„Der längste Krieg“ von Emran Feroz. Rezension

Die Taliban sind zurück an der Macht in Afghanistan. Wunderblumen unter bestimmten Politikern und Journalisten geben sich nun völlig überrascht. Entweder verstellen sie sich gut (nur eine üble Eigenschaft von Politikern) oder sind so naiv, dass sie das tatsächlich glauben (können). Und die üblichen Verdächtigen unter den Mainstream-Journalisten müssen (wenn sie wirklich nicht schlauer sind) sich mit wundern. Mitgehangen mit gefangen. Oder müssen sie dran glauben? Vielleicht auch das. Derweil ist es so: Die in den vergangenen 20 Jahren herrschenden Politiker und die ihnen nach den Mund geredet habenden Journalisten (in den USA nennt man sie „Presstitutes“, zu deutsch: „Presstituierte“) haben uns betreffs der Begründung und hehren Ziele des Afghanistan-Krieges (der nebenbei bemerkt in Deutschland lange Zeit nicht einmal Krieg genannt werden durfte!) zwanzig Jahre von vorne bis hinten nach Strich und Faden belogen.

„Nichts ist gut in Afghanistan“, hat Margot Käßmann vor elf Jahren einmal gewagt zu sagen. Was hat man die Frau dafür geprügelt! Dabei hatte die Theologin recht. Wer halt von der offiziellen Linie abweicht, wird abgestraft. Gegenwärtig erleben wir so etwas in der Corona-Krise.

Am 11. September 2001 war Emran Feroz neun Jahre und lebte in seinem Geburtsort Innsbruck. Zwei Jahre zuvor hatten seine Eltern die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. An diesem bezeichnenden Tag wartet der Junge auf seinen geliebten Zeichentrickfilm. Stattdessen flimmerten die Bilder von den zwei Türmen des World Trade Center über den Bildschirm.

Anmerkung meinerseits: Dass am selben Tag auch das Gebäude WTC 7 einstürzte haben viele Menschen bis heute noch gar nicht realisiert. Angeblich durch einen Brand. Keines der Terror-Flugzeuge flog jedoch in dieses Gebäude. Inzwischen weiß man dank einer Untersuchung der Universität Alaska, dass der Brand nicht die Ursache für den Einsturz sein kann. Hier ein Artikel des Magazins Blauer Bote.

Quasi von Stund an änderte sich das Leben vieler Menschen: namentlich das von Muslimen. Auch der Junge Emran bekam das zu spüren. Plötzlich galt er in der Schule als „der Afghane“. Eine Lehrerin fragte ihn, warum Osama bin Laden das gemacht habe. Emran konnte nur antworten, das Osama bin Laden doch gar kein Afghane sei.

Das Bombardieren Afghanistans fanden plötzlich viele gut. Islamfeindlichkeit kam auf. Kaum einer stellte diese Angriffe infrage. Jahre später behauptete Claus Kleber, die Afghanen hätten sich über diese Angriffe gefreut. Was so nicht stimmte. Viele Afghanen begrüßten den Fall der Taliban, sie rasierten sich die von ihnen vorgeschriebenen Bärte ab und Frauen entledigten sich der Burka. Der ZDF-Korrespondent Uli Gack entblödete damals sich nicht, von Kairo aus zu befinden, „viele Afghanen“ würden ein noch härteres Vorgehen begrüßen.

Derjenige, der dies für uns aufgeschrieben hat, ist der austro-afghanische Journalist Emran Feroz. Das Halbwissen von Journalisten wie Claus Kleber und Uli Gack haben ihn dazu gebracht selbst Kriegsreporter zu werden und zur Schreibfeder zu greifen. Die Berichterstattung, schreibt Feroz, sei damals geprägt gewesen von rassistischen und orientalistischen Stereotypen.

Ursprünglich hatte Emran Feroz, der im Frühling diesen Jahres noch einmal in Afghanistan gewesen war, sein heute erschienenes Buch anlässlich des zwanzigsten Jahrestages von 9/11 angefangen zu schreiben. Nun aber übereilten sich die Ereignisse in Kabul. Und der Westend Verlag entschied sich Buch früher als geplant herauszubringen. Es trägt den Titel „Der längste Krieg“. Dieser längste Krieg der USA begann am 7.Oktober 2001. Wir wissen inzwischen, dass die Kriegsgründe vorgeschoben waren. Dass sogar Pläne für diesen Krieg bereits vor 9/11 in der Schublade lagen, war zu lesen. Allerdings nicht im hier zu besprechenden Buch.

