„Zum Teufel mit dem Rest der Welt“

Langzeitstrategie und unipolarer Anspruch der USA

Von Wolfgang Bittner

Nach Auffassung ihrer Machteliten sind die Vereinigten Staaten von Amerika „the land of the free and the home of the brave“, wie es auch die Nationalhymne verkündet. Und „God’s Own Country“ ist dazu berufen, die Welt zu beherrschen. Zur Durchsetzung dieses unipolaren Anspruchs haben sie seit dem 19. Jahrhundert eine Langzeitstrategie entwickelt, zu der die Aufrechterhaltung einer übermäßig hochgerüsteten Armee und die Einrichtung von etwa 1.000 Militärstützpunkten in aller Welt gehören.

Dabei ist nicht zu übersehen, dass die US-amerikanische Gesellschaft in weiten Teilen und bis in den Kongress hinein religiös-fundamentalistisch fanatisiert ist. Bis in die Gegenwart ist hier die Wahlverwandtschaft zwischen Puritanismus und Kapitalismus, eine „ökonomische Prädestinationslehre“ – wen Gott liebt, den lässt er reich werden – tief verwurzelt. Darüber hinaus sind viele der Hardliner offensichtlich der Ansicht, dass alles, was den USA nützt, letztlich der ganzen Welt zugutekommt, woraus sich ihr Anspruch auf globale Vorherrschaft ergibt…..

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PRESSEERKLÄRUNG: Nein zu Deutschland als Kriegspartei –Nein zu neuen Mittelstreckenraketen!

Was unser Land braucht, ist eine starke Friedensbewegung, die sich der zunehmenden Militarisierung in der Politik und den öffentlichen Debatten entschieden widersetzt. Das haben wir
in den 1980er Jahren gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen getan und das tun wir auch heute.

In der Ukraine ist die Eskalationsdynamik des Krieges ungebrochen und verschärft
sich weiter. An dieser historischen Weichenstellung dürfen wir nicht schweigen.
Vor einem Jahr haben wir mit dem Aufruf „Frieden schaffen jetzt!“, dem sich auch viele Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen angeschlossen haben, den Bundeskanzler aufgefordert, schnell auf einen Waffenstillstand zu drängen und Friedensverhandlungen zu vermitteln.


Doch das Töten, die schweren Verletzungen, die Zerstörungen, das Leid und Elend der Menschen gehen weiter. Die Gefahr eines großen Krieges in Europa droht wieder zu einer denkbaren Zukunft zu werden. Dass die unmittelbare Kriegsschuld Russlands außer Frage steht, ändert nichts daran, dass es zuerst um den Frieden gehen muss.
Krieg ist unmenschlich. Wir wissen aus den Katastrophen der beiden Weltkriege: Krieg kennt
keine Grenzen in sich. Der Krieg in der Ukraine darf nicht weiter eskalieren und zu einem großen Krieg werden.

Doch bei uns wird bei Waffenlieferungen in die Ukraine immer vor „roten Linien“ gewarnt, die nicht überschritten werden dürfen, um sie dann auf inneren oder äußeren
Druck doch zu überschreiten.

Wir verurteilen die unsägliche Kriegsrhetorik von Politikern der
Regierungs- wie der Oppositionsparteien sowie großer Teile der Medien.
Das EU-Europa, das sich in eine wachsende Abhängigkeit gegenüber den USA begeben hat, muss wieder zu einer eigenständigen Friedensmacht werden, in der die Diplomatie im Zentrum steht.


Aus der extrem gefährlichen Cuba-Krise von 1962 hatten beide Supermächte gelernt, dass sie
die elementaren Interessen und Bedrohungen des Kontrahenten wahrnehmen müssen. Das
ist die Grundlage der Entspannungspolitik. Doch im Ukraine-Krieg geschieht das Gegenteil.

Vieles erinnert schmerzhaft an den Juli des Versagens 1914 vor dem Ausbruch des Ersten
Weltkriegs. Aber in Deutschland sollen wieder Waffensysteme stationiert werden, die mit sehr
kurzen Vorwarnzeiten konventionelle Sprengköpfe und sogar Atomwaffen nach Russland tragen können.


