Roma Kulturfestival Dortmund „Djelem Djelem“: Im Dialog mit türkischen Gästen

Herzliche Begrüßung des türkischen Parlamentsabgeordneten Özcan Purcu (3. v. rechts) durch den Dortmunder Stadtdirektor Jörg Stüdemann (5. v. rechts); Fotos (2): C.-D. Stille

Herzliche Begrüßung des türkischen Parlamentsabgeordneten Özcan Purçu (3. v. links) durch den Dortmunder Stadtdirektor Jörg Stüdemann (5. v. rechts); Fotos (2): C.-D. Stille

Das 2. Roma Kulturfestival „Djelem Djelem“ Dortmund wartete zehn Tage mit einer Reihe vielseitiger, begeisternder Veranstaltungen auf. Heute Abend wird es im Konzerthaus Dortmund mit einem mit Spannung erwarteten Gastspiel der Mostar Sevdah Reunion, einem vielgereisten Musikensemble, das weltweit begeistert – Stargast ist Esma Redzepova („Queen of the gypsies“) – als Stargast zu Ende gehen.

Dialogveranstaltung im Dortmunder Rathaus

Vergangenen Donnerstag stand einmal mehr ein Dialog auf der Tagesordnung des Roma Kulturfestivals. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Miteinander reden-Voneinander lernen“ und fand im Rathaus der Stadt Dortmund statt.
Zu diesem Behufe waren eigens ExpertInnen aus der Türkei nach Dortmund gereist. So Özcan Purçu (CHP), der in die Geschichte seines Landes als erster Roma eingeht, der als Abgeordneter ins türkische Parlament gewählt wurde. Mit ihm nach Nordrhein-Westfalen gekommen war Hacer Foggo, Menschenrechtsvertreterin des „ European Roma Rights Center“ in der Türkei. Zwei weitere Teilnehmer der Gesprächsrunde waren Frau Şeyma Kurt, Leiterin eines Gemeinwesenzentrums (Semt Konaği) der Stadtverwaltung des Istanbuler Stadtteils Beyoğlu und Frau Melis Kaplangı, Kulturverwaltung Beyoğlu. Sie berichten über das Zusammenleben in Dolapdere und wie sich die Begleitung von Familien im Alltag für die dortige Stadtentwicklung bewährt hat. Im Istanbuler Stadtteil Dolapdere in Beyoğlu leben u. a. Roma-Familien, die ihren Lebensunterhalt mit dem Musizieren bestreiten.

Um das Folgende sollte es an diesem Abend in Dortmund gehen: „Wie sind die Wohn- und Lebensbedingungen der Roma heute? Wie funktionieren erfolgreiche Projekte zur Stärkung der sozialen Teilhabe? Wie können kulturelle Differenzen überwunden werden, die die Fremdheit
bestärken?“ Das Dortmunder Publikum war herzlich eingeladen mit den Gästen aus der Türkei, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Sozialverbänden, zu diskutieren. Stadtdirektor Jörg Stüdemann hieß die Gäste aus der Türkei mit einem besonders herzlichen „Hoşgeldiniz!“ willkommen.

Gäste des Abends u.a. Dilek Kumcu (Rechtsanwältin und Mitarbeiterin von Özcan Purçu ), Hacer Foggo, Özcan Purçu (v.l.n.re)

Gäste des Abends u.a. Dilek Kumcu (Rechtsanwältin und Mitarbeiterin von Özcan Purçu ), Hacer Foggo, Özcan Purçu (v.l.n.re)

Özcan Purçu, erster Roma im türkischen Parlament: Mit Tränen als „Waffe“, ehrlich vor sich selber und der Realität stets im Blick zum Ziel

Zunächst informierte der türkische Parlamentsabgeordnete Özcan Purçu über seinen Werdegang. Wenn das Prädikat „Selfemademan“ auf einen passt, dann auf diesen aus ärmsten Verhältnissen stammenden Roma. Die Familie lebte – wie viele Roma in der Türkei – am Rande der Stadt in einer Armensiedlung der Provinz Aydin. Manchmal, erzählte Purçu habe man Hunger gehabt, dann wieder Durst – Elektrik war nicht vorhanden. Die Familie lebte vom Flechten von Körben, die auf den Märkten umliegender Orte zu bestimmten Jahreszeiten zum Verkauf feilgeboten wurden. Oder die Flechtwaren wurden gegen Essen getauscht. Später zog die Familie dann in den Ägäisort Söke . Sie lebten an einem Fluss im Zelt. Da sah der junge Özcan zum ersten Mal wie Kinder in Schuluniform zur Schule gingen. Seinen Eltern sagte er, dass er auch so eine Uniform wolle und ebenfalls zur Schule gehen möchte.