Der Westen sei, so Feroz, letztlich an seinen eigenen „Werten“ gescheitert und habe die eigene Rechtsstaatlichkeit beschädigt. Man denke nur an Guantánamo, die geheimen schwarzen Gefängnisse in Vasallenstaaten der USA, die Rendition-Flüge (Verschleppungsflüge) der CIA und die Anwendung der Folter sowie die besonders von Friedensnobelpreisträger Obama forcierten Drohnenmorde Washingtons (dazu hat übrigens Emran Feroz das interessante Buch „Tod per Knopfdruck“ veröffentlicht). Der sogenannte „War on Terror“ mache deutlich in welch dystopischer Verfassung der Westen bereits lebt. Man belog sich selbst und die eigenen Bürger. Bitter müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass durchaus vor 20 Jahrzehnte von den Taliban offerierte Friedensangebot abgelehnt worden warn. Und zwei Jahrzehnte und viele Tote später doch schließlich mit ihnen in Doha verhandelt wurde.

Berichten zufolge wollten die USA zunächst den Irak angreifen. Dann entschieden sich jedoch um. Und zogen den Krieg gegen Afghanistan vor. Dazu lesen Sie bitte bei Michael Lüders:

„Als hätte es jemals eine Militärintervention aus humanitären Erwägungen gegeben! Der Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon war für die damalige US-Regierung unter George W. Bush der Auftakt für ein lange geplantes Projekt, unliebsame Regime in Nah- und Mittelost zu beseitigen. Am liebsten hätte die Bush-Entourage als erstes den Irak angegriffen. Es war Außenminister Colin Powell, der aus Gründen der Dramaturgie empfahl, zunächst die Taliban zu stürzen, danach erst Saddam Hussein. So geschah es, obwohl 15 der 19 Attentäter vom 11. September aus Saudi-Arabien stammten. Den engen Verbündeten zu bombardieren erschien aber abwegig. Also nahm man die Taliban ins Visier, die Osama bin Laden Unterkunft gewährt hatten. Mit Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, die stets zur Begründung für US-geführte Kriege in der islamischen Welt herangezogen werden, hatte das nichts zu tun.“ (Quelle: Lebenshaus Schwäbische Alb) Lüders im Untertitel zu seinem Beitrag „Afghanistan: Besatzer, nicht Befreier“: „20 Jahre diente Deutschland den USA als Hilfssheriff – ohne irgendeinen Plan. Die Folgen zeigen sich jetzt.“

Um die uns verklickerten Ziele des Afghanistan-Krieges ging es offenbar nie. RT Deutsch-Reporter Warweg zitierte kürzlich US-Präsident Joe Biden:

„Unsere Mission in Afghanistan war nie dazu gedacht, eine Nation aufzubauen oder eine einheitliche, zentralisierte Demokratie zu schaffen. Unser einziges vitales nationales Interesse in Afghanistan ist und bleibt die Verhinderung terroristischer Angriffe auf das [US-]amerikanische Heimatland.“ Quelle: RT Deutsch

Zwar beherbergten die Taliban damals Bin Laden und seine Leute. Und als die USA die Auslieferung Bin Ladens von ihnen forderten, verlangten die Taliban Nachweise für dessen Täterschaft. Gesetzt den Fall, Washington liefere diese, wollten sie Bin Laden an die USA übergeben. Emran Feroz schreibt, die Taliban wollten Bin Laden ohnehin gern loswerden, den sie nicht eingeladen hatten. Das hatte nämlich Abdul Rab Rasoul Sayyaf getan. Ironischerweise, stellt Feroz fest, beharrten ausgerechnet die Taliban auf Rechtsstaatlichkeit. Ausgerechnet die USA pfiffen aber darauf. Denn sie wollten Krieg.

„Ich möchte Bin Ladens Kopf in einer mit Trockeneis gefüllten Kiste. Ich möchte dem Präsidenten Bin Ladens Kopf zeigen“, hieß es damals seitens des Leiters der Anti-Terrorabteilung der CIA, Cofer Black.

Emran Feroz erinnert uns daran, dass selbst Bundeskanzler Gerhard Schröder den Krieg gegen den Terror ohne Murren goutierte. Und: „Joschka Fischer sehnte den Krieg herbei, schwadronierte von einem ‚Kampf gegen das Böse‘.

Der Westend Verlag rekurriert auf die einstige Feststellung von Margot Käßmann und schreibt: Nichts ist gut am Hindukusch

Mit der Operation Enduring Freedom begann am 7. Oktober 2001 der „Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan, der bis heute zum längsten Krieg der USA und ihrer Verbündeten geworden ist, mit Tausenden Toten und Verletzen, auch unter den deutschen Soldaten. Dieser neokoloniale „Kreuzzug“ hat Wunden hinterlassen, die womöglich niemals heilen werden. Emran Feroz beschreibt zum 20. Jahrestag diesen Krieg nun erstmals aus afghanischer Perspektive. Er hat mit vielen Menschen vor Ort gesprochen: von Hamid Karzai über Taliban-Offizielle bis zu betroffenen Bürgern, die vor allem unter diesem Krieg gelitten haben.

