstufe zu heißem Krieg. Ein Feindbild wird konstruiert, dämonisiert, als Bedrohung der eigenen Existenz dargestellt, womit die Existenzberechtigung des Feindes gleichzeitig negiert werden soll. All dies dient der Mobilisierung der eigenen Bevölkerung, die prinzipiell zunächst einmal friedlich gestimmt ist, weil alle Individuen einer Gesellschaft primär ihrem eigenen Streben nach Glück nachgehen wollen. Propaganda ist also nicht nur ein Verbrechen an der zum Feind gestempelten Bevölkerung, sondern auch an der eigenen, die…
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Forum Rauchfrei will Absage der InterTabac in Dortmund erreichen

Johannes Spatz informierte bereits vor einem Jahr zusammen mit dem Indonesier Yosef Rabindanata Nugraha aus Bogor und dem Dortmunder Max Vollmer (von links nach rechts) über das Anliegen des Forum Rauchfrei ; Foto: C.-D. Stille
Abermals zieht die in Dortmund für den 18. – 20. September 2015 geplante weltweit größte Tabakemesse „InterTabac“ die Kritik von Gegnern des blauen Dunstes auf sich. Erst recht deshalb, weil die Messe ausgerechnet von einem stadteigenen Unternehmen, der Westfalenhallen Dortmund GmbH, veranstaltet wird. Nach Einschätzung des Forum Rauchfrei ist die Veranstaltung mit dem nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetz sowie dem Gesetz zu dem Tabakrahmenübereinkommen nicht vereinbar.
Forum Rauchfrei: Nicht staatlicher Auftrag, die Tabakindustrie zu fördern
„Es“ sei – so steht in einer Presseerklärung des Forum Rauchfrei von dieser Woche zu lesen, „nicht staatlicher Auftrag, die Tabakindustrie zu fördern“. Aus diesem Grund werde das Forum Rauchfrei „rechtliche Schritte gegen die Tabakmesse InterTabac in Dortmund einleiten“. Bereits im Jahre 2014 zog besagtes Forum gegen die Messe zu Felde. Dazu meine Artikel: hier und hier.
Pressekonferenz von Forum Rauchfrei in Dortmund
Für den heutigen Tag war in Dortmund eine Pressekonferenz anberaumt worden. Leider war ich selbst persönlich verhindert, daran teilzunehmen. Freundlicherweise stellte mir das Forum Rauchfrei aber die nötigen Informationen zur Verfügung.
Folgende Experten sollten während der Pressekonferenz das Vorgehen von Forum Rauchrei begründen und Fragen beantworten:
Volker Loeschner, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, Berlin, Prof. Dr. med. Ulrich Keil, Universität Münster, Johannes Spatz, Arzt, Sprecher des Forum Rauchfrei, Berlin, Dr. med. Joachim Kamp, Sport-für-rauchfrei, Hausarzt, Palliativmediziner, Emsdetten sowie Dr. med. Ronald Doepner, Lungenfacharzt mit Praxis in Dortmund.
Presseerklärung von Forum Rauchfrei:
Jedes Jahr bis zu 1.000 Tote in Dortmund
Forum Rauchfrei beschreitet den Rechtsweg gegen Tabakmesse der Westfalenhallen
Weil die Stadt Dortmund mit ihrem stadteigenen Unternehmen Westfalenhallen Dortmund GmbH die Tabakmesse InterTabac durchführt und so den Konsum von Tabakprodukten fördert, hat das Forum Rauchfrei gestern Beschwerde beim Ordnungsamt Dortmund eingelegt. Ziel ist es, die Erlaubnis zur Durchführung der Messe zu widerrufen. Die Stadt verstößt mit der Tabakmesse gegen das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz und stellt sich durch ihre Förderung des Tabakkonsums der grundgesetzlichen Schutzpflicht des Staates entgegen.
„Dass ein stadteigenes Unternehmen als Teil der Tabakindustrie agiert ist nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich nicht hinnehmbar“, sagt Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei. „Es ist ein Skandal, dass Landes- und Bundesregierung nichts gegen die InterTabac unternehmen“.