Özcan Purçu: „Zu diesem Zeitpunkt hat sich unser Leben verändert.“ Dass er damals fünfzehn Tage geweint hat, weiß er noch heute. Denn Roma-Familien stand nicht ohne Weiteres die Option offen in die Schule zu gehen. Bei ihnen gehe es immer nur darum dafür zu sorgen, dass die Kinder überlebten. Bildung stand vielleicht bei den Familien an zwanzigster Stelle. Klein-Özcans Weinen hatte Erfolg: Seine  Mutter ging mit ihm  zur Schule. Doch Meldepapiere fehlten und die Schule lehnte zunächst eine Aufnahme ab. Nun setzte der Junge die Tränen als „Waffe“ auch im Beisein des Schuldirektors wieder ein. Der Direktor ließ sich erweichen. Würden die Papiere besorgt, könne er wieder kommen. So kam es. Es fehlte am Nötigsten. Özcan musste gar ohne Schuhe zur Schule gehen. Er spürte am eignen Leibe, was es  heißt, als gesellschaftlicher Außenseiter angesehen zu werden. Özcan Purçu wurde vom Lehrer gefragt was er denn einmal werden wolle. Die Antwort: „Ich möchte eine leitende Position haben. Vielleicht einmal Direktor werden.“ Der Lehrer schimpfte verärgert und hieß ihm, in der hintersten Reihe im Klassenzimmer Platz zu nehmen. Da kamen damals die vermeintlich faulen Kinder hin. Und Roma galten qua Herkunft als Nichtsnutze. Aus Roma, meinte man, würden ohnehin keine vernünftigen Menschen.

Özcan Purçu aber zeigte es den Lehrern: Er beendete die Grundschule als erfolgreichster Schüler. Trotzdem er den Eltern weiter half, Körbe zu flechten und diese mit ihnen verkaufte. Abends lernte er unter Kerzenlicht im Zelt. Er gab nicht auf, schaffte auch die Mittelschule mit Bravour. Und wenn er dafür in den Pantoffeln der Mutter in die Schule gehen musste. Özcan Purçu berichtete vom nächsten Hindernis auf seinem Lebensweg: Die Eltern hatten dem Fünfzehnjährigen eine Ehefrau ausgesucht. Doch Özcan wusste sich wieder einmal zu helfen: Dem Vater des Mädchens machte er wieder unter Weinen klar, dass er ihm die Tochter nicht geben solle, weil er weiter zu Schule gehen wolle. „Da habe ich eine gewischt bekommen.“ Schulbücher und Uniform wurden vom eignen Vater in den Fluss geworfen. „Ich hatte nichts, bin aber trotzdem weiter zur Schule gegangen“, sagte Özcan Purçu stolz . Er verließ auch die Oberstufe als bester Schüler.

Bei der in der Türkei obligatorischen Prüfung zur Aufnahme an die Universität war er bei  1,5 Millionen Teilnehmern Bester unter den ersten 9000. Özcan Purçu studierte Verwaltungswissenschaft, absolvierte das Studium und bewarb sich bald als Bezirksgouverneur, wurde jedoch nicht angenommen. Selbst die Richterprüfung bestand der Roma aus Söke, konnte aber auch da nicht reüssieren. Ausgerechnet habe ihn die Prüfungskommission die Frage gestellt, was seine Vorfahren denn „für dieses Land getan“ hätten. Eindeutig diskriminierend, denn den Leuten war seine Roma-Herkunft bekannt.

Im Jahre 2004 gründete Özcan Purçu mit Freunden den ersten Roma-Verein. Die anwesende Hacer Foggo, so Purçu, habe zu den ersten Personen gehört, die den Verein unterstützten.

Erstmals in der Türkei konnten seinerzeit nach neuer Gesetzeslage Roma (und andere Minderheiten) Vereine gründen und sich  trauen ihre Wünsche, Anliegen und Hoffnungen in der Öffentlichkeit zu artikulieren. Purçu wies daraufhin, dass man in letzten zehn Jahren viel Arbeit in eine Bildungsoffensive für Kinder und Jugendliche aus Roma-Familien investiert habe und auch Erfolge verzeichnen konnte.  Auch Roma-Frauen seien über spezielle Projekte gefördert worden. Dies habe man ab 2005 auch dank einer Zusammenarbeit mit europäischen Organisationen stemmen können.

Als er dann den Eltern sagte er wolle Abgeordneter werden, meinten die, der Sohn sei nun komplett durchgedreht. Aber 2014 wurde Purçus Wunsch Realität: Er zog als Abgeordneter für die oppositionelle CHP ins türkische Parlament ein. Sein Antrieb hinter all dem Ehrgeiz erklärt er mit seinem Credo: „Ich wollte der Öffentlichkeit beweisen, dass auch Roma-Kinder in der Lage sind etwas aus sich zu machen und für das Land und die Menschen etwas zu bewirken.

Im Leben haben wir alle die Möglichkeit, das zu erreichen, was wir wollen. Hauptsache wir kämpfen darum. Ein Mensch muss zuallererst ehrlich zu sich selber sein und darf die Realität nicht aus den Augen verlieren. Erst dann darf man in die Öffentlichkeit treten.“ Purçu ist der erste Abgeordneter in der Türkei mit Roma-Wurzeln. Er gab sich aber zuversichtlich hinsichtlich dessen, dass vielleicht künftig fünfzehn oder zwanzig Abgeordnete mit Herkunft aus der Roma-Minderheit im Parlament in Ankara vertreten sein werden.

Egal welcher Herkunft man sei, könne man auch Lösungsansätze für spezielle Probleme entwickeln. Weil er wisse welche Nachteile Roma in der Türkei haben, sei es für ihn – so der türkische Gast – einfacher diese Problematiken anzugehen und Lösungen zu entwickeln. Beziehungsweise sie in parlamentarische Anträge zu überführen. Gesundheit, Bildung, die Verbesserung der Wohnsituation von Roma, den Abbau von Vorurteilen, den Kampf gegen die Diskriminierung und Sicherheit, nannte Özcan als Themenschwerpunkte seiner politischen Arbeit. Dafür wolle er sich mit voller Kraft einsetzen.

