Ruhrfestspiele 2015: „Tête-à-tête. Ein dramatisches Rendezvous mit Frankreich“

Blick auf den gläsernen Vorbau des Ruhrfestspielhauses mit Henry-Moor-Plastik davor; Fotos (2) Claus-D. Stille

Blick auf den gläsernen Vorbau des Ruhrfestspielhauses mit Henry-Moor-Plastik davor; Fotos (2) Claus-D. Stille

Es ist nicht Bayreuth. Aber einen grünen Hügel hat es auch in Recklinghausen. Im Stadtgarten. Auch da ziehen Festspiele Besucher an. Alljährlich. Wie in Bayreuth. Nicht der einzige Unterschied zu Bayreuth jedoch ist allerdings zugleich der wesentlichste von gleich mehreren. Bei den Ruhrfestspiele Recklinghausen, der Stadt im gleichnamigen größten Kreis Deutschlands, geht es nicht annähernd so glitzernd-elitär zu, wie es in Bayreuth zu sein pflegt. Und das ist auch gut so. Das Festival in Recklinghausen ist geerdet. Menschen und die Kunst stehen dort im Mittelpunkt. Es findet ein Dialog statt. Tradition seit mehr als sechzig Jahren. Die Ruhrfestspiele sind nicht nur eines der ältesten, sondern auch auch eines der größten Theaterfestivals Europas.

Ein altes Motto: “Kohle für Kunst – Kunst für Kohle”

Den Grundstein für dieses stets begeistert erwartete Festival wurde unmittelbar nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg von Kohle-Kumpeln aus dem Ruhrpott und Theaterleuten der Hansestadt Hamburg gelegt. Im bitter kalten Winter des Jahres 1946/47 standen die Hamburger Theater vor der Schließung. Sie verfügten über kein Heizmaterial mehr. Unmöglich Kohlen für die Beheizung ihrer Bühnen aufzutreiben.

Von ihrer Not  getrieben, fuhren Abgesandte Hamburger Theater samt Bühnenverwaltungschef daraufhin mit einem Holzvergaser-LKW ins Ruhrgebiet. Auf den dortigen Kohlenzechen wollten sie um Unterstützung ansuchen. Doch legal war da an kein Brikett zu kommen. Schließlich sollten die Theaterschaffenden dennoch Erfolg haben. Die Kumpel der Zeche König Ludwig 4/5 halfen ihnen. Unter geschickter Umgehung der Kontrolle seitens der Besatzungsmächte erhielten die Theaterleute Kohle von den Ruhrpottkumpeln. Diese noch einige Male wiederholten illegalen Aktionen halfen die Hamburger Theater wieder warm zu bekommen. Aus tiefer Dankbarkeit über die Kohle-Hilfe reisten im Sommer 150 Hamburger Theaterschaffende ins Ruhrgebiet. Sie gastierten unter dem Motto “Kunst gegen Kohle” vom 28. Juni bis zum 2. Juli 1947 im Städtischen Saalbau Recklinghausen (heute abgerissen und somit Geschichte). Eine allzu menschliche Geschichte.

Später wurde das Ruhrfestspielhaus im Stadtgarten von Recklinghausen erbaut. In den 1990er Jahren wurde der Musentempel renoviert. Alljährlich gehen unter dem Motto “Kohle für Kunst – Kunst für Kohle” die Ruhrfestspiele Recklinghausen über Bühne. Diesmal vom 1. Mai bis zum 14. Juni 2015. Mehr zur Entstehung der Ruhrfestspiele und weiteres Wissenswertes finden Sie hier (via Wikipedia; das Porträt des Festivals hier).

Vorverkauf läuft seit heute

Am heutigen 22. Januar ist der Vorverkauf angelaufen. Viele der Aufführungen sind bereits gut verkauft bzw. reserviert. der Vorverkauf für die Ruhrfestspiele 2015. Das erfährt, wer den Spielzeitkalender auf der Website der Ruhrfestspiele auf der Suche nach Inszenierungen durchsucht, die man möglicherweise zu besuchen gedenkt.