Dr. Ronald Doepner, Pneumologe mit Praxis in Dortmund, zu den Verantwortlichen der Tabakmesse in Dortmund: „Es handelt sich um eine Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht mit Todesfolge“.
Volker Loeschner, Fachanwalt für Medizinrecht: „Während der InterTabac wird das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz ad absurdum geführt. Raucherräume, die ausnahmsweise eingerichtet werden können, dienen der Selbstbestimmung der Raucher, nicht aber wirtschaftlichen Interessen der Tabakindustrie wie im Fall der InterTabac“.
„Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich den Kampf gegen Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen als Gesundheitsziel auf die Fahnen geschrieben“, sagt Dr. Joachim Kamp, Facharzt für Innere Medizin in Emsdetten „NRW kann doch nicht zulassen, dass die Stadt Dortmund Tabakprodukte vermarktet“.
„In Dortmund sterben jedes Jahr bis zu 1.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, in Nordrhein-Westfalen bis zu 30.000. Hierfür macht sich die Stadt Dortmund mit verantwortlich“, so Prof. Dr. Ulrich Keil, Epidemiologe an der Universität Münster.
Die Messe verstößt nicht nur gegen das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz, sie widerspricht auch den Gesundheitszielen des Landes und des Bundes sowie dem Gesetz zu dem Tabakrahmenübereinkommen von 2005. Johannes Spatz, Dr. Joachim Kamp, Dr. Ronald Doepner, Prof. Dr. Ulrich Keil und Volker Loeschner fordern ein sofortiges Ende der Tabakmesse. Sie finden dabei zunehmend Unterstützung durch Verbände aus dem Gesundheitswesen in NRW, bundesweit und auch international. Die Messe, die größte ihrer Art, führt zu einer Erhöhung des Tabakkonsums und zu negativen Auswirkungen auf der ganzen Welt.
Forum Rauchfrei appelliert an NRW-Gesundheitsministerin
Die Nikotingegner richteten darüberhinaus einen „Appell an die Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen“:
Sehr geehrte Frau Ministerin Steffens,
vom 18. bis 20. September 2015 soll in Dortmund zum 37. Mal die Tabakmesse InterTabac stattfinden, geplant und durchgeführt von der stadteigenen Westfalenhallen Dortmund GmbH. Mit dieser Messe fördert die Messegesellschaft und ihr alleiniger Besitzer, die Stadt Dortmund, den Verkauf von Tabakprodukten, an deren Konsum alleine in Deutschland jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen sterben.
Die InterTabac ist die weltweit größte Messe ihrer Art, sie wächst von Jahr zu Jahr, sie hat weitreichende Auswirkungen in Ländern auf der ganzen Welt. Weltweit sterben jedes Jahr rund sechs Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens.
Alle Bemühungen, den Stadtrat und den Oberbürgermeister Dortmunds zu einem Umdenken zu bewegen, sind bisher erfolglos geblieben.
Auf der Liste der zehn vorrangigen Gesundheitsziele des Landes Nordrhein-Westfalen stehen die Reduzierung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und die Bekämpfung des Krebses an oberster Stelle. Warum lässt das Land es seit über dreißig Jahren zu, dass eine seiner Städte ein Produkt vermarktet, das wie kein zweites die Ursache für diese Erkrankungen darstellt?
Als Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen haben Sie die Möglichkeit, die Veranstaltung der Tabakmesse InterTabac zu verhindern. Die Messe widerspricht den Zielen des nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetzes ebenso wie den Zielen des Gesetzes zu dem Tabakrahmenübereinkommen, das der Deutsche Bundestag im Jahr 2004 beschlossen hat.
Wir appellieren an Sie, sich im Interesse der Bürger Dortmunds, der Bürger Nordrhein-Westfalens und aller Menschen, die heute und in Zukunft unter den Folgen des Tabakkonsums leiden, für ein Ende der Tabakmesse InterTabac einzusetzen.
Informationen: Johannes Spatz Sprecher Forum Rauchfrei.