Hintergründe zur Situation der türkischen Roma: Sie leben zu hundert Prozent in Gecekondus. Lediglich zehn Prozent von ihnen wohnen in eignen vier Wänden. Dreißig Prozent der Roma haben Wohnungen geerbt. Zwanzig Prozent von ihnen hausen in Baracken und Zelten. Viele Roma haben Mietwohnungen (Einraumwohnungen zumeist). Eine Wohnung nimmt nicht selten bis zu  vier Familien auf.

Stadtdirektor Jörg Stüdemanns Frage nach der Anzahl der türkischen Roma konnte der Gast nur mit geschätzten Zahlen beantworten: Es sind wohl um die 4,5 bis 5 Millionen. Hat es für Roma eine bessere Zeit in der Geschichte gegeben? Purçu bejahte das und verwies auf das Osmanische Reich. Da hätten die Roma oft wichtige Handwerke ausgeübt, weshalb sie benötigt und dementsprechend besser behandelt wurden.

Warum ausgerechnet in die CHP gegangen sei, fragte eine Zuhörerin. Viele seiner Vorfahren, erklärte der Abgeordnete, stammten aus Saloniki (Thessaloniki). Und da das der Geburtsort des Gründers der Türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürks sei, habe das nahegelegen, da die Wahl dieser Partei eine familiäre Tradition war. Auch habe er eine „sozialistische Ader“ und setze, der lange ein ungerechtes Leben gelebt habe, auf grundsätzliche sozialdemokratische Werte wie Gerechtigkeit und Gleichbehandlung.

Menschenrechtlerin Hacer Foggo und ihr Einsatz für die Roma

EU-Beitrittsverhandlungen brachten eine Verbesserung auch für die Lage der Roma, warf Hacer Foggo ein. Sie erinnerte daran, dass es zuvor z.B. bei der Polizei zahlreiche inoffizielle Verordnungen betreffs des Umgangs mit Roma. Es wurde geradezu willkürlich gegen sie vorgegangen. Geschah beispielsweise irgendwo ein Diebstahl waren es die in Tatortnähe lebenden Roma, die quasi automatisch als erstes verdächtigt und beschuldigt wurden. Eine schlimme Stigmatisierung dieser Volksgruppe. Erst 2005 sei eine schlagkräftigen Roma-Organisation entstanden. Was nicht zuletzt mit dem Umsiedlungsprozess der Roma im Istanbuler Viertel Sulukule im Zusammenhang gestanden habe, sagte Foggo.

Sulukule (deutsch: Wasserturm) gilt als das älteste Romaviertel Europas. Und die Geschichte dieser Roma reicht bis ins Jahr 1054 zurück. Die Roma tanzten vor byzantinischen Kaisern, wie vor osmanischen Sultanen. Sie handelten mit Pferden und traten traditionell als Bärenführer, Musiker, Akrobaten und Gaukler auf. (hier ein älterer Artikel von mir in der Istanbul Post)

Hacer Foggo war nachdem sie (im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres 2010) in der Zeitung gelesen hatte, dass Sulukule im Rahmen eines Städtebauprojektes abgerissen werden sollte, sofort nach Istanbul gereist. Da, erzählte Foggo, habe sie sich in ein Roma-Café gesetzt und die Roma gefragt, ob sie von dem Projekt wüssten. Sie waren überhaupt nicht darüber informiert. Die Roma wollten sofort einen Verein gründen, Sie wussten aber nicht wie. Er entstand schließlich unter Federführung von Hacer Foggo. Bis zum Abriss des letzten Hauses in Sulukule begleitete der Verein die Roma. Der Verein wurde endlich auch Ansprechpartner für den zuständigen Bezirksbürgermeister des Stadtteils Fatih. Die von ihm angekündigten attraktiven osmanischen Nachbauten im eh im osmanischen Baustil errichtetem Viertel (ein Widerspruch in sich), stellten sich als für die angestammten Roma unbezahlbar heraus. Überdies waren unter den Gebäuden  Garagen vorgesehen. Ein Zeichen dafür, dass es Wirklichkeit um die Vertreibung der Roma aus dem Viertel ging. Denn welcher Roma ist schon im Besitz eines Autos? Parallel zum Verein wurde die Sulukule-Plattform, die Architekten, Studenten und Stadtplaner vereinte, gegründet.

Haca Foggo informierte über einen Polizeichef, der für seine Brutalität u.a. gegenüber Roma bekannt war. Man nannte ihn „Hortum-Suleiman“, weil er seine Opfer mit Schläuchen verprügelte, die er mit Eisenkugeln gefüllt hatte. Auch Musikinstrumenten von Roma wurden zerstört. Das für seine reichhaltige Musikszene bekannte Viertel verfiel zunehmend und verarmte. Viele Roma wurden ihre Einkommensmöglichkeiten genommen. Die Roma, Eigentümer ihrer Häuser, blieben drei Optionen: Verkaufen und Gehen, das neue Gebäude mit lächerlichen Entschädigungspreis verrechnet auf Kredit kaufen (sich also hoch verschulden) oder ein „beschleunigtes Enteignungsverfahren“ (gilt eigentlich nur bei Naturkatastrophen). Der Verein „klopfte seiner Zeit an viele Türen in Amerika und Europa“, um die Situation in Sulukule aufmerksam zu machen. Trotzdem zog die Stadtverwaltung die Gentrifizierung durch. „Sulukule“, so Hacer Foggo, „war damals ein Modell für die gesamte Türkei unter dem Vorwand der Stadterneuerung“.