Wir sagen Nein zu landgestützten Raketensystemen, die im INF-Vertrag verboten wurden.
Wir sagen Nein zu einem neuen Kalten Krieg, aus dem ein Heißer Krieg werden kann. Grenzenlose Aufrüstung ist nicht die „ultima ratio“, sie ist die „ultima irratio“. Die Konflikte und
Spannungen der Welt werden größer, wenn der Krieg nicht beendet wird und Russland auf dem Rücken der Ukraine niedergerüstet werden soll. Und im Hintergrund spitzt sich die Rivalität der USA mit der neuen Supermacht China weiter zu.


Die NATO-Staaten werden in der Ukraine faktisch zu Kriegsparteien, wenn sie nicht Aufrüstung und Waffenlieferungen stoppen und zu einer friedlichen Alternative kommen. Die Strategie, den Gegner niederzurüsten, ist von den Militärs der NATO-Führung vorgegeben und verfolgt in erster Linie die Interessen der USA.

In Wiesbaden entsteht mit 700 Militärs die Nato Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU), 40 davon stellt die Bundeswehr.


Deutschland droht in den Krieg abzurutschen. Dagegen stehen wir. Auch wenn behauptet wird, dass die NSATU aus der NATO keine Konfliktpartei macht, hat sie nur eine Aufgabe: immer mehr Waffen in die Ukraine zu liefern. Diese Aufrüstung wird in Deutschland koordiniert. Unser
Land wird zur Kriegspartei.
Frieden braucht eine „Europäisierung Europas“ und eine gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur. Mehr Gemeinsamkeit in unserer Welt mit Staaten unterschiedlicher Ordnung kann nur heißen: Nord-Süd-Solidarität, Gemeinsame Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Wir sagen
Nein zu Aufrüstung und Krieg! Wir brauchen eine Politik des Friedens und der Vernunft.
Wir rufen auf, sich an den Friedensaktionen am 6. August und am 1. September an vielen
Orten und am 3. Oktober 2024 an der bundesweiten Demonstration in Berlin zu beteiligen
und dafür zu werben.


Berlin, den 17. Juli 2024

Anfang der 1980er Jahre fanden in der Bundesrepublik Großdemonstrationen gegen die Stationierung von Pershing-Raketen statt. Sie waren ein Ausdruck für die Stärke der Friedensbewegung in der deutschen Zivilgesellschaft. In der damaligen DDR forderten ebenfalls viele
Demonstranten, „Schwerter zu Pflugscharen“ zu machen. An diesen breiten Friedenswillen
knüpfen wir an. Wir fordern ein Ende des Krieges. Wer uns und den Aufruf unterstützen will,
kann das tun unter

Friendenschaffen.net


Ein Aufruf von: Reiner Braun (Intern. Friedensbüro), Anke Brunn (Landesministerin a.D.), Prof. Dr. Hertha Däubler-Gmelin (Bundesjustizministerin a.D.), Bärbel Dieckmann (Eh. Präsidentin Welthungerhilfe), Ulrike Eifler (Gewerkschaftssekretärin), Michael Müller (Parl. Staatssekretär a.D.), Helga Schwitzer (ehem. gfVorstand IG Metall), Jörg Sommer (Vors. Deutsche Umwelthilfe) und Willi van Ooyen (Bundesausschuss Friedensratschlag), verbunden mit der Anregung zur Unterstützung.

Quelle: PM Friedenschaffen.net

Beitragsbild: ©Claus Stille

Spardiktat, Hetze und Peitsche: Die Ampel im neoliberalen Kürzungsrausch

Harte Sanktionen, Zwang zu stundenlangen Arbeitswegen und Wegfall des „Schonvermögens“: Die Ampel plant eine neue Sozialabbau-Agenda, um die „deutsche Wirtschaft zu retten“. Zur Begründung liefert sie vor allem neoliberale Märchen. Teilen und Herrschen ist mal wieder angesagt.

Von Susan Bonath

Die Hetze gegen Arbeitslose eskaliert. Die vom Axel-Springer-Blatt Bild vor 20 Jahren als „Florida-Rolf“ und „Mallorca-Karin“ personifizierten Sündenböcke beschimpft man heute pauschal als „Totalverweigerer“, die schuld am wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands seien. Die Ampel setzt wieder mehr auf Erpressung, schürt Missgunst und zückt die Peitsche.