Gesundheitsverbände, Ärztinnen und Ärzte appellieren an Gesundheitsministerin von NRW, die Tabakmesse „InterTabac“ zu stoppen
Am Freitag übersandte das Forum Rauchfrei der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens einen Appell mit der Forderung, die weltweit größte Tabakmesse, die vom 18. bis 20. September 2015 in Dortmund von der stadteigenen Westfalenhallen Dortmund GmbH veranstaltet werden soll, zu stoppen. Zu den bedeutendsten Unterzeichnern aus Deutschland gehören die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, der Bundesverband der Pneumologen und der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte.
„Nach der Absage der Inter-tabac ASIA auf Bali ist Dortmund vielen Menschen in aller Welt als die deutsche Stadt im Gedächtnis geblieben, die den Tabakkonsum weltweit fördert“, sagt Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei, das den Appell initiiert hat. Die Tabakmesse Inter-tabac ASIA, deren Durchführung auf Bali im Februar 2014 ebenfalls von den Westfalenhallen geplant worden war, wurde nach einer internationalen, vom Forum Rauchfrei ausgelösten Protestwelle vom Gouverneur der Insel verboten. Appelle an den Dortmunder Oberbürgermeister, die Messe abzusagen, waren ohne Erfolg geblieben.
Zu den bekanntesten Unterzeichnern aus der Politik gehören die drei Bundestagsmitglieder Lothar Binding (SPD), Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE) und Inge Höger (DIE LINKE). Auf internationaler Ebene haben u.a. die Chefredakteurin der Zeitschrift Tobacco Control, Ruth Malone, und die Organisationen Action on Smoking and Health (USA), die Irish Cancer Society und die South East Asia Tobacco Control Alliance unterzeichnet.
Die Messe steht im Widerspruch zu den Gesundheitszielen des Landes NRW und des Bundes, ebenso wie zu den Zielen des nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetzes und des Gesetzes zu dem Tabakrahmenübereinkommen des Bundes. „Es ist erstaunlich, dass das Land es überhaupt noch zulässt, dass eine seiner Städte eine solche Messe veranstaltet“, so Spatz.
Für den Fall, dass auch der Appell an Gesundheitsministerin Steffens nicht fruchten sollte, hat das Forum Rauchfrei für den Eröffnungstag der Messe eine Protestveranstaltung vor den Toren der Westfalenhallen angekündigt.
(Informationen via Forum Rauchfrei)
Ich werde Sie, liebe Leserinnen und Leser, weiter über die Causa informieren.
Dortmund: Flüchtlinge überaus herzlich und warm willkommen geheißen
Seit vergangenen Sonntag treffen jeden Tag Flüchtlinge in Dortmund ein. Ich konnte vor Ort sein als der erster Zug – aus München kommend – nach 8 Uhr 30 Uhr auf dem Hauptbahnhof der Stadt eintraf. Dieser war zunächst nach Mitternacht in den sozialen Medien für 3 Uhr nachts avisiert worden.Gleich nachdem dies bekannt gegeben war, strömten viele Dortmunderinnen und Dortmunder sowie Auswärtige mit Essenspaketen, Wasserflaschen, Decken und vielerlei mehr zum Hauptbahnhof. Die Wände rechts und links des Durchgangs zu den Bahnsteigen waren von spontan besorgten Hilfsangeboten gesäumt.
Unangenehmer Zwischenfall
Sofort nach Dortmund geeilt war auch der Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE, Niema Movassat. Er wurde auf dem Dortmunder Hauptbahnhof Zeuge unschöner Szenen. Die Partei Die Rechte hatte eine Demonstration angemeldet. Als dann eine kleinere Gruppe von Flüchtlingen in der Nacht in Dortmund eintraf, drangen rechte Demonstranten in den Hauptbahnhof ein, wo sich Gegendemonstranten aufhielten. Die Schuld für kurzeitigen Raufereien – so Stunden später ein Augenzeuge gegenüber mir – müsse der örtlichen Polizei gegeben werden. Die ebenfalls anwesende Bundespolizei hatte offenbar ausdrücklich eine andere Strategie vorgeschlagen, um eine Konfrontation zu vermeiden. Vergeblich. Niema Movassat will den Vorfall parlamentarisch klären lassen. Vor allem auch deshalb, weil die Polizei mit Pfefferspray im geschlossenen Raum des Bahnhofs und mit Hunden ohne Beißkorb gegen die Gegendemonstranten vorging.
