Spiegel-Hetzer Benjamin Bidder vergleicht Russland mit Islamischem Staat: „unzivilisiert“!

Lesetipp!

Avatar von DokDie Propagandaschau

spiegel_online_logoBenjamin Bidder gehört zweifellos zu den krankhaftesten antirussischen Volksverhetzern, die von transatlantischen, deutschen Medien­konzernen an die Front geschickt werden. Intellektuell und psychisch vom Schlage eines Boris Reitschuster, immer auf der Suche nach der Erbse unter der russischen Matratze, die es zu einer Leiche aufzublasen gilt. Menschlicher Abschaum, der seine Existenz mit einem Judaslohn bestreitet und mit seinen fabrizierten Denunzierungen Russland destabilisieren und in der Weltanschauung der Deutschen in ein europäisches „Somalia“ verwandeln will.

Während sich geistig gesunde Journalisten – und normale Menschen ganz allgemein – für Völkerverständigung, Aufklärung, Verständnis und Zusammenarbeit einsetzen, arbeitet menschlicher Abschaum vom Schlage eines Bidder, Reitschuster oder Atai an Feindbildung, Dämonisierung und der Spaltung Europas. Wie tollwütige Ratten wühlen sie unermüdlich auf den Müllkippen des Landes, um am nächsten Tag dem deutschem Publikum ihre „Schätze“ zu präsentieren.

Ursprünglichen Post anzeigen 1.279 weitere Wörter

Friedenstournee macht morgen für sieben Stunden Station in Dortmund

via Facebook Friedenstournee.

via Facebook Friedenstournee.

Einmal mehr ist der Frieden bedroht. Nehmen wir die weiter schwelende Ukraine-Krise. Das Hetzen des Westens gegen Russland. Den neuen Kalten Krieg. Schauen wie uns an, was der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan derzeit für ein gefährliches Spiel spielt. Aber vergessen wir auch nicht was in Europa einschließlich in unserem eignen Land geschieht: Tausenden Flüchtlinge kommen tagtäglich zu uns. Wie gehen wir mit ihnen um? Weltweit sind momentan über fünfzig Millionen Menschen auf der Flucht. Das hat auch mit der Politik des Westens zu tun. Die Friedensbewegung war einst in Zeiten der alten Bundesrepublik groß. An diese Zeiten mit hohen Teilnehmerzahlen konnte bislang nicht wieder angeknüpft werden. Dennoch: Friedensbewegte gibt es immer. Und die engagieren sich unermüdlich. Am morgigen Samstag beispielsweise in Dortmund.

In der Ruhrgebietsmetropole macht die Friedenstournee – Generationen für Frieden Station. Und zwar nicht nur auf einen Sprung, sondern für mindestens sieben Stunden!

Die Friedenstournee hat ihren Ursprung in der Friedensbewegung. In Dortmund war es, als am 09.08.2014 Menschen aus ganz NRW zusammen kamen und und ein zehnstündiges Programm auf die Beine gestellt hatten, um Mitmenschen niveauvoll zu unterhalten und zu informieren. Aber vor allem um ein stärkeres Bewusstsein für das Miteinander zu zelebrieren.

Nach eignen Angaben lehnt sich das Konzept der Friedenstournee lehnt an Veranstaltungen wie „VeganStreetDays“ an und kombiniert Redebeiträge und politische Musik auf der Bühne mit einer bunten Vielfalt an Infoständen verschiedenster friedens- und sozialpolitischer Bewegungen.“

Und weiter: „Bei uns treffen sich Aktivisten aus dem gesamten Bundesgebiet und nutzen dieses zur Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit mit den Besuchern. Ausgerichtet werden diese Kundgebungen vom Verein Bildung für Frieden.

Bei höchstwahrscheinlich sehr gutem Wetter ist für morgen ein Termin der Friedenstournee angekündigt. Der Veranstaltungsort ist zentral in der Dortmunder City gelegen. Neben zahlreichen Redebeiträgen, politischen Musikbeiträgen werden zahlreiche Infostände vor Ort sein.
Die Themen: Kampagne Ramstein für 25. und 26.9., Kalkar 3.10., TTIP TISA CETA (10.10. Berlin), Solidarität mit Griechenland, Unterstützung von syrischen Flüchtlingen, Informationen zum Bedingungslosen Grundeinkommen, Infos zum Wirtschaftssystem, u.v.m. – somit ein bunter Mix aktueller Themen und etablierter sozialer Bewegungen.

DORTMUND 8.8.2015 – Facebook Veranstaltung

Redeliste:

Musiker:

Infostände/Aktionen:

Sa 08.08.2015  Dortmund Reinoldikirchvorplatz Beginn:  12.00 Uhr Dauer: mind. 7h – max. bis 22 Uhr.

Es verspricht eine interessante Veranstaltung – sicher auch mit durchaus umstrittenen Teilnehmern – morgen in Dortmund zu werden. Wer Zeit, Lust und Interesse hat und nun womöglich neugierig auf die Friedenstournee geworden ist, sollte mal vorbeischauen in Dortmund am Reinoldikirchvorplatz.

Ich werde über die Veranstaltung berichten.

Dortmund: 2. Roma Kulturfestival beginnt am 2. September

Programmheft via AWO-Unterbezirk Dortmund.

Programmheft via AWO-Unterbezirk Dortmund.

Das erste Roma-Kulturfestival fand vor einem Jahr in Dortmund statt. Es hat seinerzeit von sich reden gemacht, wurde herzlich begrüßt und auch medial positiv zur Kenntnis genommen. Erfreulicherweise gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage. Abermals steht es unter dem Titel „Djelem, Djelem“. „Djelem, Djelem“ ist der Name der internationalen Roma-Hymne. Man kann es mit „Ich gehe“ übersetzen.