Das Motto des diesjährigen Festivals lautet „Tête-à-tête. Ein dramatisches Rendezvous mit Frankreich“. Die Ruhrfestspiele setzen vom 1. Mai bis 14. Juni 2015 voll auf die Literatur und Dramatik Frankreichs.

Klassiker und hochkarätige Schauspielgrößen

Auf die Bühne kommen Klassiker wie Molière, Eugène Labiche, Gustave Flaubert und Émile Zola. Aber auch zeitgenössische Autoren à la Bernard-Marie Koltès, Yasmina Reza, Joël Pommerat, Olivier Py, Fabrice Melquiot und Florian Zeller. Die Ruhrfestspiele informieren:

„Renommierte Theater aus Frankreich wie das Théâtre de la Manufacture aus Nancy und das Festival d´Avignon sind in diesem Jahr bei den Ruhrfestspielen zu erleben. Und wer könnte die Theaterkunst Frankreichs auf der Bühne besser verkörpern als hochkarätige französische Schauspielgrößen wie Juliette Binoche, Michel Piccoli, Hervé Pierre und André Marcon. Darüber hinaus sind gefeierte internationale wie nationale Schauspielerinnen und Schauspieler wie Jane Birkin, Isabella Rossellini, Ute Lemper, Nina Hoss, Corinna Harfouch und Wolfram Koch auf der Ruhrfestspielbühne zu erleben. Auch die sehr prominent besetzte Lesereihe widmet sich fast ausschließlich dem Frankreich-Schwerpunkt.

Die Vestlandhalle wird 2015 zur Kulisse einer beeindruckenden Performance: „François & Claire“ lautet der Titel der unkonformistischen Kreation des renommierten französischen Künstlers und Regisseurs Jean Michel Bruyère, die Hermbei den Ruhrfestspielen ihre Weltpremiere feiert. Darüber hinaus zeigt sich die Glasfassade des Ruhrfestspielhauses während der Festspielzeit in neuem Gewand – durch die schöpferische Hand des französischen Malers und Bildhauers Daniel Buren.

Spannende Uraufführungen von zeitgenössischen Autoren wie Albert Ostermaier, Christoph Nußbaumeder, Armin Petras und Dirk Laucke bereichern den Spielplan ebenso wie internationale Theater-, Tanz-, Musik- und Artistik-Produktionen, ob aus England oder Luxemburg, aus Tschechien oder Russland.

Das diesjährige FRiNGE Festival entführt die Besucher vom 12. Mai bis 6. Juni 2015 in eine Welt jenseits des Alltäglichen. Schräg, schrill, rasant und experimentierfreudig geht es dabei zu, wenn 25 Ensembles aus 11 Ländern ihre innovative Kunst präsentieren, die von Pantomime und Figurentheater über Artistik und Clownerie bis hin zu Percussion und Jazz reicht.

‚Was immer auch kommt‘, das Festivalfinale feiern die Ruhrfestspiele gemeinsam mit ihrem Publikum beim traditionellen Abschlusskonzert. Diesmal zur mitreißenden Musik des Swing- und Jazzsängers Roger Cicero. Wer die ganze Nacht durchfeiert, darf sich am darauffolgenden Morgen auf ein weiteres Konzert-Highlight freuen: Dominique Horwitz singt Jacques Brel, begleitet von der Neuen Philharmonie Westfalen – unter freiem Himmel im Stadtgarten.“

„Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“

Claus Peymann (links) und Hermann Beil (rechts) beim Signieren eines Buches.

Claus Peymann (links) und Hermann Beil (rechts) beim Signieren eines Buches im Jahr 2014.

Zu einem der Höhepunkte – unter vielen anderen der Ruhrfestspiele 2015 – dürfte sich auch Thomas Bernhards legendäres Dramolett „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ mit Claus Peymann und Dramaturg Hermann Beil am 1. Juni gestalten. Beide waren bereits bei den vorangegangenen Ruhrfestspielen begeistert gefeiert worden (hier).