Mit „schärferen Regeln“, wie harte Sanktionen, Zwang zu stundenlangen Arbeitswegen und Verringerung des Schonvermögens, will die Regierung Bürgergeldbezieher „zur Arbeitsaufnahme bewegen“. Das besagt ein Maßnahmenkatalog des FDP-geführten Bundesfinanzministeriums unter dem Titel „Wachstumsinitiative – neue wirtschaftliche Dynamik für Deutschland“, auf den sich die Koalitionsfraktionen nun einigten. Damit beerdigen sie auch die geplante Kindergrundsicherung.

Härter bestrafen

Im gewohnten Slang der für diverse Großkonzerne tätigen Lobbyistenpartei FDP fordert die Ampel-Regierung in ihrem Programm das neoliberale Standardprogramm: mehr Freiheit (und Steuererleichterungen) für das Kapital, mehr Härte gegen Arbeitslose. Ihr Motto „Keine Hilfe ohne Gegenleistung“ gilt freilich nur für Letztere.

Sie will Bürgergeldbezieher, die „Angebote“ der Jobcenter für Arbeitsstellen oder Maßnahmen ablehnen, wieder härter bestrafen: „Wer eine zumutbare Arbeit, Ausbildung oder Eingliederungsmaßnahme ohne triftigen Grund ablehnt, wird mit erhöhten Kürzungen des Bürgergeldes rechnen müssen“, heißt es.

Wie einst unter Hartz IV will die Regierung derart Ungehorsamen für drei Monate 30 Prozent der Grundsicherung streichen. Damals waren auch Totalsanktionen erlaubt, die unter 25-Jährige am häufigsten und schnellsten trafen. 2019 wertete das Bundesverfassungsgericht dies als grundgesetzwidrig. Durch die Hintertür führte die Ampel aber kürzlich die Totalsanktionen in leicht abgewandelter Form wieder ein.

Drei Stunden Arbeitsweg „zumutbar“

Was „zumutbar“ oder ein „triftiger Grund“ ist, sollen vor allem die Jobcenter entscheiden. In den letzten 20 Jahren fielen diese Behörden, die zum Teil den Arbeitsagenturen sowie den Landkreisen unterstehen, vor allem mit der Vermittlung von Erwerbslosen in prekäre Niedriglohnsektoren auf. Denn für die Qualifizierung fehlte schon im Hartz-IV-System das Geld.

Eine verschärfte Zumutbarkeitsregel legt das Regierungspapier allerdings fest: Eine Pendelzeit zum Job von bis zu drei Stunden täglich müssen von der Behörde Vermittelte hinnehmen, sofern die tägliche Arbeitszeit mindestens sechs Stunden beträgt. Bei Teilzeitjobs mit geringerer täglicher Beschäftigungsdauer sollen Anfahrtswege von bis zu 2,5 Stunden verpflichtend zumutbar sein.

Das heißt im Klartext: Vermitteln Behörden Betroffene zum Beispiel als Teilzeit-Putzkräfte mit einer 30-Stunden-Woche, darf der Arbeitsort so weit entfernt liegen, dass die Anfahrtszeit dahin theoretisch eineinhalb Stunden beträgt. Im Papier ist von verpflichtender Jobsuche im Umkreis von 50 Kilometern die Rede. Wie Betroffene vom Land ohne Auto und Nahverkehr in dieser Zeit dort hingelangen oder wovon sie das bezahlen sollen, erläutern die Autoren nicht.

Hartz IV 2.0

Auch an das vor dem Jobverlust erarbeitete „Schonvermögen“ will die Regierung verstärkt ran. Unter Hartz IV durften Betroffene pro Lebensjahr 150 Euro angespart haben. Mit dem Bürgergeld erhöhte sich der Betrag auf 40.000 Euro und 15.000 Euro für weitere Familienmitglieder. Die Bezieher müssen dies seither erst ein Jahr nach Beginn des Bezugs aufbrauchen. Nun soll diese „Karenzzeit“ auf ein halbes Jahr sinken.

Mit anderen Worten: Wer entlassen wird und binnen anderthalb Jahren keinen neuen Job gefunden hat, verliert fast alles: Das zu große Haus, die zu kostspielige Mietwohnung, das zu teure Auto, die Sparrücklagen für die Kinder und so weiter. Das müssen Betroffene dann auf Sozialhilfeniveau „aufessen“.

