Rundfahrt im modernen Elektrobus zu Dortmunds Zukunftsprojekten

Am vergangenen Mittwoch hatte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau zu einer Rundfahrt zu beispielgebenden Projekten eingeladen. Hafenquartier, Westfalenhütte, Phoenix West, Westfalenhallen, Wohnungsbau – in Dortmund wird aktuell in erheblichem Umfang investiert und auch in den kommenden Jahren werden weitere öffentliche und private Millionenbeträge in
Projekte fließen, die die Stadtentwicklung vorantreiben und zudem neue
Arbeitsplätze generieren werden. Politiker und Journalist*innen wurden mit einem modernen Elektrobus zu den einzelnen Stationen gefahren.

Am Hafen entsteht ein neues Quartier

Zunächst wurden die Teilnehmer*innen von Hafenchef Uwe Büscher auf dem Hafengelände in einer großen, ehemaligen Produktionshalle begrüßt.

Hafenchef Uwe Büscher.

Die übrigens zu einem Teil erhalten und genutzt werden wird. OB Ullrich Sierau, Planungsdezernent Dortmund Lutger Wilde, Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung sowie Dr. Ludwig Jörder, Bezirksbürgermeister Innenstadt-Nord und der Vorstand der Dortmunder Hafen AG und Geschäftsführer von D-Port21, Uwe Büscher informierten anhand einer Karte über die geplante Städtebauliche Entwicklung des Projekts Hafenquartiers/Speicherstraße/D-Port.

Büscher versprach eine „hohe urbane Aufenthaltsqualität“ für das künftige Quartier. In der Mitte des Quartiers werde es ein Berufskolleg geben. Viele kleine und mittelständische Unternehmen sollen eine Möglichkeit erhalten, sich zu entwickeln.

Am Hafen entsteht ein neues Quartier. Einladende Uferpromenade, Terrassen mit Cafés und kleinen Restaurants, markante Speichergebäude neben modernen
Neubauten und viel Grün. Die Speicherstraße soll sich in den kommenden Jahren zu einem attraktiven Quartier der Stadt mit vielen neuen Arbeitsplätzen rund um die Digitalität (z.B. Lensing Media Port und Akademie für Theater und Digitalität) – „Digitalhafen genannt“, so Ullrich Sierau – entwickeln, ohne die Aktivitäten der
Unternehmen im Hafen zu beeinträchtigen. Auch die Gartenanlage „Hafenwiese“ wird unberührt bleiben. Ebenso der Schmiedinghafen mit dem Binnenschiffverkehr. Eine Drehbrücke soll reaktiviert werden, damit die Leute auch von Westen aus ins Quartier strömen können.

Beide im Hafen befindliche, unter Denkmalschutz stehenden Kräne, so berichtete Lutger Wilde, würden erhalten bleiben, aber eine andere Stelle

Thomas Westphal, Geschäftführer für Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund am Plan für das Hafenquartier. Fotos: Claus Stille

versetzt werden. So werde die Hafenatmosphäre im Kaibereich gestärkt. Uwe Büscher stimmte zu: „Kräne sind immer ein gutes Zeichen für einen Hafen.“ Auch eine alte Uhr werde nicht beseitigt, sondern nur umgesetzt und „somit eine Landmarke im Quartier sein, die daran erinnert wie es früher einmal im Hafen ausgesehen hat“.

Die Pläne gehen einher mit den inzwischen erfolgreich auf den Weg gebrachten (Neubau-) Vorhaben an der südlichen Speicherstraße und sollen einen Brückenschlag zur Nordstadt bilden.

Zukunftsprojekt Westfalenhütte

Das Gelände der ehemaligen Westfalenhütte in Dortmund ist eine große innenstadtnahe Industriereservefläche der Stadt und ein Projekt für die Konversion zu Gewerbe, Logistik, Naherholung und Wohnen sowie der gleichzeitigen Erweiterung von hochtechnologischer, industrieller Produktion. Zusätzlich zu den bereits entstandenen Arbeitsplätzen werden
mehrere Tausend neue erwartet. Von einem erhöhten, aufgeschütteten Punkt im Gelände aus bot sich den Tourteilnehmer*nnen eine gute Übersicht über das riesige Areal.

