Überall auf der Welt leiden Mensch und Natur unter den gewissenlosen Geschäften deutscher Unternehmen. Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Daher gibt es eine bundesweite Kampagne für ein sog. „Lieferkettengesetz“. Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, müssen dafür haften.
Mit der Veranstaltung
„Hätte, hätte … Lieferkette!!??“
am kommenden Montag, 16. März,
um 19 Uhr in Dortmund
in der Auslandsgesellschaft, Steinstr. 48 (Nähe Nordausgang Hbf und Cinestar.
Referentin Christiane Schnura hält einen Kurzvortrag
wollen DGB, Attac und Informationszentrum 3. Welt die bundesweite Kampagne unterstützen. Mit einem kurzen Film, einem Kurzvortrag von
Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung. Foto via Kampagne für Saubere Kleinung.
Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung, einem Beitrag über die besondere Verantwortung der Stadt Dortmund und Aktionsbeispielen wird anschaulich die Notwendigkeit für eine gesetzliche Regelung verdeutlicht.
Die Arbeitsbedingungen nicht nur in der Textilbranche sind katastrophal. Die Fabrikgebäude sind marode, auch die Löhne sind miserabel und die Herstellungsmethoden oft lebensgefährlich:
* Bei der Rana Plaza Katastrophe starben über tausend Menschen.
* Der mangelhafte Brandschutz in einer KiK- Zulieferfabrik in Pakistan führte zum Tod von 258 Menschen.
* Durch den Dammbruch bei einer brasilianischen Eisenerzmine verloren 272 Menschen ihr Leben; die Schäden sind noch nicht erfasst.
* Auch die Stadt Dortmund ist mit ihrer Beteiligung am Energiekonzern STEAG an Menschenrechtsverbrechen in Kolumbien beteiligt.
P.S. Es gibt weitere Themen, die der Unterstützung bedürfen:
Jeden Mittwoch, 16 – 17 Uhr Westenhellweg / Reinoldikirchhof
Kundgebeung des Dortmunder Friedensforums:
Gegen das Großmanöver Defender 2020, Kriegstreiberei und militärische Klimavergiftung
Dazu auch: NRW-weite Demonstration:
Sa., 21. März, 11:55 Uhr Duisburg
STOPP DEFENDER 2020 NRW-DEMONSTRATION
10:30 Uhr Treffen zur gemeinsamen Fahrt am Hbf Dortmund
Mi. 11. März: Von Krise zu Krise | Wie hat sich die Gestalt des Kapitalismus verändert?
mit Thomas Sablowski, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac
19:00 UhrBahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, Raum 6
Näheres: https://www.dortmund-initiativ.de/?event_id1=3120
Sa., 14. März,
“2030 – Dortmund is(s)t anders – Ernährung und Landwirtschaft neu denken”
15 – 17:30 Uhr Pauluskirche, Schützenstr. 35
Klimadialog des Klimabündnis‘
Näheres: https://www.dortmund-initiativ.de/?event_id1=3128
Essen und Trinken – heißt es – halten Leib und Seele zusammen. Wir alle dürften das schon auf die eine oder andere Weise erfahren haben.
Aber: „Kochen ist Politik“ – was sollen wir davon halten?
David Höner: „Warum ich in den Dschungel gehen musste, Rezepte für den Frieden zu finden“
Der Schweizer David Höner legt es uns dar. Höner, 1955 in der Schweiz geboren, arbeitete nach seiner Kochausbildung fünfzehn Jahre als Koch, Küchenchef und Caterer. Journalistisch ist er seit 1990 für Radio, Fernsehen und Printmedien und als Autor von Hörspielen, Radiofeatures und Theaterstücken tätig. Langjährige Auslandsaufenthalte führten ihn 1994 nach Quito, Ecuador, wo er als Mitarbeiter in Kulturprojekten (Theater, Radio),
David Höner: Foto via Westend Verlag
in Entwicklungsprojekten und Gastrounternehmer aktiv wurde. Gut zehn Monate im Jahr lebt Hönes in Ecuador. Für die „Kitchen Battles“ (für einen guten Zweck) sowie Lesungen und Vorträge ist er dann in der Schweiz, Österreich und Deutschland unterwegs. 2005 gründete er die Hilfsorganisation Cuisine sans frontières (CSF) – zu Deutsch: Küche ohne Grenzen.
Von Glanz und Glamour und der ganzen Sternekocherei hatte der Schweizer genug gehabt.
Er hat uns aufgeschrieben, „Warum ich in den Dschungel gehen musste, Rezepte für den Frieden zu finden“ – so der Untertitel seines Buches.
Menschen gemeinsam an den Tisch bringe und vielleicht so Probleme lösen
Die Idee hinter CSF: Mit Menschen gemeinsam kochen, sie an den Tisch bringen. Und so vielleicht auch Probleme lösen zu helfen. Hieß für David Höner auch: Bis auf den Tod Verfeindete zusammen an den Esstisch zu bringen. Auf Seite 23 schreibt Höner:
„Die Cuisine-sans-frontiére-Idee beruht auf einer einfachen Überlegung: In Krisensituationen ist eine Gemeinschaft darauf angewiesen, miteinander zu kommunizieren und Lösungen zu erarbeiten, die der jeweiligen Situation gerecht werden. Dazu muss als Erstes ein geschützter Ort geschaffen werden, an dem solche Gespräche ohne Zeitdruck stattfinden können. So ein Ort ist in unseren mehr oder weniger friedlichen Breitengraden oft eine gastronomische Einrichtung, in der ein neutraler Wirt seine Gastfreundschaft zeigt. Er bietet Speise und Getränke an, sorgt für die Hausordnung und lebt von seiner Tätigkeit.“
Bevor CSF aber Erfahrungen in Ecuador, Kolumbien und Kenia sammeln konnte, ging es zunächst in die Gegend von Tschernobyl, wo das schlimme Unglück mit dem Atomkraftwerk passiert ist.
Wobei es in Tschernobyl nicht darum ging, Feinde zu versöhnen. Angehen gegen die allgemeine Hoffnungslosigkeit von Menschen wollte man dort. Gegen die Hoffnungslosigkeit der Menschen in den Dörfern rund um den Reaktor.
Westend zum Buch von David Hönes:
Kochen ohne Grenzen – statt Kitchen Battle setzt David Höner mit seiner Hilfsorganisation „Cuisine sans frontières“ auf gelebte Küchendiplomatie und entwickelt dabei weltweit Rezepte für den Frieden, von Tschernobyl bis zum Kongo. Seit vielen Jahren reist der Koch und Autor David Höner durch die Krisenregionen der Welt, um Menschen beim Kochen und Essen zusammenzubringen. Die Grundidee: mit Essen und Trinken die Welt zu verändern, bei Tischgesprächen Konflikte zu lösen, beim Teilen von Brot und Suppe Frieden zu stiften. So wurde er mit seiner Hilfsorganisation „Cuisine sans frontières“ zu einem kulinarischen Grenzgänger, der Verbindungen schafft.
Spannend und informativ geschrieben, nimmt uns das Buch mit in uns fremde, weit entfernte Welten
Das Buch – spannend, informativ und mit Haltung geschrieben – lässt uns eintauchen in uns fremde, weit entfernte Welten. Welten vielleicht, von denen wir bisher immer dachten, halbwegs zu wissen, wie es dort zugeht. Halbwissen, zusammengestoppelt aus Filmen. Allzu oft aber basierend auf Vorurteilen. Etwa Afrika!