Das 2. Dortmunder Roma Kulturfestival findet vom 2.-12. September 2015 statt.
„Zehn Tage lang“, melden die Veranstalter – die AWO, JUROMA, Kultur K, die Stadt Dortmund, das Theater im Depot, TERNODROM – gibt es im Rahmen des Dortmunder Roma Kulturfestivals eine Vielzahl von Veranstaltungen zu Musik, Theater, Film, Fortbildung und Begegnung vom Depot über den Nordmarkt bis in die Dortmunder City. Dieses Festival bietet zum zweiten Mal die Gelegenheit, Theater und Musik, Lebensweisen und Speisen, kurzum die vielen Facetten der reichen Roma Kultur(en) zu erfahren und zu genießen. In der öffentlichen Wahrnehmung in Dortmund sollen somit die positiven Facetten der Herkunftskulturen in den Vordergrund gerückt werden.

Offenbar hat der 1. Roma Kulturfestival über Dortmund hinaus Ausstrahlung bewirkt. Immerhin hat keine keine Geringere, als Staatsministerin Aydan Özuguz, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration die diesjährige Schirmherrschaft des Festivals übernommen. Zusammen mit Musiker Peter Maffay.

„Jenseits aller Klischees“, schreibt Özuguz unter anderem, „bietet das Kulturfestival allen Interessierten die Möglichkeit, die vielen Facetten der reichen Roma-Kulturen zu erfahren und genießen. Denn über Europas größte Minderheit wird auch in Deutschland zwar viel geredet und geschrieben, aber wenig gewußt. Über Jahrhunderte gepflegte Vorurteile und neue Ressentiments gegen ‚Armutszuwanderer‘ und ‚Problemfälle‘ prägen so manche Debatte und werden wohl auch nicht von heute auf morgen verschwinden.“

Peter Maffay: „Ich bin groß geworden in Siebenbürgen, das heut zu Rumänien gehört, und kenne heute noch – oder besser ich habe sie wiederentdeckt – viele großartige Romamusiker. Herzliche, zugewandte, wissende Menschen, denen ich mich verbunden fühle.“

Hier das Lied „Djelem, Djelem“ via  Minotaurus 110/You Tube:

Beide unterstützen das Anliegen der Veranstalter, „mit „Djelem Djelem“ die Willkommenskultur in Dortmund zu fördern und Vorurteile durch Begegnung abzubauen. Die Veranstalter werten „dies als Ermutigung „Djelem Djelem“ als wichtiges Kulturangebot in Dortmund zu etablieren“.

Die Festivalveranstalter weisen besonders auf die Fortbildung für „Pädagogische und kulturelle Arbeit mit Roma-Jugendlichen“ hin:
„Unter anderem wird es um Themen wie geschlechterspezifische Arbeit, den Übergang von der Schule in den Beruf sowie theaterpädagogische Ansätze gehen. Experten, die in der praktischen Arbeit mit Roma-Jugendlichen tätig sind, werden in Arbeitsgruppen Best-Practice Beispiele vorstellen und mit den Teilnehmern relevante Aspekte der Arbeit mit der Zielgruppe diskutieren und erarbeiten.

Im Dortmund Konzerthaus wird es am Samstag, den 12. September, 20.00 Uhr einen Abend mit Esma Redžepova und Mostar Sevdah Reunion geben.
Hinweis: Hier gibt es das vollständige Programmheft zum Download als PDF: Flyer DJELEM DJELEM 2015 web

Weitere Infos auf www.facebook.com/DJELEM_DJELEM.Dortmund

ARD tagesthemen: „US-Medien, die Snowden-Leaks veröffentlichten, blieben unbehelligt“

Empfehlung! Hinweis: Allerdings habe ich beim Begriff „Lügenpresse“ Bauchschmerzen.

Avatar von DokDie Propagandaschau

ard_logoDas verzerrte Bild der Welt, das deutsche Medien wie die ARD tagesthemen tagtäglich zeichnen, besteht nicht nur aus subtilen Auslassungen, vorsätzlichem Verschweigen und Verzerrungen, es besteht auch aus kalkulierten Unwahrheiten, bis hin zu frecher Lüge.

Ein Beispiel für diese Lügen, dessen politisches Motiv zudem einmal mehr offensichtlich ist, war gestern Abend in einem Bericht zur „Pressefreiheit“ zu bewundern. Angesichts der Ermittlungen wegen „Landesverrats“ gegen Netzpolitik.org ist die Pressefreiheit in Deutschland ein aktuelles Thema und man hätte in diesem Zusammenhang zweifellos auf die aktuellen Vorgänge rund um die WAZ hinweisen müssen, die gerade erst gezwungen wurde, die Afghanistan-Leaks von ihren Servern zu nehmen.

Dieser Vorgang wird von den Staatssendern ARD und ZDF, die schon die Landesverrats-Ermittlungen gegen Netzpolitik.org klein halten wollten, konsequent totgeschwiegen. Stattdessen wird ein „Experte“ der „Reporter ohne Grenzen“ präsentiert, der Deutschland attestieren durfte, in der jährlichen Bewertung der Pressefreiheit durch diese ROG, immer ganz…

Ursprünglichen Post anzeigen 335 weitere Wörter

Rezension: „Der Winkeladvokat“ von Monsieur Rainer

Foto: Claus-Dieter Stille

Foto: Claus-Dieter Stille

Rainer Kahni (Monsieur Rainer) kann als Schriftsteller aber auch als Journalist als Geheimtipp gelten. Eigentlich vereint er beides in sich. Indem nämlich der Schriftsteller Monsieur Rainer ungemein viel von den Erfahrungen des einst viel in der Welt  herum gekommenen Journalisten Rainer Kahni profitiert. Was seinen Büchern guttut. Ich selbst stieg in Rainer Kahnis Werk mit der Lektüre seines Romans „Der Winkeladvokat“ ein. Die Information zum Buch:

