„Darf ich Genosse sagen?“ Von Kurt Gossweiler. Der Briefwechsel mit Peter Hacks. – Rezension

Der Eulenspiegel Verlag wartet mit der Veröffentlichung einer hochinteressanten Korrespondenz von Kurt Gossweiler und Peter Hacks auf.

Der Begriff Sozialismus war ja um 1989 herum und zeitgleich mit der Wende in den einst sozialistisch genannten Staaten sowie schließlich erst recht mit dem Zerfall der Sowjetunion zum Unwort geworden. Er war für lange Zeit diffamiert. Kaum jemand traute sich diesen Begriff noch in den Mund zu nehmen oder gar diese Gesellschaftsordnung irgendeiner Weise in Schutz zu nehmen oder zu verteidigen – der war sofort des Teufels. Für mich persönlich hat es einen wirklichen Sozialismus allerdings noch nie gegeben. Schon gar nicht einen (in jeder Hinsicht) demokratischen. Doch das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Im Westen Deutschlands dürften 1989/90 die Sektkorken geknallt haben

Die sich einst als Sozialisten verstanden habenden Menschen in der DDR hatten andere Probleme als darüber zu räsonieren. Sie leckten ihre Wunden, denn sie wurden aus Ämtern, Funktionen gejagt und sogar aus den Universitäten geworfen, nachdem sie „evaluiert“ worden waren. Der Kapitalismus hatte seines Erachtens gesiegt und danach benahmen sich dessen Vertreter auch. Betreffs der DDR und anderswo hatte man im Westen mindestens seit 1949 darauf gewartet und alles dafür getan, dass dieser Tag kam. Und war nun zweifelsohne im Westen Deutschlands 1989/90 voll der Freude, dass er endlich hatte herbeigeführt werden können. Sektkorken dürften geknallt haben …

Doch bezüglich dieses Wende oder gar Revolution (m.E. trifft dieser Begriff am allerwenigsten zu) genannten Ereignisses wurde kaum erforscht, welchen Anteil und welche Verantwortung wichtigen Vertretern des Sozialismus selbst für das Scheitern des Sozialismus zuzuschreiben ist . In der Beschreibung des hier zu besprechenden Buch lesen wir:

„Erst nach der Konterrevolution von 1989 begegnen sich zwei Kommunisten aus der DDR über den gleichen, gleich grundsätzlichen Fragen.“

Meine Wenigkeit kann der Einordnung „Konterrevolution“ noch am ehesten zustimmen. Der Kapitalismus, die Kapitalisten holten sich 1989/90 zurück, was ihnen einst nach dem Zweiten Weltkrieg genommen worden war. Und niemand dürfte es eigentlich wundernehmen, dass ab diesem Zeitpunkt peu á peu ein Sozialabbau in der BRD eingeleitet wurde. Westdeutsche Gewerkschaftsfunktionäre sagten: Die DDR saß im Grunde bei Tarifverhandlungen immer unsichtbar mit am Verhandlungstisch. Mag sein, dass sie die DDR damals verklärten. Aber es gab dort nun einmal soziale Errrungenschaften auf die West-Gewerkschafter verweisen konnten. Nach der „Konterrevolution“ fiel das weg. Darauf brauchten die Kapitalisten von nun also keine Rücksicht mehr zu nehmen. Und den Gewerkschaften war dieses Ass aus dem Ärmel genommen.

Weiter heißt es in der Beschreibung:

„Im Briefwechsel lernen sie einander kennen und schätzen, ermutigen und prüfen – mit Respekt, Scharfsinn, Vertrauen …“

Die beiden im Briefwechsel stehenden Herren sind Kurt Gossweiler (1917-2017), Historiker mit den Schwerpunkten Faschismusforschung, Revisionismusanalyse, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, und Peter Hacks (1928-2003), Dramatiker, Lyriker, Essayist.

