NaturwissenschaftlerInnen-Initiative informiert: Herausforderungen für Frieden und Umwelt

Am 27. Und 28. November 2020 veranstaltete NatWiss zusammen mit dem Bremer Friedensforum und FIfF den Online-Kongress „Herausforderungen für Frieden und Umwelt“. Der Kongress thematisierte die doppelte Bedrohung durch Aufrüstung und Umweltzerstörung für globale Friedenssicherung und internationale Stabilität.

Alle Beiträge des Kongresses sind mittlerweile online verfügbar:

  • Alle Beiträge der Veranstaltung: http://natwiss.de/herausforderungen-fuer-frieden-und-umwelt/
  • Verantwortung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Frieden und Umwelt | Ulrike Beisiegel (ehem. Uni Göttingen): https://youtu.be/vrKUcQ5TdZM
  • Aufrüstung und Erderwärmung – die Gefahren des doppelten Selbstmordes | Michael Müller (Naturfreunde): https://youtu.be/25HSsyaW-ms
  • Herausforderung große Transformation | Ernst Ulrich von Weizsäcker (Club of Rome): https://youtu.be/vyX4X-FVYg8
  • Informatik zwischen Cyberpeace und Bits&Bäume | Anne Schnerrer (FIfF), Hans-Jörg Kreowski (FIfF): https://youtu.be/KuPBXwxrrWk
  • Kein Frieden mit der Natur | Ulrike Kronfeld-Goharani (Uni Kiel): https://youtu.be/v-Yq0DZGnPo
  • Klimawandel als Kriegsgefahr oder Chance für Kooperation? | Jürgen Scheffran (NatWiss) https://youtu.be/erF719jBW5A
  • Gesprächsrunde: Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden | Jürgen Altmann (TU Dortmund), Sibylle Brosius (NatWiss), Wolfgang Neef (TU Berlin), Karl-Heinz Peil (Friedens- und Zukunftswerkstatt), Moderation: Lucas Wirl (IALANA): https://youtu.be/wNh3LPwpsnM
  • Schlussplenum: Ohne Friedensbewegung keinen Frieden – mehr Aktionen und Vernetzung als Voraussetzung für globalen Frieden | Reiner Braun (IPB, NatWiss), Martina Fischer (Brot für die Welt), Barbara Heller (Bremer Friedensforum), Kathrin Vogler (MdB DIE LINKE), Moderation: Malte Albrecht (NatWiss): https://youtu.be/F9fUUC2HYlM

Image-Werbung der Bundeswehr auf dem Ökumenischen Kirchentag

Die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative unterstüzt den offenen Breif an die Mitglieder des Präsidiums des Ökumenischen Kirchentages 2021 und an die Presse

Wortlaut des Briefes:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 12. Mai 2021 beginnt der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt. Die Bundeswehr wird auch diesen Kirchentag für Kontaktpflege und Image-Werbung nutzen. Denn aus Sicht der Bundeswehr ist es nicht unwichtig, was die Mitglieder der Kirchen über Auslandseinsätze und Rüstungsausgaben denken.

Für den Ökumenischen Kirchentag 2021 ist wieder ein Gottesdienst geplant, der von Militärbischöfen, Militärgeistlichen und Militärmusikern gestaltet wird. Hohe Vertreter*innen der Bundeswehr werden teilnehmen. Militärpolizei wird die Veranstaltung sichern.

Darüber hinaus wird die Bundeswehr bzw. werden bundeswehrnahe Organisationen auf Diskussionspodien sowie durch Messestände präsent sein. Üblicherweise beteiligt sich auch ein Bundeswehr-Musikkorps am Kirchentag.

Wir leben in einer Zeit vieler Kriege und enormer Aufrüstung – auch der Bundeswehr. Kriege und Bürgerkriege haben unvorstellbar grausame Folgen. Wir meinen: Die Kirchen sollten ein Zeichen für Frieden und Abrüstung setzen, indem sie auf dem Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt keine Bundeswehr-Image-Werbung zulassen.

Deshalb fordern wir:

  • Kein Bundeswehr-Gottesdienst auf dem Ökumenischen Kirchentag 2021!
  • Keine Beteiligung eines Militärmusikkorps!
  • Keine Image-Werbung der Bundeswehr!

Weitere Informationen sowie alle UnterzeichnerInnen des offenen Briefes >


Atomwaffenverbotsvertrag tritt in Kraft

Am 22.1.2021 tritt der UN-Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft.

Dann verbietet er allen beigetretenen Staaten die Herstellung, Weitergabe, Stationierung und Drohung sowie den Einsatz von Atomwaffen. 86 Staaten haben den Vertrag bereits unterzeichnet, 51 haben ihn ratifiziert. Ein großer Teil der Staatengemeinschaft sagt damit „Stopp“ zur nuklearen Aufrüstung.