„Als traumatisierter Bettnässer ist Tristan Wöhrlin mit einem schlechten Abiturzeugnis zitternd vor Angst vor seinen mitleidlosen Eltern in die französische Fremdenlegion geflüchtet. Er verpflichtet sich für fünf Jahre und studiert nach seiner ehrenvollen Verabschiedung Jura an den Universitäten Nizza und Tübingen. Viele Jahre später kehrt er unter neuem Namen und mit einer Anwaltszulassung in der Tasche heim. Er lässt sich genau in dem Landgerichtsbezirk nieder, in dem sein Vater als gefürchteter Oberstaatsanwalt und seine hartherzige Mutter als Richterin amtieren. Ein gnadenloser Kampf zwischen Eltern und Sohn spielt sich vor und hinter dieser so ehrbaren bürgerlichen Kulisse ab.“

Spannend, denkt man und: Das riecht nach nach einem außergewöhnlichen Abenteuer! Und so ist es dann auch. Rainer Kahni gelingt es seine Leserinnen und Leser von der ersten Zeile seines Romans an zu packen und bis zur letzten Zeile und dem letzten Wort darin: „Scheißleben“ nicht wieder auszulassen.

Wir bekommen neben einer gekonnt erzählten Geschichte immer wieder Informationen an die Hand. Zum Beispiel über die Fremdenlegion, in der der Held des Romans, Tristan Wöhrlin, gedient hat. Die dieser jedoch – obwohl ihm von seinem Vorgesetzten ein verlockendes Angebot unterbreitet worden war – verlässt, um den Rachefeldzug gegen seine Eltern zu führen. Aus dem einstigen Bettnässer ist durch die harte militärische Ausbildung und Praxis in der Fremdenlegion ein mit allen Wassern gewaschener selbstbewusster Mann mit dem neuen Namen Jean-Paul Malin geworden. Er schließt ein Jurastudium in Frankreich erfolgreich ab. Später geht er auch in der BRD aus einer juristischen Staatsexamensprüfung erfolgreich hervor. Die Grundlage, um auch in der BRD als Rechtsanwalt tätig sein zu dürfen und eine Kanzlei zu eröffnen.

Dann nimmt uns Monsieur Kahni durch die uns als Leser nur so durch die Hände raschelnden und rauchenden Seiten seines Romans auf einen wahren Parforceritt mit durch das Privat- und Berufsleben des französisch-deutschen Advokaten Jean-Paul Malin. Malin erregt Aufsehen. Schon als Referendar an einem deutschen Gericht. Da bringt Jean-Paul Malin den muffigen Gerichtsalltag unkonventionell auf Trab. Er arbeitet liegengebliebene Akten durch und schließt die auf seine Art unbürokratisch ab. Nachdem er das Gericht verlässt, verfällt dort wieder alles in den alten Trott. Niemand dort hat ein Interesse diesen abzuschaffen.

Jean-Paul Malins äußeres Erscheinungsbild passt ganz und gar nicht zu dem Bild eines deutschen Rechtsanwalts, wie es sich die einschlägigen bürgerlichen Eliten von einem Juristen für gewöhnlich machen. Aber auch sein Auftreten ist nicht so. Eigentlich passt er nicht in diese elitären Kreise. Kreise, die sich für die Elite des Landes halten. Malin nimmt kein Blatt vor den Mund. Ihm ist schlichtweg wurscht, was andere von ihm denken. Manchem der Juristen mit denen er zu tun hat stößt das bitter auf. Anderen, denen der unkonventionelle Rechtsanwalt begegnet, imponiert das.

Malin nimmt sich als Anwalt anscheinend aussichtslosen Fällen an und verteidigt Mandanten auch aus zwielichtigen Milieus. Sowie Leute, die einfach ziemliches Pech im Leben hatten. Und an die falschen Leute gerieten. Malin schaut nicht aufs Honorar. Was hinten rauskommt ist ihm wichtig. Wenn er einem armen Teufel, den vielleicht ein anderer Kollege nicht mit dem Hintern angeschaut hätte, helfen kann – warum nicht? Von Anfang seiner Arbeit an in der Bundesrepublik Deutschland macht der Deutsch-Franzose keinen Hehl daraus, wie ihm das deutsche Rechtssystem mit seinen gravierenden Fehler zu wider ist. Denn aus Frankreich kennt er derlei nicht. Und die Tatsache, dass einstige stramme Nazis unter den Juristen in der Bundesrepublik wieder zu Ämtern und Würden gelangen konnten, ist ihm ohnehin jede Menge Empörung wert. Überhaupt zieht sich Kritik am deutschen Rechtsstaat wie ein roter Faden durch das Buch. Eines der Hauptthemen von Rainer Kahni.

Um zu verstehen was er am deutschen Rechtsstaat so unbarmherzig und bereits über Jahre kritisiert muss man nur seinen auf freitag.de erschienen Beitrag „Deutschland ist kein Rechtsstaat“ lesen. Hier ein Auszug daraus:

„Der Generalbundesanwalt und seine nachgeordneten Bundesanwälte sind weisungsabhängige politische Beamte, die vom Bundesjustizministerium vorgeschlagen und vom Bundespräsidenten ernannt werden. Spuren sie nicht im Sinne der jeweiligen politischen Machthaber, dann können sie jederzeit wieder abberufen und in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Die Generalstaatsanwälte der Länder sind ebenfalls weisungsgebundene politische Beamte der Länder und können jederzeit wieder abberufen werden, wenn sie den Weisungen ihres Dienstherren, also dem Justizminister, nicht Folge leisten.“

Klingelt da nicht was? Wir müssen uns zu diesem Behufe da momentan nur einmal vor Augen führen, was sich rund um die hanebüchene Landesverratsgeschichte betreffs des Blogs netzpolitik.org für ein Skandal aufbaut! Rainer Kahni wiederholt nicht nur in seinem Roman seit Jahren fast gebetsmühlenartig die fehlende beziehungsweise ungenügende Trennung von Exekutive, Judikative und Legislative in diesem unseren Deutschland.