Zurückkehren sollen überdies die sogenannten „Ein-Euro-Jobs“. Für einen Salär von einem bis zwei Euro pro Stunde sollen Jobcenter schwer Vermittelbare wieder verstärkt dazu heranziehen. Dabei handelt es sich nicht um Arbeitsverhältnisse ‒ bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung bei Krankheit gibt es nicht.

Im ersten Hartz-IV-Jahrzehnt waren diese Ein-Euro-Jobs ein Dorn im Auge einiger Branchen. Ganze Heerscharen von Ein-Euro-Jobbern ersetzten Festangestellte in der Grünanlagenpflege und beim Winterdienst, in Sportvereinen, Jugendclubs oder bei der Seniorenbetreuung.

Kindergrundsicherung ist tot

Das Gerede im Papier von 30-Prozent-Sanktionen für Leute, die beim Schwarzarbeiten erwischt wurden, kann man indes als blanken Populismus werten, der einen Generalverdacht erzeugen soll und unterstellt, dass dies ein massenhaftes Phänomen sei. Wird jemand bei Schwarzarbeit erwischt, ist das bereits heute strafbar. Auch das Bürgergeld kann dann komplett gestrichen werden.

Man kann konstatieren: Das im Koalitionsvertrag vollmundig versprochene, aber schon bei seiner Einführung einer Hartz-IV-Attrappe gleichende „Bürgergeld“ ist völlig tot – es lebe Hartz IV 2.0.

Tot ist auch die von SPD und Grünen propagierte Kindergrundsicherung, um die Armut bei den Jüngsten zu bekämpfen. In den Haushaltsplanungen der Koalition taucht sie auch für kommendes Jahr nicht auf. Schon im vergangenen Jahr widersetzte sich die FDP mit Unterstützung der Unionsfraktion vehement dem Vorhaben. Heraus kam eine schlechte Symbolattrappe. Auch die wird offensichtlich niemals umgesetzt werden.

Stattdessen bleibt’s beim Alten: Eine mickrige Kindergelderhöhung von fünf Euro soll kommen. Nun ist anzumerken, dass jeder Cent des Kindergeldes vom Bürgergeld wieder abgezogen wird. Genau wie unter Hartz IV hat also ohnehin nichts davon, wer auf diese Leistung angewiesen ist. Für alle anderen mit Nachwuchs ist Kindergeld sozusagen ein bedingungsloses Grundeinkommen – egal, wie dick das Konto ist. Wer wohlhabend genug ist, soll dann auch von einer Erhöhung des Kinderfreibetrages profitieren.

Der Russe sei schuld

All die neuerlichen Sozialabbaupläne deklariert die Ampel in ihrem Papier als alternativlosen Sparzwang. Schließlich gehe es der Wirtschaft schlecht und schuld sei, wie man es erahnen kann, weder die Politik noch die kapitalistische Krisendynamik, sondern, neben Bürgergeld beziehenden „Faulpelzen“, der „Übeltäter“ schlechthin: der Russe.

So haben also in der Ampel-Fantasie weder die extremen Corona-Einschränkungen noch die absurden Sanktionen gegen Russland etwas mit der Energiepreis-Explosion und der folgenden Abwanderung großer und der Schwächung kleiner und mittelständischer Unternehmen zu tun. Nein, zu Sündenböcken erklären die „Ampel-Experten“ Arme, das Coronavirus und „den russischen Einmarsch in die Ukraine“.

Und weil eben nicht mehr so viel da sei, das man in die aufzurüstenden Kriegskassen umschichten kann, sollen die Armen ihre Gürtel noch enger schnallen. Wenn dann die Kriminalität weiter steigt, weil manch ein Verarmter auch ein Stück vom Kuchen begehrt, können die Regierenden ja gleich den Überwachungsstaat ein wenig weiter ausbauen.

Wie wäre es, sarkastisch gefragt, mit einer ein- und ausschaltbaren „Bezahlkarte“ für alle Lohnabhängigen? Vorschläge, dieses Repressionsinstrument gegen Flüchtlinge auf Bürgergeldbezieher auszuweiten, tragen diverse Politiker und Medien bereits seit einiger Zeit vor.