Emran Feroz lässt die wichtigsten Ereignisse noch einmal Revue passieren. Dabei erfahren wir auch viele über Afghanistan, sein Kultur, seine Menschen, die Warlords, die Stammesgesellschaft und vieles andere mehr. Was für alle Leserinnen und Leser von Interesse ist. Auch wird er Aufstieg des späteren afghanischen Präsidenten Hamid Karzai nachgezeichnet. Wirklich etwas wissen über Afghanistan tun ja viele Menschen hierzulande nicht. Und dass, was sie erfahren haben, wurde ihnen durch verschiedene Brillen gesehen und von westlichen Interessen geprägt erzählt. Emran Feroz berichtet seit einem Jahrzehnt aus Afghanistan. Nie sei er dabei abgesichert gewesen wie andere westliche Journalisten.

Mir persönlich wurde das bitterarme Afghanistan erst einigermaßen bewusster, als die Sowjetunion dort einmarschierte. Und kurze Zeit später durch meinen Freund Farid, der mit seiner Frau damals in die DDR gekommen war, um zu studieren. Er brach aber bald sein Studium ab und machte an dem Theater, an welchem ich zu dieser Zeit arbeitete, mit unserer großen solidarischen Unterstützung, dort seinen Abschluss als Beleuchtungsmeister. Durch Begegnungen mit dessen Kommilitonen lernte ich afghanisches Essen, afghanische Musik und vieles andere mehr kennen. Ein Bildband brachte uns die landschaftlichen Schönheiten dieses gebeutelten Landes deutlich.

Was Emran Feroz bewegte hatte, seien die Nachrichten über einen greisen Afghanen gewesen, welcher von US-Soldaten sexuell missbraucht worden war. Was sicher für jeden Menschen furchtbar sein muss, aber erst recht für Muslime, für die Nacktheit ohnehin ein Tabu ist. Dazu Emran Feroz: Die Invasoren, die Befreier sein wollten, wurden selbst zu Barbaren. Nie sind westliche Soldaten, die sich durch bestialische Handlungen oder ansonsten brutales Auftreten in Afghanistan ihren Verbrechen entsprechend bestraft worden.

Der Autor schreibt, Afghanistan gelten als „Friedhof der Supermächte“. Andere nennen es „Friedhof der Imperien“. Denn bekanntlich sind alle Mächte, die in Afghanistan einfielen bitter gescheitert: Alexander der Große, die Briten, Sowjetunion und nun die NATO.

Präzisierend befindet Emran Feroz: Das Land sei „der Friedhof der Afghanen“.

Jeder von den Invasoren getöte afghanische Mensch wurde zu deren Feind. Es sei schließlich zum „Blowback“ gekommen. Als Blowback (englisch für Rückstoß) wird in der Fachsprache der Geheimdienste ursprünglich der unbeabsichtigte Effekt bezeichnet, bei dem inoffizielle außenpolitische Aktivitäten oder verdeckte Operationen später negativ auf deren Ursprungsland (hier der Invasoren) zurückfallen.

Was mich im Buch einigermaßen überrascht hat, ist, dass dessen Autor folgende bislang eigentlich feststehende Ansicht entscheidend abschwächt: Die Invasion der Sowjetunion am ersten Weihnachtstag 1979, die mit der Einnahme des Kabuler Flughafens begonnen hatte, veranlasste Zbigniew Brzeziński, dem US-Sicherheitsberater mehrere US-Präsidenten, dem seinerzeitigen US-Präsidenten Jimmy Carter, dass die USA jetzt „die Gelegenheit haben, den Sowjets ihr Vietnam zu bescheren“. Die sogenannte „afghanische Falle“. Was ja schlussendlich auch so funktionierte. Da wurde eigentlich schon das Ende der Sowjetunion besiegelt.

Feroz führt allerdings aus: Agenten Moskaus stürzten Afghanistan ins Unglück. Auf Anraten Zbigniew Brzezińskis habe US-Präsident Carter Mudschahidin mit 30 Millionen Dollar unterstützt. Mit der „afghanische Falle“ habe dies allerdings wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Auch sowjetische Gräueltaten benennt Feroz.

Ebenso vergisst Feroz den deutschen Schandfleck Kunduz nicht zu erwähnen. Aus in einem Flussbett nahe Kunduz steckengebliebenen Tankfahrzeugen hatten Afghanen Treibstoff abgezapft. Der deutsche Oberst Klein hegte die Befürchtung, die Tankwagen könnten als „rollende Bomben“ benutzt werden. Dabei waren steckten sie ja fest und konnten überhaupt nirgendwo hinrollen! Klein wies die US-Airforce an, die Tankfahrzeuge zu bombardieren. Die US-Piloten versuchten zunächst die Menschen durch Tieflüge über deren Köpfen hinweg zu verscheuchen. Klein blieb dabei: Bombardieren! Die US-Piloten fragten ausdrücklich noch einmal nach. Klein blieb dabei. Bei dem von der Bundeswehr befohlenen Bombenangriff nahe der afghanischen Stadt Kundus waren bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden.