Was hinsichtlich dessen in „Der Winkeladvokat“ geschrieben wird, erweitert entlang einer mitreißend erzählten Story auch unseren gewiss nicht besonders ausgeprägtes Wissen über die Funktion von Gerichten, den Sinn oder Unsinn von Paragraphen und das Treiben von Staats- und Rechtsanwälten. Und somit unseren Horizont überhaupt. Rainer Kahni in seinem Blog dazu:

„Juristen sind zu allem fähig und zu nichts in der Lage, sagt der deutsche Volksmund. Schon Ludwig Thoma, ein Dichter und Amtsrichter in Dachau machte sich über die Juristen lustig: „Er war Jurist und auch sonst von eher mässigem Verstande!“

Monsieur Kahni versteht es, seine Kritik an der Justiz geschickt in einer fiktiven Geschichte zu verpacken und bisweilen amüsant oder mit Sarkasmus zu verkaufen. Hier kommt der Journalist in ihm zur Geltung. Ebenso Kahnis Lebenserfahrung. Sein Schreiben offenbart, dass er in der Materie der Juristerei sehr gut bewandert ist; aber ebenso in der Weltpolitik bewandert ist. Wir Leser erfahren einiges an Details aus Alltag wie der Juristerei. Aus dem Alltag im Großen und Ganzen. Kahni gerät ist beim Schreiben seines Roman nie in Versuchung gekommen ins Furztrockene zu verfallen, noch ins Belehrende abzudriften. Alles Geschriebene steht ganz im Dienste der zu erzählenden Geschichte. Uns Lesern wird es so an keiner Stelle dieses Romans langweilig. Und ganz en passant erhalten wir noch spannende Einblicke in das deutsche Rechtswesen und Kenntnis seiner innewohnende, nicht jedem Mitmenschen bekannten Missstände. Wenn uns dabei ab und an der Hut hochgeht, ist das ein guter Nebeneffekt. Und gewiss beabsichtigt. Möge etwas davon hängen bleiben und im Alltag Anstoß zu Einforderung Abänderung geben! Dabei kommt dieser Roman keinesfalls als „Juristen-Bashing“ daher, wie man nun denken könnte. Sehr klar werden darin stets feine Unterschiede herausgearbeitet. Es finden Differenzierungen statt. Der Leser erhält so ein ziemlich klares und in weiten Teilen objektives Bild von der Welt der Juristen. Es gibt eben sowohl unter Richtern, als auch und Staats- und Rechtsanwälten sone und solche. Nicht alle sind geldgierig und machtgeil.

Die Familiengeschichte des Romanhelden Wöhrlin/Malin ist die ganze Zeit über mehr oder weniger präsent. So wie Malin alle Kraft in die Verteidigung und Vertretung seiner Mandanten steckt, so wenig lässt er im Verlaufe des Romans von seinen Rachefeldzug gegen den Vater ab. Dabei könnte er mit der Frau die er in Deutschland fand und dem gemeinsamen Kind ein glückliches Leben führen. Doch Wöhrlins/Malins Seele ist tief und schwer verletzt. In den Reihen der französischen Fremdenlegion ist der einst der schwer gedemütigte und schwache Tristan zu einer starken Persönlichkeit namens Jean-Paul Malin, die hart im Nehmen und Härte gegen Feinde auszuüben imstande ist, geworden. Allein die schwer verletzte Seele ist der Mensch gezwungen ein Leben lang mit sich herumzuschleppen. Ab und an meldet sie sich mit schneidenden psychischen Qualen. Qualen, die durch die Betäubung mit Alkohol nur zum seelischen Zusammenbruch führen können. Bevor Jean-Paul Malin aber seelisch zerbricht, kehrt er zusammen mit seiner Familie nach Südfrankreich zurück. Letztlich ist sein Rachefeldzug an der Bösartigkeit der Familie gescheitert und musste vor der unbarmherzigen Maschine des deutschen Rechtssystem im Grunde kapitulieren. In Deutschland ist einmal mehr nicht sein Platz.

Ein hoch spannendes und noch dazu in vielerlei Hinsicht informatives, ja unter Umständen auch aufrüttelndes Buch von diesem Monsieur Rainer alias Rainer Kahni! Es lohnt sich. Manche etwas zu klischeehaft geratene Szene im Buch verzeiht man dem Autor. Dewegen: Empfehlung! Ich hatte es rutzputz durchgelesen. Unterhaltsam und sehr informativ. Sarkasmus inklusive.

Übrigens soll das Buch verfilmt werden. (Video Indiegogo)  Derzeit läuft eine Crowdfundingkampagne.