Dortmunderinnen und Dortmunder bereiteten den Flüchtlingen einen überaus herzlichen und warmen Empfang
Als schließlich der erste Zug, ein ICE aus München, (siehe oben) in Dortmund einlief, hatten sich die Nazis längst verdünnisiert. Viele Menschen fand man auf dem Bahnsteig versammelt, die gekommen waren um die Flüchtlinge in Dortmund zu empfangen. Plakate und Transparente mit Aufschriften wie „Refugees Welcome!“ waren zu sehen. Fotografen und Kamerateams brachten sich in Position. Es wurde ein überaus herzlicher Empfang. Beifalls brandete auf. Die Flüchtlinge traten müde scheu auf den Bahnsteig. Dann lächelten viele von ihnen – überwältigt von dem so herzlichen und warmen Empfang. Vielen Menschen aus diesem spontan zusammengekommenen Empfangskommitee und Helfern traten Tränen der Rührung in die Augen. Die Flüchtlinge – unter ihnen auch Kinder – wurden zum Nordausgang des Bahnhofs hinaus ins Freie hinausgeführt. Dort wurde ihnen erste Essenspakete überreicht. Man ergriff die Hände der Flüchtlinge unter dem Ausruf „Welcome!“ und schüttelte sie. Zu Fuß geleiteten die gut organsierten Hilfskräfte die ersten Flüchtlinge wenige Meter hin zum

Über die Einsatzleitung der Feuerwehr Dortmund am Nordausgang des Hauptbahnhofes erfolgte die nötige Koordinierung; Fotos/Videos: C.-D. Stille
Dietrich Keuning Haus. Dort versorgten Helferinnen und Helfer die erschöpften Menschen mit Essen und Trinken. Auch Hilfsgüter sind dort gut sortiert gelagert. Später sollten sie in Nordrhein-Westfalen verteilt werden. Berührende Augenblicke an diesem Sonntag. Die sich seitdem täglich mehrfach wiederholen. Denn weitere Flüchtlinge sind von Salzburg oder München her nach Dortmund unterwegs. Gestern besuchte die nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hannelore Kraft zusammen mit dem Dortmunder Stadtdirektor Jörg Stüdemann das Dietrich Keuning Haus.
Dortmund: Bündnis UMfairTEILEN ruft zur Teilnahme an der Anti-TTIP-Großdemonstration am 10. Oktober in Berlin auf

Ingo Meyer ruft für das Dortmunder Bündnis Umfairteilen zur Teilnahme an der Anti-TTIP am 10. Oktober in Berlin auf; Foto: C.-D. Stille
Für den 10. Oktober 2015 rufen mehrere Organisationen sowie Gewerkschaften zu einer Großemonstration gegen das sogenannte Freihandelsabkommen TTIP in Berlin auf. Zu TTIP lesen Sie hier mehr.
Wie Ingo Meyer kürzlich via Pressemitteilung informierte, regt das Dortmunder Bürgerbündnis UMfairTEILEN ebenfalls zur Teilnahme an der Anti-TTIP-Demo in Berlin an:
Das aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Parteien bestehende Dortmunder UMfairTEILEN-Bündnis ruft dazu auf, am 10. Oktober 2015 in Berlin an der Demo gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA sowie das mit Kanada verhandelte Freihandelsabkommen CETA teilzunehmen. Sie beginnt um 12 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. TTIP und CETA würden soziale und ökologische Standards sowie die Höhe der bisherigen Löhne und Gehälter gefährden. Die geplanten privaten Schiedsgerichte sind nach Auffassung des Bündnisses als undemokratisch abzulehnen. Denn vor diesen könnten Konzerne die einzelnen Staaten wegen Gesetzen, die ihre Gewinnerwartungen schmälern könnten, auf Schadensersatz verklagen. Ingo Meyer von Umfairteilen Dortmund erklärt:
„Abkommen wie TTIP und CETA würden vor allem der kleinen Schicht von Superreichen nutzen, die jetzt schon gewaltige private Vermögen in ihrem Besitz konzentriert hat und welche durch TTIP auf Kosten der großen Mehrheit der Bevölkerung noch reicher würde.“
Dieses sei keinesfalls hinzunehmen.