Die vielfältigen Angebote der Gemeinwesenzentren von Beyoğlu

Nachdem Negativbeispiel Umsiedlung der angestammten Roma von Sulukule erhielten die Zuhörer und aktiv an dieser Dialogveranstaltung im Dortmunder Rathaus noch zuversichtlich stimmende Informationen von Seyma Kurt von der Stadtverwaltung des Istanbuler Stadtteils Beyoğlu. Kurt leitet dort ein Gemeinwesenzentrum (Semt Konaği). Es ist in einem alten Istanbuler Gebäude untergebracht. Diese Zentren existieren dort in jedem Viertel. Wie etwa in Dolapdere. Hier können Angebote wie Duschen, Wäsche waschen und Mittagessen genutzt werden.

Im Stadtteil gibt es einen sozialen Supermarkt. Und zwar nicht nur für Roma. Die Bezugskarten müssen beim Amt beantragt (Bedürftigkeitsprüfung) werden. Es gibt Kindergärten und Vorschuleinrichtungen. Auch ein Postamt. Das Gemeinwesenzentrum verfügt über einen großen Mehrzwecksaal. Es gäbe Möglichkeiten der psychologischen Betreuung. Darüber hinaus besteht u. a. die Möglichkeit, Alphabetisierungskurse zu besuchen oder an verschiedenen Beratungsangeboten teilzunehmen. Im Einzugsbereich der Bostanstraße liegt ein Musikcafé. Viele der Einwohner verdienten ihr Einkommen mit Musizieren. Viele andere als Tagelöhner. Als ein Bild mit einer Hochzeitsgesellschaft gezeigt wird, erfahren die Gäste nicht nur, dass in der Romagesellschaft sehr früh geheiratet wird, sondern auch, dass die Frauen oft bestimmten wie lange die Ehe Bestand habe. Was allgemeine Heiterkeit auslöste.

Leider schickten viele Roma ihre Kinder noch immer nicht zur Schule. Weil sie eben gefordert seien das Familienbudget durch Arbeit sicherzustellen. Zu beklagen sei auch eine Ghettoisierung von Schülern, da eigne Roma-Klassen gebildet würden. Die dort tätigen Lehrerinnen und Lehrer gelten als unmotiviert. Trotz einer Bildungsoffensive des zuständigen Ministeriums käme es deshalb vor, dass Romakinder in der fünften Klasse noch immer nicht lesen und schreiben könnten.

Neben Seyma Kurt vermittelte auch Melis Kaplangı von der Kulturverwaltung von Beyoğlu einen informativen Überblick über das Zusammenleben in Dolapdere und wie sich die Begleitung von Familien im Alltag für die dortige Stadtentwicklung bewährt hat.

Dortmund nimmt sich ein Beispiel am Angebot von Gemeinwesenzentrum in Dolapdere

Ein äußerst aufschlussreicher Abend! Nebenbei bemerkt: Der Dialog funktioniert auch zwischen der Bosporusmetropole und der Ruhrgebietsstadt – Beyoğlu und Dortmund verbindet eine Partnerschaft: Die hiesige Stadtverwaltung sieht sich inspiriert von Teilen des Angebots des Semt Konaği in Beyoğlu-Dolapdere. Stadtdirektor Jörg Stüdemann ließ an diesem Abend des 10. September durchblicken, dass man gedenke, auch in der Dortmunder Mallinckrodtstraße eine Waschstation zwecks Unterstützung von Roma-Neubürgern im Viertel einzurichten. Getreu dem Motto des Abends: „Miteinander reden – Voneinander lernen“.

Wer ist der Aggressor im Propagandakrieg?

Empfehlung!

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Wie in jedem militärischen Konflikt auch, muss man sich gleichermaßen mit Blick auf den virulenten Propagandakrieg zwischen dem Westen und Russland fragen: Wer ist der Aggressor und wer verteidigt sich?

Diese Frage ist von grundlegender Bedeutung mit Blick auf Analyse, Verständnis und letztlich der Bewertung von Legitimität des aktuell mit Säbel-, Tastatur- und Verbalrasseln ausgetragenen Konflikts um die Ukraine und sie wurde bisher nicht oder zumindest nur unzureichend beleuchtet.

Propagandakrieg USA, NATO, EU vs RF: Asymmetrischer Propagandakrieg

Propagandakrieg ist die Vorstufe zu heißem Krieg. Ein Feindbild wird konstruiert, dä­mo­ni­siert, als Bedrohung der eigenen Existenz dargestellt, womit die Existenzberechtigung des Feindes gleichzeitig negiert werden soll. All dies dient der Mobilisierung der eigenen Bevölkerung, die prinzipiell zunächst einmal friedlich gestimmt ist, weil alle Individuen einer Gesellschaft primär ihrem eigenen Streben nach Glück nachgehen wollen. Propaganda ist also nicht nur ein Verbrechen an der zum Feind gestempelten Bevölkerung, sondern auch an der eigenen, die…

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Forum Rauchfrei will Absage der InterTabac in Dortmund erreichen

Johannes Spatz informierte bereits vor einem Jahr zusammen mit dem Indonesier Yosef Rabindanata Nugraha (22) aus Bogor (Indonesien) und dem Dortmunder Max Vollmer über das Anliegen des Forum Rauchfrei; Foto: C.-D. Stille

