„Condorcets Irrtum“ von Per Molander – Rezension

Vielen ist das gar nicht recht bewusst. Nichtsdestotrotz ist die Demokratie ständig in Gefahr. Sie ist ein zartes Pflänzchen, das gut bedachter, unablässiger Pflege bedarf. Wird diese vernachlässigt, kann das Pflänzchen Demokratie mehr oder weniger schnell zugrunde gehen. Wird nicht aufgepasst und rasch reagiert, kann das irreparabel sein. Beziehungsweise lange dauern, bis eine Reparatur im Rahmen eines Neuanfangs vielleicht doch wieder möglich wird.

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!“  Dieser viel zitierte Ausspruch (angeblich soll Goethe der Urheber sein) ist heute aktueller denn je als ernste Warnung zu verstehen, denn viele zweifeln an der so hochgelobten Demokratie.

Andere wiederum meinen, alles wäre sozusagen noch in Butter. Viele Westdeutsche vor allem – denen ja die Demokratie von den Alliierten übergestülpt wurde, ohne diese bis ins letzte Detail verinnerlicht zu haben – haben viele Jahrzehnte, vermute ich mal, gut und gerne in ihr gelebt. Nun, wo sie auch Schaden nimmt, merken viele Bürger*innen das offenbar gar nicht. Übrigens habe ich frühere Kollegen in einem anderen Leben, das nichts mit Journalismus zu tun hatte, n i e von selbst den Begriff Demokratie aussprechen hören. Was etwas heißen will!

Per Molander, ein außergewöhnlicher Intellektueller, ist sich sicher: Nur ein starker Staat kann die Demokratie retten

Per Molander, der als außergewöhnlicher Intellektueller gilt und die Spitzenpolitik auch aus eigener Praxis kennt, ist nun mit einem im Westend Verlag erschienenen Buch auf den Plan getreten, in welchem er darlegt, warum nur ein starker Staat die Demokratie retten könne. Molander ist Mathematiker und ein anerkannter Experte für Verteilungsfragen und lebt in Schweden.

An dieser Stelle höre ich da schon gewisse Leute aufjaulen: Starker Staat, um Gotteswillen, da wird ja die Handlungsfreiheit der Wirtschaft eingeschränkt, es gibt Korruption und Steuergelder werden sinnlos verplempert. Der Staat wirtschaftet ja schlecht u.s.w.

Die das sagen, werden gewiss Stockkonservative und Neoliberale sein. Für die ist ein starker Staat von Übel und der schlanke Staat dagegen das Nonplusultra. Für sie regelt ja alles die „unsichtbare Hand“, wie es vom Moralphilosophen Adam Smith beschrieben worden war. Auch zu Smith werden Sie, lieber Leser*innen etwas in Molanders Buch finden.

Allenfalls gestehen Menschen dieses Schlages die Existenz eines „Nachtwächterstaats“ zu.

Aber, stupid – die immer weiter getriebene Verschlankung des Staates bei zunehmender Privatisierung schwächt und untergräbt ja die Demokratie gerade!

Condorcet ist einer der Vordenker und Väter der modernen Demokratie

Ein Buch zur rechten Zeit! Molanders Buch „Condorcets Irrtum“ trägt den Untertitel: „Warum nur ein starker Staat die Demokratie retten kann“.

Ich stutzte zunächst: Condorcet? Von dem Mann hatte ich zuvor nie etwas gehört und schon gar nichts gelesen. Marquis Nicolas de Condorcet (1743-1794) heißt mit vollem Namen Marie Jean Antoine Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet. Mehr zu ihm auf Wikipedia. Condorcet ist einer der Vordenker und Väter der modernen Demokratie und war als Mathematiker und Philosoph der Aufklärung Mitglied der Nationalversammlung während der Französischen Revolution.

Nach der Lektüre des interessanten und tiefschürfenden Buches von Per Molander bin ich wieder um etwas klüger. Und ziehe den Hut von dem Marquis.

Wenn wir nämlich aus heutiger Sicht zurück auf Condorcets Wirken blicken, müssen wir tatsächlich zugestehen, dass er seiner Zeit weit voraus war. Seine Ideen wirken bis heute nach. Gleichzeitig muss sich uns dabei unweigerlich die bohrende Frage aufdrängen: Wo finden wir heute Leute von seinem Schlage und seines weit in die Zukunft reichenden Vorausblicks? Meine Antwort auf diese drängende Frage auf die Schnelle: Mir fällt auf Anhieb niemand ein, der/die Herausragendes hinsichtlich dessen liefern würde. Das ist bitter.

Condorcet erkannte für die Bedeutung eines allgemeinen Bildungssystems für eine funktionierende Demokratie

Molander arbeitet heraus, dass Condorcet schon sehr früh die Bedeutung eines allgemeinen Bildungssystems für eine funktionierende Demokratie erkannte.