Monsieur Rainer

Der Winkeladvokat (Roman)

Taschenbuch (EUR 15,80)

Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-8370-3251-2

Sozialverband VdK – „Wie bei einer Kaffee-Fahrt: Sitzt Du erst mal im Bus, kommst Du nicht mehr raus bis zum Ende der Reise“

Senioren in "organsierter Harmlosigkeit" für 60 Euro im Jahr? Rechtsberatung kostet extra. Foto: Thamas Marx via Pixelio.de

Senioren in „organsierter Harmlosigkeit“ für 60 Euro im Jahr? Rechtsberatung kostet extra. Foto: Thomas Marx via Pixelio.de

Wer den  Begriff  „Sozialverband“ hört oder liest verbindet gewiss Positives damit. Wie auch nicht? Aber das Leben hält – wie wir alle aus eigner Erfahrung  wissen dürften –  immer auch Enttäuschungen bereit. So verhält es sich auch mit dem „Sozialverband“. Erfährt man dies, ist man ent-täuscht. Das ist bitter. Also alles nur schöner Schein beim Sozialverband? Jedenfalls nicht nur eitel Sonnenschein. Prof. Albrecht Goeschel ist längst nicht mehr enttäuscht. Er befasst sich schon Deslängeren mit dem Sozialverband. Der Hut geht ihm aber dennoch weiterhin regelmäßig hoch. In einem Arbeitspapier der Akademie und Institut für Sozialforschung Verona finden wir abermals wenig Rühmliches. Mit Kritik hält Goeschel wie gewohnt nicht hinterm Berge. Hier das Papier der Veroneser Akademie:

Albrecht Goeschel*

VdK-Dschungelcamp:
Wie ein „Sozialverband“ seine Mitglieder behindert

Im Internet gibt es etliche Foren und Blogs, in denen sich die Leute darüber aufregen, das „der VdK“ nur pseudopolitisch daherrede und wichtige Sachen
einfach verschnarche und dass seine Rechtsberatung überhaupt nicht billig,
dafür aber häufig nutzlos sei. Der Verkauf von Mitgliederdaten an Ver-
sicherungskonzerne sei sowieso das Allerletzte. Die Süddeutsche Zeitung hat
all diese Dinge schon einmal im Jahr 2012 ausgebreitet – der „Sozialverband“ macht aber unverschämt und fettbackig einfach weiter (Fotos im Internet angucken – Mascher, Merkel, Nahles usw.).

Natürlich fragt man sich, warum überhaupt noch Leute in diesen Verein eintreten und warum die Leute nicht wieder massenhaft austreten: 60,- Euro
im Jahr gespart (Alters-Armut!). Im Internet gibt es eine Initiative, die VdK-Austrittsformulare bereithält… Jetzt  beschäftigt sich die Wissenschaft mit diesen interessanten Fragen  und es wird  unangenehm für das Gebilde VdK und seine Nutznießer(innen).

VdK – Dauermitgliedschaft im Traditionsmilieu

Es sind wohl zu allererst die Leute selber, die sich vom VdK einsammeln lassen und dann nicht mehr aussteigen trauen – so ähnlich, wie bei einer „Kaffee-Fahrt“: Sitzt Du erst mal im Bus, kommst Du nicht mehr raus bis
zum Ende der Reise. Untersuchungen über die Regionen und über die Milieus, aus denen der VdK seine Mitglieder und Mitgliederinnen rekrutiert, zeigen es deutlich: Es sind eher die ländlichen Räume und die vorgestrigen Lebens-
formen, die im VdK landen. Wer dort einmal beigetreten ist, bleibt dann auch
„Mitglied“.

In einer eigenen Untersuchung hat der VdK für das Jahr 2011 herausfinden lassen, dass in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und im Saarland zwischen 64 und 67 Prozent der Beitragszahler und Beitragszahlerinnen mindestens schon fünf bis zehn oder noch viel mehr Jahre bei dem Verein dabei sind. Umgekehrt sind in Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland gerade einmal 4-5 Prozent der VdK-Beitragspflichtigen „Neumitglieder“. In Banker-Kreisen wird die vorherrschende VdK- Klientel als „ältlich und spießig“ oder so ähnlich beschrieben.

VdK: Sozialegoismus und Politikschelte

So ist der wunderbare kapitalistische „Sozialstaat“: Erst macht er die Leute
zu „Individuen“, die ihre Arbeitsbrauchbarkeit als „Ich-AGen“ , „Ego-GmbHs“ etc. auf dem sogenannten „Arbeitsmarkt“ anbieten dürfen, dann kommen die demokratischen „Sozialpolitiker“, mittlerweile bevorzugt „Sozialpolitikerinnen“ daher, und beklagen das „Besitzstandsdenken“, also den Egoismus der Leute. Genau diese Nummer bedient der „Sozialverband VdK Deutschland“ jahrein und jahraus.
-2-
In seiner Satzung schreibt der Verein, sozialrechtliche Beratung, Vertretung
und Betreuung („Besitzstandspflege“) und sozialpolitische Interessenver-
tretung (nochmals „Besitzstandspflege“) seien sein „Wesen und Zweck“, d.h.
sein Geschäft. Und so kommt das auch an bei den Leuten. 88 bis 91 Prozent
der Befragten einer VdK-Studie nannten die Rechtsberatung als besonders
wichtiges Vereinsangebot und damit an der Spitze aller Nennungen. Als zweit-wichtigste Sparte nannten die Leute mit 60-80 Prozent die „sozialpolitische
Interessenvertretung“.

Dabei ist die Rechtsberatung ein durchaus einträgliches Geschäft für den „Sozialverband“ und immer gleich auch eine schöne Bestätigung für den kapitalistischen „Sozialstaat“, zu dem sich der VdK in seiner Satzung „bekennt“. Soweit es die Sozialpolitik des VdK betrifft, besteht diese aus nicht
viel mehr als dem hinlänglich bekannten Hin- und Herschieben der Politik- attrappe „Armut“ –  eine für den kapitalistischen „Sozialstaat“ ganz und gar schmerzfreie Veranstaltung.