„´Afrika ist anders!“‘, lesen wir dann auch im gleichnamigen Kapitel auf Seite 75, „Ja, aber bitte nicht anders, bitte nur etwa so wie in meinen Büchern, in denen mir weiße Autoren schlüssig ihre weißen Erzählungen auf weißem Papier erklärt haben.“
Und vielleicht ginge es manchem so, wie ein Schweizer Kameramann, der im Buch erwähnt wird, weil der eine Reportage über die Arbeit von CSF und David Hönes macht, nicht fassen kann, dass bei einem Tanz afrikanischer Frauen diese nicht barbusig auftreten. Und er meinte prompt enttäuscht, das sei nicht authentisch.
Südamerika und Afrika. Mit Rezepten und Kochlöffel kommt man weder gegen Drogenbanden noch schwerbewaffnete Volksstämme an
Mit David Höner gelangen wir auch nach Südamerika – Ecuador und Kolumbien. Aber auch nach Kenia auf dem afrikanischen Kontinent. Das ist aufregend. Manchmal erschreckend, wenn wir von den angetroffenen Verhältnissen und plötzlich auftretenden Problemen – ja von lebensbedrohlichen Erlebnissen lesen, dort wo etwa Drogenbanden agieren, mit denen gewiss nicht gut Kirschen essen ist. Oder schwerbewaffnete Volksstämme auf den Plan treten. Und wann weder mit den einen noch mit den anderen kaum mit Rezepten und Kochlöffeln ankommen wird.
Und schon bald fragen wir uns ob der Kenntnis von all dem: Muss man nicht ziemlich bekloppt und lebensmüde sein, sich das anzutun?! Schließlich hat das nicht im Geringsten etwas mit Tourismus oder mit all eben ein bisschen Spaß-haben zu tun! Nach allem war wir erfahren, dürfte man bezüglich der Person von David Höner sagen: Der ist wohl positiv bekloppt – um uns einfach mal der Worte eines prominenten, gut genährten deutschen Fußballmanagers zu bedienen …
David Höner – ein Macher mit einer Idee, der weiß, was er will und es dann auch in die Tat umsetzt
Vielmehr, gewinnen wir Leser den Eindruck: der Mann ist ein Macher, der weiß, was er will und das – wenn es sein muss – auch energisch durchzusetzen weiß. Der von einer Idee fast besessen ist, von welcher er überzeugt ist.
„Entwicklungshilfe“, die eigentlich keine ist und von anderen Problemen
Erfahren tun wir in den diesem Buch auch einiges über die sogenannte „Entwicklungshilfe“ und darüber, wie diese oft genug gar keine Hilfe zur Selbsthilfe ist, sondern heute sogar noch mehr nach wirtschaftlichen Interessen des Geberlandes ausgerichtet ist. Das betrifft auch die deutsche GIZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH).
Der Autor kritisiert auch, dass bestimmte „Freihandelsverträge“ schon gar nicht zu beiderseitigen Nutzen ausgerichtet sind, sondern die Entwicklungsländer (etwa im Handel mit der EU) benachteiligt.
Zum anderen ist nicht nur Korruption das Problem von Entwicklungsländern, sondern auch die Tatsache, dass Rohstoffe nicht vor Ort verarbeitet werden, um sie dann zu exportieren.
Auch von Lebensmittelsicherheit und dem Wert von Lebensmitteln ist im Buch die Rede. Politischen Entscheidungen, die keine guten Auswirkungen haben, werden kritisiert.
Höner gibt zu, nicht alles gelang, wie ursprünglich geplant. Was wohl auch damit zu tun haben dürfte, dass jeder neue Anlauf, wie er auf Seite 276 schreibt, weil jeder Standort unter anderen Voraussetzungen stattfand. Hönes:
„Ich rede in diesen Erinnerungen nicht von den gescheiterten Projekten, nicht von denen, die bereits in den Anfängen steckengeblieben sind. Die Absicht, bereits nach drei Jahren eine Gastgeberplattform an die lokalen Partner zu übergeben ist sehr ambitiös. Kurze Auftritte hatten trotzdem einen Nachhall.“
Und weiter:
„Die Grundidee wurde mit der Zeit angepasst. Der Versuch, tief verfeindete Gruppen an unsere Gästetafel zu bitten, gelang nur selten. Im Calabash in Kenia aber gelang ein solcher Drahtseilakt. Das Seil schwankt zwar immer noch hin und her, aber das, was entstanden ist, steuert seinen Teil zum Friedensprojekt bei.“
Gute Ergebnisse also der Aktivitäten rund um Orwa im Nordwesten Kenias. Dort grenzen die Gebiete der Pokot und Turkana aneinander, die sich seit ewigen Zeiten verfeindet sind und sich in Stammeskriegen gegenseitig bekämpften. Im Niemandsland zwischen den beiden Gruppen eröffnete „Cuisine sans frontières“ gemeinsam mit Partnern von vor Ort ein Restaurant.
Erst kam niemand. Aber dann erschienen sie doch. Dafür sei es auch notwendig gewesen, mit lokalen Warlords zu verhandeln.
Mehrere Jahre danach seien auch Krieger gekommen. Und es gelang letztlich, mit den verfeindeten Gruppen sogar gemeinsam Feste zu feiern – und so einen Beitrag zur Befriedung des Konflikts zu leisten.
Ein Auszug aus dem Buch von David Höner:
In der Morgendämmerung erwacht der Dschungel mit Tausenden von Stimmen. Ein in die Tiefe gestaffelter Geräuschteppich, das Schreien von Affen weit weg, ganz nah das Sirren und Brummen der Insekten, melodische Vogelstimmen begrüßen den Tag. Santiago hat mit unserem Geld eingekauft. Geschenke für die Frau, Reis, Öl, Waschpulver, Salz, Gummistiefel. Auch wir tragen Gummistiefel, viel Gepäck haben wir nicht: die Kamera, etwas Trinkwasser und Schreibzeug. Das Kanu ist nur etwa vier Meter lang, schmale Balken, um sich hinzusetzen. In den morgendlich dunklen Regenwald gleiten wir auf einem kleinen Nebenfluss. Mit tuckerndem Außenbordmotor. Die Fahrrinne ist eng, man duckt sich unter gestürzten Bäumen, weicht hin und her zwischen herabhängenden Ästen. Wo sich das Wasser weitet, weitet es sich zum Sumpf. Nach einer halben Stunde habe ich keine Orientierung mehr. Niemand spricht. Iris und ich tauschen Blicke. Es ist gut, nicht allein zu sein. Es wird wärmer, die Uferböschung dampft, Sonnenstrahlen zeichnen Streifen in die von Myriaden von Insekten bevölkerte Luft. Niemand spricht. Nach geschätzten anderthalb Stunden sind wir am Ziel. Santiago befestigt das Kanu an einer Anlegestelle, die nur durch ein paar in den Lehm gehauene Stufen in der hohen Uferböschung zu erkennen ist. Er steigt aus dem schwankenden Kanu, nimmt den Sack mit den Mitbringseln und steigt die Stufen hinauf. Er will schauen, ob jemand da ist, bevor er uns ruft.
Das Haus, in dem Miriam und ihre Kinder wohnen, ist nicht klein. Aus Baumstämmen und Bambus erbaut, steht es auf hohen Pfählen am Rand eines gerodeten, unbefestigten Hofes. Unter dem Haus kratzen ein paar Hühner in Küchenabfall und vor allem im Staub, liegen leere blaue Plastikfässer und allerlei landwirtschaftliches Werkzeug, Hacken, Spaten, Rechen. Dort sind auch zwei Esel angebunden, sie stehen schläfrig im Schatten. Die Besitzerin der Finca empfängt uns auf der Veranda. Sie trägt ein wenige Monate altes Baby in einem Schultertuch. Neben ihr der älteste Sohn im verwaschenen löchrigen T-Shirt, gerade mal 16 Jahre alt, doch mit dem Gesicht eines erwachsenen Mannes: Javier. Im Hintergrund wuseln im Halbdunkel zwei scheue Mädchen herum, auch ein Mann sitzt da. »Mein Bruder«, sagt Miriam. Er ist einarmig, begrüßt uns nicht. Fremden kann man nicht trauen.