Artikel über das Bündnis für Umfairteilen Dortmund erhalten die Leserinnen und Leser hier und hier.
Neben Dortmund wird ebenfalls in vielen Orten Deutschlands für die Teilnahme an der Demonstration in Berlin mobilisiert. Die Kampagneplattform Campact informiert über die Möglichkeit am 10. Oktober mit Sonderzügen nach Berlin und wieder zurück zu gelangen. Fahrkarten können dort ebenfalls gebucht werden. Nach meinen Informationen hat auch der DGB an verschiedenen Orten Deutschlands Busse gechartert. Gewerkschaftsmitglieder werden kostenlos (im Mitgliedsbeitrag enthalten) zur Demo nach Berlin und wieder zurück zu den Abfahrtsorten befördert. Informationen auf den Seiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Netz oder jeweils direkt vor Ort.
Anja Böttcher: Offener Brief an die VertreterInnen der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin
Lesetipp
Ein Brief von Anja Böttcher an die VertreterInnen der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, den die Publikumskonferenz gestern veröffentlichte und dem sich die Propagandaschau inhaltlich vollumfänglich anschließt:
Sehr geehrte Vertreterinnen & Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin,
seit Beginn der Ukraine-Krise haben die deutschen Leser von führenden Printorganen und die Zuschauer/Hörer der audiovisuellen Medien, darunter vor allem des zwangsweise von der gesamten Bevölkerung finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks & – Fernsehens, in einem bislang ungekannten Maße gegen die offensichtlich russophobe Ausrichtung ihres öffentlichen Diskurses heftig & nachhaltig protestiert. Zu einsichtig war es, dass die mediale Darstellung Ihres Landes & unseres großen Nachbarlandes von Beginn an darauf ausgerichtet war, in der Bevölkerung eine feindselige und aggressive Einstellung gegenüber Russland zu verbreiten und tief zu verankern.
Dies ist bislang nicht gelungen; stattdessen hat die Befremdung der Bevölkerung gegenüber ihrer medialen & politischen Repräsentation in einem Maße zugenommen, das den Zusammenhalt der…
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Sehr geehrte Bundesregierung!
Sehr empfohlen!
2 Jahre Propagandaschau – 1000 Beiträge gegen Kriegshetze, Desinformation und Verblödung
Propagandaschau – Gut, dass es euch gibt!
Am 5. September 2013 veröffentlichte die Propagandaschau die ersten Beiträge. Im Zentrum standen damals die Propaganda, Lügen und systematische Kriegstreiberei gegen Syrien.
In der ZEIT wollte der Kriegshetzer, Lügner und verurteilte Steuerhinterzieher Theo Sommer den Lesern damals weismachen, Baschar al-Assad sei sowohl für den Giftgasangriff von Ghuta, als auch für sämtliche, damals rund 100.000 Toten, in Syrien verantwortlich. Im SPIEGEL wollte der notorische Lügner Marc Pitzke die Schuld am Krieg in Syrien Vladimir Putin in die Schuhe schieben und im ZDF heute-journal verbreitete US-Propagandist Claus Kleber hanebüchenen Unsinn über Angriffspläne Syriens auf Israel.
Sie alle sind Täter, für die das Recht (noch) keinen Straftatbestand codifiziert hat. Sie sind Informationsverbrecher, deren Aufgabe die Destabilisierung fremder Länder und Regierungen, die mediale Vorbereitung, Rechtfertigung und die Täuschung der Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe und Verantwortlichen für Krieg und Massenmord ist. Sie sind mediale Brandstifter und Hütehunde, die die Bevölkerung manipulieren, je nach…
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Russland verstehen! Deutschlehrer aus Kaliningrad erklärt die russische Gesellschaft
Empfehlung!
Alexander Becker ist Deutschlehrer in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg. Auf seinem YouTube-Channel stellt er regelmäßig selbstproduzierte Videos ein, in denen er in erster Linie Deutschunterricht für Russen erteilt. Daneben veröffentlicht er – wann immer es seine Zeit erlaubt – Videos auf Deutsch, die sich an ein deutsches Publikum richten und der Völkerverständigung dienen.