Allerdings, so bilanziert der Autor, habe Condorcet heillos die Beharrlichkeit des politischen Widerstands gegen die Aufklärung unterschätzt, der mit den ständig gleichen Strategien erfolgreich bleibe, die uns immer wieder auf Irrwege führe. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?

Wir können ja tagtäglich wahrnehmen, wie die kaum noch durch Leitplanken im Zaum gehaltenen Kräfte des Raubtierkapitalismus und erst recht die des in ihm gipfelnden Neoliberalismus (und das läuft ja schon Jahrzehnte) ein Zurück- und Abdrehen des teils blutig erreichten sozialen Fortschritts mithilfe der ziemlich ihrer Macht beraubten Regierungen (die das zuließen!) bewirken. Im Gegenzug wird immer fester an einer Schraube gedreht, die die Spaltung in Arm und Reich erhöht. Was gleichzeitig die Demokratie immer mehr ruiniert. Die Profiteure dieser Entwicklung hebt das nicht an: Denen genügt es, dass es weiterhin demokratisch aussieht.

Sogar jetzt in der Corona-Krise ist zu erleben, wie dieselben bereits genannte Kräfte massive Gewinne einfahren, während die anderen eh schon benachteiligten und in der Corona-Krise höchstwahrscheinlich in die Pleite abrutschenden Menschen die absoluten Verlierer sind. Es ist gar zu befürchten, dass diese real existierende Corona-Krise sozusagen als Paravent genutzt wird, um das dahinter am Abschmieren befindliche Finanzsystem (was sich schon im Herbst 2019 andeutete) abzuschirmen. Um dann den Paravent nach dem Ende der Corona-Pandemie zusammenzuschieben, zu entfernen und dann zu erklären: Tja, an der jetzt explodierenden harten Weltwirtschafts- und Finanzkrise trägt ein Virus namens COVID-19 die Schuld. Man wird mit den Schultern zucken: Höhere Gewalt!

Seinen Optimismus bewahrte sich Condorcet bis zum Schluss

Im Kapitel „Der Traum“ (ab S.11) gibt Per Mollander das Leben Condorcets wider. Schon der erste Satz deutet auf dessen Untergang hin: „Seinen Optimismus bewahrte er sich bis zum Schluss.“

Faktisch fraß ihn die Französische Revolution, der er sich angeschlossen hatte, wie so viele andere „Kinder der Revolution“ in dieser aufregenden Zeit. Immerhin endete er nicht unter der Guillotine. Condorcet hatte sich unter anderen mit Robespierre überworfen. Als die Girondisten entmachtet worden – er galt einer von ihnen, (…) „obwohl er inzwischen eine völlig eigenständige Position vertrat, erließ man Haftbefehl gegen ihn.“ Gewarnt konnte er entkommen und sich verstecken.

Condorcets allzu optimistische Zukunftsvision

In neun Kapiteln schilderte er die Geschichte der Menschheit von der Jäger- und Sammlerkultur bis zur Ausrufung der Französischen Republik und schloss mit einer moderat optimistischen Zukunftsvision: Der Zuwachs an Wissen und die verbesserte Bildung der Menschen würden die Früchte der Aufklärung mehr oder minder von selbst reifen lassen.“ (S. 13)

(…) „Grundbildung für alle, zur Sozialversicherung und zur Gleichstellung der Frau – und beschrieb, wie die Menschheit in einer relativ nahen Zukunft ins Elysium eintreten würde, das Land des Glücks und des ewigen Frühlings.“

Schließlich wurde Condorcet verhaftet. Er verstarb geschwächt im Gefängnis. „Er wurde anonym in einem Massengrab auf dem kommunalen Friedhof von Bourg-la-Reine bestattet“, schreibt Per Mollander (S.14)

Ein interessanter Abriss

Der Autor liefert uns in den Kapiteln 2 bis 12 einen interessanten Abriss historischer Abläufe und philosophischer Betrachtungen sowie die Sichtweise von Religionsgemeinschaften in den jeweiligen Zeitabschnitten. Ausführlich wird die Aufklärung beleuchtet.

Außerordentlich interessant ist etwa auch das Kapitel „Die außereuropäische Welt“ (S.35).

Darin wird an den Aufstieg Chinas erinnert. Und den chinesischen Admiral Zheng He, der (…) „sieben Seereisen über das Südchinesische Meer und den Indischen Ozean“ (…) unternahm.

Im nächsten Kapitel „Warum Europa?“ (S.36) skizziert Per Molander das Folgende: „Am Anfang des 15. Jahrhunderts wäre China in der Lage gewesen, ferne Länder zu kolonialisieren – ökonomisch, militärisch und logistisch auf den Gebieten von Schiffbau und Navigation war die Kapazität dieses Landes dafür ausreichend. Der Autor wirft die Frage auf, wie sich die Welt wohl entwickelt hätte, (…) „wenn China und vielleicht Japan die dominierende Rolle auf dem Globus übernommen hätten, mit Chinesischen als Hauptsprache und der chinesischen Kultur als Norm“.