Die Hausherrin schickt uns mit dem Sohn hinaus ins Feld. Dorthin, wo vor drei Monaten Flugzeuge eine Welkschneise in den Dschungel gespritzt haben. Braune, verfaulte Pflanzen, die nur teilweise als Cocasträucher auszumachen sind, über die Länge und Breite von zwei Fußballfeldern. Gerade noch erkennbar sind auch zwei verrottete Maisfelder, tote Yucca- und Bananenstauden. Hohe entlaubte Dschungelbäume säumen das besprühte Gebiet. Es riecht muffig, nach feuchtem Moder, brackigen Pfützen. Moskitos gibt es keine. Weggesprüht.
Sie hätten nicht so viel Land, die Lebensmittel seien nur zum eigenen Gebrauch angepflanzt worden. Das Coca, er zuckt mit den Achseln, das Coca zum Verkauf. Er zeigt uns ein Treibhausbeet am Rande des zerstörten Bodens. Dort sprießen bereits wieder Schößlinge des Cocastrauchs. In diesem Boden wachse nichts mehr – außer der zähen Drogenpflanze. Ich frage mich, ob der Konsument in Europa weiß, was er sich da für ein Gift in die Nase zieht. Von Bio-Kokain keine Rede. Man habe jetzt neue Flächen im Dschungel gerodet, neue Bananen und Yucca eingepflanzt. Die Gewächse aber würden kränkeln und der Mais eingehen, bevor er wadenhoch gewachsen sei. Ob er wisse, was man da gesprüht habe, fragen wir Javier. Nein, er weiß es nicht. Ob hier nun die klebrige Mischung von Glyphosaten, die unter dem Namen »Roundup Ultra« vom Militär verwendet wird oder ob der als Biowaffe geächtete Welkpilz »Agent Green« eingesetzt wurde, ist unbekannt. »Agent Green« nachzuweisen, ist kompliziert, das geht nur in teuren Labors. Umweltaktivisten bekommen dort keinen Rabatt.
Jetzt stapfen wir über schwer begehbaren, holprigen oder sumpfigen Boden, mitten durch ein unzerstörtes Cocafeld, das bereits zum Teil abgeerntet ist. Die schlanken Stauden treiben fleißig neue Sprossen. »Davon leben wir«, meint Javier. Er weiß, was wir wissen wollen. Als er mit uns über schlammige schmale Fußwege zurück zum Haus geht, erklärt er den Ablauf: »Ich und meine Schwestern zupfen die Blätter ab und bringen sie auf den Hof. Dann legen wir sie auf Tüchern in die Sonne. Die Blätter müssen angetrocknet sein, um in unserer Werkstatt verarbeitet zu werden. Die zerhackten Cocablätter werden mit Zement vermischt und mit Schwefelsäure und Benzin verkocht. So entsteht die Paste, die ich, wie früher mein Vater, auf den fünf Stunden entfernten Markt bringe. Dort verkaufe ich es an die Ankäufer.« Er weiß natürlich, dass das alles illegal und gefährlich ist. Trotz klingt aus seiner Stimme: »Wenn ich beide Esel mit getrocknetem Mais beladen würde, den ich gar nicht habe, weil wir selbst etwas zu essen brauchen, verdienen wir kein Zehntel dessen, was uns ein Kilo Cocapaste bringt. So kann ich auf dem Esel sitzen und bin am gleichen Tag wieder zurück. Wir sind arm. Keiner will uns unsere Arbeit bezahlen.“
Quelle: Westend Verlag
Im Verlaufe des Buches streut Höner immer wieder kluge Gedanken über den Zustand der Welt und das Handeln der Menschen ein. Gedanken, die es wert sind, für sich selbst sozusagen nach zu denken.
„Der Wunsch nach Harmonie, Frieden, Liebe und einem vollen Bauch ist Gemeingut“, steht auf S.253 zu lesen. Und um dies ins Werk zu setzen? „Das setzt zwei Dinge voraus: Erstens, dass alle den guten Willen mitbringen, diese Menschenrechte zu leben und leben zu lassen.“
„Aber“, konstatiert Höner, „allenthalben hapert es an der Umsetzung.“
Dennoch wird der Autor nicht müde, Mut zu machen (S.254):
„Wenn wir aufhören den paar Wenigen zuzuhören, die mir ihrer furchterregenden Propaganda glauben, über unser aller Schicksal entscheiden zu dürfen, wird alles gut. Naiv? Wenn es naiv ist, an die gute Option zu glauben und auf sie zu hoffen, bin ich gerne naiv.“
Eine lohnenswerte Lektüre. Rezepte freilich finden die Leser*innen im Buch nicht (S. 286): „Ganz viele Buchstaben – und immer wieder war vom Kochen die Rede. Und kein einziges Rezept?“
Abgesehen von dem, einen einfachen Brotaufstrich herzustellen: „Ein Ei kochen ist keine Hexerei. Es schälen auch nicht, mit der Gabel zerkleinern, gelingt immer. Eine Prise Salz dazu, ein paar Tropfen Sonnenblumenöl und einige Tropfen Zitronensaft, fertig ist der Brotaufstrich.“
Ansonsten finden wir eher Rezepte, die davon künden, wie besser zu leben sei.
Die um Buch abgedruckten Schwarzweißfotos kommen allerdings in keiner guten Qualität daher. Aber das ist letztlich – denke ich – zu verschmerzen.
David Höner
Kochen ist Politik
Warum ich in den Dschungel gehen musste, um Rezepte für den Frieden zu finden
Erscheinungstermin:
01.10.2019
Seitenzahl:
256
Ausstattung:
Hardcover mit Schutzumschlag
Artikelnummer:
9783864892646
Buch
24,00 Euro
Video der Buchkomplizen zum Buch
Dazu noch ein Interview mit David Höner, das Ken Jebsen mit dem Autoren führte:
Friedhelm Klinkhammer (li.) und Volker Bräutigam (re.) währender einer Medientagung der IALANA in Kassel. Foto: Claus Stille
Zwischen Hanau und Syrien: Rassismus im Innern und Deutschlands Kriegshandeln im Ausland entstammen demselben Denken. Die Tagesschau unterscheidet nicht zwischen echter und nur politisch korrekter Trauer über die Opfer von Gewalt. Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.