Sein Deutsch ist exzellent, die Videos sind kritisch und differenziert. Sie erlauben Einblicke in die russische Realität, die die Propaganda und Desinformation konterkarieren, wie sie uns in deutschen Medien regelmäßig präsentiert wird. Wer sich für das ehemalige Königsberg interessiert, findet Fahrten und Ausflüge durch die Stadt und Umgebung.
In einem aktuellen Video, das wir hier vorstellen möchten, wirft Alexander einen kritischen Blick auf die russischen Medien und es zeigt sich, dass diese sich kaum von deutschen Medien unterscheiden. Erster und zweiter Kanal von Rossiya entsprechen dem, was ARD und ZDF in Deutschland sind: Staatsfunk…
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Dortmunder Kulturfestival DJELEM DJELEM: Junge Roma über ihr Leben in Deutschland

Von links nach rechts: Moderatorin Perjan Wirges, Behara Jasharaj und Jasar Dzemailovski; Fotos (3): C.-D. Stille
Schon beim ersten Roma Kulturfestival in Dortmund vor einem Jahr kamen Menschen aus der Roma-Community selbst zu Wort. So auch diesmal. Zur Veranstaltung „Roma im Gespräch“ hatten die Veranstalter zum diesjährigen 2. Roma Kulturfestival junge erwachsene Roma in die Auslandsgesellschaft NRW unweit des Dortmunder Hauptbahnhofes eingeladen. Die Diskussion am vergangenen Donnerstag unter dem Titel „Roma in Deutschland – junge Roma berichten“ war einmal mehr hervorragend dazu angetan Vorurteile gegenüber Roma zu hinterfragen. Wenngleich – muss angemerkt werden – die eingeladenen Gäste gewiss nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Roma-Community sein konnten. Die jungen Roma aus Nordrhein-Westfalen berichteten über ihre Lebenswege, ihre Erfahrungen und ihre Erfolge. Das Publikum – ca. 100 Zuschauer – waren mit großem Interesse erschienen. Es traf auf gebildete und fest im Leben stehende junge Menschen, die Selbstbewusstsein, Lebensfreude und dazu jede Menge Zuversicht ausstrahlten.
Schauspieler und Sänger Mustafa Zekirov bot zu Beginn des Abends das Lied „Djelem Djelem“ („Ich ging“) dar. Es gilt als inoffizielle internationale Hymne der Roma. Und dient den Roma all überall als Erkennungszeichen.
Perjan Wirges: Wir müssen lernen, die diskriminierenden Bilder über Roma aus dem Kopf zu bekommen
Moderatorin Perjan Wirges wies eingangs der Diskussion daraufhin, was wir wohl alle – zuweilen, wie sie zugibt, sie selbst als in Mazedonien gebürtige Romni – ad hoc für Bilder in den Köpfe bekommen, wenn wir das Wort Roma nur hören: Dreckige Slums, Diebe, Bettler – die üblichen (antrainierten) Stanzen. Diese „diskriminierenden Bilder, die wir fast jeden Tagen sehen“ – sie müssten wir lernen, aus den Kopf zu bekommen. Die Roma, gerade auch die junge Roma, müssten gegen die von den Medien ständig in Wiederholung produzierten und den Zuschauern gezeigten Bilder und Klischees ankämpfen. Vielleicht so die Moderatorin von Funkhaus Europa, könne ja diese Podiumsdiskussion dazu beitragen, dass man in Zukunft an diese hervorragenden jungen Mitmenschen denke, wenn man wieder einmal auf diese perpetuierend vorgetragenen Klischees – die Negativbilder – von den Roma treffe.
Angemerkt: In dem Moment musste ich an einen Bekannten denken, dem ich erzählt hatte, dass ich zu Veranstaltungen des Roma Kulturfestivals ginge. „Was ist denn daran interessant?“ fragte er einigermaßen abschätzigen Tones. „Was hast du davon? Die Roma, die machen Musik, nicht?“ Dass er nicht noch sagte, die haben doch gar keine Kultur war, hätte gerade noch gefehlt.