Johannes Spatz informierte bereits vor einem Jahr zusammen mit dem Indonesier Yosef Rabindanata Nugraha aus Bogor und dem Dortmunder Max Vollmer (von links nach rechts) über das Anliegen des Forum Rauchfrei ; Foto: C.-D. Stille

Abermals zieht die in Dortmund für den 18. – 20. September 2015 geplante weltweit größte Tabakemesse „InterTabac“  die Kritik von Gegnern des blauen Dunstes auf sich.  Erst recht deshalb, weil die Messe ausgerechnet von einem stadteigenen Unternehmen, der Westfalenhallen Dortmund GmbH, veranstaltet wird. Nach Einschätzung des Forum Rauchfrei ist die Veranstaltung mit dem nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetz sowie dem Gesetz zu dem Tabakrahmenübereinkommen nicht vereinbar.

Forum Rauchfrei: Nicht staatlicher Auftrag, die Tabakindustrie zu fördern

„Es“ sei – so steht in einer Presseerklärung des Forum Rauchfrei von dieser Woche zu lesen, „nicht staatlicher Auftrag, die Tabakindustrie zu fördern“.  Aus diesem Grund werde das  Forum Rauchfrei  „rechtliche Schritte gegen die Tabakmesse InterTabac in Dortmund einleiten“. Bereits im Jahre 2014 zog besagtes Forum gegen die Messe zu Felde. Dazu meine Artikel: hier und hier.

Pressekonferenz von Forum Rauchfrei in Dortmund

Für den heutigen Tag war in Dortmund eine Pressekonferenz anberaumt worden.  Leider war ich selbst persönlich verhindert, daran teilzunehmen. Freundlicherweise stellte mir das Forum Rauchfrei aber die nötigen  Informationen zur Verfügung.

Folgende Experten sollten während der Pressekonferenz das Vorgehen von Forum Rauchrei begründen und Fragen beantworten:

Volker Loeschner, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, Berlin, Prof. Dr. med. Ulrich Keil, Universität Münster, Johannes Spatz, Arzt, Sprecher des Forum Rauchfrei, Berlin, Dr. med. Joachim Kamp, Sport-für-rauchfrei, Hausarzt, Palliativmediziner, Emsdetten sowie Dr. med. Ronald Doepner, Lungenfacharzt mit Praxis in Dortmund.

Logo des Forum Rauchfrei; via Forum Rauchfrei.

Logo des Forum Rauchfrei; via Forum Rauchfrei.

Presseerklärung von Forum Rauchfrei:

Jedes Jahr bis zu 1.000 Tote in Dortmund

Forum Rauchfrei beschreitet den Rechtsweg gegen Tabakmesse der Westfalenhallen

Weil die Stadt Dortmund mit ihrem stadteigenen Unternehmen Westfalenhallen Dortmund GmbH die Tabakmesse InterTabac durchführt und so den Konsum von Tabakprodukten fördert, hat das Forum Rauchfrei gestern Beschwerde beim Ordnungsamt Dortmund eingelegt. Ziel ist es, die Erlaubnis zur Durchführung der Messe zu widerrufen. Die Stadt verstößt mit der Tabakmesse gegen das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz und stellt sich durch ihre Förderung des Tabakkonsums der grundgesetzlichen Schutzpflicht des Staates entgegen.

„Dass ein stadteigenes Unternehmen als Teil der Tabakindustrie agiert ist nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich nicht hinnehmbar“, sagt Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei. „Es ist ein Skandal, dass Landes- und Bundesregierung nichts gegen die InterTabac unternehmen“.

Dr. Ronald Doepner, Pneumologe mit Praxis in Dortmund, zu den Verantwortlichen der Tabakmesse in Dortmund: „Es handelt sich um eine Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht mit Todesfolge“.

Volker Loeschner, Fachanwalt für Medizinrecht: „Während der InterTabac wird das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz ad absurdum geführt. Raucherräume, die ausnahmsweise eingerichtet werden können, dienen der Selbstbestimmung der Raucher, nicht aber wirtschaftlichen Interessen der Tabakindustrie wie im Fall der InterTabac“.

„Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich den Kampf gegen Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen als Gesundheitsziel auf die Fahnen geschrieben“, sagt Dr. Joachim Kamp, Facharzt für Innere Medizin in Emsdetten „NRW kann doch nicht zulassen, dass die Stadt Dortmund Tabakprodukte vermarktet“.

„In Dortmund sterben jedes Jahr bis zu 1.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, in Nordrhein-Westfalen bis zu 30.000. Hierfür macht sich die Stadt Dortmund mit verantwortlich“, so Prof. Dr. Ulrich Keil, Epidemiologe an der Universität Münster.

Die Messe verstößt nicht nur gegen das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz, sie widerspricht auch den Gesundheitszielen des Landes und des Bundes sowie dem Gesetz zu dem Tabakrahmenübereinkommen von 2005. Johannes Spatz, Dr. Joachim Kamp, Dr. Ronald Doepner, Prof. Dr. Ulrich Keil und Volker Loeschner fordern ein sofortiges Ende der Tabakmesse. Sie finden dabei zunehmend Unterstützung durch Verbände aus dem Gesundheitswesen in NRW, bundesweit und auch international. Die Messe, die größte ihrer Art, führt zu einer Erhöhung des Tabakkonsums und zu negativen Auswirkungen auf der ganzen Welt.