Sie wäre so nötig gewesen und hätte soviel bewirkt: eine Schweigeminute in der Tagesschau. Nur die Bilder aus Hanau sprechen und die Erschütterung über rassistischen Serienmord wirken lassen. Der Fernseh-Öffentlichkeit erlauben, den Schmerz mit den weinenden Angehörigen der Toten für einen kurzen Augenblick zu teilen. Aber nein, die Redaktion ARD-aktuell übersteigerte alles, staatstragend wie üblich, mit einem Steinmeier-O-Ton:
„Wir lassen uns nicht einschüchtern. …Wir trauern, nehmen Anteil und sehen, dass wir eins sind in unserer Trauer und einig gegen Hass, Rassismus und Gewalt.“ [1]
Tönende Phrasen, derweil der Rassismus hierzulande erstarkt. Und zwar parallel zur Kriegslust, mit der sich Deutschland vorzugsweise gegen die islamische Welt richtet. [2]
Rassismus im Innern und Deutschlands Kriegshandeln im Ausland entstammen demselben Denken. Die Tagesschau vermeidet krampfhaft, darauf aufmerksam zu machen, obwohl unser öffentlich-rechtlicher Nachrichtenkanal doch zu umfassender, vollständiger, der Wahrheitsfindung dienender Informationsarbeit verpflichtet ist. Sie schweigt darüber, dass dieselbe Sorte Galgenvögel, die als islamistische Terroristen von deutschen Gerichten verurteilt werden [3], als „Oppositionelle“ in Idlib von unserer Regierung 37,5 Millionen Euro Schmiergeld erhielten. [4][5]
Zunächst noch zu Hanau: Die Flaggen auf Halbmast, die Tagesschau im Betroffenheitsmodus und mit dem Bundespräsidenten Steinmeier ein Trauerredner im Angebot, der für diese Rolle die denkbar unpassendste Besetzung war. Die fernsehende Millionengemeinde ist zwar längst nicht mehr empfänglich für gewisse Feinheiten. Aber es gibt triftige Gründe, Steinmeier als disqualifiziert anzusehen. Daran muss mit ein paar Sätzen erinnert werden.
Steinmeier war als Kanzleramtsminister [6] im Kabinett Schröder verantwortlich dafür, dass der Deutsch-Türke Murat Kurnaz im US-Folterlager Guantanamo eingesperrt blieb, obwohl seine Unschuld bekannt war. [7] Als der Nationalsozialistische Untergrund, NSU, seine rassistische Mordserie beging, ließ Steinmeier als oberster Aufseher der deutschen Geheimdienste zu, dass die polizeilichen Ermittlungen den Popanz von konkurrierenden türkischen Banden verfolgten; der Verdacht, die Täter könnten mit den Geheimdiensten vernetzte deutsche Neonazis sein, wurde von oben erstickt. [8][9] Steinmeier war der Architekt der „Agenda 2010“ mit ihren menschenfeindlichen Hartz-Gesetzen, fraglos einer Pfahlwurzel des Hasses hierzulande. [10] Steinmeier war im Februar 2014 als Außenminister wesentlich daran beteiligt, dass in Kiew der Staatsstreich glückte und auch Neofaschisten in der Ukraine an die Macht gelangten. [11][12][13]
Steinmeier war schließlich als Außenminister einer der entscheidenden Befürworter der deutschen Beteiligung am völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Krieg gegen Syrien. [14]
Ein schändliches Detail: Die US-Air-Force hatte am 17. September 2016 ein seit Jahren vom IS umzingeltes Camp der syrischen Armee bei Deir-Ez-Sur angegriffen. 62 Soldaten starben im Bombenhagel; der Rest der Eingeschlossenen wurde verwundet und fiel den Kopfabschneidern des IS in die Hände. Die Zieldaten für dieses US-Kriegsverbrechen hatten deutsche Tornado-Piloten geliefert. [15] Trotz der unstrittigen deutschen Mitverantwortung an dem Massaker fand Steinmeier kein einziges Wort des Bedauerns oder gar des Mitgefühls für die Angehörigen der Gefallenen. Die Tagesschau hatte auch keinen O-Ton irgendeines anderen Repräsentanten unseres Staates anzubieten; sie hatte sich erst gar nicht darum bemüht.
Staatsschauspieler in Doppelrolle
Steinmeier bekundet heute, ob in Hanau oder aus gleich furchtbarem Anlass andernorts, offiziell Trauer als Staatsoberhaupt. Er tritt als hochbesoldeter Mahner gegen den Rassismus im Innern auf und applaudiert dabei de facto der deutschen Aggressivität und Menschenverachtung gegenüber dem Ausland, vorzugsweise dem muslimischen Ausland. Er plädiert für höhere deutsche „Verteidigungs“ausgaben und eine Stärkung der EU-Rolle in der NATO. [16]
Steinmeiers Doppelmoral ist schon lange bekannt. Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Linken und innenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, erklärte vor Jahren:
„Die eng mit Al Qaida verbündete und von der türkischen Regierung unterstützte Ahrar al Sham wurde von der Bundesregierung stets als ‘moderate Opposition‘ schöngeredet. Dass ein Außenminister, der nun für das Amt des Bundespräsidenten nominiert wurde, sich derart als diplomatischer Steigbügelhalter für eine in Deutschland zu Recht verbotene Terrororganisation betätigt, offenbart eine zynische Doppelmoral.“ [17]
Um Fragen zuvorzukommen: Eine Politikerin der Linken, sei sie auch noch so sehr im Recht, bekommt keine Chance, solch fundamentale Kritik in der Tagesschau zu äußern. Ein derartiger O-Ton bleibt im „Ersten“ unvorstellbar. Steinmeier wird hier nicht demontiert, obwohl sich seine Denkweise in nichts von der des letzten Bild-Redakteurs unterscheidet. Nur ist ein Springer-Hiwi keinem Verfassungsauftrag zur Friedenswahrung verpflichtet.
Nein, mit diesen Zeitgenossen teilen wir unsere Erschütterung über die wachsende Zahl von Opfern [18] rassistischer Mörder nicht.
Die Tagesschau macht sich als Forum staatsoffizieller Trauerbekundungen fortgesetzt unglaubwürdig. Ein Blick auf ihre Berichterstattung über den Syrienkrieg:
In der Provinz Idlib sind syrische und russische Streitkräfte dabei, die letzte Bastion islamistischer Terroristen und internationaler Söldner zu schleifen. Die Kämpfe treiben tausende Zivilisten in die Flucht, doch es gibt für sie keinen Weg nach draußen: Die Grenze im Norden ist dicht, die Türkei hat alle Übergänge geschlossen. Die von Syrern und Russen eingerichteten Fluchtkorridore nach Süden werden von den in Idlib herrschenden Terroristen blockiert, sie verschanzen sich hinter der Zivilbevölkerung. Angesichts dieses Schreckens zeigt sich die Bundesregierung ausschließlich darum besorgt, einen neuerlichen Flüchtlingsstrom nach Mitteleuropa zu verhindern. Statt den völkerrechtswidrigen Krieg der „Allianz gegen den IS“ zu beenden, verlängert sie ihn: Sie finanziert die Terroristen (Anm. [4][5]) und versucht, einen Keil zwischen Russland und die Türkei zu treiben. [19]
Die Medien-Keule
Wie geht die Tagesschau damit um? Wie alle faktisch gleichgeschalteten Massenmedien nutzt sie die humanitäre Katastrophe als „Keule gegen Syrien und seine Verbündeten“. [20] Informative Beiträge auf Telepolis, auf den NachDenkSeiten, auf Kritisches Netzwerk oder auf Rubikon entlarven die aggressive Propaganda der Regierung. Die Tagesschau strickt dagegen stets das gleiche Tarnmuster: In scheinbarer Empathie mit den von lebensbedrohender Gewalt bedrohten Zivilisten instrumentalisiert sie deren Elend und besonders das Leid der Kinder zur Unterstützung der transatlantischen Agitation.
Die Tagesschau identifiziert nicht die Verursacher und Gewinnler dieses Krieges. Sie verweist nicht auf die wahren Kriegsziele, die so gar nichts mit Demokratie und Menschenrechten zu tun haben. Sie unterscheidet nicht zwischen Aggressoren und Verteidigern, nicht zwischen Ursache und Wirkung. Im Gegenteil: Sie verschweigt beharrlich die für all das Elend und millionenfache Sterben ursächliche Kriegsverbrecherrolle der USA und ihrer Westallianz.