Der Kracher

Der – soll ich schreiben: Kracher? – ist für mich bei der Lektüre dieses Buches gewesen, dass sich währen des Briefwechsels herauskristallisiert, dass darin Chruschtschow (vom Westen als Nachfolger Stalins eigentlich mehr oder weniger posititv gesehen) als jemand angesehen wird, der den Zerfall des Sozialismus in der Sowjetunion und in der DDR eingeleitet hat. Und Gorbatschow (vom Westen hochgelobt) als jemand angesehen wird, der den Zerfall des Sozialismus (und zusätzlich der Sowjetunion selbst) schließlich vollendet hat. Da muss man zunächst erst mal schlucken. Obwohl da nach genauerem Be- und Nachdenken da doch durchaus etwas dran sein könnte.

Exkurs

Außerhalb des Buches, auf der seite kurt-gossweiler.de, fand ich etwas Auführlicheres dazu: „Oktober 1959: Von seiner USA-Reise zurückgekehrt, wirbt Chruschtschow auf einer Großkundgebung um Vertrauen für den USA-Präsidenten Eisenhower (eben jenen Präsidenten, der Ethel und Julius Rosenberg auf den Elektrischen Stuhl schickte), indem er ausführte: “Von dieser Tribüne aus muss ich vor den Moskauern, vor meinem ganzen Volk, vor der Regierung und vor der Partei sagen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Dwight Eisenhower, der Mann, der das absolute Vertrauen seines ganzen Volkes genießt (gehörten für Chruschtschow die amerikanischen Kommunisten nicht zum Volk?) staatsmännische Klugheit bewiesen hat.”

1960/61: Bruch mit der Volksrepublik China und der KP Chinas. Zuspitzung des Konflikts seitens der Sowjetunion bis zu der Behauptung, die Hauptkriegsgefahr gehe nicht mehr von den imperialistischen USA, sondern von China aus.

Was ist allen diesen Aktionen und Stellungnahmen gemeinsam? Jede von ihnen kam überraschend und unerwartet. Keine war ausreichend stichhaltig begründet, bei einigen – darunter den /67/ wichtigsten – entsprach die zur Begründung angegebene Behauptung offenkundig nicht der Wahrheit, wie etwa bei der Totalrehabilitierung Titos, oder sie stellte eine schlimme Mischung von Wahrheit und Erdichtetem dar, wie in der Geheimrede auf dem XX. Parteitag. Jede stellte eine mehr oder minder schroffe Wendung dar und eine Absage an bisherige elementare marxistisch-leninistische Grundsätze. Jede war ein Angriff auf das bisherige kommunistische Wertesystem. Durch jede wurde bisher für richtig Gehaltenes als falsch bzw. feindlich abgestempelt, und umgekehrt, bisher als falsch und feindlich Betrachtetes für richtig bzw. vertrauenswürdig erklärt.

Was damit – großenteils unmerklich – bewirkt wurde, war seinem Wesen nach eine Vertauschung von Freund- und Feindbild: die eigene Vergangenheit wurde schließlich zum Gegenstand des Abscheus, dem gegenüber es nur noch “unversöhnliche Abrechnung” geben kann; der imperialistische Todfeind der eigenen Sache und der Menschheit dagegen avancierte zum vertrauenswürdigen Partner beim Kampf um eine gerechte Weltordnung und den Weltfrieden und imperialistische Spitzenpolitiker zu Duz-Freunden des Führers der führenden kommunistischen Partei.

Was also ist der gemeinsame Wesenskern all der erwähnten und nicht erwähnten überraschenden Wendungen?

Sie alle waren Teil eines lang währenden Prozesses, in dem die kommunistische Identität der kommunistischen Parteien und der sozialistischen Länder Stück für Stück bis zur Unkenntlichkeit abgebaut wurde, bis sie ihre Identität so weit verloren hatten, dass ihre Gegner sich ausrechnen konnten, sie durch eine Politik des “Wandels durch Annäherung” vollends aufweichen und vernichten zu können.

Dieser Prozeß war von der Chruschtschow-Mannschaft eingeleitet wurden. Er wurde nach Chruschtschow zwar gebremst, aber nicht gestoppt. Gorbatschow wurde als Produkt des ersten Schubs dieses Identitätswandels sein Fortführer und Beschleuniger bis zum folgerichtigen Abschluss: der Auflösung der Kommunistischen Partei und der Sowjetunion und seinem Bekenntnis in dem berühmt-berüchtigten Spiegel-Interview: “Meine politischen Sympathien gehören der Sozialdemokratie und der Idee von einem Sozialstaat nach der Art der Bundesrepublik Deutschland.” /68/“

Verzeihen Sie mir den ausführlichen Exkurs, liebe Leserinnen und Leser. Zum besseren Verständnis (und Ihnen zur Diskussion gestellt) fand ich ihn notwendig.