Nicht nur weil im Sozialverband VdK Deutschland und in dessen Landesver-
bänden zahlreiche Schlüsselstellungen von abgehalftertem Politikpersonal
der Parteien der GroKo besetzt sind, sondern wegen der „Organisierten Harm-
losigkeit“, die der VdK mit seinen 1,7 Millionen Mitgliedern darstellt, zählt der Verein zu den wichtigsten Basismilieus der GroKo: VdKler(innen); AudiBMW
Daimler-Prinzen; Sparbuch-Chauvinisten; Musikantenstadl-Publikum, Bild- und Bunteleser(innen).

Was der kapitalistische Rechtsstaat und was die kapitalistische Sozialpolitik in
Wahrheit anrichten, nämlich Kriegs- und Bürgerkriegshetze in der Ukraine und Hungerdiktat in Griechenland, ist für den VdK kein „sozialpolitisches“ Thema.

VdK: Kunden, Mitglieder…

Manchmal verraten ganz banale „Marktforschungen“ viel mehr als sie heraus-
bringen sollten. So geht es dem „Sozialverband“ mit seiner Mitgliederbefra-
gung von 2011. Zwischen 71 und 88 Prozent der Befragten nannten als Bei-
trittsgrund einen sozialrechtlichen Streitfall mit den Behörden oder die Vor-
sorge für einen derartigen Streitfall. Da der VdK für seine Rechtsberatung  fett Kosten berechnet, sind seine Mitglieder also überwiegend als „Kunden“ zu betrachten, die beim VdK Rechtsberatung einkaufen. Daneben liefert  der VdK auch noch  Politikattrappen wie „Armut“ , sprich: Sozialpolitische Interessen- vertretung. Nur 27 bis 44 Prozent der Befragten nannten diese  als Beitritts- grund. Dafür werden aber die monatlichen Beiträge kassiert. Klar ist: Als  „Mitglieder“ sehen sich die VdK-Beitragszahler erst in zweiter Linie – in erster Linie sehen sie sich als „Kunden“.
-3-
So zeigt die VdK-Mitgliederbefragung sehr schön, worin „Wesen und Zweck“ des „Sozialverbandes“ bestehen: In der Hauptsache Verkauf von (Rechts-)
Beratungsleistungen und als Nebensache Verbreitung von Politikparolen
(„Endlich handeln!“). Vielleicht müssen da einmal die Finanzämter und die
Rechtsanwaltskammern ein bisschen genauer hingucken.

VdK: …und Insassen

Die 1,7 Millionen Mitglieder des  VdK, und als etwas mickrigere Kopie die
noch einmal locker  0,6 Millionen Mitglieder der Konkurrenzvereine Sozial-
verband Deutschland (SoVD) und Volkssolidarität (VS) sind als mögliches
hartnäckiges und vielleicht ein bisschen starrsinniges Protestpotential
dank „Organisierter Harmlosigkeit“ der Sozialverbände ruhiggestellt. Mit
ihnen spielt eine nicht sehr appetitliche Sorte von Sozialstaats-Bedienungs-
mannschaft richtig schön Ping-Pong zwischen „Rechtsberatung“ (kostet extra!) und „Aktion gegen Armut“ (schon bezahlt!).

Leider ist die Sache aber nicht so komisch, wie sie sich liest:  wird vorge-
führt, wie schön der VdK den längst obsoleten „Staatsaufbau“ mit Kommu-
nalebene, Bezirksebene, Länderebene und Bundesebene kopiert und.  In einem Arbeitspapier der Akademie und Institut für Sozialforschung Verona wird vorge-
führt, wie schön der VdK den längst obsoleten „Staatsaufbau“ mit Kommu-
nalebene, Bezirksebene, Länderebene und Bundesebene kopiert und damit
eine den Verhältnissen gemäße und Widerspruch fördernde Erfassung und
Darstellung relevanter Probleme unmöglich macht.Die heutigen „sozialen“
Probleme spielen sich an den EU-Grenzen, im Euro-Süden, in den Ballungs-
räumen, in den Umlandzonen („Speckgürtel“!) und in den Abwanderungs-
regionen ab. Das Akademiepapier führt als Gegenbeispiel zum „Armuts-
Quatsch“ des VdK den „Armuts-Atlas“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
an. Für dessen unwiderlegbaren Nachweis enormer regionaler Gefälle im wundervollen Deutschland hat das Politische System mit Sitz in Berlin bis heute noch keine der üblichen unverschämten Ausreden gefunden.

Das Papier der Veroneser Akademie bohrt aber noch tiefer in der höchst
bemerkenswerten „Satzung“ des VdK. Ergebnis: Die „Mitglieder“ des VdK
sind eine Art „Insassen“, die eigentlich nur als „Beitragszahler“ gefragt
sind und ansonsten eher „Unpersonen“ darstellen. Das sogenannte „Or- dentliche Mitglied“ muss beispielsweise ausdrücklich widersprechen, wenn es nicht möchte, dass seine persönlichen Daten vom Sozialverband VdK Deutschland e.V. an Dritte (gerne: Versicherungskonzerne) weitergegeben werden. Dann ist in der Satzung natürlich festgelegt, dass Mitglieder, die sich vom VdK vertreten lassen, die Kosten dieser Bemühungen  zu tragen haben. Umgekehrt wird in dieser Satzung aber schon klargestellt, dass das

-4-

„Ordentliche Mitglied“ kein „einklagbares Recht“ auf Beratung, Hilfe bei der Fertigung von Anträgen, Verfolgung von Ansprüchen im sozialrechtlichen Bereich etc.  besitzt. Bleibt aber das „Ordentliche Mitglied“ mit seiner Beitragszahlung  im Rückstand, droht ihm selbst verständlich der Ausschluss.