Vier interessante Gäste an diesem Abend in Dortmund
Gianni Jovanovic, 1978 in der BRD geboren, ist Inhaber eines zahnmedizinischen Unternehmens in Köln. Er engagiert sich bei „Amaro Kher“, einem Projekt des Rom. e.V. in der Domstadt, gegen Homophobie und Rassismus. Die Eltern, erzählte Gianni, waren aus Jugoslawien (Gianni: „heute würde man sagen, als Wirtschaftsflüchtlinge“) in die Bundesrepublik gekommen und herzlich willkommen geheißen worden. Hetze und Diskriminierung gegen Roma erlebten sie und Gianni erst später. Die Eltern schärfte ihm ein: „Sag ja nicht, dass du ein Roma bist, sag du bist Serbe.“ Das Z-Wort, weil es „faschistisch und menschenverachtend ist“ hatte der Gast eigentlich nicht aussprechen wollen. Tat es dann später aber aus gegebenen Anlass doch. Weil eine Frau aus dem Publikum sagte, diskriminieren könne man jemanden aus dieser Minderheit sowohl mit dem Wort Zigeuner oder als auch mit Wort Roma. Jovanovic widersprach dieser Sicht vehement.
Eine Zeitlang bekannte der Kölner, lebte man in „einer Art Zwischenwelt – vielleicht, „man ist nicht Fleisch, man ist nicht Fisch – Tofu vielleicht“. Bis zu seinem Outing musste er einen Prozess durchlaufen.
Die einzige junge Frau in der Runde war Behara Jasharaj. Sie wurde in Deutschland geboren. Da aber die Eltern kein Bleiberecht hatten, zogen sie nach Schweden. Die junge Romni, die 2010 wieder nach Deutschland kam, belegt derzeit einen Wirtschaftsstudiengang an der Universität in Dortmund. Ein Kulturschock für Behara. War sie doch gewohnt, dass sich in Skandinavien grundsätzlich alle Menschen duzen. Man sage dort: „Wir sind alle Menschen. Wir sollen alle respektieren.“ Ein Fiasko erlebte die junge Behara als sie sich in Münster an der Uni bewarb. Sie wusste nicht ob sie an einer offenen Bürotür klopfen sollte. Schließlich ging Behara hinein und aus skandinavischer Gewohnheit heraus duzte sie den Mitarbeiter zum Überfluss auch noch. Der schrie sie an und warf sie hinaus. Ihre Kindheit in Schweden beschrieb die junge Frau als „positiv und angenehm“. Als Romni habe sie dort in dieser offenen Gesellschaft niemals Probleme gehabt. Die skandinavische Presse habe die Roma im Gegensatz zur hiesigen stets gut dargestellt. „Ich bin nicht ein Z, ich bin eine Romni. Das sollte die Gesellschaft verstehen.“ Die Medien, die Gesellschaft, rief sie auf, solle „andere Bilder von uns zu zeigen“. Auch das schwedische Schulsystem lobte sie. Da hatten ausländische Kinder zunächst Schwedisch als zweite Sprache. Und die Lehrerinnen und Lehrer verwandten mehr Zeit auf sie. Da gibt es nicht ein so frühe Auswahl der Schüler wie hierzulande in diesem antiquierten Schulsystem bereits ab der 4. Klasse. Sie .erlebe das nun bei einem Kind aus der Verwandtschaft. Die Kleine könne bereits vier Sprachen. Womöglich riete man den Eltern vom Gymnasium ab. In jungen Jahren würden also schon die Weichen für das spätere Leben und die Karriere gestellt. Das könne nicht richtig sein, befand Behara, dass man schon in jungen Jahren so fürs spätere Leben kämpfen müsse.