Wie wir wissen, kam es nicht so. „Europäische Mächte ergriffen nach und nach die Initiative (…)“

Zunächst war ja aber Europa eher in der Entwicklung hinterher hinkend. Es war zersplittert, was – darauf weißt Molander hin – sich schon vor dem Ausbruch der Pest durch Revolten bemerkbar gemacht habe.

Inzwischen – auch darauf finden wir ein Hinweis im Buch – ist ja China wieder dabei, zu seiner früheren Stärke zurückzukehren. Vielleicht nach den im Abstieg befindlichen USA „Die neue Nummer eins“ zu werden, wie Wolfram Elsner in „Das Chinesische Jahrhundert“, ebenfalls beim Westend Verlag herausgekommen, schreibt? Herausragend dabei das ambitionierte Projekt der Volksrepublik China, Neue Seidenstraße, One Belt, One Road. Das nicht nur den Interessen und Zielen der Volksrepublik China dient. Es beinhaltet Handels- und Infrastruktur-Netze zwischen der VR China und über 60 weiteren Ländern Afrikas, Asiens und Europas, die ebenfalls Nutzen daraus ziehen.

Doktor Rieuxs Warnung

Apropos Pest! Seinem Buch vorangestellt hat Per Molander einen Auszug von Albert Camus, Die Pest:

Während Rieux den Freudeschreien lauschte, die aus der Stadt empordrangen, erinnerte er sich nämlich daran, dass diese Fröhlichkeit ständig bedroht war. Denn er wußte, was dieser frohen Menge unbekannt war und was in den Büchern zu lesen steht: daß der Pestbazillus niemals ausstirbt oder verschwindet, sondern jahrzehntelang in den Möbeln und der Wäsche schlummern kann, dass er in den Zimmern, den Kellern, den Koffern, den Taschentüchern und den Bündeln alter Papiere geduldig wartet und daß vielleicht der Tag kommen wird, an dem die Pest zum Unglück und zur Belehrung der Menschen ihre Ratten wecken und aussenden wird, damit sie in einer glücklichen Stadt sterben.“

Zu optimistisch

Im letzten Kapitel „Die Rehabilitierung des Staates“ nimmt Per Molander die Warnung des Doktors Rieux noch einmal auf. Zuvor stellt der Autor fest: „Condorcets Irrtum war sein Optimismus.“ Nach dem Motto: Das werde schon alles seinen Gang gehen.

Schwierigkeiten, das allgemeine Wissensniveau anzuheben und die Beharrlichkeit des politischen Widerstands gegen die Aufklärung, der von Epoche zu Epoche die Form ändere – allerdings in seiner Struktur immer derselbe bleibe – habe er unterschätzt.

Ein kleines Hoffnungslicht

An uns alle sendet Molander am Schluss eines Buches (S.270) ein kleines Hoffnungslicht: „Condorcets Traum können wir weitertragen, aber zugleich müssen wir die Warnung des Doktor Rieux aus dem Motto zu diesem Buch in Erinnerung behalten und beherzigen – dass der Pestbazillus niemals ausstirbt oder verschwindet, sondern jederzeit seine Ratten aufwecken und zum Sterben in die Stadt schicken kann.“

Ein wirklich starkes Buch mit einem umfangreichen Literatur- und Quellenverzeichnis. Ein interessantes Buch, das in Erinnerung ruft, was wir vielleicht bereits vergessen haben. Ein Buch auch, das uns zur Wachsamkeit aufruft und im besten Falle zum Handeln veranlassen kann.

Denn, wie wie hier eingangs festgestellt wurde, ist die Demokratie ein zartes Pflänzchen, das ständiger, gut bedachter Pflege bedarf. Daran sollten wir gerade in der momentanen Zeit denken. In welcher m.E. der Gedanke der Aufklärung und die Demokratie starken Angriffen ausgesetzt sind.

Per Molander

Condorcets Irrtum

Warum nur ein starker Staat die Demokratie retten kann

Per Molander. Foto: via Westend Verlag

Westend Verlag

Seitenzahl: 288
Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag
Artikelnummer: 9783864892417

Preis:

Seitenzahl: 288
Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag
Artikelnummer: 9783864892417

26,00 €

Westend Verlag sprach mit Per Molander

 

Piketty: „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ – Professor Heinz-Josef Bontrup referierte in Dortmund

Professor Heinz-J. Bontrup während seines Vortrages an der Auslandsgesellschaft Dortmund; Fotos (2): Claus-D. Stille

Professor Heinz-J. Bontrup während seines Vortrages an der Auslandsgesellschaft Dortmund; Fotos (2): Claus-D. Stille

Inzwischen ist Thomas Piketty`s Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ auch
in deutscher Übersetzung erschienen und im Buchhandel zu erwerben. Piketty`s Buch hat einen wahren Hype ausgelöst. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman nannte es „eine Erleuchtung“. Er spricht gar von einer Piketty-Revolution. Krugman ist sich sicher, das Buch werde die Art, wie wir über unsere Gesellschaft denken, sowie die Wirtschaftswissenschaften verändern. Der Papst („Diese Wirtschaft tötet“), wird gemunkelt, ist gerade dabei Piketty`s „Capital“ zu lesen. Was ist dran an diesem Piketty?