Bei ARD-aktuell ist das Doppelmaß Standard. Als die Allianz im Jahr 2017 das nordsyrische Raqqa zwar vom IS befreit, dabei aber die Stadt dem Erdboden gleichgemacht [21] und die Einwohner mit rücksichtslosem Bombardement zu Tausenden massakriert hatte, stand in den wenigen Tagesschauberichten der Schuldige fest: die islamistischen Besatzer waren´s natürlich, der IS, nicht die „Befreier“. Als syrische Armee und Russen die Städte Ost-Ghouta und Aleppo von Terroristen befreiten (nebenbei: mit weit weniger Opfern unter der Zivilbevölkerung als in Raqqa), da machte die Tagesschau umgekehrt und ganz unverhohlen den „Machthaber“ Assad und den russischen Präsidenten Putin für den Tod der Zivilisten verantwortlich.
Dass die Dschihadisten in Ghouta und Aleppo ein grausiges Terrorregime geführt, dass sie Frauen und Kinder in Käfige gesperrt als Schutzschilde gegen die Befreier benutzt und die Bevölkerung an der Flucht gehindert hatten, kam hingegen in der Tagesschau nicht zur Sprache. Auch nicht der Jubel der schließlich Befreiten. [22] Aber für die Propagandafilmchen der „Weißhelme“ und Gräuelmärchen über „Fassbomben“ und Chlorgasangriffe der syrischen Armee war reichlich Platz in den Nachrichtensendungen. Müßig, zu wiederholen, dass die Redaktion sich keinen Deut um die begründete öffentliche Kritik an ihrer organisierten Falschinformation scherte.
Mit der Niederlage der Terroristen in Aleppo und Ost-Ghouta endete auch die ARD-aktuell-Berichterstattung über das Leid der Kinder dort. Das demonstrative Mitgefühl hatte sich verflüchtigt – ein weiterer Propaganda-Auftrag der ARD war erfüllt.
Kriegsverbrechen
Dass die syrische Bevölkerung, gerade und vor allem die Kinder, massiv unter den westlichen Sanktionen leiden, lässt die Tagesschau konsequent außen vor. Sie wolle „Fluchtursachen bekämpfen“, behauptet Kanzlerin Merkel bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Die Tagesschau ist ihr dabei behilflich, uns das einzutrichtern. So verkleistern die Regierung und ihr Zentralorgan dauerhaft, dass die völkerrechtswidrige, unmenschliche Sanktionspolitik einer der wesentlichen Fluchtgründe ist.
Die EU hat gerade neue Sanktionen verfügt, um den Wiederaufbau in Syrien zu sabotieren. Zugleich haben die USA ihre Sanktionen verschärft. Sie seien dazu gedacht, „die syrische Zivilbevölkerung in die Elendsrevolte zu treiben.“ [23] Damit sind die Sanktionen nicht nur völkerrechtswidrig, sondern gemäß Genfer Konvention [24] zuallererst ein Kriegsverbrechen.
Die Warlords unserer westlichen Wertegemeinschaft schert es nicht. Sie glauben, ihr Sanktionskrieg erreiche, was sie militärisch nicht erreichen konnten: den Sturz Assads. (Anm. [23]) Die Bundesregierung und die Bundestagsmehrheit wissen detailgenau, was da wirklich abgeht. Die Tagesschau-Redaktion auch. Nur unterschlägt sie diese Information, wie so vieles andere.
So geht der Propagandaterror zur Vertuschung des westlichen Kriegsterrors auch in der Berichterstattung zu Idlib weiter. Nur keine sachlichen Informationen über die syrisch-russischen Angriffe auf die dort raubenden und mordenden terroristischen Besatzer: Es darf nicht sein, dass die deutsche Bevölkerung Sympathie und Verständnis für den Befreiungskampf gegen die dschihadistischen Verbrecher entwickelt. Unsere journalistischen Kriegstreiber und Propagandisten fühlen sich vielmehr berufen, in Deutschland das Feindbild von Russland und seinem Präsidenten Putin zu etablieren. [25]
Dementsprechend nennen sie die Provinz Idlib in der Tagesschau auch „letzte Hochburg der Rebellen“. Weil Rebellen etwas Edleres und Erfreulicheres sind als marodierende Söldner, Mordbrenner und al-Kaida-Terroristen – und weil so die Fälschung „Bürgerkrieg“ weiterhin als Original verhökert werden kann.
Mit Terroristen, die in Deutschland Verbrechen begehen, wird nicht verhandelt. Das gilt als Staatsräson. Aber mit Terroristen, die mithelfen, eine hierzulande verhasste ausländische Regierung zu stürzen, machen sich deutsche Politiker jederzeit gemein. Steinmeier, mit Designerbrille, Silberhaar und salbungsvollem Gerede schon ausreichend für die Hausherrenrolle auf Schloss Bellevue qualifiziert, war immer mit von der Partie.
Im Januar 2016 hatte er sich für die Teilnahme syrischer Ahrar al-Scham-Terroristen als „wichtige Partner“ an der Genfer Syrien-Konferenz eingesetzt:
„Wo sollen denn nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg, extremer Gewalt und um sich greifender Verrohung die gemäßigten Kreise herkommen?“ [26]
Skrupel zeigte er nicht, obwohl bekannt war, dass die vom Westen finanzierte Ahrar al-Scham zusammen mit anderen bewaffneten Gruppen vom 4. bis 18. August 2013 in der syrischen Provinz Latakia an einem der furchtbarsten Massaker dieses Eroberungskrieges beteiligt war; mindestens 190 Zivilisten waren damals umgebracht und mehr als 200 Frauen und Kinder als Geiseln genommen worden. [27] Doch die politischen Unterhändler dieses Gesindels, obwohl vom Westen finanziell abhängig, waren für Steinmeier „wichtige Partner“. Ja, nämlich beim Bestreben, eine Kapitulation der syrischen Regierung zu erreichen: Sie sollte der imperialistischen Forderung nach Rücktritt und Regimechange stattgeben. Steinmeiers „Partner“ – deutsche Außenpolitik vom Feinsten…
Der gute und der böse Terrorist
Die Tagesschau knöpfte sich Steinmeier damals ebenso wenig vor wie heute. Sie half vielmehr indirekt, zwischen dem „schlimmsten Terrorismus“ des Kopfabschneider-IS und dem „nicht ganz so schlimmen Terrorismus“ der Ahrar-al-Sham zu unterscheiden. Das entsprach einer Expertise der regierungsfinanzierten „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP). Deren Gutachter Guido Steinberg hatte vor einem deutschen Gericht im Prozess gegen Terroristen behauptet, Ahrar-al-Sham handle „nicht so radikal und barbarisch“ wie der IS. [28]
Die staunende Öffentlichkeit erfuhr auf diesem Wege, dass in manchen Hirnen die Vorstellung von einem tolerablen Terrorismus wabert, von einem quasi „demokratischen Terrorismus“. Entlarvende Ausgeburt des politisch-medialen Konkubinats.
Sie treiben es trotzdem weiter miteinander, Politiker und Presstituierte. Sie verkünden die Folgen deutscher Außenpolitik frei von aller kritisch-ablehnenden Denke über Kriegsgewalt und Kriegsverbrechen. Massenmorde finden sie nur entsetzlich, wenn die sich innert unserer Grenzen zutragen. In Syrien hingegen…
ARD-Reporter bemühten sich sogar höchstselbst nach Idlib. [29] Die dort herrschenden „Rebellen“ hätten den Besuch gestattet, hob die Tagesschau treuherzig hervor. Was hätten diese Banditen auch einwenden sollen gegen den Besuch antirussisch und antisyrisch eingestimmter Werbefritzen mit Presseausweis? Ein kundiger islamistischer Schlächter weiß: Auf das Erste Deutsche Fernsehen ist Verlass, wenn es um Imagepflege für ihn selbst und gegen die Russen und Syrer geht. Es sendet doch ganz im Sinne unsres Präsidenten Steinmeier.