Weniger offene Stellen

Die Peitsche, die FDP, SPD und Grüne unter Beifall der Unionsfraktion schwingen, um Bürgergeldbezieher in den Arbeitsmarkt zu zwängen, krankt an vielen Stellen. So steigt, trotz Klagen über Fachkräftemangel, schon jetzt die Arbeitslosigkeit in Deutschland wieder. Immer mehr dieser Betroffenen rutschen am Ende in das Bürgergeld. Und das hat seinen Grund.

Denn die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Arbeitsstellen sinkt seit Monaten. Mitte 2022 war deren Zahl kurzzeitig auf fast 900.000 hochgeschnellt, in diesem Juni aber wieder unter 700.000 gerutscht – bei 2,73 Millionen als arbeitslos und erwerbsfähig registrierten Erwachsenen.

Kein Geld für Qualifizierung

Betrachtet man die „offenen Arbeitsstellen“ vom Juni dieses Jahres genauer, sieht es noch düsterer aus. Zieht man Teilzeit- und befristete Arbeitsstellen ab, bleiben etwas mehr als eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Jobs übrig, davon lediglich gut 130.000 Helferstellen. Der Rest waren Stellen für „Experten/Spezialisten“ und spezifische Fachkräfte.

Da die Regierung auch 2,6 Milliarden Euro bei der Qualifizierung Arbeitsloser streichen will, kommen für die meisten offenen Stellen schwer vermittelbare Bürgergeldbezieher von vornherein also gar nicht infrage. Dagegen hilft auch die Sanktions- und Erpressungspeitsche wenig.

Populistisches Täuschungsmanöver

Bestenfalls nur Peanuts werden die verschärften Sanktionen in die Kassen spülen. Der größte Posten im Sozialhaushalt ist nämlich die Rente. Für die Bürgergeld-Leistungen beinhaltet der Etat in diesem Jahr gerade einmal 26,5 Milliarden Euro. Das ist weniger als ein Drittel der Ausgaben für den Militäretat von rund 90 Milliarden Euro.

Allein diese Zahlen zeigen: Es handelt sich um ein populistisches Täuschungsmanöver, bei dem es wohl ausschließlich darum geht, Neid und Missgunst unter Lohnabhängigen zu schüren. Während sich die „kleinen Leute“ gegenseitig die Butter auf dem Brot neiden und „Faulheit“ vorwerfen, knallen oben vermutlich längst die Champagnerkorken.

Quelle: RT DE

Hinweis: Gastbeiträge geben immer die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Hasardeure auf dem Weg zum großen Krieg. Angriffe auf die Krim, 83 Jahre nach Barbarossa

„Bei einem mutmaßlich ukrainischen Angriff mit ATACMS-Raketen auf der Halbinsel Krim sind vier Menschen getötet und mindestens 124 verletzt worden. Der Kreml wirft Washington eine „direkte Beteiligung“ vor und droht den USA mit Konsequenzen. (…) Das russische Außenministerium bestellte US-Botschafterin Lynne Tracy ein. Dabei sei der Diplomatin mitgeteilt worden, dass die USA „gemeinsam mit dem […]

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Gaza stirbt und wir?

Der von Ministerpräsident Netanjahu trotz einer Weltgemeinschaft, die Waffenstillstand will, brutal weitergetriebene Gaza-Krieg hat inzwischen weit über 120.000 Tote und Verletzte gefordert; die Hälfte der Bevölkerung von Gaza – vertrieben und ohne Sicherheit – wird den Hungertod in den nächsten Monaten erleiden, wenn es nicht zum Waffenstillstand kommt. Die israelische Regierung aber will den Krieg […]

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Gaza. Waffenstillstand!

Die Tragödie „Israel had no intention of staying in Gaza, but it is. Israel had no intention of becoming the sovereign in Gaza, but it de facto is. Israel did not want to be responsible for humanitarian aid to Gaza, but based on the Pottery Barn rule of ‚You broke it, you own it,‘ it […]

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Die Ukraine retten

„Wenn man die Lage unvoreingenommen betrachtet, wird man schnell feststellen, dass es nur einen Weg für das Überleben der Ukraine und für eine Zukunft des ukrainischen Volkes gibt – und der besteht darin, diesen Krieg schnellstmöglich durch eine politische Lösung zu beenden. Wer jedoch auf dem bisherigen Weg weitergehen will, muss wissen, dass er sich […]

Die Ukraine retten

Verband beklagt: Bundesregierung tut zu wenig gegen Armut

Teure Mieten, Heizkosten und Lebensmittelpreise: Die Armut in Deutschland bleibt hoch und die Regierung unternehme nicht genug dagegen. Das beklagt der Paritätische Wohlfahrtsverband unter Verweis auf neue statistische Daten. Vor allem Senioren sind immer häufiger betroffen.