Das hat tiefgreifende Auswirkungen – nicht sofort, aber in den kommenden Jahren.

Ähnlich wie bei Landminen und Streumunition werden wir beobachten, dass Atomwaffen immer mehr geächtet werden. Banken werden sich aus der Finanzierung zurückziehen, weitere Länder dem Verbotsvertrag beitreten. So wächst der Druck auf die Atommächte!

Dass dieses Ziel erreicht werden konnte, ist zu großen Teilen der weltweiten Zivilgesellschaft zu verdanken!

Die deutschen ICAN-Partner rufen rund um den 22. Januar 2021 zu verschiedenen Aktionen und Aktivitäten auf!

Am 22. Januar 2021 feiern wir das Inkrafttreten dieses historischen Vertrages,
der unsere Welt sicherer machen wird, indem er das Ende der Atomwaffen einleitet.

Und wir senden ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung:
Deutschland muss dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten und dafür sorgen, dass die US-Atombomben aus Büchel abgezogen werden!

Geplant sind:

Flaggen- und Plakataktionen, kleinere Kundgebungen im Berliner Regierungsviertel und an weiteren zentralen Orten, Online-Veranstaltungen, Informationskampagnen in den Sozialen Medien sowie fundierte Erklärungen und Antworten für Presse und Politik.

Mehr Informationen dazu: www.nuclearban.de  

Frohe Festtage! Bleiben Sie im Frieden

Meinen sehr verehrten Leserinnen und Lesern wünsche ich ein friedliches und den Umständen entsprechend frohes Weihnachtsfest.

Meiden Sie nach Möglichkeit – eine Empfehlung von mir, der ich dies bereits in die Tat umgesetzt habe – Medien, die Ihnen in Sachen Pandemie Angst machen und Sie unnötig in m.E. schier unverantwortlicher Art und Weise in Panik versetzen. Medien, die sich inzwischen offenbar nur noch als Regierungslautsprecher verstehen und nicht mehr als Vierte Macht, wie es sein sollte. Guter Journalismus ist das jedenfalls nicht. Warum wird nicht differenzierter berichtet? Es könnten ja auch mal Tipps gegeben werden, wie man das eigne Immunsystem stärken kann. Stattdessen rund um die Uhr: Angst- und Panikmache. Was gewiss nicht das Immunsystem stärkt, sondern womöglich krankmacht. Dagegen hilft nur noch: Abschalten!

Der Streit rund um die Covid-19-Pandemie und über die in mancher Hinsicht teils unverhältnismäßigen bzw. nicht so recht nachvollziehbaren Maßnahmen, die dagegen ergriffen worden sind, entzweien mittlerweile sogar Familien- und Verwandtenkreise. Ein Riss geht mitten durch die Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die schon vor Corona arg gespalten war.

Ich weiß nicht, ob Sie das Buch „Der Knacks“ von Roger Willemsen kennen. So der Titel des vielleicht persönlichsten Buches des unvergessenen, viel zu früh verstorbenen Autors. Ich empfinde die in diesem schrecklichen Jahr 2020 aufgetretene Corona-Pandemie und alles was damit einhergeht als einen solchen Knacks. „Der Knacks“, das ist der Moment, in dem das Leben die Richtung wechselt und nichts mehr ist wie zuvor. So einen ganz persönlich erlittenen Knacks, von dem Roger Willemsen in seinem Buch schreibt, habe auch ich erlebt. Womöglich werde ich dazu dieser Tage noch einen sehr persönlich gefärbten Text dazu auf meinem Blog hier veröffentlichen.

Ziemlich klar für mich ist jedenfalls bereits jetzt, dass auch die Corona-Pandemie – und all das, was sich noch dahinter und neben dran abspielte und abspielt, bzw. erst im Nachhinein auf uns hereinbrechen und vielleicht im kommenden Jahr auf uns zukommt – rückblickend als ein solcher Knacks in unser aller Leben auf die eine oder andere Weise – eingeordnet werden wird. Ein Knacks, der die Gesellschaft in einschneidender oder gar dystopischer Weise verändern könnte.

Paar im Lockdown. Foto: Stille

Soweit umsetzbar, versuchen Sie es doch einmal mit einem „Waffenstillstand“ an Weihnachten, wie Tobias Riegel auf den NachDenkSeiten empfiehlt.

Und denken Sie bitte auch an die Alten und Einsamen in dieser stillen Zeit.

Bleiben Sie im Frieden.

Herzliche Grüße

Claus Stille

Beitragsbild: C. Stille