Worte zum Jahresende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

abermals endet ein Jahr, das Düsternis und Stress mit sich brachte. War ein kleines Hoffnungslicht am Ende eines langen Tunnels aufgeblitzt, so hatte es uns schon kurz darauf auch schon geäfft und war verschwunden. Das Virus blieb und wird wohl auch bleiben. Da bringt auch ein Krieg gegen es zu führen – wie der französische Präsident Macron es angehen wollte – nichts. Im besten aller Fälle wird das Virus immer schwächer und letztlich endemisch werden.

Alles mögliche wird dem Virus zugeschrieben. Ja, es macht Menschen krank und ja: es tötet Menschen auch.

Letztens las ich, das Virus sei auch für schlechten Umsatz der Geschäfte und für die Zerstörung wirtschaftlicher und persönlicher Existenzen verantwortlich.

Das stimmt nicht ganz: Es sind nämlich in erster Linie die teils wirren und chaotischen Maßnahmen unserer Regierung, die die Ursache dafür sind.

Das Virus beschäftigt die Hirne der meisten Menschen. Nun ist sogar eine Impflicht ins Auge gefasst. Erst für bestimmte Berufe. Ausgerechnet die Pflegekräfte in Krankenhäuser und Pflegeheime betreffend – die schon so gebeutelt und nicht die Bohne besser bezahlt sind – sind betroffen! Für die man am Anfang der Pandemie noch auf den Balkonen klatschte und sich ganz großartig dabei vorkam. Wie viele dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden kündigen, wenn von ihnen verlangt wird sich gegen COVID-19 impfen zu lassen?

Und auch eine des Weiteren angedachte allgemeine Impflicht wird das Land weiter spalten und böses Blut machen. Nun sprach sich für die Impflicht auch NRW-Ministerpräsident Wüst dafür aus. Was verspricht er sich davon? Die Impfungen halte nicht, was man uns versprach und sind demzufolge kein „Game-Changer“.

Merken Politiker nicht, dass sie, sähen sie, die Spaltung in unserem Land immer weiter vergrößern? Der neue Bundeskanzler Scholz sieht keine Spaltung – wo lebte, wo lebt er? Aber auch Viele in der Bevölkerung sind voll auf Kurs. Stimmt denn das Shakespeare zugesprochene Zitat: „Das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde“?

Ein Journalist des RBB kündigte kürzlich auf seinem Twitteraccount an, wer ihm da etwas von Spaltung der Gesellschaft schreibe, werde geblockt von ihm. Dabei offenbar nicht einmal bedenkend, dass er als Reporter und Kommentator im vergangenen Jahr und dem davor selbst diese Spaltung mit befördert haben könnte. Viele Menschen finden auch noch die Hetze gegen Ungeimpfte gut und verlangen – wie große Teile der Medien, die merkwürdig gleichtönend und als Vierte Gewalt schon lange schmählich versagend – noch härtere Maßnahmen und Sanktionen gegen sie. Manche Äußerungen tönen gar abstoßend faschistoid. Oftmals stammen sie von Menschen, die man vor Kurzem noch als Linke verortet 269546421_3156842434601206_6927341028813424576_nhatte und sie sich selbst mit dem Brustton der Überzeugung als solche sahen. Kopfschüttel! Das macht mir Angst. Ich hätte das nie für möglich gehalten zuvor! Doch hier muss man der Corona-Krise fast dankbar sein: Riss sie manchen Menschen doch die Maske vom Gesicht und machte deren wahren Charakter kenntlich. (Screenshot via Facebook)

Dieser gefährlichen Spaltung müssen wir alle gemeinsam im kommenden Jahr entgegenwirken! Wie wollen wir – sollte die Pandemie je beendet werden – einander dann wieder in die Augen sehen?

In meinen Augen fühlt sich die momentane Situation bereits an wie die Zeit gegen Ende der DDR. Wenngleich das auch nicht in Gänze vergleichbar sein mag. Ich schreibe das dennnoch so. Als einstiger DDR-Bürger. Viele Menschen hierzulande haben das Vertrauen in die Regierung, die Wissenschaft und den Journalismus (was schon 2015 begann) verloren.