Von Susan Bonath

Die soziale Spaltung bleibt ein Dauerbrenner in Deutschland. SPD und Grüne referieren gerne lang und breit darüber, wie man diesen Zustand denn überwinden könne, meist mit einer Tendenz zur Grundannahme, die Armen seien selber schuld an ihrer Lage, nicht etwa das gesellschaftliche System. Doch weder das sanktionsbewehrte „Fordern und Fördern“ unter „Hartz IV“, das die Sozialdemokraten viele Jahre gemeinsam mit der CDU rigide praktizierten, noch hübsch klingende Gesetzestitel änderten die Lage. Deutschland hat ein Armutsproblem.

Das geht aus einer neuen Auswertung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (Gesamtverband e. V. als Dachverband) hervor, die sich auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2023 stützt. Demnach leben noch immer mehr als 14 Millionen Bundesbürger in Armut. Betroffen sei mehr als jedes fünfte Kind und beinahe die Hälfte aller Alleinerziehenden. Besonders unter Senioren schnellte demnach die Armutsquote hoch – eine seit langem absehbare Folge der fortgesetzten Rentenkürzungspolitik.

Verfestigte Armut

Zunächst lobt der Gesamtverband: Die Kinderarmut sei „markant zurückgegangen“. Betrachtet man aber die Zahlen genauer, klingt das reichlich übertrieben positiv. So sank demnach der Anteil armer Kinder in Deutschland seit 2021 gerade einmal von 21,3 auf 20,7 Prozent, also um 0,6 Prozentpunkte. Noch 2019 registrierten die Bundesstatistiker eine Armutsquote bei den Minderjährigen von „nur“ 15 Prozent. Somit blieb die Gruppe armer Kinder auch 2023 um fast 40 Prozent größer als vier Jahre zuvor..

Ähnlich ist die Interpretation der Statistik für Alleinerziehende: Der Verband schreibt, hier sei die Armutsquote binnen Jahresfrist von 43,2 auf 41 Prozent gesunken. Im Jahr 2020 lag der Anteil armer Alleinerziehender jedoch noch bei gut 40 Prozent. Diese Zahlen sind insgesamt bedenklich. Sie verdeutlichen vor allem, dass es die Regierungspolitik weiterhin nicht schafft, der am stärksten betroffenen Gruppe gute Lebensperspektiven in ihrer hochgelobten „marktkonformen Demokratie“ zu ermöglichen.

Bei den Rentnern indes kletterte die Armutsquote demnach binnen Jahresfrist von gut 18 auf fast 19 Prozent. Frauen jeden Alters sind weiterhin viel öfter arm als gleichaltrige Männer. Laut Statistikbehörde liegt das vor allem daran, dass sie häufiger in schlecht bezahlten Berufen arbeiten und aufgrund von „Care-Arbeit“, also für Haushalt, Kinder und Pflege Angehöriger, häufiger bei der finanziell vergüteten „Erwerbsarbeit“ pausieren müssen.

Besonders hohe Armutsquoten wiesen in Deutschland überdies Einpersonenhaushalte (28,1 Prozent), junge Erwachsene unter 25 Jahren (Männer: 23,6 und Frauen 26,5 Prozent), Menschen mit Migrationshintergrund (rund 28 Prozent) sowie Familien mit drei oder mehr Kindern (gut 30 Prozent) auf. Das Problem scheint sich mehr und mehr zu verfestigen.

Nicht genug für Grundbedürfnisse

Wachsende Armut bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, verbunden mit Niedriglohn, Arbeitslosigkeit und allgemeinem Sozialabbau nicht zuletzt im Bildungswesen, grassiert genauso wie die zunehmende finanzielle Not im Alter in allen Ländern der Europäischen Union (EU). Die neoliberale Doktrin des Westens ist da sehr rücksichtslos. Sie behandelt Lohnabhängige nach ihrem Nutzen – für das Kapital.