Forum Rauchfrei appelliert an NRW-Gesundheitsministerin

Die Nikotingegner richteten darüberhinaus einen „Appell an die Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen“:

Sehr geehrte Frau Ministerin Steffens,

vom 18. bis 20. September 2015 soll in Dortmund zum 37. Mal die Tabakmesse InterTabac stattfinden, geplant und durchgeführt von der stadteigenen Westfalenhallen Dortmund GmbH. Mit dieser Messe fördert die Messegesellschaft und ihr alleiniger Besitzer, die Stadt Dortmund, den Verkauf von Tabakprodukten, an deren Konsum alleine in Deutschland jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen sterben.

Die InterTabac ist die weltweit größte Messe ihrer Art, sie wächst von Jahr zu Jahr, sie hat weitreichende Auswirkungen in Ländern auf der ganzen Welt. Weltweit sterben jedes Jahr rund sechs Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens.

Alle Bemühungen, den Stadtrat und den Oberbürgermeister Dortmunds zu einem Umdenken zu bewegen, sind bisher erfolglos geblieben.

Auf der Liste der zehn vorrangigen Gesundheitsziele des Landes Nordrhein-Westfalen stehen die Reduzierung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und die Bekämpfung des Krebses an oberster Stelle. Warum lässt das Land es seit über dreißig Jahren zu, dass eine seiner Städte ein Produkt vermarktet, das wie kein zweites die Ursache für diese Erkrankungen darstellt?

Als Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen haben Sie die Möglichkeit, die Veranstaltung der Tabakmesse InterTabac zu verhindern. Die Messe widerspricht den Zielen des nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetzes ebenso wie den Zielen des Gesetzes zu dem Tabakrahmenübereinkommen, das der Deutsche Bundestag im Jahr 2004 beschlossen hat.

Wir appellieren an Sie, sich im Interesse der Bürger Dortmunds, der Bürger Nordrhein-Westfalens und aller Menschen, die heute und in Zukunft unter den Folgen des Tabakkonsums leiden, für ein Ende der Tabakmesse InterTabac einzusetzen.

Informationen: Johannes Spatz Sprecher Forum Rauchfrei.

Gesundheitsverbände, Ärztinnen und Ärzte appellieren an Gesundheitsministerin von NRW, die Tabakmesse „InterTabac“ zu stoppen

Am Freitag übersandte das Forum Rauchfrei der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens einen Appell mit der Forderung, die weltweit größte Tabakmesse, die vom 18. bis 20. September 2015 in Dortmund von der stadteigenen Westfalenhallen Dortmund GmbH veranstaltet werden soll, zu stoppen. Zu den bedeutendsten Unterzeichnern aus Deutschland gehören die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, der Bundesverband der Pneumologen und der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte.

„Nach der Absage der Inter-tabac ASIA auf Bali ist Dortmund vielen Menschen in aller Welt als die deutsche Stadt im Gedächtnis geblieben, die den Tabakkonsum weltweit fördert“, sagt Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei, das den Appell initiiert hat. Die Tabakmesse Inter-tabac ASIA, deren Durchführung auf Bali im Februar 2014 ebenfalls von den Westfalenhallen geplant worden war, wurde nach einer internationalen, vom Forum Rauchfrei ausgelösten Protestwelle vom Gouverneur der Insel verboten. Appelle an den Dortmunder Oberbürgermeister, die Messe abzusagen, waren ohne Erfolg geblieben.

Zu den bekanntesten Unterzeichnern aus der Politik gehören die drei Bundestagsmitglieder Lothar Binding (SPD), Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE) und Inge Höger (DIE LINKE). Auf internationaler Ebene haben u.a. die Chefredakteurin der Zeitschrift Tobacco Control, Ruth Malone, und die Organisationen Action on Smoking and Health (USA), die Irish Cancer Society und die South East Asia Tobacco Control Alliance unterzeichnet.

Die Messe steht im Widerspruch zu den Gesundheitszielen des Landes NRW und des Bundes, ebenso wie zu den Zielen des nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetzes und des Gesetzes zu dem Tabakrahmenübereinkommen des Bundes. „Es ist erstaunlich, dass das Land es überhaupt noch zulässt, dass eine seiner Städte eine solche Messe veranstaltet“, so Spatz.

Für den Fall, dass auch der Appell an Gesundheitsministerin Steffens nicht fruchten sollte, hat das Forum Rauchfrei für den Eröffnungstag der Messe eine Protestveranstaltung vor den Toren der Westfalenhallen angekündigt.

(Informationen via Forum Rauchfrei)

Ich werde Sie, liebe Leserinnen und Leser, weiter über die Causa informieren.

Dortmund: Flüchtlinge überaus herzlich und warm willkommen geheißen

Seit vergangenen Sonntag treffen jeden Tag Flüchtlinge in Dortmund ein. Ich konnte vor Ort sein als der erster Zug – aus München kommend – nach 8 Uhr 30 Uhr auf dem Hauptbahnhof der Stadt eintraf. Dieser war zunächst nach Mitternacht in den  sozialen Medien für 3 Uhr nachts avisiert worden.Gleich nachdem dies bekannt gegeben war, strömten viele Dortmunderinnen und Dortmunder sowie Auswärtige mit Essenspaketen, Wasserflaschen, Decken und vielerlei mehr zum Hauptbahnhof. Die Wände rechts und links des Durchgangs zu den Bahnsteigen waren von spontan besorgten Hilfsangeboten gesäumt.