Der Ortstermin für die ARD-Propagandisten erbrachte einen vielsagenden, bunten Beitrag für ihre Sendung: Granateinschläge, bedauernswerte Kinder in Matsch und Kälte, Interviews mit bedrängten Bewohnern und Äußerungen wie diese:
„Die russische Luftwaffe bombardiert die Stadt und macht keinen Unterschied zwischen Zivilisten und bewaffneten Kämpfern.“ – „Ich liebe Angela Merkel, sie ist die einzige, die den Syrern geholfen hat.“ – „Soldaten aus Europa sollten vor Ort die Menschen schützen – so wie der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan seine Soldaten nach Idlib geschickt hat.“ (Anm. [29])
Jaa! Solche Töne aus dem Kriegsgebiet sucht ein gestandener ARD-Journalist, um sie daheim den nichtsahnenden Sofakartoffeln brühwarm zu rapportieren.
Dabei verdrängt er getreulich, dass schon der damalige Außenminister Steinmeier an die Weißhelme und ihre Propagandatruppe des AMC, des Aleppo Media Center, 13 Millionen Dollar Schmiergeld zahlen ließ; heute firmiert die Kumpanei als Idlib Media Center, IMC, und dürfte zu den “ausgewählten Verwaltungseinheiten“ gehören, die jetzt ihre Kohle von Amtsnachfolger Heiko Maas kriegen. (Anm. [5]) Das Auswärtige Amt hat ja Übung im Abzweigen von Euro-Millionen an undurchsichtige Klüngel, Verwendungsnachweis verlangt es nicht.
Ob es beim IMC auch wieder Propagandafilmchen für ARD-aktuell zu kaufen gibt? Und schnell noch eine Zusatzfrage an ARD-aktuell, bevor Syrer und Russen den Idlib-Sack endgültig zumachen: Wird es nicht langsam Zeit, wieder einen Giftgasangriff der Syrer auf die eingeschlossene Zivilbevölkerung zu offerieren? Oder wenigstens Fassbomben ins Programm aufzunehmen, weil der Assad doch immer „das eigene Volk massakriert“?
Am deutschen Wesen…
Es geht unseren Führern in Berlin und in Brüssel um Fortsetzung ihrer Politik mit anderen Mitteln. Ihr Kriegstreiben wird als Einsatz für den Schutz der Menschenrechte ausgegeben; in Wahrheit ist es nur Ausdruck rücksichtslosen, menschenverachtenden Machtstrebens. Soweit es Massenflucht Richtung Westeuropa auslöst, wird alles unternommen, sie zu blockieren und Zuwanderung zu unterbinden. Nicht „Fluchtursachen bekämpfen“ heißt die Devise, sondern „Flüchtlinge abwehren“. Dafür wird mit Terroristen paktiert und werden Despoten wie der Türkenpräsident Erdogan mit Euro-Milliarden geködert. [30]
Früher hieß es „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Heute gilt das eher als unfein. Man predigt lieber Toleranz, geißelt Rassismus und Rechtspopulismus, krempelt sich selbst um und blökt: „Deutschland muss mehr Verantwortung in der Welt übernehmen.“ [31] Den Widersinn merkt kaum noch einer, am wenigsten das normale Tagesschau-Publikum.
14 Auslandseinsätze hat die Bundeswehr schon. Da muss doch noch mehr gehen? Weil wir die Guten sind, na klar. Und unsere Rüstungswirtschaft muss schließlich auch leben…
Das Autoren-Team:
Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 bis 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.
Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Redakteur. 1975 bis 1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der Tagesschau, von 1992 an in der Kulturredaktion für N3. Danach Lehrauftrag an der Fu-Jen-Universität in Taipeh.
Anmerkung der Autoren: Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: publikumskonferenz.de/blog
Am 1. Februar 1995 erschien die erste Ausgabe der„bodo“. 25 Jahre und ungefähr 300 Ausgaben später ist aus dem damals ungewöhnlichen Projekt ein einzigartiges, ansehnliches Magazin für Soziales, Kultur und Geschichten – für die Region geworden, das in der Verbindung von professionellem Journalismus und sozialer Arbeit ein besonderes Ziel vor Augen hat: Menschen zu unterstützen, ihr Leben nach Niederlagen und Krisen wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ein Heft kostet 2,50 Euro, die Hälfte behalten die Verkäufer*innen. Höhepunkt der Feier war der Auftritt des Hamburgers Dominik Bloh, der einst selbst auf der Straße lebte. Er las aus einem Bestseller „Palmen aus Stahl“.
Kleine, aber feine bodo-Jubiläumsfeier in der Werkhalle des Union Gewerbehofs
Am vergangenen Freitag wurde das bodo-Jubiläum gebührend gefeiert. Um miteinander auf das Jubiläum anzustoßen, waren„bodo“ Leser- und Unterstützer*innen, Wegbegleiter- und Kooperationspartner*innen in die Werkhalle des Union Gewerbehofs in der Rheinischen Straße eingeladen worden. In Talkrunden, moderiert von bodo-Redaktionsleiter Bastian Pütter wurde über das Magazin und seine VerkäuferInnen, über Journalismus und soziale Arbeit geredet.
Die zahlreich erschienenen Gäste der kleinen Jubiläumsfeier wurde von bodo-Geschäftsführerin Tanja Walter herzlich begrüßt. Sie richtete ihren Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass man nun das 25-jährige Bestehen des Straßenmagazin feiern könne.
Mit einer Mischung aus Sturheit und vorsichtigem Zukunftsoptimismus geht es voran, erzählte bodo-Redaktionsleiter Bastian Pütter
bodo-Geschäftsführerin Tanja Walter begrüßt die Gäste. Fotos: Claus Stille
Redaktionsleiter Bastian Pütter erzählte, man treibe die Arbeit an diesem Straßenmagazin „mit so einer Mischung aus Sturheit und so was wie ein vorsichtigen Zukunftsoptimismus“ voran. Man unternehme kleine Schritte vorwärts. Weshalb man gar nicht so sehr zurückschaue. Aus dem bodo-Archiv hatte Pütter das erste Heft mitgebracht. Die Nummer eins beschäftigte sich übrigens mit dem Geierabend. Pütter: „Die Gäste des Geierabends sind unsere größten Unterstützter.“ Überzählige Wertmarken würden nämlich stets in eine große Box geworfen. Sie kommen dann bodo zugute.
Daniela Schneckenburgers in der bodo Nr. 1 aufgestellte Forderung weiter virulent
Pütter erinnerte daran, dass die jetzige OB-Kandidatin Daniela Schneckenburger einst in der bodo Nummer 1 eine Forderung aufgestellte, mit der man sich aktuell gerade wieder mit der Pressestelle der Stadt Dortmund herumschlage. Konkret geht es um die Zugänge zur Notübernachtungsstelle. „Es gibt also einen Grund, warum es uns noch gibt“, so Pütter. „Wir sind noch nicht fertig.“
Die Obdachlosigkeit habe man zwar nicht beenden können. Im Moment müsse eher wieder von einer Krise gesprochen werden. Aber erreicht habe man schon viel: aktuell verkauften 200 Menschen das Straßenmagazin bodo.
Positive Lebensgeschichten und Zuversicht: bodo geht es „erstaunlich gut“
Man könne durchaus von vielen positiven Lebensgeschichten berichten, die man in den zurückliegenden Jahren erlebt habe, welche eine gute Wendung genommen haben.