Die juristische Aufarbeitung des Falles ist bis heute unbefriedigend. Der für den Angriff verantwortliche Ober Klein wurde nicht bestraft, sondern noch befördert! „Georg Valentin Klein ist Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr und seit dem 1. April 2021 Abteilungsleiter Einsatz im Kommando Streitkräftebasis auf der Hardthöhe in Bonn.“ (Quelle: Wikipedia)

Der Anwalt der Opfer, Karim Popal, hingegen wurde angegriffen und diffamiert. Wie sagen die Österreicher: So rennt das!

Die „Afghanistan-Papers“ (hier und hier) hätten, so Emran Feroz, keine Geheimnis offenbart. Die US-Amerikaner waren jahrelang über die angeblichen „Erfolge“ des Afghanistan-Krieges belogen worden.

Emran Feroz meint, die Taliban hätten letztens hauptsächlich obsiegt, weil sie nach der Devise handelten, „Ihr habt die Uhren, doch wir haben die Zeit“ (S.214). Westliche Beobachter hätten dieses „afghanische Sprichwort“ in letzter Zeit immer wieder den Taliban zugeschrieben.

Ich hatte das Sprichwort bislang immer für afrikanisches gehalten. Aber ist wohl verbreiteter als man denkt. „Die Zeit für die westlichen Truppen ist allem Anschein nach abgelaufen“, meint Feroz im Kapitel „Quo vadis, Afghanistan?“.

Der Autor stellt fest oder hofft?: „Der innerafghanische Frieden hat schon längst begonnen.“ (S.216) Ein Afghane wird mit diesen Worten zitiert: Nur mit Worten nicht mit Waffen kann es gelingen.

Feroz schließt (S.216): „Der Dialog, Aussöhnung sowie die Aufarbeitung der Kriegsgräuel würden eben Machtpositionen ebenjener Akteure in Frage stellen und womöglich dazu führen, dass sie aufgrund ihrer Taten zur Rechenschaft gezogen werden – dann aber, hoffentlich (!), von einem unabhängigen afghanischen Gerichtshof, der zur Freiheitsstrafe und nicht zur Folterkammer.“

In „Der längste Krieg“ lassen sich all meine Einschätzungen, Recherchen und Analysen zur Lage in Afghanistan, auf die ich in zahlreichen Interviews und Texten in den letzten Tagen eingegangen bin, ausführlich und detailliert finden. Leider trat praktisch alles ein, was ich vorhergesagt hatte. Dass das Buch zu solch einer traurigen und deprimierenden Zeit erscheint, war nicht meine Absicht. Mein Fokus lag ausschließlich auf den 20. Jahrestag der Anschläge des 11. Septembers und der darauffolgenden US-Invasion. Ich hoffe dennoch, dass es zu mehr Verständnis führt. Quelle: Emran Feroz auf Facebook am 21.08.2021

Dass Feroz‘ Vorhersagen praktisch alle eintrafen, lässt an seinerzeitige Äußerungen denken, die der große Peter Scholl-Latour (er fehlt so!) warnend und voraussehend getan hatte: nämlich betreffs des ziemlich sicheren Scheiterns des Afghanistan-Krieges. Was nahezu auf Punkt und Komma eintrat.

Freilich ist Emran Feroz noch kein Peter Scholl-Latour, aber er kommt ihm von Buch zu Buch und je mehr Erfahrungen er macht, gewiss über die Jahre immer näher. Ihn zeichnet aus, dass er als Journalist seriös an seine Recherchen vor Ort sowie mit Kenntnis des jeweiligen geografischen Gebietes aus eigener Anschauung sowie der Kultur herangeht und somit nicht durch Halbwissen zu glänzen versuchen muss wie andere, oder Papageienjournalismus betreibt, wie Journalisten vom Schlage eines Claus Kleber, dem die Zugehörigkeit zur Atlantik-Brücke und damit verbundene Ideologie geradezu aus allen Poren tritt.

Ein Buch, dass ich meinen verehrten Leserinnen und Lesern – auch und gerade angesichts der jüngsten Entwicklungen in Afghanistan – unbedingt ans Herz legen möchte.

Emran Feroz

Der längste Krieg

20 Jahre War on Terror

Seitenzahl:224
Ausstattung:Klappenbroschur
Artikelnummer:9783864893285
  • Buch
  • 18,00 Euro

www.buchkomplizen.de.

Anbei gegeben via Weltnetz.TV

„Mythos 9/11“ von Mathias Bröckers -Rezension

Elfter September 2001 – da war doch was? Ich saß damals im Pausenraum der Abteilung Beleuchtung im Theater Dortmund. Wie immer lief der Fernseher. Und plötzlich erregte ein Bild mein Interesse: Wie es den Anschein hatte, flog ein Kleinflugzeug in einen der Türme des World Trade Center in New York! Erst später hieß es, das es ein großes Passagierflugzeug gewesen sei.