Dieser Frage u.a. ging Professor Heinz-J. Bontrup von der Westfälischen Hochschule Recklinghausen gestern auf einer Veranstaltung von Attac Dortmund  und dem Nachdenktreff in der Auslandsgesellschaft Dortmund nach. Der Saal platze beinahe aus den Nähten.Zusätzliche Stühle mussten gestellt werden.

Die Formel r > g

Thomas Piketty hat – wie es bis jetzt keiner der tonangebenden Ökonomen getan hat – mit seinem Buch die langfristige Entwicklung von
Einkommen und Vermögen in den westlichen Ländern untersucht. Und zu diesem Behufe ist der tief in die Geschichte zurückgegangen und hat da wohl gewiss viel Aktenstaub gefressen. Herausgekommen ist eine umfangreiche Datensammlung. Mit der weist er nach: wenn Profite und Einkommen größer sind als das Wachstum der Wirtschaft, verstärkt sich die
gesellschaftliche Ungleichheit. Konkret wird das durch die Formel r > g abgebildet:

„Sobald die Kapitalrendite („r“) größer als das Wirtschaftswachstum („g“) seien, also „r > g“, trete diese Entwicklung ein. In der Geschichte sei r in der Regel größer gewesen als g, im 19. Jahrhundert sei dann erstmals g > r gewesen. Allerdings hätten Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit des Ersten Weltkriegs die Kapitaleinkünfte gegenüber dem Wirtschaftswachstum stark zugenommen. Die starke Ungleichheit dieser (in Europa Belle Époque und in den USA Gilded Age genannten) Ära sei dann durch den Ersten Weltkrieg vorerst beendet worden. Dieser sowie die Great Depression und der Zweite Weltkrieg hätten zu einem Abbau der Vermögenskonzentration geführt und somit dazu, dass das Wirtschaftswachstum größer als die Kapitaleinkünfte gewesen sei (g > r). Diese Entwicklung habe Ende des 20. Jahrhunderts aufgehört.“ (Quelle: Wikipedia)“

Dem Kapitalismus sorgt immanent für Ungleichheit

Eingangs seines Referats wies Bontrup daraufhin, dass der Kapitalismus immanent für Ungleichheit sorgt. So Professor Bontrup, warne Thomas Piketty davor, „dass der Kapitalismus sich womöglich selbst immanent zerstört“. Der französische Ökonom sei „ein Kapitalismusfreund“ – wie sich Piketty selbst in einem Interview bezeichnet habe. Ähnlich also wie der Brite John Maynard Keynes. Piketty mache deutlich, dass ein unregulierter Kapitalismus unweigerlich zu steigender Vermögenskonzentration führt. Starke Vermögenskonzentration führe nicht nur zu einer stagnierenden Wirtschaft, sondern sei eine Bedrohung für die Demokratie. Piketty kritisierte den ausufernden Kapitalismus heftig, will ihm aber wieder mittels Leitplanken unter Kontrolle bringen, damit die Demokratie nicht unter die Räder kommt. Vulgo: Piketty will den Kapitalismus vor sich selber retten, damit der nicht den Ast auf dem er sitzt absägt.

Piketty mache einfach deutlich, dass der Kapitalismus, dem Krisen immanent sind, die Ungleichheit fördert. Empirische Studien belegten, „dass das kapitalistische System immer mehr aus den Fugen gerät“ und „dass das Einkommen und das Vermögen sich immer mehr (meint bei Wenigen; d. A.) konzentriert“. Die Schere zwischen Arm und Reich spreizt sich immer mehr. Wie es „ja immer mehr Menschen – auch in der Bundesrepublik Deutschland – in Summe eines der reichsten Länder der Erde (Bontrup)“ – spürten. „Der berühmte Mittelstand, der Mittelstandsbauch“, werde „immer mehr von den Rändern angefressen und zerstört. Heinz-J.Bontrup: „Dann wird natürlich eine Gesellschaft nervös. Vor allen der deutschen Mittelstand wird nervös, fühlt sich immer mehr bedroht von dieser Entwicklung der Ungleichheit“.