Immer mehr Menschen drücken ihre Bedenken und ihre Besorgnis über die Situation in welche man uns gebracht hat mit friedlichem Protest auf der Straße aus. Von Tag zu Tag wurden es mehr. Da ihnen immer wieder Demonstrationen von vornherein verboten wurden, treffen sie sich nun zu „Spaziergängen“. Gewissermaßen eine Form der Notwehr. So mancher Journalist bastelt sich da einen gängigen Frame. Und schon sind diese Proteste rechts  angestrichen. Da wird gar von Nazidemos geschrieben. Mag sein, dass hier und da tatsächlich Rechte und AfDler sich unter diese Spaziergänger mischen und versuchen diese für eigene Zwecke zu nutzen. Aber es ist doch nicht die Mehrheit! Soll man dann lieber gar nicht auf die Straße gehen? Wo es doch pressiert! Das soll wohl vom Staat mit dem Diffamieren dieser Proteste auch erreicht werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Auf der anderen Seite stehen Bürgerinnen und Bürger, die Corona-Maßnahmen gutheißen. Wie war das nochmal: Es gebe keine Spaltung unserer Gesellschaft?

Und nun twitterte die Bundestagsabgeordnete Saskia Weishaupt (MdB Bündnis 90/Die Grünen) nach einer dieser Spaziergänge in der Münchner Innenstadt auch noch, „Pfefferspray und Schlagstöcke“ gegen „Querdenker“ einzusetzen.

Ausgerechnet eine Politikerin der Grünen, die selbst einst zu vielen Demonstrationen auf die Straße gegangen waren und von der Polizei verprügelt worden waren! Saskia Weishaupt war damals noch nicht geboren. Gnade der späten Geburt? Aber kennt sie die Geschichte ihrer Partei nicht? Einer Partei freilich, die inzwischen m.E. ziemlich verkommen ist. Viele ihrer Grundsätze sind offenbar unterdessen zu Makulatur geworden … (Hinweis: Inzwischen – es hatte bereits einen Shitstorm unter dem Hashtag #schlagstocksaskia gegeben, hat die Politikerin ihren Tweet gelöscht – sie sei falsch verstanden worden, habe das ganz anders gemeint)

Es sollte gründlich abgerüstet werden. Auf allen Seiten. Dringend muss die Demokratie wieder gestärkt werden.

Auch muss uns die militärische Konfrontation und das in diesem Zusammenhang bedenklich verschlechterte Verhältnis unseres Landes zu Russland Sorgen bereiten. Bedenken wir Egon Bahrs Worte: „Ohne Frieden ist alles nichts“. Die Hetze und die Provokationen gegenüber der Russischen Föderation müssen aufhören. Wir sind – wie mir scheint –  wieder hinter die Entspannungspolitik von Brandt und Bahr zurückgefallen, in einen neuen Kalten Krieg. Das besorgt mich und viele andere zutiefst.

Ich wünsche Ihnen, dass der Umgang miteinander friedlich bleibt.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Mögen wir Sorge dafür tragen, dass es friedlich wird und wir wieder zu einem gedeihlichen Miteinander kommen.

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern für ihre Treue und freue mich, dass auch in diesem Jahr neue hinzugekommen sind.

Ihr Claus Stille

Beitragsbild: Gänseblümchen via Pixelio.de

Update vom 24. Dezember 2021: Ich bedanke mich für die nette Reaktion auf diesen Text hier von Leo Lebendig, einem Dortmunder Künstler und Friedensaktivisten. Durch den Kommentar kam mir die Idee

20150524_185205

Der Künstler Leo Lebendig vor seiner „Human Soul“. Darunter Kinder aus dem Kindergarten der Pauluskirchen-Gemeinde; Fotos: Stille

diesen Text hier um ein Foto von einem von ihm geschaffenen Kunstwerk zu ergänzen.