Eiffelturm und Förderturm in Kontrast gesetzt

Grafisch wird das aktuelle Motto der Ruhrfestspiele, „Tête-à-tête. Ein dramatisches Rendezvous mit Frankreich“, sehr markant und augenfällig auf der Titelseite der Festivalbroschüre und dem Internetauftritt mit dem geografischen Ort in Kontrast gesetzt, wo die Aufführungen stattfinden: Links bildet es den Eiffelturm ab, rechts einen Förderturm. Manch Kohlekumpel dürfte letzteren mit Wehmut anschauen: Ende 2015 ist für das Recklinghausen nahe Bergwerk Auguste Victoria Schluss, Ende 2018 endet der Steinkohlebergbau in Deutschland.

Ruhrfestspiel-Fans oder solche, die es werden möchten, sollten nun schnell in die Tasten greifen, um via Internet zu buchen. Beziehungsweise sich auf den Weg in die Vorverkaufsstellen machen. Die Tickets gehen nämlich erfahrungsgemäß weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Peymann furios mit Hermann Beil auf dem grünen Hügel in Recklinghausen

BildBeim Signieren des Buches: Claus Peymann (links) und Hermann Beil (rechts); Fotos: Claus-Dieter Stille

Manche stehen sonntags so früh auf, um zum Gottesdienst zu gehen. Selten des Theaters wegen. Einer Art „weltlichen Kirche“, wie der Schauspieler Peter Sodann das Theater einmal zu nennen pflegte und dementsprechend verstand.
Also in diesem Sinne auf am vergangenen Sonntagmorgen, auf zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen! Dort steht für elf Uhr „Lesung: Beil/Peymann auf dem Programm. Ich liebe es so früh auf den grünen Hügel der Stadt Recklinghausen anzugelangen! Noch ist es rund um das Festspielhaus fast menschenleer. Das saftige Grün ringsum eine Augenweide! Die Vögel zwitschern schon putzmunter. Das Servicepersonal hantiert schon fleißig, wie hinter der imposanten Glasfassade des Festspielhauses zu beobachten ist. Schon öffnen sich die Türen: 10 Uhr!
Ein Regisseur und Theatermann bleibt ein Regisseur und Theatermann. Auch sonntags gegen Zehn. Der Peymann tritt auf den Plan. Mit kleiner Entourage. Ohne Allüren. Aber bestimmt. Der Tisch für danach, für’s Signieren des Buches „Peymann von A-Z“ könnte doch hier hin. Nein, mehr nach links zum Gang. Das Plakat dorthin, nicht dahin. Peymanns 20140504_101916Mantelschöße flattern. Machen Wind im Glasfoyer. Erstmal ein Käffchen im Stehen. Ja, und zwei Scheinwerfer auf Stativ – ein da und einer dort – wäre doch auch ganz nett. Techniker schwärmen aus. Und kehren bald mit dem Gewünschten zurück. Nein, so Peymann: Vielleicht könnte man doch das Plakat zunächst auf den Tisch …

Lesung? Theatralisches Stück mit Pfiff!

Als die Türen zum Großen Saal aufgetan werden ist es bereits fast zehn nach Elf. Applaus. Die beiden Herren, Peymanns langjähriger Dramaturg, Hermann Beil und Peymann, seines Zeichens Intendant des „BE“, himself haben die Bühne betreten. Nun stehen sie auf einer kleinen gut ausgeleuchteten Fläche vorm Bühnenbild von „Der Sturm“, den ich bald mit Manfred Zapatka erleben darf. Zwei Stühle. Zwei Notenständer. Peymann, der die Szene mit einer Tüte betreten hatte, holt daraus ein kleines Maigebinde heraus: „Ich habe keinen Maienbaum hier in Recklinghausen gesehen. Und damit etwas Atmosphäre in den großen Kasten kommt.“ Er befestigt das Gebinde vorn an einer Schraube seines Notenständers.
Die Lesung beginnt. Stopp! Habe ich Lesung geschrieben? Das Erlebnis, das theatralische Stück mit Pfiff hebt an.
Einigen wir uns: Zu erleben ist ein inszenierte Lesung. In der „weltlichen Kirche“, dem Theater, zu unser aller Erbauung.
Das zugrundeliegende Buch ist eines über den Intendanten Peymann, in welchem „der Rezitator Claus Peymann zusammen mit dem Dramaturgen Hermann Beil“ (Ankündigung Ruhrfestspiele) zu erleben ist:  „eine witzige, leidenschaftliche, großartige Suada über das Leben, das Theater und einem bestimmten Protagonisten: Claus Peymann„.