Nichts – hörten wir schon bald aus allen medialen Rohren – würde von nun an mehr sein wie es einmal war. Nach diesem Terroranschlag. Schon am nächsten Tag wurde die Theaterbelegschaft zu einer Schweigeminute auf die Bühne des Opernhauses gerufen …

Das Verbrechen des Jahrhunderts. Viele Fragen offen

„Das Verbrechen des Jahrhunderts. Viele Fragen offen“ schreibt der Westend Verlag, um auf ein neues Buch von Mathias Bröckers hinzuweisen, das soeben erschienen ist.

„Die Anschläge des 11.9.2001 dürften als das Jahrhundertverbrechen in die Geschichte eingehen. Wie aber kann es sein, dass auch nach zwanzig Jahren noch immer an der „offiziellen Wahrheit“ festgehalten wird, obwohl bis heute die objektiven Unstimmigkeiten an dieser Version erdrückend sind? Die Kommission zur Klärung der Ereignisse legte einen Abschlussbericht vor, der einer staatsanwaltlichen Prüfung nicht standhält und von dem sich selbst einige Kommissionsmitglieder distanziert haben. Bestsellerautor Mathias Bröckers zieht zum 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 eine ernüchternde Bilanz über unterdrückte Beweise und die Folgen, die der „War on Terror“ bis heute weltweit nach sich zieht.

Eine ernüchternde Bilanz

Die Terroranschläge des 11. September 2001, die sich nun das zwanzigste Mal jähren, sind das „Crime of the Century“: Dreitausend Tote in den Flugzeugen und durch den Einsturz des World Trade Centers, hunderttausende Opfer durch den „War on Terror“, Millionen Geflüchtete und Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten, während das Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt ist und die Hintermänner weiterhin auf freiem Fuß sind.

Mathias Bröckers arbeitet am Morgen des 11. September 2001 gerade über Verschwörungstheorien, als in New York Schreckliches geschah

„Am Morgen des 11. September 2001 hatte ich mir auf einem Notizzettel eine These notiert“, schreibt Mathiass Bröckers (S.14): „Verschwörungstheorien haben eine besondere Eigenschaft: Sie reduzieren Komplexität. Komplexe Ursachen von Ereignissen werden auf einen einfachen Sündenbock reduziert. Das macht sie zu einem einfachen Werkzeug der Agitation und Propaganda.“ Da er so über diese Zusammenhänge schrieb, klingelte das Telefon. Der Freund am andere Ende der Leitung sagte: „Mach mal den Fernseher an. Da ist in New York etwas passiert.“

Ein gewisser Osama Bin Laden wurde der Tat verdächtigt. Bröckers fragte sich: Ein gigantischer, nie dagewesener Terroranschlag – und schon stand nach wenigen Stunden der Täter fest? Und weiter dachte er: „Wird hier gerade ein hochkomplexes Ereignis auf einen Sündenbock reduziert? Haben wir es nicht nur mit einem live übertragenen Verbrechen, sondern mit dem medialen ‚Making-off‘ einer Verschwörung zu tun?“

Bröckers reagiert mit „Verschwörungstheoretischen Anmerkungen“

Schon kurz darauf schien Bröckers „eine Antwort auf diese Frage deutlich zu werden“. Er schrieb einige „Verschwörungstheoretische Anmerkungen“. Diese erschienen am 13. September 2001 in der taz auf dem Online-Magazin Telepolis. Daraus wurde dann eine 60-teilige nicht geplante Serie. Ein Buch- das sich um historische Verschwörungen und Verschwörungstheorien drehte – für das bereits der Abgabetermin anstand, wollte Mathias Bröckers in einem zweiten Teil um das nun live zu beobachtende „welterschütternde Ereignis“ ergänzen. Doch der Verlag lehnte ab. Glücklicherweise fand sich mit Lutz Kroth von Zweitausendeins ein mutigerer Verlegen. Im Sommer 2002 erreichte das Buch eine Auflage von mehr als 100 000 Exemplaren. Dass sei, schreibt Bröckers, sei gar nicht einmal auf seine außergewöhnlichen Beobachtungsgabe zurückzuführen, sondern schlicht mit der Tatsache zu tun, „dass die gesamte journalistische Branche nach 9/11 einfach gar nicht hin- oder sogar wegschaute“. Eigentlich hätten ja jedem zweiten Kollegen auffallen müssen, meint der Autor, dass der Fall einfach zu viele Ungereimtheiten offenbarte, aus der eine offizielle Wahrheit entfaltet worden sei.

Bröckers schreibt (S.15) von den „Elefantenspuren, die die ‚Hijacker‘ am Flughafen hinterlassen hatten“. Und über weiteree haarsträubende Ungereimtheiten. Bröckers stellt fest: ein derart konstruiertes Drehbuch wäre seinem Autoren von jedem Produzenten der Welt zu recht rechts und links um die Ohren gehauen worden.