Wer nicht mithält, hat eben Pech. So fehlt es armen Menschen zusehends am Geld für absolute Grundbedürfnisse. Laut Statistikamt konnten beispielsweise im Jahr 2022 rund 5,5 Millionen Einwohner Deutschlands, also knapp sieben Prozent, ihre Wohnung im Winter nicht mehr angemessen beheizen. Damit hatte sich diese Zahl von Betroffenen binnen Jahresfrist verdoppelt. EU-weit war sogar jeder Zehnte davon betroffen. Eine beheizte Wohnung zählt bekanntlich zu den Grundbedürfnissen.

Dies geschah freilich mit politischer Ansage: Die Energiepreise schnellten vorhersehbar in die Höhe, als die EU ihre Sanktionen gegen Russland verschärfte. Sie explodierten geradezu, gefolgt von den Lebensmittelpreisen, nach dem Terroranschlag auf die Erdgas-Trassen Nord Stream, hinter dem viele Kritiker vor allem die USA vermuten. Doch bekanntlich ist der Drang, dieses Verbrechen aufzuklären, bei der Bundesregierung selbst und auch innerhalb der EU nicht erkennbar.

Verband fordert „konsequentere Reformen“

Laut Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, würden die statistisch marginalen Verbesserungen zeigen, „dass Armutsbekämpfung möglich ist“. Maßnahmen wie eine Erhöhung des Kindergelds und -zuschlags, Verbesserungen beim Wohngeld und beim BAföG, vor allem aber die Anhebung des Mindestlohns, zeigten nach seiner Meinung durchaus eine Wirkung. Aber er ergänzte:

„Die Reformen müssen nur wesentlich konsequenter angegangen werden.“

Überdies mahnte Schneider Erhöhungen der Altersgrundsicherung und des Bürgergeldes an und forderte einen „armutsfesten Familienlastenausgleich“. Das System der gesetzlichen Rentenversicherung sei durchgreifend zu reformieren. Nötig sei eine ausreichende Mindestrente. Andernfalls werde die Altersarmut weiter steigen, warnte Schneider.

Vermutlich wird es dennoch so weiterlaufen wie seit vielen Jahren: Die Sozialverbände warnen, die Bundesregierung wiegelt ab und bastelt bestenfalls eine Novelle, die vielleicht hübsch klingt, aber vor allem den wirklich Bedürftigen wenig nützt. Die Grünen und die SPD können das dann immer noch auf die FDP schieben, die bekanntlich seit langem mehr für die Reichen übrig hat.

Quelle: RT DE

Hinweis: Gastbeiträge geben immer die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Bitte an das Präsidium der Freien Universität, Fehler einzuräumen und auf die protestierenden Universitätsangehörigen in Sachen Gaza-Krieg zeitnah einzugehen. Die bisherigen Erklärungen reichen nicht. Stellungnahme vom 15. Mai 2024

Nach Gesprächen mit den Protestierenden seit letztem Dezember und vor allem nach der Räumung und einem online Meeting vom 13. Mai ist mir klar geworden, dass sich die Studierenden und Dozent:innen, zusammen mit Vertretern anderer Berliner Universitäten und inzwischen auch international mit Räumung und nachfolgenden Erklärungen nicht zufrieden geben werden. Sie kritisieren Es ist vor […]

Bitte an das Präsidium der Freien Universität, Fehler einzuräumen und auf die protestierenden Universitätsangehörigen in Sachen Gaza-Krieg zeitnah einzugehen. Die bisherigen Erklärungen reichen nicht. Stellungnahme vom 15. Mai 2024

Über die Legitimität des weltweiten studentischen Protests für einen Waffenstillstand in Gaza- auch an den Universitäten Berlins und über eine beispiellose Hetze von Bild

1)Die palästinensische Frage ist „der Kern unserer politischen Krankheit, unserer langjährigen sozialen Malaise und unseres ständigen Rückgriffs auf Gewalt. Ich weiß nicht, ob der Konflikt mit den Palästinensern noch eine friedliche Lösung finden kann. Aber sicher ist, dass die fortgesetzte Annexion und der ständige Ausbau der Siedlungen die Flammen anfachen. Und die Brutalität unseres Vorgehens […]

Über die Legitimität des weltweiten studentischen Protests für einen Waffenstillstand in Gaza- auch an den Universitäten Berlins und über eine beispiellose Hetze von Bild