Aber bodo selbst habe viele Krise und Brüche überlebt – manchmal gar knapp vorm Ende gestanden. Inzwischen gehe es bodo „erstaunlich gut“. Trotzdem es keine staatliche Förderung gebe. Wenn etwas gut gehe, dann mache man es einfach weiter. Andernfalls disponiere man neu.
Gesprächsrunde mit Vertretern Dortmunder Hilfangebote
Richard, Christiane Danowski, Thomas Bohn und bodo-Redaktionsleiter Bastian Pütter.
Während einer Gesprächsrunde informierten Vertreter von Dortmunder Hilfsangeboten für wohnungslose und an ansonsten bedürftige Menschen Richard für das Gast-Haus (Ökumenische Wohnungslosen-Initiative e.V.), Christiane Danowski (Kana-Suppenküche) und Thomas Bohne (Zentrale Beratungsstelle für wohnungslose Menschen der Diakonie Dortmund) über ihre Arbeit und ihr Anliegen. Allesamt Partner auch für das Straßenmagazin bodo. Wichtig für die Betroffenen, aber dennoch schlimm, meinte Bastian Pütter, dass es all diese Einrichtungen weitergeben muss: „Wir sind halt noch nicht fertig mit unserer Arbeit.“
Gastfreundschaft ist ein Grundprinzip der Arbeit. Die Menschen dürfen nicht vergessen werden
Allen geht es im Prinzip darum, Gastfreundschaft für gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen auf der Basis vielfältiger niederschwelliger Angebote zu bieten. Ohne jeweils die Bedürftigkeit der Menschen zu prüfen.
Insgesamt, so Richard vom Gast-Haus, sei ein bedauerliches Wachstum an Hilfesuchenden festzustellen. Alle sind als Bürger*innen dieser Gesellschaft bemüht,den Anforderungen ans sie gerecht zu werden. Und das mache durchaus auch Spaß.
Thomas Bohne gab zu bedenken, man müsse sehr aufpassen, dass sich der Sozialstaat nicht immer mehr auf ehrenamtliche Projekte zurückzieht.
Wohnungslose Menschen müssten aktiviert werden. Um eines Tages wieder eine eigene Wohnung zu bekommen. Wofür es aber bezahlbare Wohnung brauche. Die Zahl der wohnungsloser Menschen sei beängstigend gestiegen. Wohnungslosenhilfe dürfe nicht zu einer Almosenversorgung werden. Da tue den Menschen nicht gut.
Christiane Danowski: „Wir teilen miteinander. Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden.
Autor und Filmemacher Sascha Bisley über ein ZDFinfo-Projekt: „Auf der Straße – unter Obdachlosen
Sascha Bisley.
Im Gespräch mit Autor und Filmemacher Sascha Bisley berichtete dieser Bastian Pütter von einem Projekt mit ZDFinfo. In Stuttgart hatte Bisley dafür unter dem Titel „Auf der Straße – unter Obdachlosen“ in einem kaltem Februar zwei Wochen im Freien zugebracht. Dafür war er in die Rolle eines Wohnungslosen geschlüpft. Für ihn, sagte Bisley, sei das gar nicht ungefährlich gewesen. Er habe sich daran erinnert gefühlt, wie er einst selbst mit 19 Jahren einen Obdachlosen so schwer verletzt hatte, dass dieser an den Spätfolgen verstarb (und Bisley dafür in Haft kam): „Was, wenn jetzt so ein Idiot, wie ich einst einer war, käme und mich angriff?“ Eine Katharsis! Er habe sich nun plötzlich selbst in sein Opfer von damals versetzen können. Schlimm sei auch das Gefühl für ihn gewesen als Obdachloser binnen Stunden quasi unsichtbar für Passanten zu werden. Er versuchte auch eine örtliche Obdachlosenzeitung in Stuttgart zu verkaufen. Er sei kläglich gescheitert. Bisley: „Mein größtes Kompliment allen, die das mal eben so hinkriegen!“
Die „wichtigsten Leute von bodo“ im Gespräch mit Bastian Pütter
In einer weiteren Gesprächsrunde kamen, wie Bastian Pütter, nun einmal auch „die wichtigsten Leute von bodo zu Wort. Die da waren, der bodo-Verkäufer Dennis, früher drogensüchtig, der Verkäufer*innen-Betreuer, Oliver Philipp (Vertriebsleiter bodo) sowie der Ehrenamtliche Olaf Berger.
Wer Verkäufer des Straßenmagazins werden will, erklärte Philipp, muss sich „zur Einhaltung unserer Regeln verpflichten. Wir erstellen einen Verkäuferausweis und suchen gemeinsam einen Verkaufsplatz aus. Wir stellen die rote Verkäuferkleidung und geben sieben Magazine zum Start.“
Olaf Berger ist einer von denen, die im Rahmen von „Kaffee & Kniffte“ auf festen Routen durch die Stadt geht. In umgebauten und bodo-rot lackierten Bollerwagen haben sie heiße Getränke, belegte Brote, Hygieneartikel und Schlafsacke dabei.
Dennis ist einer derjenigen, welcher für bodo Soziale Stadtführungen in Dortmund anbietet. So können Interessierte einmal den Tag eines Wohnungslosen erleben. Entsprechende Stationen werden angelaufen. Da könnten für einen Wohnungslosen schon einmal 14 bis 15 Kilometer am Tag zusammenkommen, erzählte Dennis.
Der Hamburger Wohnungslosenaktivist Dominik Bloh las aus „Palmen aus Stahl“
Absoluter, lohnender Höhepunkt war die Lesung des Hamburger Wohnungslosenaktivisten Dominik Bloh. Bloh war durch widrige familiäre Umstände obdachlos geworden. Die Straße wurde sein Zuhause. Seine Erlebnisse hat er aufgeschrieben „Unter Palmen aus Stahl“ wurde ein Bestseller. Eine berührende Lesung. Bloh freute sich über reichlich Applaus, den er so an den gelesenen Stellen woanders nicht bekommen hatte. Auch über den ihm hingestellten Blumenstrauß – auch das ein Novum für ihn bei einer Lesung.
Zwischendurch erzählte Dominik Bloh immer wieder Erlebnisse aus der für ihn schlimmen Zeit, da er von heute auf morgen auf der Straße zu leben gezwungen war. Erschreckend für ihn, wie er zwischen einzelnen Behörden, die sich für ihn jeweils „leider nicht zuständig“ erklärten und ihn weiterschoben. Einmal hatte er die Nacht in einer fremden Laube zugebracht. Das war ihm unangenehm. Weshalb er dem Besitzer eine Nachricht hinterließ und ihn um Erlaubnis bat, dort zu übernachten. Als er wieder zurückkehrte, hatte der Besitzer ihm tatsächlich einen Zettel hinterlassen und ihm gestattet für ein paar Wochen dort zu schlafen. Er hätte
Autor Dominik Bloh.
diesen Menschen gern einmal persönlich kennengelernt. Aber der Besitzer ist dort nicht mehr zu finden.