Jasar Dezmailovski lebt in Düsseldorf, studiert Politikwissenschaft an der Uni Duisburg-Essen und leistet gesellschaftliche Arbeit beim Verein Terno Drom. Geoutet habe er sich entgegen dem Rat der Eltern schon früh. Andere Roma in der Schule, erzählte er („Ich war es so einen Art Klassenclown damals), habe er ganz einfach selber als Roma geoutet. Einer sitze im Publikum. „Man soll sich nicht für das schämen, was man ist.“
Gleichfalls in Düsseldorf ist Anel Memedovski zuhause und arbeitet mit Jugendlichen bei Terno Drom. Er studiert Wirtschaft und arbeitet bei der Telekom. Er konstatierte, dass die Roma-Jugendlichen heute eine größeres Selbstbewusstsein hätten als früher. Die Frage der Moderatorin, ob den bei Bewerbungen für eine Arbeitsstelle jugendliche Roma bei gleicher Qualifikation wie Mitbewerber schlechtere Chancen haben, beantwortet Anel so: Wenn man sage ich bin ein Rom, eine Romni, und die gleiche Qualifikation wie die habe, würden die anderen Personen bevorzugt. Die Moderatorin: „Was denken dann Arbeitgeber? Oh Gott, ich werde beklaut! Da sind ja am nächsten Tag meine Tische und Stühle weg?“ – „Genau“, gab Memedovksi zurück. Das liege an den Vorurteilen. Er selbst habe am Anfang bei der Telekom auch nicht gesagt, dass er Roma ist“. Verständlich: Als Buchhalter geht er mit Millionenbeträgen um. Würde ein Roma nicht täglich einen Cent auf sein eigenes Konto überweisen? „Ich dachte, ich muss mich erst mal beweisen.“ Heute sind Chefs und Kollegen aber im Bilde.
Gianni Jovanovic: Wichtig, schon früh über die eigene Identität Bescheid wissen, um einen Selbstwert entwickeln
Gast Gianni Jovanovic – neben der Moderatorin sozusagen ein Motor der Diskussion – hielt es für wichtig, dass jeder Rom, jede Romni, schon frühzeitig über die eigne Identität Bescheid wisse. Auch die Kinder schon. „Nicht um dieses Roma-Ding hochzuhalten. Nein, man sollte wissen, wo man her kommt. Und die Geschichte seines Volkes kennen.“ Man sollte einen Selbstwert entwickeln, so Jovanovic weiter. Um sich in der Gesellschaft zu behaupten. „Jeder, wir alle müssen uns in der Gesellschaft ständig behaupten.“ Im Jahr 2012 habe sich Deutschland immerhin zu den Roma und Sinti bekannt. Das Mahnmal in Berlin sei eingeweiht worden: „Ein Tag später, das ist kein Quatsch was hier erzähle“, sagte Gianni, „sind zweihundert Roma nach Kosovo abgeschoben worden!“
Besucher des Abends könnten als Kommunikatoren in die Gesellschaft hineinwirken
Unter Einbeziehung des Publikums entspann sich noch eine hochinteressante Diskussion. Ein Abend, welcher nicht nur hervorragend dazu angetan war, Vorurteile gegenüber Roma zu hinterfragen, sondern vielleicht gar auch welche abbauen zu helfen. Zumindest dann, wenn die um die hundert Besucher als Kommunikatoren in die Gesellschaft hineinwirkten.
Die jungen erwachsenen Roma jedenfalls vermittelten glaubhaft und engagiert, dass sie sich als Teil der Gesellschaft verstehen und sie auf ihre Weise mit Leben zu erfüllen gedenken.
Dieser Abend war gewiss gewinnbringend für die Gäste auf dem Podium wie auch die Besucher davor.
Ausklang mit balkanischen Spezialitäten und angeregten Gesprächen
Der mazedonische Theaterschauspieler, Sänger und begnadete Gitarrenvirtuose Mustafa Zekirov, der schon mit einer Darbietung auf den Abend eingestimmt hatte, übernahm es auch, diesen ebenso gefühlvoll zu beschließen. Im Anschluss wurde die Diskussion im Vorraum des Vortragssaales zu Mehreren oder im Zwiegespräch untereinander fortgeführt. Ein kleines Buffet, bestehend aus balkanischen Spezialitäten, dazu Weine aus dieser Region Europas, sorgte für ein Stärkung nach reichlich geistiger Kost.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Roma Kulturfestivals DJELEM DJELEM statt. Eingeladen hatten die Auslandsgesellschaft NRW e.V., Terno Drom e.V., der Planerladen e.V. und der AWO-Unterbezirk Dortmund.





