Ausstellungstipp: TOUCHDOWN in der Bundeskunsthalle Bonn. Schau mit und über Menschen mit Down-Syndrom

Wolfgang und Robert Petkewitz, fotografiert für das Ohrenkuss-Heft VÄTER Foto: Martin Langhorst, Köln. 

Wolfgang und Robert Petkewitz, fotografiert für das Ohrenkuss-Heft VÄTER
Foto: Martin Langhorst, Köln.

Eine Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom ist am 28. Oktober 2016 in der Bundeskunsthalle in Bonn eröffnet worden. In der Ausstellung TOUCHDOWN dreht sich alles um das Down-Syndrom. Gezeigt werden Spuren von Menschen mit Down-Syndrom in verschiedenen Zeiten und Ländern. Sowie in Filmen im Theater und der Gesellschaft.

Die Besucher der Exposition können erfahren, wie Menschen mit Down-Syndrom leben. Wie sie früher gelebt haben. Und wie sie in Zukunft leben möchten. Leserinnen und Leser des Magazins Ohrenkuss (hier mehr) dürften in dieser Hinsicht bereits bestens informiert sein. Die Ausstellung, die informieren und Fragen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten stellen will, ist von Menschen mit und ohne Down-Syndrom gemacht und im Team erarbeitet worden. Bei Führungen können die Besucher mit ihnen ins Gespräch kommen. Es geplant, dass sie dann weiter wandert. Wohin ist noch nicht bekannt. Die Schau kam in Kooperation mit dem Forschungsprojekt Touchdown21 (dazu auch hier) zustande. Die Veranstalter sprechen von der ersten Schau dieser Art. Laut dpa betonte der Intendant der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, am vergangenen Freitag: „Es ist keine Inklusionsausstellung“. Die Schau verknüpfe auf einzigartigen Weise Kunst, kulturhistorische Aspekte und aktuelle Informationen zum Thema. Vorurteile sollen abgebaut und eine Debatte um gesellschaftliche Vielfalt befördert werden.

Das Ausstellungs-Team:

Dr. Katja de Bragança, Biologin und Humangenetikerin, Gründerin und Chefredakteurin von „Ohrenkuss … da rein, da raus“, dem Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, Dr. Heinz Greuling, Regisseur und Wissenschaftsjournalist, Rikola-Gunnar Lüttgenau, Historiker, Stellv. Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Beirat:

Julia Bertmann, Autorin beim Magazin „Ohrenkuss …da rein, da raus“, sie hat das Down-Syndrom

Prof. Dr. Dr. Heinz Schott, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Bonn bis 2014 und Anne Leichtfuß, Online-Redakteurin, Übersetzerin für Leichte Sprache. Ausstellungsleiterin ist Henriette Pleiger (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland).

Die Ausstellung „Touchdown“ ist noch bis zum 12. März 2017 in Bonn zu sehen.

Das TOUCHDOWN 21-Projekt möchte alles über das Leben von Menschen mit Down-Syndrom wissen

Michael Häger, Ohrenkuss-Autor, zeigt wie es geht: mit dem Zeigefinger der linken Hand zum linken Ohr hin und mit dem Daumen der rechten Hand vom rechten Ohr weg zeigen: “Da rein, da raus“. Quelle: @Ohrenkuss

Michael Häger, Ohrenkuss-Autor, zeigt wie es geht: mit dem Zeigefinger der linken Hand zum linken Ohr hin und mit dem Daumen der rechten Hand vom rechten Ohr weg zeigen: “Da rein, da raus“. Quelle: @Ohrenkuss

Der „Ohrenkuss“ ist ein von Menschen mit Down-Syndrom gemachtes Magazin. Kürzlich informierte Chefredakteurin Katja de Bragança die Presse über ein neues Forschungsprojekt nebst Ausstellung zum Thema Down-Syndrom namens TOUCHDOWN21.

Dazu Ohrenkuss-Fernkorrespondentin Julia Bertmann:

„Menschen mit Trisomie 21 sind die besten Fach-Leute für das Down-Syndrom.“

Gründerin und Chefredakteurin des Magazins Ohrenkuss, Dr. Katja de Bragança, zum Forschungsprojekt:

Das Logo von TOUCHDOWN21 via Pressemeldung Katja de Bragança

Das Logo von TOUCHDOWN21 via Pressemeldung Katja de Bragança

„Das TOUCHDOWN 21-Projekt möchte alles über das Leben von Menschen mit Down-Syndrom wissen. Das Forschungs-Projekt ist partizipativ. Das bedeutet: In dem Team arbeiten verschiedene Menschen zusammen. Einige haben das Down-Syndrom, einige nicht und einige sind WissenschaftlerInnen.

Gemeinsam wollen sie herausfinden: Wie haben Menschen mit Down-Syndrom früher gelebt? Und wie ist ihr Alltag heute, auf der ganzen Welt? Darüber sammeln sie Informationen. Darüber werden sie zusammen forschen.

Die gemeinsame Arbeit ist für fünf Jahre geplant. Die Ergebnisse kann man im Internet finden.

Man kann auch die Ausstellung TOUCHDOWN besuchen. Henriette Pleiger arbeitet in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Sie leitet die Ausstellung. Es wird weltweit die erste große Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom sein. Man kann sie von Oktober 2016 bis zum Februar 2017 in der Bundeskunsthalle sehen. Danach soll die Ausstellung wandern, in Deutschland und vielleicht ins Ausland.

Katja de Bragança leitet das Forschungs-Projekt. Sie ist Biologin und Human-Genetikerin.

Die Journalistin Julia Bertmann ist Teil des TOUCHDOWN21-Teams. Seit 2001 schreibt sie für das Magazin Ohrenkuss. Sie sagt: „TOUCHDOWN 21 blickt auf die Welt der Menschen mit Down-Syndrom.
Ich mache mit, weil ich mein Anders-Sein erforschen will.“

Ihr Kollege Ansgar Peters (hier zusammen mit Julia Bertmann) findet vor allem Genetik spannend. Er schreibt: „Es ist auch sehr spannend. Die Chromosomen sind unsichtbar. Man braucht ein Mikroskop. Ich will wissen: Warum ist das so wichtig, dass die Chromosomen untersucht werden?“

Partner des Projektes sind zurzeit: Die Bonner downtown-werkstatt gGmbH, die Bundeskunsthalle, das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter, das Institut für Humangenetik der Universität Bonn, Web Jazz – swinging solutions in Stralsund und Leichte Sprache simultan.“