Über dies: Wer  einmal Mitglied bei diesem „Sozialverband“ ist, sieht sich mit einer ganzen Litanei von Pflichten und Verboten konfrontiert: So muss  die Bundesverbandssatzung eingehalten werden, müssen die  Beschlüsse der Verbandsorgane zur Ausführung gebracht werden, müssen die Interessen des Bundesverbandes gewahrt werden und muss das „Ordentliche Mitglied“ bei der Ausbreitung des Bundesverbandes mitwirken und nach Kräften zur Ver-
wirklichung der Ziele des Bundesverbandes beitragen. Äh – und dafür auch noch 60,- Euro Beitrag zahlen ?

Und wehe, wenn das „Ordentliche Mitglied““ gegen die Ziele des Bundesver- bandes oder gegen die Verbandssatzung oder auch gegen die Beschlüsse der Verbandsorgane aktiv wird, kann es gleich ausgeschlossen werden. Ausge-
schlossen werden kann das „Ordentliche Mitglied“ vor allem auch, wenn es
das „Ansehen des Bundesverbandes schädigt“. Das gilt bekanntlich immer und vor allem dann, wenn Leute irgendeine Strukturschweinerei nicht mehr
hinnehmen wollen und öffentlich Kritik üben.

Was hat jetzt das „Ordentliche“ überhaupt für sein Geld für „Rechte“?
Laut Satzung kann es sich an Mitgliederversammlungen und Wahlen beteiligen: Wow ! Das ist ja wie im „demokratischen und sozialen Rechts-
staat“, zu dem sich der VdK so heftig „bekennt“.

Zum Schluss ein Originalzitat aus dem VdK-Dschungelcamp:

„Besuch durch die ERGO Verbandsgruppenversicherung…
Unverzichtbar ist bei Abschluss einer neuen Unfallversicherung auch eine
Sterbegeldversicherung. Die darin integrierte Zuwendungserklärung bzgl.
der Spende der Überschussanteile an den VdK Landesverband ist eine frei- willige Option…“

Quelle: http://vdk.de/ov-herdorf/ID 130681

+)
Prof. Albrecht Goeschel
Gast-Professor Staatliche Universität Rostov
Präsidiumsmitglied
Accademia ed Istituto per la Ricerca
Sociale Verona
Alle Rechte beim Verfasser

Warum wir einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk brauchen

Empfehlung!

Avatar von DokDie Propagandaschau

In einem aktuellen Interview mit Reinhard Jellen auf Telepolis, bringt Berthold Seliger das ganze Elend des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf den Punkt und plädiert für die Abschaffung des gebührenfinanzierten Staatsfernsehen. Seliger hat in all seinen Kritikpunkten vollkommen Recht, liegt jedoch in seiner Forderung vollkommen falsch.

Es gibt so viele Initiativen, die sich gegen die Propaganda der ÖR richten, dass es unmöglich wäre, sie alle aufzuzählen. Viele fordern aus berechtigter Empörung deren komplette Abschaffung. Am 12. August findet in Berlin eine Verhandlung über Olaf Kretschmanns Verweigerung der GEZ aus Gewissensgründen statt. Wer die Zeit hat, sollte dorthin gehen und Olaf unterstützen.

Leider lässt das Interview auf Telepolis die Frage, wie sich Berthold Seliger die Zukunft der Information vorstellt, völlig offen. Vielleicht erfahren wir dazu mehr im angekündigten zweiten Teil, denn wer die ÖR abschaffen will, der muss ein Zukunftskonzept haben, das über „weg damit“ hinaus geht.

Viele Leser verstehen nicht, warum…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.093 weitere Wörter

KünstlerInneninitiative Unruhestiften.de: „Es gibt keine „guten“ und „schlechten“ Flüchtlinge. Nicht Flüchtlinge, sondern Fluchtursachen müssen bekämpft werden“

Über 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Über die Fluchtursachen wird so gut wie nicht gesprochen. Auch gestern beim Talk von Anne Will in der ARD  war aus dem Munde der  CSU-Politikerin Monika Hohlmeier darüber nichts zu hören. Allenthalben ist von Überforderung der Kommunen hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen die Rede. Dabei wäre die Aufnahmen von noch viel mehr Flüchtlingen in Deutschland gar kein Problem für unser so reiches Land. Der Fehler liegt im System. Man gewinnt bei dem Gerede einiger Politiker nicht nur hierzulande den Eindruck die Flüchtlinge – und eben nicht die Fluchtursachen – gehörten bekämpft. Jetzt werden beträchtliche Summen ausgeben um den Eurotunnel gegen den nicht versiegenden Strom von Flüchtlingen, die von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen hoffen, dicht zu machen. Nähmen die Befürworter dieser Maßnahme die Realität zur Kenntnis, sie wüssten, dass das „Flüchtlingsproblem“ nur verdrängt würde. Vielleicht die Flüchtllinge  sogar nur für einige Zeit aufgehalten sein würden.  Auch hier ist anscheinend mit keinem Wort an die Fluchtursachen gedacht. Als existierten sie nicht und Europa hätte keinen Anteil daran!  Andere Länder – wie ausgerechnet Ungarn, das einst die Grenzen für DDR-Flüchtlinge unter dem Beifall der Weltöffentlichkeit  öffnete! – errichten nun ironischerweise Grenzzäune gegen den Flüchtlingsstrom. Solange aber die Fluchtursachen nicht beseitigt werden, wird man dagegen letztlich nur als Verlierer dastehen. Und eine nicht geringe Verantwortung dafür tragen, dass Flüchtlinge bei von purer Verzweifelung getrieben auf der Flucht  im Mittelmeer oder woanders den Tod finden.

Dringend nötig ist ein Paradigmenwechsel betreffs des Umgangs mit Flüchtlingen. Schon die Wortwahl ist da schon oft genug von Übel und führt in Irre. Nehmen wir doch nur den Begriff „Flüchtlingsproblematik“! Impliziert dieser doch: Flüchtlinge sind das Problem.