Der vorliegene Briefwechsel erschien erstmals 2005

Hinweis seitens der Verlags: „Der vorliegende Briefwechsel erschien erstmals 2005 in der von André Thiele und Johannes Oehme unter dem Titel <<Am Ende verstehen sie es. Politische Schriften 1988 bis 2003<< im Eulenspiegel Verlag herausgegebenen Sammlung von Hacks-Schriften. Diese war rasch vergriffen. In der zweiten Ausgabe, <<Marxistische Hinsichten. Politische Schriften 1955-2003<<, ist dieser Briefwechsel nicht enthalten.“

In einem Brief, sei hier noch erwähnt, von Hacks an Gossweiler (S.63) lesen wir zur Person Gorbatschow: „Erst bei Gorbatschow ist klar, dass er, spätenstens seit seiner Wahl zum Generalsekretär, den Imperialismus bewußt anstrebte. Alles Unheil, das in diesen Tagen über die Menschheit hereinbricht, ist die Folge dessen, wass 1985 oder 1989 geschah. Die toten Serben gehen auf Gorbatschows Konto, wie die toten Iraker und die toten Kaukasusvölker aus sein Konto gingen, und man wir ihn unter den großen Massenmörer dieses Jahrhunderts zu rechnen haben.“

Eine hochinteressantes Korrespondenz

Diese Korrespondenz ist hochinteressant. Sie offenbart sehr deutlich wie beide Briefpartner politisch denken, zeigt worin sie übereinstimmen oder Differenzen geltend machen. Da geht es auch hin und wieder um Alltags- und Gesundheitsprobleme. Detaillierte Fragen sozialistischer Theorie werden diskutiert. Geschichliche Ereignisse werden beleuchtet und intensiv besprochen. Vieles, was man aus diesem Briefwechsel erfährt hat man so noch nicht gehört oder gelesen. Auch darin vorkommende (zum Teil widersprüchlich agierende) politische Figuren oder betreffs ihres Tuns und Schreibens erwähnte Journalisten sozialistischer Blätter wie von Neues Deutschland oder junge Welt hat man so noch nicht betrachtet. Im Briefwechsel kommentierte Irrnisse und Wirrnisse in der DDR lassen gemachte Fehler erkennen. Nicht als gering zu bezeichnende Fehler, welche letztlich dazu beitrugen, das die DDR zugrunde ging. Ja, vielleicht: geradezu zugrunde gehen musste, werden den Lesern überdeutlich.

Hacks ein zweiter <<parteiloser Kommunist>>

Woher der Titel des Buches kommt? In einem Brief zu Hacks Geburtstag schreibt Kurt Gossweiler in der Anrede (S.73): „Lieber (darf ich: Genosse sagen?) Peter Hacks!“

Dazu muss man wissen, dass Hacks nicht Mitglieder der SED war. Gossweiler nennt Hacks in seinen Nachbetrachtungen (S.158) einen „zweiten <<parteilosen Kommunisten>> neben Bert Brecht in der Zunft der <<Stücke- und Gedichte-Schreiber“ (…)

In seinem Antwortschreiben schreibt Hacks (S.76): “ Lieber Genosse Gossweiler, vielleicht machen wir es so: In Geburtstagsbriefen nennen Sie mich immer Genosse, und dann fühle ich mich immer geschmeichelt.“

Die Briefe von Hacks und Gossweiler sind stets in respektvoller, höflicher Form und unter Verwendung von ausdrucksstarken, bestimmt ausgewählten Worten verfasst.