Der Mensch, der nicht nachgefragt wird, hat unter kapitalistischen Bedingungen keinen Wert

Dann referierte Bontrup an einer Tafel weiter. Notierte oben den BPW (Bruttoproduktionswert), minus „Vorleistungen“ ist gleich „Wertschöpfung“. Bontrup gab zu bedenken: „Ohne Menschen gibt es kein Neuwert, keinen Mehrwert, gibt es kein Überschussprodukt.“ Nun kam der Professor zur Verteilungsfrage. „Wer erhält von der Wirtschaft und wie viel? Alle wollten natürlich partizipieren.“ Bontrup zitiert den Moralphilosophen Adam Smith aus dem Jahre 1776 sinngemäß: Was der Eine bekommt, könne der Andere nicht mehr haben. „Der immanente Widerspruch einer kapitalistischen Ordnung“, so der Referent. „Steigt der Profit, gibt es weniger Lohn; das ist das Gesetz, aber gleichzeitig das Paradoxon.“ Der Mensch, der nicht nachgefragt werde, habe unter kapitalistischen Bedingungen keinen Wert. Deshalb könne eben auch „der Arbeitslose auch jederzeit diskreditiert und als faul bezeichnet werden“.

Heinz-J.Bontrup: Natürlich wolle aber der Lohnabhängige seinen Anteil an der Wertschöpfung. Werde dieser Anspruch bei Tarifverhandlungen angemeldet und halbwegs in einer Lohnerhöhung umgesetzt, dann sei die oft die Tinte unterm Tarifvertrag noch nicht trocken und der Zugewinn dahin. Weil das Paradoxon, der Widerspruch schon wieder da sei.

Shareholder-Value schlug wie eine Bombe ein

Nach der Wertschöpfungsart „Lohn“, kommen der „Zins“, „Miete“ und „Pacht“, sowie der „Gewinn“. Davon hätten Lohn, Zins und Pacht stets einen „Doppelcharakter“. Zum Beispiel der Lohn: Der Arbeiter sieht darin ein Einkommen, für den Unternehmer aber ist der Lohn ein Kostenfaktor. Beim Zins: Für den, der den Zins erhält, ist dieser Einkommen, für den Kreditnehmer sind es Kosten. Ebenso gelte das für Miete und Pacht: Doppelcharakter. Ausschließlich der Gewinn habe keinen Doppelcharakter. Er sollte eine Restgröße sein. Beim Unternehmer könne eben am Ende ein Gewinn oder ein Verlust stehen. Das „unternehmerische Risiko“ ist zu tragen. Nun aber Bontrup zum Knackpunkt: „Diese normale kapitalistische Logik ist spätestens durchbrochen worden, Mitte, einige sagen, Anfang der Neunziger Jahre … beigetragen von Alfred Rappaport 1986 in den USA verlegt worden unter – völlig langweiliger Titel“: „Shareholder-Value“. Zunächst habe das Buch gar keine Verbreitung gefunden. Doch nachdem es ein Journalist der „New York Times“ es mal richtig gelesen hatte, sei es weltweit „wie eine Bombe“ eingeschlagen.

Wieso ist der Gewinn in der kapitalistischen Logik eine Restgröße?

„Da steht nämlich drin“, erklärte Heinz-J. Bontrup: „Wieso ist der Gewinn in der kapitalistischen Logik eine Restgröße? Wieso werden kontraktbestimmte Einkommen vorher vergütet? Wir drehen das Ganze um. Wir machen die drei (Lohn, Zins, Miete/Pacht; d. A.) zur Restgröße und der Gewinn wird vorab bestimmt.“ Erinnern wir uns an den „berühmten Satz von Ex-Deutsch-Bank-Sprecher Josef Ackermann: Ab sofort beträgt die Rendite der Deutschen Bank 25 Prozent.“? Bontrup: Das ist die Umkehrung der kapitalistischen Logik, die Restgröße Gewinn vorab zur determinierten Größe zu machen. Und alle andern drei zur Restgröße zu machen.“ Miete- Zins-, und Pachtempfänger aber hätten das nicht mit sich machen lassen. „Dann haben sich die drei verbündet und haben alle dahin geguckt“ – Professor Bontrup zeigt auf die Tafel. Und da steht Lohn. Die drei hätten gesagt: Die Position machen wir zur Restgröße.

Piketty zeige dies sehr gut an seinen empirischen Daten: „Das ist Mitte der Siebziger Jahre“, wo in den hochentwickelten kapitalistischen Ländern durchaus eine Umverteilung von oben nach unten stattgefunden habe. Das Kapital aber habe das ab Mitte der 1970er Jahre nicht mehr akzeptiert. Man drehte, so Bontrup, „an dieser Verteilungsschraube“. Das kapitalistische System wurde sozusagen umgeschwenkt auf die Straße des Neoliberalismus (ein Begriff, der eigentlich falsch sei, aber sich eingebürgert habe). Heinz-J. Bontrup nennt es „die Umkehr der kapitalistischen Logik“. Beobachten können man das auch an „der Prekarisierung der Arbeitsmärkte“. Was „nur unter der Bedingung von Massenarbeitslosigkeit“ habe ins Werk gesetzt werden können. Hinzu sei die Schwäche der Gewerkschaften gekommen.