BildDass dieses Buch vorliegt, ist nicht zuletzt Hans-Dieter Schütt zu verdanken. Schütt leitete lange das Feulleton des „neuen deutschland“. Hermann Beil bedenkt den hervorragenden Essayisten und Wortedrechsler Schütt mit Lob, mit welchem er gewiss ansonsten sparsam umgeht: „Hans-Dieter Schütt ist ein Berliner Theaterkritiker, der das Theater liebt. Eine Seltenheit in Berlin!“

„Peymann-Erfindung“

Besagter Schütt hat aus Briefen, Zwischenrufen, Aktennotizen, Interviews, Reden und Reaktionen von Freund und Feind eine fast biographische „Peymann-Collage“ verfasst. Welch Fleißarbeit! Schütt selbst pflegt sein Werk eine „Peymann-Erfindung“ zu nennen, die „subjektiv komponierte Nach-Erzählung eines ausdauernden medialen Auftritts“. So schrieb er über den Menschen, den er bei seiner Arbeit monatelang umkreiste, über das „Gesamtkunstwerk“ Peymann: „Dieser Mann ist eine seltene Mischung aus Jähzorn und Zutraulichkeit, aus Zugriff und Flucht, aus Verletzbarkeit und Austeilkraft.“

Nun Claus Peymann selbst in Fleisch und Blut auf der Bühne stehen zu sehen ist ein wahres Fest. Neben ihm sein langjähriger „Nichtnur-Dramaturg“ Hermann Beil mit unterdessen schlohweißem Haar, der Peymann in nichts nachsteht. Wenn man nicht wüßte, dass der Mann Dramaturg ist, er ginge als Schauspieler durch. Was er freilich von sich weisen würde. Großartig!
Die Zuhörer gehen gemeinsam mit Peymann zurück auf dessen beruflichen Anfänge. Und folgen einem (Theater-)Leben beinahe auf Schritt und Tritt , das sich durch fünf Jahrzehnte und Städte wie Frankfurt, Stuttgart, Bochum, Wien und Berlin zieht.

Recklinghausen als Filiale!

Den bescheidenen Anfängen folgen erste große Erfolge und endlich gute Entlohnung. In Stuttgart: Wo man als Fremder sonntags nichts zu essen kriegt, während die ganze Stadt nach Rotkohl riecht, den die Schwaben zuhause mampfen. Aber auch bald erster Ärger. Wir erinnern uns: Claus Peyman setzte sich auf Bitten der Mutter von Gudrun Enslin, die als Terroristin in Gefängnis saß, dafür ein, dass der notwendige Zahnersatz für die Tochter über Spenden zusammenkam (Aufruf im Stuttgarter Theater). Peymann gab selbst Geld dazu. Und wurde darob als Terroristenunterstützer verleumdet. Dann die großartige „Publikumsbeschimpfung“ von Handke auf die Bühne gebracht. Die Vertreibung nach Bochum. Was nicht ohne auch (seelische) Beulen abging. Dennoch auf zu neuen Ufern: an die Ruhr. In die Provinz. Übrigens: Peymann verrät auf Recklinghausens Festpielbühne, die Ruhrfestspiele hätte er damals gerne gehabt, hatte gehofft auch dort der Chef zu sein, um Neues auszuprobieren: Bochum als Mutterhaus. Recklinghausen als Tochterfirma. Es hat nicht sollen sein. Nicht mal eine Nacht der Diskussion mit Landesvater Johannes Rau in dessen Düsseldorfer Staatskanzlei konnte da etwa bewirken. Peymann: „Immerhin als Bundespräsident hat er es bereut!“

Aber dann kam Wien. Über ein Jahrzehnt war Peymann dort Burg-Chef. Eines prächtigen Hauses, in einer verrückten, wunderschönen und wohl auch ein bisschen neurotischen Stadt, wo verstorbene Burg-Schauspieler eine einzigartige Ehre zuteil wird: Sie werden im Sarg einmal um das Haus getragen. Peymann: Heute nur noch gefahren.