„Die große Erzählung von Osama und den 19 Räubern“ (ab S.18) und ihren Teppichmessern konnte also so nicht stimmen.

9/11 revisited“

Im Kapitel „9/11 revisited“ (ab S.7) des Essays greift Mathias Bröckers alles über das Jahrhundertverbrechen und dessen Folgen und Auswirkungen auf die Menschen bekannt gewordene weltweit überarbeitend noch einmal auf. Das ist begrüßenswert, weil die Menschen so manches im Laufe der Zeit doch vergessen haben bzw. Zusammenhänge nicht mehr einordnen zu vermögen. Und Bröckers kann sogar mit noch relativ neuen Erkenntnisse aufwarten: Im Jahre 2019 ergab nämlich eine Studie mit einer Simulation der University of Alaska Fairbanks, dass das WTC-7-Gebäude nicht durch ein in Etagen ausgebrochenes Feuer zum Einsturz gebracht worden ist. Dazu muss erwähnt werden: Viele Menschen – fragt man sie – wissen nicht einmal, dass neben den beiden Zwillingstürmen – in welche jeweils ein Passagierflugzeug flog – ein weiteres Gebäude, WTC-7, zusammengestürzt war.

Das Magazin Blauer Bote, welches ich hier zitieren möchte, schreibt dazu:

„Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York, USA, stürzten insgesamt drei Hochhäuser ein: die beiden großen Zwillingstürme des World Trade Centers, die jeweils von einem Flugzeug getroffen wurden, und das 47 Stockwerke hohe WTC-7- Gebäude (Salomon Brothers building). Das WTC 7 wurde nicht von einem Flugzeug getroffen. Nach offiziellen Angaben der Untersuchungskommission NIST soll der Zusammenbruch infolge von Feuer in den Stockwerken erfolgt sein, was allerdings so noch nie passierte, daher extrem unwahrscheinlich ist und auch dementsprechend nie korrekt nachgewiesen werden konnte. Jetzt bestätigt eine neue, am 15. Jahrestag von 9/11 vorgestellte Studie der Universität von Alaska, USA, dass das WTC-7-Gebäude nicht durch die Folgen von Feuer zusammenbrach.“ (…) „Der Einsturz von WTC 7 wäre der erste Zusammenbruch eines Hochhauses in Stahlskelettbauweise alleine durch Feuer überhaupt gewesen. Das kam noch nie vor. Auch seit dem 11. September 2001 kam so etwas nie mehr vor. Des weiteren glich der Kollaps des Gebäudes exakt der kontrollierten Sprengung eines Hochhauses, wie er Stand der Technik beim Abriß eines solchen Gebäudes ist.“

Im Kapitel „Ein Blick in den Abgrund“ (ab S.124) zitiert Bröckers eingangs Friedrich Nietzsche:

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen,

dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen

Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Nietzsches Erkenntnis, bekennt Mathias Bröckers, sei ihm „in den Jahren der Beschäftigung mit dem Jahrhundertverbrechen öfter in den Sinn, in zweifacher Hinsicht“ gekommen.

„Zum einen, weil sich ‚die Stadt auf dem leuchtenden Hügel‘, der Hort von Freiheit und Demokratie, die Vereinigten Staaten von Amerika, im Kampf mit der Ungeheuerlichkeit von 9/11 in nichts anderes als ein Ungeheuer mit mörderischen und totalitären Krallen zu verwandeln schien. Zum anderen, weil der Blick in diesen Abgrund die Recherchen zu den Hintergründen und Zusammenhängen dieser Ungeheuerlichkeiten, einen selbst tatsächlich ziemlich runterzogen. Denn was diese der Finsternis, der Täuschung, Lüge und Grausamkeit ‚in dich hinein‘ spiegelte, konnte wahrlich keine positiven Empfindungen wecken, sondern nur Entsetzen, Traurigkeit und Verzweiflung. Zumal wenn man als Späher ziemlich allein stand in diesem finsteren Dickicht, dem Wald, den die anderen professionellen Beobachter nicht sehen wollten, weil sie nur auf die von der Regierung aufgestellten Baumreihen achten.“ Sie stritten ab, dass sich dahinter etwas verbirgt. Sie beschimpften stattdessen jeden, der auf das „unübersehbare Dickicht“ aufmerksam machten.