All das führte „zu eine Aufspaltung der Gesellschaft geführt“. Bontrup: „Die neoliberale – ich nenne sie jetzt auch mal so – Umkehrung war voll erfolgreich.“ Im Sinne des Kapitals, versteht sich: „Sie wollten die Umverteilung von unten nach oben. Und das haben sie geschafft.“

Ist Verknappung eine Lösung?

Solange die Wertschöpfung halbwegs gerecht funktioniere sei „alles gut“. Was knapp werde, werde teuer. „Wen der Faktor Arbeit knapp wäre“, referierte Bontrup, „dann würde natürlich aus der Wertschöpfung hier (und er zeigt auf „Lohn“ auch viel ankommen. „Faktor Arbeit ist aber nicht knapp.“ In den Siebziger Jahren habe es geheißen: „Arbeit wird so billig wie Dreck.“ Gerade erlebe man, griff Heinz-J. Bontrup die jüngsten Streiks der Lokführer und der Piloten auf, dass Arbeit, die man auch – hier über Streik – verknappen könne zu Lohnerhöhungen führen könne. Und an dieser Stelle – wer will es dem Professor aus Recklinghausen verübeln? – kam Bontrup geschickt auf seine gemeinsame Arbeit „mit dem Kollegen Mohssen Massarrat“, zu sprechen: „Arbeitszeitverkürzung jetzt! 30-Stundenwoche fordern!“, erschienen im pad-Verlag.

Nebenbei bemerkt: Wenn aber Professor Bontrup den Gewerkschaften und damit den Arbeitnehmern zuruft „Verknappt euch!“ und meint, damit sei alles gut, dann hält das ein anderer Professor, nämlich der Ex-Chefvolkswirt der UNCTAD, Heiner Flassbeck, schlichtweg für „Unsinn“ (siehe hier). Im Moment befinden sich beide Professoren im Disput über das Thema Arbeitszeitverkürzung.

Recherchen bis zurück ins 18. Jahrhundert

Zurück zu Piketty: Der ist für seine Buch mit seinen Recherchen bis zurück ins 18. Jahrhundert gegangen. Und dafür Bontrup, „müssen wir ihm dankbar sein“. Schließlich hätte allen Ökonomen vor Thomas Piketty dieses Datenmaterial nicht zur Verfügung gestanden. Smith, Ricardo oder Karl Marx, „die hatten ja kein Datenmaterial.“ Sie hatten nur ihre Intuition, die reine Theorie „ohne jegliche Beweisführung“. Piketty aber fraß Papier, machte wie er selbst sagte eine „Schweinearbeit“, um die Daten empirisch zusammenzustellen. Professor Bontrup zitierte Piketty betreffs des derzeitigen Agierens des real existierenden Kapitalismus: „Das kann so nicht fortgeschrieben werden.“ Heinz-J. Bontrup hat bereits eine Rezension („Pikettys Kapitalismus-Analyse. Warum die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden“); neben anderen Texten hier) zu Piketty´s vielbeachtetem Werk veröffentlicht.

Die Staaten verstanden Botschaft des Kapitals

Und der Staat, die Staaten? Ja, sagte  Bontrup, die hätten dem Kapital versichert: „Wir haben eure Botschaft verstanden.“ Hieß auf  Kapitalseite, „Ja, ihr habt die Botschaft verstanden. Dann handelt bitte auch danach.“ Und alle Parteien – die Sozialdemokratie mit einbezogen (Bontrup: „Ich hätte das ja nicht für möglich gehalten.“, Stichwort: Gerhard Schröder) – hätten gehorcht. In unserem Land liefe „eine Volksverdummung“. Mit sozialer Marktwirtschaft habe das ja alles nichts mehr zu tun. Benötigt werde „eine adäquate Steuer- und Abgabenpolitik“. Die heutige Politikergeneration habe den Begriff der sozialen Marktwirtschaft „auf den Kopf gestellt“. Sie hätten so die Gesellschaft unsozialer und ungleicher gemacht.

Piketty: Einst gab es eine Politikerklasse, die anders dachte

Piketty erinnere nun aber daran, dass wir nach dem Zweiten Weltkrieg einmal eine andere Politikerklasse gehabt. „Die haben anders gedacht. Das sind dann solche Begriffe entstanden, wie Rheinischer Kapitalismus (Leben und leben lassen). Davon hat man sich verabschiedet. Professor Bontrup: „Darum hat es ja auch noch einmal eine Abspaltung von der SPD gegeben!“ Eine Partei wie die SPD könne das auch gar nicht aushalten. Bontrup: „Man müsse kein großer Prophet sein. Nach dieser Periode der Großen Koalition kriegt sie noch 15 Prozent.“ Immer mehr Splitterparteien hätte das zur Folge. Auch die CDU sei davon betroffen (AfD!).