Manche einst gewonnene Einschätzungen müssen unter Umständen revidiert oder korrigiert werden

Leserinnen und Leser, die freilich nicht so tief in der Materie stecken und so tief wie Gossweiler und Hacks freilich keinesfalls stecken können, werden gewiss bei der Lektüre der Korrespondenz hin und wieder einst gewonnene, oder angelesene Einschätzungen von geschichtlichen Ereignissen beziehungsweise betreffs bestimmter Personen revidieren, korrigieren oder schmerzhaft anzweifeln wollen. Es wird beispielsweise auch in diesem Buch (wie in den Erinnerungen von Egon Krenz ebenfalls) die Person Walter Ulbrichts anders beurteilt als sie für gewöhnlich allgemein gezeichnet wird. Das betrifft u.a. die Tatsache, dass Ulbricht die Möglichkeit einer deutschen Einheit lange im Auge behielt und etwa deshalb auch dafür war, „Deutschland einig Vaterland“, in der DDR-Nationalhymne zu belassen.

Zum Verständnis meinerseits angemerkt: „Ulbricht war bestrebt, die Abhängigkeit von der Sowjetunion zu vermindern, was ihm letztendlich nicht gelang. Mit Nennung der vergleichsweise großen wirtschaftlichen Erfolge der DDR im RGW Raum propagierte Ulbricht Ende der 60er Jahre das „Modell DDR“ als Vorbild aller Sozialistischen Industriegesellschaften und geriet dadurch in Konflikte mit der KPdSU, der Partei der Sowjetunion. Ulbricht sah die DDR auf dem Weg in ein „entwickeltes gesellschaftliches System des Sozialismus“ und sah darin eine eigenständige Gesellschaftsform. Die Sowjetunion hingegen stand auf dem Standpunkt sie hätte bereits als erster den Sozialismus realisiert und wäre auf dem Sprung zum Kommunismus.

Ab 1967 verlor Ulbricht durch die Deklaration der DDR als Musterland des Sozialismus die Unterstützung von Leonid Breschnew, dem damaligen Führer der UDSSR. Es war auch Ulbricht, der eine Reformation der sozialistischen Planwirtschaft einleitete. Das sogenannte „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung“ (NÖS oder NÖSPL) war ein staatliches Programm zur Reform der Planwirtschaft in der DDR. Es sah Elemente wie Leistungsboni für Arbeiter sowie eine stärkere Eigenständigkeit von Betrieben, eine Dezentralisierung, vor und war in der Tat effektiver als die bisherige Planwirtschaft. Das neue System war an die Ideen Lenins zur Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) angelehnt. Ja, schon Lenin, der Urvater der Sozialisten, dachte an eine leistungsorientierte Wirtschaft. Dieses leistungsorientierte System war innerhalb der Parteiführung kontrovers umstritten, auch wenn es der Planwirtschaft überlegen war. Honecker schaffte das neue und effektivere System wieder ab und fiel in die Planwirtschaft zurück.“ (Quelle: DDR Geschichte: Die Walter Ulbricht Ära; aus DDR-Erinnerungen)

Egon Krenz kommt in einem Brief von Hacks an Gossweiler als tragische Figur vor (S.40/41): An Biermann, wenn Sie sich entsinnen wollen, haben Sie eine Erinnerung. Während der Konterrevolution, also noch unter Krenz, wurde Biermann eingeflogen, empfangen und instruiert von Dietma Keller, einem Leutnant des Kulturministers Hoffmann (…) Nach dieser Szene auf der Treppe des Kulturministeriums eilte Biermann nach Sachsen, gab ein Konzert und sang, dass Krenz zu den <<ruchlosen Greisen>> auch gehöre, und Krenz wurde sofort gefeuert und Modrow eingesetzt, so wie es die Russen von Anfang an beabsichtigt hatten.“

Peter Hacksens Hoffnung auf einen neuen revolutionären Aufschwung

In seinem Nachwort (im Mai 2005 zur Ausgabe 2005) zeigt sich Kurt Gossweiler davon überzeugt, dass „ein neuer revolutionärer Aufschwung, soll er zum Ziel, zum Sieg einer neuen sozialistischen Revolution führen, einer fest in den Massen verwurzelten kommunistischen Parte Marxistisch-Leninscher Prägug bedarf.“ (…) Und er schließt und schreibt das Buch betreffend: „Möge seine Verbreitung dazu beitragen, daß die Zahl derer – besonders unter der Jugend -, die die Erfüllung dieser Forderungen mitarbeiten, durch neue Aktivisten erweitert wird!“

Kaum zu glauben, aber wahr: die beiden Briefeschreiber sind sich nie persönlich begegnet. Und als sich endlich die Möglichkeit einer solche Begegnung anbot, war Peter Hacks bereits zu krank, um zu kommen.