Die „gestorbene“ Schlange

Diese ganzen, grandiosen Anekdoten, ein Wahnsinn! Unterhaltsam und spannend. Erst recht, wenn man das Theater von hinter den Kulissen kennt. Aber auch so. Natürlich. Skurriles auch. Beispielsweise als über Wiener Burg unter Peymann Gerücht die Runde macht, eine riesige Schlange seit angeblich dort auf einer Probe gestorben. Verantwortlich war höchstselbst Peymann: Nach einer Proben des betreffenden Stückes hatte er einem Assistenten beschieden: „Die Schlange ist gestorben!“ Mit „gestorben“ wird im Theater etwas bezeichnet, das weggefallen ist. Prompt hatte die Wiener Presse von dem „Tod“ der Schlange Wind bekommen. Und die Maschinerie setzte sich in Bewegung. Sie machte auch vor Regierungsämtern nicht halt. Amtliche Briefe erreichen den Burg-Herrn. Das alles süffisant vom Wiener Hermann Beil gelesen – vorgetragen, so dass man sich auf die Schenkel schlagen muss. Beschimpfungstiraden und Selbstgeißelungen. Viele Stimmen, ob Weggefährten oder Gegner, kommen dabei zu Wort: Thomas Bernhard, Heinrich Böll, Peter Handke, Heiner Müller, der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel und viele andere.

HERRlich, diese „Doppelpredigt am Sonntag in der „weltlichen Kirche“!

Furios, das Ganze! Welch unterhaltsamer Vormittag auf dem grünen Hügel in Recklinghausen bei den Ruhrfestspielen. HERRlich, diese „Doppelpredigt“ am Sonntag in der „weltlichen Kirche“ Theater! Und dabei sind die Ruhrfestspiel gerade einmal nicht ganz drei Tage alt! Als wir Zuschauer wieder aus dem Saal strömen,  sind beinahe zwei kurzweilige Stunden vergangen. Jetzt traben die Menschen die Treppen hinunter zum Brunch. Viele, viele jedoch zunächst einmal an den Buch-Signierstand.  Den – wie die Leser eingangs erfahren haben – eigens von Claus Peymann „inszeniert“ worden war. Fleißig und geduldig schreibt Peymann Autogramme, signiert „seinen“ PEYMANN und schiebt das „abgearbeitete“ Exemplar zu Hermann Beil herüber, dass der seinen Namen darein setzt. Beil arbeitet genau und setzt noch „4.5.2014“, das aktuelle Datum darunter.
Als die Warteschlange bis auf wenige Bücherfreunde geschrumpft es, blickt Peymann auf die Armbanduhr und sagt freundlich aber bestimmt zu den Letzten: „Komm’Se nur. Ich muss noch zu’ner Probe nach Berlin. Muss meinen Flieger in Düsseldorf kriegen …“
BildEin Darbietung vom Feinsten. Für mich tat es übrigens die Regionalbahn ab Recklinghausen. Und ich bekam sie sogar! Und hatte Anschluß auf dem so wichtigen Hauptbahnhof, dem Bahnknoten- um Umsteigepunkt für mich und so viele andere, Wanne-Eickel. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

Zum Abschluss:

Heiner Müller, köstlich zum Besten gegeben von Hermann Beil:

Alle verlassen das brennende Haus.
Bis auf Claus.
Der guckt raus.

Möge er noch recht lange rausgucken aus dem Haus, dieser Claus Peymann!

Informationen zu den Ruhrfestspielen 2014

Das Buch:

PEYMANN von A – Z
Ausgewählt und Herausgegeben von Hans-Dieter Schütt
Verlag das Neue Berlin