Eine Anekdote erzählte Bloh noch von einer Podiumsdiskussion zu welcher er eingeladen worden war. Eine dort vertretene Sozialpolitikerin (sic!) hatte zu seinem Fall nur zu sagen, man lebe nun einem in diesem System und müsse mit so etwas umgehen. Dominik Bloh dazu: „Ich habe der Dame gesagt, in einem solchen System möchte ich nicht leben.“
Er sei jetzt 31 Jahre alt, stellte Bloh fest. Früher habe er mal gedacht: „Mit 30 bist du tot oder im Gefängnis.“ Heute ist seine Zuversicht geradezu mit Händen zu greifen. Anderen gibt er aber vorsichtig zu bedenken: „Jeder kann in eine solche Situation kommen.“
Eine interessante Jubiläumsfeier. Um das Musikalische kümmerten sich die bodo-Redaktions-DJs.
v.l.n.r. Lisa DeZanet, Torsten Sommer, Magdalena Zenglein, Dirk Pullem, Nadja Reigl, David Grade, Maja Tiegs, Britta Söntgerath, Andrea Wille. Fotos: Claus Stille
Seit dem 1. März 2020 hat unser Land eine neue Partei. Im Biercafé West wurde die „DOS – Digital, Oekologisch, Sozial“ gegründet. Wie die gewählte Vorsitzende Nadja Reigl sagte, verortet sich die Partei links der Mitte. Die DOS hat sich „Axiome“ verordnet, grundlegende politische Konstanten, die für alle Mitglieder verpflichtend sind und nicht in Frage gestellt werden dürfen.
Es waren am Sonntag 17 Gründungsmitglieder anwesend. Die DOS wird zur diesjährigen Kommunalwahl antreten.
Nötig, eine Politik zu betreiben, die ihre Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen ernst nimmt
Die Notwendigkeit zur Gründung einer neuen Partei begründen die Initiator*innen so: „Es wird Zeit eine Politik zu betreiben, die die Zukunft aktiv gestaltet. Eine Politik, die ihre Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen ernst nimmt, die Chancen von Veränderungen nutzt und sich aktiv mit den Herausforderungen und Problemen der Zukunft auseinandersetzt. Der Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Digitalisierung und eine zukunftsfähige demokratische Gesellschaft sind keine einfachen, aber lösbare Herausforderungen! Dafür müssen wir jetzt und mit vereinten Kräften handeln.“
Erfahrene und aktive Politiker*innen unter den DOS-Gründer*innen
Unter den Gründer*innen der DOS-Partei befinden sich erfahrene aktive Politiker*innen aus dem Ruhrgebiet, wie Torsten Sommer, ehemaliger Abgeordneter der Piraten im Landtag NRW, Nadja Reigl, Ratsfrau der Stadt Dortmund und Britta Söntgerath, Ratsfrau in Duisburg.
Torsten Sommer: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Versicherung für die Wählenden, dass der angestrebte Wandel wirklich umgesetzt wird“
Aus den vorweg genannten Gründen eine neue Partei auf den Weg bringen zu wollen, ergebe sich für die – DOS, dass sie konstruktiv mit den Parteien des weltoffenen Spektrums zusammenzuarbeiten gedenke. Torsten Sommer: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Versicherung für die Wählenden, dass der angestrebte Wandel wirklich umgesetzt wird. Wir wollen nicht länger das kleinere Übel wählen, sondern selbst gestalten!“
Unverrückbare Axiome sind für jedes Mitglied mit dem Eintritt in die Partei verpflichtend
Jedes Mitglied der DOS muss sich an unverrückbar festgelegte, nicht verhandelbare Axiome halten. Weicht jemand davon ab, müsse Partei verlassen werden, hieß es auf der Gründungsversammlung im Dortmund BierCafé West unmissverständlich. Wer in die Partei eintritt verpflichtet sich auf zu diesen Axiomen
Axiome der DOS in Kürze
Die Axiome umfassen die „Menschenrechte“ und die UN-Behindertenkonvention – sie gelten ohne Ausnahme.
Des Weiteren gilt die „Gleichberechtigung aller Menschen“, die „Ablehnung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“.
„Wir werden keinen Faschismus/Nationalsozialismus dulden“. Ein diktatorisches Staatssystem zu etablieren wird eine Absage erteilt.
Angestrebt wird eine „Solidarische Gesellschaft“.
Die Beisitzer*innen v.l.n.r: Dirk Pullem, Britta Söntgerath, David Grade und Lisa DeZanet.
Die DOS setzt sich für den „Säkularen Staat“ und somit für eine konsequente Trennung von Staat und Bekenntnis ein.
Die DOS will eine „Evidenzbasierte Politik“ betreiben, heiße: politische Entscheidungen werden auf Basis anerkannter, wissenschaftlicher Erkenntnisse gefällt.
Die Partei will Maßnahmen fördern, die „Umweltschutz“ dienen und dem „Klimawandel“ Rechnung tragen.
Die DOS bekennt sich zur internationalen Gemeinschaft und sieht „ein vereintes, demokratisches Europa als den Garanten für Frieden und allgemeinen Wohlstadt für die Menschen in Europa. Ziel ist die Überwindung von nationalen Grenzen.
„Respektvoller Umgang“: „Wir bemühen uns um den respektvollen Umgang mit Jedermensch. Wir kritisieren Meinungen, Äußerungen und Handlungen, nicht Menschen.“
Gewählt wurden
Die Bundesvorsitzenden der DOS v.l.nr.: Nadja Reigl und Magdalena Zenglein.
Mit absoluter Mehrheit der Stimmen der 17 Gründungsmitglieder ist Nadja Reigl zur Bundesvorsitzenden (für 2 Jahre) und Magdalena Zenglein zur Bundesvorsitzen (für 1 Jahr) gewählt worden.
Schatzmeisterin der DOS wurde Andrea Wille. Zu Beisitzenden wählte man Torsten Sommer 8für 2 Jahre), Britte Sönthgerat (für 1 Jahr), Maja Tiegs (für 2 Jahre), David Grade (für 1 Jahr), Lisa-Veronique De Zanet (für 1 Jahr) sowie Dirk Pullem (für 1 Jahr).
David Grade: „Ich will ein anderes Europa“
David Grade begründete sein erneutes politisches Engagement a.a. mit der derzeitigen katastrophalen Situation der an der türkisch-griechischen Grenze: „Ich will ein anderes Europa. Ich will eine andere, offene Gesellschaft. Ich möchte, dass Menschen gut miteinander ohne Angst zusammenleben können. Die DOS werde alle unterstützen die weltoffen sind und den Klimawandel so gestalten, dass die nötigen Maßnahmen sozial abgefedert sind.“
Bundesvorsitzende Nadja Reigl: „Wir stehen links von der Mitte“
Bundesvorsitzende Nadja Reigl unterstrich in einer kurzen Rede die Wichtigkeit dieser Parteigründung. Die DOS werde u.a. Menschen, die im Wesentlichen wie die zur Parteigründung gekommenen dächten. Nadja Reigl erklärte: „Wir stehen links von
der Mitte.“ Man wolle eine Zukunft mitgestalten, die für alle Menschen lebenswert ist“. Parlamentarische Erfahrung hätten einige von ihnen bereits gesammelt. Man habe viel gelernt und sich weiterentwickelt.
In den Städten, in welchen man sich Personal schon leiste könne, werde man Listen für die Kommunalwahl aufstellen, auch Kandidaten für die Bürgermeisterwahlen. Allerdings müssten diese Kandidaten erst einmal gewählt werden. Reigl: „Wir brauchen Wahlprogramme, die auf unseren Axiomen beruhen.“
Wie die Partei DOS sich selbst sieht und beschreibt, das lesen Sie bitte hier.
In diesem Blog werden montags selbst verfasste Gedichte veröffentlicht und je nach Anlass Gedanken übers Zeitgeschehen festgehalten. Im Ganzen behandelt der Blog Ansichten und Eindrücke über Politik, Gesellschaft, Alltag, Liebe und (Pop-)Kultur. Respekt, Hoffnung, Nachdenklichkeit, Friedensfähigkeit und Menschlichkeit werden diesen Blog kennzeichnen.