Die seinerzeit in der Dortmunder Pauluskirche in der „Nacht der Religionen“ mit Spannung erwartete Aktion mit dem bekannten Künstler Leo Lebendig erregte Aufmerksamkeit und Staunen: Leo Lebendigs Kunstwerk „Flying Column“ (Himmelssäule der Weltreligionen) – der damals das Wort FRIEDE hinzugefügt worden war – beeindruckte das Publikum über diese Veranstaltung hinaus sehr. Das Publikum trug diesen vom Kunstwerk samt der damit einhergehenden Performance in Form des davon ausgehenden Spirits mit sich fort in ihr Leben hinaus.

FLYING COLUMN des Dortmunder Künstlers Leo Lebendig, darin die Friedensbotschaft. Foto: C. Stille

3 Kommentare zu “Worte zum Jahresende

  1. wie findet Ihr die 10 gebote (siehe unten)?

     

    wenn die obrigkeit kundgebungen bzw. spaziergänge unterbindet, sollte man sich was anderes einfallen lassen. phantasie an die macht!

    das schrieb mir ein freund.

     

     

    wenn Ihr dieselbe meinung vertretet, sollte ein kleines lawinchen in gang gebracht werden: jede/r schickt diese mail an 10 vertraute personen weiter (am besten BCC), diese wiederum an 10 weitere usw.

     

    vorbildlich auch das hacken der taz. es gibt viel zu tun. machen wir mit!

     

    es folgen die

     

    10 Gebote zur Auswahl und evtl. Ergänzung, wie jede und jeder einzelne in der Lage ist, sich ihrer/seiner Haut zu erwehren. Zum Beispiel:

     

    1. Gebot: Keine Großdemos, damit die Uniformierten zu Hause bleiben und zu zehnt feiern können. Sie haben es verdient 😉

    2. Gebot: Eine Liste von Objekten für künstlerische Verschönerungen und "Klebstoffschnüffeln".

    3. Gebot: Öffentlich aufgestellte Weihnachtsbäume zum Leuchten bringen.

    4. Gebot: Kleine unangemeldete Autokorsos zur Bescherung der Kinder in armen Stadtquartieren.

    5. Gebot: Genspritzzentren boostern.

    6. Gebot: "Mit dem 2. sieht man besser" – Aktionen gegen Medien, Werbung und Propaganda.

    7. Gebot: Maria und Josef (mit Esel Olaf) auf der Suche nach Unterkunft in Pfarrhäusern und Kirchen.

    8. Gebot: Einzelne weiß gekleidete Pflegekräfte bieten Auffrischung an, z. B. Mandarinen, Äpfel, …

    9. Gebot: Objekte der erstellten Liste (2. Gebot) abarbeiten

    10. Gebot: … (bitte ggfs. durch weitere Anregungen ergänzen)

     

     

     

     

         

    Gesendet: Donnerstag, 23. Dezember 2021 um 20:12 Uhr Von: "clausstille56" <comment-reply@wordpress.com> An: rudolph.bauer@gmx.de Betreff: [Neuer Eintrag] Worte zum Jahresende

    clausstille56 veröffentlichte:"Liebe Leserinnen, liebe Leser, abermals endet ein Jahr, das Düsternis und Stress mit sich brachte. War ein kleines Hoffnungslicht am Ende eines langen Tunnels aufgeblitzt, so hatte es uns schon kurz darauf auch schon geäfft und war verschwunden. Das Viru"

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    Neuer Beitrag auf clausstille56

    Worte zum Jahresende von clausstille56

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    abermals endet ein Jahr, das Düsternis und Stress mit sich brachte. War ein kleines Hoffnungslicht am Ende eines langen Tunnels aufgeblitzt, so hatte es uns schon kurz darauf auch schon geäfft und war verschwunden. Das Virus blieb und wird wohl auch bleiben. Da bringt auch ein Krieg gegen es zu führen – wie der französische Präsident Macron es angehen wollte – nichts. Im besten aller Fälle wird das Virus immer schwächer und letztlich endemisch werden.

    Alles mögliche wird d

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