Die Verantwortung der Journalisten

Wer sich als Journalist mit dem Thema beschäftigt und das seit 2001 stets gepflegte offizielle Narrativ zur Erklärung des Terroranschlags nicht nachbetet, wird beschimpft, ausgebremst und ausgegrenzt oder verliert unter Umständen gar den Job. Auch eine Depression kann denjenigen erwischen, der quasi gegen Windmühlen anrennt. Dass Mathias Bröckers mit Beschimpfungen und Diffamierung seitens mancher Medien davonkam und ihm eine Depression erspart blieb, kann uns freuen. Stattdessen ist ihm die Kraft zur Empörung und der Wille weiter an der Aufklärung des Jahrhundertverbrechens zu arbeiten erhalten geblieben. Denn noch immer – wie vorliegendes Essay beweist – beschäftigt ihn die Causa „Osama und die 19 Teppichmesser“. Bröckers hat im Übrigen nie behauptet, zu wissen, wie und von wem genau der Terroranschlag durchgeführt worden ist. Er hat allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass die offizielle Version der Untersuchung – von welcher sich sogar Kommissionsmitglieder distanziert hatten – so einfach unhaltbar ist. Zu viele Unstimmigkeiten enthält sie. Kein Staatsanwalt könnte normalerweise die dort beschworenen Erklärungen akzeptieren.

Warum Mathias Bröckers noch immer so wütend in Sachen 9/11 ist: „Ich lasse mich ungern verarschen“

Bei einem Essen mit einem Filmemacher nach einem Interview danach befragt, warum er noch immer so wütend sei in Sachen 9/11, habe er kurz und bündig geantwortet: „Ich lasse mich ungern verarschen.“ Im Essay befindet Bröckers: „Und die offizielle 9/11-Story ist nun mal die Mutter aller FakeNews. Und die gefährlichste überhaupt, denn sie hat Berge von Leichen und Massen von Flüchtlingen produziert und die Welt ins Chaos gestürzt. Wer eine derart große und gefährliche Lüge einfach akzeptiert und weiterverbreitet als Publizist, Journalist, Medienmensch, ist mitverantwortlich für ihre schrecklichen Folgen.“

Methoden des „Hexenhammers“ unter der Neuen Inquisition wieder up to date

Bröckers dachte über unter Folter zustande gekommene Geständnisse nach. Und kam darauf, dass bereits seit 1631 durch die Cautio Criminalis des Jesuiten Friedrich Spee allgemein bekannt wurde, dass diese Geständnisse nicht glaubhaft sind. (S.84) Während die „Heilige Inquisition“ in der Folge davon abgelassen hatte, „Beweisgeschichten über Teufel und Hexen mit Gewalt zu erpressen“, stellt er fest: (…)“ sind die Methoden des ‚Hexenhammers‘ von 1486 unter der Neuen Inquisition wieder up to date“: „Und wie im Original – ‚Es ist eine so große Häresie, nicht an das Wirken von Hexen zu glauben‘ – sind diejenigen, die die Anwesenheit des Teufels („Osama“) bestreiten, selbst von ihm besessen („Terroristen“).‘ Mathias Bröckers spielt damit darauf an, dass ja die zentralen Aussagen über die Täterschaft im 9/11-Report auf Geständnissen von Kalid Scheich Mohamed (KSM) beruhen, unter Folter gewonnen worden waren. KSM war 183 Mal [sic!] mittels Waterboarding gefoltert worden.

„Kirche des Freien Falls“

Als sich der Autor gerade mit diesen Parallelen beschäftigte, erreichte ihm Sommer 2016 ein Schreiben mit der Bitte um Rat betreffs eines Projektes. Ungewöhnlich: Es handelte sich um die Gründung einer Glaubensgemeinschaft bzw. Kirche. Die Unterzeichner baten um Anonymität, aber ein Bericht über ihre Idee – bekannten sie – sei erwünscht. Tenor dieser Idee: Da gegen die offizielle Darstellung von 9/11 ohnehin kaum anzurennen sei, habe man sich entschlossen, eine Glaubensgemeinschaft zu grünen, der man zunächst den Namen „Church Of Free Fall“ (C.O.F.F.) gegeben habe. Mittelfristig strebe man die Zulassung als religiöse Religionsgemeinschaft an. Ihre Gründungsmythen und Wunder, so das Schreiben, stünden kaum hinter denen der etablierten Kirchen zurück. Bröckers kam der Bitte nach das Manifest zu veröffentlichen. Es ist klug abgefasst und einfach köstlich zu lesen. (ab S.86)

Nachdem Mathias Bröckers das Manifest veröffentlicht hatte, meldeten sich bei ihm zahlreiche Anhänger, die der neuen „Kirche des Freien Falls“ sofort beitreten wollten. Bröckers leitete deren Begehr an die Mailadresse weiter, von welcher ihm das Manifest von den anonymen Religionsstiftern übermittelt worden war. Doch da meldete sich niemand mehr. War Bröckers einem Prankster oder Troll aufgesessen? Indes waren diese Leute recht gut informiert. Denn die einzelnen Glaubensartikel hätten „ziemlich genau den Tatsachen beziehungsweise Wundern (entsprochen), die das offizielle 9/11-Evangelium verkündet“.