Heute erreichte meine Redaktionsstube eine Pressemitteilung der KünstlerInneninitiative www.unruhestiften.de, die ich gerne hier auf meinem Blog veröffentliche. Darin heißt es sehr richtig:

„Es gibt keine „guten“ und „schlechten“ Flüchtlinge. Nicht Flüchtlinge,
sondern Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Das sind Kriege und eine
Weltwirtschaftsordnung, die maßlosen Reichtum auf der einen Seite, und
auf der anderen massenhaft Hunger und Elend produziert. Wir brauchen
eine andere Welt!“

Pressemitteilung 20150729

Flüchtlinge brauchen offene Grenzen –
wir alle brauchen eine andere Welt!

Im Mittelmeer und an den Landesgrenzen Europas spielen sich
unbeschreibliche Flüchtlingstragödien ab, von denen die Öffentlichkeit
in den Medien nur wenig erfährt. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht auch
hierzulande Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte oder tätliche Angriffe
auf Flüchtlinge erfolgen.
Es ist unerträglich, daß Flüchtlinge wie unerwünschte Personen behandelt
oder gar mit dem Tod bedroht werden!

Mit Abschottung, weiterer Verschärfung der Asylgesetzgebung und
Entrechtung von Flüchtlingen werden Menschenrechte verletzt – und
Rechtsextremisten der Boden bereitet.

Es gibt keine „guten“ und „schlechten“ Flüchtlinge. Nicht Flüchtlinge,
sondern Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Das sind Kriege und eine
Weltwirtschaftsordnung, die maßlosen Reichtum auf der einen Seite, und
auf der anderen massenhaft Hunger und Elend produziert. Wir brauchen
eine andere Welt!

Eine gastfreundliche Aufnahme und menschenwürdige Versorgung, die
Schaffung von sozialen Kontakten und die Eröffnung von
Zukunftsperspektiven sind zentrale Aufgaben einer humanitären
Flüchtlingspolitik.

In vielen Gemeinden und Städten unseres Landes engagieren sich
Bürgerinnen und Bürger in der Flüchtlingsbetreuung. Ihre Arbeit ist von
unschätzbarem Wert für Menschen, die nach traumatisierenden
Kriegserlebnissen und Heimatverlust einen Neubeginn in der Fremde wagen
müssen.

Unterstützung leisten auch Kulturschaffende, Theater, Musikgruppen,
SchriftstellerInnen und bildende KünstlerInnen, die gemeinsam mit
Flüchtlingen Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen vor
Ort durchführen.
Wir brauchen eine Kultur der Begegnung, Freundschaft und Solidarität mit
Flüchtlingen – statt einer Unkultur der Feindschaft, des Hasses und der
Gewalt gegenüber Fremden.

2000 KünstlerInnen und Kulturschaffende, andere Persönlichkeiten und
Organisationen haben seit Sommer 2009 den bundesweiten Aufruf
http://www.unruhestiften.de unterzeichnet. Es ist ein Aufruf gegen rechts,
gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und für die Umverteilung von oben
nach unten, gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung – und für die
Förderung der kulturellen Vielfalt.

Für die KünstlerInneninitiative www.unruhestiften.de
c/o Werner Lutz
Kontaktmail: einheiztext@t-online.de

ARD- und ZDF-Schmierenjournaille attackiert Jürgen Todenhöfer für mutigen Journalismus

Lesetipp!

Avatar von DokDie Propagandaschau

Todenhöfer240Ob sich Jürgen Todenhöfer selbst primär als Journalist sieht, sei dahingestellt. Sein mutiges Engagement in den von westlichen Kriegen verheerten Regionen des Nahen und Mittleren Ostens ist von aufklärerischer Natur. Seine Bücher sind nicht nur humanistische Plädoyers, sondern höchst informativ. Todenhöfer sieht sich auf der Suche nach der Wahrheit. All das macht ihn – neben einem Bestsellerautor – auch zu einem Journalisten im besten Sinne des Wortes.

Dass er sich mit diesem Engagement in deutschen Medien nicht unbedingt Freunde macht, liegt auch daran, dass er mit seiner Arbeit ungewollt ihre Untätigkeit, Inkompetenz und politische Agenda kontrastiert und damit besonders deutlich macht.

Ursprünglichen Post anzeigen 1.688 weitere Wörter

„Claus Kleber ist ja schon fast berüchtigt“ – KenFM im Gespräch mit Hermann Ploppa

Unbedingt empfohlen!

Avatar von DokDie Propagandaschau

Ken Jebsen im Gespräch mit Hermann Ploppa, das ist ein Parforceritt durch 100 Jahre Herrschaftsgeschichte amerikanischer und deutscher Eliten, die die Massen dumm und unmündig halten, zum eigenen höheren Profit malochen lassen und bei Bedarf in Kriegen gegeneinander oder auf Dritte hetzen.

Ploppa zeigt sich dabei als Enzyklopädie deutscher, US-amerikanischer und transatlantischer Institute und Organisationen, die das Netzwerk bilden, das hinter einer Farce von Demokratie die maßgeblichen Strippen zieht und Weichen stellt. Das ist nicht einfach nur sehenswert, das muss man gesehen haben, wenn man nicht länger Schaf im Zoo der Mächtigen sein möchte.

Eine Stunde und vierzig Minuten vergehen wie im Flug, während sich Puzzlesteine reihenweise in historische Lücken fügen und Fragen beantwortet werden, die etwa Uwe Krüger oder Rainer Mausfeld aufgeworfen haben. Der Klick auf das Bild oben führt zu Ploppas Statements zu deutschen Journalisten der Atlantikbrücke und wie diese in deutschen Medien Meinung und Diskurs bestimmen. Natürlich…

Ursprünglichen Post anzeigen 27 weitere Wörter