„Der deutsche Michel denkt so“, stellt Heinz-J. Bontrup resigniert fest. „Kleinkariert. Spießig. Die Mittelschichten hier in Deutschland denken so. Sie fühlen sich bedroht.“ Wir bekämen es nicht hin, die eigentliche Ursache für diese Umverteilung von unten nach oben zu beseitigen: „Die Massenarbeitslosigkeit.“ Keiner rede mehr darüber. Stattdessen höre man, dem deutsche Arbeitsmarkt sei es noch nie so gut gegangen wie heute. „Das ist eine blanke Lüge!“ Bontrup: „In Deutschland fehlen 10 Milliarden Arbeitsstunden. Bei einem Volumen von 56 Milliarden!“

Niemand will Steuern erhöhen

Gerade im öffentlichen Sektor sei Luft nach oben. Aber niemand wolle die Steuern erhöhen, was dafür nötig wäre. Nach dem Desaster bei letzten Wahl redeten nun auch die Grünen nicht mehr von Steuererhöhungen. Obwohl sie „ein vernünftiges Steuerkonzept“ vorgelegt hatten. Aber da sei eben der Deutsche Michel vor.

20141020_191114Der Arbeitsplatzabbau, prophezeite Bontrup, werden massiv voranschreiten weil die Robotertechnik „bis in den tertiären Bereich vordringen werde“. Ingenieure redeten bereits von „der Fabrik 4.0“. Roboterfabrik. „Da ist nichts mehr zu erwarten.“ Oswald von Nell-Breuning habe, und Professor Bontrup wendet sich an den anwesenden Peter Rath-Sanghakorn (pad-Verlag; auf dem Foto links), hätte einst zu diesem gesagt: „Mein junger Freund“ als man damals über die 40-Stundenwoche diskutierte, „fünf Stunden reichten eigentlich heute schon.“

Heinz-J. Bontrup: „Die Verdummung läuft auf Hochtouren“

Je mehr sich die Kapitalisten nähmen (und den anderen dabei wegnehmen), desto mehr sägten sie an ihrem eigenen Ast. Den Verzicht übenden Leuten würde dann erzählt, dafür entstünden Arbeitsplätze. „Die Verdummung läuft auf Hochtouren“, meint Bontrup: „Und die Medien haben große Schuld auf sich geladen.“ Sie hätten das nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ in die Köpfe der Menschen gehämmert.

„Wir müssen endlich zur Besinnung kommen!“

Sonst befürchte er, Bontrup, wie Piketty oder andere Ökonomen abseits des Mainstreams, das uns „ansonsten das ganze Ding um die Ohren fliegen“ wird. „Und“, denkt der Professor, „das wird auch nicht mehr lange dauern.“ Nichts sei seit der Finanzkrise  gelöst. Wieder hätte das Kapital die Politik geknebelt: „Ihr werdet die ganze Last der Finanzkrise aufs Konto Staatsverschuldung buchen!“ So machten man aus einer Bankenkrise eine Staatsschuldenkrise. Daraus folgte die Austeritätspolitik. „Ein Bastard-Keynesianismus.“ Nun fehle das Wachstum.

Bontrup erinnert sich noch gut an die Finazkrise und das Auftreten der leichenblassen Kanzlerin Merkel und ihres Finanzministers Steinbrück: „Ihre Ersparnisse sind sicher.“  Das seien sie ohnehin gewesen.

Jetzt merkten sie, dass „diese Rechnung des Bastards nicht aufgeht. Oder nur kurzfristig. „Nun sind sie wieder am Ende.“ Restgrößen (Lohn, Soziales) würden wieder mehr unterdrückt. Es werde gekürzt und noch Flexibilisierung gefordert. Aber welcher Unternehmer wolle denn investieren? – sein Gewinn ist ohnehin gestiegen. „Unternehmerische Freiheit – niemand kann den Unternehmer zwingen irgendeinen Arbeitsmarkt nachzufragen.“

Piketty´s brutale Lösung

„Wo ist die Lösung? „Piketty hat`ne brutale: drastische Besteuerung der Reichen und Vermögenden.“ Da aber sage die SPD nein und auch die Grünen würden abwinken. Die CDU/CSU und auch die FDP sage nein. Einzig die Linkspartei sage ja. Doch die bleibe  marginal. Nein, keiner wolle etwas ändern und lieber „sehenden Auges in den Abgrund laufen“. Weitere Segmentierung und auch Verelendung der Gesellschaft werden die Folge sein. Bontrup: Wo das endet? Ich weiß es nicht. Die Menschen werden ja weiter da sein.“ Abschließend meinte der Referent: „Eins ist mal klar. Natürlich ist in der Ökonomie immer nicht der absolute Begriff der entscheidende, sondern der relative. Freilich ginge es uns „relativ besser“ als den europäischen Krisenstaaten.

Über unsere Verhältnisse gelebt? Von wegen!