Da dürften Welten zusammenbrechen …

An dieser Stelle beschleicht mich die Frage: Was passiert, wenn eines Tages doch einmal herauskommt, was sich bei 9/11, dem Menschheitsverbrechen schlechthin, tatsächlich abgespielt hat und wer wirklich dahintersteckte? Da dürften Welten zusammenbrechen. Die Menschen würden wohl von Sekunde an jeden Glauben an Regierende und Medien wohl erst einmal für lange Zeit verlieren.

Der Bogen zur Pandemie und die Alarmglocken der Kirche der Angst

Dass Bröckers (S.125 ff) einen Bogen zur Pandemie und den in diesem Zusammenhang ins Werk gesetzten Maßnahmen, hat mit 9/11 insofern zu tun, als damals bestimmte Maßnahmen und Gesetze zur Terrorbekämpfung bislang niemals wieder revidiert worden sind und letztlich weiter fortgelten.

So wie es damals Zweiflern betreffs der Verkündigungen des Weißen Hauses gegenüber geheißen hätte „Mit uns oder mit den Terroristen“ und sie als Terror-Sympathisanten abgestempelt worden waren, seien nun beim Schüren der Angst vor dem Virus 2020 Kritiker und Skeptiker als „Lebensgefährder“ ausgegrenzt worden. Bröckers: „Wenn die Alarmglocken der Kirche der Angst läuten und drohende Gefahr beschwören, lässt sich in der widerborstigen Herde rasch Konsens („Sanktionen!/“Krieg!/“Lockdown!“) herstellen.

Gegen eine Außerkraftsetzung der Gewaltenteilung, konzediert Mathias Bröckers, sei überhaupt nichts einzuwenden, solange eine Gefahrenlage gegeben sei. Gefährlich und undemokratisch werde es jedoch, wenn Ausnahme zur Regel wird und die eng befristeten Notstandsmaßnehmen immer wieder verlängert würden.

So nämlich hätten es die Regierungen mit ihren „Sicherheits-“ und „Anti-Terror-Verordungen“ nach dem 11. September 2001 getan, und im Zuge der Pandemie lasse sich Ähnliches beobachten. Sie, sehr verehrte Leserinnen und Leser, dürften dank dieses wichtigen Textes von Mathias Bröckers, wenn am 11. September 2021 in den Nachrichten und möglichen Sondersendungen wieder die immer gleichlautenden Narrative zum Jahrhundertverbrechen geritten werden, gut vorbereitet sein und somit resilient aufgestellt sein. Und hernach dürften sich gewiss vielmehr ihre eigenen Gedanken machen. Vielleicht lesen Sie ja zusätzlich auch mal andere Bücher zum Themenkomplex.





Um den interessanten Essay nicht zu überfrachten hat sich Mathias Bröcker dankenswerterweise dafür entschieden ergänzend Weiterführende Literatur (S.137) anzuhängen.

Des Weiteren folgen Anmerkungen zu Fußnoten sowie Hinweise zu weiteren, im Westend Verlag erschienen Büchern von Mathias Bröckers.

Der Autor:

Mathias Bröckers ist Autor, freier Journalist und Mitbegründer der Tageszeitung taz. Seine Werke „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ (1993), „Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.“ (2002) und „Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers“ (2014) wurden internationale Bestseller. Er lebt in Berlin und Zürich und bloggt auf broeckers.com.

Aus dem Buch „Mythos 9/11“:

Ein bitteres Resümee muss man im Jahr 2021 noch immer ziehen, auch wenn in der Zwischenzeit die Auslassungen, Widersprüche und Fehler des 9/11-Reports noch offensichtlicher geworden sind. Der Bericht, mit dem das Märchen von Osama und den 19 Hijackern historisiert und kanonisiert wurde, hatte eine doppelte Funktion: Als Litanei von Pleiten, Pech und Pannen diente er der Weißwaschung von jeder Regierungsverantwortung und schuf gleichzeitig den Mythos einer unvermeidlichen Verwundbarkeit durch Terrorismus, die nicht mehr mit Politik, Polizei und Prävention beseitigt werden kann, sondern allein mit Krieg.

Quelle: Westend Verlag

Mathias Bröckers

Mythos 9/11

Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach

Sachbuch

Buch. Softcover

2021

144 S.

ISBN 978-3-86489-325-4

Format (B x L): 12.5 x 20.5 cm

Hinweis

In Kürze erscheinen zusätzlich Bröckers drei bisher mit Andreas Hauß und Christian C. Walther verfassten Bestseller zum Themenkomplex 9/11 im Westend Verlag unter dem Titel „11.9. – zwanzig Jahre danach: der Einsturz einer Legende“ in einer mehr als tausendseitigen Taschenbuchausgabe – eine umfangreiche Dokumentation mit allen Daten, Fakten und Erkenntnissen. „Über dieses Buch wird man sprechen“, urteilte 3sat „Bookmark“ zum Erscheinen der Originalausgabe.