Neben 800 Wohnungen soll das Quartier Grünflächen, einen Supermarkt sowie eine Grundschule und Kita bieten. Mit städtischen Investitionen und Förderung gilt es hier die technische und grüne Infrastruktur (Bau Hoeschallee, Westfalenhüttenallee – erfreulich: die sie säumenden alten Platanen

Von links: Dortmunds Planungsdezernent Lutger Wilde mit tyssenkrupp-Manager auf dem Gelände der einstigen Westfalenhütte.

bleiben erhalten -, Verlängerung der Stadtbahn, Errichtung eines grünen Ringes rund um die Westfalenhütte) für diese Entwicklung zu schaffen. Ebenso erhalten bleibe der Hoesch-Park, der sich weiterentwickeln soll, so Lutger Wilde. Verbindungen in andere Stadtteile sind angedacht.

Neben Planungsdezernent Lutger Wilde informierten vor Ort Ingo Herbrand, thyssenkrupp, Head of Transaction Management/Expert Services Service Line Real Estate (SL RE) und Oliver Helfrich, thyssenkrupp, Head Sitemanagement/ Services Social Affairs SE/SOC.

Zukunftsprojekt Messe- und Veranstaltungszentrum Westfalenhalle/Strobelallee

Seitens der Geschäftsführung der Westfalenhallen AG wurde während eines kleinen Rundganges über die aktuelle Rahmenplanung „Messe- und Veranstaltungszentrum Strobelallee“ informiert. Sie stellt eine zeitgemäße Anpassung der Rahmenplanung aus dem Jahr 2002 dar und formuliert eine zukunftsorientierte, langfristig ausgelegte Entwicklungsperspektive. Im Rahmen einer langfristig geplanten Flächenentwicklung im Messebereich werden auch für die Freiflächen nördlich und östlich der Messe Dortmund und Westfalenhalle perspektivische Aufwertungsmaßnahmen vorgesehen.

Die Strobelallee bildet das zentrale Rückgrat der nördlich und südlich angrenzenden Messe-, Sport- und Veranstaltungseinrichtungen. Durch umfangreiche adressbildende
Umgestaltungsmaßnahmen, die sowohl den öffentlichen Raum als auch die angrenzenden Nutzungseinheiten einbeziehen, wird die besondere Bedeutung des regional einzigartigen Standortes für Messe, Kongress und Event auf der einen Seite und Sport, Freizeit und Erholung auf der anderen Seite herausgearbeitet.

Von links: Thomas Westphal mit Lutger Wilde über dem Nordeingang der Westfalenhalle.

Der große Messeingang auf der Nordseite der Westfalenhalle mit seinem modernen Vestibül habe sich bewährt und bislang viel Lob – auch international – erhalten, erfuhren die Presseleute von der Geschäftsleitung, dem Planungsdezernenten Wilde, sowie dem Oberbürgermeister. Die Fußball-Europameisterschaft 2024 habe man im Visier. Und sogar, so Ullrich Sierau: „Achtung, Achtung!“, auch die Hoffnung auf die Olympischen Spiele 2032 sei nicht aufgegeben. Es gehe stets darum, diesen Standort zukunftsfähig zu machen und zu erhalten.

Auf die größte Tabakmesse der Welt, die INTERTABAC, will Dortmund indes auch

Plakat vom Forum Rauchfrei 2014 mit Kritik an OB Sierau. Foto: Stille

künftig nicht verzichten, betonte Sierau. Dagegen, so der demnächst aus dem Amt scheidende Oberürgermeister der Stadt Dortmund, habe ja wohl nur „ein Herr Spatz etwas“. Gemeint war Johannes Spatz vom Forum Rauchfrei, das schon lange einen Kampf gegen den blauen Dunst führt (hier, hier, hier und hier auf diesem Blog).

Der Standort und sein Umfeld – gute Verkehrsanbindung, Hotels, Kneipen in unmittelbarer Nähe – sei schon jetzt sehr attraktiv und als Messestandort auf neuestem Stand. Bei künftigen Messen sollen die Markierungen für die Messestände digital und mit Laserprojektion gesetzt werden, was den Ausstellerin mindestens einen Tag Zeit spare.

Erläutert wurde das Konzept der neuen Lindemannbrücke für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Für die derzeitige Fuß- und Radwegbrücke Lindemannstraße, die den Max-Ophüls-Platz mit dem Vorplatz der Westfalenhallen und der Messe Dortmund verbindet, ist ein barrierefreier Ersatzneubau geplant. An ein neues Kongresshotel ist ebenfalls in gedacht.

Besichtigung der Fläche für das neue Wohnquartier Luisenglück – inklusive weitere Infos zum Wohnungsbau „Alte Gleisfabrik“ Quartier Luisenglück im Stadtbezirk Hombruch

Susanne Schamp vom Architektenbüro Schamp&Schmalöer am „Hombrucher Bogen“.

Das neue Quartier wird auch „Hombrucher Bogen“ genannt. Einst ein ehemaliges Fertigbetonwerk, in naher Zukunft ein Quartier mit Seniorenwohngruppen, Wohngruppen mit Betreuung und
Mehrfamilienhäusern. Selbstverständlich gibt es auch eine Kita (momentan wird bereits die Küche eingebaut), vorgesehen sind zudem Arztpraxen, ein Café und Gewerbeflächen. Zum Komplex gehört auch das künftige neue Polizeirevier Hombruch (wir berichteten kürzlich). Auch Sozialwohnungen wird es geben.

Die Geschäftsführer vom verantwortlich zeichnenden Architektenbüro Schamp & Schmalöer, Susanne Schamp und Richard Schmalöer, sowie für die Bauausführung zuständig, Harald Evers, Geschäftsführer H.H. Immobiliengesellschaften informierten über das Projekt. Evers betonte, dass künftig alle Generationen im Viertel vertreten sein werden. Quasi sei das ganze Lebensspektrum dort künftig abgebildet.

Bezirksbürgermeister Hans Semmler machte ergänzende Anmerkungen zur Entwicklungsgeschichte des Projektes. Zudem erwähnte er Schwierigkeiten, welche

Harald Evers (HH Imobiliengesellschaften

ihm ein Stadtbahnübergang an der Eierkampstraße, hinüber zum Parkplatz der Einzelhandelsmärkte einst bereitet hatte.

Hombruchs Bezirksbürgermeister Hans Semmler.

In unmittelbarer Nähe wird das Wohnquartier „Alte Gleisfabrik“ auf dem Gelände der ehemaligen Gleisfabrik Schreck-Mieves am Krückenweg 11 entstehen. Neben Stadtvillen sind auch öffentlich
geförderter Wohnungsbau und Appartements auch für studentisches Wohnen
geplant. Die Appartements sollen in der großen Werkshalle realisiert
werden, erklärte Planungsdezernent Ludger Wilde. Bis zu 340 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau sollen geschaffen werden. Der Pkw-Verkehr soll weitgehend aus dem Neubaugebiet herausgehalten werden.

Zukunftsprojekt PHOENIX West

Der Technologiepark PHOENIX West ist ein Standort der Mikro- /Nanotechnologie sowie der Produktions- und Informationstechnologie. Und bietet zugleich Raum für ergänzende Dienstleistungen und Freizeitwirtschaft. Hier erfolgen Weiterentwicklungen durch bedeutsame
Neuansiedlungen, z.B. durch die World of Walas-Unternehmensgruppe und andere Großansiedler.

Am Ort informierten OB Ullrich Sierau und Gerben van Straaten (world of walas) zusammen mit zwei Mitarbeitern seiner Unternehmen. Der erhaltenen

Gerben van Straaten (world of walas) auf Phoenix West.

alten Gebäude seien ihm wichtig, so Gerben van Straaten und der „Hochofen wird der Dortmunder Eiffelturm sein“. Van Staaten ist der Hoffnung, dass auf der andere Seite des Hochofens das erste Weltinnovationszentrum geschaffen wird. Allerdings arbeiteten auch andere Städte daran und seien an einer Zusammenarbeit interessiert. Man habe schon mit Vancouver, Chicago, Xi’an und Bangalore darüber gesprochen. Die Basis soll aber Dortmund werden, somit Original sein und viele Chancen bieten.

Ullrich Sierau hält es für realistisch, dass auf PHOENIX West später einmal 15.000 Menschen arbeiten werden.

Sierau erzählte, van Straaten sei auf der weltweiten Suche nach möglichen Standorten für Technologiezentren in Dortmunds Partnerstadt Xi’an auf Dortmund aufmerksam gemacht worden.

Man arbeite an einem agrarischen Innovationszentrum. Es wird darum gehen, Nahrungsmittel für Städter (Restaurants, Läden) in der Stadt zu produzieren. Über nachhaltige Systeme (Wasser, Energie, Abfallwirtschaft) denke man nach. Ein urbanes Gebiet solle entstehen. Er denke man werde im Sommer 2021 mit 30 bis 40 Innovationspartnern aus ganz Europa im „Schalthaus“ anzufangen.

René Papier, Operations Manager für alle Walas-Projekte in Deutschland und Udo Greif, Architekt für Walas Concepts-Projekte, vermittelten einen Einblick in einzelne Vorhaben.

Beispielsweise ist an hochwachsende Gemüsepflanzen (in Singapur etwa gebe es so etwas längst) gedacht, wo auch durch nicht im Erdreich versickerndes Wasser Einsparungen möglich seien. Und das produzierte Gemüse könne im Umfeld von Hörde verkauft und privat oder in der Gastronomie verwertet werden. Auch sei daran gedacht weiter dem Strukturwandel Rechnung zu tragen. Auch, indem man Menschen mit Migrationshintergrund auf vielfältige Weise mit einbeziehe.

Das TMM FORUM bietet eine hochwertige und flexible Büroumgebung

Prof. Dr. Michael Hoffmann (TMM Forum) kann stolz auf das moderne, im Bauhausstil gebaute Gebäude sein.

Auch auf Phoenix West – mit einem perfekten Blick auf den alten Hochofen befindet sich an der Adresse Carlo-Schmid-Straße 13 das TMM-Forum. Mit innovativer Büroumgebung auf modernstem Stand erfüllt die TMM- Familiengesellschaft mit produktiver Atmosphäre für hohe Ansprüche. Das TMM FORUM – die letzten Arbeiten im Inneren sind bald abgeschlossen. In Kürze werden auf vier Etagen maßgeschneiderte Arbeitsumgebungen für innovative Unternehmen zur Verfügung stehen. Zu recht stolz auf diesen Bau kam der Hausherr Prof. Dr. Michael Hoffmann den Teilnehmer*innen der Bustour über die Treppe zum Eingang entgegen, um über den modernen Bau zu referieren. Der Sohn ergänzte und führte durchs Haus. Im Inneren des in Anlehnung an den Bauhausstil errichtete Gebäude gibt es Konferenzräume, ein Bistro mit einer echten Mooswand und vielem anderen mehr. Sogar ein bestens ausgestattetes Fitnessstudio befindet sich im Haus. Im Foyer sind

Im Fitnessstudion des TMM-Gebäudes.

sogar kleine Konzerte möglich.

Fazit

Vater Hoffmann und Sohn (TMM Forum) im Vestibül des Hauses.

 

Dortmund ist mit diesen sechs Zukunftsprojekten auf gutem Wege. Die Stadt ist mit aller ihr zur Verfügung stehenden Kraft um das Fördern von Innovationen bemüht, die denn Anforderungen unserer Zeit entsprechen und darüber hinaus auf die möglichen kommenden so gut es geht eingestellt.

Beitragsbild: Der Elektrobus startet am Friedensplatz am Dortmunder Rathaus.

Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ hat in NRW 206 000 Unterschriften für besseren Radverkehr gesammelt. Allein in Dortmund kamen 30 000 zusammen

Der Dortmunder Planungsdezernent Lutger Wilde (rechts außen) ist gekommen, um die symbolisch überreichten 30 000 Unterschriften entgegegenzunehmen. Fotos: C. Stille

Die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ hat in ganz Nordrhein-Westfalen 206.000 Unterschriften für besseren Radverkehr gesammelt. Allein in Dortmund kamen 30.000 Unterschriften zusammen. Am Montagnachmittag sind diese in der Berswordthalle von Dortmunder Aktiven der Volksinitiative in Anwesenheit von Pressevertretern symbolisch an Planungsdezernent Lutger Wilde übergeben worden. Spezielle Radfahrerprobleme wurden diskutiert. Wilde gab sich optimistisch in den kommenden Jahren seitens der Stadt spürbare Verbesserungen ins Werk zu setzen. Die überreichten Unterschriften wirkten da gewiss als Ansporn.

30.000 Unterschriften zeigen, meint die Volksinitiative: „Die Menschen in Dortmund wollen Rad fahren – und sie wollen, dass sich die Rahmenbedingungen dafür verbessern!“

Mit bis Mai 2019 30.000 Unterschriften sind in Dortmund bezogen auf die Einwohnerzahl mehr Unterschriften gesammelt worden als in jeder anderen Großstadt in Nordrhein-Westfalen. Die Volksinitiative zieht daraus folgenden Schluss: „Die Menschen in Dortmund wollen Rad fahren – und sie wollen, dass sich die Rahmenbedingungen dafür verbessern!“
„Die Volksinitiative richte sich zwar an den Landtag“, wurde erklärt, „aber die große Zahl von Unterschriften zeige, dass auch die Stadt viel mehr als bisher tun muss, um gute Bedingungen für den Radverkehr zu schaffen.“ Darauf wies Peter Fricke von VeloCityRuhr Lutger Wilde hin. Mit den 206.000 Unterschriften in NRW hat die Volksinitiative die erforderliche Anzahl von Unterzeichnungen erreicht. Übrigens, merkte Lutger Wilde an, sei auch seine eigene Unterschrift mit dabei. Der Landtag wird in den kommenden Monaten über die Forderungen beraten. Die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ richtet sich an das Land NRW. Eine Stärkung der Fahrradinfrastrukur in den Kommunen seitens des Landes wird gefordert.

Peter Fricke: Richtiger Schrift in die richtige Richtung. Maßnahmenpaket muss her und „finanziell ambitioniert werden

Peter Fricke von VeloCityRuhr.

Positiv beurteilte Peter Fricke, dass der Rat inzwischen zehn zusätzliche Stellen für den Radverkehr in Dortmund beschlossen habe. Er sprach von einem „riesigen Schritt in die richtige Richtung“. Aber jetzt müsse es auch ein Maßnahmenpaket geben und „finanziell ambitioniert unterlegt werden“.

Lutger Wilde: Radwegenetz wird mit einem Betrag von zwei Millionen Euro vorbereitet

Gefragt wurde nach dem Radschnellweg Ruhr. Auf den warte man ja nun auch schon lange. Wilde sagte, der Radschnellweg RS 1 sei ja nur ein Baustein. Man arbeite daran und wolle im kommenden Jahr die ersten Teilabschnitte umsetzen. Aber tatsächlich mache man als Stadt auch viel mehr. Der Planungsdezernent erinnerte an Projekt „Emissionsfreie Innenstadt“. Im Rahmen dessen werde ein Radwegenetz mit einem Betrag von rund zwei Millionen Euro vorbereitet. Es geht um die Ertüchtigung von Burgwall und Schwanenwall. Vorgesehen ist eine Aufwertung mit separaten Radwegen. Geplant sind auch neue Fahrradabstellanlagen. Wilde: „Da geht es um tausend Bügel, die in den nächsten drei Jahre platziert werden sollen.“ Man denke aber nicht nur an ein kurzfristiges Programm. Langfristig gehe es um die Ertüchtigung der Radwegeachsen in die Innenstadt. Des Weiteren werde darauf gesetzt, dass sich das Budget des Radverkehrs in den nächsten Jahren – angefangen vom Doppelhaushalt 2021 bis in die kommenden Jahre – erhöhen werde, um mehr Möglichkeiten zu haben, dort zu investieren. Die SPD-Fraktion habe einen Antrag eingebracht, dass das Radverkehrsmittelbudget entsprechend zu erhöhen. Dass sich im Rat dafür eine Mehrheit finde, geht Wilde aus.

Neue Stellen für den Radverkehr werden noch in diesem Jahr ausgeschrieben

Peter Fricke wollte wissen, wann die neuen Stellen für den Radverkehr denn kämen. Wilde: Man schreibe noch in diesen Jahr Stellen aus. Und hoffe im Verlaufe des nächsten Jahres das zusätzliche Personal dafür gewinnen zu können.

Halte Planungsdezernent Wilde das Ziel 25 Prozent Radverkehrsanteil in Dortmund bis 2025 für realistisch, wollte Peter Fricke wissen.

Planungsdezernent Wilde steht der Presse Rede und Antwort.

Umfrageergebnisse, so Wilde, bestätigten eine Zunahme des Radverkehrs in Dortmund: „25 Prozent ist sehr ambitioniert, vor allem, wenn man das Jahr 2025 im Blick hat.“

Diskussion über aktuelle Probleme der Velofahrer, die zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern gehören

Die in der Berswordthalle anwesenden Aktiven diskutierten dann noch einige Probleme mit dem Planungsdezernenten, welche Velofahrer in unsere Stadt haben – u.a. knifflige Kreuzungs- und Radwegesituationen, die nicht selten lebensgefährlich für sie sind. Auch über die nötige bessere Kennzeichnung von Radwegen wurde gesprochen. Aufs Tapet brachte Peter Fricke auch die aktuelle Diskussion betreffs der Westfalenhallen, wonach eine direkte Verbindung für Radfahrer von der Lindemannbrücke bis zur Strobelallee geschlossen werden solle. Lutger Wilde versicherte, dass auch die Stadt diesen Weg offen halten wolle. Wie die Lösung aussehen solle sei indes noch nicht abschließend diskutiert. Im Verlaufe dieses Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres in die Öffentlichkeit begeben und sich um eine gemeinsame Lösung seitens der Westfalenhallen GmbH und der Stadt bemühen.

Mir dem Hinweis eines der Aktiven, die Stadt möge sich doch auch mal über Fahrradkonzepte in anderen Städten – auch und vor allem im Ausland – kundig machen, ging man auseinander. Lutger Wilde bedankte sich noch einmal ausdrücklich für das Engagement der Aktiven von „Aufbruch Fahrrad“ und die symbolische Übergabe der 30.000 Unterschriften.

Wanderausstellung des „Deutschen Städtebaupreises“ gastiert in Dortmund. Die Stadt hat zum zweiten Mal den „Oscar des Städtebaus“ bekommen

Zur Ausstellungseröffnung: Silke Schulz, Margrete Bonneberg (beide Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund; stellvertretend für alle beteiligten MitarbeiterInnen), Klaus Fehlemann (Geschäftsführer der DASL-Landesgruppe) und Lutger Wilde (Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund (v.l.) Foto: C. Stille

Der Deutsche Städtebaupreis des Jahres 2018 der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) ging bekanntlich an das Projekt „PHOENIX – Eine neue Stadtlandschaft in Dortmund“. Der Sonderpreis wurde dem Projekt „Technische Universität Darmstadt – Campus Stadtmitte“ zuerkannt.

Der Deutsche Städtebaupreis wird alle zwei Jahre mit maßgeblicher Unterstützung der Wüstenrot Stiftung verliehen. Im Zuge einer Wanderausstellung, die Stadtrat Ludger Wilde kürzlich gemeinsam mit Klaus Fehlemann, dem Geschäftsführer der DASL-Landesgruppe NRW, in der
Berswordthalle eröffnet hat, werden nun die Ergebnisse des gesamten Wettbewerbs in Dortmund präsentiert. Die Exposition ist vom 17. Juli bis zum 12. August 2019 in der
Berswordthalle zu sehen. Im Anschluss daran, vom 14. August bis 9. September 2019, gastiert sie in der Sparkassenakademie NRW in Hörde.

Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis stand 2018 unter dem Motto „Orte der Bildung und Kultur im städtebaulichen Kontext“

Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis hat die Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur zum Ziel. Es werden in der Bundesrepublik Deutschland realisierte städtebauliche Projekte prämiert, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Entwicklung im städtischen und ländlichen Kontext auszeichnen. Dabei sollen die Projekte in herausragender Weise den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen ebenso Rechnung tragen wie den Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raumes, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie den Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege. Der Preis wird stets in zwei Sparten verliehen. Neben dem „klassischen“ Städtebaupreis gibt es einen Sonderpreis, der der Akzentuierung besonders dringlicher Anwendungsfelder im Städtebau und in der Stadtplanung dient. Im Jahr 2018 stand er unter dem Motto „Orte der Bildung und Kultur im städtebaulichen Kontext“.

Dortmund errang zum zweiten Mal des Deutschen Städtebaupreis. Das erste Mal wurde 1981 ein Baublock des Sozialen Wohnungsbaus im Sanierungsgebiet Dortmund Nord II ausgezeichnet

Dortmund bekam nach 38 Jahren zum zweiten Mal den Preis. Das erste Mal im Jahre 1981, Da war es der zweite Städtebaupreis, der überhaupt vergeben wurde. Ausgezeichnet wurde in Dortmund Nord der Baublock des Sozialen Wohnungsbaus nördlich des Hauptbahnhofs (Sanierungsgebiet Dortmund Nord II). Verantwortlich war das Büro für Architektur & Stadtplanung Stephan Goerner, Köln, erinnerte Klaus Fehlemann. Das Projekt mit den auffälligen tonnenförmigen Dachgauben befindet sich in der Heiligegartenstraße (zwischen Andreasstraße und Krimstraße).

Klaus Fehlemann ist „richtig glücklich, dass dieser Preis wieder nach Dortmund gekommen ist“

Klaus Fehlemann ist Geschäftsführer der Landesgruppe NRW der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (in der heutigen Form

Aufsteller der Ausstellung. Foto: C. Stille

gegründet 1920) und Vertreter des Auslobenden des Deutschen Städtebaupreises. Nächstes Jahr wird dieser Preis 40 Jahre alt sein. Fehlemann sprach über die Geschichte der Akademie und stellte als wesentlich heraus, dass man sich für diese Akademie nicht bewerben könne. Man werde vorgeschlagen bzw. geworben. Die Akademie hat 400 Mitglieder (und ist auf diese Zahl beschränkt) im deutschsprachigen Raum. In Dortmund gehören der Akademie drei Personen an: Lutger Wilde, Ullrich Sierau und Klaus Fehlemann.

Der Preis, so Fehlemann, sei in dieser Art und Dimension der einzige in der BRD: „Seine Jury ist total unabhängig.“ Klaus Fehlemann zeigte „sich richtig glücklich, dass dieser Preis wieder nach Dortmund gekommen ist“.

Stadtrat Lutger Wilde ist stolz und glücklich, dass Dortmund den Oscar des Städtebaus bekommen hat

Stadtrat Lutger Wilde („Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen“) sagte, man sei ganz froh, Klaus Fehlemann als Geschäftsführer in der Stadt zu haben. Dadurch würden auch viele Impulse der DASL in die Stadt hineingetragen. Auch sei Fehlmann im Förderverein des Baukunstarchivs aktiv und sozusagen auch „ein Motor des Umbaus des ehemaligen Ostwallmuseums zum Baukunstarchivs“ gewesen.