Unangenehmer Zwischenfall

Sofort nach Dortmund geeilt war auch der Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE, Niema Movassat. Er wurde auf dem Dortmunder Hauptbahnhof Zeuge unschöner Szenen. Die Partei Die Rechte hatte eine Demonstration angemeldet. Als dann eine kleinere Gruppe von Flüchtlingen in der Nacht in Dortmund eintraf, drangen rechte Demonstranten in den Hauptbahnhof ein, wo sich Gegendemonstranten aufhielten. Die Schuld für kurzeitigen Raufereien – so Stunden später ein Augenzeuge gegenüber mir – müsse der örtlichen Polizei gegeben werden. Die ebenfalls anwesende Bundespolizei hatte offenbar ausdrücklich eine andere Strategie vorgeschlagen, um eine  Konfrontation zu vermeiden. Vergeblich. Niema Movassat will den Vorfall parlamentarisch klären lassen. Vor allem auch deshalb, weil die Polizei mit Pfefferspray im geschlossenen Raum des Bahnhofs und mit Hunden ohne Beißkorb gegen die Gegendemonstranten vorging.

Dortmunderinnen und Dortmunder bereiteten den Flüchtlingen einen überaus herzlichen und warmen Empfang

Als schließlich der erste Zug, ein ICE aus München, (siehe oben) in Dortmund einlief, hatten sich die Nazis längst verdünnisiert. Viele Menschen fand man auf dem Bahnsteig versammelt, die gekommen waren um die Flüchtlinge in Dortmund zu empfangen. Plakate und Transparente mit Aufschriften wie „Refugees Welcome!“ waren zu sehen. Fotografen und Kamerateams brachten sich in Position. Es wurde ein überaus herzlicher Empfang. Beifalls brandete auf. Die Flüchtlinge traten müde  scheu auf den Bahnsteig. Dann lächelten viele von ihnen – überwältigt von dem so herzlichen und warmen  Empfang. Vielen Menschen aus diesem spontan zusammengekommenen Empfangskommitee und Helfern  traten Tränen der Rührung in die Augen. Die Flüchtlinge – unter ihnen auch Kinder – wurden zum Nordausgang des Bahnhofs hinaus ins Freie hinausgeführt. Dort wurde ihnen erste Essenspakete überreicht. Man ergriff die Hände der Flüchtlinge unter dem Ausruf „Welcome!“ und schüttelte sie. Zu Fuß geleiteten die gut organsierten Hilfskräfte die ersten Flüchtlinge wenige Meter hin zum

Über die Einsatzleitung der Feuerwehr Dortmund am Nordausgang des Hauptbahnhofes erfolgte die nötige Koordinierung; Fotos/Videos: C.-D. Stille

Über die Einsatzleitung der Feuerwehr Dortmund am Nordausgang des Hauptbahnhofes erfolgte die nötige Koordinierung; Fotos/Videos: C.-D. Stille

Dietrich Keuning Haus. Dort versorgten Helferinnen und Helfer  die erschöpften Menschen mit Essen und Trinken. Auch Hilfsgüter sind dort gut sortiert gelagert. Später sollten sie in Nordrhein-Westfalen verteilt werden. Berührende Augenblicke an diesem Sonntag. Die sich seitdem täglich mehrfach wiederholen. Denn weitere Flüchtlinge sind von Salzburg oder München her nach Dortmund unterwegs. Gestern besuchte die nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hannelore Kraft zusammen mit dem  Dortmunder Stadtdirektor Jörg Stüdemann  das Dietrich Keuning Haus.

Dortmund: Bündnis UMfairTEILEN ruft zur Teilnahme an der Anti-TTIP-Großdemonstration am 10. Oktober in Berlin auf

Ingo Meyer ruft für das Dortmunder Bündnis Umfairteilen zur Teilnahme an der Anti-TTIP am 10. Oktober in Berlin auf; Foto: C.-D. Stille

Ingo Meyer ruft für das Dortmunder Bündnis Umfairteilen zur Teilnahme an der Anti-TTIP am 10. Oktober in Berlin auf; Foto: C.-D. Stille

Für den 10. Oktober 2015 rufen mehrere Organisationen sowie Gewerkschaften zu einer Großemonstration  gegen das sogenannte Freihandelsabkommen TTIP in Berlin auf. Zu TTIP lesen Sie hier mehr.

Logo Bündnis UMfairTeilen via Bündnis UMfairTEILEN Dortmund.

Logo Bündnis UMfairTeilen via Bündnis UMfairTEILEN Dortmund.

Wie Ingo Meyer kürzlich via Pressemitteilung informierte, regt  das Dortmunder Bürgerbündnis UMfairTEILEN ebenfalls zur  Teilnahme an der Anti-TTIP-Demo in Berlin an:

Das aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Parteien bestehende Dortmunder UMfairTEILEN-Bündnis ruft dazu auf, am 10. Oktober 2015 in Berlin an der Demo gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA sowie das mit Kanada verhandelte Freihandelsabkommen CETA teilzunehmen. Sie beginnt um 12 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. TTIP und CETA würden soziale und ökologische Standards sowie die Höhe der bisherigen Löhne und Gehälter gefährden. Die geplanten privaten Schiedsgerichte sind nach Auffassung des Bündnisses als undemokratisch abzulehnen. Denn vor diesen könnten Konzerne die einzelnen Staaten wegen Gesetzen, die ihre Gewinnerwartungen schmälern könnten, auf Schadensersatz verklagen. Ingo Meyer von Umfairteilen Dortmund erklärt:

„Abkommen wie TTIP und CETA würden vor allem der kleinen Schicht von Superreichen nutzen, die jetzt schon gewaltige private Vermögen in ihrem Besitz konzentriert hat und welche durch TTIP auf Kosten der großen Mehrheit der Bevölkerung noch reicher würde.“

Dieses sei keinesfalls hinzunehmen.