Unbedingte Lese-Empfehlung! Dem Eulenspiegel Verlag sei gedankt für diese interessante Veröffentlichung.

Matthias Oehme (Hrsg.), Kurt Gossweiler, Peter Hacks

Darf ich Genosse sagen?

Der Briefwechsel mit Peter Hacks

224 Seiten, 16,5 x 22,2 cm, broschiert

sofort lieferbar

Buch 12,– €

ISBN 978-3-359-50099-5

Matthias Oehme

Matthias Oehme, geboren 1954, ist promovierter Germanist.


Kurt Gossweiler

Kurt Gossweiler (1917-2017), Historiker mit den Schwerpunkten Faschismusforschung, Revisionismusanalyse, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung


Peter Hacks

Peter Hacks, (1928–2003), Dramatiker, Lyriker, Essayist und Kinderbuchautor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Nationalpreis der DDR I. Klasse, der Heinrich-Mann-Preis und der deutsche Jugendliteraturpreis.


»Darf ich Genosse sagen? Der Briefwechsel mit Peter Hacks« erscheint im Eulenspiegel Verlag, einem Imprint der Eulenspiegel Verlagsgruppe.

Kurt Gossweiler im Briefwechsel mit Peter Hacks (1996–2003)
Die 52 Briefe, die die Partner im Laufe von mehr als 6 Jahren wechseln, bezeugen eine außerordentliche Intensität auf beiden Seiten. Sie sind verbunden im gemeinsamen Nachdenken über den gleichen, gleich grundsätzlichen Fragen:
Welches sind die Klassen und die Klassenkämpfe in sozialistischen Gesellschaften? Welchen Anteil hatten Persönlichkeiten wie Nikita Chruschtschow am Zerfall des Sozialismus in der Sowjetunion und in der DDR? Wie wäre die Niederlage von 1989-90 zu vermeiden gewesen? Und welcher Organisationsformen, Bildungsformen, Kampfformen bedarf es für einen zukünftigen Sozialismus?
Sie lernen einander in diesem Briefwechsel kennen und schätzen, ermutigen und prüfen – mit Respekt, Scharfsinn, Vertrauen … so intensiv, dass der eine den andern schließlich fragt: „Darf ich Genosse sagen?“
Die neue, überarbeitete und erweiterte Ausgabe nach der gar zu rasch vergriffenen ersten Ausgabe von 2005 bietet auf 220 Seiten auch ausführlichere Anmerkungen mit weiterführenden Materialien und einigen bisher unveröffentlichten Dokumenten.

Eine Veranstaltungsempfehlung zum Schluss:

Dienstag, 27. September 2022

Kurt Gossweiler/Peter Hacks »Darf ich Genosse sagen«

Eine Niederlage, aber kein grundloser oder unerklärlicher Niedergang

FMP1
Münzenbergsaal
10243 Berlin

Uhrzeit: 10:00 Uhr

In ihrem intensiven Briefwechsel beschäftigen sich Peter Hacks und Kurt Gossweiler mit grundsätzlichen Fragen: Welches sind die Klassen und die Klassenkämpfe in sozialistischen Gesellschaften? Welchen Anteil hatten Persönlichkeiten wie Nikita Chruschtschow am Zerfall des Sozialismus in der Sowjetunion und in der DDR? Wie wäre die Niederlage von 1989-90 zu vermeiden gewesen? Und welcher Organisationsformen, Bildungsformen, Kampfformen bedarf es für einen zukünftigen Sozialismus?
In der Veranstaltung werden einige der Briefe zu Gehör gebracht.

Referent: Dr. Matthias Oehme, Verleger und Herausgeber von Kurt Gossweiler: Darf ich Genosse sagen? Der Briefwechsel mit Peter Hacks
Moderation: Dr. Inge Pardon

Kosten: 2,00 Euro

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