Der Preis, schätze Wilde ein, sei schon etwas ganz Besonderes. Und wenn man das einmal mit dem bekannten Filmpreis vergleichen wolle, „dann ist das sozusagen der Oscar des Städtebaus“. Lutger Wilde: „Und wir sind immer noch stolz und glücklich, dass wir ihn bekommen haben.“

Der Stadtrat zitierte eingekürzt aus dem Text der Jury:

„Hohe stadträumliche Qualität, die durch selbstständige Verzahnung und neue Nutzungscodierung der beiden ehemaligen Industrieareale Phoenix West und Phoenix Ost mit dem Stadtteil Hörde und darüber hinaus mit der Gesamtstadt geschaffen wurde. Die Kombination aus urbanem historisch gewachsenen Kern, einem Gewerbe-, Freizeit- und Kulturstandort sowie einem hochattraktiven Wohn-, Arbeits- und Dienstleistungsstandort am See ist überregional einzigartig. Aufgrund der vielschichtigen Qualitäten erreicht Phoenix regionale Strahlkraft über das Stadtgebiet hinaus. Die Die kontinuierliche Zusammenarbeit aller Beteiligten an der neuen Dortmunder Stadtlandschaft Phoenix kann zurecht als Musterbeispiel für einen exzellenten Strukturwandel vom Industriezeitalter zur postindustriellen Stadt gewertet werden.“

„Alle Projekte“, ergänzte Klaus Fehlemann, „seien nicht etwa nur von Drohnen überflogen, Aufnahmen angefertigt und die Bilder dann elektronisch übermittelt, sondern von den Jurymitgliedern persönlich bereist und ausgiebig besichtigt worden“. Prämiert werden ausschließlich fertig gebaute Projekte.

Ein weiteres Zitat aus der Jurybeurteilung:

„2018 war mit über hundert eingereichten Arbeiten für die zwei ausgelobten Sparten eine sehr große Fülle an Projekten gegeben, aus der die Preise ebenso wie die ausgezeichneten und belobigten Projekte auszuwählen waren. Sie alle leisten auf höchst unterschiedliche Weise sehr qualitätsvolle Beiträge zu einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Sie zeugen nicht nur von außerordentlicher Verantwortung gegenüber den komplexen städtebaulichen Herausforderungen, sondern auch von Leidenschaft und Ausdauer. Auch in diesem Sinne sind sie Ermutiger für Städte und Gemeinden“.

Eingereicht waren insgesamt 103 Projekte. Dortmund stand mit 73 Projekten in Konkurrenz

Aufsteller in der Ausstellung. Foto: C. Stille

Insgesamt wurden insgesamt 103 Projekte (74 in der Kategorie Deutscher Städtebaupreis) eingereicht, davon 29 für den Sonderpreis. Dortmund stand mit 73 Projekten in Konkurrenz. Aus einer “engeren Wahl“ sprach die Jury für sechs Projekte (zwei im Sonderpreis) eine Belobigung aus. Sechs Projekte, davon eins im Sonderpreis, erhielten eine Auszeichnung. Die Ausstellung präsentiert sie allesamt auf großen Roll-Out-Plakat-Wänden. Die Stadt Dortmund hat die prachtvoll bebilderte und mit vielen Informationen versehende Publikation „Phoenix – Eine neue Stadtlandschaft in Dortmund – Deutscher Städtebaupreis 2018“ mit einer Auflage von 4500 Exemplaren herausgebracht. Sie soll an diversen Orten ausgelegt sein bzw. verteilt werden.

Bis zum 12. August ist die Ausstellung in der Berswordthalle zu sehen, dann vom 14. August bis zum 9. September 2019 in der Sparkassenakademie NRW in

Aufsteller in der Ausstellung. Foto: C. Stille

Hörde

Die Ausstellung ist vom 17. Juli bis 12. August 2019 in der Berswordthalle, Südwall 2 – 4, zu sehen, im Anschluss daran vom 14. August bis 9. September 2019 in der Sparkassenakademie NRW
in Hörde, Hörder Burgplatz 1.

Über die Ausstellung hinaus wird eine Dokumentation in gedruckter Form in der Reihe „STADT BAUEN“ erscheinen.

Beitragsbild: Via Deutscher Städtepreis KNSY-Photographie Essen