Artikel über das Bündnis für Umfairteilen Dortmund erhalten die Leserinnen und Leser hier und hier.

Neben Dortmund wird ebenfalls in vielen Orten Deutschlands für die Teilnahme an der Demonstration in Berlin mobilisiert. Die Kampagneplattform Campact informiert über die Möglichkeit am 10. Oktober mit Sonderzügen nach Berlin und wieder zurück zu gelangen. Fahrkarten können dort ebenfalls gebucht werden. Nach meinen Informationen hat auch der DGB an verschiedenen Orten Deutschlands Busse gechartert. Gewerkschaftsmitglieder werden kostenlos (im Mitgliedsbeitrag enthalten) zur Demo nach Berlin und wieder zurück zu den Abfahrtsorten befördert. Informationen auf den Seiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Netz oder jeweils direkt vor Ort.

Anja Böttcher: Offener Brief an die VertreterInnen der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin

Lesetipp

Avatar von DokDie Propagandaschau

Ein Brief von Anja Böttcher an die VertreterInnen der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, den die Publikumskonferenz gestern veröffentlichte und dem sich die Propagandaschau inhaltlich vollumfänglich anschließt:

Sehr geehrte Vertreterinnen & Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin,

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seit Beginn der Ukraine-Krise haben die deutschen Leser von führenden Printorganen und die Zuschauer/Hörer der audiovisuellen Medien, darunter vor allem des zwangsweise von der gesamten Bevölkerung finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks & – Fernsehens, in einem bislang ungekannten Maße gegen die offensichtlich russophobe Ausrichtung ihres öffentlichen Diskurses heftig & nachhaltig protestiert. Zu einsichtig war es, dass die mediale Darstellung Ihres Landes & unseres großen Nachbarlandes von Beginn an darauf ausgerichtet war, in der Bevölkerung eine feindselige und aggressive Einstellung gegenüber Russland zu verbreiten und tief zu verankern.

Dies ist bislang nicht gelungen; stattdessen hat die Befremdung der Bevölkerung gegenüber ihrer medialen & politischen Repräsentation in einem Maße zugenommen, das den Zusammenhalt der…

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2 Jahre Propagandaschau – 1000 Beiträge gegen Kriegshetze, Desinformation und Verblödung

Propagandaschau – Gut, dass es euch gibt!

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PropagandaistGewaltAm 5. September 2013 veröffentlichte die Propagandaschau die ersten Beiträge. Im Zentrum standen damals die Propaganda, Lügen und systematische Kriegstreiberei gegen Syrien.

In der ZEIT wollte der Kriegshetzer, Lügner und verurteilte Steuerhinterzieher Theo Sommer den Lesern damals weismachen, Baschar al-Assad sei sowohl für den Giftgasangriff von Ghuta, als auch für sämtliche, damals rund 100.000 Toten, in Syrien verantwortlich. Im SPIEGEL wollte der notorische Lügner Marc Pitzke die Schuld am Krieg in Syrien Vladimir Putin in die Schuhe schieben und im ZDF heute-journal verbreitete US-Propagandist Claus Kleber hanebüchenen Unsinn über Angriffspläne Syriens auf Israel.

Sie alle sind Täter, für die das Recht (noch) keinen Straftatbestand codifiziert hat. Sie sind Informationsverbrecher, deren Aufgabe die Destabilisierung fremder Länder und Regierungen, die mediale Vorbereitung, Rechtfertigung und die Täuschung der Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe und Verantwort­lichen für Krieg und Massenmord ist. Sie sind mediale Brandstifter und Hütehunde, die die Bevölkerung manipulieren, je nach…

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Russland verstehen! Deutschlehrer aus Kaliningrad erklärt die russische Gesellschaft

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Alexander_Becker2240Alexander Becker

Alexander Becker ist Deutschlehrer in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg. Auf seinem YouTube-Channel stellt er regelmäßig selbstproduzierte Videos ein, in denen er in erster Linie Deutschunterricht für Russen erteilt. Daneben veröffentlicht er – wann immer es sei­ne Zeit erlaubt – Videos auf Deutsch, die sich an ein deutsches Publikum richten und der Völker­ver­stän­di­gung dienen.

Sein Deutsch ist exzellent, die Videos sind kritisch und differenziert. Sie erlauben Einblicke in die russische Realität, die die Propaganda und Desinformation konterkarieren, wie sie uns in deutschen Medien regelmäßig präsentiert wird. Wer sich für das ehemalige Königsberg interessiert, findet Fahrten und Ausflüge durch die Stadt und Umgebung.

In einem aktuellen Video, das wir hier vorstellen möchten, wirft Alexander einen kritischen Blick auf die russischen Medien und es zeigt sich, dass diese sich kaum von deutschen Medien unterscheiden. Erster und zweiter Kanal von Rossiya entsprechen dem, was ARD und ZDF in Deutschland sind: Staatsfunk…

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