Eine Arbeitslosigkeit wie in Spanien oder Griechenland mag sich Bontrup hier nicht vorstellen. Wie würde da der deutsche Michel reagieren? Und stellte  er fest. „Wir leben auf Kosten der anderen Länder. Wir exportieren, obwohl wir Massenarbeitslosigkeit selbst im Land haben!“ Und exportierten damit die Arbeitslosigkeit. Eine Gesellschaft, die mehr exportiert als importiert, lebt unter ihren Verhältnissen. Bei den Griechen sei es umgekehrt gewesen: das Land lebte über seine Verhältnisse. Und Merkel betone, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt! Wir konnten mehr exportieren als importieren. Bontrup: „Der Saldo ist null.“

Wir würfen den Griechen ihre Fehler vor. Bontrup: „Was wäre denn gewesen, wenn die gesamten Volkswirtschaften nicht mehr importiert als exportiert hätten? Dann hätten wir auch nicht mehr exportieren als importieren können.“ Hier wäre massiv Nachfrage ausgefallen. „Dann hätten wir nicht fünf bis sechs Millionen Unterbeschäftigte im Land gehabt, sondern zehn Millionen. Dann bin ich mal auf die Antwort von den Dumpfbacken gespannt, was dann in diesen Land in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren passiert wäre!“

Das Ausland hat sich verschuldet. Was wäre, wenn es sich nicht verschuldet hätte?

In diesen Jahren seien riesige Vermögenszuwächse in der BRD zu verzeichnen gewesen. Uns geht’s gut, sagt Merkel. Soll doch einmal jeder von uns gucken, wo sein Anteil daran geblieben ist! Auf der einen Seite Verfall, Niedergang, Massenarbeitslosigkeit, Lohnkürzungen und die Reichen werden trotzdem eklatant reicher. Angesichts dessen könne man eine Aussage, wonach wir Deutschen über unsere Verhältnisse gelebt hätten einfach nicht mehr fassen, schüttelt Bontrup fassungslos den Kopf. „Aber diese Aussage verfängt in den Massen. Wir müssen alle ins Büßergewand. Weil, wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Bei einem Zuwachs des Vermögens, des Reichtums von 2,2 Billionen Euro!“ Und: „Die Hälfte der Haushalte hat nichts. Wenn sie sterben, ist der Haushalt in zwei Stunden abgewickelt.“ Das Ausland hat sich verschuldet. Was wäre, wenn es sich nicht verschuldet hätte?

Bontrup beendete sein Referat mit Shakespeares Kaufmann von Venedig, der „von dem erbärmlichen Schuldner die Schulden einfordert. Der Richter sagt:

‚Schuldner, begleiche deine Schuld‘. Der Schulder sagt: ‚Ich kann sie nicht begleichen‘. Der Kaufmann sagt: ‚Dann soll man ihm ein Kilo aus dem lebendigen Körper schneiden, damit er seine Schuld begleicht, dieser erbärmliche Schuldner‘. Der Richter sagt: ‚Ja, du hast recht. Aber er schuldet dir nicht auch noch sein Blut:.‘

 

Und Professor Bontrup fragte  in die Runde: „Was tun wir zur Zeit in Griechenland? Wir fordern mehr als Blut.“

Heinz-J . Bontrups Fazit:

„… nach seinem Buch (Piketty’s Buch, d. A.) und der
auf Fakten beruhenden langfristigen empirischen Beweisführung (kann) endgültig niemand mehr behaupten, der Kapitalismus sei ein auf Leistung  basierendes gerechtes Wirtschaftssystem. Die Linken wussten das schon
immer, dass dies falsch ist. Hoffentlich akzeptieren dies jetzt endlich  auch die Rechten und die Liberalen um wirklich eine bessere Welt für  alle zu schaffen.“

Ob das augenblicklich einen wahren Hype auslösende Buch von Thomas Piketty diese Akzeptanz bewirkt, ist indes fraglich. Zu wünschen wäre es. Denn die Wand, auf die wir zurasen kommt täglich näher.

 

Piketty, Thomas

Das Kapital im 21. Jahrhundert

2014. 816 S.: mit 97 Grafiken und 18 Tabellen. Gebunden

ISBN 978-3-406-67131-9

Auch als E-Book lieferbar.

Von Thomas Piketty. Aus dem Französischen von Ilse Utz und Stefan Lorenzer

Erschienen: 07.10.2014, sofort lieferbar!

29,95 € inkl. MwSt.

Dazu:

Heinz-J. Bontrup: Pikettys Kapitalismus-Analyse. Warum die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. pad-Verlag, Bergkamen, 61 Seiten, 5.– Euro
Bezug: pad-verlag@gmx.net

Zum Schluss noch der Link zu einem Youtube-Video des Liedermachers Sigismund Ruestig. Das Lied „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ passt – wie ich finde –  zum Thema: